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Jüdische Rundschau · 1935-12-06 · Heft 98 (6.12.1935) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 98 (6.12.1935)
Date
1935-12-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98, 6. XII. 1935 Die Kultur der Griechen Lieder der Wanderung / Von 11 s e We i ß 1. Ach, idi welk nicht mehr die stc'e Quelle Meiner Sprache, die mich einst geweiht, Weife nicht mehr der Worte warme Helle, Die im Aut und Ab, wie Wind und Welle, Atem gab und Leben und Geleit. Fern von Lauten, die midi sonst betreuten. Trägt das Ohr der Fremde Lastgewicht. Stimmen wissen kaum, was sie bedeuten. Sind wie Glocken ohne Glockenläuten, Sind wie Träume ohne Glanz und Licht. Manchmal nur will sich ein Rut erheben, Der den Weg geheimnisvoll verklärt -- Klänge steigen auf wie fernes Beben- Und da wachsen aus vergangnen Leben Lieder, die Jahrtausende genährt. II. Isf kein Raum, dem Du bisl. Ist kein Stab und kein Steg — Ist nur Ferne und Frist Auf dem ewigen Weg. Ist kein Haus und kein Hort, Ist kein sflfees ,Kehr ein!' — Ist nur!orderndes Fort In die Wellen hinein. I Ist kein Mensch, der verweilt. Wenn Dein Schritt um ihn wirbt — Ist nur Zeit, die enteilt. Ist nur Leben, das stirbt. III. 50 will ich ziehen mit den Wolkenwinden, Von meiner Väter Herz und Hand getragen. 50 will ich knien und midi wiederfinden. Wenn Sterne leise Stimmen um mich binden. Wie Aeolsharfen, die In Lotten klagen. 50 will ich über Meere und Gelände Hintreiben Jenem längst erfahrnen Hahnen, Will aus den Schatten abgekehrter Hände Mich nähren bis zu aller Tage Ende Und dann erlöschen in dem Licht der Ahnen. llllt!!HIIIIWIUUIlllllinil!|{l!|{UI!UlMI!lllllll!IIHIilllUlliCMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!linUIIIHI!ll!)IIIIH!llllli!IIIIIIIIIIIMI!llll!1IIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIMIIIIIIinilllllllMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIUIIIIIIi!l!m!lllll!lllllillHIIIIIMI!lll!llllllllllllllll!UII)|IIIIIIIIIUIIIIIIinMlinil!IIUtl Thassilo v. Sclieffer, Die Kultur der Griechen. Große illustrierte i ,lnr don-Ausgabe. Phaidon-Verlag Dr, Horowitz, Wien. ■I.Sfl RM. Helmut Kuhn, Sokrates. Ein Versuch über den Ursprung der Metaphysik. Verlag Die Runde, Berlin S '2 1. 6 RM. Kar! Willing, Der Geist Sparlas. Bcrlin-Schdneberg, Laugenst heidtsehe Verlagsbuchhandlung. Der Zusammenstoß mit der griechischen Welt war für das Judentum in! Altertum entscheidend und lebensgefährlich. Das Judentum hat ihn bestanden! Aber seitdem ist der Gegensatz ,,Hellas und Juda“ ein ewiges Thema geworden, das immer wieder kehrt. Fes erhalt eine besondere Note in einer Epoche, wo di(׳ Mehrheit der Juden Europäer wurden, deren Kultur sich auch von der griechischen Antike ableitet. Denn das Griechentum (und später Rom) hat, wie Thassilo v. Sclieffer licrvorhebt, das Abendland vor der Bedrohung durch die semitiscli-phoni/isclic Kultur (Karthago) gerettet, und bei einem Sieg Karthagos hätte auch die Kulturgeschichte «inen anderen Verlauf genommen, ln den Hellenismus, der zur Weltkultur erweitert war, ist auch das Judentum einbezogen worden, und auch später, als es das Erbe griechischer Bildung zu verwalten galt, haben sich jüdische und griechischeSchieksalswege gekreuzt. ,,Die Kultur der Grieeben*' wird von Sclieffer in einer vielseitigen, umfassen• den Weise dargestellt: Religion, Philosophie, Politik, Dich- 11111g, Kunst. IVr 11eberbüek ist wichtiger als Eingehen auf Einzelheiten, die den Rahmen des Werkes sprengen würden. Die Kunst wird durch. WO schöne Tafeln in Kupfertiefdruck vergegenwärtig!. 111 dem umfangreichen Literaturverzeichnis finden sich auch jüdische Autoren wie Jod, Goniperz, Locwy 11. a. Das Buch Dt in der vorbildlichen drucktechnischen Vollendung, die wir saun I’haiilonvcriag schon kennen, ausgestattet ritte grolle volkstümliche Kiilturlcistimg. Vielen wild dieses Buch wert', olle Anlegung bieten, es ist ein immer von iH'iii'iu reizvoller < iegenstund. ..Mit den (!riechen muß man ringen. Ins '11׳ einen segnen", schreibt der Verlasser (S. '<י j>; tinzweifelhaft weiß er, daß er hier einen jüdischen bat/ variiert. Der I i 11 fI! 11’ des Judentums auf die abendländische Welt, der sich!!iiIk wollt auch in sulchen Wortwendungen man!- Jestiert, ist eine t rage, die besonders in der letzten Zeit in leidenschaftlichen D1skn״-mu!1en aufgerührt wurde. Man kann ilie-er Sache \ielleieht einmal auch auf Umwegen nneligehcn, /. B. indem man den Einfluß des Griechentu 111s untersucht. Man kam! dabei zu dem erstaunlichen Ergehnis kommen, daß viele Zuge, die oft uis spezifisch .,jüdisch" ln■/« icliiic! wuaieii. griechischen Ursprungs sind. Der Rational!'111ns mul Intellektualismus, (der mit dem ״.Mythischen" tu < Hag iis.itz tritt, ist ebenso auf griechischem Boden gewachsen w ie das Mythische seihst. Und sogar der Zynismus und gewisse ,.dc-nüktlve" I'rcihcilen sind, wie dieses Buch leint, in ( irici luaiiacd heimisch gewesen. Die griechische ,,Wissenschaft“ ist der Nährboden der Aufklänmg und ihre Wieder gchiirt in der Neuzeit ist der Dr- Sprung des Liberalismus und seiner das Gemeinschaftsleben und die alten Bindungen häufig lockernden Konsequenzen. An der Schwelle des abendländischen I )enkens steht die Figur des Sokrates, des Lehrers von Tugend und üercehtigkc-it, der wegen ״Gottlosigkeit" und ,,Verderben der Jttgend“ von seinen Zeitgenossen zum Tode verurteilt wird. Flelmut Kulm sagt in seinem schonen und wohlabgewogenen Buch: ,,In der Tat, Athen verurteilte den Sokrates zum Tod und tat ihm dadurch diejenige weltgeschichtliche Ehre an, die die Volker für ihre Propheten bereit halten." Der Vergleich tles Sokrates mit den jüdischen Propheten, die auch für Tugend und Gerechtigkeit eiferten, die göttliche Berufung (bei Sokrates ist es das Daimonion) in sich wuliteil und von den weltlichen Machten des eigenen Volkes verfolgt wurden, liegt nahe. Kuhn aber unterstreicht den Unters e 11 i e d. die ״Unterl egmiheit" des Sokrates gegenüber aller echter Prophetie. Er ״verfehlte gänzlich den Hebel, der einzig Städte und Reich« in Bewegung setzt und den die großen jüdischen Propheten sehr wohl zu bedienen wuflten“. Was ist. sagt Kulm, seine Weissagung; ,.neben dem Klageruf, mit den der Jlldaer Arnos das zu Bethel festlich versammelte \ä >11■; aiif'b’.rt", wie anders ist die Entgegnung des Jeremiali an die ihm drohenden .Männer von Anatliot, was ist ,,ncbe!1 der piddc׳׳che!1 Macht eines jesaias die athenische Ah 11rit.it des Sokrates״!״Von der Übermenschliehen I 1!s,!ן ehe u1, m der dm;0׳ ui hz Prophet sein 1.T! \ ulk gegen- Übertritt, iunie 1 -ich hier k! 111 c spur." 1 reilieli erkennt Kuhn, daß die;::׳i.ßwi iud!s( lu ll Pr! ipheteii die l Übermacht Gottes in ein! r Eouii In z! :u;e:1, ..die dm, der sieh im Athen des 5. lahrhnmlcrw ihn׳!• bedient hatte, als einen Narren dem Gelacht er pn i'L׳c״;cl>.•״ hatte". Dem Pathos der Propheten stein du- Ironie des Sokrates grgi iitibcr die Nachwelt ist von beulen :׳«formt, um! weiß oft nicht mehr, was sie Juda, was sw Hella' schuldet. Als ein VViutH h solcher Reclieiisetiafl ■-t dies,• Ailnit über Nokrates, die auf Grund des gesamten hetilie ui Wissens über!1111 gew issenhaft das Rätsel diesei'1 i's, In immz /!! d׳:!s ’iidrimmn sucht, zu werten. (' 111 Buch ober Sokrates ist immer zum unten Teil ein Buch über Plato; das großartige יי,!(liiBk.ipitcl gipfelt in einer Erörterung des platoui-chcn .M\ llios, der ,.dwiwnd Ungeordnet ist dem durch den I os in (1:11!g wbr:1cl1tc;1 und geleiteten Geschehen der Wahl". Zum Pwuaff der Wahl tritt der Begriff der Gef a 11 r. die das Wagnis der V , ihhanicti ist. So endet das Buch von Kuhn schließ!!, h in dir [oigenden uns besonders interessierenden l'eststi llimg: 1)11■ WH! w mi, ihr Wahl ,h־r \Y,111h׳wlw1 willen gewliaffen %(nnlut . IN -I - Ww1 er Mwiih InHi \ H lh, nnmeil!Ulf die phato- ti','!1e Well zu.‘י fn einer \ut uerh 11!! e hierzu •ahreilit Kulm: ״Zitiert nach (i< den d uw Muluu .Zur Al \!l!ulug!e 1h׳r t legemvart‘, S. dW' In dem geistreichen Buch von Mut ins (Verlag Ernst Reinhard, .München), in welchem das ganze geistige und soziale Leben der Gegenwart unter dem Gesichtspunkt einer mythischen Verinnerlichung betrachtet wird, heißt es an der von Kuhn zitierten Stelle: ״Und nicht umsonst sagt ein tiefes Wort jüdischer Mystik“ usw. Das Wort ,,jüdisch“ ist bei Kuhn verschwunden. In Wahrheit ist auch das Zitat Hebraica Hebräische Unterrichtshefte Giljonot. Hcbr. Unterrichtshefte, liersg. von Nissan und Betty B e r g g r ü 11. Heft 1 und 2, Lesestoff für Schulen, ausgcwählt und bearbeitet von Nissan und Betty Berggrün. Heft 3, Aggadot aus Talmud und Midrasch, bearbeitet von David Josef Bornstein. Verlag Rubin Mall, Berlin. Der hebräische Unterricht der jüdischen Schulen in Deutschland, die die fragwürdige Trennung von ״Alt"- wild ״Neuhebräisch“ nicht mitmaclien und die sich das Ziel gesefzt haben, ins Hebräische schlechthin einzuführen, hat mit mannigfachen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nicht nur stellen dem Lehrer keinerlei methodische Hilfsmittel zur Verfügung, er kann überdies seinem Unterricht nicht einmal ein geeignetes Lehrbuch zugrunde legen. Denn keines der vorhandenen hebräischen Lehrbücher entspricht diesen Anforderungen, sei cs in stofflicher oder didaktischer Hinsicht. In dieser Notlage wollen die Herausgeber der ״Giljonot“, Nissan und Bettv Berggrün, helfen. Die ״Giljonot“ bringen in entsprechender Bearbeitung außerbiblischeii Lektürestoff von der talmudisclicn Zeit an (Aggadot) über das Mittelalter hin (Ranibam) bis zur Gegengwart (״Der Retter von Chule“), Heft 1 (Berggrün) enthält ini wesentlichen kurze Erzäblmigen, Rätsel, Sprichwörter lind ein Gedicht von Awigdor Hameiri. Heft 2 (Berggrün) enthält 11. a. die Aggada ״Awraham Awinu", die so lebendig erzählt ist, daß sie sieh vorzüglieft zum Dramatisieren eignet, ferner den ״Retter von Chule", der die Kinder immer fesseln wird. Heft 3 (Bornstein) will ein geschlossenes Thema behandeln: Die Lebenshaltung des talmudischcn Menschen. Dieses Heft wird darum nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich Anforderungen an den Lehrer stellen: die tahnudischc Welt dem Schiller verständlich zu machen. Die Herausgeber sind bei der Bearbeitung des Lektüre- Stoffes sehr sorgfältig vorgegangen. Allen drei Heften ist gemeinsam ein besonders gepflegter hebräischer Stil. Bornstein watirt aus der Geschlossenheit seines Themas heraus immer den Stil der Aggada und trifft ihn auch dort vollendet, wo er aramäische Vorlagen des Talmud oder Midrasch zu bearbeiten mnl den adäquaten hebräischen Ausdruck zu finden hatte. Nur der Kenner des Hebräischen wird die vorliegende Leistung zu würdigen wissen. Die Lektüre dieses Heftes wird vielen das Verständnis jener ncuhehräisclicn Schriftsteller erleichtern, die von der Sprache des Midrasch tmd der Aggada beeinflußt sind (Mcndale, Agnon). Es ist daher zu wünschen, daß gerade dieses Heft auch außerhalb Deutschlands Verbreitung findet. Heft 1 und 2 enthalten im Anhang einige grammatische Tabellen, deren Zusammenstellung immer wieder wichtig ist, solange dem Schüler noch keine hebräische Grammatik als Nachsehlagebuch zur Verfügung steht. Heft '2 und 3 bringen im Anhang außerdem Worterklärungen zu den Texten. nicht ganz richtig wiedergegeben. Es handelt sich um ein Wort des Rabbi Nachman von Bratziav, angeführt bei Ruber ״Die Geschichten des Rabbi Nachman“ (Frankfurt 1936, S. 3(1), b/w. ״Chassidische Bücher" (Berlin 192$, S. 33): ״Die Welt ist nur um der Wahl und des Wählenden will e n g e s c h a f f e n werde n“. Das ist nt ehr als es in der Wiedergabe Kulms wäre. Aber was ist hier ״jüdisch“, was ,.platonisch“ bzw. ״griechisch“? Ein j 11 d i s c 11 e s Grundwort eines späten Autors, zu dem freilich auch Pia tos Lehre auf vielen Umwegen und durch jüdische Geistcskanäle durch die Jahrhunderte gelangt war (wie alles geistige Lehen in Wechselbeziehung stellt), wird hier von einem deutsehen Autor als Sinn-Extrakt der griechischen Welt Platos angeführt. Ist das nun Piatonisicrung des Judentums oder Verjudung Piatus? Oder —- —■ beides? Sei es ein Symbol für alle, die über die Wechselfälle irdischen Schicksals hinweg an die Verbundenheit des echten ewigen Geistes glauben wollen. Da hier von Griechentum die Rede war, sei kurz auf ein sehr angenehmes und instruktives Büchlein hingewiesen, aus dem die griechischen Autoren selbst zu uns sprechen: Willing hat die Abschnitte verschiedener antiker Schriftsteiler ztisamtnengestellt, in denen Staatsverfassung, Sitten und Geschichte der Spartaner geschildert werden, ein lehrreiches Buch für eine Zeit, in der das Problem der der Staatsform zugrunde liegenden Hauptgedanken so aktuell ist wie lange nicht. ,Auch für diejenigen Juden, die ein neues jüdisches Gemeinwesen schaffen wollen, ist die Erinnerung an die hierfür notwendige politische Zucht sehr wichtig. Und überdies freut sieh jeder an dem klassischen Stil dieser Schriftsteiler, die nach Jahrhunderten noch ״modern“ sind. r. h, bei denen die sorgfältig gewählte Uebersct/ung besonders auffällt. Aut die im Text vorkommenden Wörter mit Kamaz katan (o-Aussprache) wird hmgewiesen. Der Verlag hat sich um einen sauberen und sehr klaren Druck der Hefte bemüht. Die allzu genaue EinhaUung des llefsek könnte aus methodischen Gründen vielleicht eingeschränkt werden, um dem Lernenden Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Die ״(jiljonot“ werden nicht nur Schulen, sondern auch hebräischen Kursen gute Dienste leisten. Wir würden vorschlagen, in den nächsten Heften noch mehr palästinensische Jugender/ählungen zu bringen, sowie einzelne Stoffkreise zu behandeln: z. B. ostjiulische Erzähler (Kindcrerzäh* hingen von Schalem! Alejchem), jüdische Feiertage usw. Die Herausgeber werden dieser Aufgabe durchaus gewachsen sein, wie aus ihrer langjährigen Arbeit für das Hebräische bekannt ist. Die ״(iiljonot“ werden nicht nur eine vorhandene Lücke ausfüllen, sondern auch eine Grundlage für das endlich zu schaffende Lehrbuch für Schulen bilden können. Dr. L. E 11 r m a n n Sofrejnu Schriftenreihe aus der neu-hebräischeti Literatur. 1. Heft: J. L. Perez - 2. Heft: CI1. N. Bialik - 3. Heft: Schalem Alejchem. Pur Schule und Seihst unterricht bearbeitet und mit deutschen Erläuterungen versehen von Dr. S. Kaleko. 1935, Verlag Kedem Berlin. Zur rechten Stunde erscheint in dieser Zeit, da sich so viele Menschen, Junge und Alte, tun die Erwerbung hehräischcr Sprachkenntnisse mühen, diese Schriftenreihe, die Dr. S. Kaleko im Verlage Kedem in handlichen Bändelten zu billigem Preise licrausgibt. Sie ist sehr geeignet, einem Laster der neuen hebräischen Spraeh-Schiiler abzuhelfen: daß nämlich allein die Erwerbung praktischer Sprachkcnntnisse gefördert werde — die ״Schalotn-Tiroler“ gezüchtet werden, wie man in Erez Israel sagt — und darüber der Schatz unserer alten wie neuen hebräischen Literatur vernachlässigt werde. Einer Auswahl aus Perez und aus Schaloni Alejchem sind zunächst im Text selbst, was als eine sehr wünschenswerte Neuerung erscheint, Umschreibungen in hebräischer Sprache beigegeben, wie sie wohl in der Stunde der Lehrer dem Schüler zur Erklärung sagen mag. — Fenier sind au! der gleichen Seite — so daß ’ auch das lästige Vor- und Zurück blättern für den Anfang erspart bleibt •— deutsche Wort-Erläuterungen gegeben; freilich wird sich natürlich, wer tiefer eindringen will, dadurch nicht immer den Blick in das Wörterbuch ersparen wollen oder können. Vielleicht könnte bei einer Neuauflage die deutsche Fassung der Uebersetzungen — z, B. Bialik S. 10 ״über werfen sein“ einer nochmaligen Durchsicht unterworfen werden. — Hoffcntlieh wird die sehr nutzbringende Sammlung bald fortgesetzt. —bs— Tacitus hebräisch כתבי טקימום׳ מתרגמים מרומית עם מבוא והערות מאת ד״ר אלכסנדר שור׳ גרמניה׳ הוצאת ראובן מס׳ ירושלים In der Numrner vom 5. 7. 1935 wiesen wir auf die hebräische Ueberset/uug der ersten vier Bücher des Herodot durch Dr. Sehorr hin. Nunmehr ist in demselben Verläge (Rubin Maß, Jerusalem) die ״( ier 111 an ia“ des Tacitus wiederum in der Uebertragutig von l)r. Sehorr herausgekommen. Anlage und äußere Ausstattung sind bereits bekannt. Die Uebersetmng, hier erschwert durch die Kürze und Prägnanz des Originals, trifft fast immer das Richtige. Die Fülle der Anmerkungen liefert verblüffende Parallelen z wischen alt j ü d i s c h e n und altgcr manische n Bräuchen und zeigt an sehr, sehr vielen Stellen, wie die Denkweisen der Völker von Natur aus oft gleich sind und alle Verschiedenheiten der Sitten und Betonung der Gegen- Sätze erst im Laufe der Trennung geschichtlichen Erlebens in die Erscheinung treten. Studium der Volkskunde und der Folklore dürfte bei uns noch mehr gepflegt werden. Anderer- Seils zeigt der Uebersetzer in einem einleitenden Kapitel und auch in den Notizen, daß gewisse Cliarakterzüge der alten Germanen sich bis heute erhalten haben, ohne daß damit bewiesen sein muß, daß Tacitus die richtige Darstellung geliefert hat. Es ist doch fraglich, ob die Entstehung der ״Gerniania“ auf den Willen des Tacitus — den Römern in den Germanen ein Spiegelbild der Tugend und Gesittung vorzuhalten — zurückzufiihren ist (s. jüngstens E. VC'olff, das geschichtliche Verstellen in Tacitus’ Germania, Hermes 69, 1931, I. 121-161). Auch dieses Buch sei wärmstens empfohlen. Rabb. Dr. Dr. A. Posner, Jerusalem Prof. Dr. Bronn er, Leiter des Jüdischen Museums in Wien, beging vor kurzem seinen 50. Geburtstag. Der Sohn des verlorenen Sohnes Der neue grosse jüdische Roman Ela Jüdischer Imh vm 1 MRRGENSTERN «inrang *4» Selten Frei« Karin■4er, ■I -«.*« Km RN B.S« Der RtH« gr•! 10 jüdische Remem STEFAN ZWEIG 1i1x*r disscR iisnsiii ^ARes GssAe geee^ßsseAer Heeset fcpt Mm* Licht, Kraft, Spannung - ein Mueh, ERICH KBIN8-TEKUM I i M VOT mt gelten“

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