Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 93 (19.11.1935)
- Date
- 1935-11-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 93 19. XI. 1935 Ein neuer Kultur-Faktor Es ist nicht meine Absicht, heute ein Programm zu entwickeln, aber ich möchte einige allgemeine Worte sagen über die Stellung der Unix ersität, wie ich sie sehe. Die Krise der Wissenschaft Die Universität ist eine wissenschaftliche Anstalt, und ihr höchstes Gesetz, der Wissenschaft zu dieneu. Allein damit ist noch nichts Bestimmtes gesagt. Denn di* Wissenschaft selbst befindet sich beute in einem Zustand schwerer Krise. Ich habe vor einigen Wochen einem Philosophen kongreß beigewohnt, auf dein diese Krise zum offenen Ausbruch gelangte. Es ist eine Krise der Grundlagen der Wissenschaft, i )ic Wissenschaft hat in! letzten halben Jahrhundert die Welt umgcwandclt und glänzende Siege errungen. Aber sie gleicht einem Heere, das sich auf einem kühnen Eroberungszug zu weit von seiner strategischen Basis entfernt hat und das jetzt mitten im siegreichen Fortschreiten von der Niederlage bedroht ist. Die Grundlagen der Wissenschaft sind fraglich geworden, und es kann nicht fehlen, daß die Krankheit, die das Herz des wissenschaftlichen Organismus ergriffen hat, sich bald auch in den Gliedern offenbart, wenn keine Heilung gefunden wird. Die Philosophen verzweifeln daran, eine feste Axioniatik zu finden, die nicht in Frage gestellt werden könnte. Die Mathematik hat damit angefangen, in den Axiomen bloße Festsetzungen zu sehen, und die Philosophen sind gefolgt. Heute sehen bedeutende Philosophen in den ersten Voraus- Setzungen der Wissenschaft nur eine Sprache, die im Grunde willkürlich ist und durch eine andere Sprache ersetzt werden könnte. Unsere Wissenschaft hat danach nur den einen Vorzug, daß sie die Wissenschaft unseres Kulturkreises ist. Als ich einen bekannten Philosophen auf dem Kongreß fragte, oh er bereit sei zii/ugeben, daß danach die Wissen- Schaft keinen Vorzug mehr habe vor der Mythologie' und der Gedankenwelt des ״primitiven“ Menschen, auf die wir bisher mit dem Dunkel des Kulturmenschen hcrabgeblickt haben, gab er dies offen zu. Wenn aber die Wissenschaft bloße Sprache ist. so ist sie bloßes Spiel, unsere Axiome Spielregeln, und der ben liehe Bau der Wissenschaft ist, wenn ich Mainurn zitieren darf, ein Schloß in der Luft. Wissenschaft und Leben ׳ Es ist klar, dal) eine solche Auffassung den Untergang ti [!-.er er Kult 11 ז bedeuten wurde, wenn sie nicht riclitigge teilt wird. Aber es ist iraglich, ob die Wissenschaff sich selbst das! uiid.inient geben kann, das sie braucht. Fs scheint, daß keine Möglichkeit hierzu bestellt. Die Verw irruug in der Wissenschaft kommt daher, daß sie sich selbst begründen möehte und 11 ic 11t kann. Es scheint eben die thoorcti-rtir Be-;־l1.1ftigung des Menschen mir eine Seite seines Wesens zu sein, die aus sich selbst heraus nicht verstanden werden kann, sondern 111 re Frgäii/tmg durch die Praxis im höchsten Sinne des Wortes verlangt. Das ״Spiel“ Wissenschaft bekommt sein Ziel, aber damit zugleich seine Grundlage aus Aufgaben heraus, die sich nicht mehr aus der Theorie begreifen lassen. Diese Anschauung ist In tiefer Weise von F i e h t 0׳ ausgesprochen worden. Damit aber entscheidet sic h auch das .vliickwd des gelehrten t hitcrrichtes. Wissenschaft kann nicht für sich bestehen, es gibt fiir den Menschen keine Wissenschaft um der Wissenschaft willen. Die Wissenschaft schöpft nicht nur ihre Aufgaben aus dem Leben — das wäre eine Banalität —, sondern erhält, wie es scheint, von ihm auch ihre Grundlage. Es wird eine der schwersten Aufgaben der Philosophie sein, hier die Grenze zu ziehen zwischen einem erlaubten und einem verbotenen Eingriff der Praxis in die Wissenschaft. Für uns aber ergibt sich hieraus eine wichtige Folgerung in bezug auf die Stellung der Universität im Leben des jüdischen Volkes mul dieses Landes. Es ist selbstvcrständlieb, daß diese Universität eine Dienerin des Volkes und des Landes ist. Dieser Dienst spricht sich in der zentralen Stellung aus, welche das Institut fiir Judaistik im Organismus der Universität hat und in der wichtigen Stellung des Orientalistischen Institutes und der naturvissenschaftlicheri Laboratorien, weiche dem Lande dienen. Unsere Kurse in Tel-Awiy, die von den Freunden der Universität veranstaltet werden, bilden ein lebendiges Band /wischen uns und dem Jisthtiw, und ich hoffe, daß das palästinensische Radio, dessen Errichtung bevorsteht, mit seiner ״hebräischen Stunde“ der Universität neue Möglichkeiten geben wird, dem Lande zu dienen. Das zentrale jüdische Problem Alle diese Dinge sind selbstverständlich und bedürfen keiner weiteren Atofuiitimg. Aber es scheint mir, daß die Univer-i.at darf׳her hinaus ein wichtiges Wort zu sagen haben wird zu dem zentralen Problem des jüdischen Volkes, dem Problem des Verhältnis s e s v o n Nationalität und Religion, Wir haben wahrend der ietzlen zwei Generationen eine Epoche der S.ikiiiarisivruno de.״ ludentums erlebt. Fs war, als wenn einem .Menschen jäh offenbar würde, d.ali er nicht nur S,!. le ist, daß er einen Leib hat. א" Imt der Jude erfahren, daß es ein Diesseits gibt. Es war vielleicht die grüßte Revrdtition, die das Judentum seit der Diaspora mitgemacht hat. So war cs begreiflich, daß für die < iviteration, wcleite die nationale Bewegung schuf, diese Tatsache des weltlichen Judentums entscheidend war und alle ihre Kräfte in Anspruch nahm. Allein es scheint mir an der Zeit zu sein, daß nimmehr diesen Bestrebungen ihre Grenze gezeigt wird. Wir sind nicht mir ein nationaler Leib, wir haben eine Seele. Die Stele des jüdischen Volkes ist sein Glaube. Niemand wird bestreiten, daß die Kraftquellen des Zionismus im Glauben liegen. Es war dem Zionismus leicht, so große Kräfte zu mobilisieren, weil frühere Generationen diese Seclcnkräfte aufgehäuft hatten. Aber die Frage ist: was wird nach uns sein? Sind wir nicht in der gefährlichen Lage eines Menschen, der von seinem Kapital lebt, ohne es zu vermehren? Das national-weltliche Ideal kann, glaube ich, trotz seiner Erhabenheit nicht die Kräfte aufspeichern, welche künftige Generationen brauchen werden, weil es nicht den ganzen Menschen ergreift. Die zionistische Bewegung muß den ganzen Juden ergreifen, das heißt vor allem den gläubigen Juden. Im tiefsten Herzen sind wir alle gläubig, denn in uns lebt der Samen Abrahams, des Vaters der □laubigen. Die Formen, in welchen dieser Glaub« heute in den Parteien lebt — als gesellschaftliches oder nationalpolitisches oder konservatives Ideal — sind nur abgewandelte und abgeschwächte Formen des umfassenden jüdischen Ideals: ״Letaken olam bemalchut schadaj“: Die Welt zum Gottesreich zu wandeln. Es ist das Schlagwort ausgegeben worden, die Religion sei Opium für das Volk. Mag sein, daß bei manchen Völkern diese Bewertung zutrifft. Wir Juden aber können nur sagen, daß unsere Religion weit davon entfernt ist, uns fingeschläfert zu haben, uns vielmehr die lebendige, wache Kraft gegeben hat, durch die wir uns erhalten haben und bis dorthin gekommen sind, wo wir heute stehen. Und was nun die Frage anlangt, di« uns als Universität angeht, die Frage der Beziehung von Wissenschaft und Glaube, so muß gesagt Vor der Eröffnung des Radiodienstes Von unserem palästinensischen gl.־ Korrespondenten Tel-Awiw, 11. November Die Regierung bemüht sich, die Vorarbeiten für die Er- Öffnung des palästinensischen Radios so rasch wie möglich zu beenden. Es besteht die Absicht, mit den Sendungen zu Weihnachten zu beginnen und die technische Vollendung der Station in Ramallah steht unmittelbar bevor. Zu Beinn soll ein Fünf-Stundenplan pro Tag zur Ausführung ornrnen, der drei Stunden für Nachrichten und allgemeine Angelegenheiten des Landes umfaßt und je eine Stunde fiir spezielle jüdische und arabische Sendungen. In den drei allgemeinen Stunden kommen die drei offiziellen Sprachen, englisch, arabisch und hebräisch, zur Verwendung. In den arabischen und jüdischen Sendungen wird sowohl der Musik der beiden Völker wie auch ihren besonderen Interessen Raum gewährt. Das allgemeine Programm umfaßt außer den Palästinanachrichten Ucbertragungcn von britischen Send e r n. Den! Radiodienst ist ein Beirat beigegeben, der aus drei englischen Beamten und je einem Vertreter der Araber und der Juden besteht. Vertreter des jüdischen Sektors ist Abraham Katznelsen, einer der Mitglieder in der Leitung des Wand Leumi. Es besteht die Absicht, neben dem englischen Leiter des Dienstes zwei Subdirektoren, je einen Araber und einen Juden, zu ernennen. Die Einrichtung eines palästinensischen Radiodienstes hat für das Land eine grofie Bedeutung. Palästina ist heute unter der armen arabischen Bevölkerung noch zu einem großen Teil aui den primitiven Nachrichtendienst von Mund zu Mund angewiesen. Das noch immer starke Analphabetentum im Lande verhindert die große Mehrheit der Fellachen, sich mit eigenen Augen von dem Inhalt gedruckter Schriften zu überzeupen. Man ist auf die Erzählungen auf der DorfstratSe, im Cafehaus und in den städtischen Bazaren angewiesen. Hier verbreiten sich freilich Nachrichten und Gerüchte mit einer für den Europäer unbegreiflichen Schnei־ ligkeit, aber es ist nicht zu vermeiden, daß Nachrichten bei dieser Art der Verbreitung sich rasch verändern. Gerüchtc aufgebauscht werden und so gelegentlich viel Schaden angerichtet wird. Bei dem stark entwickelten politischen Interesse im Lande hat freilich die Presse in den letzten Jahren trotz des Analphabetentums erheblich an Bedeutung zugenommen. Wer irgend kann, liest eine Zeitung, und wer nicht dazu imstande ist, läßt sie sich auf dem Dorfplatze oder im Bazar vorlesen. Mit der Einführung des Radios besteht die Möglichkeit, Nachrichten auch in die entferntesten Ecken Politik, Gesellschaft, Kultur Am 14. November ist der Präsident der Zionistischer! Organisation und der lewish Agency, Dr- Chaim W e i z m a n n, zu längerem Aufenthalt in Palästina eingetroffeii. Nach einer Unterredung mit den zu seiner Begrüßung erschienenen Mitgliedern der Palästina-Exekutive begab sich Dr. Weizmann in das Daniel-Sieff-Institut für Agrikulturchemie nach Rcchowoth. High Commissioncr Sir Arthur Wauchope ist ermächtigt worden, in bestimmten Einzelfällcn Befreiung von der Einhaitung der Sanktionsvorschrifteu gegenüber Ita- 11 en, die am!8. November in Kraft treten, zu gewähren. Laut Verfügung des Distriktskornmissars werden die Wahlen zum Stadtrat von Tel-Awiw am 15. Dezember durchgcführt werden. Die Wahlpropaganda samtlieber Parteien ist bereits in vollem Gange. Die Palästina-Regierung hat nach Meldungen aus Jcrusalern ein« Verordnung erlassen, durch welche die bisherigen Höchststrafen f ii r unerlaubte Waffeneinfuhr von 3 auf 7 Jahre Gefängnis erhöht werden. Die Verordnung ist im Hinblick auf die vor einiger Zeit aufgedeckte Waffenschmuggel-Angelegenheit erfolgt. Wie Palcar erfährt, hat der Brief des stel I ver f ret e n d c וו H i g h C 0 111 m i s s i o ״ e r s, Chcfsckrctär H all, an die Araber, der zur Absage des für Wauchopes Ankunft beabsichtigten Streikes führte (s. ״Jiid. Rundschau“ Nr. 92, S. 1), lediglich die Versicherung enthalten, daß die Behörden alles tun werden, was in ihrer Macht steht, um die Angelegenheit des Waffenschmuggels aufzuklären, Die Regierung verbot die arabische Zeitung ״Al Difaa“ für einen Monat, weil sie in einem Artikel den Aufstand in Aegypten als Vorbild für die palästinensischen Araber hingestcllt hatte. Durch das energische Eingreifen der Polizei ist der Versuch einer Gruppe von Arabern aus ZabaidM bei Haifa, durch Pflügen von Boden des Keren Kajcmdh ein Besitzrecht aut diesen Boden zu erwerben, abgewehrt worden. Entsprechend der gerichtlichen Entscheidung in dem Streit um das Besitzrecht an den Ländereien in Kuskus Tabun sind diese Ländereien nunmehr den jüdischen Eigentümern übergeben worden. Im Zusammenhang mit einem Unglücksfall im Elektrizitätswerk von Tel-Awiw, der zwei Arbeitern, die mit Strom in Kontakt kamen, das Leben kostete, wurde eine Untersuchungskommission aus Vertretern der Elektrizitätsgesellschaft und der Belegschaft des Werkes eingesetzt, um die Ursachen des Unglücksfalles zu untersuchen und Maßnahmen vorzuschlagcn, die in Zukunft derartige Zwischenfälle verhindern sollen. Zwischen dem Oberrabbinat von Palästina, dem Waad Leumi und den Vorständen der jüdischen Gemeinden werden Verhandlungen über die Ernennung ״religiöser Beiräte“ bei den einzelnen Gemeinden geführt. Diesen Beträten sali die Ueberwachung der Schecfiita u. ä. obliegen. werden5 Es gibt zwischen ihnen Or e n z en, aber es (jibt nirgends einen Gegensatz• Die Hebräische Universität wird darum als wissenschaftliche Anstalt immer für die Freiheit der Forschung und der Lehre kämpfen, aber gleichzeitig wird sie mit ruhigem wissenschaftlichen Gewissen eine Synthese von Wissenschaft und Glatsben, von nationalem Judentum und religiösem Judentum erstreben. Hoffen wir, daß die neue Epoche unserer Entwicklung uns unserem Ziele um einen Schritt näher bringen wird. des Landes zu tragen, wobei der Empfänger nicht mehr auf die Interpretation des nächsten Intelligenzlers angewiesen ist, sondern direkt an die Quelle der Nachrichten heran kann. Uebcrdies kann der Radiodienst, wenn er richtig verwendet wird, zu einem sehr wichtigen Erzichungsmittel werden. Hier besteht die Möglichkeit, an alle Landesbewohn er Wissen in leicht verständlicher Form 11c ran zubringen, populäre Vorträge mit einer freien Form des Unterrichts zu verbinden, auf literarischem mul musikalischem Gebiete Stoft zu bieten, der sonst weiten Kreisen der Bevölkerung unzugänglich ist. Freilich gilt dieses alles wie gesagt nur, wenn das neue technische Mittel richtig angewendet wird. Bei ungenügender Leitung kann der neue Apparat auch dem Halbwissen und der Geistesverwirrung dienen und an Stelle von Aufklärung neuen Samen von Mißverständnissen und Unruhe säen. Gerade in Palästina mit seinen sehr komplizicrien politischen Verhältnissen ruht auf der Leitung des Sendedienstes eine ganz besondere Verantwortung. Die Regierung hat fürs erste die Direktion des neuen Dienstes völlig in ihrer Hand behalten. Sie hat drei von den füm Stunden dem ״allgemeinen Teil“ Vorbehalten. Daneben gibt sie sowohl Juden wie auch Arabern eine Gelegenheit zu einer ״nationalen“ Stunde pro Tag. Für den jüdischen Jischuw besteht hier eine Möglichkeit zu kultureller Erziehung. Wenn es gelingt, eine gewisse Freiheit bei der Regierung zu erlangen und die besten kulturellen Kräfte dem neuen Werke verfügbar ztt machen, bietet sich hier ein Feld zur Pflege der hebräischen Sprache, zur Erziehung der Massen, die heute liier aus allen Ländern der Welt zUsammenströtnen und zu einem einheitlichen Wesen zusamincnschmclzcn sollen. Noch verlautet nichts über die jüdischen sprachlichen, schauspielerischen und belehrenden Kräfte, die von den Juden der neuen Aktion gestellt werden, wenn auch verschiedene Namen in diesem Zusammenhang genannt worden sind. Eine erstklassige Besetzung ist eine Notwendigkeit. Schließlich kann der Radiodienst vielleicht als ein Mittel benutzt werden, eine gewisse Aufklärung «her die Araber unter die Juden und über die Juden unter die Araber zu tragen. Leicht faßliche Vorträge über jüdische Geschichte in arabischer Sprache, das gleiche im Hebräischen über arabische Entwicklungen und Sitten, eventuell _ der Anfang eines Sprachunterrichts würden fiir das gegenseitige Kennenlernen einen neuen Weg zeigen. Es ist nicht bekannt, ob die Regierung irgendwelche Piüne in dieser Beziehung hat. Sie dürfte ihnen jedoch kaum ernsthaften Widerstand leisten, wenn sie von jüdischer und arabischer Seite an sie herangetragen werden. Das palästinensische Radio könnte, richtig gehandhabt, nicht nur ein Mittel der Unterhaltung una des Zeitvertreibes, sondern auch der Aufklärung und Erziehung werden, die bisher im Lande noch keineswegs aut diner befriedigenden Höhe stehen. Es wird mitgeteilt, daß demnächst die seinerzeit unterbrochcnen Verhandlungen zwischen Waad Leumi ־und Agudat Jisrael betreffend die Knesset Jisrael unter Mitwirkung der Regierung wieder aufgenoinmcn werden sollen. > Eine Konferenz der Allgemeinen Zionisten Pa-, lästinas (Gruppe B), die in Tel-Awiw stattfand und an der auch der neue Vertreter in der Exekutive, Rottenstreich, teilnahm, hat eine Reihe von Resolutionen angenommen, daruntcr den Beschluß, die gegenwärtige Exekutive zu unterstützen. Unter den neugcwählten Mitgliedern der nach Palästina verlegten Zentrale dieser Partei befindet sich Supraski, Salonion Ussischkin (der Sohn A4. Ussischkins), der lndustridle Arie Schcnkar. Die Stadt Tel-Awiw bemüht sich um die Einführung eines Gesetzes, das den Brotpreis und das Gewicht des Brotlaibes regelt. Es sind in letzter Zeit mehrfach Klagen darüber laut geworden, daß Bäckereien willkürlich den Brotpreis erhöhten oder das Gewicht der Brote verringerten. Die Munizipalität Tel-Awiw hat die Autokooperative ״Hamaawir“, die den Verkehr in der Stadt besorgt, verpflichtet, für jeden Autobus, für den sie eine Lizenz erhält, eine Abgabe von ,C 20 pro Jahr zu zahlen. Die Be- Stimmung gilt fürs erste bis April 1937. Die Verwaltung von Hadar Hakarme! in Haifa hat beschlossen, eine Propagandawoche für die Reinlieh k eit im Stadtviertel durchzuführen. Wirtschaft Zwischen der Zentrale des schweizerischen Außenhandels und der Jewish Agency wurde ein Abkommen über die Handelsbeziehungen zwischen der jüdischen Wirtschaft in Palästina und der Schweiz abgeschlossen. Palästina hat damit die Möglichkeit erhalten, im Lande erzeugte Waren im Werte eines Drittels der Produkte, die aus der Schweiz bezogen werden, dort abzusetzen. Das Abkommen gilt fürs erste für drei Jahre. Für den Absatz von Zitrusfruchten in der Schweiz werden damit Erleichterungen geschaffen. Es wird berechnet, daß* die Schweiz ihre Bezüge aus Palästina nach dem neuen Abkommen um das Sechsfache vergrößern wird. Im Rahmen der für den April geplanten Levante- Messe wird eine S i e d 1 u n g s a u s s t e 11 u n g geplant, die ein Bild über die Entwicklung der jüdischen Kolonisation im Lande geben soll. Fs werden besondere Abteilungen für Bewässerung, Entsumpfung. Aufforstung, Siedlungsbau, lantlwirtschaftliche Erziehung, Kooperativ wesen usw. vorgesehen. Als eine weitere Neuerung ist die Einrichtung eines besonderer» Pavillons geplant, der eine Hygieheausstellunc enthalten soll, die sich speziell mit öffentlicher Gesundheitsfürsorge in Palästina, Arbeitshygiene und Akklimatisierung der Einwanderer befassen soll. Der Konsum elektrischen Stroms in Palästina mit Ausnahme des Distrikts Jerusalem betrug im ersten Vierteljahr 1935 6 938 000 Kilowatt. Im zweiten Quartal stieg er auf 13 483 000 Kilowatt an, davon entfielen auf Bcleuchtungsnvecke 31״ Millionen Kilowatt. 1933 wurden 20 Millionen, 1931 31 Millionen Kilowatt Strom verbraucht. Much den schweren ersten Winterregen, die Nathaniah und Emek Chefcr von der Umgebung abschnitten, ist auf dringende Verhandlungen mit den zuständigen Regierungsstellen eine Beschleunigung der Arbeiten an der Chaussee Nathaniah — Tul-Kerem erreicht worden. Die Schaf• fung einer regensicheren Verbindung mit Emek Chcfer steht immer noch zur Debatte. Das Neueste in Kürze Hauptgeschäft: Zweiggeschäft: ßagr. Bettfedern, Daunen, Inletts, Bettwäsche, EiiD AIICIIEAMICDEfl Stadtbahnhof Börse Wilmersdorfer Str. 83 1826 Daunsnsteppdecken, Battstellen, Matratzen usw. 1 UH HUuwfillutntil t