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Jüdische Rundschau · 1935-12-10 · Heft 99 (10.12.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 99 (10.12.1935)
Date
1935-12-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 99, 10. XII. 1935 Nr. 99, Hiivtcrs Geschiditstabellen Zu den wichtigsten Hilfsmitteln für den jüdischen Lehrer gehört Julius Höxters ״Quellenbuch zur jüdischen Geschichte und I iteratur“. Eine wünschenswerte Vervollständifung und Erweiterung hat es durch das soeben erschienene a b e II e 11 w c r k ״Jüdische Cieschichtc* und Literat ui in vergleichenden Zeittafeln“ erfahren, das der Verlag J. Kauftmann, Frankfurt a. M״ in sorgfältiger Anordnung und in übersichtliche״! Druck herausgebraeht hat. Das Tabellenwerk ist in Aufbau und Einteilung an das ״Quellenbuch״ angclchnt und zur gleichzeitigen Remit/ung gedacht. Es gewährt einen Heb erblick über die jüdische Geschichte und alles, Was mit ihr Zusammenhang^. Der Blick wird nicht •eingeengt, sondern durch die Vergleichung mit weltpolitischen Vorgängen, die das jüdische Geschehen teils bedingen, teils erklären, in wünschenswerter Weise geweitet. Die Tabellen geben ferner einen Einblick in die Querverbindungen der Entwicklung Und hassen vor allem in außerordentlich plastischer Form die allmähliche Ausbreitung des jüdischen Lebens (die ja in Wahrheit eine soziale und kulturelle Verdünnung ist) erkennen. Von Tafel zu Tafel wird der benötigte Raum immer größer, Weil die Diaspora zuniinmt. Dal! es den 11 Tafeln dennoch gelingt, i!1 dieses von Jahrhundert zu Jahrhundert sich steigernde Uebermal! von Verästelungen eine anschauliche Ucbersicht hineinztibringen. i-t dem Verfasser als ein wissenschaftliches V c r d i e n s t aimireebncii. Auch dem Laien, der nicht zu beruflichen Zwecken diese Tafeln benötigt, seien sie warm empfohlen. I)r. N, Ina Seidels Ursprung und Erbteil Ina Seidel, Meine Kindheit und Jugend. Ursprung, Erbteil und Weg. Dtsch. Verl. Anstalt, .Stuttgart-Berlin. 1933. Wer die großen Kultnrbilder und Scelenbikler in den Romanen der Ina Seidel -״ it! ihrem ״Labvrinth“ und dem ״Wunschkind׳■ vor allem kennt und licht, der greift voll Verlangen noch diesem schlichten Buche•, das von ihrer Kindheit und Jugend erzählt. In ein bcliiit etes Kindheitsleben in einem gut hürgerliclien deutschen F Iternhause sehen wir hinein, wem! sie uns von dem Hause des genialen Arztes in der ,,guten iunderlicimat" Hraunsehweig erzählt. Aber nicht, was sie er/.dilt, ist die Hauptsache, sondern wie sie in die junge tind scheue Seele, die ihr eigen war. hineinleuchtct mit der Fackel einer Dichterin; wie sie ihre Absicht erreicht, in großen Zuge!! ein lebendiges Bild vom Ursprung der Kräfte 75! geben, di»; ihr :!!!geborenes Erbe würden und die Richtung des Weges zu wei-en, den sic unter dem Antriebe jener Kräfte murrten mußte. Merkwürdig berührt fühlt sich der Lese!׳, der ntich immer in den Rosenzwcigselu'n Briefen lebt, wenn er im Kreise der Jugendfreunde von Ina Seidel plotzlieh eine (iest.ilt wie den jungen Kulturhistoriker Walter Solim .auftauchen sieht, der damals, wie man aus erneut in Rosenzweigs Nachlaß gefundenen Briefentwurf an ihn weiß, mit Rosenzweig und seinen Freunden zusammen die ״Badener Ge- Seilschaft“ gründen wollte, •die es sieh zu in Ziele gesetzt hatte, ״die zeitgenössische Kultur /tun Gegenstand historischer Bctrachtung zu machen,“ (IW)!<)10.) —bs— Corona, Zweimonatsschrift. Verlag R. Oldenbourg, München- Zürich. Die letzten Hefte dieser kultivierten Zeitschrift enthalten wieder eine ganze Reihe wertvoller Beiträge, die den Leser künstlerisch und geistig bereichern. Hervorgehoben sei Shelleys ,,Verteidigung der Poesie“ (übers, von Fritz Ernst), worin 11. a. der (jeden national bewegten Menschen anrührende) Satz steht: ״l)cn\ Erwachen eines grollen Volkes erstand noch immer ein Herold, Begleiter und Nachfolger im Dichter... Die Dichter sind, ohne daR die Welt cs weiß, ihre Gesetzgeber.•‘ in dein zu diesem romantischen Manifest gehörigen Vortrag von Benedetto Croce (übers. Karl VolSler) wird die Mission der Poesie in einer vorwiegend technisch und niaterialistiscli bestimmten Welt behandelt - - Auch Hui/ingas Abhandlung ״Naturbild und Geschichtsbild im 18. Jahrhundert‘• ist ein wertvoller Beitrag zur Geistesgeschichte der Aufklärung. Interessant ist in einen! Brief- Wechsel Jacob Burckhardts• mit J. V. Widmann die Mitteihing Widnianiis über sein geplantes Epos ״Mose und Zipporah“, worin Mose, in Gefahr der Verweichlichung durch eine glückliche Ehe. erst durch einen Ehekonflikt mit Zipporah für seine Mission reif wird. Heber Rilke und Hofmannsthal bringt die ״<lorona״ stets Material, diesmal u. a. einen Filin-I «twtirf ״Defoe“ von Hofmannsthal. V'on den poetischen Beiträgen seien die schonen Gedichte von Hermann Hesse und Werke von Browning hervorgehoben. ״\ irlteirlit li<׳H in de inen Morten ein nehlicer Kern, aber ich 11:1111■ nirhl mehr 1 lie Freiheil, meinen M eg 7,u an- <)crn.“ Harris rmlile ihm die l’apion■. ..Aber ich, der j!•!zt erst ins Oedlaml ans/ielit, Ieil muß mir meinen \A «o «ohl 1!Im■ 111,1111 ,!!■!״•11־ vielleicht kann ich ihn nachher such nicht mehr ändern, wie• du“ -- antwortete Abner und W rmdte י ich zum (iehen . AK Almer auf die S|rnljet! von Teura hin,austrat, kam es ihm wie ein ITaum!er. Ein für diese Stadt unm•!! ülmlieber k erhebr w uel 1• um ihn. Gruppen von lebhaft diskutierenden Männern slaml•־!! da und dort. Btir-ehen und Mädchen gingen unfrreefaßt, mit!.׳lülieudcii Ge-ichtem iw hreilen Reihen, Uoriiehte über neue l’lüne in Teura waren zwar bis ins Gefängnis gedrungen, aller \lmer halle nicht gedacht, daß ilie-e Pläne ein so lebhaftes Echo in all!•!! Schichten der Bevölkerurig herrorruteu würden. Vor seinen Augen (!rangle *•in großes Plakat mit leuchtenden Buchstaben: .,Leute von Teura!!Nachdem es uns gelungen ist, einen Ausweg aus der Krise *U finden, die unsere Uiitenielinningen zu zerstören drohte, beeilen wir uns, euch zu verkünden, daß unser Beschluß, das Werk im Oed Lind forlznselzen, mivernlrkbar fests tollt. Das Kapital, *lie Arbeit und das Merk haben sieh zur Durclifiihrung eines Zehn-Jahn•«-Pro!׳ ran! ms zusa m! neu •rcM'l!lassen, Die Ifatiplsrundsätze dieses Programm« sind: 1. Der gesamte Besitz und die Unternehmungen, die im Oedland orriehlet wurden, werden von nun an unter dem Namen ,JerhteU Fonds‘ vereinigt. Wir vertrauen darauf, daß alle, *lie von der privaten .11 beit und *11-11 Wirknngsmöglichkeiten des pri!,1־ten Ka|)il.־!ls schwer cnttiUischt sind, sich rasch diesem Fonds aiisrhlicßen, der das Merk des neuen Lebens im Oedland solange ]eilen soll, bis die Chausseen gebaut, die Eisenbahnen;«111rele״l, die Bewässerungsanlagen und Industriezenlren fertipgrstellt sind. 2. Zu diesem Zwecke haben wir beschlossen, die Arbeitelager, die an diesem großen Werk niitarbeiten »ollen, zu mobilisiereri. Vom Zentral!,•׳!ger wird jeder Mann je nach seiner Eignung an «II*1 Arbeitsplätze der Industrie oder *lei• Land- •Wirtschaft enUnlidt, 3. Der erst*׳ Schritt zu diesem Ziele wird in *len nächsten Tagen erfolgen: wir haben eine Sonderkonunission bevoll- Kinderbücher, In dieser Zeit ist cs schwierig, für jüdische Kinder geeignete Bücher zu finden, denn die in einer dem jüdischen Zugang verschlossenen Empfindlingsweit wurzelnden sollen dabei ausgeschaltet werden. Es kotiimen in zunehmendem Mall jetzt jüdische Kinderbücher auf den Markt, aber niemand von uns will seine Kinder ausschließlich mit ,,jüdischem“ Lesestoff erziehen. Wenn wir nun außerhalb Umschau halten, so stoßen wir in erster Reihe auf die Produktion des Verlags Williams fk Co. (Berlin W57), der uns schon die Dolittle-Biinde, Emil und die Detektive und andere, bei allen Kindern beliebten Werke geschenkt hat. Diesmal bringt der Verlag einen Sammelband ״Die Fahrt ins W 1111 d e r I a n d“ (4,50 RM.), worin einige der schönsten Märchen deutscher Dichter zusainmengesteilt sind. Da finden wir Märchen von E. T. A. Hoffmann, von Robert Reinick, Clemens Brentano (״Gockel und Flinkel“), Tieck, Eichendorff und Chamisso (״Peter Sciileinihl"), Hauff (״Zwerg Nase“), Mörike und Graf Pocci, alles mit sehr gelungencn, durch ihre unsentimentale Sachlichkeit und treffende Phantasie wirkenden Zeichnungen von Elsa Eisgräber ilhislriert. — Ein anderes Buch des Verlags, aus dem Polnischen übersetzt, schildert die Geschichte eines 8jährigen Jungen, der Kaufmann wird und alle Seiten des Kaufmanns-Lebens durchmacht (Janus? K o r c z a k, ״Der Bankrott des kleinen Jack", 3 RM.). Man erinnert sich dabei an eine bekannte Schule in Jerusalem, deren Leiterin das Prinzip verfolgt, schon kleinste Kinder in die Eigenheiten des praktischen Lebens, auch des Geldwesens, Wirtschaften«, Buchführens, Einkäufen« usw., cinzufuhrcn. Das vorzügliche Buch Korczaks vermittelt solche Kenntnisse sozusagen nebenbei, eingewoben in eine Folge spannender Kiitekrerlebnisse, die jeden Leser in Atem halten. — Die beliebte Kinderautorin Marianne Bruns erzählt in ״Willi und K a m i 11 a“ (illustriert von Karl Holt/, 3 RM.) die Geschichte eines Jungen, der durch einen Wohnungswechsel aus dem Geleise gewarfen wird und nun verstockt und unduldsam erscheint, aber durch das liebevolle Eingreifen einer Frau ״geheilt“ wird; das ist ein Thema, das für viele unserer Leser, die ihren Kindern eine noch radikalere Veränderung als bloßen Wohnungswechsel zumute!! müssen, eine beinahe ״lehrreiche“ Pointe hat, und zugleich ein richtiges Kinderbuch, denn die Freundschaft Willis mit der kleinen Kamilla gehört zu dem Schönsten, was Marianne Bruns bisher geschrieben hat. 1. Bibliographie des jüdischen Buches. Von der bei Joel Sänger, Frankfurt a. M. (Herderstr. 30), erscheinenden ״Bibliographie des jüdischen Buches“ wird soeben der erste Halbband des zweiten Jahrganges versandt, der vornehmlich Bücher aus 1935 enthält. Die Bibliographie hat sich zur Aufgabe gestellt, das gesamte Schrifttum aller Länder über Juden und Judentum systematisch zu erfassen, eine Arbeit, die heute, da sichtlich ein verstärktes Interesse für diese Dinge vorhanden ist, erhöhte Beachtung verdient. Der Herausgebe! hat seiner Zeitschrift eine bibliographische Auskunftei angcglicdert, die jedermann zur Verfügung steht. Ein neues Herzl-Bild. Jeder Jude kennt wohl das klare, edclgeformte Profil Theodor Herzls, wie es z. B. die Photograpnie auf der Rheinbrücke oder die Radierung Hermann Strucks zeigen. Nun hat der in Jerusalem wirkende Maler Ludwig Blum es unternommen, ein Herzl-Porträt in voller Faceansicht zu gestalten (Zweifarben-Kunstblalt der T’muna- Druckerei, Jerusalem, 48:31 ern; Alleinauslicferung für Deutschland: Br. Herbert Loewenstein, Kunstverlag, Berlin SO 16, Rungestr. 15); was ihn dazu veranlaßt hat, ist bald herausgefühlt: nur so vermag die starke Ausdruckskraft der Stirn- und Augenpartie den Beschauer mit ihrer vollen Wucht zu erfassen. Wer dieses Bild eine Weile still betrachtet, wird die suggestive Gewalt dieser dunklen Augen spüren, Dr. Tea Wolff Die erste Keren Kajemeth-Fahne!n der Galuth. Uns wird geschrieben: Während in Erez Israel solche Flaggen bereits existieren, ist die Memel er Gemeinde der Würde teilhaftig geworden, als die erste in der gesamten Diaspora die Fahne des Nationalfonds aufzupflanzen. Dank der Ini• tiative des Leiters des KKL, Abraham Meller, ist die Fahne in kunstvoller Ausführung und wertvoller Stickerei auf blau-weißer Seide von der Zionistischen Organisation für das Memelgebiet und die Jugendorganisationen gestiftet worden, in der Gemeindesynagoge fand in Anwesenheit von mehreren hundert Gemeindemitglicdern die feierliche Fahnenweihe statt, die eine imposante jüdisch-nationale Kundgebung war. Ansprachen hielten die beiden Rabbiner Rabinowitz und Dr. Schlesinger, ' —s. miiehtigt, aus dem Lager des Werks tausend Familien zu bestellen, die zur Siedlung auf dem ,Hügel der Ruhe‘ und seiner Umgebung am Ufer des großen Sees abwandern sollen. Der ,,!criliel-Foiids‘ wird den Siedlern Licht, Motorkraft und Bauinntrrialien aus seinen eigenen Mitteln zur Verfügung stellen. M ir vertrauen darauf, daß unsere vereint« Anstrengung jedem als Beispiel dient, der sich zur Belebung eines Oedlands auf den Weg macht. Agar, Nasson, Raschan, Sara, Jizchak, Issar, Raschid“ Als Agar zu Ende gelesen hatte, wandte er sieb mit frolien Schrillen nach der Seite der Häuser, 1n dem sich sein Zimmer befand. Die Burschen des ״Stabs“ empfingen ihn mit stürmischen Rufen, und Ruth versteckte sich hinter dem weißen Steckkissen, das sie auf den Armen trug. ״Das ist er, Abner“ — sagte Ruth. ״Ich habe ihn mir anders vorgestellt, unsern kleiner» ,fediiel“ — sagte Abner, und die Burschen des ״Stabs“ kichcrten. Da traten aus der Gruppe zwei hervor und gaben Abner die Hand. Zuerst erkannte Abner die zwei hochgewachsenen, mageren Knaben nicht, auf deren Wangen der erste Flaum sproßte. Ans der Verlegenheit, mit der sie *lastenden und die breite Hand zum Gruße reichten, konnte man alter erkennen, *laß es Jünglinge sind, die eben erst zu Männern lierange.wachscri waren. Abner maß mit den Augen nochmals ihre Körpergrüße, ließ seinen Rück über die Iznlerjaeken gleiten, die ihnen über den Schultern hingen, und rief dann freudig aus: ״Ja, was tut ihr denn hier, Dawid und Fais?“ Da erzählte Dawid, daß Fais von seinem Heimatdorf in den Bergen einen ]!rief bekommen habe. Das Darf sei wieder aiifgebaul worden, und seine Bewohner möchten gern den Jungen des alten Abu-Fals Wiedersehen. Fais habe nun Dawid eingeladen, ihn in seine Heimat zu begleiten, wo er sicherlidi überall freundlich aufgenommen werde. Morgen würden sie sich also auf den Weg ins Gebirge machen, ״Wenn ihr da oben irgend etwas unternehmen wollt, wir kommen euch gern zu Hilfe“ — sagten die Burschen vom ״Stab“, Die Knaben saßen verlegen da, steckten die Hände in die Taschen und spreizten die Beine. Wie ich «len Schabbat? Für Schabbat, 14. Dezember Wochenabschnitt ״Wajischlach“ (1. B. M. Kap. 32, 4—36, 43.) I. In den Mittelpunkt des Oneg Schabbat stellen wir die Geschichte von Dina in Sch’chem. Wir werden zunächst die Geschichte im Text vorlesen und besonderes Augenmerk riehten auf die Stellung, die Jaakob zu dem Verhalten seiner Söhne einnimmt. Sie geht eindeutig aus dem Vers 30 des 34. Kap. hervor. — Interessant ist die Stellung des Midrasch zu diesem Geschehen, Nacli Ansicht des Midrasch hatte Jaakob die Dina verborgen, um siclr nicht der Gefahr auszusetzen, daß Lea bei der Begegnung jnit Esau von diesem als Frau für sich in Anspruch genommen werde. (S. Raschi z.u!n Vers 23 des 32. Kap., wo der Vers nur IT Kinder aufzähit, ohne Dina zu erwähnen.) Es wäre nach Ansicht des Midrasch laakobs Pflicht gewesen, den Versuch zu machen, seinen Bruder Esau durch eine Verbindung mit seiner Tochter Dina dem Einfluß der fremden Frauen zu entreißen. Besonders reizvoll ist es, der Schilderung des Textes die entsprechende Darstellung von Thomas Manu in: ״Die Geschichten Jaakobs“ gegenüberziisiellen. Man versuche, die Elemente des Textes herauszuarbeiten, auf die Thomas Mann bei seiner Charakterisierung zurückgeht. II. Sch’chem ist der Wohnsitz einer alten jüdischen Sekte, der Samaritaner. Ueberhaupt hat die Stadt Sch’chem in der jüdischen Geschichte eine Zcitlang eine große Rolle gespielt; sie war sogar einst Residenzstadt. Viel Material über die Stadt Sch'chem, über die Samaritaner, die eine eigenartige Rolle beim 2. Tempelbau spielten, enthalten die Palästina-Handbiicher, insbesondere das neue Palästina-Handbuch von Preuß, S. 74 und 333. (S. auch Jiid. Lexikon.) III. Unsere Sidra berichtet vom Tode Raliels. Man beachte die freisinnige Deutung des Midrasch, der fragt, warum denn Rahel nicht von Jaakob mitgefiihrt wurde, um im Erbbegräbnis in der Höhle Machpeia begraben zu werden, so daß der letzte Platz neben Jaakob in der Höhle Machpeia von Lea eingenommen wurde. Die Antwort findet sich in Raschi zu Kap. 48, Vers 7. Der Midrasch nimmt offenbar Bezug auf Jeremias, Kan. 31, Vers 15. Man ziehe wiederum die Szene vom Tode Rahels in der Darstellung von Thomas Mann heran und lese sie vor. Als Haftarah wird das Buch vom Propheten Obadja gelesen. Der Zusammenhang mit unserem Wochenabsdmitt besteht darin, daß in diesem Buche von Esau die Rede ist. h E. Jakobs Ringen mit dem Engel An diesem Schabbat lesen wir die Erzählung vomKampl fakobs in i t dem Engel (Kap. 32, 25—33). Wir haben hier eine der älteste« Erzählungen vor uns, die den Hörer mit ganz wenigen und knappen Worten in atemlose Spannung versetzt. Ein tiefes Geheimnis hüllt das Ganze ein, im Dunkel der Nacht spielt sich der Kampf ab, und erst im Dämmerlicht des Morgengrauens zeichnen sich die Konturen der Kämpfenden ab: Ein Mensch und eine Gottheit (אלהים) kämpfen mit- und gegeneinander. Jakob bleibt der Heid und Sieger der Geschichte. Er streitet mit und um Gott und erringt den Segen, und darin sah der Erzähler wohl den größten Sieg Jakobs. Wir hören dann von der Namensänderung Jakobs, in der wir eine Volksetymologie vermuten dürfen. Den Namen ״Israel ישראל" erklärt sich das Volk als den ״Streiter mit Gott“, im Bewußtsein der Fülle seiner Kraft deutet das alte Israel seinen Namen als den des ״Sieghaften“ und ״Unüberwindlichen“, als den ״siegreichen Kämpfer wider Mensch und Gottheit“. Religionsgesehichtlich wie volkskundlich ist noch von Interesse, darauf hinzuweisen, daß ähnliche Parallel-Motive auch bei anderen Völkern und verschiedenen Kulturen zu finden sind. Das Sagenmotiv vom nächtlichen Kampf des Menschen mit Dämonen und Ungeheuern ist weit verbreitet. Auch deutsche Märchen wissen von derartigen Ringen mit Nachtgespenstern und Geistern zu erzählen. Unsere Erzählung hat, wie auch sonst die Bibel an anderen Stellen, derartige prirnitive Kampfmotive und Vorstellungen völlig abgestreift und ihnen eine Wendung ins Et 11 isch- Religiöse gegeben. Man sollte noch die prophetische Aussage über den Kampf Jakobs bei Hosen 12, 5 zu dieser Stelle heranziehen. Draußen war der schwere Tritt von Hunderten von Mensehen hörbar. Die Leute im Zimmer!)lickten hinaus und sahen junge Burschen und .Mädchen, die durch das große M'adi ins Oedland hin.ilizngen. Den Zug iieschloß eine lange Reihe schnirschender Mägen, die das Gepäck transportierten. ״Die ziehen zum Werk, um *lio Leute dort abzulösen, die auf dem ,Hügel der Ruhr:‘ siedeln werden“ — sagte einer der Burschen und blickte auf das vor überziehende Lager, wie erfahrene Soldaten auf Rekruten schauen. Als der Zug vorüber war, standen die Burschen auf, zündeten sich Zigaretten an und fragten: ״Und wir? Wohin gehen wir?“ ״Auch wir kehren ins Oedland zurück“ — sagte Abner, denn wir sind doch dazu gekommen, um in ihm zu arbeiten. Und schließlich, Rutil, wird sich auch für uns dort eine feste, dauernde Wohnstätte finden. Und auch jeder der Burschen des ,Stabs‘ wird dort einmal sein Heim finden.“ Die Burschen des ״Stabs“ bliesen den Rauch *ler Zigaretten bis an die Decke. Keinem von ihnen war es bisher in den Sinn gekommen, daß er sich einmal nach einem eigenen Heim sehnen könnte. 25. KAPITEL ״S t a t i o n A r b 1• i t“ Beladen ziehen sie prustend und keuchend die Anhöhen hin- «1, und leicht und schnell kehren sie, ihrer Ladung ledig, zurück. Den Schienen entlang laufen unterirdische Röhren, die Preßluft und Trinkwasser befördern, und oben sind Drähte gespannt, die Licht und Kraft zur neuen Station leiten. Wenn die Lokomotive in Serpentinen die Anhöhe erreicht hat, enthüllt sich vor den Augen Issars das linde des großen Gewässers im Süden. Dort herrscht Totenstille und die Berggipfel ragen empor wie Wächter des Schweigens. Eine weiße Kristallschicht ist über dem salzhaltigen Boden gebreitet, und nur an *len Ufern des Oed] and Busses, der die Talcbenc durdischneidet, grünt dichtes Gestrüpp aus Schilf, Oleander und Weiden. In diesem Gewässer hat sich seit Urzeiten das trübe, mit grünem Tang bedeckte Wasser des Flusses gesammelt. (Fortsetzung folgt! Hier ist | die Rede bezwing* rang an: werden ihnen Is n icht be anschlief Ack! lassen h; I dort ein wohl Is! hatte, h; erworbe: felgende bei den! können, Diese si lern (11■ Auf den sich das Rah über da in der Ephrath im judä daß urs im G c dem W I. Sam. soll, da der Vo das Scli spricht da ihre Prophet mit foh liebes י nicht t! mehr si Weinen denn e Gott: s Die Hi res S! Eine ä ebenfall Unglück Israel, ■ De Wege 1 daß er er scha komme srh rieb׳ Ftama 1 rückkel Jude Dienste! desco. iHikai!!• a. JHlttwoc A\ rl'l (1345 i!י c h (1304 Menü ,.Off«; Donner! 14: u *Vne! 21.15 von I freltag Müh; pliet; ״J *in I!1 Bezeic setzt arbeite »eben tinu ( Der G Sasse mit:! meine! stellun eiitgeg >,1mm zweite dem j! Kennt! Per! Par* «ar< Sämtlich! Pcl Pvmlmto Hau *T*ilv*rki Kl 24, El n in j«tler Julia« fj S p«1se*״ kitszeiml Holland׳ ־!'■א■Oe; «etr. tterr< kt«J Botin

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