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Jüdische Rundschau · 1935-11-26 · Heft 95 (26.11.1935) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 95 (26.11.1935)
Date
1935-11-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 95 26. XI. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Sette 11 \ \ H ie gestalte ich den Schabbat? Für Schabbai, 30. November Wochenabschnltt ״Toldoth“ (1. B. M. Kap. 25, 19—28, 10.) I. In den Mittelpunkt dieses Oneg Schabbat stellen wir einen Vergleich zwischen den beiden Figuren Es au und Jakob. Zunächst halten wir uns an den Text und arbeiten ihre Charaktere heraus. Man beachte, wie die alten Erklärer, insbesondere Raschi, ihre Differenziertheit von der Geburt an, ja schon von früher her betonen. Man berücksichtige in diesem Zusammenhang insbesondere die Verse Kap. 25, 23 und 27 und die verschiedenen Segen, die Isaak an Jakob und Esau erteilt. Aus den verschiedenen Segnungen läßt sich die Verschiedenheit des künftigen Schicksals ablesen. Als besonders charakteristisch werden von den Kommentaren die Worte angesehen: ״Die Stimme ist die Stimme Jakobs, und die Hände sind die Hände Esaus.“ Man ziehe die Erklärung, die Raschi gibt, heran. Die jüdische Ueberlieferung über Jakob und Esau war es, die Richard Beer - Hofrnann den Vorwurf für die Gestaltung dieser beiden Figuren in seinem Drama: ״Jadkobs Traum“ gab. Man lese die ersten Szenen von ״Jaükobs Traum' und versuche aufzuzeigen, welche Quellen unseres Wochenab- Schnittes der Dichter benutzt. Bei der Behandlung des Segens, den Jakob sich erschleicht, gehe man ausführlich auf die Rclle Riwkas ein, deren Stellung im Text sehr problematisch erscheint. Samson Raphael Hirsch versuchte n seinem Kommentar das Verhalten Riwkas zu erklären. Man ziehe weiterhin die Partien aus dem Sefer Haagada l heran, die von Jakob und Esau handeln. IE Im Vers 22 des 26. Kap. finden wir, daß Isaak einen von ihm gegrabenen Brunnen ״R echowot 11“ nennt. Dieser Name ist jetzt zum Namen einer großen Kolonie in Palästina geworden. Man versuche den Ursprung der Namen anderer Kolonien festzustellcn. Man wird dabei finden, daß sehr viele Kolonien ihre Bezeichnung aus dem T’nach hcrlciten, und erst aus dem ganzen Vers, in welchem die Bezeichnungen Vorkommen, wird die Schönheit der meisten Namen jüdischer Kolonien offenbar. Woher stammt Petach Tikwah, Ajeleth Haschachar, kischon Lezion, Chcf/iba, Tel-Awiw, Ain Charod, Mikweh Jisrael? Im Jüdischen Lexikon finden wir unter dem Stichwort der betreffenden Kolonie zumeist auch die Quelle für den Namen angegeben. HI. Ais Haftarah wird Maleachi Kap. 1, 1—2 und 7 gelesen. Der Zusammenhang mit unserem Wochenabschnitt ist durch die ersten Verse gegeben, wo von Jakob und Esau die Rede ist. I. E. Mendele Mocher Sefarim Die gesamte Judenheit feiert am Ende dieses Jahres den 100. Geburtstag des großen Meisters der jiddischen wie der hebräischen Literatur, S c h a I 0 m J a k o w Abfamowitsch oder Mendele Mocher Sefarim. Wir schlagen vor, daß alle Zusammenkünfte und Veranstaltungen der Bünde und Gruppen in den nächsten Wochen im Zeichen dieses großen Juden stehen sollen. Welche Kräfte waren am Werke, um die geistige Physionomie der Zeit so zu formen, daß ein Künstler wie Mendele oimnen konnte? Wir werden hier versuchen müssen, uns ein Bild von dem östlichen Judentum um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zu machen. Die treibenden Kräfte der jüdischeu Gesellschaft im osteuropäischen Kulturbezirk waren: die Orthodoxie und ihre Gegenkräfte: Chassidismus und Aufklärung; es beginnt die Auseinandersetzung zwischen der Kleine Nachrichten Wie die ״Mecklenburgische Zeitung“, Schwerin, mitteilt, sind die bisher der jüdischen Familie Davidsohn gehörenden Hagenower Käse werke von dem Besitzer der Margarirewerke in Hilter (Westfalen) gekauft worden und somit in arische Hände übergegangen. — ״Der Mittag“, Düsseidorf, meldet, daß das Kaufhaus Coppel und Gold- Schmidt, Düsseldorf, in Verhandlungen eingetreten ist mit dem Ziel, das Geschäft in arischen Besitz iibcrzuleiten. — Aus einer Darstellung des ״Völkischen Beobachters“ geht hervor, daß die dem jüdischen Hopfengroßhändler Jakob Feitel gehörende Mehrheit in der Hoefel-Brauerci in Düsseldorf in arische Hände übergegangen ist. Das in nichtarischem Besitz befindliche Kaufhaus Emil ׳Joske in Weißenfels ist, nach einer Meldung des ״B. T.“ vom 23. 11., an Dr. Helmut Schmidt in Leipzig und Kaufmann Ernst Spiegel in Weißenfels verkauft worden. Das nunmehr rein arische Unternehmen wird unter der Firma Spiegel & Co. als Textil- und Modenhaus weitergeführt. Die bisher von der Firma Louis Kahn in Sürth a. Rhein betriebene Weizen- und Roggenmiilile ist an die Sürther Mühlenwerke Karl Auer, Kommanditgesellschaft, verkauft worden. Das bisherige jüdische Konfektionshaus Pietrkowski in G 1 o gau ist in arische Hände übergegangen. Der ״Kurliessischen Landeszeitung“ ist zu entnehmen, daß die Firma Ferdinand Löser 8: €0. in Kassel, Spezialhaus für Textilwaren, auf einen arischen Inhaber übergegangen ist. Die ״Frankf. Zeitung“ berichtet, daß die Firmen Ros e n z w e i g & B a u 111 a n 11 und Kasseler Farben- und Lackfabrik G. m. b. H., zwei führende Untcrnchmutigen in der Lack- und Farbcnindustric Deutschlands, auf eine zum Zweck der Uebernahme gegründete Firma übergegangen seien. Jubiläums-Kundgebung aus Anlaß des 15jährigen Bestehens des Keren Hajessod mit einem Referat von Dr. Michael Traub Konstruktive Selbsthilfe und die Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina Begrüßungen DRESDEN Dienstag, 26. November, pünktlich 20,15 Uhr, in der Synagoge Zeughausstraße 3 Vorstand der Jüd. Gemeinde Dresden Jewish Agency Komitee Dresden jüdischen und europäischen Kultur, das Erwachen einer national-jüdischen Bewegung und vor allem der Wandel der sozial-wirtschaftlichen Struktur im Leben der damaligen östliehen Judenheit. Wir fragen uns weiter: Gab cs bis zu Mendele schon einen jüdischen Realismus bei den Juden des Ostens? Wie sah beispielsweise die hebräische Literatur bis dahin aus? Was waren ihre Tendenzen, welche geistige Richtung hatte sie? Was ist das Neue bei Mendele? Mendele war der große Entdecker des jüdisehen ״Menschen“, mit all seinen Mängeln und Fehlern, mit all seinem inneren Reichtum und seiner seelischen Tiefe gewesen. Er scliilcfert auch als erster die soziale Differenziertheit in der jüdischen Gesellschaft und hat dem jüdischen Menschen die ,weit draußen, in all ihrer natiirliehen Schönheit, in ihrer Vielfarbigkeit und Vieltönigkcit erschlossen. Er hat uns aber auch andererseits die jitdische Welt am Ausgange einer für uns heute längst verklungenen Zeit, aus der Wende und der Mitte des 19. Jahrhunderts in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit lebendig in seinen meisterhaften Schilderungen erhalten. Ueberall erleben wir bei Mendele tiefe Ursprünglichkeit, ein Schöpfen aus dem vollen Volksleben und ein großes künstle risch es Können. Aus seinen Werken spricht zu uns echte, ungekünstelte Volkspoesie wie Volks psychologie, urwüchsiger jüdischer Humor und eine Fülle kulturge schic 11 flieh er Bilder. Nichts kann uns so in unmittelbare Berührung mit dein schöpferischen Geist des Künstlers bringen, wie seine Werke selbst. Wir empfehlen daher auch eines seiner Bücher zu lesen; vielleicht sein reifstes Werk, die S e I b s t b i o g r a p 11 i c Mendcles, ״Schloiinale“. Wir treffen dabei eine Auswahl gewisset Kapitel, die wir gemeinsam lesen und an die wir eine ausführliche Besprechung knüpfen. Diejenigen, die Hebräisch kennen, sollten das Buch in seiner hebräischen Fassung zu lesen versuchen. Der hebräische Titel laufet חיי שלמה — Ein interessantes kulturgeschichtliches Bild hat uns Mendele 1111 zweiten Kapitel dieses Buches festgehalten. Ein biirgcrlichcs Haus eines armen Städtchens, das Mendele symbolisch ״Artnleufen-Kahzausk“ nennt, wird hier eindrucksvoll geschildort. Das Gespräch könnte darauf gelenkt werden, wie die Juden etwa im deutschen Mittelalter lebten, wie hier die Gut- Bürgerlichkeit zum Ausdruck kam. Und welcher Wohnstil entspricht etwa dem heutigen Menschen hier und in Palästina? — Interessant ist auch die Stimmung an den hohen Feiertagen im Kapitel 5 des Buches. Es ist ein Jahr für Jahr wiederkehrender Aufbruch, ein Gefühl des Erzitterns, das durch die Gemeinschaft der Juden geht. Das Charakteristische hierbei ist die Schilderung, wie die auf den umliegenden Dörfern einzeln verstreuten Juden zu diesen Festtagen die Gemeinschaft der Städter aiifsuchen, um mit ihnen zusammen zu beten und das Fest zu verbringen. — Es ließen sich hier ein paar Bemerkungen über das Leben der Juden auf dem Lande, im östlichen Städtchen usvv. anknüpfen. Wie ist cs etwa heute in Palästina? Wie werden Feste in der Gemein- Schaft auf dem Lande und mit den Städtern gefeiert? — Prachtvoll ist die Schilderung im Kap. 6, wie der kleine Schloimale, noch ein Kind, aber schon lange ein Chcderjunge, die Bekanntschaft mit der Bibel und ihren Helden macht. Hier erlebt man jüdische Kultur, Bibel, Palästina in ihrer vollen Ursprünglichkeit, hier ist Liebe zum Lande der Väter kein Programm, keine Gesinnung, sondern tiefstes, wahres Gefühl — natürlich und selbstverständlich zugleich. Mendeles Memoiren-Bucli ״Schloimale“ ist in deutscher Uebersetzung im Jüdischen Verlag, Berlin, erschienen. Eine Anschaffung des Buches ist sehr lohnend. — An Literatur wäre ferner zu erwähnen: Josef Klausner, Geschichte der neuhebräischen Literatur (S. 91 ff.) und Jüdisches Lexikon unter ״Mendele“; vor allem B i a 1 i Je s klassische Aufsätze über Mendele in dem auch deutsch erschienenen Buch ״Essays“ (Jüd. Verlag). Vielleicht sollte man noch den letzten Band der Dubnowschen Geschichte zur Besprechung der geschiehtliehen Situation der Zeit Mendeles heranziehen. J. M. Nach § 13 der Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 14. November werden Treudienstabzeichen zur Auszeichnung und Anerkennung für langjährige ״Treue in Arbeit“ an nichtbeamtete Arbeitnehmer nur deutschen Reichsangehörigen arischer Abstammung verliehen. Am 25. November wird Sir Herbert Samuel in der Jewish Historical Society of England die zweite Luden- Wolf-Gedenkvorlesung halten. Sir Herbert wird über ״Großbritannien und P a 1 ä s t i n a“ sprechen. Der frühere Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald S t o r r s, wird den Vorsitz führen. Die Zionistische Exekutive hat beschlossen, eine neue authentische Uebersetzung des Baseler Programms ins Hebräische anfertigen zu lassen. Der bisher übliche hebräische Text hat wiederholt zu Beanstandungen Anlaß gegeben, da er den Sinn des Programms nicht völlig genau wiedergibt. Der Chemiker Prof. Neu borg (früher Berlin) hat außer am Sieff-Institut in Rechowotti auch an der Universität Jerusalem einige Vorträge gehalten. Die spanische Akademie für Haut- und Geschlcchtskrankheilen hat den berühmten Wiener Dermatologen Universitätsprofessor Dr. Moritz Oppenheim zum Ehrenmitglied gewählt. __ Straßenumbenennungen in Frankfurt am Main. Der Frankfurter Oberbürgermeister hat vor kurzem einige Straßen- Umbenennungen bekanntgegeben. Unter den Straßen, die einen anderen Namen erhalten, befinden sich auch solche, die bisher nach jüdischen Persönlichkeiten aus Frankfurt am Main benannt gewesen sind. So hieß die frühere Budgestraße, jetzt Langcmarkstraße, nach dem bckannten Philanthropen Henry B 11 d g e. Die Hallgartenstraße hatte ihren Namen von Charles L.. Hallgarten, der im Jahre 1908 in Frankfurt gestorben ist und eine große Anzahl öffentlicher und jüdischer Stiftungen gemacht hat; besonders wirkte er im Armenamt der Stadt, im gemeinnützigen Wohnungsbau, er schul pädagogische, soziale, hygienische una kulturelle Fürsorgeeinrichtungen. In Frankfurt trägt auch eine Schule seinen Namen. Die frühere Jaeobystraße hieß nach dem Politiker und Abgeordneten des Patilskirciien- Parlaments ISIS Johann J a c o 1) y. Die frühere Lehrbergerstraße war dem Andenken des ersten Buchdruckers und Vcrlagsbuchhändlers im Stadtteil Rödelheim, Lehrberger, gewidmet, der sein Geschäft bereits im Jahre 1796 in Frankturt betrieb und in jüdischen Kreisen als der Verleger der bekannten ״Rödelheimer Tefillot und Machsorim“ bekannt ist. Aus dem Schuh-Einzelhandel. Die ״National-Zeitung“, Essen, vom 22. Nov. meldet: ״In den Verbandskreisen des Schuh-Einzclhandels beschäftigt man sich zur Zeit lebhaft mit der starken Bewegung aut dein Markt der Schuhgeschäfte. Das Angebot für den Verkauf nichtarischer Schuhgeschäfte hat in letzter Zeit sehr zugenommen, und es ist auch vielfach bereits zu Abschlüssen gekotnmen. Aus Pommern wird berichtet, daß in den mittleren und kleineren Städten 40 bis 50 Prozent der Geschäfte den Besitzer gewechselt haben. Aus diesem Anlaß wird auf die Frage des Firmenwertes solcher Geschäfte auf der Grundlage von Lagerwert und Stammkundschaft aufmerksam gemacht, die von den Interessenten vor einem Kaufabschluß sorgfältig geprüft werden sollten.“ fesudd wUd: Herr A. Epstein in Altona bittet uns um Veröffentlichung des nebenstehenden Bildes seines Sohnes Albert Epstein, der seinerzeit als Schiffsjunge auf der ״Tel-Aviv“ von Europa abfuhr, jedoch seit dem 5. Monat dieses Jahres spurlos verschwanden ist. Einem Gerücht zufolge soll er in Griechenland oder Aegypten sein. Herr Epstein, Altona, Or. Bergstr. 92, bittet dringend jeden, dem darüber etwas bekannt ist, um Nachricht. Die Überwachung: der Kulturbünde In einer Unterredung über die Tätigkeit der jüdischen Kulturbiinde in der Berliner ״Nachtausgabe“ vom 21. d. M. gibt Reichskultur walter Hans Hinkel, der mit der Ueberwachung der Kulturbünde betraut ist, ein Bild von der Tätigkeit dieser Organisationen. Irn Rahmen dieser Unterredung sagte er 11. a.: ״ln dieser Organisation haben alle Juden, die in Deutschland lebe״, die Möglichkeit, ihr kulturelles Eigenleben zu pflcgen, Werke aufztif!ihren, die dem jüdischen Bewußtsein entspringen, und für jüdische Künstler und andere jüdische Kulturschaffende bieten sieb neue Lebens- und Betatigungsmoglich- ז keiten. Sie alle werden bei ihrer Ausübung nicht gestört, solange sie sieb nicht gegen den nationalso/ialisHseJien Staat, seine Gesetze und Emrichuuigen wenden. Ls steht der überwachenden Stelle natürlich das Recht zu, jüdische Künstler im Rahmen der Organisation a b z 111 e 11 neu, wenn die Betrelfuiden sich eines politischen V e r g e 1t e 11 s s c h u 1 d i g gemacht haben. Hierzu gehören auch jene Elemente, die sich vor der Machtübernahme aktiv und in gehässigster Weise gegen die national sozialistische Bewegung; gestellt haben. Von dem Ablehnungsreelit ist a ti c 11 s c 11 o!1 G e b r a u c h g e m a c 111 worden, insbesondere dann, wenn sich ein jüdischer Künstler als so charakterlos erwiesen hat, daß er auf Auslandsgastspielen gegen den nationalsozialistischen Staat hetzte und später in der jüdischen Kulturorgaiiisation in Deutschland tätig sein wollte. In bestimmten Fällen kann auch ein zeitlich beschränktes Betatigpingsverbot ausgesprochen werden.‘‘ Staatskomniissar Hinkel machte ferner Mitteilung von der Absicht des Reichsverbandes, eine Vereinigung der bildenden jüdischen Künstler in I )eutschianii zu schatten, die durch Ausstellungen usw. vor dem Publikum des Reichsverbandes die Beziehungen der bildenden Kunst zum Publikum im jüdisehen Bezirk pflegen soll. Geplant sei auch die Bildung eines Reichsbundes j ii d i s c 11 e r Ton k ü 11 s 11 e r, in dem die bisher dein Berufsstand deutscher Komponisten angehörenden Schaffenden sowie die bisher der Reichsniusikkammcr angehörenden jüdischen Musikpädagogen' zusammengefaßt werden sollen. Pseudonyme untersagt DNB. meldet: In Vereinbarung mit dem Geheimen Staatspolizeiamt hat die zuständige Stelle im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda allen jüdischen Künstlern das Führen von sogenannten Künstlerna men (Pseudonymen) untersagt. Dieses Verbot gilt auch für dieim Rahmen des Reichs verbandes der jüdischen Kulturbünde tätigen nichtarischen Personen. Todesfall. In Wien ist der Vertreter der Stadt Lemberg im alten österreichischen Reichsrat, Ernst Theodor Breit e r, im 71. Lebensjahr gestorben. Obwohl Breiter Nichtjude war, hat er im politischen Lehen der galizischcn Judenschaft eine bedeutende Rolle gespielt. Er ist jederzeit mutig für die Rechte der jüdischen Minderheit eingetreten. Als 1907 nach Einführung des allgemeinen Wahlrechtes jüdischnationale Abgeordnete in den österreichischen Reichsrat gewählt wurden, trat der N'ichtjude Breiter dem jüdischen Klub als Hospitant bei. Der Zionistische Gruppenverband Oberschlesien hat bei seinem Gruppen׳, erhandstag, über den wir in Nr. 94 bcrichtet haben, eine Reihe von Resolutionen angenommen, die die sofortige Umgestaltung des oberschlesisehen Synagogetigeineiiide-Verbandes und der ohersclilesisehen Geme in uen, insbesondere (jlmvitz. Hindcnbiirg, Ratibor und Beuthen, int Sinne der Beschlüsse der Reichsvertretuiig fordert. Die zionistischen Vertreter, so heißt es weiter, seien entschlossen, den Kampf um die Gleich 1> e r c e h t i g u 11 g in den Gemeinden im vollen Umfang aufzunehinen. ln einer weiteren Resolution wird die sofortige Umgestaltung des Lehrplans der jüdischen Schulen, entsprechend den heutigeil jüdischen Notwendigkeiten, gefordert. Der Zionistische Gruppenverband für Bayern hat nunmehr seinen Sitz in Nürnberg. Die Leitung des Sekretariats hat Dr. Hans Capell, früher Düsseldorf, übernommen. Die Anschritt lautet: Nürnberg, Zufuhrstr. 20, Tel: 60912. ANTWORTEN DER REDAKTION L. B. Berlin. Wir danken Ihnen für Ihren Hinweis darauf, daß 1-ou Andreas-S a 1 o 111 e Arierin ist. Bar Mizwah «Termine Am 30. November — 4. KKlcw: Kurt A <1 o 1 £, Sohn von Frau GuWe Adolf, Hamburg 15, Südetotr. 04, bei Zimni. r:1);mn. Am 30. November — 4. Ki.-dcw: Diäter Grün stein, Sohn von J. Grünstein, .Meiningen, Maucrgm.-e 24. Am 30. November — 4. Kislew: Herbert Reich, Sohn von Morit* Reich, Kilzingen a. M. Jetzt erste BUchsenleerung 4000 Dunam Boden aus 50000 blauen Büchsen Keren Kajemeth Lejisrael (JQd Nationalfonds) E.V., Berlin W15 Postscheck-Konto: Berlin Nr. 28247 י־׳^וו^וי"!!

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