Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 96 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653913--27788-2689242- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 96 9י V» 035י JODISfHP ״rrwncrwATT Seffe T5 UMSCHAU Gesundheitswesen / f r i t z n o a c t Das neue /lerztegesetz Nach langem Zögern hat die Regierung nunmehr das neue Aerztegesetz in Kraft gesetzt, das eine Handhabe bietet, die Zulassung zur Ausübung der ärztlichen Praxis einzuschränkeu. Man kann verschiedener Ansicht darüber sein, ob das Gesetz erforderlich ist. Sicher kann mau nicht bestreiten, daß die Zahl der einwandernden Aerzte verhältnismäßig hoch war. Aut rund 100 000 Einwanderer seit 1933 kamen ca. 900 Aerzte, also etwa 1 Arzt aut 110 Einwanderer. Nimmt man aber das ganze Land in Betracht, so erhält man nach dem gegenwärtigen Stand bei einer Einwohnerzahl von 1,2 Millionen und einer Gesamtzahl der Aerzte von 1600 ein Verhältnis von 1 Arzt auf 750 Einwohner, eine Zahl, die durchaus nicht besorgniserregend ist. Dies Bild ändert sich freilich, wenn man beriicksichtigt, daß die Versorgung des arabischen und des jüdischen Bcvölkerungsteiles mit Acrzten verschieden ist. Innerhalb des jüdischen Sektors von ca. 350 000 Seelen leben ca. 1100 Aerzte, also 1 Arzt auf 250 Einwohner; während in der iibrigen Bevölkerung von 850000 Seelen nur 200 Aerzte vorhanden sind, also 1 Arzt aut 4250 Einwohner. Das bedeutet eine überreiche Versorgung des jüdischen Bevölkerungsteiles, aber eine ganz unzureichende des arabischen. Es drängt sich die Frage auf, warum sich die Regierung nicht bemüht, den Uebcrfluß auf der jüdischen für die arabische Seite nutzbar zu machen. Sie hätte mehr Aerzte anstellen sollen für die Bekämpfung der Seuchen auch in arabischen Gegenden; sie hätte Subventionen für die Niederlassung in solchen Gegenden gewähren sollen, die bisher ungenügend ärztlich versorgt waren. Wo bleibt die Regierung? Tatsächlich ist bisher von der Regierung nichts geschehen, um das Problem der Aerzteeinwanderung positiv zu lösen. Von den 900 eingewanderten Aerzten ist keiner von der Regierung angestellt worden. Auch die Unterstützung, die die Regierung den jüdischen Gesundheitsinstituten gewährt, ist so gering, daß sie mir in geringem Maße die Schaffung neuer Stellen ermöglicht hat, obwohl in mancher Hinsicht eine Erweiterung des öffentlichen Gesundheits• dienstes auch im Rahmen des jüdischen Kolonisationswerkes erforderlich wäre. Die sanitäre Ueberwachung der Einwanderung und der neuen Siedlungspunkte, die Verbesserung der Fürsorgearbeit für Säuglinge und Schulkinder, die Verstärkung des bisher ungenügenden Kampfes gegen Trachom, Tuberkulose und an• dere Volkskrankheiten, die Schaffung neuer Krankenhäuser und die Vergrößerung der bestehenden, der Ausbau des Rettungswesens, des Unfallschutzes und der Berufshygiene; diese und noch manche anderen ungelösten Fragen aut dem Gebiete des Gesundheitswesens hätten die Möglichkeit gegeben, einer ganzen Anzahl Aerzte zum Nutzen der gesamten Bevölkerung Arbeit zu geben. Aber die jüdischen Institute haben nicht genügend Geld, um diese Arbeiten allein zu finanzieren. Die Regierung, die Geld hat, ist damit sehr zurückhaltend. Aerzte sind da, Aufgaben ebenfalls; es hätte also zunächst versucht werden müssen, die Einwanderung det■ Aerzte positiv für das Land auszunutzen. Vielleicht ist es dazu noch nicht zu spät. Es sollte noch jetzt und gerade aus Anlaß des Gesetzes versucht werden, die Regierung zu eine! aktiveren, insbesondere finanziellen Unter- Stützung des Gesundheitswerkes zu veranlassen. Und nicht nur des jüdischen; wir sind nicht weniger interessiert an der Sanierung der von Arabern bewohnten Landesteile und glauben, daß gerade auf dem Gebiete des Ge• sundheitswesens eine Gemeinsamkeit der Interessen beider Völker besteht. Das Gesetz begegnet auch sonst erheblichen Bedenken. Es bestehen große Zweifel, ob es sich überhaupt mit dem Mandat vereinbaren läßt. Nach Artikel 7 des Mandates soll die Er- Werbung der palästinensischen Staatsbürgerschaff durch Juden erleichtert werden. Gemeint war damit zweifellos eine vollwertige, nicht aber eine entwertete Staatsbürgerschaft. Wenn jetzt ein gesetzlicher Unterschied eingeführt ist zwisehen Staatsbürgern von Geburt, Staatsbürgern mit Naturaüsierungs- oder Einwanderungsdatmri vor 1. 12. 35 und Staatsbürgern nach diesem Termin, dann ist das der Beginn einer abgestuften Staatsbürgerschaft, der allen weiteren Entwicklungen Spielraum läßt. Andere Mittel der Beschränkung Wenn schon die Regierung der Ansicht war, daß die freie Niederlassung der Aerzte eingeschränkt werden müsse, dann hätte es andere, zweckmäßigere Methoden gegeben. Man hätte zunächst einmal nachprüfen müssen, wieviel Aerzte tatsächlich Praxis ausüben. Eine nicht geringe Anzahl von Aerzten hat nämlich die Lizenz erworben, ohne sich jedoch im Bernte zu betätigen. Es handelt sich da um Aerzte, die sich landwirtschaftlich angesiedelt haben, um Aerzte, die sich in der Industrie und in anderen Berufen eine Existenz verschafft haben, 11m A<rztinnen, die nur in der Praxis ihres Mannes tätig sind oder überhaupt keine Praxis ausüben. Es wäre möglich, die Lizenzen solcher Aerzte zu kassieren, ohne ihnen wehe zu tun. Man hätte ferner bestimmte Anforderungen, z. B. ausreichende Beherrschung einer Landesspräche, cinfüliren können, womit man zugleich einer positiven Auslese gedient hätte. Offenkundige Mißslände innerhalb der Aerztescliaft, die aut eine Ueberfüllung des ärztlichen Berufes zurückzuführen wären, sind bisher nicht bekanntgeworden. Wenn aber die Regierung sie befürchtet, dann wäre die Schaffung einer Aerztekammer, die von der Aerzteorganisation vorgeschlagen war, ein sehr gutes Mittel, um Mißstände zu beseitigen. Für die jüdischen Aerzte in Deutsch- 1 a n d, die die Absicht haben, nach Palästina iiberzusiedeln, wird zunächst eine große Sch wierigkeit geschaffen. Die Aussichten, in ihrem Beruf Arbeits- und Lebensmöglichkeit zu finden, sind dadurch erheblich eingeschränkt. I>ie Notwendigkeit der B c r 11 f s u m s c h i c h 111 11 g wird auch für Aerzte dringender. Ohne die Schwierigkeiten der Berufsumschichtung für ältere Menschen zu unterschätzen, muß doch gesagt werden, daß die Erfahrungen in vielen Fällen nicht schlecht sind. Sdtwesternmangel Die Aussichten für Krankenschwestern sind besser. Die Zahl der jüdischen Schwestern ist im allgemeinen nicht so groß; sie werden auch in den jüdischen Krankenhäusern der Galutli weiter gebraucht; der Ausfall dadurch, daß Schwestern infolge Heirat aus dem Beruf ausscheiden, ist relativ groß. Von einer Ucberftillung des Schwesternberufes kann keine Rede sein; es macht sich im Gegenteil in allen Anstalten ein Mangel bemerkbar. Freilich ist auch der Weg der Schwestern nicht ohne bürokratische Domen. Die Ausbildüng der .Schwestern in Palästina dauert drei Jahre (sowohl bei der Regierung wie bei der Hadassah); sie umfaßt nicht nur Krankenpflege, sondern auch Säuglingspflege und soziale Fürsorge. Die Ausbildung in f>eutschland ist für Krankenschwestern und Säuglingsschwestern getrennt; sie umfaßt je zwei Jahre. Obwohl man danach annehmen kann, daß <lie Ausbildung in den einzelnen Gebieten in Deutschland nicht schlechter ist, so wird doch •das nach zwei jähriger Ausbildung erteilte Ancrkennungsdiplom nicht für ganz gleichberechtigt angesehen. Die jüdischen Krankenhäuser freilich, die die fachliehe Ausbildung der aus Deutschland kommenden Schwestern kennen, machen in dieser Hinsicht keinen Unterschied; dagegen stellt die Regierung solche Schwestern trotz Schwesternmangels nicht als verantwortliche Schwestern ein. Ein weiterer Mangel besteht in den oft ganz ungenügenden Sprach- und Landeskenntnissen der aus Deutschland kommenden Schwestern, die ihre Verwendung auch in jüdischen Krankenhäusern oft erschweren. Um die bestehenden Schwierigkeiten für Schwestern, die aus Deutschland kommen, zu beseitigen, sind daher zwei Dinge nötig. Erstens sollten die Schwestern nach Möglichkeit auch die Ausbildung in der Säuglingspflege haben, was sich durch einen zusätzlichen Kursus von einem oder l'a^ahr (je nach den Landesbestimmutigen) sicher durchführen läßt. Sie können dann den Nachweis einer mindestens dreijährigen Ausbildung bringen. Möglicherweise lassen sich die Kurse von vornherein den hier geltenden Forderungen anpassen. Zweitens müssen für die Schwestern besondere Kurse in hebtäischcr Sprache abgehalten werden, die so intensiv sind und so weit führen, daß eine Schwester aus Deutschland, schon wenn sie ins Land kommt, sich ausreichend verständigen kann. Das ungenügende Apothekerdiplom Apotheker, die in Deutschland approbiert sind, werden hier nicht als selbständig arbeitende Apotheker zugelassen. Die Ausbildung in Deutschland entspricht nämlich nicht den hiesigen Bestimmungen. Hier wird eine dreijährige Universitätsausbildung verlangt. In Deutschland dauert das Umversitätsstudium nur zwei Jahre, dafür müssen aber die Apotheker vor der Zulassung zur Universität drei Jahre praktisch lernen, dann eine Prüfung machen, und dann noch ein Jahr als Assistent arbeiten. Sie haben also vor dem Staatsexamen eine Ausbildung von sechs Jahren. Trotzdem werden sie hier nicht zugelassen. Alte Apotheker, die in Deutschland jahrelang eine Apotheke geleitet haben, mußten sich hier einen approbierten Gehilfen anstellen oder eine Drogerie aufmachen oder einen anderen Beruf ergreifen, weil sie nicht die Lizenz als Apotheker bekamen. Es wird augenblicklich versucht, von der Regierung die Anrechnung der praktischen Ausbildungszeit au! das Univcrsitätsstudium zu erreichen. Andererseits wird erwogen, an der Universität Jerusalem einen zusätzlichen Kursus von einem’ Jahre einzurichten, um ein vollwertiges Diplom für Palästina zu erlaugen. Im Interesse der betroffenen Apotheker wäre zu wünschen, daß diese Frage baldigst einer Lösung entgegengeführt wird. Arbeiterbewegung/Fritz Naphtai! Der Aufbau der Organisation Die ״Histadruth“, die allgemeine Gewerk- Schaftsorganisation der jüdischen Arbeiter in Paiästina, unterscheidet sich nicht nur durch ihren weiteren Aufgabenkreis, sondern auch in ihrem organisatorischen Aufbau sehr wesentlich von den Gewerkschaften anderer Länder. Das ist für den neuen Einwanderer manchmal verwirrend; außerdem stellt es die Bewegung selbst vor besondere organisatorische Probleme. Aus beiden Gründen soll hier davon die Rede sein. Zunächst die Abgrenzung des Mitgliederkreises: wir haben es hier nicht mit einer reinen Organisation von Lohnarbeitern, von ״Arbeitnehmern“ nach deutschem Sprachgebrauch zu tun, sondern die Abgrenzung ist negativ. Wer von Hand- oder Kopfarbeit lebt, ohne fremde Arbeitskräfte zu beschäftigen, kann Mitglied der Histadruth werden. Dieser Unterschied zwischen ״Arbeiter“ und ״Arbeitnehmer“ hat erhebliche praktische Bedeutung. Der selbständige 1 laiidwerker, der allein oder mit Familienmitgliedern arbeitet, der Kleinbauer mit Selbstarbeit, der Agent, der Schriftsteller, vor allem aber die wichtige Gruppe der Mitglieder von Kooperativen in Landwirtschaft, Verkehr and Gewerbe, soweit sic auf der Selbstarbeit der Genossen beruhen, können der Histadruth angehören und gehören ihr zum großen Teil au. Das sind Gruppen, denen kein Arbeitgeber gegenübersteht und denen wir in englischen Trade Unions und kontinentalen Gewerkschaften nicht begegnen, die hier aber besonders unter den landwirtsehaftliehen Arbeitern, als Träger der Kolonisation, eine sehr wichtige Rolle spielen und auch die Ideologie gegenüber dem reinen Arbeitnehmer- Verband vielfältig beeinflussen. Die zweite organisatorische Besonderheit liegt in dem Primat der allgemeinen Arbeiterorganisation gegenüber dem Fach verband. In anderen Ländern gehört der Bauarbeiter dem Batiarbeitcr-Verband, der Metallarbeiter dem Verband der Metallarbeiter, der Landarbeiter dem Landarbcitcr-Vcrhand an usw., und diese scibständig geführten und arbeitenden Fachverbände sind ihrerseits zu einem Bund der Gewerkschäften zusammengeschlosscn. ln Palästina wird der Einzelne zunächst Mitglied der allgemeinen Histadruth, au sie bezahlt er Beiträge, ihren Gesetzen unterwirft er sich. Innerhalb der Histadruth gehört er den, meist nur Örtlich gebildeten Fachverbänden an, deren Verwaltung finanziell der Histadruth untersteht und deren Bewegungsfreiheit innerhalb der allgemeinen Organisation begrenzt ist. In jeder Stadt und jeder größeren Kolonie gibt es einen örtlichen Arheiterrat, der die Histadruth-Aufgaben am Orte erfüllt und in dessen Rahmen die gewerbliehen Fachverbände arbeiten. Nur die Landarbeiter mit ihren besonderen Siedlungsinteressen und die Angestellten und Beamten sind fachlich in Landesverbänden innerhalb der Histadruth zusammengefaßt. Bei einer stärkeren Entfaltung, vor allem auf dem Gebiete der Industrie, wird sich wahrscheinlich mehr und mehr das Bedürfnis zeigen, die Arbeit der Fachyerbände über den ihnen heute gezogenen lokalen Rahmen hinauszuführen. Als erste Vorstufen einer stärkeren fachlichen Gliederung im Laudesrahmen sind gelegentliche Konferenzen an/usehen, wie sie zwischen den örtlichen Fachverbänden z. B. bei den Bauarbeitern, Metallarbcifern und Buchdruckern stattgefundeu haben. Ueberhaupt ist anzunehmen, daß mit der stiirkeren Entwicklung einer Facharbeiterschaft das Bedürfnis nach einem stärkeren Eigenleben der Fachverbände innerhalb der Histadruth mehr hervortreten wird. Bei aller Würdigung des Primates der allgemeinen Arbeiterorganisation würde ein stärkerer Ausbau der Fachverbände als Landesverbände sicherlich manche Vorzüge haben. Der Frage der Berufsausbildung, der Erziehung zu Qualitätsarbeit können Fachverbände mehr dienen, als allgemeine örtliche Arbeiterräte. Das Interesse an einer stärkeren Anpassung der Arbeitsbedingungen im gleichen Gewerbe an verschiedenen Steilen wird sich auch mit der Vermehrung miteinander konkurrierender Betriebe verstärken. Und schließlich wird ein Teil der Arbeiter durch seinen Fachverband der Bewegung enger verbunden wer- E1IHE:(DRGAN1SATI0H U& ÖTUCrfJLsUrl ijßjder Mcfeti 'ui, ms den lscke+1 l;J ״ den, als durch die Zugehörigkeit zur allgemeineu Organisation allein. Die Eigenart des organisatorischen Gefüges der Histadruth,die mit ihrer besonderen Stellung im Aufbau des Landes ziisam inenhängt, wird immer zu bewahren sein. Das bedeutet aber nicht, daß nicht, besonders mit dem Wachstum der gewerblichen Arbeiterschaft, auch Wandlungen im Organisationsleben notwendig sich ergehen werden, und ich glaubt׳, daß eine Stärkung des Eigenlebens der Facliverbände zu den nützlichen Mitteln einer engeren Bindung maneher Schichten von Mitgliedern an die Arbeiter- Organisation gehören kann. Die Ausweitung des Arbeitsmarktes | Selbst wenn die Sorgen des Augenblicks, die am palästinensischen Arbeitsmarkt durch che Spannung am Kreditmarkt hervorgerufen sind, überwunden werden, seihst wenn die Bau- Wirtschaft der 1 inwamlernng entsprechend aut dein hohen Stand der ersten Hälfte des Jalv res 1935 bleiben wird, muß man damit rechnen, daß der Anteil an neuen Arbeitskräften, der in den letzten Jahren mühelos von diesem Wirtsehaftszweig auf gesogen wurde, naturgemäß sinken wird. Fortschritte der landwirtsehaftliehen Kolonisation und eine besser als bisher geschützte Industnewirtschaft können Ausgleiche bieten. Aber daneben wird der an Bedeutung ständig wachsende Sektor der Reg i c r u 11 g s w i r t s e h a f t v oin Standpunkt des Arbeitsmarkt es erhöhte Bedeutung gewirv neu. In einen! im Mitteilungsblatt der Hitachduth Olej Germania veröffentlichten Aufsatz weist Mosche B!• a c 11 tu a 11 n sehr zeitgemäß darauf hin, daß der schwache Anteil der jüdisehen Arbeitskräfte im Regieriuigsscktor nicht nur die Schuld der Regieningsinstanzen ist, sondern daß auch von den Juden bisher nicht viel Systematisches dazu getan wurde, um die Massen der Einwanderung und des Jischuw für die Ausfüllung von Arbeitsplätzen auf diesem Gebiete politisch und sachlich vorzuberciten. Die Uebersicht, die Braehmann iibeT Löhne und Arheitsaussicliten in den wichtigsten Zweigen der öffentlichen Wirtschaft gibt, zeigt, daß gewiß die Lohnbedingiingeii zum Teil sehr schlechte sind. Mit XI* •l'l« im Monat Mindestlohn für den ungelernten Arbeiter bei Eisenbahn und Post sind die Mindestbedingiingen für die Fxistenz eines jüdischen Arbeiters nicht zu erfüllen, gehen wir aber zu den gelernten Arbeitern und Beamten über und begegnen Löhnen von CP ft, steigend allmählich bis CP 1g monatlich, so sind das zwar auch sehr bescheidene F.inkoin• men, aber wenn man den ständigen Charakter und die relativ sichere l'xisten/basis solcher Stellen in der Rcgienuigswirtschaft mit dem la- Eilen Fundament vieler Arbeitsplätze am Rande der ״Prosperity-Wirtschaft vergleicht, ist die Frage schon ganz anders zu beurteilen. Au mancheu Stellen ist für gut vorgchihhle Kräfte aber auch noch eine weitere Aufstiegsmöglichkeit gegeben. Die Ausweitung des Arbeitsmarktes in dieser Richtung hat gerade, wenn man daran denkt, daß es mich schwerere Zeiten gehen wird als heute, große ökonomische Bedeutung, ganz abgesehen von ihrer politischen Seite. Aber es ist sicher richtig, daß Erfolge auf diesem Ge• biet nur hei sorgfältiger A11 sw1111׳ und Vorbereitung der Kandidaten für ihre besonderen Aufgaben zu erreichen sein werden. Die Forderung an die natinnrilen In-ban/en urul die Gewerkschäften, sich mit der Aufgabe der Unterbringung von Juden aK Beamte und Arbeiter itri kegierimgssektor planmäßiger zu beschäftigen, als bisher g esc hall, verdient jede l bitersttit/iing. (Schluß des Palästina-Teils) In den Winterrnonaien werden unsere Schalter am Freitag stets etwa 40 Minuten vordem Beginn des Schabbat geschlossen, bis 17. Dezember also um 15 Uhr 4K ■ CSk - 01ינ D€; E iietaenbu^ersticM ׳*»^r ■י■ ECKE SÄCHSlSCHEStR.AM POSTAMT• W15 Joachim Prinz illuftrierte güDtfctye Pit 23 fSilbtafeln ■ 8!Silbern im Xcjrt unb tütet MatU ifl ut1& bleibt t>oß geft־©ef$enl &eö Sufcen Da« 12, Xaufcnt) liegt cot. 3n Setnenbanb 9®? J.80 in bey teilen butejj btt iiibtfdien Pudtfganbltutgtn Das kleine Geschenk im Taschenformat! 3*1 bet neuen jübifefjen Sammlung ״®eflcrn unb S)cute" eiferten en bißfjcr: iMejt-jWrief*, hetauSjegebcn unb cmgclettct oon Manfred Georg. Seinen SRP 1,70 Joachim Prinz: Set jfreitagabenb. <ßcbet unb Sinn. Semen 9E0! 1,70 @«e gebeckte tEifcf). Sin S3u«t> übet jibifebe« Sffen unb Printen »au Micha Michalouitz. Seinen 9EW 1,50 Sie fdjönftrn legenben au« kein tEaltnab »on Manuel Schnitzer. Seinen 91501 i.fo Rabbi lad). Sin Äuiturbofument in Slnelboten, f>9g. 0, M. Schnitzer. Seinen 9t2W t.fo Debet bet Bänbdten ifl naA Dnbalt unb tutjtattuna eine Heine ttoflbflcteit BRANDUSSCBE VERLAGSBUCHHANDLUNG . BERLIN W 50 Karl Emil Franzos ®er fio/a? Der flafftfdjc jübifetje 9teman 486 ©eiten 23. Daufenb 311 Seinen 4.- JDicfet tingeroöbnltcbe 9t01nun, ootter Schönheit unb Spannung, mürbe in 20 Sprachen übcrfc(jt unb iß m Jjunbcrttaufenben הסס (ircmplatert tn aller iOelt oerbtettet Zu beyiefien feurefj bie jiiöifdjtn Pudthanblungtn