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Jüdische Rundschau · 1935-12-06 · Heft 98 (6.12.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 98 (6.12.1935)
Date
1935-12-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 98, 6 Xn. 1935 JOTHSCHP P״Krr)5rHA!1 Seife 3 Grenzen der Nachdenkliches zur Jüdischen Winterhilfe Von S, Tschertok Zu uns ist durch die Aufgabe Unserer Winterhilfe die große Gelegenheit gekommen. Es ist wie ein Bote, den Gott uns geschickt hat. Kablüncr Dr. Ilaeck auf der Erölfnungs- Kundgebung der JWil. Wir wollen nicht nur bezeugen, wir wollen beschwören, daß wir uns der geschichtlichen Größe unserer Aufgabe bewußt sind. Dir. Heinrich Stuhl auf der Erülfnuiigskumlgebung der JWI1. Mit seltener Einmütigkeit widmet sich die jüdische Oeffentüchkeit der Aufgabe der Winterhilfe. Noch nie hat die jü- 'dische Gesellschaft eine so umfassende Anstrengung für eine jüdische Aufgabe unternommen, wie für die Winterhilfe. Der Verwaltungs- und Steuerapparat der Gemeinden, das Wort der Rabbiner, die Spalten der jüdischen Presse, die Initiative und die Autorität aller jüdischen Verbände, die Arbeitsbereitschaft Tausender von Helfern — all das steht fn dieser Zusammenlarsung und in diesem Umfange zum ersten Male für die Lösung einer jüdischen Aufgabe zur Verfügung. Fühlbare Opfer werden auf erlegt und gern getragen, in Kundgebungeri, Konzerten und (jcscllschaftsabcnden strömen Tausende von Juden zusammen, uni den Ruf der Jüdischen Winterhilfe zu vernehmen. Für die Hungernden, für die Frierenden, für die Vergrämten, für die Verzweifelten — Hilfe, die notwendig ist und bei der alle Juden zusammenwirken. Im Winter 1035,3(), fast drei Jahre nach Beginn des gewaltigen Veränderungsprozesses in unserem Leben, sicht die führende Schicht der Judcnhcit endlich die geschichtliche Aufgabe, d i e grolle Gelegenheit und setzt alles, was an gesellschaftlichen Kräften in unserem jüdischen Leben vorhanden ist, ein. Angesichts eines Vorganges von solcher Bedeutung ist es dringend erforderlich, daß die jüdische Oeffentlichkeit nicht nur der Propaganda der JWH. willig folgt, sondern sich auch nüchtern und klar Rechenschaft über das, was geschieht, abgibt und nicht in Versuchung kommt, eine notwendige Hilfsaktion als letztes und alleiniges Ziel zu betrachten. Es ist erstaunlich, eine wie geringfügige Rolle in unserem jüdischen Leben die Erfahrungen einer nahen jüdischen Vergangenheit spielen. Man braucht im Jahre 1035 nicht mehr die geschichtliche Grotte jüdischer Hilfsarbeit zu proklamieren. Das jüdische Leben steht seit Jahrzehnten im Zeichen solcher Aufgaben. In der Nachkriegszcit wurden jüdische Hilfsaktionen durchgeführt, die in ihrem Umfange der JWH. nicht nachstanden. Millionen von Golddollar wurden in Osteuropa für Hilfszweckc ausgegeben. Tausende von Familien wurden jahrelang beköstigt und bekleidet. Darüber hinaus fehlte es nicht an groß angelegten Versuchen, durch Kredithilfe, Genossenschaftswesen usw. zu helfen. Aber das jüdische Leben in Osteuropa wurde in seinen Grundtendenzen auch durch die grandiosen Hilfsanstrengungen der gesamten jüdischen Welt nicht im geringsten verändert. Die harten, sich immer mehr zuspitzenden Lcbensbcdingungen der Juden in der Galuth konnt! n nicht einmal abgeschwächt, geschweige denn aufgehoben werden. Unablässig waren die jüdischen Massen Objekt der Philanthropie. Aber das Elend stieg und steigt noch immer. Die sozial-wirtschaftliche Struktur der Judcnhcit und die Verhältnisse, in die die nichtjüdische Welt uns hineinstellt, haben sieh als Granitfelsen erwiesen, der durch unsere pygmäenhaften Anstrengungen nicht abgetragen werden kann. Wer die entmutigenden Resultate dieser gewaltigen Anstrengung für die osteuropäische Judcnhcit kennt, wird init Erstaunen das Pathos aufnehmen, mit dem nun auch die deutsche judcnhcit diesen steinigen und bitteren ״Weg ohne Ende“ beschreitet. Es ist ein uralter jüdischer Weg, ein typischer Weg der Galuth. Wir haben ihn immer unter dem Zwang der Stunde beschritten. Niemand will und kann dem Eiend tatenlos zusehen, aber jeder weiß, daß es ein Weg in die Tiefe ist• Oder glaubt jemand, daß die Hilfstätigkeit in Deutschland andere Wirkungen haben wird als in Osteuropa? Alle Analogien mit dem Winterhilfswerk des deutsehen Volkes, die man zuweilen in der Propaganda der JWH. hört, sind durchaus abwegig. Das Deutsche WHW. hat die wichtige Funktion, schwachgewordene Teile des sozialwirtschaftlichen Organismus des deutschen Volkes solange zu kräftigen, bis sie wieder selbständige Träger der Wirtschaft geworden sind. Uebergänge sind es, die durch das WHW. überbrückt werden. Die jüdische Hilfstätigkeit hat diese Funktion nur in den seltensten Fällen gehabt und kann sie heute in Deutschland erst recht nicht haben. Wir müssen uns fragen, ob wir zu der Hoffnung berechtig! sind, daß in absehbarer Zeit wenigstens ein Teil der 35 000 Unterstützungsbedürftigen der Berliner Jüdischen Budapester Brief Von unserem Berichterstatter Budapest, 2. Dezember Das Auftreten der ״Jüdischen Volkspartei“ bei den Pester Gemeindewahlen hat ungewohnte Bewegung in den jüdischen Blätterwald gebracht. Nicht nur der Präsident der Gemeinde und sein offiziöses Organ fanden scharfe Worte gegen die .,Störer“ der Gemeindepolitik, auch das radikal-rechtsgerichtete ״U j Magyarsäg“ nimmt sie zum Anlaß eines Leitartikels. »,Ich propagiere es im vollen Bewußtsein meiner Verantwortung“, — schreibt der Reichstagsabgeordnete Franz Kajniss —, ״daß die Begründung der ,Jüdischen Volks- Partei‘ einen historischen Wendepunkt in der Geschichte des ungarischen Judentums bilden werde.“ Freilich, wie er ausführt, nicht 1m wohltätigen Sinne. Und nun muß auch die offizielle Presse daran glauben, die gegen die von manchen Privatunternehmungen jüngst ein geführte Praxis, ihre jüdi- Philanthropie Gemeinde in den WirtschaitsprozvB c i 11 g e g li cd e r t werden kann und die JWH. nicht mehr brauchen wird? Eine ehrliche Antwort auf diese Frage muß die ganze jüdische Hilfsarbeit in Deutschland, in erster Reihe die Winterhilfe, in einem neuen Lichte erscheinen lassen, in den Verhältnissen der fortschreitenden Liquidation muß auch das Problem der materiell tragenden Schicht der JWH. sehr bald auftauchen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß schon die JWH. des Jahres 1936,■37 mit diesem Problem sehr schwer zu kämpfen haben wird. Die Schicht der Nehmenden muß notwcndigerwcisc immer mehr anwachsen, die Schiel t der Gebenden sich immer mehr verringern. Das heißt, daß ■wiederum sich alles genau nach den altbekannten traurigen Vorbildern des jüdischen Lebens im Osten abspielen wird. Und daraus gilt es endlich zu lernen. Nichts gegen die JWH. Selbstverständlich soll gesammelt und geholfen werden. Selbstverständlich hat jeder seine Pflicht zu erfüllen. Zwei Dinge müssen aber klar ausgesprochen und mit aller Energie verfochten werden: I. Die JWH. schafft keine Auswege und keine neuen Verhältnisse. Sie ist ein Erfordernis des Tages und nicht mehr. Jeder Versuch, sic zu einer 1 deolog ie uinnigestalten, bedeutet eine Illusionier 11 ng der Judcnhcit und ihre Ablenkung von konstruktiven Anstrengungen. II. Die JWH. zeigt, daß es möglich ist, über alle Parteiunterschiede hinweg eine jüdische Kraft zur Lösung einer wichtigen Aufgabe zu schaffen. Der gleiche Einsatz muß also auch auf dem Gebiete des jüdischen Aufbaus möglich sein, wenn die führende Schicht der judcnhcit cs wirklich will. ״Hilfe und Aufbau“ ist nicht zufällig im Sommer 1933 zur Parole der Juden in Deutschland gewählt worden. U11bestritten war seither die Meinung, daß die Juden heit ihre Kraft für die!!”umgängliche Hilfeleistung und für den grundsätzlichen Neuaufbau unseres jüdischen Lebens einzusetzen gewillt ist. Es kann der jüdischen Oeffentlichkeit daher nicht gleichgültig sein, wenn es heute zwischen den beiden lebenswichtigen Aufgaben faktisch kein Gleichgewicht gibt. Die Parole ״Hilfe und Aufbau“ hat heute an Aktualität gewonnen. Ernsthafte Beziehung zur ״Zcdakah“ ist ein alter Vorzug der Judenlieit. Aufbau ist unserer Gesellschaft neu. Aufbau ist gleichbedeutend mit gründlichem Umlernen. Die ehrliche Konsequenz aus einer neuen Erkenntnis fällt aber nicht leicht, wie der Griff in das alte Arsenal der Galuth- Politik. Und doch muß die gesamte Judcnhcit, deren Führer soviel zum Umlernen rufen, ihre Kräfte neben der Hiifsarbeit und vielleicht sogar vor dieser, für den Aufbau eines neuen jüdischen Lebens in Palästina cinsetzen, wenn sie sich wirklich der Größe ihrer geschichtlichen Aufgabe bewußt sein will. Uni jedes Mißverständnis auszuschlicßcn, soll nochmals mit allem Nachdruck gesagt werden, daß Werke der Nächstenliebe, Hilfe für die Bedürftigen und Leidenden, eine unabweisbare Notwendigkeit sind, der sich selbstverständlich kein Teil der jüdischen Gemeinschaft entziehen darf. Wogegen hier gesprochen wird, ist nicht diese Hilfsarbeit, sondern die Ideologie, die damit verbunden wird. Als den Juden die Durchführung des Jüdischen Winterhilfswerkes übertragen wurde, hatte man oft den Eindruck, als ob gewisse jüdische Gruppen geradezu aufatmen, daß sie jetzt, nachdem infolge der geänderten Verhältnisse ihr altes Programm unbrauchbar und ihr Verbandsbetrieb daher ganz leer geworden war, wieder eine Aufgabe haben, und daher hat man ein einfaches Werk menschlicher Solidarität zu einer ״geschichtlichen“ Aktion gestempelt. Darum muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß Philanthropie allein uns in unserem Leben nicht den geringsten Schritt vorwärts bringen kann, sondern nur ein Notbehelf für den Augenblick ist. Es wäre schlecht um lins bestellt, wollten wir uns auf solche Augenblicksarbeit beschränken und sie an Stelle der wirklichen Planung für die Zukunft setzen. Auch eine so wichtige Sache wie die Jüdische Winterhilfe kann und darf keinen einzigen Juden von der Notwendigkeit befreien, die Juden frage durchzudenken und an einer Lösung zu arbeiten, die etwas grundsätzlich Neues schafft, wirkliche Lebensgrundlagen für das jüdische Volk. Das haben auch weite Kreise bereits eingcschen, und daher gibt es heut fast keine führende jüdische Persönlichkeit in Deutschland mehr, die nicht in Reden usw׳. für den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina eintritt. Würden diese Persönlichkeiten so unbedingt und rückhaltlos auch ihre Arbeit für diesen Gedanken einsetzen, w׳ie sie dies z, B. beim Winterhilfswerk tun, dann würde gewiß weit Größeres in Deutschland für die jüdische Zukunftsarbeit, für den Palästina-Aufbau in allen seinen Formen und für die ihm dienenden Fonds, getan werden können. ״Hilfe und Aufbau“ —• die Parole muß eine uneingeschränkte Wirksamkeit im jüdischen Leben erlangen. ״Alle Schuld im Leben des Einzelnen wie der Gesamtheit ist die versäumte Gelegenheit . . .“ sagte Rabbiner Dr. Baeck in seiner Ansprache in der Eröffnungskundgebung der JWH. — und er hat recht. sehen Angestellten zu entlassen, einen selbstbewußten Widerstand gepredigt hatte. Als eine Begleiterscheinung der Wahlbewegtmjr kann das Versprechen gewertet werden, daß die Gemeinde in nächster Zeit cJen Bau zw׳eier Bezirkstempel in Angriff nehmen werde. Die Schwestergemeinde Buda (Ofen) hat dieser Tage ebenfalls den Grundstein zu einer modernen Synagoge gelegt. Die Judenrazzia in Kisvärda (Klein-Wardein), bei der ״polnisch“ aussehende bekannte Ortsbewohner, Schüler der staatlich subventionierten Talmud-Thoraschule, sogar Familienmitglieder des greisen Rabbiners, der seinerzeit als Kandidat für die orthodoxe Oberhausstclle galt, zur Polizei gebracht wurden, um ihre Zuständigkeit zu legitimieren, kam auch im Parlament zur Rede. Auf die Interpellation des Abgeordneten Fabian erwiderte der Minister des Innern, Nikolaus von Kozma, eine derartige Fremdenkontrolle sei gesetzlieh und notwendig, da in den Grenzgebieten noch immer unerwünschte Elemente einwandem. Der allzu eifrige Beamte des Städtchens wurde versetzt Dr. A. F. Mcnsdiensdiritte ״ER spradi zu Mosche: ... Ich stehe dort vor dir auf dem Fels am . Choreb' (2. B. M. 17. 5 I ); Der Heilige, gesegnet sei er, sjirach zu ihm: An Jedem Orte, wo du eine Spur von Menschensdiritten findest, da bin ich vor dir. Mechilia zu 17, ö (Uebeta. v. Ak N. Glatter) Pariser Brief Von unserem Berichterstatter K. P a r i s, im November Französisch - palästinensischer Wirtschaftsverkehr Frankreichs politische Interessen im Vorderen Orient, sein Atandat über Syrien,!mißten - - so sollte man vermutet! — ihm auch einen wichtigen Anteil am palästinensischen Wirtsdiaftsleben sichern, zu einer iiatiirlichcn Entwicklung des französisch-palästinensischen Wirtschaftsverkehrs führen, ln Wirklichkeit naimi Frankreich jahrelang nur den 7. Platz im palästinensischen Außenhandels ein und Kt im Jahre 193-1, einem Jahre palästinensischer Hochkonjunktur, aut den dreizehnten Platz /unickgefallen. In! Jahre 19 it betrug der Wert der französischen Ausfuhr nach Palästina ßP ■IPslNK) (10 "0 weniger als im Vorjahre) und der der 1 infulir pnkistinensisclier Waren nach I rankndch Kl’ 31 <1,1:1. Die für 19 15 vorliegenden Zahlen lassen ein endgültiges Hi kt vier I ntvvickhing des frauzösisch-palästineu-Kciien Auln-iihamlcK nicht zu, doch ist erneut ein Rückgang; von 19 13 "״ der tran/osisvhcii Verkäufe nach Palästina zu verzeichnen. Dagegen haben die palästinensischen 1:\porte nach I!;!:;kreich c; lieblich /tigenommen. Der palästinensische IN וסין t nach I rankreicli bestellt fast ausschließlich aus Orangen und, während DPI!־rankreicli nur -13 900 Kisten Palästina-( )rangen empfing, waren es 10 33 bis jetzt 175 000 Kisten!111 Wert von ß|> ,9! 90 009. Frankreich stellt damit an ■1. Steile unter den!iiiportctiren vo!1 Palästina-(.)rangen. I )ie fran/ösise ii-palä-tin ciisKche I landels- Bilanz, hat sieh daher wesentlich zugunsten Palästinas gebessert, und es sind zur Zeit Verhandlungen im (lange, tun den Orangencxpciii nach Frankreich auf '100 000 Kisten zu erhöhen. Auf der anderen Seite sind lie-.trelnmgen im (lange, auch der französischen Ausfuhr einen tendieren Anteil am palästinensischen Außenhandel zu sidicrn. Die i r an z!»- s i s c h - p a I ä s t i 11 e n s i s c h e 11 a n <1 e I s k a m m er, die nach jahrelanger Unterbrechung ihre Tätigkeit wieder aufgenommen hat, hat in dieser Richtung gearbeitet. Sie versucht, die französischen lärmen an dem pjla-dincimischen (Jeschüft zu interessieren, und hat bereits Verbindungen mit palästinensischen Unternehmungen 1m 1 Vertretern vermittelt. Auf der anderen Seite hat sic an dem Zusammenschluß von etwa 20 an dem Paiästin,'!geschält interessierten Firmen zu einer Interessengemeinschaft ״Office Frauen is pour le Proclie Orient“ mitgewirkt und bemüht sich zur Zeit, eine neue Interessengruppe der pharmazeutischen Industrie zu schaffen.!Darüber hinaus soll die Handelskammer in! Rahmen des treu aktivierten ״Frauce-Palestinc“ als wirtschaftliche Beratung» stelle für Palästina-Interessenten aller Art dienen. Man ho* müht sich zur Zeit, die Beteiligung Frankreichs an der Levante Messe 1936 in Tel-Awiw zu sichen!. Bekanntlich war frankreich im Jahre 1934 mit einem eigenen Pavillon vertreten, doch hat diese Repräsentation den französischen Exporteuren nicht den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg gebracht. Das finanzielle Defizit dieser Beteiligung hat die■ französische Regiming veranlaßt, diesmal nur eine kleine Summe für frankrcichs Vertretung in Tel-Awiw zur Verfügung zu stellen und in! übrigen der privaten Initiative den eventuellen Aufbau eines Pavillons zu überlassen. Die Weltausstellung, die 1 9 37 in Paris eröffnet wird, wirft die Frage nach einer jüdischen Beteiligung an diesem Unternehmen auf. Ls sind Bea; eäungeii im ( lauge, einen palästinensische!! Pavillon zu errichten, der vor allem die Fortschritte des jüdischen Palästina-.\nfhaus zeigen soll. Andererseits mache« sich aber Eimlüsse geltend, die die jüdische Vertretung nicht ausschließlich auf Palästina bescliränkeu wollen und dein Pavillon den (.liarakf er eines ״jüdische!1“ Hauses geben wollen, in dem die Fruchte jüdischer Arbeit lind jüdischer Kunst gezeigt ־werde«. ( )!nvnlil dieser < leda iike manche Freunde hat, sind die Schwierigkeiten, die sich seiner Durchführung eutgegeiistellen, so groß, dal', es wohl bei dem Palästina-Pavillon nach den! Vorbild der Pariser Kolonialaus- Stellung und der Brüsseler Ausstellung bleiben wird. Siedlungspläne in Frankreich Die Aussichtslosigkeit für einen großen Teil der deutschjüdischen Refugees in Frankreich, sich iii die französische Wirtschaft ein/iiordiien, hat gleich hei Beginn des jüdischen Zustroms nach Frankreich den Gedanken einer I and wirfsc!1 ältlichen A!1 s i e 1111111 g in den entvölkerten I )eparfcnieuts naliegelegt. Fs tauchten beim Beginn der Emigration Dutzende Projekte vor! mehr oder weniger sachverständiger Seite auf, die aber alle nicht zur Ausführung kamen. Die Gründe für dieses Scheitern der damaligen Siedltmgspiäne lagen einmal in vier ungenügenden Vorbildung der Siedler, in dem Mangel an ausreichenden! Geldmitteln sowie it! den Widerständen der französischen Bevölkerung und vor allein der französisch-jüdischen Kreise begründet, seither sind verscliiedene Kölonisationsversuche kleineren Stiles teils von privatcr Seite, teils von jüdischen Organisationen unternommen worden, die aber bisher keine zufriedenstellenden Erfolge ergeben haben. Der wirtschalt liehe Niedergang eines großen Teiles der Emigration in Frankreich hat sich weiter fortgesetzt, und es scheint, daß unter diesen Umständen auch die Siedltmgspiäne wieder mitgenommen werden. So ist erneut das Projekt der Ansiedlung cincr_ Anzahl von jüdischen Familien in Südostfrankrcich aufgetaucht. So sehr man jeden Versuch einer Hilfeleistung an die notleidenden jüdisehen Emigranten aus Deutschland begrüßen muß, so rnuß man angesichts der unbefriedigenden bisherigen Ergebnisse der Hoffnung Ausdruck gehen, daß — wem! diese Pläne in das Stadium der Realisierung treten sollten — sie mit derje fügen Sachkenntnis in Angriff genommen werden, die die Schwierigkeit der Aufgabe erfordert. GcnteindewaUen in Paris In diesen Tagen werden die Mitglieder der Pariser Gemeinde 15 neue Vertreter i!11 Konsistorium, 12 auf 8 Jahre und 3 auf 4 Jahre, wählen. Es ist für die geringe reale Bedeuhing, die das Pariser Konsistorium für die in Paris lebenden uden — es sind zur Zeit schätzungsweise 150000—ISO000 — at, bezeichnend, daß diese Neuwahl fast keine Aufmerk- Das schönste Festgeschenk Zu biA&Ctsi /Nt ALLEN

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