Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 97 (3.12.1935)
- Date
- 1935-12-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 ISCHE RUNDSCHAUסיס! Nr. 97, 3. XII. 1935 Das Neueste in Kürze lung nicht mit Unnachgiebigkeit eingreift, über den schlagen dann die Wellen des Verfalls so turmhoch zusammen, daß er von ihnen begraben wird un i sich nicht mehr aus der Flut zu retten vermag. Es ist vielleicht schon die Zeit gekommen, viel zu früh werden manche meinen, daß neue Propheten den Juden den Spiegel Vorhalten und ihre warnende und strafende Stimme erliehen. Fs ist kein Zweifel, datl eine große Anzahl der besten und edelsten Menschen, die im Laote leben, und unter den Symptomen der anarcho-chaotischen Zustände leiden, solchen Propheten willig Gefolgschaft leisten werden. Wenn aus der Ghetto-Sklaverei zur Freiheit gelangte Elemente diese Freiheit mit Ungebundeiihcit verwechseln, so müssen beherzte Menschen die Zügellosen zur Vernunft bringen. Die palästinensische Wirtschaft Ein Aufsatz der ״Frankfurter Zeitung“ Die ״Frankfurter Zeitung“ befaßt sich in einem längeren Aufsatz mit der Stärke und den Schwächen der palästinensischen Wirtschaft, die durch die Krise der letzten Wochen Jentheb in Erscheinung getreten sind. Zum erstenmal seit über vier Jahren sei der gradlinige Anstieg der palästinensischen Konjunktur durch einen Rückschlag unterbrochen worden. Das brauche nicht unerwünscht zu sein, wenn vor allem an die Stelle eines Prosperity-Taumels einige Ernüchterung getreten sei. Denn nach den langen Jahren der Hochkonjunktur bestelle sicherlich ein Beaiirfnis nach Bereinigung. Es wird sodann auf den Run auf die Banken ein gegangen und festgcstcllt, daß die Bankkrise zwar voriiberging, aber eine Kreditkrise blieb. Hinzu sei gekommen, daß gewisse organische Schwac h e n d c r p a I ü s t i n e n s i s c h e■ n 1 n d u s i r i e sich bemerkbar gemacht!iahen. Die Enge des Marktes und die relative Höhe der I ohne verteuern die Produktion, ihre geringe Kapitalkraft vermindere ihre Widerstandsfähigkeit gegen ausländisches Dumping, Die Einwanderung an Mensehen, Kapital, die glanzende׳ Situation der öffentlichen Finanzen und die hohe Rentabilität der Zitruskulturen haben aber, so heißt es weiter, die Wirkungen der Kreditkrise verhältnismäßig schnell paralysiert und können zweifellos, sofern keine außergewöhnlichen Störungen von außen eintreten, der K o 11 j 11 n k tur weitere Stabilität v e r leihen. Es wird sodann auf die Einwanderung von Menschen und Kapital ein gegangen und der Anteil der Juden aus Deutschland an der Kapitalisteneinwan• d e r u 11 g aut ungefähr ■40 angegeben, gegenüber 20 0'״ bei der Einwanderung insgesamt, ()er deutsche Import habe /iigenoinmcii, und /war absolut und relativ. Deutschland stehe mit seiner Einfuhr unmittelbar hinter England. Es wird weiter die Steuer- und Thesaurierungspolttik der Repierurig besproclicn, die Aussichten der Urangenernte und ihre Unterbringung abgeschabt und zttsaminenfassend festgestellt, daß die palästinensische Wirtschaft trotz dem zeit- «׳eiligen Rückschlag ihre Struktur nicht verändert habe. Es sei ein Kolonialland, das, befruchtet durch einen andauernden, überaus reichlichen Kapital/ustroni, sich rapide von traditionsgebundenen extensiven Wirtschaftsformen zu kapitalistischrationeller, industrieller und landwirtschaftlicher Produktions• weise entwickelt. Die Probe auf seine Existcnzfahigkcit werde Palästina zu bestehen haben, wenn die Kapitalznfuhr einmal stocken oder auch nur erheblich zurückgehen sollte. Dafür bestehe״ bis jetzt aber keine Anzeichen, andererseits sei sie von so viel äußeren Faktoren abhängig, als daß eine solche Unterbrechung nicht jederzeit eintreten könnte. Palästinas Schicksal hänge davon an, ob seine junge, moderne Wirtschaft in diesem Augenblick schon so widerstandsfähig ist, daß sie aus eigenen Kräften bestehen und sich entfalten kann. Der Außenhandel Palästinas Der Wert der Einfuhr aus Deutschland nach Palästina betrug im ersten Halbjahr 1035 1 082 000 Pfund gegenüber 8591101) Pfund im vergangenen Jahr. Die Ausfuhr nach Deutschland ist von 501 600 auf 248 000 Pfund gefallen. Nach England wurden im ersten Halbjahr 1035 Waren im Wert von 2 00b IKK) Pfund aUsgefuhrt, während die Einfuhr aus England 1 411 000 Pfund betrug. Die Steigerung des Exports ist hauptsächlich auf den größeren Absatz von Zitrusfrüchten ximickzutuhren. Int ersten Halbjahr 103-1 herrschte zwischen der Ausfuhr und der Einfuhr aus Eng- Unu mit 1 3xü U» 9 Pfund Gleichgewicht. Po.itik und Gesellschaft Im Laufe des Monats November sind etwa 4500 Juden nach Palästina eingewandert. Die amtlichen Einwanderung*• zahlen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Im Monat Oktober hat die Palästina-Regierung 40 jüdischen Aerz'cn und einem arabischen Arzt die Erlaubnis zur Ausübung der Praxis erteilt. Ferner wurden zur Praxis zugelassen 8 jüdische Apotheker, 7 jüdische Zahnärzte, sowie 2 jüdische und eine arabische Hebamme. Vertreter des Waad Leumi, der Stadtverwaltung von Tel- Awiw und einer Reihe großer jüdischer Verbände haben eine gemeinsame Konferenz ab״ehaltcn, in der eine scharfe Entschließung gegen die unce ־ügendc Berücksichtigung der Erfordernisse des jüdischen Scl.ulwcrks Palästinas im Budget der P a 1 ä s t i n a R e •\ i e r 11 n g gefaßt wurde. In der Entschließung wird gefordert, daß der Beitrag der Regierung dem Anteil der jikii״־hen Bevölkerung an der Oesamtbevölkerung angepaßt werde. Die Anzahl der Wahlberechtigten für die Stadtvervvaltung in T e 1 - A \v i w wird 25 000 betragen. Pie Anzahl der Kandidatenlisten droht über die Anzahl der Stadtrate (15) anzuschwellen. in dm nächsten Tagen sollen gegenseitige Besuche des High Comrnissioncr Sir Arthur Wauchope und Emir Abdullahs von Transjordanien stattfinden. In einer Versammlung der Jerusalemer Hebräischen Universität verkündete Dr. Chaim weizmann offiziell die Er- Öffnung der von ihm geleiteten naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät. Gleichzeitig cröffncte Weizmann die Abteilung für Physikalische Chemie. Die Palästina-Regierung beschloß, dem Amt für Einwanderung eine neue statistische Abteilung anzugliedern, •die Prof. S, A. Cudmorc übertragen wurde, der bisher in Diensten der kanadischen Regierung stand. Das neue Amt soll statistische Unterlagen für eine genaue Anpassung der künftigen Einwanderung an die Aufnahmefähigkeit des Landes liefern. Ferner hat sich die Regierung angesichts der außerordentlich regen Bautätigkeit entschlossen, einen Spezialisten für Städtebau fragen zu verpflichten, Die Wahl fiel auf den englischen Städtebauer Kendall. In Ramallah fand eine Zusammenkunft der orthod o x e n (christlichen) arabischen Jugend statt, die sich verpflichtete, das griechische Patriarchat zu bovkottieren und die Regierung aufzufordern, den neugewählten griechischen Patriarchen nicht anzuerkenjten. Die Beschlüsse sind ein Mittel in dem Kampfe der arabischen Laiengemeinde um die Nationalisierung der griechisch-orthodoxen Kirche im Lande gegen ihre griechischen Mönche. In Raartana bei Tel-Awiw wurden 80 jüdische Arbeiter wegen Postenstehens vor einer jüdischen Pflanzung, in der arabische Arbeiter beschäftigt werden, verhaftet. Infolge einer Unwetterkatastrophe wurden am 2. Dezember die tiefergclegenen Teile von Tel-Awiw unter Wasser gesetzt. Menschenleben wurden nicht gefährdet. Unter einer Ueberschwemmung im Chule- Gebiet hat ein Teil der dort lebenden Fellachen und Beduinen schwer gelitten. Die Lehmhäuser wurden durch die niedergehenden Geröllmassen zerstört und die Bewohner blieben ohne Unterkunft, Nahrung und Kleidung. Klar Oiladi, die benachbarte jüdische Siedlung, bemühte sich, Hilfe zu leisten. Später hat auch der moslemische Rat mH einer Geldsumme geholfen. Felder in der Umgebung sind völlig mit Geröll bedeckt oder in Sumpf verwandelt. Für die Freiiegung der verstopften Verbindungswege mußten Hunderte von Arbeitern eingesetzt werden. Im Galiläa-Distrikt wurden im Laufe des Monats Oktober mehr als lftO neue Fälle von Malaria der Krankenkassc gemeldet. Die Gesamtzahl der im Oktober gemeldeten Typhus• fälle betrug 251. Auf dem jüdischen Friedhof von Tel-Awiw fand die Enthüllung eines Grabdenkmals für den zionistischen Führer Dr. Leon Reich statt. Brotiislaw Hubermann trifft am 7. Januar 1936 in Palästina ein. Wie aus Kabul telegraphiert wird, haben 50 jüdische Flüchtlhigsfarnilien aus Buchara, die sich bisher in Afghanistan aufgehalten haben, die Reise nach Palästina angetreten. Wirtschaft und Verwaltung Im Laufe des Monats Oktober wurden nach den letzten Schätzungen gegen 1 Million Pfund Kapital nach Palästina importiert. Die Anglo-Palestine-Company allein hat von dieser Summe £ 568 000 aufgenoinmen. Nach den Schätzungen des Landwirtschaftsdepartments der Palästina-Regierung wird der Gesamtexport an Zitrusfrüchten in diesem Jahre 7 750(WO Kisten, und zwar 6 500 000 Kisten Orangen und 1 250 000 Kisten Grapefruits betragen. Bis Mitte November wurden von der diesjährigen Ernte 361 000 Kisten Orangen verladen. Die Regierungskommission, die sich mit der Festlegung der Import-Erlaubnisse für Weizen und Mehl nach Palästina beschäftigt, erhielt von der arabischen Handelskaminer in Haifa und von privaten arabischen Importeuren die Forderung, die Einführung von Weizen für die Anfangsmonate des nächsten Jahres zu verbieten und die Einfuhr von Mehl zu beschränken. Als Grund wird die starke Senkung der Getreidepreise auf dem palästinensischen Markte angegeben, die sowohl durch den starken Import in der Zeit der Kriegspanik als auch durch die Konkurrenz der Händler untereinander verursacht ist. Die Einnahmen der Palästina -Regierung für das Halbjahr April -Oktober 1935 betrugen £ 2 968 612, ungefähr £ 2J0 000 mehr als im Voranschlag des Budgets angenommen war. Die Einnahmen im ersten Halbjahr des Jahres 1034 betrugen £ 2 496 206, also gegen eine halbe Million weniger. Für die möglichst schnelle Erschließung des Gebietes der Hu le-Kon Zession wurde eine Gesellschaft gegründet, deren Anteile zu 90 ״ > im Besitze der Palestinc Land Development Company, des Keren Kajeincth und der Exekutive der Jewish .Agency und zu 10״;» in Privatbesitz sich befinden. Das Geseliscliaftskapital beträgt 100 000 Pfund. Eine Delegation des Handwerkerverbandes wurde von den Mitgliedern der Jewish Agency Kaplan (Finanzen) und Rottenstreich (Handel und Industrie) emptaugen und legte die *Forderungen der Handwerker nach billigen Krediten und Erleichterung der Einwanderung von Handwerkern vor. Die Siedlungen in der Gegend von Tel-Mond (Scharon) haben Verhandlungen mit der Regierung angeknüpft, um die Verbindung dieser Punkte mit dem jetzt fertiggestellten Weg Tel-Awiw— Kalkilieh zu erreichen. Die Siedlunget! leiden seit den ersten Winterregen unter der mangelnden Verbindung, die sie hindert, die nötigen Lebensmittel zur Zeit heranzuschaffen und ihre Produkte zu Markte zu bringen. In Ajeleth Haschachar (Galiläa) wurde bei einer Brunnenbohrung in 50 m Tiefe Wasser gefunden. Die Siedlung erhält durch die neue Wasserversorgung die Mittel zu einer Intensivierung der Wirtschaft. Für die Ueberwachung des Tclcphondienstes im Lande hat die Regierung einen Fachmann aus London kommen lassen. Man erhofft hiervon eine Besserung und raschere Vergrößerung des bisher völlig ungenügenden Telephondienstes im Lande. Am 27. November wurde die Telephonverbin• düng zwischen Palästina und Irak mit einem Gespräch zwischen dem Ministerpräsidenten des Irak, Jassin Pascha, und dem Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, eröffnet. ״Tnuvah“, die Verkaufsgesellschaft für die landwirtgehaltlichen Produkte der Arbeiterbetriebe, hat in Kfar Malal eine neue Zentralmolkerei für die Siedlungen des Scharon nach Muster der dänischen Molkereien eingerichtet. Die Gesellschaft ״Haboker“, die seitens der landwirtschädlichen Arbeitersiedlungen für den gemeinsamen Einkauf des lebenden Inventars der Siedlungen gegründet wurde, hat kürzlich in Europa, vor allem in Holland, 1000 Kühe c kau ft. Die ersten zwei Transporte dieser Kühe sind ereits in Palästina eingetroffen. Die Fabrik für Blu rn e n t ö p f e, die von der Kollektivgruppe Jagur (bei Haifa) mit Hilfe von Fachleuten aus Deutschland errichtet worden ist, beginnt mit der Produktion. Der Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey Shukri, gab bei einer Pressekonferenz die Anzahl der Einwohner in der Stadt mit rund 100 000 an. Der Kapitalzustrom nach Palästina Wie das A in e r i e a 11 E 1־ o 11 o m i c Co in m i 11 c e in Tel-Awiw bekannt gibt, wurden im letzten Vierteljahr Anfraget! von 11(1 Kapitalisten und ■16 Vertretern von Kapitalisten an das Bti.n gerichtet. Diesen 102 Interessenten stand ein Kapital von 516 83() Pfund zur Verfügung. Die meisten Anfragen kamen vmt deutschen Staatsangehörigen. 81 Juden aus Deutschland haben sich schriftlich, 78 persönlich an das Büro gewandt. Von den Interessenten besaßen vier ein Kapital von mehr als 20 000 Pfund, sechs verfugten über 10 000 bis 20 000 Pfund, hur Industrieanlagen interessierten sich 100, für allgemeine Investitionen '38, für Hamlelsunterncliniungen 21, für Land Wirtschaft nur 20 Personen entsprechend den gegenwärtigen hivestitionsmöglichkeiten in Palästina. Bau -Ausstellung der Levante- Messe Jerusalem, 24. November. (JTA.) Die Leitung der Levante-Messe in Tel-Awiw hat eine Besprechung mit hervorragenden palästinensischen Architekten abgehalten, in der der Plan einer Bau-Ausstellung im Rahmen der nachsten Messe erörtert wurde. Einen besonderen Anziehung*- punkt soll in dieser Ausstellung das in jeder Einzelheit ausschließlich aus palästinensischem Material hergestellte ,,Ideal-Haus“ bilden. Herr Jaffe von der Messclcitung sprach über die Notwendigkeit einer Erweiterung des Messegcländes eventuell durch Einschluß des benachbarten Strandabschnitts. Der Tel-Awiwer Stadtbauingenieur Schiffnt a n n wies auf die hohe Bedeutung einer gut organisierten Bau-Ausstellung für die einheimischen Architekten und andere an der Bauindustrie interessierte Faktoren hin. Das Mitglied des technischen Büros der Messe El Hananl kündigte bauliche Veränderungen auf dem Messegelände an, wie Vergrößerung des Eingangstors, Verlegung der Haupt- Straße, Errichtung eines Brunnens auf dem ״Platz des gefliigeltcn Kamels*' usw. ln der Aussprache wurde die Umgestaltung des Messefcländes unter besserer Ausnutzung der landschaftlichen chönheiten der Umgebung, des Meeres- und Jarkonstrandes, besprochen. Die Bautätigkeit Im Lande ״Dawar“ berichtet über die Bauunternehmungen, die jetzt int Gange sind. In Tel-Awiw steht eine große Mittelstanclssiedhing vor der Ausführung. Beteiligt sind kleine Kaufleute, Beamte und Handwerker, die sich zu diesem Zwecke im Vorjahre organisierten. Die Bank Kupath Am gewährt ihnen die nötigen Anleihen. Auf 23 Dunam, die zur Verfügung sfehen, sollen 192 Wohnungen errichtet werden. Meist sind es Dreizimmerwohnungen, aber auch Zwei- und Vier?immurwohnungen sind in geringerer Anzahl projektiert. Die Teilnehmer müssen 30 °/0 des Baukapitals selbst auf* bringen, 60 0 ׳ erhalten sie durch Vermittlung einer Versieherungsgesellschaft, 10 «ö aus anderer Quelle als Anleihe. Die 60 0״ werden als erste Hypothek eingetragen, die 10 °,'o als zweite. Eine Dreizimmerwohnung wird £ 600—650 kosten. Die Summe der bei diesem Komplex zu vergebenden Arbeiten beträgt etwa £ 100000. Auch in Jerusalem stehen wichtige Baupläne vor der Ausführung. Im ganzen ist in der Hauptstadt in den letzten Monaten ein Anwachsen der Bautätigkeit zu beobachten. Es handelt sich dabei zum Teil um Wohnbauten für neue Einwanderer, zum großen Teil aber auch um öffentliche und Rcgicrungsgcbäude. (Siehe auch unsere Meldung hierüber in Nr. 95. Red J So soll in nächster Zeit mit dem Bau der Universitätsklinik begonnen werden. Der Bau wird £ 100000 kosten. Für das judaistischc Institut der Universität soll ein Gebäude für £ 18 000 errichtet werden. Die Anglo-Palcstine Co. wird in Jerusalem ein eigenes Gebäude für £ 30000 errichten, die Bäckerei Berinan einen Bau für £ 10 000, ein Kinderheim soll auf dem Skopusbergc gebaut werden (£ 10000). In der Nähe von Kfar Ezion sollen mehrere Häuser im Gesamtwerte von £ 12 000 gebaut werden, dazu kommen noch Bauunternehmungen kleinerer Organisationen und viele private Baupläne. Der Gesamtwert der für die nächste Zeit von jüdischer Seite projektierten Gebäude beträgt £ 275 000. Die Regierung plant für die nächste Zeit folgende großen Bauten: ein Haus für den Stellvertreter des High Commissioner, ein Haus für den Oberrichter, die Fertigstellung des Postgeb.iudes, die Polizeischule, Wohngebäude für die Soldaten, ein Irrenhaus, Kanalisation®־ und wasscrleitungsanlagen usw. Auch auf den arabischen Baumarkt haf die Auf• wärtsentwicklung der letzten Jahre eingewirkt. So betrug die für Bauten aufgewandte Summe in £ in Nablus ״ Ramie ״ Akko ״ Lydda ״ Gasa ״ Tulkercm ״ Nazareth ״ Bethlehem 1933 1934 5 300 10 500 12 075 18 330 10 720 35 135 2600 10 000 5 445 11 775 4 150 6 880 805 8 288 1918 3 077 ln anderen Städten allerdings sank die Bautätigkeit gegenüber dem Vorjahre, so in Ramr.ü ., Bet Schau, Berscba und Jcnin. Leider gehen die Regierungsberichte, denen diese Zahlen entnommen sind, keine gesonderte Aufstellung für die arabische Bautätigkeit in den Städten mit gemischter Bevölkerung wie Jerusalem, Haifa und Jaffa. Für diese Städte wird nur die Gesamtsumme der für Bauten aufgewandten Beträge veröffentlicht. Immerhin läßt sich daraus ein Begrill von dem Ansteigen der arabischen Bautätigkeit gewinnen. So sind z. B. in Haifa die von den Juden für Bauten aufgewandten Summen bekannt, und wenn man sie von der Gesamtsumme in Abzug bringt, so ergibt sich, daß die arabische Bautätigkeit in Haifa vom Werte von £ 380 000 im Jahre 1933 auf den Wert von £ 464 000 im Jahre 1934 gestiegen ist; das bedeutet eine Steigerung um 22״/״. Aehn- Fiche Steigerungen sind für die übrigen großen Städte mit gemischter Bevölkerung anzunehmen. Die Arbeitsberatungsstelle der Jung-Wlzo bei der HNZ Tel-Awiw hat ab 1. Oktober 1935 ihre Arbeit von neuem aufgenommen. Das Arbeitsberatungsbüro ist geöffnet: Sonntag, Dienstag, Mittwoch von 11—1 Ohr vormittags. Montag, Don• nerstag von 4—7 Ulir nachmittags. Die Kommission für die Angelegenheiten der Einwanderer aus Deutschland und Oesterreich bei der Exekutive der Hütadruth hat im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zum Stadtrat von Tel-Awiw eine Broschüre herausgegeben, die die Neueinwanderer aus Deutschland in die Probleme der Kommunalpolitik einführen soll.