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Jüdische Rundschau · 1935-11-22 · Heft 94 (22.11.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 94 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 94, 22. XI. 1935 Nr. 94, Eine Aufgabe harrt der Lösung Von F ritz Kahn, Jerusalem Anläßlich der Reorganisation der Jerusalemer Universität gewinnen die folgenden Ausführungen ein besonderes aktuelles Interesse, (Red.) Palästina als Ort und Gegenstand naturwissenschaftlicher Forschung Anläßlich des Erscheinens der ersten allgemeinen Zoologie des Landes: F. S. Bodenheimer ״Animal life in Palestine“. An introduction to the problems of animal ecologie and Zoogeographie. Jerusalem 1935. Zur wissenschaftlichen Lrgründung eines Landes gehört eine ganz bestimmte, systematisch ausgebaufe wissenschaftliche Organisation, die nur stückweise geschaffen werden kann und _ erst in jahrzehntelanger Gemeinschaftsarbeit vieler Disziplinen zu einer ״Landeskunde“ gelangt. Bis in die jüngste Zeit gehörte Palästina zu den ״geistigen Kolonialerbieten“, d. h, ohne einheimische Wissenschaften mul exakte Landesforschung. Wie alle Kolonialge biete wurde es gclcgentlieh von wissenschaftlichen Expeditionen oder Liiuelreiseiiden besucht, außerdem trieben im Lande vereinzelt ansässige Geistliehe aus Liebhaberei Privatstudien, aber die Ergebnisse all dieser Bemühungen waren bei der Schwierigkeit der Arbeitsbedingmigen, beim Mangel an wissenschaftlichen Apparaten und bei der Wahllosigkeit des Vorgehens äußerst diirftig, ebenso arm an brauchbaren Tatsachen wie reich an Fehlern und Fabeln. Mit der zionistischen Besiedlung begann nicht nur der Aufbau des Landes, sondern auch der A tifbau einer p a I a s t i n e n s i s c h c n W i s s e n s c 11 a f t. Es kamen nicht nur Pioineie mit Hacken und Spaten, sondern auch solche mit v ivsensdiaftiichcm Ru-t/eug, und schon der allererste von ihnen, der Agronom Aaronsoim, der zur Zeit <ks ersten Zioni-tenkungrcsw•״ die Bedingungen für die Gründtmg von iamlwirtscha.tiichen Siedlungen prüfte, konnte nach einer langet! und romauti-clicn Vorgeschichte eine aufselienerregende Entdeckung machen. Er fand nach nuliriachen vercehhehrn Expeditione» endlich bei der jüdischen Kolonie K0־ch Pi nah die in Palästina vermutete Urpflan/e der menseltliehen Cietreidewiitschaft, den ui 1 den ״Urwci/cn“ (und daneben auch die wilde (.!erste) mul könnt.‘ damit die schon langst gehegte Vermutung bekräftigen, daß Palästina nicht nur in der Ge-ch ichte, sondern auch ,schon in der V'orgc'51 hichte der Menschheit einen wichtigen Platz etngenommen 11:1t. (Neben Wei/eri und Gerste ist - fast zweifellos — auch der ()eibauin aU ein Kind der palästinensisch-syrischen Kiistejgpehirgf־ hier zuerst kultiviert und von liier aus — natürlich langst vor der Einwanderung der Israeliten — von Ifhird;wanderen! mitgenommen und über die mediterrane Kultunvelt verbreitet worden.) So erwies sieb schon beim ersten Betreten Palästina als ein Boden, der nicht nur geistesgeschichtlicli, sondern auih nat11rvv1-.-.e11sd1:.!t'tlic11׳ besondere Fragen zu stellen und Antworten zu geben hat, und ohne Zweifel ist die historische Rolle, die Palästina geschichtlich gespielt hat, wenn auch nicht restlos zu erklären, so doch kausal eng verknüpft mit der geographischen Lage und der hierdurch bedingten Eigenart der Landesnatur. Palästinas Brückenstelliing Palästina ist eine schmale und zugleich däe einzige wegsame Landvcrbindung zwischen dem südlichen Afrika und dem nördlichen Eurasien, ein dünner, grüner Landstrich zwischen den Wassermassen des Westens und den Wüsten des Ostens, und ist daher seit Urzeiten Wanderweg aller pflanzen-, Tier- und Mensclienvolker, die von Norden nach Süden oder umgekehrt von Süd|en nach Norden streben, jährliche Zugxtraße von Millionen Vögel, siiddetlicher Brückenkopf aller nordischen, nordwestlicher aller südlichen Weltreiche, Dreiläriii erecke ZWi SC, hen Afrik; t, tlcr Tt .־rra mediterrain-a und Asien, Heercssf rnl >e all er Frohe rer von Sargon bis Napoleon •— lind darüber hi: :!aus. Schon au: s dieser B niektuisL ellmig zwischen Meer und Wliste, zw. iscli un Nord ui! (i Smi, a!1- Bindeglied zwischen zwei so grundv 0 i" s c :hi '.*11 VI ICH Kontinentaltv pen wie Afrika und Eurasien k, -MUT. 111 an von I* aladina eine ganz besondere wissenscha Bliche Lru »bl cniatik er walten. Tatsächlich greifen •hier wie nirgends; ■ ons t auf der ('.nie di ei grobe Lebetiskreise mit ihren Aad, ■:)!ח¬ ■rn wie die Zacken von Zahnrädern ineinander, die nfrikai in! M nduehc, « die ineil iterrane und die asiatischsibiri che Leb -w dt, so daß -te ■11 hier Pflanzen mul Tiere tis (lebtet ר, en, <\ rn־:! Zent ׳ren um 1 'nkpind; anten von einander entfernt :1 rUi, ei n Stclhlic Hein get irn. Hier tränken steh sibirische!,Hz ti en in Fluw! 1, an 1R neu sieli noch in den letzten J «11 ir?teil! :■*: ן fl ic Krokodil e sonnt en, Zu die ■u-n un ־: vn , ,loei'-ch! 11" Voraus-ctzungen kommen nun noch du Z!1 laitem!) mente 1 ukaier Besonderheiten, um rtete-,1 .a , Ml 1!1 V 111 dl r inte - n ר, 11 r e s - a!1 testen Be p lat/ e 1; J I o r - r h 1 .1 t; g s g c 1 > 1 e t e der g e s a 1111 c n 11 r (11 11t! 1 C 711 erlichen. Palä'li n:t iu 1׳!t .,en f, 11 lig an der Grenze“ zwischen »lein ewig v, i!h lh*'\ve Gen Pas׳ -atgürtel und der klimatisch ganzlieh verseil i! 41c MH *1! Zoiiv <1 er Rollt•!reiten. Es liegt — im Somme r — f.1 : na thematoch genau auf der Mitte der Verbin- <! ungd'mie /w. MC hon dem westlich ich Luitdruckmaximum über den Aznre!1 u ml 1 dem esi :liehen 1 .uftdruckniiiiimiim aber dem Persischen < iolf, und im Winter in der Mitte zwischen dem südlichen war! ne!1 J loch.Ir tsckgebic *t über der Sahara und dem nördlichen La! fett lioehdruekkern über Sibirien, woraus sich besonders int er! essnnte Problemsi tcHunpen für die Klima- und Afrika hindurchrcicht bis fast zum Kapland. Und dieser Erd riß läuft gerade durch Palästina und erreicht hier seine größte Tiefe. Palästina besitzt ■ein Tal, dessen Sohle 400 m unter dem Meeresspiegel liegt und das beiderseits 1400 in hoch von Bergketten flankiert wird — ein von der übrigen Welt vollkommen isolierter Tropenkesse 1 mit eigenem Klima, eigenen geologischen Formationeu, eigener Tier- und Pflanzenwelt, mit Resten ausgestorbener Urformen, die sich hier wie in einem Antiquarium über allen Wechsel der Zeiten erhalten haben, ein großartiges tropisches Freiluftmuseuin der Natur, das Jordantal, das die Juden bei ihrem Einzug nach Kanaan durchschritten. Und au der tiefsten, 800 in hinabreich enden Stelle des Grabens ein großer See mit über 25 0״ Gehalt an Salzen aller Art, mit einem Wellenschlag von metallischer Schwere, ein wahrer Giftsee, in dessen atzender Salzlauge alles einstige Leben erstarb — das Tote Meer. Land der Gegensätze Derart mitten in ein, Milieu krassester Gegensätze ge״ stellt und in sich selber phantastisch formenreich gestaltet, ist Palästina der Schauplatz kulissenartig ineinander greifender Landschafts- und Lebensbilder. Es überrascht nicht, sondem ist nur konsequent, daß das Leben dieses Erdstrichs ebenso wechselreich ist wie seine Landschaftskulisse. Auf heiße Tage folgen bitterkalte Nächte, ln die Windstille glutheißer Schirokkotage brechen mit der Geschwindigkeit daherfahrender Sturmvögel die schwarzen Wolken der Schlechtwetterzyklone ein und senken das Thermometer in Stunden tun Dutzende von Graden. Gerölltäler, die neun Monate lang so ausgetrocknet daliegen, als hätte sie seit den Tagen der Sintflut kein Wasser mehr berührt, füllen sich durch irgendwo in unsichtbarer Ferne niedergehende Wolkenbrtiche so rasch und überraschend, daß Tiere und Menschen nicht Zeit haben, die Felsen hoclizuklcttern, sondern von der daherrauschenden Flutwelle fortgerissen werden. Feuchte ozeanische Liifte zaubern aus scheinbar hoffnungslos kahlen Steinen alljährlich eine Rivierapraeht von Blüten, den berühmten Frühling Palästinas, aber eines Morgens weht von Osten der Glutwind des Chatnsins, und versengt, als sei ein Steppenhrand darüber gefahren, in wenigen Stunden die Flur. Von Skifeldern im Hochgebirge, auf denen noch im April die Schneedecke liegt, sicht man auf das nie von einer Schneeflocke berührte Palmenidyll des Tiberias-Secs, und an einem Februarmorgen kamt man in Jerusalem in ein beschneites Auto steigen und eine Stunde später, 1200 m tiefer, in dem 23 Grad warmen Wasser des Toten Meeres baden. Denn hier in Jerusalem, das aut der hochgelegenen Wasser- und Wetterscheide zwischen dem ozeanischen Westen und dem wüstenhaften Osten liegt, stoßen die beiden Welten Palästinas, die Lebensformen des Mitteln!ceres und jene Innerasiens so hart aufeinander, daß man zu beiden Seiten der Oelberg-Chaussee, wenige hundert Meter rechts und links der Landstraße, in zwei verschiedenen Kiimaten, zwei geologisehen Formationen und zwei ebenso verschiedenen biologisehen Daseinswelten wandelt. Und auf dem Kücken dieses Berges, Scopus genannt, weil •er seit Urzeiten der Schaubrrs des Landes ist, von dem man in die östliche und in die westliche Welt zugleich hinaussieht, steht die Hebräische U!1 i v e r s i t ä t. Von ihren Westfenstern sieht man über den Garten Gethsemane und das Kidrontal hinweg auf Jerusalem mit den Bergen Moriah und Zion, von ihren Südfenstern über Bethlehem nach Hebron, der ältesten unter allen noch bewohnten Städten der Welt, und aus ihren Nordfenstern auf den Berg, auf dessen Höhe der Prophet Samuel begraben liegt. Und von den nach Osten weisenden Laboratorien bückt man wie ans einer Theaterloge auf die Wüste Juda, die (ordanaue rrnd das Tote Meer — es gibt keine zweite Universität auf dieser Erde, die auf einem historisch, geistcsgcschichtlich und naturwissenschaftlich so interes sauten Punkt stellt und sich greifbar nah so zahlreichen, wichtigen und verhältnismäßig leicht löslichen Problemen gegenübersieht wie diese, die Lehr- und Forsch 11 ngsstätte der jungen, jüdischen Wissenschaft des neuen Palästina. Versäumte Aufgaben Leider hat die Hebräische Universität die große Aufgabe, die ihr Geschichte und Natur vor Augen gestellt, bisher mir in bescheidensten Formen in Angriff genommen. Man scheint in den bisher vorwiegend geistesgesehichfllch eiligestellten Kreisen der Universität noch gar nicht zu der Einsicht gelangt zu sein, daß Palästina nicht nur geistesgeseid eidlich, sondern auch naturwissenschaftlich ein Problem ganz eigener Art sei, dessen Lösung die spezifische Aufgabe gerade dieser Universität ist. Das Thema ״Palästina“ veriarigt einen ganz bestimmten Arbeitsplan, einen 5-, einen 10-, Für eine Zentralbank ) o r 5 r 11 1111 ״ ergeben. Ebenso charakteristisch ist Palästina von geologischen ״Hochs“ und ״Tiefs“ umgeben: ini Norden ein fast 1000 rn hohes, regenreiches, fast das ganze Jahr schneebedecktes Gebirge, itn Süden weitausgedehnte Steppen, die zu den trockensten Gebieten der bewohnten Erde gehören. Im Westen auf Seespiegelhöhe das unter starken 1 ).nicrwinden fast ununterbrochen brandende Meer, im Osten die ca. 1000 m hoch gelegene regungslose Trockertwüstc, die an Ausdehnung und klimatischem Einfluß dem Meer kaum Ttar!1 steht. Wie Scheinwerfer mit ihren verschiedenen Färblichtem auf eine Buhne, strahlen die Einflüsse dieser kontriirrn Klimata und Landschaftsformen in das kleine Nieinandsland zwischen den geographischen, geologischen und klimatischen Fronten, streiten in und über ihm die Kräfte dieser verschiedenen Großmächte des Naturgeschehens. Hier ist wirklich der Schauplatz, wo Gott schied zwischen den Wassern oberhalb und den Wassern unterhalb der Fläche und die Wasser sich sammeln hieß auf der einen Seite und das Trockene sichtbar wurde auf der arideren und jenes Meer genannt wurde und dieses Festland. Und dann ging ein Riß durch den Erdball wie durch einen geborstenen Tonkrug, und er brach auf in einem Sprung, der vom Kaukasus im Norden durch Vorderasien Von Dr. Fritz Weinberg, Haifa Die in der ״Jiid. Rundschau״ wiederholt eingehend dargestellte Wirtschaftsstörung durch die von der Kriegsangst verursachte Abhebung der Depositen und die Kreditreslrik- Honen irn September veranlaßt den Einsender dieser Zeilen, einen ehemaligen Berliner Anwalt, zu einer Untersuchung, deren Schlußteil die nachstehende Anregung enthalt. (Red.) einen 25-Jahresplan, und die Universität sollte auf naturwissenschaftlichem Gebiet ihre Kräfte nach Möglichkeit auf I eine solche ״Plan-Wirtschaft" konzentrieren, und alle Arbeiten, die ebenso gut und meist noch viel besser an einem der 500 anderen Forschungsinstitute der Erde erledigt werden! können, zurückstcllen, falls nicht gerade ein besonders hol rttfener Fachvertreter bestimmte Spezia!arbeiten hier tortzusetzen wünscht. Fächer, die für Palästina besondere Bedeutung besitzen wie z. B. die Meteorologie, Klimaforscliting, Hydro-1 legie, Bäderkunde, Anthropologie u. a. sollten aus ihrer —. I hier wörtlich zu nehmenden — Zurückdrängung hervor- [ eilt wc gehoben und an einen ihrer würdigen Platz geste Wissenschaftliche Literatur zerrten, I Die hier skizzierte Situation spiegelt sich auch in den bisher erschienenen Schriften der Universität wider, lös | sind zahlreiche Arbeiten erschienen, darunter auch solche, die als erste Beiträge und Anfänge einer neuen Palästina-1 kunde betrachtet werden können. Aber diese Arbeiten beschränken sich bisher auf Schriften kleinen und kleinsten Um« fangs, und vor allem läßt ihre Summe jede einheitliche Unter- Ordnung unter den großen Leitgedanken ״Palästina“ ver- ’ missen. Auf dem Gebiete ״Naturgeschichte Palästinas“ ist überhaupt noch kein Werk von nennenswertem Format erschienen. Nachdem schon der Meteorologe der Universität! vor einigen Jahren begonnen hatte, eine Wetterkunde! Palästinas aut eigene Kosten zu veröffentlichen, ein Anfang, der leider aus begreiflichem Mangel an privaten Möglichkeiten auf das erste Heft beschrankt blieb, hat nunmehr der Zoologe F.S. Bodenheimer der! Unternehmungsgeist bewiesen, als Gelehrter, als Schriftsteller und als Verleger ein äußerlich ansehnliches und innerlich höchst bedeutungsvolles Werk über die Allgemeine und Spezielle' Zoologie Palästinas iierauszugcben. Mit ihm bringt die neue palästinensische Wissenschaft zum erstenmal ein | naturwissenschaftliches Werk von internationalem Rang auf den Büchermarkt. Drucktechnisch und vor allem illustrativ ist Bodenheimers Buch in mancher Hinsicht mit den Mängeln einer Privatausgabe behaftet. Um so größer sind Genuß und Gewinn für den Leser bei der Lektüre. Jede Buchseite des Werkes zeugt von der Gründlichkeit und inneren Ehrlichkeit dieser Arbeit. Bodenheimer ist weniger ein Sdnkierer der Natur als Forscher und Problematiken Er ist der Typus jenes Gelehrten, der in die Materie seines Faches nicht nur bis an die Grenze menschlichen Fassungsvermögens bewandert, sondern leidenschaftlich in sie verliebt ist und ihr nicht nur seine geistigen Kräfte, sondern den ganzen seelischen Inhalt seines Temperamentes als ״große Liebe“ hingibt. Bodenheimer lebt seit bald 15 Jahren im Lande, nicht eigentlich unter den Menschen, sondern, ein wissenschaftlicher Doktor Doolittie, unter ״seinen“ Tieren, Tag und Nacht auf der Jagd nach zoologischen Problemen und ihrer Lösung, das Land in allen Längen und Breiten bereisend, und. nichts entgeht dem Späheräuge dieses wahren Jägers vor dem Herrn, der noch in der trockensten Wüste, wo niemand mehr eine Spur von Leben entdeckt oder aticii nur vermutet, ״interessante’• Arten findet, der jeden Stein mnwendet und als zoologischer Detektiv den lichtscheuen Elementen bis in die mikroskopischen Risse der Orangenschale nachspürt. Seine* fast beispiellose Vertrautheit mit den Naturerscheinungen des Landes befähigt Bodenheimer, als ersten Teil seines Werkes die Umrisse einer allgemeinen Lebenskunde Palästinas z.u entwerfen und die Bczichungen zwischen Tierleben und der geographischen Lage, dem Klima, dem Jahresablauf, den Regenmengen, den Boden typen und dem floristischen Landscliaftsbild darzulegen. Auch in seinem speziellen Teil gibt Bodenheimer nicht eine doktrinäre Beschreibung der Tierformcn, sondern stellt die für Palästina charakteristischen Lebenscrschcinungcn i!t den Vordergrund. Hier finden zum erstenmal die über Palästina wandernd eil Zugvögel, die zahlreichen Bienen- und Wespenarten, die Heuschrecken und Hcuschreckencinfälle*, die Plantagcnschädlinge, die Malariamücken, die parasitären Würmer und die vielgestaltige Süß- und Seewasserfauna dieser Meer- und Länderecke eine ihrer Bedeutung entsprechende Dar- Stellung. Daß das erste naturwissenschaftliche Allgemeimverk der Hebräischen Universität Jerusalem im eigenen Verlag des Verfassers und in englischer Sprache, und zwar nur englisch erschien, obwohl der Verfasser seit vielen Jahren im Lande lebt und zionistischen Führerkreisen eng verschwägert ist, wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Situation in diesem Sektor des palästinensischen Geisteslebens. Der Verfasser selbst hat das Fragwürdige seines Vorgehens empfunden und rechtfertigt sich im Vorwort durch den Hinweis, daß sich kein hebräischer Verleger zur Herausgabe des Buches gefunden habe. Es ist zu hoffen, daß jene Kreise, die gerade zur Zeit die Reorganisation der Universität und den Ausbau der naturwissenschaftlichen Abteilung in Angriff nehmen, dafür Sorge tragen, daß künftig Werke von der Bedeutung des Bodenheimerschen Buches ■zuerst hebräisch erscheinen und dann als ״aus dem Hebräischen übersetzt" ihren Weg vor! Palästina in die internationale Weit des Geistes nehmen, tun Kunde davan zu geben, daß in Palästina nicht nur Kolonien gcgründet und Orangen exportiert werden, sondern daß hier auch die Wissenschaft eine neue Stätte und die Palästinatorschung eine neue!:[»che gefunden hat. Was ist zu tun, damit sich in Zukunft nidht derartige die Wirtschaft unnötig schädigende Vorgänge wiederholen? Die Antwort auf diese Frage ist nicht schwer. Es fehlt in Palästina, was in jedem anderen Kulturstaat vorhanden ist und im Interesse einer gesunden Finanzwirtschaft vorhanden sein muß, nämlich der Regulator des Finanzwesens, die unter staatlicher Kontrolle stehende Zentralbank. Man schaffe daher mit möglichster Beschleunigung die ״Bank of Palestine“. Sie hätte einmal die Aufgabe einer Notenbank zu erfüllen und ferner kreditwürdigen Bankinstituten als Dis־ kont- und Lombardstelle zur Verfügung zu stehen, genau so wie dies bei den anderen Notenbanken der Fall ist. Sie hätte die Kreditgebarung der Banken zu überwachen und durch ihre Diskont- und Lombardpolitik auf sie einen, wenn auch nur mittelbaren, deshalb aber nicht weniger entscheidenden Einfluß auszuüben. Die Bank müßte bei der rapiden Entwicklung, mit der man trotz des jetzt eingetretenen, aber relativ nur unbedeutenden Rückschlags auch für die Zukunft zuversichtlich rechnen kamt, mit einem bedeutenden Kapital ausgestattet werden. 5 Millionen Pfund, die allerdings nur zu einem Bruchteil ei!!gezahlt zu werden brauchten, scheinen mir nicht zu hoch. Die Beschaffung eines solchen Kapitals? Ein Kinderspiel! ln allen Ländern sind die Aktien oder Anteile der Zentral banken stets die Favoritaulagepapiere gewesen, weil sie sowohl an Sicherheit wie an Rentabilität den größten Ansprüchen genügen. Im Handumdrehen würde meiner Ueberzeugung nach allein in London der ganze Betrag gezeichnet werden. Die bei der Durchführung einer solchen Gründung vorhandenen, von mir in keiner Weise unterschätzten Sch wierigkeiten, liegen auf ganz anderem Gebiete. Sic beruhen, was hier nur angedeiltet werden kann, in der staats- und völkerrechtlichen Lage Palästinas, sowie dem Antagonismus zwischen den beiden Hauptteilen seiner Bevölkerung. Besteht aber bei der Mandatsmacht der ernstliche Wille, diese klaffende Lücke in der Wirtschaftsstrukfur Palästinas baldigst auszufüllen, so sind diese Schwierigkeiten eben nur da, um überwunden zu werden. Wahl der Dekane Zum Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jerusalem ist Prof. J. N. Epstein gewählt worden. An der Wahi nahmen alle Professoren und Dozenten der Institute für Judaistik, Orientalistik, Philosophie, Geschichte und Mathematik teil. Zum Präsidenten des Professorenkollediiuns am J 11 d a i s t i s c h e 11 Institut der Universität!wurde Prof. Joseph Klausner gewählt. (Schluß des Palästina-Teils) Die Deutsch!! für De! vormittag statt. Der Universit; Samuel F gen er 11 dolski, 11; Krankenli Die beschloss Anstalt s■ mißhandc Polytechr Hochschi Studienbc schule Die Hochk Yorck eil und denj leiden h; war von In S 18. Novi Schutze Arier un gefängnis Die! sehe G gelöst. A schaff bi Freimaur! In de in der a S. Fi sei einen an sowie all uns der! Wie! gieren ns Palestine politische Der 1 langer Kt ler war G testen am Stefai meister a Oberl Breslauer vember a wird bei vember s Synagoge Juder Freitag, Zi London 22.05: t V. a. 0 Lederma Sonnabend, Die Jüdi stein. — Suisse 1 — Wes London (432), 21 22: Offe ״Wenn 1 (Vortrag Gershon- Etwa randov ir Atelier c neulich c eine seits der Moli überspam Panzerpla verkrünm schmölzet ist breit Tor gera Uhr hera liegt die Filmkulis! Säcke, Kl vor den Wie ries bleigraue das alles Erde gc; Duvi feinfühlig Regisseu! schmale, lerische tastisclieri Stof» lieg Antoine sind zwe nicht me Jude! 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