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Jüdische Rundschau · 1935-12-13 · Heft 100 (13.12.1935) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 100 (13.12.1935)
Date
1935-12-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 100, 13. X«. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 17 Der englische Unterricht an der hebräischen Schule Von Dr. B. Bamberger, Jerusalem Die hebräische Schule Palästinas hat in ihrem Lehrplan auch die Erlernung fremder Sprachen zu bieten. Darüber gibt es, vor allem, was die höhere Schule in jeder Form betrifft, keine Meinungsverschiedenheiten. Daß Arabisch unbedingt gelehrt werden muß, braucht nicht erst bewiesen zu werden. Die praktischen Notwendigkeiten sprechen für sich selbst; daraut auf bauend, bietet das Studium des klassischen Arabisch vollgültige humanistische Kulturwerte, wenn nach solchen durch das Medium dieser Sprache gesucht wird. Der englische Unterricht begegnet zuweilen mehr oder weniger verhüllter Abneigung. Er wird hingenommen, weil die Regierung ihn fordert, weil die Sprache der Mandatarmacht einem gebildeten Bewohner des Landes bekannt sein muß, weil die Verbindungen mit dem Ausland auf dem Wege über das Englische in universaler Weise aufrecht zu erhalten sind (heute schon mehr als über das Französische, dessen Rolle im Lande noch lange nicht ausgespielt ist). Aber ungeachtet all dieser wichtigen Gründe, gibt es Gegner des englischen Unterrichts, die ihm zumindestens einen möglichst bescheidenen Platz zuweisen wollen. Was sind die tieferen Gründe dieser Abneigung? Die Besorgnis um die Durchsetzung und Erhaltung der hebräischen Sprache. Zunächst freilich bilden die von den Einwanderern aus den Ländern der Galuth mitgebrachten Sprachen, im gegenwärtigen Augenblick also Jiddisch und Deutsch, die hauptsächlichsten Gefahren- Herde der sprachlichen Assimilation; stiller, aber auf längere Sicht betrachtet, weitaus intensiver dringt die englische Sprache in weite Schichten vor. Wohl gibt es keine englische Kulturpropaganda, aber diese verhältnismäßig leicht erlernbare Sprache, mit den praktischen Vorteilen, die sic bietet, wird getragen von der verführerischen Kulturkraft eines Herrenvolkes, das ohne bewußtes Zutun anderen den Stil seines Lebens, seine Denkformen und damit auch seine Sprache aufdrängt. Wer mit aufmerksamem Ohr Gespräche, die in englischer Sprache an öffentlicher Stätte geführt werden, mitanhört, kann sich leicht davon überzeugen, wieweit die oft ans Lächerliche grenzende Anglomanie bereits vorgeschritten ist. Die Unterweisung jüdischer Jugend in der englischen Sprache könnte also dazu angetan sein, den Prozeß der Anglisierung im oberflächlichen, levantisierenden Sinne zu fördern. Trotzdem konnte sich das hebräische Schulwesen diesem Teile seiner Aufgaben nicht entziehen — und wollte dies auch gar nicht. Es wäre jedoch eine grobe Selbsttäuschung, wollte man die Frage des englischen Schiilunterrichts ganz auf der Ebene des praktischen Bedürfnisses erörtern. Jede höhere Bildung weist über die Grenzen des eigenen Volkstums hinaus, ln Palästina, diesem Grenzland zwischen West und Ost, bedeutet die Einführung in die englische Sprache vor aiiem, daß ein Tor zu einer westlichen Kultur geöffnet wird; für den palästinensischen Schüler bedeutet die Kenntnisnahme dieser westlichen Kultur eine Erschütterung, die der mit ״Bildung“ übersättigte europäische Jude, der umgekehrt seinerseits das Jüdische sucht, hur schwer begreift. Zum Wesen echter Bildung gehört objektives und wahrheitsgemäßes Wissen um die fremde Kultur. Der englische Kulturunterricht würde seiner Aufgabe nicht gerecht werden, wenn er nicht gerade das typisch Eng lische herausstcllen wollte. Nun gibt es weite Bezirke, auf denen der englische Genius Wesentliches und Mustergültiges hervorgebracht hat, das zu wissen dem jungen paläs linensischen Geschlecht nicht nur aus dem Gegensatzgefühl heraus nottut. Dies gilt vor allem für die stärkste Leistung des Engländertums — für die Politik. Zwei Gesichtspunkte sind hier maßgebend: Wilhelm Dibelius behauptet in der Vorrede seines Englandbuches, daß der preußische Schulmeister, der den Krieg von 1866 gewonnen hat, am Verlust des Weltkriegs mit schuldig sei, weil er das deutsche Volk nicht genügend über den Eolitischcn Willen des englischen Volkes aufgeklärt habe. >iese Ansicht aut unsere Verhältnisse übertragen bedeutet: Es ist geradezu eine Pflicht der palästinensischen Schule, die ihr anvertraute Jugend im weitesten Maße über das Wesen englischer Politik aufzuklären, ihr alle Grundfragen wie Imperialismus, Kolonialverwaltung, Regierungsmethoden usw. nahezubringen. Dies das eine. Zweitens aber tut einer Gemeinschaft, die um die Formen ihres öffentlichen Daseins ringt, sehr not zu erfahren, wie ein auf diesem Gebiet erfolgreiches Volk die rechten Einrichtungen fand, um den wahren Ausgleich zwischen den Rechten des Einzelnen und den Notwendigkeiten des Staates zu finden. Was wahre Staatsgesinnung bedeutet, autoritative Demokratie, Begrenzung des Parteiwesens im Volksbewußtsei 11 und in der Verfassung, all dies kann an einem großen und geglückten Beispiel gezeigt werden. Dies soll geschehen, nicht um sklavische Nachahmung zu befürworten, sondern um zu zeigen, wie ein Volk weise und kraftvoll genug war, und aus den Nöten und Irrwegen seines staatlichen Daseins einen Ausweg fand, der ihm die stärkste Energieentfaltung nach innen und nach außen ermöglichte. Was hat nun die palästinensische Schule im Sinne der dargelegten Grundsätze getan? Zunächst waren rein didaktische Probleme zu lösen, d. h. es mußten methodisch gangbare Wege gefunden werden, um der Verschiedenheit der Idiome Herr zu werden. Man bedenke: das Hebräische besitzt nur 2—3 Zeitstufen, das Englische 16; man denke daran, daß es im Hebräischen keinen Relativsatz mit eigenen Pronominibus, andere Wortfolge, Stilmittel usw. gibt. Hier waren neue grammatische Wege ein Zuschlägen; es kann gesagt werden, daß eine wirkliche Lösung für diese Probleme gefunden wurde. Hierfür legen zwei Bücher Zeugnis ab, die aus der Praxis der palästinensischen Schule (genau gesagt aus der Praxis der Realschule Dr. Birains in Haifa) hervorgewachsen sind: 1. Diengott, ספר דקדוק אנגלי למתחילים 2. I. S. Bentwich, English Composition and Grammar tor Hebrew Speaking Students. Beide in Uebereinstimmung geschaffenen Werke streben danach, den Uebungsstoff entsprechend den sprachlichen Voraussetzungen des Hebräisch Sprechenden zu gestalten. Ein Sprechbuch ist bis jetzt nur für die Elementarstufe geschaffen worden: Morris, First bzw. Second Ycar English for Palestinian Schools, ein Leitfaden zu einfacher Konversation auf Grund heimischen Materials (auch für arabische Schulen benutzbar). Die Aufgaben des Lesebuches erfüllt ein aus indischer Praxis gewonnenes Werk (West, New Method Readers). Festzustellen ist, daß die höheren, in das Gebiet der Kulturkunde weisenden Aufgaben noch nicht zu eigenen Produktionen geführt haben. Doch ist das Problem als solches bereits erkannt und es sind Bemühungen im Gange, auch hier der palästinensischen Schule Neues zu bieten. Familien-Nachrichten Herr Ad. P e r i t *, Ramoth Haschawim, begeht am 21. Dezember den 70. Geburtstag. Rabbi «I. L. Fischmann Das Mitglied der Jewish Agency-Exekutive in Jerusalem, Rabbi J. L. F i s c 11 m a n n, feiert in diesen Tagen seinen 60. Ge* burfstag. Der Jubilar gehört zu den Gründern des Misrachi und nimmt seit dessen Gründung eine führende Rolle in dieser Organisation ein. Seiner Initiative ist es zu verdanken, daß der Misrachi als erste Organisation ihre Zentrale nach Palästina verlegte, nachdem Raw Fischmann zwei Jahrzehnte seine große organisatorische und propagandistische Begabung in den Ländern des Ostens für den Zionismus eingesetzt hat. Die besondere Stärke Raw Fischmanns liegt auf literarischem und journalistischem Gebiet, und er gehört zu den besten lebenden Kennern der jüdischen Literatur. Er ist ein vorziiglieh er hebräischer Stilist. Viele Jahre hindurch war er der Herausgeber und Redakteur der Misrachistischen Wochenschrift ״Hator“, in weicherer nicht nur zionistisch-politische Fragen behandelte, sondern zu vielen Fragen der jüdischen Wissenschaft Entscheidendes beitrug. Erst im letzten Jahr ist unter seiner Redaktion eine viel beachtete Sammelschrift über Maimonides mit einem wichtigen Beitrag aus seiner Feder erschienen. Seine Lebensarbeit, die dem Zionismus von frühester Jugend an gewidmet war, hat jetzt ihre Krönung erfahren durch seine Berufung in die Exekutive der Jewish Agency. Wir wünschen dem Jubilar, daß er noch viele Jahre sein großes Können und seine Kraft der zionistischen Sache zur Verfügung stellen kann. A. Jerusalemer Wasserleitung in Betrieb Nach mehrmonatiger Verzögerung ist die neue Je• rusalemer Wasserleitung in Betrieb gesetzt worden. Das erste Wasser aus Ras el Ain traf in Jerusalem am Sonnabend, um 17.45 Uhr, ein. Da die neue Röhrenleitung noch nicht fertiggestclit ist, wird das Wasser vorläufig aus dem Romema-Reservoir durch die alte Röhrenleitung nach Jerusalem geführt. (Ueber die Wasserleitung unterrichtete der ausführliche Aufsatz im Palästinablatt der Nr. m der ״J. R.“) Für die Vereinheitlichung der Kibbuz-Bewegung ■Jerusalem, 10. Dezember. (J.T.A.) Unter Beteiligung zahlreicher Kibbuzim des südlichen Judäa fand in N a a n e eine Feier anläßlich des Jubiläums von Degania statt. Zu der Veranstaltung waren auch Ben G u r i 0 n, Berl K a t z - nelson, Salman Rubaschow, David Remez, Mosche Schertok und andere Führer der zionistischen Arbeiterbewegung erschienen. Sämtliche Ansprachen waren von dem Gedanken der Vereinigung und Vereinheitlichung der gesamten kibbuzischen Beweg u n g getragen. Besonderen Eindruck machte das Referat Katznelsons, der auf das 25jährige Bestehen des Landarbeiterverbandes hinwies. Nach einem Hinweis auf die schweren Schäden der Zersplitterung der kibbuzischen Bewegung betonte der Redner, daß ein Zusammenschluß der Kibbuzim dazu führen würde, daß diese in der allgemeinen Arbeiterbewegung Palästinas überragende Bedeutung bekämen. Auslandspez. Palästina-Transporte in Sammelladung und Lifts j>er Bahn und Rhein F»chmHnni*ch• Verpackung / tagarung / VnrnMicnmg Rheinverkehr 6. m. b. H. alleiniger Seeellechetter: Albert Hern (Irflherer Inhaber der Firma Albert Herz Interneftenale BpedHteiS Frankfurt a. Main, MalnzarlandstraBa 65 Musik in Jerusalem Jerusalem, Anfang Dezember Die Saison begann hier nicht ״mit Pauken und Trompeten“ — sondern u. a. mit zwei Konzerten des Geigers Mischa E1 m a n. Die Geige ist das Liebiingsinstrument des Juden, besonders des Ostjuden und des Palästinensers. Warum eigentlich? Es ist nichts Orientalisches, was hier zum Ausdruck kommt — aber der ganze Individualismus des jüdischen Musikers äußert sich im Geigenspiel. Die Geige ist das Instrument, das vielleicht am meisten mit dem Musiker zu einem Körper, einer Seele verwächst; in dieser Direktheit und Verschmolzenheit ist sie nächst dem Gesang das intimste Ausdrucksorgan. Elmans zweites Auftreten nannte sich ״populäres Konzert“. Welch erschütternde Diskrepanz dazu, den Geiger auf dem Podium zu sehen, die ungeheure Einsamkeit und Distanz zwischen ihm und dem Hörer — sogar dem Begleiter! Die jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn und Ernest Bloch wurden von Elman am überzeugendsten interpretiert. Der Begleiter Wladimir Padwa interessierte stark — jedoch vermißten wir die solistische Plastik des Klavierparts der Brahms-Sonate. — Der Begriff eines ״Volkskonzertes“ konnte durch die Programmgestaltung nicht erfüllt werden. Das erste diesjährige Konzert der ״Jerusalem Musical Society“ führte Michael Taube mit dem Palcstine Symphony Orchestra aus, sowie mit den ausgezeichneten Solisten Parnes, Borochow und Son. Am stärksten interessierte Hindcmiths Tanzsuitc ״Der Dämon“, Taube führte — während des Dirigiercns — den Klavierpart aus. Seine vorzüglichen Eigenschaften als Pianist sind ja von ähnliehen Gelegenheiten bekannt. Die Suite wurde 1924 auf dem Frankfurter Tonkünstierfest uraufgeführl Sie hat alle Vorzüge der mittleren Epoche Hindemiths, ist ein programm-musikalisches, heiter-musikantisches und instrumental einfallsreiches Werk, das eigentlich ohne Tanz nicht vorgestellt werden kann. Jedenfalls ist man glücklich, wenn hier mal eine moderne Komposition aufgeführt wird. Auch die übrigen Werke (Händel Conzerto Grosso In D-Moll, Schuberts B-Dur-Sinfonien und Tschaikowsky: C-Dur- Serenade für Streichorchester) bewiesen die großen Fortschritte des Orchesters, besonders betreffs der Bläser. Das Programm war nicht sehr günstig zusammengestellt: Die Schubert-Sinfonie langweilte, besonders durch den zu langsam gespielten 2. Satz. Die Serenade von Tschaikowsky ist geschmackvolle, aber etwas antiquiert-sentimentale Kaffee- Hausmusik. Das Handel-Konzert wirkte — auch durch die Umgebung der übrigen Werke beeinflußt —■ reichlich romantizistisch. Die ״Komödie“ spielte Goldfadens ״Hexe“, die wir vom Granowsky-Tneater her — in der Bearbeitung von Drohungen gegen Polizeibeamte Jerusalem, 8. Dezember. (JTA.) Mehrere englische und jüdische Polizcifunktionäre, die die Untersuchung über das arabische Bandenwesen führen, haben Drohbriefe erhalten. In einem an den Leiter der Tel-Awiwer Polizei, Rosenste in, gerichteten Brief heißt es: ״Die Vereinigung der arabischen Jugend, die seit mehreren Jahren besteht und die Befreiung des arabischen Vaterlandes von den englischen und zionistischen Ketzern anstrebt, richtet ohne Furcht vor dem Tod und entschlossen, alles zu wagen, um unsere Feinde zu Fall zu bringen, an Sie, Rosenstein, die Warnung, nicht zu versuchen, die arabischen Briganten zu verfolgen.“ Der Brief war in Jaffa angeschlagen. Die hebräische Presse weist darauf hin, daß die arabischen Terroristen ihre Tätigkeit offenbar auch aut Süd- Palästina ausdehnen wollen. Die Behörden haben eine vom arabischen Arbeiterverband in Jaffa geplante Kundgebung gegen die Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Arabern, die Ausbreitung des jüdischen Einflusses im Hafen und die jüdische Einwanderung verboten. _ Der Orangenexport nach England Jerusalem, 10. Dezember. (J. T. A.) Dadurch, daß die Orangenpreise in England auf 7,3 Schilling pro Kiste gefallen sind (3,6 Schilling beträgt der Zoll allein), haben die Pflanzer und Exporteure mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Es wird energisch die Forderung erhoben, daß England den Zoll auf Palästinaorangen abschaffe oder mindestens herabsetze. Die neue Arbeitersiedlung Ramatajim. Uns wird berichtet: Direkt neben der Siedlung Ramoth-Hasdiawim, der bekannten Hühnerfarm- und Gemüsebau-Siedlung, entsteht auf KKL-Boden eine Fl ilfswirtschaftssied 111 n g der Histadruth. 47 Arbeiterfamilien erhielten hier je zwei Dunam Weingartenboden, ehemaliges Besitztum der Weinbauern von Kfar Nalall. 20 Familien sind Einwanderer aus Deutschland, die 1—2'2׳ Jahre im Lande sind. Jede Familie erhielt durch Vermittlung der Histadruth einen Baukredit von XP 100 von einer Bank afrikanischer Juden auf zehn Jahre, wodurch der Bau eines sehr schönen Hauses ermöglicht wurde. Der Bau der Häuser geschieht kollektiv in eigener Regie unter Leihing eines Fachmannes. Das Haus mit zwei Zimmern, Küche, Bad und Vorratim mit vorge/ogenem Ziegelschutzdaeh kostes £P 152. Zwölf Familien wohnen bereits auf dem Boden, betreiben neben ihrer Außenarbeit Gemüsebau, Hühner- und Milchwirtschaft. Den Olim hat hierbei die Jewish Agency durch Vermittlung der Hitaehdutii Ok־j Oermania durch günstigste Kreditgewährung beigestanden. Dieser Tage erfolgte nun die offizielle Grundsteinlegung des Beth- Zibori (Gemeinschaftshaus), der eine schlichte Feier vorausging. Vertreter der Nachbarsiedhiugen Ramoth-Haschawim, Ranana, Hadar und Magdie! sowie der verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Organisationen der Umgebung brachten in ihren Reden die Glückwünsche zum Ausdruck. Martin Arnheim ״Palästina”, Zeitschrift für den Aufbau Palästinas; Red. (f. E.) Adolf Böhm, Wien. Nr. 11 (November-Nummer) enthält «ine ausführliche Untersuchung ״Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluß auf das arabische Wirtschaftsleben“ von Dr. Alfred Bonne, dem Leiter des ״Archivs for the Near East“ in Jerusalem. Dr. G. Cyderowitsch schreibt über ״Moschaw Kfar Jecheskiel und seine Wirtschaftsstruktur“. Er gibt darin eine Untersuchung über die Bilanz einer Siedlung. Dr.-Ing. A. Werber gibt Daten über Staubecken, deren Errichtung zu Bewässerungszwecken er empfiehlt. In der Rundschau spricht Dr. Moritz Bileski über Reclitsleben, Dr. J. Adler über Wirtschaft und Gründungen, Agr. Fiermann Hirsch (Rubrik Landwirtschaft) über Gemüsegärtnerei. Reichhaltige Nachrichten und Daten sowie Bücherbesprechungen beschließen das Heft. J. Aehron — in allzu guter Erinnerung hatten. Aber auch ohne modernistische musikalische Ueberarbeitung — in der Fassung des Dirigenten Mark Lawry — hat die Musik noch viele interessante Züge. Wir werden immer wieder an Offenbach erinnert (Lehavdil!) und wir vergegenwärtigen uns dabei wieder, wieviel sogenannte ״ostjiidisclie Volkslieder“ den 60 Operetten Goldfadens ihre Entstehung verdanken. Die Liebhaberrolle (״Marcus“) wurde ausgezeichnet von Joseph Golland gesungen. Vittorio Weinberg sang in seinem zweiten Jerusalemer Abend Lieder von Engel, Ravel, Bloch, Gorochow, Nardi; ferner italienische Arien und vor allem Mahlers ״Lieder eines fahrenden Gesellen“, die dem Sänger besonders gut gelangen, was man von den jüdischen Liedern nicht ohne weiteres behaupten kann. Es klang vieles routiniert und sentimental, — Folgende Konzerte mit interessanten und wertvollen Programmen, die hier zu Beginn des Winters stattfanden, seien erwähnt: Ein ״Kerzenlichtkonzert“ in der Kallen-Sehule, ausgeführt von dem ״Kleinen Orchester׳‘ unter Leitung von Elchanan Eisenstäclt und unter Mitwirkung von Traute Gruenfelder und Thelina Yellin. Programm: Musik des 17. und 18. Jahrhunderts mit Werken von Cazzati, Johann Sebastian Bach, Boccherini und Händel. Ein Konzert jüdischer Musik (Histadruth) unter Leitung von Karl Sa lomon, unter Mitwirkung von Theresa Gerso n-Danziger. Programm: Werke von Mendelssohn, Bloch, Idelsohn, Alexander, Krein, Engel, Abraham Schwadron und volkstümliche hebräische Chorlicdcr von Karl Salomon und Alice Jacob-Loewenson. Die neugegründete ״Musicians Association“ in Jerusalem gab in ihrem ersten Konzert das F-Dur-Streichquartett von Ravel (Jerusalemer Streichquartett) und Capriccio von Strawinsky (Schönberg-Friedmann). — Die Jerusalemer Musical Society kündigt acht Konzerte an. Vier davon sind Orchesterkonzerte des Palcstine Symphony Orchestra und drei Abende sind für das Jerusalemer Streichquartett reserviert. Für diese acht Konzerte sind fünf moderne Werke vorgesehen. Solistenabende werden nicht stattfinden. Von jüdischen Komponisten sind Sternberg und Bloch mit je einem Werk für den letzten Abend vorgesehen. Der ehemalige Leiter des Danziger Radiosenders O. Seiberg gab in Tel-Awiw mit einem Dilettanten-Streich- Orchester ein Konzert. Programm: Händel, Bach, Beethoven, Mozart. Mitwirkende: Sara Scha piro (Klavier). Von Solistenkonzerte 11 sind Abende von Habermann, Wladimir Horovitz, Leon Zighera und Imre Ungar angekündigt. Alice Jacob-Loewenson n ': * ־ ■ /-% _ ■־V«־> Kl E> ■ MZ Lielzenburqerstr.33 ■ I—■ Mw ECKE SA(HSISCHESTR.־mPOSTAHTW' I

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