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Jüdische Rundschau · 1935-11-15 · Heft 92 (15.11.1935) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 92 (15.11.1935)
Date
1935-11-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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4ו««י-־> JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92, 15, XI. 1935 Kurze Nachrichten Von der Universität Politik und Leben Die mehrmals verschobenen Munizipalwahlen in T e I ־ A w i w sollen, gemäß Palcor, Anfang Dezember vor sich gehen. Die drei im Zusammenhang 111t dem Walf cnschmugg e 1 verhafteten jüdischen Chauffeure In Tel-Awiw wurden atis der Haft entlassen, und zwar einer gänzlich befreit, die anderen beiden gegen Kaution. Zwischen der Kwuzali Klar J o c 11 a n a n, die nach dem bekannten südafrikanischen General Sinuts benannt ist, und dem benachbarten arabischen Dorfe kam es zu einem traditionellen Friedensschluß un ler Anwesenheit der arabischen Dorfnotabcln, wodurch die Blutfehde infolge der Erschießung eines Arabers durch den Wächter der jüdischen Siedlung vor ungefähr sechs Monaten beigelegt wurde. Die Verhandlungen wurden durch das Politische Department der Jewish Agency geführt. Eine Gruppe von vier Juden, die in der Nähe des arabischen Dorfes El Duamia Boden, der ihnen zum Kaufe angeboten ■wurde, besichtigten, wurden von einer arabischen Bande angegriffen. Der arabische Führer der jüdischen Käufer wurde verwundet. Die Polizei in Tcl-Awiw nahm eine Haussuchung in den Redaktions- und Verlagsräumen der revisionistischen Zeitung ״Hajarden“ vor, die Dokumente veröffentlicht hatte, die vor einiger Zeit aus der Registratur der Haavara gestöhlen worden waren. Die Veröffentlichung bezweckte offenhar eine Bloßstellung der Haavara, was jedoch nicht gelungen ist. Seit drei Tagen befinden sich elf jüdische illegale Ein- Wanderer im Hungerstreik. Die Wahlkommission für die Wahl eines neuen Oberrabbin ers in Palästina wurde konstituiert. Die Wahl durfte in nächster Zeit vorgenommen werden. Die Kommission besteht aus 70 Mitgliedern, und /war •12 Vertretern des Rabbinats und 2S Vertretern der weltlichen jüdischen Institutionen, des Waad Leumi, der Gemeinden usw. Die Wahl wird geheim durchgeführt. Ihr Ergebnis bedarf der Bestätigung durch die Palästina-Regierung. Die I.Ktc der Kandidaten für das Amt des Oberrahbiriers ist noch nicht veröffentlicht worden. Der Dozent für die talin irdischen Disziplinen an der Lehransfalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, f)r. Chanoch Al heck, hat sieh für ein Jahr beurlauben lassen und in diesen Tagen nach Tcl-Awiw begehen, wo er zunächst als Privatgelehrter leben wird, um begonnene Wissenschaftliehe Arbeiten zu beenden. Bei einem heftigen Regen in N o r <1 p a I ä s t i n a wurde die Straße von Rosch Pina nach Metulla unterbrochen. In der Nähe von f lule ertr a 11 k e n drei arabische Kinder und viele Personen wurden durch das Unwetter verletzt. Wirtschaft und Recht Die ersten für'Europa bestimmten Schiffsladungen diesjähriger Orangen verließen Jaffa am 15. November. Das palästinensische Amtsblatt veröffentlicht die Bilanz der Palästina-Verwaltung für das Halbjahr April bis September 1035. In diesem Zeitraum betrugen die Einnahmen der Palästina-Regierung 2 968 611, die Ausgaben 1724 929 Pfund. Der Verwaltungsitberschuß, der am 1. April 1935 4 733 555 Pfund betrug, wurde in diesem Halbjahr auf 5 977 237 Pfund erhöht. Das 219 363 Pfund betragende Defizit der Palästinabahnen ist in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt. Wie amtlich mitgeteilt wird, betrug der Geldumlauf in Palästina Ende Oktober 7 515 131 Pfund. Hiervon entfielen auf Noten 6 946 594, auf Silbenmin/en 507 500, auf Nickelmiinzen 81000 und auf Brouzemünzen 7040 Pfund. Im palästinensischen Amtsblatt wurde der Entwurf einer neuen K on k u r s o r d 11 11 n g veröffentlicht. Das Gesetz soll das bisher geltende ottomaaischc Konkursrecht ersetzen. Es beruht an! den < irundsäf/en der englischen ßaukrupty Acts 1914 -1926, die es mit den Bedürfnissen des palästinensischen Rechts verbindet. Die neue Konkursonlmmg enthält 11. a. genauc Vorschriften über die Anfechtung von Rechtshandlungen des Gemeinscliuldners. Im Jahre 19 S4 wurden heim palästinensischen Patentamt 108 Patentanmeldungen eingereicht, darunter 26 aus England und 25 aus I)etiUehlaiid; aus Palästina selbst stammten nur 90. Die Zahl der W areii/ereiienaumekluiig«zu betrug 56. Wie l’akor aus glaubuurdiger Quelle erfahrt, werden demnächst eine ganze Anzahl von Posten des Zolltarifs erhöht werden, (he industriellen Kreise betrachten solche Erls drangen /war nic ht als genügenden ZolKsehutz, hoffen aber auf gewisse Erleichterung.! he K e r e n H a j css o d - E 11 ו n a h m e n für 5695 betragen netto 271 555 C. An erster Stelle stellt Südafrika mit 60 067 LI, e.s folgen die Vereinigten Staaten mit 55 308 £, England mit 20685 C und Palästina mit 19 560 V Wie vom K e r e n K a j e in tth-lla u p t b ft r o mitgoteilt wird, fiat der Fonds im letzten fahr über 310 000 Pfund aufgehlaclit. Es ist dies die höchste jahreaeiunaltme, die der Fonds seit seinem R ־.teilen zu verzeichnen hat. Die arabische Stadt Pulk a r e 111 wurde dieser Tage 7nm ersten Male elektrisch beleuchtet. Der Strom wird von der Ruthciiberg-Ciese!]echaft geliefert. f ine polnische K a s e f a!ו r 1 k plant die Gründung eines gleichen Unternehmens in Palästina, das vorwiegend Exportwäre hersteilen soll; der Betrieb soll unter dem Namen ״Pakstine Export Checse Company׳‘ mit einem Kapital von £P 10OCX) arbeiten und anfangs 20— 25 Arbeiter beschäftigen. Konzert in Haifa. Am 3. Nov. fand im Teltsch House auf dem Karrnel vor einem geladenen und zahlreich erschienenen Publikum der erste Musikabend der im vorigen Jahre von Kapellmeister Edgar Behrendt gegründete« Haifa- Orchestra-Society statt. Zur Aufführung gelangte: Haydn, Symphonie D-dur (Londoner Nr. 7); Weber, Duett und Ariette aus ״Der Freischütz“ (hebräisch gesungen von Selma Meier und Vera WodricH); Mozart, Serenade■. Eine kleine Nachtn.1.׳>ik. Die exakte Ausführung, sowie der dazu geschaffene äußere Rahmen erweckten bei Zuhörern und .Mitwirkenden eine überaus freudige Stimmung, die in dem Gefühl gipfelte, nun auch in Haifa einen ernst zu nehinenden Orchester-Verein zu besitzen, der einige Konzerte in der Saison veranstalten wird und dem ausübenden Musikfreund Gelegenheit bietet, im Orchester zu musizieren. (Anmcldtingen im Musikhaus Kovalsky.) Eröffnung des akademischen Jahres Am 11. November wurde in Jerusalem das elfte akademische Jahr der Hebräischen Universität feierlich eröffnet. Der Präsident der Universität, I >r. Judah L. Magnes, hielt eine Ansprache, in der er zunächst der im letzten Jahr gestorbenen Förderer der Universität, Baron Edinond de Rothschild, Shmarya Lex in. J. L. Goldberg u. a. gedachte. Dr. Magnes wies darauf bin, daß bisher 38 Studenten an der Universität promoviert haben und weitere 8 in diesem Winter promovieren sollen. 38 Absolventen sind gegenwärtig an der Universität mit der Ausarbeitung von Dissertationen zur Erlangung des philosophischen Doktorgrades beschäftig'!־< ־׳.e!n Jahr soll die Naturwissenschaftliche Fakultät geschaffen werden. Die landwirtschaftliche Abteilung kann dagegen noch nicht eingerichtet werden. Eine medizinische Fakultät, die zunächst für ärztliche Fortbildung bestimmt ist, werde innerhalb der nächsten zwei Jahre eröffnet werden. Der Universitätspräsident kündigte sodann die Veröffentlichung einer Bibliographie der von der Universität bisher veranstaiteten Ausgaben für das laufende Jahr sowie die Fertig- Stellung des Studentenheims innerhalb weniger Monate an. Die Zahl der an der Hebräischen Universität tätigen NX׳ i s s e nschattier aus Deutschland beträgt zur Zeit zwanzig. Das Kuratorium hat ein Budget von 77 000 Pfund bewilligt; 60,80 0,״ von diesem Betrag werden in Amerika auR gebracht werden, während früher der Beitrag der Amerikaner zur Erhaltung der Universität 67,9 »!0 des Gesamtbudgets betrug. Der Kanzler appellierte schließlich an die jüdische Welt, insbesondere an die w 0 h 1 h a b enden Juden, das geistige und wissenschaftliche Leben des jüdischen Volkes, das durch die Universität repräsentiert wird, durch Sicherung des Budgets zu unterstützen. Der neue Rektor Hugo Bergmann führte in seiner Ansprache aus, daß das Judentum nicht den Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft kennt, der die moderne geistige Entwicklung Europas charakterisiert. Daher werde die Universität stets für freie Forschung kämpfen und zugleich um eine Synthese?.wischen Religion und Wissenschaft bemüht sein, ebenso wie. sic das nationale und religiöse Judentum zusammenführen will. In einer weiteren Ansprache erläuterte Salmann Schocken die Pläne der neuen Universitätsverwaltung. Die Zeremonie der Eröffnung sollte der Begrüßung der neuen Studenten gelten, die aber zum Protest gegen die Erhöhung der Immatrikulationsgebühr auf 10 Pfund zunächst der Feier fcrnblieben. Nachdem in dieser Frage ein Kompromiß zustande gekommen war, stellten sich die Studenten zu der Feier ein. Die Ressort-Teilung in der Exekutive ln der konstituierenden Sitzung der Jewish Agency- Exekutive in Jerusalem wurde Ben Gurion zum Vorsitzenden der Jerusalemer Exekutive gewählt. Es wurde folgende Einteilung der Departements vorgenommen: Pol't’sches Departement: Mosche Schertok, unterstützt von Ben Gurion; Organisations-Departement: Ben G u r i o n in Zusammenarbeit mit Jizchak _ Grünbauin und Rabbi Fischmann; Finanz-Departement: Elieser Kaplan; Einwanderungs-Departement: Dr. Werner Senator, unterstützt von Mosche Schertok; Arbeits-Departement: Jizchak Grünbaum; Handel und Industrie: Fischei Rottenstreich. Die Beratung über die Verteilung der Departements für Landwirtschaft und für Ansiedlung von Juden aus Deutschland wurde bis zur Rückkehr von Dr. Ruppin und Dr. Hexter vertagt. (Palcor.) Rücktritt Dizengoffs? Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Dizengoff, gab einem Vertreter der Tel-Awlwer Tageszeitung ״Haarez“ die Erklärung ab, daß er bei den bevorstehenden Gemeinde wählen von Tel-Awiw nicht mehr kandidieren werde. Dizengoff, der kürzlich seinen 75. Geburtstag feierte, war bekanntlieh im vorigen Jahre schwer erkrankt. Vertagung des Legislative Council? Jerusalem, 11. November. (JTA.) In der Frage der Einsetzung eines Legislative Council für Palästina herrscht noch immer Unklarheit. Eine offizielle Bestätigung der letzten JTA.-Meldung, daß der Legislative Council am kommenden Freitag proklamiert werden wird, ist vorläufig nicht zu erlangen. Arabische Zeitungen wußten zu melden, daß der High Commissioncr unmittelbar nach seiner Rückkehr die arabischen Führer zu einer Besprechung ztisammenberiifen und dann die Schaffung des Council verkünden werde. Demgegenüber schreibt die hebrnische Tageszeitung ״Doar Hajo m“, sie sei dahin in* formiert, daß zwischen dem Colonial Office und dem High Commissioncr Sir Arthur Wauchope eine Vereinbarung getroffen worden sei, die Einsetzung des Council auf einen günstigeren Zeitpunkt zu verschieben. Bis zur Einsetzung des Council, heißt es in dem Artikel des ״Doar Hajoin“ weiter, solle ein von Sir Arthur und Beamten des Kolonienministeriums ausgearbeitetes Projekt für die Ent- Wicklung der Landwirtschaft und Industrie Palästinas in Angrifl genommen werden. Im Hinblick auf diese einander widersprechenden Versionen gibt man vielfach der Erwartung Ausdruck, daß zunächst die Schaffung des Legislative Couneil zwar grundsätzlich proklamiert, der Beginn seiner Tätigkeit jedoch auf einen etwas späteren Zeitpunkt verschoben werden wird. Der ermordete jüdische Polizist An dem Begräbnis des in En Charod erschossenen Wächfers Mosche Rosenfeld nahmen Vertreter aller Emek- Siedlungen teil. Das Mitglied der Agencv-Exckutive, Schertok, hielt eine Ansprache, ebenso der Vater des Erschössenen, der Vorsteher des Geiiieinderalcs der Kolonie Alenachemia in Galiläa ist. Der ermordete Rosenfeld war 28 Jahre alt und seit zwei Jahren an der Polizeisfation bei En Charod tätig. Als die Polizei sich am Ort der Tat, am Fuße des Berges Oilhoa, mit der Untersuchung befaßte, ging ein Araber aus dem Nachhardorfe vorüber, und der mitgebrachte Polizeihund stürzte sich sofort auf ihn. Er wurde festgenommen. Die Nachforschungen nach den Mördern führten bisher zur Verhaftung von drei Arabern im Nachhardorfe. Einer von den verhafteten Arabern sagte aus, daß er und 12 andere an der Ermordung teilgenommen haben Die Agrarbank der Palästina ־ Regierung Die Agrarbank der Palästina-Regierung wird Voraussichtlieh im Dezember ihre Tätigkeit aufnehmen. Das Kapital der Bank beträgt 400000 Pfund in Aktien zu je 1 Pfund. Größere Aktienpakete befinden sich im Besitze von Barclay’s Bank, der Anglo Palestine Bank, der Versicherungsgesellschaft ״Prudential“, der Versicherungsgesellschaft ״Guardiah-Eastern״, der Ottoman Bank und der New Yorker Palestine Economic Corporation. Der Leitung der Bank wird ein aus vier Personen bestehender Aufsichtsrat zur Seite stehen. Mitglieder des Rates werden sein: ein vom High Commissioncr zu ernennender höherer Beamter der Palästina-Regierung, der Direktor von Barclay’s Bank, Herr Clark und je ein Vertreter der jüdischen und der arabischen Landwirtschaft. Als Vertreter der Juden wird voraussichtlich ein Führer des Verbandes der jüdischen Landwirte in den Rat berufen werden. Der Verband der jüdisehen Landwirte hat 15 000 Pfund in der Agrarbank investiert. Beschwerden gegen den Multi Jerusalem, fl. November. (JTA.) Die jüdischen Institu lit ui ei! haben unter Führung von Vertretern des Oberrabbinats bei der Palästina-Regierung Einspruch gegen A 11 o r d - it u n R e n des Gtoßmufti erhoben, in denen sic eine Verletzung des von einer Völkcrbundskommission 193f> festgelegten Status puo in den religiösen Besitzverhältnissen er- Micken. So hat der Mufti angeordnet, daß aus dem Vorraum bei dem Rachelgrab, das zwischen Jerusalem und Bethlehem liegt, die Bänke entfernt werden. Er hat diese Anordnung damit begründet, daß auch der Vorraum des Rachelgrabes als mohammedanische heilige Stätte zu gelten habe, weil einst dort eine Moschee stand. Ferner hat der Mufti in einem Haus in der Nähe der Klagemauer eine Schule eröffnen lassen. Die jüdischen Beter werden durch die Kinder in ihrer Andacht gestört. Es ist kaum anzunehmen, daß die Forderung des Rabbinats nach Entfernung dieser Schule berücksichtigt, werden wird, da die Vereinbarung über den Status quo den Religionsgemeinschäften freie Hand bei der Verwendung de־׳ i•* i'׳“״־׳ M sitze befindlichen Baulichkeiten läßt. Wichtiger Gräberfund. Im Kidrontal außerhalb der JelUSalemcr Altstadt wurden eine Reihe von bisher un berührten alten Gräbern entdeck(. Es handelt sieh anscheiitend um eine ganz große Begräbnisstätte. Der Archäologe der Hebräischen Universität, Dr. Sukenik, der schon mehre re Jahre mit der Nachforschung nach solchen Gräbern beschäftigt ist, erklärte der Palcor, daß die jetzt aufgefundenen Ossuarien in die letzten Jahrhunderte vor der Zerstörung Jerusalems zurückilaficrcn. In den gut erhaltenen Orabhöhlen wurden auch verschiedene Gefäße gefunden. Unter den In- Schriften in hebräischer und griechischer Sprache finden sich Namen, die an die Nomenklatur des Neuen Testaments erinnern, wie Martha, Tochter des Ananias, Marian!, Salome, Jonathan, Simon usw. Mehrere Särge enthalten gut erhaltene Skelette, an denen die Universität anthropologische Messungen mit kürzlich erworbenen Spezialinstrumenten vorzunehinen gedenkt, um dadurch die Rassenmerkmale der Juden jener Zeit festzustellen. Die Bemalung der Särge mit Omamenten verschiedener Art ist gut erhalten. fr Eine neue Klinik bei Tel-Awiw. Wir erhalten folgenden Bericht; Die vor kurzem erölfnete Privatklinik Rafael in Ramat-Gai! lud die Presse zu einer Besichtigung ein. Die Klinik steht unter der Leitung der Herren Dr. Asch ermann (Gynäkologe), Dr. Eppen stein (Hals, Nasen, Ohren), Dr. Moscytz (Chirurgie) und Dr. Wiener (Internist). Abgesehen von dem Erstgenannten, der seit vielen Jahren in Palästina ansässig ist, stammen die behandelnden Aerz.te aus Deutschland. Das Haus liegt 10 Minuten Autofahrt von Tel- Awiw entfernt, auf einem der Hügel Ramat-Gans. Zu der Klinik gehört ein Gelände von 3 IJunam. Abgesehen von dem Gebäude, winl der Rest der Fläche für Gartcnanlagen, Parkplatz usw. ausgenutzt werden. Anstoßend an das Grundstück der Klinik befindet sich ein öffentlicher Besitz mit einer Fläche von 22 Dumm, auf der bereits vor einem Jahre mit Anpflanzung eines Waldes begonnen wurde. Das Hans selbst verfügt über 16 Patientenzimmer mit insgesamt 28 Betten, die in drei Klassen aufgeteilt sind, wobei jedoch in der dritten Klasse nicht mehr als drei Betten je Zimmer untergebracht sein werden. Ein im Hause wohnender Assistenzarzt, gleichfalls aus Deutschland, besorgt die ständige ärztliche Ueberwachung. Das Haus entspricht in jeder Beziehung den Anforderungen der Neuzeit, sowohl in bezug auf Komfort, wie Hygiene und Durchlüftung. Jedes Zimmer *verfügt über fließendes Warm- und Kaltwasser, Terrassen und auch die elektrische Rufanlage ist nicht vergessen. Die Einrichtung des Hauses besteht, abgesehen von wenigen Apparaten, die im Lande heute noch nicht greifbar sind, nur aus Landcserzeugnissesi. Das bezieht sich sowohl auf die gesamte Inneneinrichtung■, wie auch auf die medizinischen Artikel. Die Klinik verfügt über eine eigene Röntgenanlage, entwickelt auch die Röntgenplatten selbst, hat ein Laboratorium, einen Behandlungsraum für kleine Chirurgie, einen großen Operationsraum, Stcrisilationsraum, Kreiß- Saal, Säugiingsraum (in dem 8 Babys besichtigt werden konnten), zahlreiche Waschanlagen usw. Für etwaige Infektionserkrankungen, die sich während des Aufenthaltes der Patienten Im Hause ergeben, ist völlig isoliert, eine Infektionsabteilung eingerichtet. Die Küche ist vorbildlich eingerichtet und die Speisen werden mittels eines Speisenaufzuges in die Teeküche des oberen Stockwerkes befördert. Die Bauleitung lag in den Händen des Architekten T u v i a, während der Architekt Witkower für den Plan und auch fiir die Inneneinrichtung verantwortlich zeichnet, bei der Frau Moscytz, der auch die Führung des Hauses obliegt, wesentlich mitgearbeitet hat. Manfred Geis I&I •׳»Kaufhau»■mIm f!an1ill«11tM»Klts fiflx fliesen 1 #1 I

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