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Jüdische Rundschau · 1935-12-06 · Heft 98 (6.12.1935) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 98 (6.12.1935)
Date
1935-12-06
Page
– (sequence 16)
Language
German
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$«*»» TA JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98, 6. ML 1935 Hebung des Ein aktuelles Problem der Wirtschaft Von Kurt Schatz (Magdiel) Der nachfolgende Artikel behandelt ein Problem, das sowohl unter volkswirtschaftlichen wie auch unter geistigen Gesichtspunkten für das gegenwärtige Aufbaustadium Palä• stinas von hohem Interesse ist. Die Frage des Problems der Erhöhung des Lebensstandards, die in den letzten Jahren in Palästina akut geworden ist und die von dem Ver• fasser der nachfolgenden Ausführungen insbesondere auf das Konto der Einwanderung von Juden aus Deutschland gesetzt wird, ist in der Tat besonders wichtig, so daß sie alle Instanzen des Jischum und der zionistischen Bewegung interessieren sollte. Wir sind allerdings nicht ganz der Meinung des Verfassers, daß diese Erscheinung im wesenlliehen durch die jüdische Einwanderung aus Deutschland verursacht wurde, sondern glauben, daß hier eine Erscheinung vorliegt, die infolge Ser allgemeinen Prosperität des Landes zu einem gewissen Teil zwangsläufig eintreten mußte. Dennoch erscheint uns die Erörterung der Frage so wich■ tig, daß wir den hier vorgetragenen Gesichtspunkten Raum geben. (Red.} Wenn bei der Besprechung des Problems, das uns hier beschäftigt, der Einfachheit halber von der Einwanderung aus Deutschland gesprochen wird, so muff, um Mißdeutungen auszuschlicßen, darauf hingewiesen werden, daß aus den vielfachen Wirkungen, welche die große Alijah aus Deutschfand in Palästina ansübt oder atiszuiiben berufen ist, eine einzige heratisgcgriffcn werden soll. Wenn auch weite, andere Kreise des Jiscbuw sich an der Hebung des Standards eifrig beteiligen, so ist sie doch wesentlich durch die Ein wänderung von Juden aus Deutschland hervorgeruien worden. N'atürlieh sollen dabei die zahlreichen anderen, positiven Leisturi• gen dieser Ein wanderungsgruppe nicht vergessen werden. Hebung des Standards — ein Problem? Man rechnet der Einwanderung aus Deutschland die Hebung des Standards in Palästina oft als Positivum an. Worunter man x. 11 versteht; Schönere Läden, größere Auswähl, bessere Qualitäten, komfortablere Wohnungen, luxuriöserc Einrichtungen, größere Eleganz in der Kleidung, moderne Gates — kurz und gut, die Hebung des städti* sehen Lebens auf ein modernes, westeuropäisches Niveau. Wenn man fragt: Was bedeutet dies für das Land? so antwortet man; Eine starke Ausweitung, Belebung und Bereicherung der Wirtschaft. Man siefit zwar zugleich, daß der Kampf um die Befriedigung der gesteigerten Bedürfnisse eir, sehr harter ist, und deshalb ruft man zur Bescheidenheit und Sparsamkeit auf. Aber hierin sieht man ein persönlich«! Problem vieler Einzelner und nicht ein Problem der Wirt* Schaftsgestaltung als solches, die man im großen und ganzen — wenn man nur eine Reihe von Auswüchsen ver* hindern könnte — als richtig und notwendig empfindet, ln dieser in die Augen springenden Standardhebung liegt jedoch ein Problem, das für unser Aufbauwerk ernste Gefahren birgt, indem hierdurch einmal die Sicherheit und Festigkeit .der Wirtschaft in einer zukünftigen Krisenzeit geschwächt wird und zürn anderen Zeugnis abgelegt wird von einer Geistesänderung der Bevölkerung, die von einer Verwirklichung des zionistischen Ideals wegführE Organische Standardhebung Wir kommen aus Europa; dort haben wir denken tmd arbeiten gelernt, dort sind uns bestimmte Bedürfnisse der westlichen Zivilisation und Kultur zur Lebensnotwendigkeit geworden. In der Ernährung, in der Kleidung, in der Hygiene, im Wohnen — von kulturellen Dingen ganz zu schweigen — sind wir erheblich anspruchsvoller als unsere arabischen Nachharn. Und wir bejahen diesen erhöhten Standard und stellen ihn den Völkern des Ostens als erstrebenswert vor. Diesen vermehrten Aufwand in einem vor kurzen noch ganz unerschlosserten primitiven Lande zu bestreiten, bedeutet für uns eine starke Anstrengung. Durch große Kapitalinvestitionen und schwere Arbeit bauen wir im Lande eine Wirtschaft auf, in welcher die; menschliche Arbeitsleistung durch Maschinen, verbesserte Werkzeuge und Rationalisierung des Arbeitsprozesses erhöht und damit eine Steigerung und Verbesserung der Produktion ermöglicht wird. Die Intensivierung unserer Wirtschaft soll es uns ermöglichen, soviel zu verdienen, daß wir uns unseren im Vergleich zum Araber erhöhten Standard leisten können. Zu diesem Zwecke ist im Laude seit Beginn der jüdischen Einwanderung sehr viel geschehen. Man vergleiche die moderne judi-die Hühner- »der Viehzucht mit der arabischen oder die jüdische Industrie mit der einheimisehen. Fs ist srihrt verstandlieh, daß die Verbesserung der Methoden und die Steigerung der Leistung nicht begrenzt sind oder sein sollen. Unser Standard hob und hebt sich I<rmtim1ierii1.11. Langsam wollen wir Vermögen ansammeln, die Lcbensbrdingungeri verbessern und schließlich auch die Möglichkeit für soziale und kulturelle Einrichtungen schaffen, wie sie die Länder des Westens schaffen konnten. Es ist klar, daß der Standard, den wir hier als ״erhöht“ bezeichnen, für den Westeuropäer ein ״erniedrigter“ ist. Um daher die Relafivität der Begriffe ״erhöht'‘, ״erniedrigt“, ״übertrieben“ aus der Diskussion aus/uschaltcn, sollen diese au eine Skala gebunden werden, wonach die Grundlage stets der hier im Lande Vorgefundene, naturgemäße Standard bildet und nicht ein beliebiger, aus andern Ländern hierher übertragener, an dem der hiesige gemessen wird. Es erhebt sich nun die Frage, ob man überhaupt abgrenzen kann, in welchen Bereichen und in welcher Art eine Standardhehung wünschenswert oder abzulchnen sei. Darauf ist zu antworten: Zu bejahen ist die Hebung des Standards da, wo sie aus dem Wachstum und der Vcrbcsserung der Wirtschaft organisch erwächst, d. h., wo sie die Folge wachsenden Volksreichtums ist, durch welchen dem Volke Möglichkeiten der Verfeinerung und des Lebensgenusses geboten werden, die früher unerreichbar waren. So wird die Grundlage für ein reicheres soziales und kulturelles Leben geschaffen. Ab zu Ich neu ist sie jedoch da, wo sie von außen, unverbunden mit der Wirtschaft und ihren Bedürfnissen, herangebracht und mit wirtschaftsfremden Geldern ermöglicht wird. Unorganische Standardhebung Prüfen wir nun die Hebung des Standards durch die Einwanderung aus Deutschland in den beiden letzten Jahren, so werden wir finden, daß uns die schöneren Läden mit ihrer reicheren Auswahl und die komfortableren Wohnungen auf Standards? unserm Wege nicht fördern werden. Fs Ist eine von außen herangebrachte, der hiesigen Wirtschaft aufgepfropfte Standardhebung, geboren aus der Schwäche, sich nicht von dem Luxus des Westens trennen zu können, aber nicht aus der Kraft des Kolonisators oder des Pioniers in Neuland. Der Konkurrenzkampf wird so verschärft und die nicht verringerbare, tote Last eines für unsere im Aufbau begriffene Wirtschaft überhöhten Verbrauches an Miete, Kleidung, Essen usw. — die in einer ICrisenzeit gefährlich wirken kann — wirkt enetgie- und freudelähmend. Der Import von Luxuswaren, der von dieser Einwanderung gefordert wird, ist erheblieh an gestiegen und belastet unnötig unsere Handelsbilanz. Hüten wir uns sogar im gegenwärtigen Zeitpunkt, eine eigene Luxus Warenindustrie aufzubaucn, die uns später, zu ungelegener Zeit, zwar Abnahme ihrer Erzeugnisse mit der Begründung zwingen wird, daß hier große Kapitalien investiert seien, und mit der Drohung, Scharen von Arbeitern brotlos zu machen, wenn wir nicht kaufen wollen. Der Kaufmann, dem hier der Vorwurf gemacht wird, daß «r zu schöne Läden eröffnet, wird einwenden, daß dies blasse Theorie sei. Der vergrößerte Tel-Awiwer Markt verlangt ganz andere Geschäfte und ein ganz anderes Geschäftsgebaren, als der alle Jiscbuw habe bieten können. Auch könne man wirklich nicht von dem geschulten, westlichen Kaufmann verlangen, daß er sich zur Befriedigung seiner Kundschaft und im Kampfe um sie nicht alle Errungenschaften westlichen Handels zunutze mache. Aus diesem Kampf einerseits und dem Verlangen der Kundschaft andererseits entstehe nattirnoiwendig eine Standardsteigerung. Die Zeit könne man nicht zurückschrauben. Zunächst finden wir, daß hier zwei verschiedene kaufmännisctie Denkungsweisen Zusammenstößen; das relativ primitive Handeln des osteuropäischen Kaufmanns, der sich mit einem sehr bescheidenen Nutzen zufrieden gibt und Zeit seines Lebens bei allem Fleiße nicht mehr verdient, als er zum Leben gebraucht und dessen Prinzip heißt: Kleinste Spesen — großer Umsatz — geringstmöglicher Verdienst beim einzelnen Geschäft. Demgegenüber der westliche Kaufmann, dessen ganzer Stil ein anderer ist: Mehr Personal, mehr Auswahl, mehr Werbung, mehr Schönheit, mehr Kontrollen, mehr Buchführung. Und jedes ״Mehr“ verteuert den Betrieb, und mit dem hier üblichen kleinen Aufschlag auf den Einkaufspreis kann der westeuropäische Kaufmann nicht existieren. Es scheint einleuchtend, daß der ostjüdische Händler dem relativ niedrigen Standard des Landes und seiner geringen Kaufkraft wesentlich besser angepaßt war. Dies ist nicht etwa ein Verdienst der alten, hiesigen Kaufmannschaft, nicht eine Folge bewußter Einsicht, sondern so wie hier war es auch in seinem Herkunftsland. Der westliche Kaufmann hebt nicht nur den Standard, sondern — wie Tel-Awiw zeigt — er verteuert auch das Leben im Lande, wodurch die sozialen Gegensätze verschärft werden und wodurch auch die unheilvolle große Lolinspanne zwischen Stadt und Land verschärft wurde. Deswegen müssen wir an die Einsicht und Anpassungsfähigkeit des westlichen Kaufmanns sehr große Ansprüche stellen. Unter vielerlei Einflüssen der jüngsten Vergangenheit wie Krieg, Inflation, Krise einerseits, der von Amerika ausgehenden Prosperitätstheorie andererseits ist das Wirtscliaftsdenken beeinflußt und gewandelt worden. In verschiedenen Ländern der Weit bemüht man sich um die Erweckung eines neuen Wirtschaftsgeistes•, ob es sich nun nur um Reformen oder um ganz neue Systeme handelt. Wir aber wissen davon nichts oder nur sehr wenig. Wir haben hier die Massen der Neurinwanderer, denen wir sagen: Euer Wunsch ist uns Befehl. Für ihr gutes Geld zaubern wir ihnen im armen Orient das westlichste Märchen vor — aut unser aller Kosten. Ein Mann, der nur ein kleines Erbteil sein eigen nennt und damit für sich und seine Familie eine Existenz gründen will, muß sparsam sein, sehr sparsam. Und was für den Einzelnen richtig ist, gilt für das ganze Gemeinwesen. Immer wieder muß man sagen: Nicht alle guten Dinge in der Welt sind jetzt schon für uns erreichbar, in der Zeit des Aufbaus muß man einfach leben, sparsam sein. Die gesunde, sichere Verwurzelung im Lande ist. das einzig Wichtige. Nicht die Befriedigung aller Bedürfnisse ist der Sinn unserer Wirtschaftliehen Existenz und nicht die Verschaffung aller Arten von Genüssen, sondern die einfache, ernste Arbeit der Grundlegung. Nur damit dient man wahrhaft sich selbst und zugleich dem Ganzen. Gibt es einen ״angemessenen* Standard? Wir haben uns nun Bild und Gegenbild vor Augen gestelii. Wir haben die Hebung des Standards in einem Bestimmten ״organischen“ Sinne bejaht und in einem andern ״unorganischen“ Sinne abgelehnt. Die jetzt folgende Frage lautet: ״Kann man überhaupt feststellen, welches der einer bestimmten Entwicklungsphase ,angemessene‘ Standard ist?“ —• Man kann einen solchen feststclien, und zwar dem inneren Reichtum eines Landes entsprechend. Der ״angemessene Standard״ einer großen und komplizierten Volks- Wirtschaft ist zwar nicht ohne weiteres aufveisbar. Die Frage ist aber auch durchweg eine akademische, denn der ״angemessene“ Standard deckt sich fast immer mit dem ״natürliehen“ Standard. Bei den alten Völkern des Westens z. B. bestand keine andere Möglichkeit als die Entwicklung der Wirtschaft aus sich selber auf Grund der Hilfsquellen, die ihr im eigenen Hause zur Verfügung standen. Klar zutage liegt jedoch der ״angemessene“ Standard bei dem einzelnen Mensehen. Oh ein Bauer, ein Industrieller in bestimmten, bekannten Verhältnissen geizig oder verschwenderisch oder in einem ihm angemessenen Standard lebt, weiß jeder Nachbar. In gewissem Sinne sind diese Maßstäbe auch auf eine große Gemeinschaft anwendbar. Wenn wir z. B. an den Anfang unseres Werke: zurückdenken, an die ersten Kolonisten und Arbeiter, ihr Leben, ihr Wohnen, ihre Bedürfnisse, so ist uns ohne weheres klar, daß dieses erste Stadium der Kolonisation seinen beslimmfen ״angemessenen* Standard besaß. Es wäre absurd erschienen, wenn diese Männer und Frauen hier den westeuropäischen Lebensstandard hätten verwirkliehen wollen. Ja, wenn dies sogar in ihrer Macht gelegen hätte, so hätten sie es trotzdem nicht gewollt. Der westeuropäische Lebensstandard war ihnen nicht nur in w irtschaftlichem Sinne unangemessen, sondern auch in ge i - stigern Sinne! Wir müssen auf den inneren Zusammenhang achten zwischen Geist, Stil und Standard, von denen der erste den weiten und dieser wiederum den dritten aus sich entläßt und bedingt. Oder anders gesagt: Der Standard ist Ausdruck einer bestimmten Lebensform, die Lebensform wiederum Ausdruck einer bestimmten geistigen Haltung eines bestimmten Wollen*. Die Wirtschaftsform und alle äußeren Erscheinungsformen der Wirtschaftsgemeinschaft sind Ausdruck einer bestimmten Wirtschafts g e s i n n u n g. Die für das klare Gefüllt direkt spürbare Diskrepanz zwischen Stil und Wirt- Schaft einer Pioniergeneration und dem Tel-Awiw von heute beruht auf einer Aenderung der Gesinnung in» Lande, nicht auf einer naturnotwendigen Weiterentwicklung im Sinne des Anfangs. So haben wir uns wiederum der Frage, ob de» Standard, der zur Zeit im Lande geschaffen wird, ein unserem Leben und Werk ״angemessener“ ist, genähert. Merkwürdig und schlimm zugleich ist, daß der neue Geist des ״gehobenen Standards“ kaum ein Gegengewicht im Lande findet. _ Der ältere Jiscbuw, der mit seiner Einwanderung einen bestimmten, tiefen Sinn verbunden hatte, verliert diesen immer mehr und strebt gleichfalls eifrig nach dem ״besseren Leben“. Bauern verlassen ihre Pflanzungen, um Geschäfte in der Stadt zu erölfnen, und Arbeiter ziehen in die Stadt, van der ״Prosperity“ angezogen —- alle diese vergessen den Sinn ihrer Existenz im Lande. Darum muß der Ruf an ״die?Stillen im Lande“ ergehen, treu zu sein im Sinne des Ganzem und der Zukunft. Die nationalen Interessen im Hule-Gebiet Die lange andauernden Verhandlungen bezüglich der Sicherung der nationalen Interessen bei der Erschließung des Mule-Gebietes scheinen nach den letzten Berichten jetzt zum Abschluß gekommen zu sein. Wir berichteten bereits in Nr. 97, S. 10, über die Gründung einer Gesellschaft, deren Anteile zu 90 0/0 im Besitz der PLDC., des Keren Kajemeth und der Jevvish Agency und zu 19 ״/« Privatbesitz sein sollen. Dazu wird weiter mitgeteilt, daß es sich hier um eine provisorische Gesellschaft handelt, die dazu dienen soll, die maßgebenden Kürperschaften instand zu setzen, entsprechende Maßnahmen bezüglich der nationalen Ueberwachung der Hule-Ländereien und der Vermeidung von privater Bodenspekulation zu ergreifen. Die ״Jüdische Rundschau“ hat in Nr, 74 d. J. einen Artikel von Dr. Jakob Thon, dem Direktor der PLDC. veröffentlicht, worin dargelegt war, daß die PLDC. durch die Passivität des Keren Kajemeth in dieser Sache gezwungen war, sich mit privaten Gesellschaften zu verbinden. Es scheint, daß nunmehr der Keren Kajemeth, der mehrere Monate zur Untersuchung des Sachverhalts und der Boden- Verhältnisse gebraucht hat, seine Anschauung geändert hat und nunmehr als aktiver Partner in die Erschließung des Geländes eintritt, was auch einem allgemeinen Wunsch der Zionistischen Bewegung entsprich(. Um den Boden von Hartle Haifa, 3. Dezember. (JTA.) Der Di s tri kt sk 0 nrndssar des Norddistrikts hat den arabischen Okkupanten 4er strittigen Ländereien von H a r t i e das weitere Pflügen des Bodens bis zur gerichtlichen Entscheidung über das Eigentumsrecht untersagt. Die Araber hielten das Land seit sechs Jahren besetzt. Es ist bereits einmal in diesem Bodenstreit ein Urteil zugunsten des Keren Kajemeth ergangen, doch wurde die Ent- Scheidung dahin ausgelegt, daß sie nur einen Teil der arabisehen Okkupanten betreffe. Nunmehr wird die Klage gegen 11 weitere Siedler erhoben. — in bezug auf die Ländereien von K uskus T.abun, die bereits den jüdischen Institutionen gerichtlich zugesprachcn Waren, jedoch mit Zustimmung der jüdischen Eigentümer diesen erst zu einem späteren Zeitpunkt übergeben werden sollen, ist vereinbart worden, die Liebergäbe vorzunelimeii, sobald für die auf dem Gebiet lagernden Beduinen neuer Boden gefunden sein wird. Eine Regierung«- komreiission wurde eingesetzt, um ein geeignetes Gebiet für die Wiederansiedlung des Stammes ausrindig zu machen. Aenderung in der Dorfverwaltung J erusalem. (Paicor.) Die Palästina-Regierung ist daran gegangen, eine wichtige Aenderung in der V c r W a I - tu 11g der Dörfer des Landes vorzunelunen. Der offiziehe Vertreter der Regierung ist in jedem Dorf Palästinas der Muchtar, der bestimmte offizielle Kompetenzen besitzt sind als Verbindungsmann zwischen den Dörfern und der Regierung dient. Bis zu diesem Jahre eriiieiten die Muchtars für ihre Tätigkeit keine besondere Entschädigung. In der letzte!1 Zeit hat die Regierung einen Beschluß gefaßt, dieses System zu ändern und für die Muchtars ein bestimmtes festes Gehalt eiruuftihren. 1111 Regierung sbüdget für das laufende Jahr ist ein Betrag von 40(KW Pfund als Entschädigung für die Muchtars vorgesehen, während im vorigen Jahre für den gleichen Zweck nur 7000 Pfund für einzelne Sonderdienstlcistungen bewilligt waren. Auf diese Weise wird die Regierung in jedem Dorfe im ganzen Lande bezahlte Beamte haben, die in ständiger Verbindung mit der Regierung stehen werden. Bisher trug das Amt dies Muchtars den Cnaraktcr eines Ehrenamtes, zu dem man durch die Bevölkerung des Dorfes gewählt wurde. Waad Leumi übernimmt Hadassah-EInrichtungen In der Frage der Ueberiiahme der Hadassah* Einrieht ungen in V a I ä s t i n a durch den Waad Leumi ist eme vollständige Einigung zwischen dem beiden Körperschäften für die nächste Zeit zu erwarten. Damit werden die Verhandlungen, die anläßlich des Zionistenkongresses in Luzern begonnen wurden, zum Abschluß gebracht. Folgende lnstitntionen sollen nunmehr in die Verwaltung des Waad Leumi übergehen: Die Allteilung für Schulhygiene, die Milchvertciluiigsstelle und die Tuberkulose-Heilstätte in Safed. Nur das Rothschild-Kran kenhaus und das medizinische Zentrum verbleiben weiter in der Verwaltimp der Hadassah. im Mittelpimkt der Verhandlungen stand die Frage der weiteren Beteiligung der Hadassah an der Erhaltung der aus ihrer Vervvaiiuiiß ausgeschiedenen Einrichtungen. Die Hadassah wird neben der Erhaltung des Rothschild-Krankenhauses, das zur Universitätsklinik und zum medizinischen Zentrum Palästina* ausgebaut wird, noch neue Aufgaben in Palästina übernehmen. Bei der ersten Inbetriebsetzung der Wasserleitung nach Jertisal cm am letzten Freitag sind einige Teile des Lcituugsrohrs geborsten, so daß die notwendige Ausbesse־ rung der Leitung eine neuerliche Verzögerung de» Betriebs zur Folge hat. Die Asphaltierung der Chausseen zwischen Tel-AwlW, Haifa und Tiberias ist beendet worden. KAU FH AUS AM 4ן Karat goldene Armbanduhren S AVI GNVPLATZ 585 f«1i, Mit Eiftlftfe, Sebwei1«r Aakerwark, 15 Steine Damenuhr Herrenuhr 19,80 22,90

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