Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-11-12 · Heft 91 (12.11.1935) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 91 (12.11.1935)
Date
1935-11-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653908--27686-2689135
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Seite 10 Jüdische Rundschau Nr. 91. 12. XL 1935 Die Aerzte-Sperre Was liest Erez Israel? Von Schal om Ben-Chorin (Fritz Rosenthal), Jerusalem Wenn inan von moderner hebräischer Literatur spricht, denkt der durchschnittliche Jude der Galuth (der das modern gewordene Mindestmaß an ״jüdischer Erwachsenenbildung״ genossen hat) im wesentlichen an drei Namen: Bialik, Agnon, Tschcrnichowsky. Zweifelsohne bilden diese Autoren auch die Säulen, auf denen der Bau der modernen hebräischen Literatur ruht, ja mau kann nicht umhin, sie gewissermaßen als die Klassiker unseres wiedererwachten Schrifttums zu bezeichnen. In der Tat stehen diese Autoren auch im Mittelpunkte der Schullektiirc und der zeitgenössischen literarischen Stilkritik■ Nun ist es aber nicht so, daß diese umstritten größten modernen hebräischen Dichter auch die meistgelesensten sind. Das wird niemand in Erstaunen setzen, der einmal bei anderen Völkern die seltsame Diskrepanz zwischen Ruhm und Auflage- Ziffer namhafter Schriftsteller eingehender studiert hat. Es ist eine Binsenwahrheit, daß es berühmte und gelesen« Autoren gibt. Sie sind nicht immer dieselben. Die moderne hebräische Dichtung aber befindet sich noch in einer besonders schwierigen Situation. Naturgemäß ist die Zahl der Schreibenden nicht so groß wie bei anderen Völkern, da das Hebräische mir ganz wenigen so tief innerster Besitz wurde, daß cs zur Dichtung zu reifen vermochte. Die wenigen Menschen, bei welchen sich tatsächlich diese innere Wandlung vollzog, stammen ausnahmslos aus dem ostjüdischen (ganz vereinzelt auch aus dem orientalischjüdischen) Kreis. Dies bedingt — erfahrungsgemäß — eine thematische Festlegung. Diese Schriftsteller — an ihrer Spitze Agnon — schildern Leben und Leiden des Ghetto- Juden im ostjüdischen ״Städtel“. Erst wenige, wie Ewer Hadani, Jeliuda Burla und Avigdor Hameiri (von Lyrik wird hier abgesehen) versuchen das neue Palästina-Erlebnis dichterisch zu gestalten. Aber bekanntlich ist es doch so, daß Menschen, welche zu ihrer Unterhaltung lesen, nicht nur ihre eigene Vergangenheit und ihre eigene Gegenwart im Buche wiederfinden wollen: ferne Länder und Menschen, frühere Epochen und neue Lebensgcbicte erregen das Interesse ... auch des palästinensischen Lesepublikums. Und so kommt es, daß die Ucbersetzungslitera- 111 r einen besonders breiten (vielleicht zu breiten) Raum in den Buchläden, in den Leih- und Privatbibliotheken einnimmt. Die meistgelesenste hebräische Tageszeitung ״Dawar״ brachte jüngst eine Zusammenschau der im vergangenen jüdischen Jahre 5695 erschienenen hebräischen Bücher, und man konnte feststellen, daß die Uebersetzungen die eigene Produktion bei weitem übersteigen. Was wird übersetzt? Man kann sagen: alles. Ein Verlagskatalog der auf dem Gebiete der Belletristik führenden vereinigten Tel-Awiwer Verleger Stiebcl ft Mizpeh, die unter dem gemeinsamen Namen ״Schern“ ihre Verlagswerke herausbringen, belehrt über die Neuerscheinungen der hebräischen Uebcrsetzungsliteratu r. Einer der meistgelesensten Autoren ist wohl momentan der Engländer H. G. Wells, dessen kurzgefaßte Weltgcschichte und sein sozialkritisches Buch ״Arbeit, Wohlstand und das Glück der Menschen“ soeben hebräisch erchiencn ist. Von englisch schreibenden Autoren müssen hier erner genannt werden: Pearl S. Buck mit ״Haem“ (״Die Mutter“) und ״Haadama hatowa“ (״Die gute Erde“), David Herbert Lawrence, von dem ״Banim weohawim“ (״sons and lovers“) und neuerdings sogar seine sehr umstrittene ״Lady Chatterlcy“ aut 'hebräisch vorliegt. Der erschütternde Kriegsroman des Amerikaners Atlington ״Mut hagibor“ (״Heldentod“) wäre hier noch zu nennen. Von den Franzosen wird fast ausschließlich Romain Rolland gelesen, dessen Hauptwerke ״Jean Christophe“, ״Annette und Svlvia“, ״Sommer“, ״Mutter und Sohn“ usw. von I. Kopelevltz ins Hebräische übertragen wurden. Auch der rasch bekanntgewordene Jean Giono und Andre Maurois sind bereits vertreten. Von den Russen ist neben Tolstoi und Dostojewski von den Zeitgenössischen Maxim Gorki zu nennen. Auch das aufsehenerregende Buch des italienischen Emigranten Ignaz S i 1 o n e ״Fontama ra“ wurde übertragen •— allerdings aus dem Deutschen. Und nun zu den deutschsprachigen Autoren. Sie bilden Wohl das Hauptkontingent. Wie eine Heimholung wirkt die hebräische Ausgabe von Thomas Manns ״Eie koroth Jaakov“ (״Die Geschichten Jakobs“). Sehr viel gelesen ist Franz Werfels großangelegtes Roman werk ״Arbaim jom schel Musa Dag“ (״Die vierzig Tage des Musa Dag“). Stefan Zweig ist mit ״Maria Antonette“, Max Brod mit ״Haderecli sehe! Tyeho Brahe cl elohim“ (״Tycho Brakes Weg zu Gott“) vertreten. V011 Jacob Wassermann, zweifelsohne einem der meistgelesenen ,,hebräischen“ Autoren, erschien soeben ״Josel Kerkhofen“. Europäische ״bestseller“, wie etwa Adrienne Thomas’ ״Kathrin hajta le-isch zewa“ (״Die Kathrin wird Soldat“), dürfen natürlich nicht fehlen. Wiewohl die hier gegebene Aufzählung willkürlich und Unvollständig ist, sicht man doch, daß der Stand der hebräischen Ucbersetzungslitera tur bereits so ist, daß ein nur hebräisch lesender Mensch sich durchaus über die Neuerscheitiungen der modernen europäischen Literatur auf dem lautenden halten kann. Auf dem dramatischen Gebiete herrscht wohl noch weniger Mangel an Uebersetzungen, ein desto empfind- Höherer allerdings an eigenen Bühnendichtungen. Von Shakespeare über Schiller und Georg Büchner bis zu Blumenthal und Kadelburg und Georg Götz liegen Bearbeitungen für das hebräische Theater vor. Auf diesem Gebiete ist besonders der hebräische Schriftsteller Schlonski tätig. Im ״Dawar“ veröffentlicht M. Bioscher statistische Angaben über die Entwicklung des hebräischen Buches in Palästina während der letzten 30 Jahre. Die Zahl der im Jahre gedruckten hebräischen Bücher betrug!905 20, 1920 55, 1935 488 Bücher. Der eigentliche Aufschwung des hebräischen Buchdrucks in Palästina begann J924, als sich das hebräische Verlagswesen der ganzen Welt in Palästina zu konzentrieren begann. Von 1905 bis 1923, also in 17 Jahren, sind 980, dagegen in den letzten 10 Jahren 3996 Bücher in hebräischer Sprache in Palästina gedruckt worden. Die Tabelle zeigt auch während der letzten 10 Jahre ein langsames, aber stetiges Anwachsen. Nach den in den Büchern behandelten Gegenständen ergibt die Tabelle, daß erschienen sind: 801 originale hebräische schöne Literatur, 553 schöne Literatur in Uebersetzungen, 854 Wissenschaftliehe Bücher, 717 Hand- und Lehrbücher, 578 Kinderbücher, 31a religiöse Bücher. Seit 1928 macht sich eine starke Tendenz bemerkbar, die Uebersetzungen in der schönen Literatur den Originalbüchern vorzuziehen, so daß die Zahl der übersetzten Bücher der der ursprünglich hebräischen Bücher beinahe gleichkommt. Interessant ist hierbei eine Wandlung in bezug auf die Sprachen, au® denen ins Hebräische übersetzt wird. Bis vor einigen Jahren übersetzte In Nr. 89 haben wir eine Nachricht über das im palästinensischen Amtsblatt verkündete Gesetz, betreffend die Aerzte- Sperre für Palästina, auf Grund eines JTA.-Telcgramms veröffentlicht. Wie die nunmehr hier eingetroffenen palästinensischen Zeitungen zeigen, hat sich offenbar bei der telegraphischen Uebermittlung ein Fehler eingeschlichen. Fälschlicherweise hieß es dort, daß im Dezember 31 Liz e n z e n ausgegeben werden. Dieser Fehler ist offenbar dadurch entstanden, daß es im Gesetz heißt: ״Bis zum 31. Dezember“ wird der High Commissioner die Zahl der für das nächste Jahr zuzulassenden Aerzte bestimmen. Die Ziffer 31 ist bei Uebertragung des Telegramms offenbar irrtümlich auf die Zahl der Lizenzen bezogen worden. Richtig lautet die Verordnung folgendermaßen: Eine Erlaubnis, sich als Arzt niederzulassen, kann von jetzt ab nur der bekommen, wer dem Leiter der Abteilung für Gesundheitswesen nachweist, daß er 1. einen cinwandfreien Leumund besitzt, 2. nicht weniger als fünf Jahre an einer Universität oder Hochschule, die von der palästinensischen Regierung anerkannt wird, studiert und ein Diplom erhalten hat, 3. daß er die palästinensische Staatsbürgerschaft oder das dauernde Aufenthaltsrecht im Lande besitzt. Diese Nachweise müssen alle Bewerber erbringen. man fast ausschließlich aus dem Russischen und Deutschen. In den letzten Jahren dagegen erschienen zahlreiche Ueber- Setzungen aus dem Englischen, Französischen, Schwedischen, Dänischen und Norwegischen. Unter den wissenschaftlichen Büchern nimmt begreiflicherweise die Judaistik den ersten Rang ein, während die allgemeinen Wissenschaften weit dahinter Zurückbleiben. Dagegen zeigen die zahlreichen übersetzten und originalen Handbücher, besonders auf dem Gebiete der Landwirtschaft und der Hygiene, wie sehr das Hebräische eine lebendige Sprache geworden ist. Als Druckorte kommen fast ausschließlich Tel-Awiw und Jerusalem in Betracht. Die Zahl der Verlage beträgt gegenwärtig 15. Die Auflage der Bücher, die bis 1930 niemals 1000 Exemplare überstieg, beträgt jetzt bei einzelnen Büchern 4000 bis 4500. Der Studie von Bioscher ist ein interessantes Verzeichnis der Bücher beigefügt, welche der Zensur verfallen sind. Die Türken beschlagnahmten seinerzeit ein Buch von Suta, das der sexuellen Aufklärung In den Wintermonaten worden unsere Schalter am Freitag stets etwa 40 Minuten vor dem Beginn des Schabbat geschlossen, am 15. November also 15.30 Uhr, vom 22. Nov. —17. Dez. um 15 Uhr gewidmet war. Unter der englischen Verwaltung wurden ebenfalls einige Bücher dieser Art konfisziert, aber auch politische Bücher, darunter ein Buch von Rewutzki gegen Herbert Samuels Politik im Jahre 1921. Ein judenfreundliches Buch eines Arabers Tauwil über die blutigen Ereignisse von 1929, ein antienglisches Buch des bekannten Bibliographen Ephraim Deinard und ein illustriertes Buch des Malers M. Gutmann, das ebenfalls die Ereignisse von 1929 behandelte. Unter den konfiszierten Büchern befindet sich ein einziges pornographisches Buch. s. Die Universität Jerusalem und die Araber London, 7. November. (JTA.) Professor H. R. A. G i b b von der School of Oriental Studies der Universität London, der an der Jahresversammlung der Vereinigung der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem teilnahm, berichtete ln Worten hoher Ancrkennung von seinen Beobachtungen anläßlich eines Besuches in der Jerusalemer Universität und insbesondere von ihren Sammlungen naturwissenschaftlicher und anderer Art. Die Kraft des jüdischen sozialen und geistigen Lebens, das er dort antraf, habe ihn um so mehr beeindruckt, als cs an anderen Universitäten häufig vermißt werde. Die islamische Abteilung der Universität sei ein lebendiges Zentrum des arabischen Studiums. ״Ich habe“, erklärte Prof. Gibb, ״infolge meiner Arbeit und persönlichen Neigung viel Sympathie für die Araber, aber nach meiner Meinung, die auch die von uns allen hier sein sollte, ist es heute das Wichtigste in Palästina, zielbewußt zusammen zu arbeiten, Verständnis für die beiderseitigen Schwierigkeiten und Probleme aufzubringen und Wege der Versöhnung zu finden. Das erfordert sittliehen Mut und Initiative. Beides hat die Universität gezeigt. Indem sie mit Hilfe des Lord-PIumer-Stipendiums islamische Studien fördert, hat sie durch Worte und Taten die Initiative zu dieser Verständigung ergriffen. Darum freue ich mich, öffentlich diesem Werk meine Huldigung darbringen zu können. Ich kann Ihnen versichern, daß Anzeichen für ein Schwinden des geistigen Boykotts der Araber vorhanden sind, und daß die Araber schon nach ein paar Jahren zu würdigen wissen werden, was diese Universität geleistet hat.“ Prof. Norman B e n t w i c h schilderte in einem ausführ־ liehen Referat die geistige Bedeutung der Universität für das Judentum in dieser Zeit und ihren Ausbau in den letzten Jahren. Er wies auf die Notwendigkeit hin, die materielle Grundlage der Universität durch die Schaffung eines Verbandes der Universitätsfreunde zu sichern, der 100000 Mitg I i e d e r umfassen soll. Dann werde e* der Universität möglich sein, denjenigen jüdischen Gelehrten, die ihr früheres Arbeitsfeld verloren und jetzt nur zeitweilige Betätigung®- möglichkeit gefunden haben, eine dauernde Stätte neuen Wirkens zu bieten. Der Verband der arabischen Jugend Palästinas propagiert einen Generalstreik am 13. November, dem Tage der Rückkehr des High Commissioner Sir Arthur Wauchope nach Palästina. Zugleich aber gibt das Gesetz dem High Commissioner das Recht, die Zahl der Lizenzen für die, die die palästinensische Staatsbürgerschaft oder das dauernde Aufenthaltsrecht nach dem 1. Dezember 1915 erlangen, zu begrenzen. Nicht später als bis zum 31. Dezember jedes Jahres wird der High Commissioner die Maxirnalzahl der Lizenzen, die solche Personen im Laufe des künftigen Jahres erhalten können, festsetzen. (Einer unbestätigten paläst. Zeitungsmeldung zufolge soll diese Zahl 5 betragen. — A. d. R.) Aerztliche und wissenschaftliche Anstalten kennen Lizenzen fiir Aerzte auch außerhalb dieser jährlichen Quote anfordern, doch werden die auf solche Weise zugelassenen Aerzte sich ausschließlich im Bereich des betreffenden Instituts betätigen dürfen. Ferner bestimmt das Gesetz, daß es allen A«rzten verboten ist, sich in kaufmännischen Geschäften zu betätigen. Ebenso ist den Aerztni verboten, durch Inserate Propaganda zu machen, und zwar weder in Zeitungen, noch auf andere Weise. Erlaubt ist lediglich ein Namensschild an dem Hause, wo sich die Ordination befindet. Der Arzt darf auch nicht dulden, daß andere für ihn Propaganda machen, und er darf weder Patienten anwerben, noch zu diesem Zweck Agenten beschäftigen. Von der Woche Das Präsidium des Zion. A kti on s-Co mi t6s hat in Jerusalem eine Sitzung abgehalten, an der außer dem Vorsitzenden Ussischkin die Vizepräsidenten Kurt Blumenfeid, Meir Großmann, Farbstein, Zuckermann und Rubaschoff teilnahmen. Es wurde beschlossen, das Präsidium regelmäßig zu Sitzungen zusammenzuberufen und ein Arbeitsprogramm testgelegt. Zum Sekretär des Präsidiums wurde S. Eisenberg bestellt. Die Jewish Agency gibt die Errichtung einer Schifftahrtsabteilung zur Förderung der jüdischen See- Schiffahrt bekannt. Die neue Abteilung wird sich auch mit den laufenden Geschäften der jüdischen Schiffahrt befassen. Die von dem ehemaligen Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bay Nashashibi, einberufene Konferenz der Führer sämtlicher arabischer Parteien Palästinas, die einem Vorschlag Nashashibis entsprechend zu der Frage der Veranstaltung eines Proteststreiks am Tage der Rückkehr des High Commissioner Sir Arthur Wauchope Stellung nehmen sollte, hat am 10. November stattgefunden. Die Konferenz kam zu dem Beschluß, daß von dein geplanten Proteststreik abzusehen sei. Das Organ der Muftipartei ״Al Dschemea al Islamia“ berichtet, daß zum erstenmal seit 15 Jahren der französische Oberkommissar von Syrien jetzt in T r a n s j o r ־ danien zu Besuch weile. Die Zeitung gibt der Hoffnung Ausdruck, daß Emir Abdullah den Oberkommissar über die Stellung der arabischen Welt zu den syrischen Problemen aufr klären werde. In der Nähe von Ain Charod wurde der jüdische Polizist Mosche Rosenfeld ermordet aufge*. funden. Der Leiter der Politischen Abteilung der Palästinaexekutive der Jewish Agency, Mosche Schertok, hat sich nach Ain Charod begeben, um an der Untersuchung des Falles mitzuwirken. Eine Gruppe von Professoren der Universitäten Paris, Lyon und Tours besuchte dieser Tage die jüdischen ländlichen und städtischen Siedlungen in Palästina. Sie erklärten Vertretern der Presse, die Leistungen der Juden hätten sie tief beeindruckt. Der Stadtrat von Tel-Awiw hat eine Verordnung erlassen, derzufolge die Restaurants und Kaffeehäuser der Stadt die Betriebe nach Schabbatausgang um 9 Uhr abends zu öffnen und bis 3 Uhr morgens offenzuhalten haben. Bis zum 27. Oktober wurden aus Palästina 133501 Kisten Grapefruits und Zitronen exportiert, davon 121 501 Kisten Grapefruits und 12414 Kisten Zitronen. Nach den vom englischcn Markte, dem Hauptabnehmer der palästinensischen Früchte, kommenden Nachrichten stellen sich die Preise für palästinensische Grapefruit sehr günstig. Das offizielle Wirtschaftsblaft der Palästina-Regierung veröffentlicht eine Uebersicht übeT die in Palästina im Jahre 1934 in der Baubewegung investierten Kapitalien. Nach diesen Ziffern wurden an 25 Plätzen des Landes während des Jahres 1934 7 000 000 Pfund in neue Gebäude investiert. Im Jahre 1933 betrug die Gesamtziffer der Investitionen in Bauten 5 600 000 Pfund. (Paleor.) An der Jerusalemer Hebräischen Universität sind in diesem Jahre pädagogische Kurse für eine beschränkte Zahl von Hörern organisiert worden. Der auf zwei Jahre berechnete Lehrgang sieht theoretische und praktische Ausbiidung vor. Mit der Zeit sollen die Kurse ausgebaut und mit einer Diplomprüfung abgeschlossen werden, die die Lehrbefähigung an höheren Schulen begründen soll. Der Dozent für Physik an der Hebräischen Universität, Dr. Sambursky, hat in der letzten Zeit wichtig« Beobachtungen über die Sonnenstrahlung an verschiedenen Tagen angestellt. Die Palästina-Regierung hat dem Forscher zwecks Durchführung spektroskopischer Messungen in verschiedenen Lagen der Atmosphäre ein Flugzeug zur Verfügung gestellt. Es wurde bereits eine Reihe von Messungen in 5000 m Höhe durchgeführt. Die Witwe des 1888 gestorbenen englischen Schriftstellers Laurence OI i p h a n t, der mit den Chowewe Zion in enger Verbindung stand, hat jetzt einen seit zehn Jahren mit der Palästina-Regierung geführten Prozeß gewonnen, Oliphant hatte seinerzeit ein Grundstück bei Haifa erwogben, sich aber später um diesen Besitz nicht gekümmert. Das Gericht hat das Eigentumsrecht Gliphants auf dieses Grundstück — auf dem jetzt der Bahnhof von Haifa steht — anerkannt und der Witwe, die in den letzten Jahren Not litt, eine Entschädigung von 18000 Pfund zugesprochen. Ein Konzert mit Werken jüdischer Komponisten wird am 14. November vom Jerusalemer Kammerorchester unter Leitung von Karl Salomon gegeben werden. Solistin ist Teresa Oerson (früher Berlin). Den Schluß des Programms werden einige volkstümliche Chorlieder bilden, darunter ein Lied zum Fest des Wasserschöpfens von Alice lacob- Loewenson und zwei Lieder von Karl Salomon. Die Liedei von Salomon sind Henrietta Szold zum 75. Geburtstag gewidmet; sie erscheinen im Jibneh-Verlag und werden zugunsten der Jugend-Alijah verkauft. Hauptgeschäft: Stadtbahnhof Bürt• Zweiggeschäft: Wjlmarsdorfer Str. 83 fiegr. I Bettfedern, Daunen, Inlett«, Bettwleoha, 1828 ן Daunensteppdaekan, Bettstellen, Matratzen uswfor mmmm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.