Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 100 (13.12.1935)
- Date
- 1935-12-13
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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s»!t«8 ו JÜDISCHE RU ND5CHAU Nr. 100, 13. XII. 1935 (JI«SCHA(J Arbeiter-Bewegung / Fritz N a p h t a I i JWgemein-zionistischc Arbeiter Ende November fand in Raaiiana die Oriindungsversammlung einer Fraktion der ,,AU* gemeinen Zionisten“ innerhalb der allgemeinen Organisation der jüdischen Arbeiter (der Histadruth) statt. Der Streit zwischen den beiden Flügeln der Allgemeinen Zionisten in der Welt und in Erez Israel über die Frage der Gründung einer eigenen anlierhalb der Histadruth stehenden Arbeiterorganisation cxler die Betätigung der zu den Allgemeinen Zionisten gehörenden Arbeiter im Rahmen der Histadruth hat den Anlaß 711!n Zusammen- Schluß der fortschrittlichen Allgemeinen Zionisten gegeben, die Mitglieder der Histadruth sind. Zum besseren Verständnis dieses Vorganges lohnt es sich, einen Blick auf die bisnerige fraktionelle Zusammensetzung der Histadrutli zu werfen. Die Histadruth umfaßt die große Mehrheit der jüdischen Arbeiter in Palästina. Außerhalb stehen an organisierten Arbeitern einerseits der Hapocl Hamisraehi, d. 11. die gesetzestreuen Arbeiter, die aber mit der Histadruth vor allem auf dem Gebiet der Arbeitsvermittlung lind Arbeitsverteilung durch Abkommen zu freundschaftlicher Zu י am me nur beit verbunden sind, andererseits der Histadriith-feindliche sogenannte ,,nationale Arbeiterverband" der R-evisionisten. 1!1 n e r 11 a I h der 1 ILtiilruth gibt es einige weltanschaulich und parteipolitisch voneinander verschiedene Gruppen. Für die gewerkschaftliche Arbe.it im engeren Sinne sind diese inneren I)ifiemiziertingen unwichtig; im täglichen Lehen der Fachgruppen und der Arbeitsamter spielen sie keine Rolle. Aber man muß immer bedenken, daß die Histadruth nicht nur eine Gewerkschaft oder eine Zusamnimlässuug von Fachvcrhändeii nach europäischer Art ist, sondern auch der Träger des Sietlltmgswerkes der Arbeiter, der Reprasentant einer sozialen Kraft und einer geistigen Bewegung, die den Ausbau des Landes mit jüdischer Selbstarbcit /um Inhalt bat. Deshalb gibt es notwendigerweise auf den Vertreter- Versammlungen und -konfereii/eu der Histadrutli stets lebhafte politisch-weltanschauliche Debatten, lind in den i )elegierten wählen zu diesen Tagungen kommt die Starke der verschieden en Gruppen zum Ausdruck. Fraktionen in der Histadruth Die große Mehrheit, mehr als drei Viertel der Mitgliedschaft, wählt die Vertreter der Arbeiter-Partei (Miplilcget Poale Erez Israel, abgekürzt ״Mapai“), die ihrerseits ans einer Verbindung der Aclidutli Awodali (palästiiieiisisclte Gruppe der ״Poale Zion“) und des ״Hapoel Hazair“ hervorgegangen ist. Die Arbeiter-Partei, die auch die größte Fraktion auf dem Zionisten-Kongreß darstellt, enthält in sich verschiedene sozialistische Nuancen, Sie ist nach internationalen Begriffen ausgcsprochen ״reformistisch“, zu weitgehender Koalition mit bürgerlichen Gruppen innerhalb der zionistischen Aufbauarbeit bereit. Als opponicrende Minderheiten, die je etwa 100 ״ der Mitglieder repräsentieren, stehen der ״Mapai“ die Fraktionen des ״Hasehomer Hazair“ und der ״Linken Poale Zion״ (diese wieder in zwei Flügel gespalten) gegenüber. Der ,,laschonier 1 lazair“ ist eine Gruppe von Arbeitern, bei der die landwirtschaftliche Siedlung jn bestimmter Form des ״geschlossenen Kibbuz“ mit Starker nationaler und sozialer weltansehaulieber Hindling durchaus im Vordergrund stellt. Sie nehmen mit der ״Viapai״ am zionistischen Kongreß teil, sind aber weniger koalitionsfreundlich und haben auch sonst in der allgen! einen politischen 1 )iskussjon ihren Sonderstandpunkt, z. B. in ihrem radikalen Verhältm's /u religiösem Zwang oder in der Forderung des ״Irgiin meseiiutaf•', d. 11. der gerneinsarm-ii < )rganisation von jüdischen und arabischen Arbeitern. Diese Einst ellung ist mehr theoretisch als [iraktisch bedeutsam, da der .Schwerpunkt der produktiven und erzieherischen At beiten des .,1 la •elmmer 1 ia/air" in seinen Kibbuzim Hegt, für die der ״Irgun rncsehufaf" keim־ Bedeutung hat. Die ,,hinken Poale /ion־׳ sind im Gegen- Satz zum ״Haschomer Hazair“ im wesentlichen Vertreter städtischer Arbeiter oder landwirtschaftlicher Lohnarbeiter. Sie lehnen den Kibbuz-Gedariken ab, weil der Kibbuz da1 Arbeiter dem ״Klassenkampf“ entfremde. Sie beteiligen sich nicht am zionistischen Kongreß, weil sie schon diese Beteiligung als eine unerlaubte Koalition mit dein bürgerlichen Zionismus betrachten. Sie leimen die zweite internationale ab, gehören aber auch, da sie in ihrer Art zionistisch sind, der dritten Internationale, die jede Art Zionismus verwirft, nicht an. Die stärkere Betonung des Klassenstandpunktes gegenüber dem nationalen, macht bei ihnen die Forderung nach gemeinsamer Organisation zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern zu einem wichtigen Programmpunkt. Neben diesen geschlossenen Fraktionen Ist noch eine kleine Gruppe von ״religiösen Sozialisten“ auf Tagungen der Histadruth aufgetreten. Ob der Zusammenschluß der ״Allgemeinen Zionisten“ innerhalb der Histadruth zur Bi'dung einer Fraktion mit politischem Gesicht führen wird, ist noch nicht zu erkennen. Der ״Zio-!lismus ohne Zusatz“, der auf dem ersten Treffen, an dem Vertreter verschiedener Kibbuzim und Vertreter städtischer Arbeitergruppen teilnahinen, stark betont wurde, unterscheidet sich in seinen positiven Forderungen wenig von dem Zionismus der gemäßigten sozialistischen Gruppen in der Histadruth. Vorlianden sind in Erez Israel und in Gallith- Ländern zionistische Arbeitergruppen mit chaluzischen Idealen, die aus irgend welchen Gründen der, ״MapaH-Ideologie ablehnend gegenüberstehen. Ob diese menschlich sicherlich sehr wertvollen Gruppen allmählich ein eigenes politisches Gesicht bekommen werden, ist nach den Debatten der Gründungstagung noch nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall aber wurde der neuen Gruppe das von ihr geforderte volle Bürgerrecht innerhalb der palästinensischen Arbeiterbewegung, innerhalb der Histadruth von den anwesenden Führern der Histadruth, Berl Katzenelson und Josef Sprinzak, mit allem Nachdruck zugesichert. Zu diesen ״Bürgerrechten“ aller Gruppen gehört auch die ausfüfirliche Berichterstattung über ihre Veranstaltungen im ״Dawar“. ״Persönliche Beziehungen״ Gegenüber der nicht sehr ausgeprägten ideologischen Begründung der neuen Histadruth- Gruppe, deren zahlenmäßiges Gewicht sich erst bei der nächsten Dclegiertenwahl zeigen wird, verdient ein praktisches Argument, das auf der Tagung zum Ausdruck kam, Beachtung, weil es einen ernsten Punkt der Soziologie der palästinensischen Arbeiterbewegung berührt. Einer der Referenten (Bergmann) wies auf das Bedürfnis hin, der Gruppe Einfluß in den örtlichen Arbeitsämtern zu schaffen. A11 diesen Stellen, wo die Arbeit verteilt wird, spiele die Bevorzugung von Bekannten durch die örtlichen Sekretäre eine peinliche Rolle. Die Bekannten des Sekretärs aber seien überwiegend auch seine Parteifreunde. Das Gefühl, daß Bekannte bevorzugt werden, erzeuge Gleichgültigkeit bei den fernerstchenden Mitgliedern. Ob die Gründung einer neuen Fraktion mit einem neuen Zentrum von persönliehen Beziehungen das geeignete Abwehrniittel gegen diesen Uebelstand ist, kann bezweifelt werden. Aber ganz abgesehen davon verdient dieser Punkt die ernsteste Beachtung, Denn das Gefühl, daß der Chawer der Histadruth bei vielen Gelegenheiten, vor allem bei der Arbeitsvermittlung, nicht gleichmäßig, sondern nach dem Grad persönlicher Beziehungen behandelt wird, spielt vor allem auch im Kreise der neuen Einwanderer eine große Rolle. Man hört darüber viele bittere Klagen. Dabei spielt übrigens wahrscheinlich und nach dem vorherrschenden Eindruck die Parteibeziehung eine geringere Rolle als die landsmannschaftliehe, die ja vor allem in der ersten Periode, vor der Hebraisierung, auch mit der größeren sprachlichen Verbundenheit zusammenfällt. In keiner gesellschädlichen Schicht und in keiner Organisation ist der Einfluß persönlicher ״Beziehungen“ ganz aiiszusdialten, aber dieser Einfluß wird zu einer großen Gefahr, wenn, gleichviel ob mit mehr oder minderer Berechtigung, in weiten Kreisen das Gefühl der Protektions- Wirtschaft auftaucht. Was in normalen Zeiten zur Entfremdung gewisser Schichten der Mitglieder von der Organisation führt, kann in Zeiten des Mangels an Arbeit Feindschaft in den eigenen Reihen erzeugen. Es handelt sich hier um einen Punkt, lim ein organisatorisches Problem, das die Führer der Histadruth gar nicht ernst genug nehmen könnon. Es ist vielleicht um so wichtiger, diese Frage in der Ocffentlichkeit zu behandeln, als die Eigenart der Histadruth mit ihrem großen kolonisatorischen lind zionistisch-politischen Aufgaben kreis einen großen Teil der besten Kräfte auf Arbeitsgebieten absorbiert, die der täglichen gewerkschaftlichen Kleinarbeit fern liegen, während es oft gerade diese Berührungen des täglichen Lebens sind, die die gefühlsmäßige Einstellung gerade des neuen Einwanderers, der zur Arbeiterschaft gehört, bestimmen. Ideologische Kämpfe und Fraktionsbildungen sin-d wichtig, aber nur begrenzteu Kreisen zugänglich. Für die Massen ist der gut funktionierende Apparat, vor allem in der Arbeitsvermittlung, die Befreiung von Protektionswirtschaft, die entscheidende Forderung für den Ausbau einer Organisation, die bewundernswerte Leistungen aufzuweisen hat, aber ebensowenig wie andere Organisationen in der Zeit des schnellen Wachstums von Erez Israel nicht frei ist von Wachstumsschmerzen. Bild ungsf ragen / J a a k o v Sandbank Die Frage der Erziehung in Palästina ist keine didaktisch-technische Angelegenheit, sondem eine prinzipiell-wesentliche. Nicht auf das wie kommt es an, sondern auf das woraus und wozu. Die offiziellen Stellen im Lande, die sich mit Erziehung befassen, stellen selten die Frage von diesem Gesichtspunkt aus. Technische, finanzielle und organisatorische Schwierigkeiten und Aufgaben überschatten diese Grundprobleme. Nur hier und da erhebt sich eine Stimme zu den entscheidenden Fragen und es verlohnt sich deshalb, sie zu registrieren, sollte sie auch noch so schwach und verloren klingen. Kinder und Religion Im ״Haarcz“ vom 20, 11. 35 veröffentlicht Schlomo Ha-elkoschi einen Artikel zum Thema ״Kinder und Religion", Er knüpft an das Tagebuch eines alten Lehrers an, der vor 27 Jahren am Gymnasium von Tel-Awiw die kleinen Kinder die ersten Sätze der Genesis lehrte. Der Lehrer berichtet, wie diese Kinder mit Fragen, Unglauben, Skepsis und realistischen Bemerkungen reagierten und schließt an diesen Bericht pädagogische Bemerkungen, die dahin zielen, daß es genügt, daß die Kinder Gott als ihren guten Freund empfinden und ihm nahe sind und daß di* vorschriftsmäßigen Gebete und die herkömmliche starre Stellung zu Gebeten und Tenacli nicht angebracht sei. Demgegenüber vertritt Ha-elkoschi die Meinung, daß die Ehrfurcht vor dem Tetiach erweckt werden kann und muß aus dem Geist, wie ihn die jüdische Schul« im Osten erweckt hat. Die Thora ist nicht als , Ch r e s t om a t h i e zu lehren, sondern als Ganzes, und der Gottesbegriff hätte nicht als Spielzeug für Kinder zu dienen, sondern Sei als ein lebendiger Inhalt den Kindern nahezubringen. Dann würde die Reaktion eine andere sein als die der Schiller in Tel-Awiw, von denen das Tagebuch des Lehrers berichtet. Das Kind sei, so meint der Verfasser, religiös von Natur, und diese Einsicht sei wichtig für Pädagogen und für den ganzen Jischuw. Es handele sich hier nicht nur um eine religiöse, sondern um eine eminent nationale Frage. Der Verfasser schließt mit einem Hinweis auf die Kinder im Emek, die heute, nachdem die Eitern der ersten Siedler angekommen sind und sich ihr Leben wie im Galuth eingerichtet haben, mit koscheren Küchen und Synagogen, größtes Interesse für die Gottesdienste der Alten zeigen und gerne die Synagogen besuchen. Ha-elkoschi berührt hier eines der wichtigsten Probleme der jüdischen Erziehung in Pälästina. Er verlangt, daß die Religion in ihrer überlieferten Form Ausgangspunkt, Ziel und zentrale Kraft der Jugenderziehung bilde. Es wäre eine Illusion, aiuuiichmen, daß cs für diese Tendenz, heute bereits reale und evidente Ansatzpunkte im Lande gäbe. Das Beispiel des Verfassers, daß die Kinder im Emek in die •-Synagoge laufen, beweist also solches nichts. J5enn es ist eine Tatsache, daß das Erziiehungswesen öocji weit davon entfernt• ,ist,- eine transzendente Weltanschauung als Grundlage seiner Tätigkeit zu betrachten. Die pädagogisehen Fragen, die meistens behandelt werden, die Frage der ״Freiheit in der Erziehung“ oder die gesellschaftliche Erziehung (Chinuch Chewrati), die das Kind für ein Zusammenleben mit andern vorbereiten soll, und die man als zentrale Probleme betrachtet, sind letzten Endes sekundärer Natur. Die Erziehung des Mensehen als Weg zur Wertverwirk-! i c h u n g, diese Hauptfrage wird kaum gestellt. Sei es aus Unsicherheit in bezug auf die Gültigkeit der Wertskala, sei es aus Unkenntnis dieser zentralen Probleme — die Ncberifragen Freiheit, Methode usw. werden immer noch als Hauptfragen behandelt. *Freiheit״ in der Erziehung Daß die Fragen über ״Freiheit“ und ״Gesellschaftliche Erziehung“ die Hauptroll« in den Diskussionen über Erziehung spielen, beweist, daß man sich über die bindenden Kräfte nicht im klaren ist. Freiheit in der Erziehung ist nur möglich, wenn sie aus bindenden Krätten fließt; nur, wenn man das gültige Erziehungsideal vor Augen hat, wird di« Frage der Freiheit in der Erziehung überhaupt aktueil, sonst besteht die Gefahr, daß die Freiheit zur Zügellosigkeit führt. Dasselbe gilt für die Frage der sogenannten gesellschaftlichen Er- Ziehung. Erziehung zur Gesellschaft lieißt ja vor allem Erziehung zur Solidarität, z^f.Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.‘ Solldaritat und Verantwortung sind aber vor allem individual-sittiiche Begriffe. Damit Solidarität und Verantwortung erreicht werden, muß man die sittliche, selbstentscheidende, selbst-wählende Persönlichkeit wollen, sonst ist eben diese Erziehung nicht Erziehung zur Gesellschaft, sondern zum Herdentier. Die geistigen Werie Die zentrale Aufgabe unserer Erziehung besteht darin, auf das palästinensische Kina die geistigen Werte der jüdischen Kultur wirken zu,lassen, diese Kultur, die ihren Ausdruck im gewaltigen Schrifttum des jüdischen Volkes, von der Bibel bis zum Chassidismus und Zionismus gefunden hat. Der Lehrplan muß so gestaltet werden, daß das Kind die geistigen Werfe, die das jüdische Volk in seiner langen Geschichte beherrschten, kennen lernt und sich ein Verhältnis zu diesen Werten bildet. Mehr kann wohl in der heutigen Situation nicht getan werden, aber das soll man, muß man tun. Hier ist das Zentrum, von dem aus gesell schaffsbildende Kräfte ausstrahlen können. Hier ist auch der einzige Weg, das Kind jene transzendente Wirklichkeit ahnen zu lassen, ohne die jede Wirklichkeit eine grobe Vermaterialisierung und deshalb Verdrehung erfahren muß. Erziehung zur A rbeit, Erziehung zur produktiven Wirtschaftliehen Betätigung, zum gesunden Aufbau des Landes, kann nur dann erfolgreich sein, wenn ihre Grundlagen von diesem Geiste getragen werden. Sonst besteht die große Gefahr, daß die nächste Generation ihrer Aufgabe nicht gewachsen sein wird. Daß die Besten im Jischuw sich dieser Gefahr bewußt sind, zeigt ein Artikel von zur ״,Frage der Bildung der Jugend in den Moscliawim“. Wir zitieren aus dem Artikel: ״Unsere Sorge über die kulturelle Situation unserer Jugend ist sehr groß. Diese Jugend soll unseren Weg in der Wiederbelebung der Vergangenheit fortsetzen und unsere gesellschaffliche Siedlungsform, für die wir nur die Grundlagen legten, verwirklichen. Und wir fragen uns mit Sorgen: wird sie dieser doppelten Aufgabe gewachsen sein? Haben wir diese Jugend genügend mit Wissen und Erkenntnissen ausgestattet, um sie instand zu setzen, die vielen Hindernisse auf dem Wege zu überwinden? Wir haben vor uns den großen Mißerfolg der Kinder der ersten Alijali, wir sehen den Abgrund, der die Kinder der Bilu von ihren Eltern trennt. Diese ersten kamen aus den Städten des Galuth und schufen unter den schlimmsten Bedingungen Gcderah, Rischon Le- Zion, Chederah, Jessod Ha Maahh und andere Siedlungen, und ihre Kinder, •die in diesem Orten aufwuchsen, schufen Klar Aharon, Benjamin ah und -— ihren größten Stolz, Nathanjah. Und auch diese sind das Werk der wenigen, die überhaupt auf dem Lande blieben. Der größte Teil ging in die Stadt oder verwandelte die Kolonien in typische ״Städtel“. Diese Resultate erfüllen uns mit Sorge und wir fühlen die ganze Verantwortung für die Fortsetzung unseres Werkes, wir wollen sicher sein, daß sich diese traurige F.rscheinung bei uns nicht wiederholt.“ Bildungswert der Arbeit ״Freilich, eine wichtige Garantie besitzen wir, das ist die A r b e i t. Sie hat uns davor bewahrt, denselben Weg zu gehen, wie dipse ersten; sie hat uns davor bewahrt, die Arbeit anderer auszubeuten, sie hat uns die Liebe zur Natur eingepflanzt und in uns die Sehnsucht wachgehalten, von •der Arbeit unserer Hände und den Früchten unseres Bodens zu leben, zu ihr haben wir unsere Kinder von klein auf erzogen. Und in der Tat wächst da vor unseren Augen eine Generation auf, die mit Energie und Verantwortungsgefühl ihre Arbeit tut, die in deT Arbeit lebt, der die Arbeit leicht wird. Alle Zweige der Wirtschaft sind ihr von klein auf gut bekannt und sie findet sich mit Leichtigkeit in allen landwirtschaftlichen Maschinen zurecht. Sic versucht sieh auch beim Bau und in der Tischlerei usw. Aber dennoch ist diese Jugend nicht ganz, es fehlt ihr etwas, mit dessem Mangel wir uns noch nicht abfinden können. Es fehlt gründliche Kultur und f". ' " " .. Aufgabe, es fehlt auch das volle Verantwortungsgefühl für das Schicksal ihres Volkes, das sie kaum kennen und von dessen Lage im Oalutli ihnen die nötige Vorstellung fehlt. Und wer weiß, ob die Erziehung zur Arbeit genügt, um sie zu befähigen, alle Hindernisse zu überwinden und sie vor den vielen Lockungen, die auf sie warten, zu bewahren? Wir brauchen also weitere Sicherungen, wir brauchen ein«! reicheren geistigen Inhalt für die Arbeit selbst." Der Verfasser zählt dann die verschiedenen Institutionen auf, die sich mit der Bildung*- arbeit innerhalb der Jugend befassen oder befassen sollten und entwickelt den Plan der Moschawim für die Aufnahme der Jugendaiijah aus Deutschland, der auch das Problem der Moschawim-Jugend umfassen soll Die Hoffnungen, die der Verfasser auf eine regere Bildungstätigkeit setzt, werden verwirk• lieht werden, wenn diese Bildungstätigkeit nicht eine reine Wissensvermittlung sein wird, sondern der Lehrplan darauf abzielt, die gei• stige Persönlichkeit des jungen Menschen anzusprechen; wenn versucht werden wird, die jungen Menschen geistig zu wecken, ihr Leben geistig zu begründen, sie zum Urteil und zur Entscheidung aufzurufen. (Schluß des Palästina-Teil*) Likörfabrik Eduard SÜSSkind Weingroßhandlung 1/1 rt Liter Deutsche ״Dessert“ Obstwein•, hochprozentig ... von — 0.75« Deutscher Weißwein ״Süßkind Spezial•׳.0.85 — DeutscheTafelwelßwelne, Pfalz und Rheinhessen. ... 0.7S Deutsche naturreine Weißweine mit Wachstumangabe 13S Deutscher Moselwein, ״Zeller schwarze Katz“. US Deutscher Wermutwein ״Tristlne". 0.80 Deutscher Rotwein ״Dürkheimer". 0.70 Spanischer Rotwein. 0.90 Chilenischer Rotwein, naturrein, ״Miraflores“ ....... 135 0.9S 0.9S 0.90 t.10 1920״er St. EsSepbe*. *ft ", UB0 Roter Bordeaux •Wein, Glühwein . *>•••• «eeeeeot ■»«— » Spanischer Süßwein ״Tarragona Spezial“........... 0.95 Spanischer Süßwein ״Malaga Spezial“., 1.10 Muskateller- und Griechenwein, süß.. 1.15 Italienischer Vlsto Vermouth ״Marke Ed*t”......... 1.43 Pepsinwein aus spanischem Sherry.1j, Uter 135 Berliner Kümmel, Ingwer, Pfefferminz gesüßt.. ..35% 2.20 IM Nerdhüueer Branntwein und RkhtenbergerUS US «BS 120 135 «740 וגו ZdQ 1/t R. 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