Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 94 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 94 22. XL 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seif# 7 BRIEFE AN DIE REDAKTION Tolstoi und das Judentum Berlin, den 20. November 1935 Sehr geehrte Redaktion! Das Verhältnis des ״größten Dichters der russischen Erde“ *um Judentum ist für uns Juden in der heutigen Zeit besonders lehrreich. Daß Tolstoi entschiedener Gegner des Antisemilisraus und der Judenverfolgungen in Rußland war, ist sclbstverstündlich (siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr. 93 vom 19. 11. 35, S. 5). Dennoch ist ihm, urigeachtet seiner freundschaftlichen Beziehungen zu vielen Juden, die jüdische Wesensart immer fremd and daher bis zu einem gewissen Grade unsympathisch geblieben, •liier spielten offenbar irrationale Momente mit, die gerade in dem mit dem russischen Bauerntum innerlich verbundenen Künstler trotz seinem rationalistischen Ilumanismus besonders stark waren. Es wirkte dabei auch der Widerwille mit, den der ״reuige rus״ sischc Edelmann“ und Rousseau- Anhänger gegenüber der — hauptsächlich städtischen — europäischen Zivilisation empfand, als deren träger ihm die Juden erschienen. Die tieferen Wurzeln des jüdischen Geistes und die in einer tausendjährigen Geschichte bewährte seelische Urmacht der jüdischen Religiosität sind von ihm unerkannt geblieben. Als abstrakt-rationalistischer Moralphilosoph konnte er dem Judentum in seiner konkrct-historischcn Erscheinung — trotz der scheinbaren Verwandtschalt des jüdischen Monotheismus mit dem Gottesglauben Toistois — kein echtes Verstandnis entgegenbringen. Die historisch-soziologische Wirklichkeit*• Sphäre war an sich für das naturalistisch - pantheistische Lebensgefühl des im Grunde seines Koblenz, den 15. November An die Schriftlcitung der ״Jüdischen Rundschau“ In Nr. 91 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 12. November veröffentlichen Sie auszugsweise ein Urteil des Landgerichts Berlin, welches das Gesetz vom 15. September 1935 auf eine bestehend« Mischehe anwendet. Auch das Oberlandesgericht Köln hat in einem Urteil vom £3. Oktober 1935, gegen welches übrigem die Revision zugelassen ist, das Verlangen des Klägers auf Herstellung der häuslichen Gemeinschaft gegenüber seiner arischen Ehefrau, die heute noch der jüdischen Religion angehört, als unbegründet erachtet. ״Denn Bach der heutigen Auffassung Berlin, den 18. November An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Gestatten Sie uns, Herrn Harry Friedländer auf seine Anfrage in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 15. November zu antworten. Es ist wahr, daß Palästina, das berufene Land jüdischer Großsiedlung, nicht in der Lage ist, die gesamte jüdische Aus- Wanderung aufzunehmen. Unsere ״Geschäftsstelle zum Studium und zur Förderung jüdischer Uebersee - Siedlung“ sieht ihre Hauptaufgabe darin, diejenigen Länder zu erforschen und ausfindig zu machen, die Raum für eine jüdische Massenliedlung haben. Wir gehen dabei von der Erkenntnis aus, daß bei der heutigen Wirtschaftslage der Einzelsiedler, der ja aus der Heimat kaum größeres Kapital mitnehmen kann, nur wenig Aussichten hat, im fernen Ausland vorwärlszukommen. Wir glauben, daß die Lösung der Frage nur in geschlossenen Massensicdlungen in dünn bevölkerten Ländem liegen kann. Wer es aber unternimm«, derartige Auswanderung im großen Maßstabe in die Wege zu leiten, lädt damit zugleich eine sehr große Verantwortung auf sich. Gewiß, das jüdische Haus brennt, und schnellste Hilfe tut not. Trotzdem wäre es verkehrt, sich blindlings in ein ungewisses Wesens ״heidnischen“ rassisehen Dichters immer etwas Kunstliches und Fremdes. Und dies hinderte ihn an der richtigen Bewertung des jüdischen Gesetzes als einer national-historisehen and religiösen Lebensform. So gelangte er zu der bei den christlichen Theologen der Aufklärungsepoche verbreiteten Anschauung, daß das Judentum eine durch das national-egoistisehe Prinzip gekennzeichnete ״heidnische“ Gesetzesreligion wäre. Das Prinzip der Liebe in seiner höchsten Form glaubte er nur im Christentum gefunden zu haben, das daher allein die wahre Sittlichkeit zum Ausdruck bringe. Eine besondere Bedeutung hatten die sozial-ethischen Ideen Tolstois für den chaluzisehen Zionismus. Die Lehre Tolstois vom ״Volke“ und von dem moralischen Vorrang des einfachen Arbeiters und Bauern gegenüber dem Gebildeten, wie auch die Lehre von der Notwendigkeit der Verbundenheit mit der Natur, der Vereinfachung der Lebensweise und der körperlicliezi Arbeit für die sittliche Gesundung des europäischen Menschen haben die Lebensansctiauung des Ideologen des chaluzischcn Arbeitsidealismus, Aaron David Gordozi, entscheidend beeinflußt. Dieser ״Kult der Arbeit“ wurde eine geistige Macht, die das Leben einer ganzen Generation von zionistischen Arbeitspionieren in Palästina formte und erfüllte. Und so darf der große russisehe Ethiker in einem bedingten Sinne als Lehrer und Wegweiser einer neuen jüdischen Jugend gelten. Hochachtungsvoll Dr. Josef Heller widerspricht es dem sittlichen Wesen der Ehe, daß ein Jude gegenüber seiner arischen Frau gegen deren Willen die Fort- Setzung eines rasseschändeiischen Verhältnisses verlangen kann.“ Diese Auffassung ist deshalb verfehlt, weil § 2 des Gesetzes vom 15. September 1935 nur den außerehelichen Verkehr *wisehen Ariern and Juden als rasseschanderisch unter Strafe stellt. Wäre die Ansicht des Obcrlandcsgericht* Köln zutreffend, und würde die Fortsetzung einer Mischehe als ein ״rasseschändeiisches Verhältnis“ anzusehen sein, so müßte bei allen bestehenden Mischehen Anklage wegen Rassenschande erhoben werden. Hochachtend Dr. S a I o m o n, Rechtsanw. Schicksal zu stürzen. Es ist anverantwortlich, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen, wenn man die Menschen in ihrer Not in Länder hinaushetzt, in denen sie aus klimatischen oder wirtschaftlichen Ursachen dem sicheren Untergang entgegengehen. Seit vielen Monaten prüfen wir unter Heranziehung berufener Wissenschaftler auf geographischein, medizinischem und wirtschaftlichem Gebiet planmäßig die für eine Großsiedlung in Betracht kommenden Länder. Wir tun unsere Arbeit in aller Stille, um nicht vorzeitige Hoffnungen zu erwecken, denen unter Umständen schwere Enttiuschungen folgen müssen. Wir glauben aber, auf Grund unserer Studien in absehbarer Zeit der Oeffentlichkeit Projekte unterbreiten zu können, die nach allen Seiten geprüft sind. Wir bereiten auch Finanzierungspläne vor, die es uns gestattet» werden, auch den Unbemittelten unserer Glaubensgenossen die Möglichkeit zur Auswanderung und zu einem menschenwürdigen Leben auf eigener Scholle zu geben. Wir werden nicht eher mit unseren Projekten andieOeffentlichkeit treten, bis wir die zuständigen jüdischen Stellen, die um unsere Arbeit wissen, davon überzeugen können, daß unsere Pläne erfüllbar sind, daß die Menschen, die wir herausführen, nach menschlichem Ermessen in einigermaßen gesicherte Verhältnisse kommen werden. Auch die Frage, wie sich einzelne Länder zur Aufnahme von Massensiedlungen stellen ׳.״erden, wird sehr ernsthaft von uns untersucht, und auch in dieser Hinsicht hoffen wir, unter Umständen schon bald zu einem Ziele zu gelangen. Es darf nichts überstürzt werden, aber die Be- Berlin, den 14. November An die ״Jüdische Rundschau“, Berlin In Ihrer Nr. 85 vom 22. Oktober geben Sie auf Seite 3 einen Auszug aus einem Be- Schlüsse des Amtsgerichts Presden betr. Verlagsverträge jüdischer Schriftsteller wieder. Das Amtsgericht Dresden verweist in seiner Entscheidung auf das Urteil des Oberlandesgerichts München *cm 4. Februar 1935, in der Fassung, wie sie in der ״Juristischen Wochenschrift“ abgedruckt ist. Diese Entscheidung enthält den auch vom Amtsgericht Dresden wiedergegebenen Satz, kommt aber im wesentliehen doch zu einer dem jüdisehen Verfasser günstigen Ent- Scheidung. Nach dem, dem Aussig, den 17. November Sehr geehrte Redaktion! Zu dem sehr interessanten Artikel ״Die Sprache des palästinensischen Kindes“ von F. M. Frankel wäre folgendes zu bemerken! Es ist leider wahr, wie Herr Fränkel in seinem Aufsatze hervorhebt, daß unsere Volksspräche, solange sie nur Schriftspräche war, sich nur im gedruckten Worte weiterentwickeln konnte. Daß es aber unrichtig ist zu behaupten, ״in die Wörterbücher wurden immer nur die besonderen Wortschöpfungen und Stilbesonderheiten unserer Literatur aufgenommen“, beweist eben die im genannten Artikel angenommene ״Neuschöpfung“ ״Hakriz!“ ־= mit den Hörnern stoßen. Diese Wortbildung ist im Pijut für den 2. Peßachtag zu finden. ״Makrin untaphris“ heißt es dort und bedeut tt dasselbe, aber auch die Wortbildung ״M’sanev“ wedeln ist in unserer Literatur, und zwar in der Bibel, zu finden. In Deuteron, 25, 18 heißt es: ״vaj — sanew becha“. Vielleicht liegt der Fehler gerade darin, daß wir alle guten Wortbildungen der früheren Literatur nicht oder noch nicht auf genommen haben. Würde wirklicher ״Ivinnus“ im Geiste Bialiks betrieben, wären wir nicht angewiesen auf die nicht immer zutreffenden Neubildungen der Kindei. Und daß sie nicht immer zutreffend sind, geht ja aus jenem Artikel selbst hervor. Was mich aber bei solchen Artikeln besonders interessiert, ist, daß sie von den Lücken, die infolge des scheintoten Zustandes unserer Sprarhe entstanden sind, sprechen, ohne jedoch auf den unermeßlichen Schaden einzutroffenen können überzeugt sein, daß nicht nur von den amtliehen Stellen, sondern auch von unserer Geschäftsstelle aus mit heißem Bemühen ein Ausweg aus der großen Not gesucht wird. Die ״Geschäftsstelle zürn Studium und zur Förderung jüd. Uebcrseesiedliing“, NW 87, Cuxhavener Str. 18 Rechtsstreit zugrunde lh-jendcn Vertrage hatte der Verfasser den Anspruch auf mindestens die Hälfte seines Honorars, wenn er vor Vollendung des Manuskripts zur neuen Auflage verstorben oder durch andauernde Krankheit an der Vollendung gehindert sein sollte, und zwar für den Fall, daß der Verleger die neue Auflage alsdann durch einen anderen Verfasser Irerstellen lasse. Das Oberlandesgcricht München hat diese sogenannte ״Erbenlclauscl“ auch auf den ״hier gegebenen Fall einer unverschuldeten Arbeitsbchindening“ des Verfassers angewandt und erklärt, daß diese Vertragsauslegung ״allein der Billigkeit entspreche“. Hochachtungsvoll Dr. Marwitz, Justizrat gehen, den das Jahrhunderte lang bloß geschriebene Wort verursacht hat: der verfälschten Aussprache der hebräischen Vokale. Da werden uns unsere Kinder kaum behilflich sein können. Es ist geradezu erstaunlich, daß wir zudem mit unserem überfeinen Ohr für fremde Sprachen unsere eigene Sprache so wenig ״hören“ lernen. Man glaubt, wenn man statt o — a spricht und stau au — o, daß damit schon die Sprache zu ihrem Recht kam. Vergessen wir nur nicht, daß die verschiedenen Sprachen, die wir bis jetzt redeten, unsere Sprachwcrkzeuge in ihrer Entwicklung beeinflußten, so daß wir sogar unsere Aussprache des Hebräischen der Klangfarbe jener Sprachen angepaßt haben. Wir werden es auch heute noch beim besten Willen nicht zustandebringen, unsere hebräische Aussprache davon zu befreien. Eines jedoch müßte uns mit einigem Fleiß und Geduld gelingen: die Unterscheidung der langen und kurzeri Vokale. Wenn wir zwischen ״satt“ und ״Saat“ unterscheiden können, dann müßten wir auch ״Täl“ ton ״tääJ“ usw. venchie■ den aussprechen lernen. Samtliehe Lehrer sollten außer den obligaten Prüfungen noch eine Prüfung in hebräischer Phonetik ablegen, Die Resultate einer soleben Verordnung des Waad halaschon, die, wie man mir in Palästina sagte, beabsichtigt ist, würden sich sehr schnell zeigen. Es muß auch eine hräisch Sprechenden, insbesondere der Lehrer, ergehen, sich der Verantwortung bewußt zu werde!» und mehr Gewicht auf ihre Aussprache legen. Mit, Zionsgrüßen Oberkantor I. Rosenberg Jetzt erste Büchsenleerung AUS 5000 BUCHSEN 4000DUNAM BODEN Keren Ka]emeth Lejisrael, Berlin W15 Postscheckkonto: Berlin 28247 ln den Wintermonaten werden die Schalter der »Jüdischen Rundschau“ am Freitag stets etwa 40 Minuten vor dem Beginn des Schabbat geschlossen, vom 22. Nov. bis 17. De*, um 15 Uhr Bestehende Mischehen Die brennende Auswanderungsfrage %* Zu demselben Thema ist uns noch eine ganze Reihe von Zuschriften aus dem Leserkreis zugegangen, meist von Personen, die selbst unter die Kategorie der mehr als 35jährigen Auswanderungsbewerber fallen. Wir werden uns in der nächsten Nummer nochmals mit den Problemen befassen, da am 28. November in Gen! der vom Völkerbund eingesetzte Ausschuß für Auswanderungsfragen Zusammentritt, der unseres Erachtens verpflichtet ist, auch die Lage der in Deutschland lebenden Juden, die auswandern müssen und nicht wissen, wohin, in seine Erwägungen einzubeziehen. (Red.) Verlagsverträge jüdischer Schriftsteller Die Sprache des palästinensischen Kindes Palästina-Ami Berlin BSB. 3SW1SH A6SNCY FOR PALC&TINR W 15; Meinekestr. 10. Telephon: J1, Bismarck 7165/70. Erleichterung für ״Kapitalisterv'-Kategorie Mit Rücksicht auf die besonders schwierige Lage, die sich für die Einwanderer nach Kategorie AI der palästinensischen Einwanderungsbestimmungen — Kapitalistenzertifikate — aus der langen Wartezeit ergibt, ist die Britische Paßstelle Berlin In dringenden Einzeiflllen bereit, die Erteilung der Einwanderungserlapbnis In Erwägung zu ziehen, auch wenn der volle Betrag des Vorzeigegeldes noch nicht seitens der Reichsbank zu» Verfügung steht. Voraussetzung hierfür ist, daß der Antrag des Betreffenden bei der Reichsbank unter einer Nummer vorgemerkt Ist, die wohl demnächst zur Zuteilung gelangen würde. Ferner ist ein Nachweis erforderlich, daß der Antragsteller in Palästina unter keinen Umständen der Oeffentlichkeit zur Last fallen wird, und seine Bereitschaft, die Einwanderung bis spätestens zum 31. 1. 1936 durchzufiiliren. Sprechstunden Der ständig zunehmende Andrang während der Sprechstunden des Palästina-Amtes macht es notwendig, folgenden Hinweis 2u wiederholen: Die Sprechstunden der Abteilungen ״Allgemeine Ber a t u n g“ ״H a n d w e r k e r - A I i j a h“ und ״P a s s a g e“ finden von Montag bis Freitag vormittags von 9/2 bis 12 Uhr statt. Die Zertifikatsabteilung hält Sprechstunden jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag, vormittags von 91/2 bis 12 Uhr, ab. Die Abteilung ״W i r t s c h a f t s b e r a f u n g“ und die Juristische Abteilung empfangen ausschließlich nur mm nach vorheriger nw.Jiicher oder schriftlicher, vom Sekretariat der betr. Abteilung bestätigter Anmeldung. Nachmittags wird keine Sprechstunde abgehalten. Ausnahmen können auch bei auswärtigen Besuchern nicht Schriftlichen Anfragen ist erstmalig ein Unkostenbeitrag von 1 RM. beizufügen. Durch Telephon können sachliche Auskünfte nicht erteilt werden. Bei Anfragen jeder Art ist, zur Vermeidung, von Ver- Zögerungen, das Aktenzeichen der Abteilung, das Diktatzeichen des Sachbearbeiters, der Betreff und das Datum der letzten Vorkorrespondenz anzugeben. Nur wenn die vorstehenden Hinweise, sorgfältig beachtet werden, kann eine reibungslose Abwicklung des Geschäftsganges gewährleistet werden. Der Kartelltag des KJV. ist vom 24. November auf den 30. November und 1. Dezember verschoben worden. Am 30. November findet ein Begrüßungsabend statt, an dem Bbr. Dr. Egon Rosenberg ein Referat halten wird über: ״Das KJV. in der Geschichte des deutschen Zionismus“. Anschließend werden zwei Palästinabildstreifen zur Vorführung gebracht. Die eigentliche Tagung am Sonntag wird eingeleitet mit einem Rechenschaftsbericht von Bbr. Kurt Tuchler, daran anschließend ein Referat von Bbr. Benno Cohn über: ״Die zionistische Situation in Deutschland“, Generaldebatte, Abstimmung über die Anträge und Wahl des neuen Präsidiums. Am Abend findet ein geselliges Beisammensein der Bundesbrüder statt. Zu den beiden Abendveranstpitungen sind die Angehörigen der Bundesbrüder eingeladen. Aerzte-Bildnisse in Frankfurt. Uns wird geschrieben: Im Städelschen Kunstinstitut findet zur Zeit eine Aus- Stellung von Bildnissen Frankfurter Aerzte aus mehr als zwei Jahrhunderten statt. Diese Sammlung, die von Senckenberg begründet worden ist, ist von der Senckenbergischen Stiftung und dem Aerztlichen Verein Frankfurt a. M. bis in die neueste Zeit fortgeführt worden. Sie enthält mehr als 150 Oelbildnisse der bedeutendsten Aerzte und Forscher, die in Frankfurt gewirkt haben. Fs bcfinden^sich darunter Gemälde von hohem Kunstwert, die bisher die Sitzungssäle und Räume der beiden Körperschaften geschmückt haben. Die zahlreichen Bilder von jüdischen Aerztcn, die hier gewirkt haben, sind bei der Ausstellung ausgesclialtet worden; darunter befinden sich Bildnisse von Forschern wie Ehrlich, W e i - gert, E ding er 11. a. Es fehlt auch das Bild von Hofrat Dr. Salonion Friedrich Stiebei, dem bekannten Feldwebel und'späteren Bataillonsarzt des Lützowschcn Freikorps, dessen Name gleichzeitig auf der Tafel verewigt worden ist, die eben jetzt zu Ehren der Stifter der Dr. Senrkenbergischcn Naturforschenden Gesellschaft im Senckenbergisclieit Natur- Museum aufgehängt worden ist. Bibliographie des jüdischen Buches. Von der seit Jahresfrist erscheinenden ״Bibliographie des jüdischen Buches“ (Herausgeber Joel Sänger, Frankfurt a. JVL, Fierderstr. 30), erscheint soeben Heft 3 und 4 des I. Jahresbands. Die Biblio- . Ausstellung Arthur Segall. Die von uns veröffentlichten Briefe vort Arthur Sega 11 aus Mallorca waren von Ruth Morold irrt Anschluß an ihren Ausstellungsbericht ausgewählt. ANTWORTEN DER REDAKTION Dr. Loehnberg, Jerusalem. Es wird gewiß viele Leser interessieren, daß die W as s e r b o h r u n g e n in Galiläa, über die unser Mitarbeiter Klötzel in Nr. 90 der ,,Jüdischen Rundschau“ berichtet hat, nicht überall erfolgreich waren und insbesondere in Scdschera und Poriah zunächst nicht zu Erfolgen geführt haben. Die allgemeine Tatsache, daß durch Wasserfunde in UntergaiiUia die wirtschaftlichen Aussichten der Siedler dieses Gebietes gestiegen sind, ist an sieb schon bedeutsam, ohne daß w׳ir natürlich im Rahmen unserer allgemein gehaltenen Berichterstattung auf technische Einzelheiten allzu sehr ein gehen können. Wir stimmen aber mit Ihnen völlig darin überein, daß bei der Beurteilung von Bodenqualitäten oder aber bei Bodenkäufen große Vorsicht in bezug auf derartige Voraussagen geübt werden muß. ״״FF-M ASS-ANZUG •uagutendsutschenMaBstoffenRM100.-,120.- |»P• |#| EC Zentrum: SpittelmarM 11,12 u.13 aua angllaehan MaBstoflan RM 130- | I* IvLCIMUlH VI ” II OldenburgerStr. 48, Ecke Türmst».