Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 94 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 94, 22. XI. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Berliner Agency-Tagung Die Tagung der J e w 1 s h Agency - Mitglieder In Deutschland mit dem Präsidium des Keren Hajessod für Deutschland findet am Sonntag, dem 24. November, vormittags 10.30 Uhr, im Logenhaus, Berlin, Kleiststr. 10, statt. Kleine Nachrichten Der bei den antisemitischen Unruhen an der Lemberger Universität vor zwei Tagen verwundete jüdische Student Samuel Rosenberg ist im Krankenhaus seinen Vcrletzungen erlegen. Der Rektor der Universität, Professor Nadolski, hatte den Verwundeten nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus besucht und ihm sein Mitgefühl ausgesprochen. Die Handelshochschule in Warschau wurde geschlossen, nachdem Judenleirtdliche Ausschreitungen an der Anstalt statfgefunden hatten. Zehn jüdische Studenten wurden mißhandelt, einer erheblich verletzt. Nachdem zunächst die Polytechnik, dann die Universität und die landwirtschaftliche Hochschule geschlossen worden waren, ruht nunmehr der Studienbetrieb an sämtlichen Warschauer Hochschulen. Die Kirchenversammlung der englischen Hochkirche hat unter dein Vorsitz des Erzbischofs von Yorck eine Resolution gefaßt, in der sie dem jüdischen Volk und denjenigen, die wegen ihrer jüdischen Abstammung zu leiden haben, ihr Mitgefühl ausspricht Die Resolution war von dem Bischof von Southwark eingebracht worden. In Schweinfurt wurden lt. ״Berl. Tageblatt“ vom 18. November wegen Verfehlung gegen das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre ein Arier und eine Jüdin festgenommen und ins Landgerichtsgefängnis eingclicfert. Die Geheime Staatspolizei hat die Anthroposophisehe Gesellschaft für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst. Als Grund wurde u. a. angegeben, daß ״die Gesell- Schaft bis heute noch enge Beziehungen zu ausländischen Freimaurern, Juden und Pazifisten unterhielt“. In den letzten Tagen wurde — gemäß ״Frankf. Ztg.“ — in der ausländischen Presse mitgeteilt, daß der Verlag S. Fischer (Berlin) seinen Besitzer gewechselt habe und an einen anderen Verlag übergegangen sei. Diese Meldungen sowie alle daran geknüpften Kombinationen entsprechen, wie uns der S. Fischer-Verlag mitteilt, nicht den Tatsachen. Wie uns mitgeteilt wird, wird die Beförderung von Passagieren nach Palästina mit dem Dampfer ״T c 1 - A v i v“ der Palestine Shipping Co., Haifa, in keiner Weise von der politischen Lage im Mittelmecrgebiet berührt. Der Komponist Kurt Schindler ist in New York nach langer Krankheit im Alter von 53 Jahren gestorben. Schindler war Gründer und Leiter der Scliola Cantoruin, der bekanntesten amerikanischen Chorvercinigung. Stefan Frenke! wurde riach Genf als erster Konzertmeister an das ״Orchestre de la Suisse Romande“ berufen. Oberkantor Julius Peissac ho witsch wurde von der Breslauer Jüdischen Gemeinde eingeladen, am 29. und 30. November als Gast in der Neuen Synagoge zu amtieren. Er wird bei dieser Gelegenheit bei der in Breslau am 30. November stattfindenden Winterhilfsveranstaltung in der Neuen Synagoge solistisch niitwirken. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freilag, 22. November! Hilversum (1875), 16.40: U. a. Mahler. — London (342), Händel: Israel in Aegvpten. — Luxemburg (1304), 22.05: U. a. Muszkowski, Mendelssohn. — Wien (507), 22.10: ü. a. Ottenbach. Warsrhau (1345), 22: Quartett (Kaminski — Ledermann ■— Ncuteich). Sonnabend, 23, November: Wien (507), 13.10: ScliallplaUen, 11, a. Die Jüdin, von llalevy. — Kahlndlmrg (1261), 15: U. a. Rubinstein. — Stockholm (1389), 17.05־: Cello-Konzert, 11. a. I’opper. — Suisse Romande (443). 20.30: Oberibach: Die beiden Minden. — West Regional (342), 21,15: Harrict Cohen, Klavier. — London (342), 21: U. a. Mendelssohn. — Paris P. T. T. (432), 21.30: ü. a. Händel: Judas Makkabäus. — Toulouse (329), 22: Offenbach. — Warschau (1 345), 22 (poln. Zdt): Leib Jaffa: ״Wenn ein Land aufgebaut wird — wenn ein Volk «ich erhebt“ (Vortrag in hebräischer Sprache), — Droitwieh (1500), 23.15: Gershon-Parkington-Quintett. Wir vom BacJiad Erster Bildbericht vom Schaffen des reltgtose.n Chaluabutides Brit Chalusim Datiim SCHICKSAL UND WEG der gesetzestreuen Juden Deutschlands Sonnabend, 23. November 1935 ASCI/AFFENBURG: Synagoge. 20.15 Ohr, l^andrabbintr J>. S. Blum-Emden (ohne Bildstreifen) Sonntag, 24. November 1935 Ft/LDA : Jüd SdiuU, 17 Uhr, Freu Ihr T /imfsHambtnß GIESSEN: Grmptmirkiius, Eonysfraß« 4. 20-15 l/hr, Arith L- HnnzUeT-Franfc/urf a. M. Dienstag, 26■ November ]035 IVÜRZBURO Turnhall* der Irr. f rhr#rhti<־iunß«1TufaU, 20.15 Uhr. Fandrahhm/r Ihr. S. ßlum-Emdm Sonnabend, 30. November 1935 MANNHEIM August - I.,oge, C. 4■ 12. 20-15 Uhr, Eröffnung: Rabbin*▼ Ihr. Imupt Mannheim, Ansprache: G!׳rn*trulrTafchm*r J>. Jakob Hoff mann - Frankfurt a. M. Unabhängige Misrachi-Landesorganisation Deutschlands Neubelebuns von ״France-Palestlne". Unser Pariser K-Korrespondet berichtet: Das französische Pro-Palästina- Comite ״Francc-Palcstinc“, das unter dem Vorsitz des iranzösischen Senators Justin Godart steht, ist iin Hotel Majestic in Paris zusaminengetreten, um den neuen Vertreter der Zio* nistischcn Organisation beim Völkerbund, Dr. Goldmann, zu empfangen. Die Arbeit des ״Francc-Paiestine“ war auf einige Zeit durch den unerwarteten Tod seines Gründers, Dr. Victor Jacobsohn, unterbrochen worden. Der Vorsitzende Justin Godart begann daher auch seine Eröffnungsansprache mit einer Ehrung des Verstorbenen, dessen Persönlichkeit seinen zahlreichen Freunden unvergeßlich bleiben wird und dessen Tod eine Lücke in die Reihen der zionistischen Bewegung gerissen hat, die nicht ausgcfüllt werden kann. Ciodarf wies dann auf die Zeichen einer Neubelebung der zionistischcn Arbeit in Frankreich hin, auf die Gründung einer französisch-palästinensischen Handelskammer, auf die Umschulungsbcwcgung der jüdischen Jugend, die teilweise mit der Unterstützung der französischen Regierung durchgeführt wird und kündigte seine Absicht, diese Ansätze durch eine tatkräftige Unterstützung zu fördern, an. Er gab dem Wunsch nach einer erheblichen Erweiterung des Comite ״France- Palestine“ sowie nach einer systematischen politischen Arbeit des Zionismus in Frankreich Ausdruck. Die Ausführungen Dr. Goldtnanns, der nach Godart sprach, bewegten sich in der gleichen Richtung und kündigten eine intensive Arbeit in Frankreich an. Die Mitglieder des ״Francc-Palestinc“ und die Gäste blieben nach den offiziellen Ansprachen bei einem geselligen Zusammensein vereint. JeverlMnder Zuchtvieh für Palästina. Dein ״B. T.“ wird aus Bremen berichtet: Jm Jeverland ist eine Aufkatifskommission aus Berlin eingetroffen, die wertvolle Jeverländer Kühe mit hohen Milchleistungen zum Export in die Levante, vornehmlieh nach Palästina, aufkauft. Die Kaufabschlüsse sind bereits perfekt, so daß in 2 3 Wochen der erste Transport mit etwa 150 Tieren über die Quarantänestation Emden und den Emder Hafen zur Ausfuhr gelangen soll. Ein zweiter Transport soll im Dezember folgen. Wertheim AG. Die Zeitschrift ״Das Scharze Korps“, Berlin, teilt mit: ״Auf zahlreiche Anfragen haben wir mitzuteilen, daß die Besitzverliältnisse bei der Wertheim AG. von der zuständigen Dienststelle der NSDAP, geprüft worden sind. Die Firma ist als rein jüdisch anzusehen.“ — Zusage in 3 Stunden _ Kaufe!, und II. Hypoihekeuhriele auf Berliner Mietshäuser' Erledige dazugehörige devisenrechtliche Durchführung Stephan aal, Immobilien, •isgerstr. 12 / Ai 1820 Aus dem Reich Von unsaren Berichterstattern Zionistische Gruppenverbandstagung in Oberschlesien Am 17. November fand in Glciwitz eine Ausselnißsitzting des zionistischen Gruppen Verbandes unter Leitung von R.-A. Dr. Weiß mann, Beutlien, statt. Sämtliche obersclilesischcn Gemeinden waren durch etwa 50 Vertreter der einzelnen zionistischen Ortsgruppen beschickt. Die Vormittagstagung der Gemeindevertretung begann mit einen! instruktiven Referat von R.-A. Dr. Weil! mann über die zionistischen Aufgaben der zukünftigen obersclilesischcn Gcmeindearbcit; in umfassender Weise wurden sämtliche Fragen der oberschlesischen (jemeimlepolitik aufgerollt. Nach einer lebliaften Aussprache wurden mehrere Resolutionen einstimmig gefaßt, die eine neue Periode der zionistischen Arbeit in Ober- Schlesien herbeiführen sollen. Am Nachmittag tagte eine Ausschußsitzurig der Vorstände der zionistischen Ortsgruppen des Bezirks, die durch über 80 Delegierte vertreten waren. Dr. Friedenthal referierte über die Situation des Zionismus. In der anschließenden Diskussion, die besonders auch die Aufgaben des kommenden Delegiertentagcs kennzeichnete, kam der einmütige Wille zum Ausdruck, komp r o in i ß I o s und m i t verstärkter Energie den Zionismus in Obcrschlesien zum e n t s c h e i - d e n d e n Siege zu führen. An der Aussprache beteiligten sich: Arnold Wiener, Salo ( mitmann, Frau Hirsch, R.-A. Dr. Frankel, Fritz Tau und Weinreich (Beutlien), R.-A. Ehrlich, Studienrätin I )r. Goldreich (Gleiwit/), Dr. Elias (!lindenbürg), Pinczowcr, Tyras (Ratibor), Dr. Schlesinger (Oppeln), Dr.!,reiß (Rosenberg), Freund (Peiskretscliam). Frankfurt am Main. Vom 1. bis 3. November (and im l’hilantropm eine M״ezah der (und | m:״ m2< n ■״!!:!:! in kudwu-,tdetitsrlicn Kibbuz im M-!kkaFi H.i/mm •0,1!־, «ilr vo:: 72 <werim aus Limburg, <;!׳';!׳.׳:.•n, ( 1■' r ,4 1־ k :u!;. J\: 1 u7.ua׳. h, K.־־! ׳•־..׳ lauicrn und Saud>11i< ken Ik'Mlm w,<!, An dp■ K;• ׳unnin; •-ridolS si-ii ein Referat von < ml 1. d ,,■in!< 1׳. Int MjvI'iunU «Er 1 .!־ n:;g׳ n stand die Ke 7 iegung d־־r Kl }!! iinu1 •1 *!־r eint* vcia.ndn• Mi\nl״n! m den Suiiim des IU\luU1x und da־ D■1 v i1H־.!g d»-r! .•u; ,!nhä! 1 tü in den kom nu!1חיי! ׳ WifiicHiMH.a*׳ n. Fs vaiidr da־ S.!u׳:u:־.g <׳!11׳."; Tadnith־ resst 1rU im Ki! d hiz |>e ׳rhi׳-׳!׳■!!. WA■,r ■ r!, m d A : 1 (tp..umdku11dgt'!»1ng«'ft in Mitto!- und Kleingein.-iiidrn ui .1 n-0־2; ׳: \umDu, um die noch nicht erfaßte Jugend iür dm /.s׳un-:uu> zu ^.׳winuvu. Herne. Am 2. November!and rin v-׳m 110■!,.duz voran-taltoter Vortra״.ud>end slatt. im ■\n.u 11 I >r. WA;:.!׳:1 »׳ m>׳r das Thema ״t Jedanken über den Xi׳>m>1m1־,“. Dir wurde umialunt von hebiäischt’n Fiedern dt r I 1 יס i!.du/-■' i;u; c׳c. Limburg (Lahn). Am 10. Xovmidrr iaud ein!• Vcr;u! ־!;dfimg dos Tlrith Hazolirn — Mukk.tbi ila/air •c.or. m d••! I 1 ׳ u •״ lunmhk (Frankfurt am Main) über Weg und /n■] dי ׳ Fund•■■; üii Xjnni>m11> sptach« Ludwigshafen. j)r. Kurl 1.101!*, Mannheim, .-prach über ״Palästina 1935 — Stadien einer Roi>c“. Marlenwerder. Am 6. November sprach Dr. Ikhient, Berlin, io einer gut besuchten Veranstaltung. Offenburg. Am 3. November sprach Dr. Kurt Licht, Mannheim* über: ,,Palästina 1935 — «Studien einer Kebe‘A Osnabrück. Der Ciründer der 'MH',., Dimtav Stein, ist mit seiner Familie nach Frez. Israel ül»cr;o-־-!e(b,!!. Hei der Ah-chicddeicr sprachen Dr. Netheim, Hermann Kat/.mann und Lehrer Haiuth. Remscheid. Vor den Mitgliedern und ('• . u-1׳ cb’r Orts״ru{»j>0 sprach Dr. NA'uberger, Düsseldorf, ül>er Proldeme des X1N, i׳ionLtcn• kongresscs. Schlüchtern. In der zionistischen ArbeiKaemDn-Hmft sjtrarh Dr. Po meranz, Frankfurt am Main, in! Wibtu! dei letzien Mt-nate über ״Palästina, ein Gesamthibi'A and ..Die bape nad! dein X!X. Kongreß*‘, Schwäbisch-Hall. In d-׳r ieicn-rie Dr. Ivnt Fi! 19, Mannheim, über die jüdische Situation. Ankündigungen Breslau: 7.ionisti«rhe Wh impu:n!- A1!! 24. NorrnduT. 20.30 t^hv, im Kleinen Fesdng-S.tal, A111:.־■ tr. 5, Di. II.!חl'iinz: .,lhe!blemc des Pala-bna-Atiduu- J .־!־d 1׳H־ke «hpt K:i r“. — Darmstadtt Am 25. November spn! hi *!!■!•׳!;’ (i1׳! b;::aun. I 1.!r;k 1 יuו am Main, über: ״Die judmi d־־r Wf<.׳cn\\ ,!•; - - W! ׳׳:;־.-:׳< inedn‘־, A ז n 2. Dezember iJbeikanmr hbn , K:,en:a,! hmi• c ׳_׳! ־׳. u:^t: ,,Lin Dang dun 11 <!!־'! fab! hand«■! ,e”.!• m!;-, .:bemU l'i.r in <h!1 ibiiinoi d-11 •:׳ c >tt*l'td־ I '1.1nk:u1 H.l11nA’, 12! :2• 22. - Q6U*k 1935 Prag, im November Etwas Seltsames geschieht augenblicklich auf dem Barrandov in Prag. Auf diesem Felscnhügcl, den das große Film- Atelier der ״AB“ krönt, das modernste, und wie Kords neulich erklärte, konkurrenzlose im Donauraum, erhebt sich eine seltsame Stadt. Tief unten, Spielzeug, schieben sich auf der Moldau die Dampfcrchen entlang. Der Winterhimmel überspannt bleiern das böhmische Land. Er liegt wie eine Panzerplatte über dem Gewirr von Häusern, die verwinkelt, verkrümmt, eng aneinander gedrückt, zu einer Gasse verschmolzen sind, aus der es kein Entrinnen gibt. Wo sie endet, ist breit über den Weg mit Ketten, Bolzen und Balken ein Tor gerammt, über dessen Portalmitte tot eine hebräische Uhr herabstarrt. Jenseits der eisenzackenbewehrten Palisade liegt die Welt, diesseits Prags alte Judenstadt, aufgebaut als Filmkulisse. Wäsche baumelt über Baikone, Geschirr und Säcke, Kleider und Lebensmittel sind in buntem Kautgemiscb vor den niedrigen, elenden, dreckigen Fensterdien gestapelt. Wie riesige, böse Zauberliüte sitzen die Kamine, schmale, bleigraue Schlote auf den schrägen Dächern. Wie riecht das alles nach Jammer und Qual, Zertretensein, auf die Erde gespuckt, ausgeworfen! Duvivicr, der Meister von ״Golgatha“, der ingeniöse, feinfühlige Schöpfer des ״Kleinen König“, der kühne, balladeske Regisseur des ״David Gold er“, dreht hier den ״Golem“. Der schmale, cinfühlungsfähigc, z.äh *auf einmal erkannte kirnstierische Einsichten pochende Regisseur hat wohl alle pliantastischen Seltsamkeiten schon vorgeschmeckt, die in dem Stoft liegen, und deren pittoresker Fülle sich das Buch von Antoine junior bemächtigt hat. Der Golem und Prag, das sind zwei Begriffe, in der Legende zusammengewachsen und nicht mehr zu trennen. Juden sind hervorragend an diesem Film beteiligt: die Produktionsleitung hat der fin Dienst am Film nun schon vierzig Jahre sich verzehrende Josef Stein, und den Herrscher Rudolph spielt niemand anders als Frankreichs größter jüdischer Schauspieler Harry B a u r. Wenn er da, prachtvoll angetan, durch die hohe Flucht seiner Palastgcmächcr schreitet, erkennt man in ihm den Mann nicht wieder, dessen alte Acrzte, Bankiers und Oberkellner so viele hunderttausend Herzen rührten. Er ist ganz Majestät und doch höchst menschlieh erfüllt mit der Leidenschaft eines intellektuellen Herrschers, der längst über die Durchschnittstumbheit seiner Lakaien hinauswuchs. Der Golem ist Ferdinand Hart, einst bekannt in Berlin, jetzt vor allem an der tschechischen Bühne tätig. Seine Maske ist prachtvoll geworden, ganz Mittekling zwischen Menschenantlitz und leblosem Stein. Ein merkwürdiges Gefühl, diesen Szenen zimischauen, diese Beschwörungen der Menge, diese Angst und den auseinandergepeitschlen Zorn der Unterdrückten dieser Aussätzigen- Gasse zu hören. Denn diese Statisten sind ja fast alle Juden, spielen ihr eigenes Schicksal oder das Schicksal ihrer Ahnen. Manche spielen ihr eigenes Leben zum zweitenmal an diesem Tage. Und darum wirkte es so echt und nah, wenn man miteinemmal einen riesigen Mann auf einem Stein stehen und mit weit ausholenden Gesten die Menge zu sich heranraffen sieht. Es ist eine Stunimfilm-Aufnahme, aber der Hilfsregisseur hat den Schauspieler gebeten, irgendeine Rede zu halten. Diese Rede, Zornrede des Unterdrückten, braucht nicht erst gestottert oder memoriert zu werden, die fließt von selbst aus dem Herzen und Hirn. Man merkt, wie dieser Schauspieler gerade das verkündet, was alle bewegt; das ewige JiKfenleid. Man hat ihn angestoßen, er quillt davon über. Es ist übrigens kein unbekannter Mann, der hier als Volksredner zur Menge spricht, er ist des großen Emanuel Reicher Sohn Ernst, der einst in seiner Glanzzeit den Stuart Wcbbs schuf und spielte. Es wird dunkel. Der Himmel über dem Barrandov hat alle Farbe verloren. Die Jupiterlampen sind die einzigen Gestirne. Noch immer wogt die Masse der luden durch das Film-Ghetto, an der Att-Neuschu! vorüber. Und während im Büro die Abrechnungsjisten vorbereitet werden, zeigen die Juden noch einmal im Licht der Scheinwerfer, was sie können an Laufen und Rennen, an Klagen und Verwünschungen. Sie machen es gut — denn schließlich wurden sie selten bisher dafür bezahlt. m. g. Frankfurt am Main: 1:1־ i! h, - 1.! ■I n i:.m . Ai'- :׳;׳ ׳ ■ I!!11 Am rbm 11 wiul I:!1 [7 :׳>,-׳!״: m 1111־ W! mmn,;.; I .׳:־.1־•i יי״!,,׳ ״:!.". ,32 .1 ׳ vor! 10 bis 11 1!11. Im! )׳ mmA!!י!׳ l־mm :;!,־m;: km׳:׳. Am 3, kc/mmU'r, 18 Du, t.' n; t! I i! H k! :1 21. Km:;/ 1<: m! ׳ ... Hamburg! ZUG. Am^ 26. ^,kmmmbr!', 23.״ ) km, G.,b:,.׳! K1■ ״•m m..!!, ubrr- Ji11״״uw Kiez J kim l”. - Hannover: I m ׳ m 1 k:1!11!׳b :׳;:!. Am 25. N'ov'.'mU'i׳, Sa:1! k.nim' l.mim- 2'1. I;׳.:: 11 :!.׳ Wmbih.i: , ,121:1:1' Linier aus aller Well", ikmm: 2׳m5 kbj. - tlildesheim: |mbsilier K111 111 ו bau, I. Am 2m Nuv: ׳ ■ ׳״׳ I: \\! k! ׳: : ,,Uuinc Lieder aus aller \\'.11׳". Bm:m;1 2:1.15 1 In. Karlsruhe: Am 24. Xu. »emlier, 20.30 Llu, Gail 1־ riet! 11■ b I -:;׳״. k . ::״ \ ,:15 .״ ׳nrag Margaicle Mose-., lieiim: ,,Vom Asm i 1 ■ 1 :■•!.: 1 Gern, ima baji". ׳׳ — Köln: Am 25. Xovember, 20.30 f':. 1. G einem k ׳ i,. 1 י :,, (' rlbenoraßr•, I)r. Näiibeioer, 1 HkmLinif: ,.\Y im ...׳!;ab ■ ■a aiellu ne! n im!mlenlmn der Moderne“. — Am 28. Xoremlier. 20.45 l'i.r, Ai!>:11׳ -krei-׳ im 1 )aviil'U'oll'isohn-l leim, C'.n ׳ilietmir. 18 22. II. -- Kolber״: ZOG. Am 24. ,November. 16.30 Llu, itn 1ml. Kmkma:,:!. Vmiia״ Rahb. Karl Ricbler, Scmveibeln : ,mb:1a .- iäin m.i: a um! T! ennendes im Judentum“. — Mannheim: lV!,׳k1 11a 1i: .< IGi 1h ( b,11117.m1 Danim und Hiith Hanoar Galil Sud. Am 29., 30. November und 1. Ih'Z. An der l’egischa werden sieh Clunvri in der Ilaniiaia bei es Ilgen. Im Mittelpunkt der Pej-emha Meilen eine Kundgebung und eine Jugend, kundgelmng, auf denen Rabb. Dr. llobmami. I'ranbimt a. Main, Rabl). l)r. Lauer, Mannheim. Ailoi! 11.111:11:1.!;1a1,kl111t a. Main, sprechen werden. Ferner Bildstreifen: ״Wir rum Bachad“. Anmcldungcn bis zum 25. November an dm 1 h,!d. Fiankluil a. M., Quinckestr. 24. — Mülheim (Ruhr): Am 24. Nnvemliei•, 16 Ihr, tagt die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer vom Niederrhein. Bar Mizwah -Termine Am 30. Niorcmber •4 —־. Ki-.Icw: Mauücd Carsch, Sohn Ton Gusta▼ Carsch, Essen, Rubeiuotr. 4, Familien- Nachrichten Herr Bernhard Rubinstein und Frau Minna, geh. Grünl*rg# Eydtkuhncn, Markt 4, begehen am 30. *.November die sillierna Hochzeit• Bk ü^kcMariäta,^^- £au de Cc£ogjye Starfum. Die Duftkomposition eines Filmerlebnisses Bezaubernd wie das Antlitz einer schönen Frau