Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 96 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 JODISCHF RUNDSCHAU Nr. 96 29. XI. 1935 Motive der Judenfeindschaft Um die Einhaltung von Verträgen Bei eitler arischen Firma war It. ״Frankfurter Zeitung“ vorn 28. November lange Jahre hindurch ein J u «1 e als Provisionsreisender beschäftigt, und die Firma war mit seiner Tätigkeit so zufrieden gewesen, daß sie nach seinem Tode der Witwe des Reisenden eine Pension von monatlich 150 RM aiiswarf unter der Bedingung, daß die Witwe sich um die M r 11 a 11 u n g der jüdischen Kundschaff der Firma bemühen möge. Die geschäftlichen Ertolge der Witwe waren in den nächsten Jahren so bedeutend, daß die Firma die Monatsbe/üge der Witwe mehrmals erhöhte und ihr schließlich im November 1031 einen Vertrag /!!schickte, nach den! die Monatsbe/üge auf 300 RM festgesetzt wurden. Der Vertrag sollte erstmalig zum April 103ö mit einer Frist von einem Jahre, also zu Ende März 1037, gekündigt werden können. Als die Firma der Witwe diesen Vertrag Ende •Mai 1035 fristlos kündigte, strengte die Witwe gegen die Firma Klage beim Arbeitsgericht aut Einhaltung des Vertrages b/w. auf Zahlung der bereits bei Klagcerlicbung fällig gewordenen Monatsgehälter an. In der Güteverliandlung vor dem Arbeitsgericht erklärte die beklagte Firma, daß ihr unter den heutigen Umständen im nationalsozialistischen Staat die Einhaltung eines noch bis April 1037 dauernden Vertrages mit einem Juden nicht zugemutet werden könne, und daß daher die unbefristete Aufhebiing des Vertrages i!1 der Person der Klägerin begründet sei. Auf einen Verglcichsvorschlag des Richters wollte die beklagte Firma sich nicht einlassen, — ln der Hauptvcrhandhing wies der Vertreter der Klägerin darauf hin, daß die Firma zur Zeit des Abschlusses des Vertrages (November 193-I)_ jedenfalls schon haue wissen müsse:!, wie die Verhältnisse in I )eutschland lägen. Wenn die Firma aber damals noch den Vertrag geschlossen habe, so dürfe sie sich jetzt den Folgen nicht entziehen. Nach kurzer Beratung des Oericlits empfahl der Vorsitzende der Beklagten dringend die Annahme des von ihm vorgcsehlagenen Vergleichs, nach dem die Klägerin •-!cli nlj( tjcc Zahlung von 3000 RM zufriedengeln:!! wollte. Die Finna nahm nunmehr auch den Vergleichsvorsching;m, behielt sich jedoch vor, innerhalb einer Woche von dem Vergleich mrück/utreten. Jüdische Grundschulklassen in Frankfurt a. M. Die städtische Presse- und Werbestelle in Frankfurt am Main teilt mit: ,,Seit 1. November 1035 sind die Grundschul• klassen 11 er FrankturUr Volksschulen, von denen der westliehen Vororte abgesehen, jiulenrein. Mit (ienehmigung des Herrn Regierungspräsidenten wurden fünf jüdische (i r 11 n d s e 11 11 1 k 1 a s s 1• n eingerichtet, drei an der Holzhausen־ und zwei an der Varrentrappsehute. Den Unterricht gehen die v i e r; 11 d i s c 11 e 11 L e h r k r a f t e. die seither noch an den I r.mklui'ter Volks- und;Mittelschulen beschäftigt waren und nicht unter das BcruFbeaniiengesetz fielen. Desgleichen wurden die die Kaufmännische Berufsschule für Ku.'iheii besuchenden jüdischen Schiller zusammengcfalit und werden nun von den arischen Schülern getrennt von einem jüdischen Lehrer unterrichtet. Damit hat die Stadt Frankfurt in der Judenfrage einen großen Schritt vorwärts getan und nicht nur jüdische und deutsche Kinder getrennt, sondern auch jeglichen Einfluß jüdischer Lehrer auf deutsche Kinder ausgeschaltet.“ Kinderbeihilfen nur für nichtjüdische Kinder Nachdem die Atisführtmgsbestimriiungen zuru Reichsbürgergesetz ergangen sind, hat der Rciehsfinanz minister die Bestimmungen über Beihilfen an kinderreiche Familien den neuen Vorschriften angepaßt. Jeder An- Wärter für eine Kinderbeihilfe muß jetzt durch eine Frklärung versichern, daß ihm nichts bekannt sei, woraus geschlossen werdtn könnte, daß der Vater oder die Mutter eines der Kinder, für die Beihilfen beantragt sind, von mehr als zwei volljüdiselieti (iroßcltenitci'cn ab-taimne oder nach den gesetzlichen Best immungei! als Jud ■11 gelte oder gcgölten habe. _ Bestrafte Synagogen־Beschädigung Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 26. November meldet aus Marburg: Mitte August!1c--.itci!tt11־ zwei junge Leute einet! Bekannten in Neustadt. Nack Genuß von alkoholischen Getränken verübten die beiden Sachbeschädigungen durch Stein w ü r f e a n d c r S v n a g o g e. I lie beiden wurden festgcstclit, leugneten /!machst, gaben dann aber die ihnen zur Last ::!•legten Saiiibcsch idigungrn zu. Gegen das Urteil des Sch׳ >! t cn ׳!5׳riclits, das sic an Stelle einer verwirkten Gcfängni'-r! aie von jo zwei Monaten zu je 300 R.M < u־ldstrafe verurteilt hatte, legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, 11a ihr das S t r;1 f m a ß als 7.11 gering erschien. Der Vertreter der M.'iatsanwalfschaft führte u, a. aus, daß bei den ver-׳rhu׳•!cn-tcii Veranstaltungen der letzten Zeit immer e. i״׳U r d׳um1t hingewiesen worden sei, dal) die Regierung die Art des Kampfes gegen das Judentum bestimme urni 1 Utzdaldi'inen 1!׳״ unterbleiben hätten. Obwohl den Angeklagten dies bekannt sei, hatten sie sich in grober Disziplinlosigkeit zum Schaden von Staat und Bewegung darüber hinwcggeset/1. Die Große Strafkammer erkannte aut je drei M o n a t e G e f ä n g 11 i s. Line außerordentliche Generalversammlung der Pro* d u k t e n b ö r s e e. V, in' Nürnberg soll nach einer Meldüng der ,,Frankf. Zeitung“ über eine Satzungsänderung betreffend den Ausschluß der nichtarischen Mitglieder, notfalls über die Auflösung des Vereins beschließen. Ein 25jähr!gcr arischer Mann aus Walsum bei Duisburg hatte vier Jahre lang mit einer j ü d i n Beziehungen unterhalten. Aus der Verbindung waren zwei Kinder geboren worden. Da der Man!1 trotz wiederholter polizeilicher Aufforderung die Verbindung nicht löste, wurde er lt. ״Frankfurter Zeitung“ vom 27. November zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht betonte, die Strafe sei nur deshalb milde ausgefallen, weil die Beziehungen schon vor Erlaß der Nürnberger Gesetze entstanden seien. Aut Clrtiml der Verordnung zum Schutze van Volk und Staat hat, wie die NSK berichtet, der Reichs- und preußische Minister des Innern bis auf weiteres die Verbreitung der in hebräischer Sprache in Palästina erscheinenden Zeitung ״D ab har“ für das gesamte Reichsgebiet verboten, Nach den Budapester Studenten - Exzessen Von unserem Berichterstatter Budapest, 25. November Am 19. November ging am Polytechnikum in Ofen ein pietätsvoller Akt vor sich. Die lfungaria-Verbindung dieser Hochschule hatte aus eigener Initiative einfache, hölzerne Kreuze gezimmert und brachte diese nun an den Wänden aller Hörsäle und Aemtcr an. ״Dies ist unser einziges Symbol,_ führte der Redner der Jugend aus, — unter den! jeder Christ dem andern die Hand reichen kann, gleichzeitig ein Memento des gekreuzigten Ungartunis. Es soll verkünden, daß die Alma mater ewig christlich und ewig ungarisch bleiben muß.“ Als ob jedoch diese prinzipiellen Sätze auch durch die Tat unterstrichen werden müßten, begannen zur selben Stunde an sämtlichen Fakultäten der wirklich kathotischen Peter -P dz mäny- Universität die Belästigungen der jüdischen Hörer und deren Entfernung aus den Hörsälen. Sofort tauchten Gerüchte auf, einzelne jüdische Studenten hätten sich gegen die Bewegung zur Anbringung der Kreuze provokatorisch benommen. Diese Annahme hatte jedoch so wenig innere Glaubwürdigkeit, daß sich im ״Mngyarsag“ vom 23. 11., einem ganz, rechtsstehenden Regierungsorgan, der Leitartikel ironisch folgendermaßen vernehmen läßt: ״Das jüdische Makkabäertum hat wohl schon im Alten Testament manche Heldentaten vollbracht oder damals, als jüdische Jünglinge sich zur Zeit Bar Kochbas und Flavius Joscphus’ mit nackter Brust den Lanzen und Pfeilen der römischen Triarier Preisgaben.... Heute halten wir weder die jüdische Klugheit, noch die Reflexe der jüdischen Nerven für solch unverständigen, verwegenen Unterfangens fähig.‘׳ Fast paradox, jedenfalls überflüssig klingt cs deshalb in einer Auslassung der ״Vereinigung ungarisch-jüdischer Hochschulhörer“, wenn sie betont: ״Wir betrachten mit Verchrting die Ideale der christlichen Studentenschaft, die Liebe und das gemeinsame Verständnis, wir schätzen ihre Symbolc und wollen deshalb mit ihnen zusammen für die Interessen der Studentenschaft und des Vaterlandes arbeiten.“ Noch nie gab es eine jüdische Studentenschaft, die anders gefühlt und gehandelt hätte. Der andere, seit mehr als einem Jahrzehnt für Exzesse herhallende Vorwand des numerus clausus scheint seine Zugkraft ganz verloren zu haben. Das Gesetz wird seit 1—2 Jahren bekanntlich mit voller Strenge durchgeführt, an keiner Fakultät wurden mehr als 5 Juden, also insgesamt kaum 10—15 Hörer aufgenotnmen. Dieser knappen Anzahl wird allerdings von den Behörden keinerlei Hindernis in den Weg gelegt; sie erhalten Sitz und Arbeitsplätze wie die übrigen, erhalten sogar Staatsstipendien, wenn sie es ver- Geschäfts - Verkäufe Nachdem schon, wie das ,,Berliner Tageblatt“ vom 26. November mittcilt, vor längerer Zeit das Kaufhaus Eduard Borchardt in Dessau, Spezialhaus für Gardinen und Teppiche; in arischen Besitz .tibergegangen ist’ und unter dem Namen. Niiser firmiert, ist» 'Anfang November auch «bei dem Damenknnfcktionshaus Hermann Marcus, Manufaktur und Modewaren, ein Besitzweehsel eingetreten. Das Kaufhaus firmiert jetzt Varnholt. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um Objekte von mehreren hunderttausend Reichsmark. Das Seliulihaus L״ Hirsch, Wuppertal-Barmen, das zu den bedeutendsten Schuheinzelhaiuielsgeschäften Westdeutsch- Lands zählt, ist It. ״Berliner Tageblatt“ vom 25. November von dem Kaufmann Walter Goetze in Erfurt käuflich erworben worden und damit in arischen Besitz übergegangen. Eines der ältesten und angesehensten Scliuhliandelsunternchmungen Norddeutselilands, die Firma Max K 11 r n i k in Stettin, die mehr als 50 Angestellte beschäftigt, ist, nach einer Meldung des ״Bcr!. Tageblatts“, in den Besitz ihres langjährigen Geschäftsführers Theodor Keller übergegangen. Wie die ״Kölnische Volkszeitung“ berichtet, ist das größte Mode- und Textilkaufhaus in Thüringen, die im Jahre 1878 gegründete Firma Max Bi er mann in Gera, an einen arischen Inhaber veräußert worden. Wie die JTA. erfährt, ist das jüdische Konfektionshaus Erb & Co. in Köln in arischen Besitz übergegangen. Kritische Lage der Juden in Rumänien Bukarest, 2t). November. (J A.) Im Hinblick auf die infolge der verstärkten antisemitischen Vorstö lie i!1 letzter Zeit kritisch zugespitz.te Lage der jüdischen Bevölkerung in Rumänien haben die jüdischen Gemeinden und Oroßorganisationeu einen gemeinsamen Schritt bei der Regierung unternommen. Die aus Oberrabbiner Dr. J. Niemirower, Senator Siegmund B i r m a 11 und Generalsekretär Horia C a r p als Vertreter des Verbandes der jüdischen Gemeinden Altrumäniens, Präsident Dr. W. F i I d e r m a n, Vizepräsident Adv. Kiva O r n s t e i!1 und Generalsekretär M. Zelter- Sarateanu vom Verband der rumänischen Juden sowie Präsident Dr. Theodor Fischer, Adv. Mischu Weißman und Dr. Samuel Singer von der Jüdischen Reichsartei bestehende Abordnung wurde von Innen minister 0 n Inculet empfangen. Die Unterredung dauerte etwa zwei Stunden. Der Minister nahm die Ausführungen der Mitglieder der Delegation, die mit einem umfassenden Exposd Dr. Fildermans über die Lage der rumänischen Juden auf Grund der Ereignisse der letzten Zeit eingeleitet wurden, entgegen. Oberrabbiner Senator Dr. J. Niemirower protestierte insbesondere gegen die Angriffe auf die jüdische Religion. Anläßlich der Semestereröffnung an der Bukar c s t c r medizinischen Fakultät ist es zu antisemitischen Ausschreitungen gekommen. Nach der Pliysikvorlcsung des Professors Mihaescu stürzten sich die Hörer des ersten Jahrganges auf die insgesamt fünf jüdischen Studenten, denen in diesem Jahr die Ncuinskription an der medizinischen Fakultät bewilligt worden war, und in i ß h a!1 d c 11 e 11 sie schwer. Hierbei wurde auch die einzige jüdische Hörerin nicht verschont. dienen, können ungehindert Examina ablegen, werden van! ihren Professoren mit Wohlwollen, von ihren Kommilitonen eher mit respektvoller Kühle behandelt. ״Die weitaus überwiegende Mehrheit unserer christlichen Kommilitonen, — so lesen wir in dem oben erwähnten offiziellen Aufruf der jüdisehen Hörerschaft, — verurteilt Tumult und Gewalttätigkeit“, wie auch tatsächlich die größten christlichen Burschenschäften T u r u I und Emcricana in öffentlichen Erklärungen von den Ruhestörern abgerückt sind, ״[diese unsere Ueberzeugung wurde auch jüngst durch das Verhalten unserer Kollegen bestärkt, die während der Unruhen offen unsere Partei ergriffen. Die christliche Studentenschaft will ebenso wie wir an den Universitäten lernen; sie müssen genau so hart gegen die drückenden Lasten der Kollegiengelder, gegen die Nöte des alltäglichen Lebens ankämpfen wie wir.“ Und wirklich scheinen es diesmal in erster Reihe soziale, materielle Motive gewesen zu sein, die jetzt zu Beginn des Winters den Ausbruch der Unzufriedenheit hervorgerufen haben. ״Sie haben nichts zu essen“, rief der Abgeordnete Franz R a i 11 i s s, der Vertraute der Studentenschaft, dem Minister zu. Und wie auf Befehl schlagen sämtliche Organe der Rechtsparteien dieselbe Note an. ״Die ungarische Jugend _— so schreibt einer ihrer tüchtigsten Publizisten. — wird seit 15 Jahren zwischen den zwei unbarmherzigen Mühlsteinen der unüberwindbaren Sorgen der Gegenwart und der unerreichbaren Hoffnungen der Zukunft aufgerieben. Sie ächzt zu 60—70 «;0 unter den wirtschaftlichen Heimsuchungen der proletarisicrten Intelligenzler, und gleichzeitig fühlt sie sich einer noch üngewisseren Zukunft verbunden, in der nur eines sicher ist: Der Mangel jeder Existenz, die Unmöglichkeit jedes gesellschaftlichen Aufstieges.“ Die jetzigen Pressestimmen entbehren nicht der Drohungen. An einzelnen Hochschulen, so erzählt das neue, radikale ״Nj Magyarsäg“ mit Genugtuung, wurden Flugzettel verteilt mit der Aufschrift: ״Wer beim Juden kauft, ist ein Verräter.“ Der wirtschaftliche Kampf sei der einzig wirksame gegen die fremde Rasse. Für die diplomierten jungen Ungarn würden sich ganz andere Lebensmöglichkeiten eröffnen, wenn die Besitzer des Großkapitals Christen wären ...“ Dr. A. Fürst Die Ruhe wieder hergestellt Budapest, 25. November. (JTA.) Der Minister des fnnern, Kosma, empfing eine fünfgliedrige Abordnung der Universitätsjugend und nahm privatim ihre Wünsche ent- S“ des jüdischen Elements, sondern waren mehr wirtschaftlicher Natur. Der Minister betonte, daß er Ruhe und Ordnung unter allen Umständen aufrechterhalten werde. Am 25. November wurden in allen Fakultäten die Vorlesungen wieder aufgenommen. Prager Brief Von unserem Berichterstatter [ KKL - Land«1konI«renx 11.1. Prag, 25. November [ Am 17. November fand in Prag die Land eskonfe- | renz der tschechoslowakischen Sammelstelle des Keren Ka je me 1h Lejisrael statt. Aus dem der Konferenz vorgelcgten Berichte geht hervor, daß der KKL im vergangenen Jahre mit KU 2 360 000 die größte aller bisherigen Einnahmen erzielte. Die Arbeit des KKL hat demnach durch den Austritt der Revisionisten aus der Zionistisehen Organisation keinerlei Rückschlag erlitten; im Gegenteil, die Zahl der Mitarbeiter ist gewachsen und mit ihnen auch das Ergebnis der Arbeit. Einen großen Erfolg kann der KKL auf dem Gebiete der Jugendarbeit aufweisen. Bei der Landessaimuelstelle in Prag wurde ein eigenes Jugenddezernat geschaffen, das unter Leitung von Dow Biegun steht und dem alle zionistischen Jugendgruppen angehören. Dieser Merkas Hanoar gibt regelmäßig Materialien und Anweisungen über die KKL-Arbeit unter der Jugend heraus und hat in den einzelnen Orten lokale ״Gdudim“ des KKL gegründet, denen ebenfalls alle zionistischen Jugendgruppen angehören. Karan Hajessod - Drive in Prag Der Keren Hajessod veranstaltet zur Zeit einen Drive in Prag. Nach einer gründlichen Vorbereitung begann diese Aktion mit einer großen Kundgebung im überfüllten Festsaale des Beth Haam, bei der Sanimv Grone mann zum Thema ״Das jüdische Volk auf der Weltbiihne“ sprach, und mit einer Arbeitstagung, bei der Gronemann über konkretc Tagesaufgaben des K. H. sprach. Gronernann nahm noch an einigen Veranstaltungen teil, um für den K. H. zu werben und sprach auch auf großen Kundgebungen außerhalb Prags (Reichenberg, Aussig, Olmütz, Bratislava). Erfolg de« PalästlnaHlma Der Palästina-Tonfilm ״Das Land der Verheißung“ erzielt jetzt in zahlreichen Vorführungen in allen Teilen der Republik neue Triumphe. Anläßlich seiner Prager Premiere fand er eine überaus günstige Aufnähme in der großen tschechischen und deutsehen Presse# Er lief eine Woche lang in einem der größten Kinos Prags und mußte noch an drei Sonntagen zusätzlich aufgelührt werden. Es ist seit langer Zeit das erstemal, daß in einem solchen Maße zionistische Propaganda größten Stils betrieben wird. Unter den Zuschauern befanden sich auch zahlreich« Nichtjuden. Zionistischer Wahlsieg in Hlbr.- Ostraa Gestern fanden in Mähr. ־Ostrau die Wahlen für die die gemeinsam auf einer Liste kandidiert hatten und gegen die sich auch der Angriff aller übrigen wahlwerbenden Grappen — tschechische und deutsche Assimiianten und Trennungsorthodoxie — richtete, einen überwältigenden Sieg. Für die zionistische Liste wurden 2627 Stimmen, d. s. 61 ״/o aller Wähler, abgegeben, gegen 1591 bei den letzten Wahlen im Jahre 1929. Dem Zuwachs von 1036 Stimmen entsprechen 5 neue Mandate. Die Zionisten verfügen nun in der Mähr.-Ostrauer Kultusgemeinde, die zu den größten und bedeutendsten• in der Tschecho- Slowakei gehört, über 38 Mandate von insgesamt 60 (gegenüber 33 im Jahre 1929). Kreditverein für Handel und Gewerbe e.G.m.b.H. Die Bank des jüdischen Mittelstandes / Ausführung sämtlicher bankmäßigen Beschält• / Berlin N 24, Oranienburger StraBe 3 t P