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Jüdische Rundschau · 1935-12-17 · Heft 101 (17.12.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 101 (17.12.1935)
Date
1935-12-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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S0H0 2 JODIS<־׳HE RUNDSCHAU Nr. 101, 17. XII. 1935 in Deutschland auf Grund der objektiven Verhältnisse eine geänderte Haltung cinnehmeu müssen, sondern davon, daß wirklich das jüdische Volkstum wieder zu einem lebendigen Begriff geworden ist, eine Tatsache, die auch in der sclbstgewäiilten organisatorischen Struktur der Juden ihren sichtbaren Ausdruck finden müßte. Mit diesem Problem wird sich zweifellos der bevorstehende Delegiertentag eingehend befassen. Der zionistische Gedanke ist heute die größte geistige Macht im Judentum in Deutschland, die zionistische Bewegung ist die mächtig.de konstruktive und wegweisende Richtung geworden. Auf allen Gebieten wurde das jüdische Leben von ihr befruchtet. Sie hat ein System der praktischen Volksarbeit im Sinne sozialer und ökonomischer Aufbauarbeit (im Gegensatz zur unproduktiven Philanthropie) eingeleitet, sie hat den Gedanken der jüdischen Schule und Er- Ziehung praktisch und theoretisch ausgearbeitet und die Voraussetzungen geschafien, auf denen jetzt weitergebaut werden kann, sic hat die Berufsausbildung der Jugend in neue Bahnen gelenkt, ein gewaltiges U m sc 11 i c h t u ח gs w er k geschaffen, das Tausende von jungen Menschen von dem früher üblichen Lebensweg des Intellektuellen odgr Geschäftsmannes weg und zur physischen Arbeit, zur Annäherung an die LJrproduktion hingeführt hat. Der Zionismus hat als erster schon vor Jahrzehnten eine jüdische Sportbewegung begründet, die schon auf eine alte Tradition zurückblickt, eine Tatsache, die heute allgemein bejaht wird und zahlreiche Bestrebungen dieser .Art nach sich zog, die sich freilich von der zionistischen Sportbewegung dadurch unterscheiden, dal» ihnen neben der rein sportlichen Betätigung der für uns w esc nt! ic he und alles befeuernde Volksgedanke fehlt. Aus dem Zionismus ist auch die jüdische Jugendbewegung hervorgegangeii, entstanden aus der Sehnsucht junger Menschen nach Versclimel/ung ihrer inensehiicheii und jüdischen Bedürfnisse zu einer höheren LinUeit eines hanuonischeu persönlichen Lehens. Das jüdische K u 11 u r 1 e b e 1! ist ohne den zioiiistischen (iedanken der jüdischen Renaissance nicht denkbar, und wenn mail versucht, Kulturbetriel) unter einem jüdischen Lirnitaischild, aber ohne diesen Geist einer jüdischen Besinnung zu treiben, kann nur Farbloses und l '11« esentliehes heraus!,0:11111 e:1. SdiliefLich ist darauf hin/inseisen, dal! die zionistische Bewegung ein gi'ü'ks Stück praktischer /Arbeit im Dienste der Juden Deutschlands durchführen konnte, indem sie die schwierigen und komplizierten Wege der Pa lästin awaiulcru 1! ״ auf die auch zahlreiche Neulinge gedrängt wurden, zu ebnen suchte. Der gewaltige Apparat, der zwecks Durchführung der Kontolle, Prüfung und Auslese des Limvandcrerinaterials, der technischen Erleichterung der Formalitäten, des Transfers des Vermögens jüdischer Palästinawantlerer usw. geschaffen wurde, ist in allen Teilen des deutschen Judentums bereits populär. Nicht um eines leeren Eigendünkels willen, sondern aus triftigen sachlichen Gründen muß gefragt werden, welcher Teil, welche Gruppe oder weldies Grüppcheu im Judentum Deutschlands eine ähnliche geistige, ideelle und praktische Leistung aufzuweisen haben! Der Delcgiertcntag wird zeigen, daß die Zionistische Vereinigung für Deutschland, die zahlreiche im Sinne der neuen Staatsordnung niiniir hr notwendige Arbeiten an der jüdischen Gemeinschaft sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe gesetzt hat und daher naturgemäß heute ein 1 idf.rzh v e r g r ö I! e r t e s A r b e i t s f c I d vorfindet, auch v< un V e r t r a u e 11 d c r breit e 11 M a s s e n der Zionisten und der sich inur.er mehr dem Zionismus 7uwendenden Juden m Deutschland getragen ist, von dem Vertrauen, ohne dis eine jüdische Bewegung, die zugleich Erzich11ngs-Orgnni;.־»ti׳>n s h muß, keine Auspicht auf fruchtbare und aufbauende Ar':eism"f4!::hk״it besitzt. I i, ses Venratiens bedarf die zionistische 1 ci'ung in Deutschland tun s.! mehr, als ja jede jiidi ehe Instanz in Deutschland heute notwendigerweise auf die Zu- 6 a m tu e 11 a r beit;11 i t d e 11 g r o ß e n jüdische n Organisation e 11, \!>r allein mit der Zioirstisclicn Weltorganisation, aber auch mit anderen Hilfsorgnnisationen angerriesen ist, denn ohne deren Hilfe und ohne deren Ve׳trauen könnte Meder die vielfach von ausländischen jüdischen Finaiizquellcn abhängige Auswändetungs-Bewegung und Ansiedlung von Juden in Palästina, noch der Einfluß auf die Schaffung gewisser für den Transfer notwendiger psychologischer Voraus- Setzungen geltend gemacht werden. Wir glauben, daß in zunehmendem Maße auch andere Schichten der Juden in Deutschland, die ja in ihrem Bewußtsein, wie schon ausgefiihrt, sich ohnedies zum nationalen Gedanken entwickeln, das gewaltige Aktivum begreifen, das die Existenz der in Deutschland durch die Z. V. f. D. repräsentierten zionistischen Bewegung für sie bedeutet. Leider sind die organ isatorischen Maßnahmen, die in der Plenarsitzung der Reichsvertretung vom 22. September unter Zustimmung aller führenden jüdischen Verbände in Aussicht genommen waren, noch nicht erfolgt. Diese Schwerfülligkeit ist überaus bedauerlich, denn alles drängt auf klare Verhältnisse. Der Delegiertentag der Z. V. f. D. wird zweifellos auch in dieser Richtung seine Ansprüche geltend machen, und es kann nicht ausbleiben, daß er ein starkes Echo im deutschen Judentum finden wird. Tagesprobleme Palästinas Anfragen im Unterhaus London, 12. Dezember. (JTA.) fm Verlaufe einer Dehatte im Unterhaus kamen verschiedene P a! ä s t i n a f r a ־ ron zur Sprache. Der Abgeordnete Tom Smith fragte den Kolonien minister J. H. Thomas, ob die zweite halbjährliche L: i n w a ndcrungsschedulc für Palästina atisgegcben worden sei, worauf die Verzögerung in der Ausgabe der Zertifikate zurück/uführen sei und ob solche Verzögerungen in Zukunft zur Vermeidung von Ungewißheit und Erörterungen vermieden werden würden. Kolonienminister Thomas antwortete, daß die Schedule für das Halbjahr Oktober 1935 bis März 1936 bis jetzt noch nidit festgesetzt worden sei, daß aber 1000 Zertifikate als Vorschuß Anfang November atisgegebcn worden seien. Die Vorschläge der Jcwish Agency für die Schedule seien aus unvermeidlichen Gründen verzögert und erst am 6. Dezember dein lligli Crmnuissioner unterbreitet worden, der die Angelegenheit jetzt prüfe. Abg. Tom Smith fragte sodann den Kolonienminister, ob im Hinblick auf die Proteste der Jcwish Agency gegen die Einschränkung der Ausgabe von Lizenzen für ärztliche Praxis in Palästina an naturalisierte Personen und im Hinblick auf die Tatsache, daß eine Anzahl jüdischer Aerzte ans Deutschland sich bemühe, eine Praxis in Palästina aufzuhauen, er die Gründe für die Ver- Ordnung über die Beschränkung ärztlicher Lizenzen angeben könne. Kolonienminisfcr Thomas antwortete, daß die Ergänzung zur Verordnung iiher die ärztlichen Lizenzen keine Be- Schränkungen für die Ausübung der Praxis solcher Personen vorsehe, die palästinensische Bürger seien oder palästincnsische Bürger werden oder vor dem 1. Dezember 1035 die Erlaubnis erhalten, sich ständig in Palästina aufzuhalten. Die Quote, die durch die Verordnung festgesetzt worden sei, betreffe nur Personen, die־ nach diesem Zeitpunkt palästinensische Bürger werden oder die ständige Aufenthaltserlaubnis erhalten. Auße-dem seien Personen, die innerhalb einer medizinischen oder wissenschaftlichen Institution heschäftigt sind, von der Quote ausgenommen. Her ü r u n d für den Erlaß der Verordnung sei darin zu suchen, daß im Hinblick auf das große Anwachsen der Zahl der praktischen Aerzte In den letzten Jahren der ärztliche Beruf fiberfüllt worden sei, was zu ernsten Befürchtungen hinsichtlich des Lebensunterhaltes der bereits niedergelassenen Aerzte AnlaS gegeben habe. Auf eine weitere f rage des Abgeordneten Colonel W edgwootl führte Minister Thomas aus, er wisse, daß von bereits in Palästina niedergelassenen Aerzten um einen gewissen Aerztcschutz gebeten worden sei. Weitere Fragen bezogen sich auf die Teilnahme eng* lischer Firmen an der Leva nie -Messe 1936. Von Regicrungsseitc wurde hierzu die Erklärung abgegeben, daß die Abteilung für überseeischen Handel die Teilnahme britischer Firmen an der Levante-Messe fördere. Vorkehrungen für die Einrichtung eines Informationsbüros, wie es 1934 bestanden habe, seien getroffen worden; Informationen darüber, oh die Zahl der Aussteller iin Jahre 1936 wahrscheinlieh die von 1934 übersteigen werde, seien gegenwärtig nicht vorhanden. Eine Frage, ob die Regierung eine besondere Subvention zur Förderung britischer Aussteller auf der Messe gewähren werde, wurde von de׳״. RegierungsVertreter Captaia Wallace verneinend beantwortet. Aut eine Frage des Abgeordneten Captain Strickland gab der Koloukmiiinister bekannt, daß die Kosten der neuen Asphaltstraße zwischen Jaffa und Haifa aut 250 000 Pfund geschätzt würden, wobei die für diesen Zweck vorgenommenen Enteignungen von Grundstücken usw, deren Eigentümer entschädigt werden müßten, nicht einbegriffen seien. Bis jetzt sei die Straße in einer Länge von 18 Meilen fertiggestellt; augenblicklich werde aber nicht daran gearbeitet, was nach seiner Ansicht auf klimatische Umstände zuriiekzufübren sei. Der Bau eines weiteren Ab- Schnittes der Straße werde in Kürze wieder aufgenommen werden, wodurch 150 Arbeitern für drei Monate Beschäftig״ng gegeben sei. Aur eine weitere Anfrage antwortete der Kolonienminister, daß dem englischen Unterricht in allen Schulen, die von der palästinensischen Regierung unterhalten werden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Erwägungen über zusätzliche Maßnahmen für den Aushau des englischen Unterrichts würden vorgenommen. Nach einer Statistik würden 58 ״/o der gesamten Schüler in öffentlichen Schulen unterrichtet. Besondere Zahlen für subventionierte oder andere Schulen seien nicht verfügbar. Die judenfeindlichen Ausschreitungen in Polen Warschau, 13. Dezember. (JTA.) Im Einverständnis mit dem von den jüdischen Parlament! i״r;1 g m irsam mit dun Rabbincrverhaiul geschaffenen Komitee hat eine Ab- Ordnung von Rabbinern in den Ministerien für I n n e r e s u n d Bildung s w e s e 11 Vorstellungen wegen der judenfeiiMiliclien Ausschreitungen der letzten Zeit und der Gefährdung der S c 11 e c 11 i t a erhoben. Der Ab- Ordnung gehörten Vertreter des Rabbinerverbmides lind des Warschauer Kabbinats sowie angesehene Rabbiner aus Ost- und Westgalizien an. Die Abordnung hatte zunächst eine Konferenz mit dem Vize- Innenminister Kawecki. Bei dieser Unterredung schilderten die Mitglieder der Abordnung den Verlauf der judcnfeitidlichen Ausschreitungen in einer Reihe von Städten und Städtchen, teilten Einzelheiten über die auf Juden verübten Anschläge mit und brachten die Beunruhigung der jüdischen Bevölkerung angesichts der Kampagne gegen die Senechita zun! Ausdruck. In seiner Antwort erklärte der Vize-Innenminister, die Regierung sei stark genug, um die Lage zu beherrschen, und sie werde alle Maßnahmen treffen, um Ruhe und Ordnung zu sichern. Die Abordnung begab sich sodann zu dem Vize-Biidungsminister Pater Ziakolewicz und dem Sektionschef Graf P o t o c k i. die die Darlegungen der Rabbiner mit großer Aufmerksamkeit entgegenuahmen und ebenso wie der Vizc-lnnenminister beruhigende Erklärungen abgahen. Wie mitgeteilt wird, sind im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlägen in der Gegend von K a 11 o w i t z 30 Verhaftungen vorgenommen worden. In Wilna explodierte in dem Glasgeschäft S/apiro ein Sprengkörper. Es wurde erlieblicher Sachschaden angcrichtct. Die in Warschau abgehaltenc Landeskonferenz der polni sehen Bauernpartei (Volkspartci) hat sich u. _ a. auch mit der Judenfrage beschäftigt. Die Konferenz nahm eine Resolution an, die sich gegen den Antisemitismus und für che Gleichberechtigung der Juden ausspriclit. Gleichzeitig wird *in der Resolution darauf hingewiesen, daß die Bauernpartei die Lösung der Judenfrage in der jüdischen Auswanderung nach Palästina und in der Entwicklung der Genosscnschaftsbew e g u n g erblickt. Der polnische Senat hat in seiner letzte« Sitzung den Oberrabbiner Professor Dr. Moses Scharr zum Mitglied der Bihluiigskonimission gewählt. In die finanziell-wirtschaftliehe Kommission wurde Senator T rockenheim entsandt Aus der Hilfsarbeit des ORT Einem uns zugegangenen Cammunique der Organisation ״Ort" entnehmen wir nachstehende Angaben: ln der Zeit vom 16. bis 19. November d. J. fand in Paris die Plenarsitzung der Zentralverwaltung der ״Ort“- Union statt. Außer den Mitgliedern der Exekutive nahmen an dieser Sitzung teil: die Mitglieder der Zentralverwaltung und Vertreter der Laiulesorgan Rationen England, Frankreich, DuiDrbhnd, Po'en, l •dSSk., Litauen, Lettland, Be«arab!en, Bukowina, Pan/ig und Bulgarien. Der Bericht, den die Exckutive erstattete, umfaßt die Zeit von Januar 1934 bis Septendier 1935. Er gibt ein Bild über die Tätigkeit der Exekutive. nber die ״OrQ-Arbeit in den einzelnen Ländern Ost- und Mitteleuropas, sowie über Stand und Entwicklung der einzelnen Landesorgauisationen. Fachliche Ausbildung: 43 neue Institutionen sind in Polen, Rumänien, Litauen, Lettland und Frankreich entstanden. 1 IS ״Ort“-Aadalten für Jugendliche und Erwachsene sind von 675!) Teilnehmern besucht worden; davon haben 3500 Personen ihre fachliche Ausbildung bereits iii dieser Bericlitsperiode beend! t. In Kaunas (Ulanen! i!t ein imposanter Neubau der I lamlwerkennittetsctnde unter dem Namen ,,Hans für iüdis<־!v Arbeit“ le-tiggesteUt, in Rowno (Polen) ein neues Schulgebäude errichtet worden. Industrialisierung: Für die Heranführung von Juden an industrielle Tätigkeit sind 20 neue Werkstätten Beachten Sie bitte unsere Rubrik man schenkt zu Chanukkah im Anzeigenteil der heutigen Nummer und der nächsten Freitag-Ausgabe in Polen und der UdSSR, gegründet worden. In der UdSSR. (Biro-Bidjat!) sind zur Zeit im Bau: eine Furnier-Fabrik für 180 Arbeiter, ein Sägewerk für 70 Arbeiter, eine Werkstatte für 1 ־landschuhfahrikation für 40 Arbeiter und eine Anzahl von Werkstätten für Korb- und Möbelflechtcn für ca. 130 Arbeiter. L a n d w i r t s c 11 a f t: 127 landwirtschaftliche Kooperative lind Siedlungen mit 4681 Lammen sind in der UdSSR., Polen, Rumänien und Südwest-Frankrekii betreut worden. Neue Gartenwirtschaften sind auf einer Bodeiifiäche von 621 ha organisiert worden. Neu gegründet wurden: 2 landwirtSchaftliehe Lehrfarmen in Litauen und 2 Lehrgärten in Polen. Etwa 500 Juden in und aus Deutschland sind fachlich ausgebildet b/w. bertiHrh umgcschichtet worden, und zwar zum Teil im Iiilande, zum Teil in den handwerklichen und laiidwirtschafficheii ״Ort"-l.ei!rwerkd.!tten in Litauen, Lettland und Frankreich. Außerdem konnten 21 Familien aus Deutschland in Südwest-Frankreich landwirtschaftlich angesiedelt werden. Von der Plenarsitzung wurde ein Arbeitsplan für das Jahr 1936 aufgesuTt. Dabei ist das ״Ort“-Plenum von der Voraussetzung ausgegangen, daß es der Exekutive gelingen wird, für alle diejenigen Teilnehmer in den ״Ort“- Schulen und Kursen, für die eine Auswanderung nach Palästina nicht in Betracht kommt, nach Beendigung der fachliehen Ausbildung anderweitige Existenzuml Unterb!i11gungs• m(jg־!ic!1l;eit׳M! z!1 schaffen. Die Lamlesorganisationeit sollen es übernehmen, für die Aufbringung der Au Gedings- und Verpflc׳nmgskosten für die an den ״Ort“־Anstalten außerhalb Deufsdilamis Auszubildenden auch die individuelle Fürsorge in Form von Patenschaften einzurichtcn. Dem Plane der Errichtung einer unter dem Patronat der ״Ort“-Union stehenden ״indischen Lehranstalt für gewerbliche Ausbildung“ in Deutschland ist die Plenarsitzung nähergetreten. Todesfall. Am 6. Dezember starb in Berlin im Alter von 70 Jahren der Verlagsbuchhändler Dr. Georg Bo 11 di; er war der erste und einzige Verleger von Stefan George und dem zu ihm gehörendem Kreis, der ja, mit Friedrich Gundolf an der Spitze, großenteils aus geborenen Juden bestand. Bondi war gebürtiger Dresdener, studierte in Leipzig Germanistik und kam als Fünfundzwanzigjähriger nach Berlin. Ein Vortrag von Richard M. Mever ״Ein neuer Dichterkreis“, der die akademischen Kreise Berlins mit dem dort noch unbekannten Dichter vertraut machte, veraiilaßtc ihn, die Werke Stefan Georges und seiner Gruppe zu übernehmen, die bis dahin als ״Blätter für die Kunst“ unter Ausschluß der Üeffentlichkeit erschienen waren. Kurz vor seinem Tode hat Bond» auch sehr persönliche Erinnerungen an den Dichter herausgegeben, der ihm im beiderseitigen Treueverliältnis verbuudcu blieb. Sein anderes großes Unternehmen war ein Sammelwerk zur Geschichte des 19. Jahrhundert, zu der Richard M. Meyers Deutsche Literaturgeschichte gehört, und zu der andere ansehnliche Forscher, wie Werner Sombart und der Philosoph Theobald Ziegler, beigetragen haben, r. Ilaupurhiifdciter: Dr. Robert W e 1 t s c h, Berlin - Charlo: tenburg 9 (:< ׳ voran!wörtlich tür die Aumaimie von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Bei Im W 15. Anzcigcnlcitcr u. vomntwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann 1• 1!1 n, Berlm-Tetnpelhof. Gültig: Ansteigen-Preisliste 4 vom 15. Oktober 1035. Verlag und An* teigcnverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin \V 15, Memckcstr. 16■ D.-A. Nor. 38 278. — Druck: Siegfried Scholem, Bln.-Schöneberg. Praktische! «•schenk«5 StrumpfH;>us Metiger Wllmcrtdorler StrnB« •® Näh׳ hantatra•• Straßenbahn 62, 44. 4S, t, S, 72, 93! Ummbiia 9 / H•rr•aart 1 k I 4 Trlfc•••■•» I

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