Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 100 (13.12.1935)
- Date
- 1935-12-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr 3 ו ,00 ו X« 1935 JODIS CHI RUN5SCHAW SeHeS Fünf Millionen suchen einen Führer Amerikanischer Beisebriei Von Ernst Kahn, New York (Vgl. Üie amerikanischen Reisebriefe des Verfassers in Nr. 89, 90, 93, 102;03 d. J. I93+, Nr. 9,35 d. J, Wohl nie war eine so gewaltige Zahl von Juden in einem Staate vereinigt wie heute in den Vereinigten Staaten, — wohl selten aber hat die Judcnlieit einen so zerrissenen Charakter gezeigt wie in dieser amerikanischen Gegenwart. Gewiß ein großes Wort; denn in bezug auf Zerrissenheit stellt leider unsere Geschichte traurige Rekorde auf. Immerhin waren die Juden dort, wo sie in Massen wohnten, durch ein doppeltes Band verknüpft, durch Religion und Sprache. Und wo sich beides lockerte, wo namentlich die Sprache der Umwelt angenommen wurde, da sorgten meistens selbstgeschaffene oder obrigkeit, ich eingesetzte Spitzen Organe für eine gewisse Einheitlichkeit: der Board of öeputies in England und der dortige Chief Rabbi, der Grand Rabbin in Frankreich und sein Kollege in Rom, neuerdings die Rcichsvertretung in Deutschland sind Beispiele. Jiddische Sprache hört aui Nichts dergleichen besteht in den Vereinigten Staaten. Um mit dem so wichtigen Band der Sprache zu beginnen, ist die Aufrechterhaltung eines eigenen Idioms hier in Amerika auf die Dauer schwer verträglich mit dem Geist des Landes und mit dem Wesen der sprach- und kulturnivellierenden modernen Großstadt. Dies bewußte Ziel der amerikanischen Schule strebt nach der einheitlichen — so einfachen — Sprache. Der Traum so vieler Eltern, das mitgebrachte Sprachgut neben dem Englischen zu retten durch entsprechende Konversation am väterlichen Tisch, scheitert fast überall in einem Lande, in dem dieser väterliche Tisch auf eine wenig häusliche, sehr selbstbewußte und nicht gerade sentimentale und traditionsbclastet« Jugend ohnehin eher zentrifugal wirkt. Damit soll nicht behauptet werden, daß Amerika keinerlei Sprachinseln kennt; selbst heute noch kann man etwas abseits von der Heerstraße zum Beispiel das Pennsylvania Dutch in Familien mit jahrhundertealter amerikanischer Geschichte hören. Das freilich bezieht sich auf das platte Land. Die Juden aber sind hier vorwiegend Großstädter oder als Händl er verstreut in Orten mit angloamerikanischcr Bevölkerung «0 der Juden wohnen hier in Städten über 100 000 Einwohner). Selbstverständlich hört man auch heute noch Hunderttausende Jiddisch reden, und die Auflage einiger jiddischer Blätter ist immer noch beachtenswert. Indessen: gerade die zahlreichen Leser des ״Forward“ und des ״Tog“, die in der Untergrundbahn leicht zu beobachten sind, zeigen nur zu deutlich, wie die Dinge sich entwickeln: Meistens ältere Leute, seltener Menschen in mittleren Jahren, fast nie Jugendliche; denn die lesen ihre Sportnachrichten usw. in der engli sehen Presse. Sprachlich, so scheint es also, dürfte trotz beachtenswerter Ausnahmen in gar manchen jüdischen Gewerkschaften das gemeinsame Band schnell schwächer und schwächer werden, — namentlich wenn die Einwanderung weiter stockt. Abbrückelnde Religion Und wie steht es mit der Religion? Wir afle wissen, wie selbst in den alten Hochburgen der Orthodoxie, in Polen, daß im zwanzigsten Jahrhundert die Dinge sich in dieser Beziehung geradezu revolutionär geändert haben und wie heute dort ganz andere Ideale neben der gemeinsamen Not und neben der gemeinsamen Sprache die Zusammenhalten. Um wieviel mehr gilt das von den Hierhergekommenen. Denn der Auswanderer läßt häufig neben anderen Dingen der Vergangenheit auch manche religiösen Gebräuche zu Hause. Die radikalsten Elemente sind die wanderlustigsten, die traditionsgebundenen entschließen sich schwerer zum Wandern. Naturlieh zeigt auch diese Regel zahllose Ausnahmen in diesem Einwanderungsland. Kaum eine Spielart der Gesetzestreuen fehlt in den hiesigen Massen. Fast scheint es, als ob die Mehrzahl der amerikanischen Juden religiös eher gleichgültig wäre; unter denen aber, die noch zu einer Gemeinde gehören, scheint die Hinneigung zu dem uns etwas seltsam anmutenden Reformjuden tu ni eine erheblicbe Rolle zu spielen, mit Sonntagsgottcsdienst, fast restlos modernisiertem Ritus in Englisch, Ifutabnehmen im Tempel, bevorzugter Behandlung von ökonomischen und politischen Tagesfragen in der Predigt. Nicht selten ist auch die Synagoge das Zentrum für das soziale Leben, die Nachahmung ähnlicher Tendenzen der Kirche, die auf diese Weise ihre Mitglieder an sich fesseln will. Sie alle bedürfen dieser und ähnlicher Anzieliungsniittel; denn im Gegensatz etwa zu den meisten europäischen Ländern ist liier Religion Privatsache; die Finanzierung der Kirchen ist somit auf Freiwilligkeit aufgebaut, und das scheint — sehr im Gegensatz zur häufig gehörten Ansicht — dem Ansehen der Geistlichen usw. wenig zu dienen; denn sie sind auf die Gunst und gute Laune der Gemeindcmitglicder angewiesen. Diese Freiwilligkeit, diese Unmöglichkeit, die Menschen unter einem gewissen Druck oder Zwang zusammenzuhalten, beeinträchtigt unstreitbar gerade die Zusammenfassung der Juden. Viele gehöret! zu keiner Gemeinde, und die anderen zerfallen in unzählige voneinander unabhängige Gruppen. Zwar gibt es eine Anzahl von Rabbinervereinigungen, liberale, reformatorische, konservative, aber das sind doch keine straffen Organisationen für die Massen. Dm VtrtüuwM•■ Selbstverständlich bestehen nefcen den religiösen Verbinden zahllose andere sozialen, politischen, landsmannschaftliehen, charitativen Charakters, — meistens mit großen Namen, aber nicht immer mit entsprechenden Inhalten. Eine gewichtige Rolle spielten die ja auch in Deutschland wohlbekannten Bne Brith-Logen, und ihr wohltätiger Einfluß auf eine gewisse Mittelschicht ist nicht zweifelhaft. Andere ähnliche Organisationeti ergänzen ihre Leistung. Leider ist die MitgKederzahl unter Berücksichtigung der gewaltigen jüdischen Volkszahl relativ klein; so groß sie für unsere Begriffe absolut ist. Und das scheint das Charakteristische für die Lage: die bestehenden Organisationen erfassen einen erschütternd kleinen Prozentsatz der Juden. Darüber dürfen volltönende Namen nicht hinwegtäuschen, hinter denen oft genug nur ein kleines Häuflein von Männern steht, — manchmal ausgezeichneten Kräften, die die Zahl durch Qualität ersetzen, aber doch auch dann Offiziere ohne Soldaten bleiben, manchmal aber nichts Besseres sind als ein Racket. ״Racket“ ist ein ebenso wichtiges wie schwer übersetzbares Wort im Sprachschatz des so üppigen amerikanischen Slangs. Eine recht blasse Vorstellung gibt vielleicht die Definition, die ich in einem Spezial Wörterbuch finde: ״eine Beschäftigung, durch die Geld gemacht wird, sei es mit legitimen Mitteln oder anderswie“. Solche ״Rackcts־“ auch auf Kosten jüdischer Brieftaschen also sind hier recht beliebt; man gründet mit recht volltönenden Namen einen Verein oder so etwas Aehnliebes und sucht soviel Geld wie möglich zu sammeln, dessen Verwendung dann ein ewiges Geheimnis bleibt. So nützlich derartige Gründungen für die Promoters, ihre Freunde, Freundinnen und Familienangehörigen vom privafwirtsehaftlidien Standpunkt auch sein mag, so ist damit das jüdische Problem seiner Lösung wenig nähergebracht. Eine Gruppe, die ebenfalls von nur wenigen getragen wird, die aber in ihrer Art durchaus ernstzunehmen ist, ist das ״American J e w i s h Committe e“, ein Gebilde, das vielleicht in gewisser Beziehung das Gegenstück zum ehemaligen C.-V. in' Deutschland darstellt — eine oligirchisch geleitete Abwehr- und Aufklärungsstclle, die in jeder Beziehung charakteristisch für die Soziologie der arncrikanischen Juden ist. Eine kleine, von besten Absichten erfüllte, zu großen finanziellen und geldlichen Opfern bereite, vorwiegend der sogenannten ״deutschen“ Schicht angehörige Gruppe sucht mit den Dingen so fertig zu werden, wie sie es versteht. Amerikanische Staatsbürger jüdischen Glaubens Wie sieht man nun in diesem Milieu das Problem? In weitgehendem Maße doch wohl so ähnlich wie unsere Väter es in Deutschland um die Jahrhundertwende gesellen haben, ׳— verschärft und variiert durch das amerikanische Milieu. Das heißt also: wir sind amerikanische Staatsbürger jiidisciien Glaubens, und wir unterscheiden uns einzig und allein von unseren Nachbarn, daß die in die Kirche, wir aber in die Synagoge gehen. Da nun empörenderweise hier und im Ausland aus dieser Verschiedenheit unserer Glauhensgcmeinschaft bzw. ihren Angehörigen Anfeindungen entstehen, miissen wir durch Aufklärung usw. dem entgegen treten. Der erste, wenn aucii sicherlich nicht wichtigste Schönheitsfehler besteht darin, daß manche der Nachbarn nicht mehr in die Kirche und viele der Hausbewohner nicht mehr in den Tempel gehen. In der Tat besuchen unzählige Juden in den Vereinigteil Staaten, namentlich in kleineren Plätzen, ohne viel Nachdenken die Kirche oder Sonntagssclmle oder sind Mitglieder der örtlichen Y MCA. (Verein christlicher junger Leute), weil dort ein gewisses soziales Zentrum besteht, oder das Schwimm- Fad, oder die Bücherei Anreiz, bietet. Ein wesentlich ernsterer Schönheitsfleck in jenem Weltbild ergab sich natürlich mit dem Auftauchen von Menschen, die sich durch ihren Habitus so gar nicht in jenes Schema einfiigen konnten. Dieser Fleck wurde immer größer, und schließlich bildeten diese osteuropäischen Einwanderer die Dominante. Es überwogen von Jahr zu Jahr mehr diejenigen Juden, die auch beim besten Willen nicht als Wesen bezeichnet werden konnten, die sich lediglich durch religiöse Dinge von der Umwelt unterschieden und die im berühmten Sclimelztiegel zwar manche äußerliche Eigenschaften verloren wie den Bart, die Perücke, den Kaftan, vielleicht auch die viel wichtigere Sprache, für deren andere Eigenarten offenbar die Temperafur des Ofens sich als zu niedrig erwies. Das wurde ihnen von jenen Assiinilationsjudeu um so übler genommen, weil sich die Neuankömmlinge als sehr gefährliche Konkurrenten im Geschäftsleben, in der Anwaltschaft und am Krankenbett fühlbar machten. Und es entstand jene schlimmste und verächtlichste Form des Antisemitismus, die wir zu Hause implidte ebenfalls kannten: die gesellschaftliche Aechtimg des Ostdurch den Westjuden. Di® Ostjaden Einwanderung Die Geschichte wird einmal üj>er diesen Typ der ״deutsehen“ Juden ihr Urteil fällen: die einzige historische Aufgäbe, die ihnen zugewieser» war, die liebevolle Entwicklung und Entfaltung jener ebenso hochbegabten wie fraglos sehr formungsbedürftigen Menschen wurde im großen und ganzen versäumt, und man beschränkte sich auf hochnäsige Bernerklingen. Denn darüber darf kein Zweifel bestehen, daß diese Einwanderung ein Rohmaterial ins Land brachte, dessen Bearbeitung viel Liebe und viel Kraft erfordert hätte und noch erfordert, aber auch wertvolle Ergebnisse versprach. Die Masse der ostjiidischen Einwanderer charakterisiert sieh als Menschen mit großen Verstandesgaben, ans einem zivilisatorisch primitiven Milieu, die ihr kulturell wertvolles Besitztum Mein Sck&nkJ'zu 113111 תחנו ׳7 Wir blfhM ■y untere Lesef hUrdurdi / harzlichtt, di• von ihnen be- " notigton ChofMikkah'Coschonl(• b»i unseren Inserenten zu kauten and sich hierbei aut di• Anzeige in der ״Jüdischen Rundschau" zu beziehen. Zur Erleichterung der zu treffenden Oesdienk ■Wahl veröffentlichen wir •ine Sonder-Rubrik unter dem Motto! ״Man schenkt zu Chanukkah" in der Neuligen Ausgabe aut Seit« II und in den folgenden Auigaben Nr. lOI (Dian dag, den 17. Dezember! und Nr,103 (Freilag, den 20. Dezamb.) jüdische Rundschau Anzeigen. Verwaltung Berlin W IS zum großen Teil zu Hause gelassen haben und die nicht ohne weiteres die großen Güter der neuen Heimat in sich aufnahmen. Oder weniger abstrakt ausgedrückt: ein sehr erhebliclier Teil, selbstverständlich durchaus nicht die Gesamtheit der östlichen Einwanderer, kam aus einer fiir den verwöhnten Westeuropäer schwer vorstellbaren Not, verbunden mit einem Mangel an Körperkultur im westlichen Sinn; ihre zu Hause teilweise noch strenge religiöse Lebensführung wurde hier nur selten fortgesetzt. Sie kamen hier in eine Umgebung, in der ein starker sittlicher Halt deshalb doppelt notwendig gewesen wäre, weil die weitgehende Freiheit des Landes außerordaitlieh viel dem Gewissen des Einzelnen überläßt, — ein System, das sich auch heute noch auf dem flachen Lande und in den kleinen Städten gut bewährt, in den großen Städten aber zu den sattsam bekannten schweren MifJständen zu Gesetzes- Verachtung, Verbrechen und Ausnutzung geführt hat. Unfiücklicherweise blieben die Neuankömmlinge zum größten eil in New York, Chikago, Philadelphia usw. hängen. Und P§alm 150 Aus! ״Das Audi der Preisungen", verdeuischi von Martin Auber, das ah 14. Band der Bibel-Ueberseimng dieser Tag« im Schocken Verlag, Berlin, erscheinen wird. Pieiset oh Ihn! Preiset Gott In seinem Heiligtum, preiset ihn am Gewölb seiner Macht! Preiset ihn in seinen Gewalten, preiset ihn nadi der Fülle seiner Größe! Preiset ihn mit PosaunenstoB, preiset ihn mit Harfe und Leier, preiset ihn mit Pauke und Reigen, preiset ihn mit Lautenspiel und Schalmei, preiset ihn mit Zimbelnklang, preiset ihn mit Zimbelngeschmetter! Aller Atem preise oh Ihn! Pieiset oh Ihnl sic, wie die meisten anderen Ankömmlinge, die Italiener, Polen, Griechen, waren den Gefahren dieser Piatze ausgeselzt: Ausnutzung durch Landeskundige, primitivste Lebensführung gegenüber den Alteingesessenen und damit Zwang zur Sdimutzkonkurrent*, Ueberseliät/ung äußerlicher und Unterschätzung abstrakter Lebensgüter. Mangelnde llvinmnngen gegenüber den Versuchungen der Großstadt. Dementsprechend starker Anteil der Ausländer an Prostitution, Gang tertum usw. Unei auch die große■ Mehrzahl derer, die mit dem Gesetz nicht in Konflikt kommen, imitieren von den Alteingesessenen viel häufiger die weniger schätzenswerten Landessitteii. Mit Vorliebe wird alles, was ,,smart“ ist, naehgeahmt, ob es sich ums Trinken oder um mehr oder weniger geschmacklose Mode-, Schmink- und Piitleninsitten linndelt. Das, was am amerikanischen Yolkscharakter besonders bewundernswert ist, die große innere Freiheit, die erfaßt man nicht begreiflicherweise so leicht, wenn man in einem großstädtischen Elendsviertel eingepfercht ist. Und die Schule kann nicht alles machen. Hier wahre Volksbildung zu treiben, das wäre für jene vom Schicksal bevorzugten Enkel und Urenkel früherer Einwanderer, für ihr Geld und für ihre Bildung eine herrliche Aufgabe gewesen und wäre es noch. Die Jadenfrage neu gestellt Freilich müßten sie vorher sich entschließen, das Jud e n p r 0 t) l e m zu sehen, wie es ist. Sie mußten sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß die alten Schablonen nicht mehl funktionieren, daß die Amerikaner so wenig wie andere die Judenfrage schlechthin als eine religiöse An gelegenheit betrachten und diese Fiktion vielleicht von jehec noch mehr abgelehnt haben als andere Völker. Ist eine solche Arbeit an den Stammesbrüdern zu erwartart Dazu bedarf es starker Führcrpcrsönlichkeitei». Dia fehlen aber leider. Nicht initiier war dieser Mangel zu beklagen. Jakob Schiff beispielsweise hatte die meisten erforderlichen Eigenschaften. Aber als er beruflicli entlastet war, um sich! voll zu entfalten, da war er bereits zu alt. Louis Marshall, dem allgemein die (iahe des großen Führers zuerkannt wurde, starb gerade, als er seine Aufgabe und vor allem die ungeheure Wichtigkeit des Palnsfinagedatikeiis für die Juden klar erkannt hatte. Unter den Lebenden wäre unbestreitbar der bei weitem Geeignetste B r a 11 d e i s, allein, er ist heute 79 Jahre und durch sein hohes Amt, das er offenbar nicht aufgeben will, zur größten Zurückhaltung gezwungen. Von den anderen in Frage kommenden Persönlichkeiten ist keine unbestritten. Voraussetzung für jüdisches Eührertum ist heute freilich die Erkenntnis, daß das jüdische Problem ein völkisches Problem ist, 51ml daß der Palästinagedanke von großer erzieherischer Bedeutung für alle Juden ist. Denn darüber darf kein Zweifel bestehen: So unwahrscheinlich 11 eilte eine Ueberführung der aiiierikaiiisclieii Massen nach Palästina ist, so unentbehrlich ist gerade für diese noch auf lange Zeit durch und durch iiiiassiniiiierten Menschen ein jüdisches Ideal, Dieses jüdische Ideal wird, wie die Dinge nun einmal liegen, kaum religiöser (oder nur religiöser) Natur sein. Sicherlich nicht für die große Mehrheit. Mit dieser Tatsache müssen sich auch die unter uns abfinden, die es gern anders sä 11 en. Das einstmals mögliche Eigenleben in dem Ciefäße der jiddischen Sprache ist in einem unverkennbaren Degenerations- Stadium. Keiner beklage die Pegcnerationserscheitiungcn im jiddischen Theater, in der jiddischen Literatur. Gas ist bei der polypenartigen Aiifsaugekraft des Englischen weder verwunderlich noch zu ändern. Allein diese Assi 111 ilations• kraft des Angelsächsischen dringt nicht so tief in das Innere ein, um einen vollgültigen Ersatz für iniponderabile Kräfte zu bieten. Es bleibt eine Leere. Sie schreit förmlich nach Inhalt. Das Jüdisch-Nationale könnte und winde die Menschen glücklieh machen, ihnen Lebenszweck gehen. Die Sorge um den . Aufbau Palästinas, der Stolz am Erreichten, ein ständiger geistiger Austausch mit dem alten Heimkind, ein Geben und Nehmen — das ist es, was den Besten hier vorschwebt. Und Einsichtige wissen, daß hierdurch auch die religiösen Impulse verstärkt würden. Fast fünf Millionen Juden leben heute in den Vereinigtet! Staaten und in dem ihrn nahe verbundenen Kanada. Gemessen an östlichen Verhältnissen, geht es ihnen trotz Verlusten und Depression materiell nicht schlecht. Materieli! — Geistig, seelisch sind die wenigsten in guter Verfassung. Sic sind nicht ausgeglichen; sie sind atomisiert. Wo ist der Führer, der diesen Menschen das Gemeinsame, die Harmonie, die großen Ziele gibt? Berichtigung. In der Wiedergabe des unter dem Titel ״Das Ausland und die Judenfrage“ in Nr, 99 der ״Jüd. Rundschau“ abgedruckten Zitates aus einem Artikcl der ״Frankfurter Zeitung“ ist ein Druckfehl et unterlaufen. Die beiden letzten Sätze müssen richtig lauten: ״Je mehr die Nürnberger Gesetze und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen sich als der Weg zu einem erträglichen und allerseits respektierten modus vivendi erweisen werden, desto günstiger wird die Rückwirkung aut die öffentliche Meinung Englands sein. Ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung kann keine englische Regierung Politik treiben.“ Praktisch Qeschank I Strumpfhaus Netiger ® O SMtliihag! für Strample / Wtllvtrii r MsiStshuli » Wllmsriterfcr itral« Nah* Kantalr*(• Slr1B.nb.hn 62, 44, 4S, I, 3, 72, «3: Cnnnbii* / Herrenartlkei y Triketiin