Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 94 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 8 JODISTHP p 11 ki ח «: r h A H Nr. 94. 22. XI. 1935 Von der Tagung des «Jüdischen Frauen-Bundes Wieder hatte sieh eine grolk׳ Anzahl arbeitender jüdischer Frauen in üi'rim eingefumlen; war es vor einigen Wochen die W i z c», so rief jetzt der Jüdische F r a 11 e n - B u n d die Mitglieder seines (.lesamtvorstamies zu einer Tagung zusammen. Und trotz allen persönliche״ und sachlichen Hindcrnissen kamen diese Frauen; denn eint■ jede fühlte heute, dali gemeinsames Schicksal gemeinsames Beraten (ordert. Vier Probleme waren es, die vor allein drängten. Die Frage der Hausfrauen wurde gleich im Anfangin einer besonderen Fachtagung . . . nicht erledigt, aber doch durch Stefanie Forchhciiner in ausführlichem Referat behandelt. Mit ihr verband sich die jet/t besonders dringende Frage der jüdischen!1 11 ה s g e h i l f i n n e n und der Chaluzoth, so weit diese als Gehilfinnen im Haushalt in Frage kommen. Bekanntlich sind seit einiger Zeit Verhandlungen mit dem Hcchaluz im Gange, die sich auf die Anrechnung der Tätigkeit im Haushalt für die Haehseiiarah beziehen. •— Dr. L e s r 11 n i t z e r, der Bevollmächtigte der Reichsvertretung, berichtete darauf den Frauen und Muttern von den Plänen und Hoffnungen des jüdischen Schulwcrls; wenn er auch auf die Frage, die auf aller Lippen schwebte; ״Was wird zu Ostern!1Hb mit den aus den öffentlichen Schulen entlassenen Kindern?“ noch keine bestimmte Antwort zu gehen vermoäi te. I >r. Hildegard Böhme referierte sehr warmherzig und sachkundig liber Fürsorgcproblemc. AK FrgebnK der Aussprachen über Hauswirtschaftslind Fürsorgcfragen fand die folgende Resolution einstimmige Annahme: ״Die Aussprache des Gesamtvorstandes des JFll hat ergehen, <1,11! die Versorgung der HausJialtc. und die Betreuung der Kinder in indischen Familien, <lie in kleinen Gf!m׳imlen oder auf dem I aude wohnen, bei Erkrankung oder Verhindert!״g der Hausfrau aufs schwerste gefährdet ist. Der JFB. erkennt cs als seine Pflicht an, durch planmäßigen Ausbau der gegenseitigen Hilfe nach. Kräften Abhilfe zu schaffen. Dam her hinaus niu-scn aber hauptamtlich tätige, bezahlte Kräfte zur Verfügung stellen. Wir stellen den Antrag, dal! die Reichsvertretung der Juden in I )eut srhiaml Frauen schult und ansh'llt, die von einer zentral gelegenen St •dl taus den Familien in Kleingcmeindim mul auf den! Lande auf Anordnung zur Verfügung gestillt weiden können. ■ Dein Mangel an ansgebildetcn Kr:1r,kenselnee-ter1! null! durch entsprechende kurzfristige Schuhing besonders geeigneter Frauen ahgeliolfen werden.“ Dr. Her 111 a I! a 11 t - S t r a u l> sprach dann über die jetzt sidnmhar aber wirklich nur scheinbar! — durch die drangi mlon Tarn-fragen in den Hintergrund getretene (je- Stallung der g <■ i ■י f i g e n Arbeit in konintctider Zeit und wies besonders auf die Notwendigkeit stärkerer Betonung der Palastiua-Kniiile in den einzelnen < וי Kgm|1pe1! hin. Als eine Fon-׳ tzting dieser Fon Irrung und zugleich als ein Zeugnis dafür, dal! die Bedeutung der Palästina-Arbeit von der I eitiing dos Indischen Frauenbundes voll erkannt worden ist, erschien dann der Bericht von Mfricdc Bergel-Ciro- 11 r n! a n 1!!1 Ja er!110 | 1! g e n d -Ali j a 11“ und ihre Bedeutung für den Jndie ben Frauen-Buiitf. Und als ein folgerichtiger Schluß aus allen diesen I )arlegrmgcn erschien dann die Rcso* lution, die (llara Karo-Köln t-inbr,achte und die einstimmig angenommen wurde; Die Ortsgruppe Köln des JFB. stellt den Antra g, d a 15 d er J 11 <1 i s c 11 c Frauen- Bund seine Or t s g r u p p e n und a n g c sc hIo s s e - ת e n Vereine veranlasse, sich aktiv an den Aufgaben der J ug e n d - A 1 i j ah zu beteiligen. Seiner Jubiläums״ Kundgebungen aus Anlaß des 15jährigen Bestehens des Keren Hajessod mit einem Referat ־von Dr. Michael Traub Konstruktive Selbsthilfe und die Ansiedfung von Juden aus Deutschland in Palästina Begrüßungen / Musikalische Darbietungen CHEMNITZ Sonnabend, 23. November, pünktlich 20,30 Uhr in der Großen Synagoge am Stephansplatz Keren Hajessod Komitee Chemnitz Dr. Gerendasi, Goeritz, Kahn DRESDEN Dienstag, 26. November, pünktlich 20,15 Uhr, in der Synagoge Eeughausstraße 3 Vorstand der Jüd. Gemeinde Dresden fewish Affency Komitee Dresden Tradition g emäß muß ihm die Forderung einer religiösen Jugend-Ali j ah von besonderer Wichtigkeit sein. Man freute sieh am ersten Abend im Fraueri-Club in der Marhurgcr Straße nach dem ausgezeichneten Referat von Prot. Cora Berliner, das die gegenwärtige Situation der Juden in Deutschland mit Sachkunde und Aufrichtigkeit dargestellt hatte, an den fröhlichen und bunten Darbietungen, die von den Schülerinnen der Haushaltungs-Schule in Lehnitz dargebracht wurden. Nicht minder aber an den schmackhaften und anmutig servierten Erzeugnissen ihrer Kochkunst, die 1־on den viel umstrittenen hau *wirtschaftlichen Fälligkeiten jüdischer junger Mädchen beredtes Zeugnis ahlegten. Und von ganzem Fierzen vereinigte man sieh mit der Vorsitzenden des Jüdischen Frauen-Bundes, Ottilie S c h ft n e w a Id, die im Verein mit Prof. Cora Berliner die Tagung mit überlegene* Geivandtheit geleitet hatte, in den Worten des Dankes für alle Beteiligten und alle Mitarbeiterinnen, die das Gelingen dieser für viele innerlich heute ganz besonders wichtigen Tagung ermöglicht hatten. bs. Ein jüdischer Professor ausgeschlossen. Die Zeitungen berichten: Die ״Deutsche Gesellschaft für innere Medizin“ bat an den jüdischen Professor julius Bauer in Wien foigen des Schreiben gerichtet; ״Ihre am 13. Juli 1035 in der schweizerischen medizinischen Wochenschrift erschienene Arheit ,Gefährliche Schlagworte auf dem Gebiete der Erb- Mologie‘ ist von der deutschen Acrztcschaft nach Inhalt und Form als bewußte antideutsche Bekundung und beabsichtigte Kränkung empfunden worden. Ich habe mich deshalb nach Anhörung des Vorstandes veranlaßt gesehen, Sie aus der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin, der Sie bisher als Ausschußmitj>lied angehörten, auszuschließcn. Der Vorsitzende.“ Was q&Ui da vm, — in Ccuadoi? Uns wird geschrieben: Das jüdische Publikum hat mit Mühe begriffen, daß Herr Aris nicht arisch, sondern uiciiiarisch ist, und will über das lerne Land Ecuador präzise Auskunft erhalten. Was liest man nun im ״K o r r e s p o 11 d e n z b 1 a tt über Auswanderung* - 11 n d Sie d I u 11 g s w esc n“, das der ״Hilfsverein der Juden in Deutschland“ 'kürzlich neu herausgebracht hat? Auf S. 6ö kann man sich folgende Information verschaffen, die sieh alle -- wie der Text zeigt — auf die W'irtscliaftslage Ende 193t/Anfaug 1*335 beziehen: ״Weitere Besserungen in der Wirtschaftslage infolge günstiger Ernteergebnisse und steigender Ausfuhr“ — einerseits; ״Ecuador zeigt noch keine Zeichen der Erholung von der wirtschaftlichen und finanziellen Depression“ — andererseits. ״Infolge höherer Ernteergebnisse (Kakao, Kaffee, Mais) und gesteigerter Preise Kaufkraft gestiegen. -- . . . Ausfuhr gegenüber Vorjahr stark erhöht“ —־ einerseits; ״Rückgang seiner landwirtschaftlichen Erzeugung, ungünstijje Handelsbilanzen, erhöhte Lebenskosten“ — andererseits. ״Preise für Kakao und Kaffee trotz Abschwäcluing noch über Vor jahrsstand; inneres Preisniveau weiter gestiegen“ — einerseits; ״Die Wirtschaft des Landes leidet seit geraumer Zeit unter den niedrigen Preisen, die für die Haupterzeugnisse, Kakao und Kaffee, erzielt werden“ — andererseits. ״Laut einer Meldung vom Februar 1933 soll von der Regierung und der Stiidienkommission eines Berliner Komitees ein Kolonisationsvertrag abgeschlossen worden sein“ — einerseits; ״Nach neueren uns zugegangenen Informationen ist die Nachricht vom Abschluß eines Vertrages nicht bestätigt“ — andererseits. ״Die Arbeitslosigkeit betrifft nicht die landwirtschaftlichen oder industriellen Arbeiter, sondern Arbeiter von einem ganzlieh verschiedenem Typ, das ist die Mittelklasse, Kommis, Buchhalter usw.“ -- einerseits; ״Technisch-kaufmännische Berufe haben m. E. noch bessere Aussicht als alle anderen“ — andererseits. Der Auswanderer wendet sich nach Kolumbien und studiert die im Mitteilungsblatt abgedrnckten Briefe. Er findet dasselbe AbzählspicI, das ihm in Ecuador schon treffliche Aufklärung geboten hat: Iin Oktober 1931 ist gerade für die Leute, die zur Gründung einer Landwirtschaft ans Auswandern denken (in Kolumbien) ein eminent großes Feld geboten. Schon im Mai 1935 ist es sehr schwierig, eine Position zu finden; die Wirtschaftslage Kolumbiens hat sich während des letzten halben Jahres ganz bedeutend verschlechtert, und die Aufnahmefähigkeit des Landes scheint wohl erschöpft zu sein. Anmerkung der Redaktion: Wir haben keine Veranlassung, auf den Hilfsverein ״mit Steinen zu werfen“, denn wir sitzen im Hause des Palästina-Amtes selbst im Glaskästen. Ob aber Auswandererheratung so aussehen darf, daß de* Beratene nicht weiß, was richtig ist, ist eine Frage, deren Beantwortung wir nicht übernehmen möchten. fanzüsM-DeiMes MansM Paris Dr. F, Hirschler (früh. Mannheim) I In Zusammenarbeit mH Cabinat C4*ar Ggrard S 40, rue d’Artois T«1«f«n rr~84 I Brief AnKaut rken verdau! grnBt. I.ager gen Kälst•«׳; n Kantate Sammlungen, f nbp!t S«1mm|unc׳en ReichfHustr. Preisliste Menge?־rat. u. franko J.&H. StolQVf, BrieimarHsnhflifl. Berlin Ul50 Augsburger Str 3? (!•>1;,- rhirnjjhaler Str.י Tel. Biimarck 4SP Wilhelm Stoess י Spox. IftHtSts Brillanten u. Juwelen nur weiße, reine Steine Berlin W 8, Friedrichstraße 158 nah# Unter den Linden -Auswanderer!- Wir er!f di i-r n l״r Paß- und Visa-Angelegenheiten, Reichsfliiclit Steuer,Devisen gunehmigungen Vermögenstransfer, Gesellscbaffsumwendl. Inkassi und Liquidationen, Haus- und Vermögensverwaltungen. Hans schonten! Dr. jur. Jos. Gähn Steueru. Wirt ae halt »berat er Landgeriehisrat i. R. 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