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Jüdische Rundschau · 1935-11-12 · Heft 91 (12.11.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 91 (12.11.1935)
Date
1935-11-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 91. 12. KL 1935 Zwei Jahre Palästina - Transfer Von Dr. W. Fei leite nie Id, Manager der ״Haavara“, T el-Awiw Auf der Tagung des Palästina-Amtes tun 3. November hielt der Verfasser einen Vortrag über die Gegenwart und Zukunft des Palästina-Transfers, dem wir folgende Ausführungen entnehmen, die allgemeines Interesse finden dürften. (Red.) Die Transfer-Organisation der Haavara in Tel-Awiw und die Palästina-Treuhandstclle in Berlin können in diesem Monat aut ein zweijähriges Bestehen zurückblicken. In dieser Zeit ist in langsamer, aber stetiger Entwicklung ein Transfer- System für die Auswanderung von Deutschland nach Palästina atisgcbildet worden, das alle mit der Einwanderung von Juden ans Deutschland nach Palästina zusammenhängenden Aufgaben umfaßt. I. Die AuSgaben der Haavara Die Haavara hat a»1f Grund der für den Palästina-Transfer durch die Reichsstelle für Devisenwirtschaft seinerzeit erteilten Sammelgenehmigung als Hauptaufgabe, die von Auswanderern nach Palästina neben dem Vorzeigegeld zur Einzahlung gebrachten Kapitalien nach Palästina zu transferieren. Ihre Schwcstergesellscliaft, die Palästina-Treuhandstelle (Paltreu) in Berlin, welche mit der Haavara die gesamten Gebiete des Transfers bearbeitet, bildet mit der Haavara gemeinsam die organisatorische Grundlage für den Talästina-Transfer. Zu der_ vorher erwähnten Hauptaufgabe sind in der Praxis noch die verschiedensten Nebenaufgaben bin zugetreten. Bei Wahrnehmung dieser Tätigkeit haben sich folgende Arbeitsgebiete entwickelt: 1. die Treuhandaufgaben, 2. die bankmäßigen Aufgaben, 3. die wirtschaftspolifischen Aufgaben, 4. die verschiedenen Nebenaufgaben. Die innere Organisation der Haavara in Tel-Awiw entspricht in großen Zügen dieser Arbeitsteilung und führte zu folgender Betätigung der Haavara: 1. Die Trenhandanfgaben Die Treuhandtätigkeit der Haavara besteht in der Fort- Setzung der von der Paltreu-Berlin eingelciteten Verwaltung^- maßnahmen zugunsten des Kapitaltransfers der eingezahlten Gelder der Auswanderer, ihrer Verwendung für die Bezahlung deutscher Waren für Palästina und ihrer Auszahlung in Palästina nach erfolgtem Transfer. Für diesen Verkehr mit den Auswanderern, ״den Sonderkonto-Einzahlern“, hat die Haavara die übliche Treuhandarbeit zu entfalten und ist hierbei als reine Verwaltungsbehördc tätig. Das Ausmaß allein dieses Arbeitsteiles dürfte offenbar werden, wenn man berücksichtigt, daß stets etwa 800 bis 1000 Konten der einzelnen Einzahler vorhanden sind und abgewickelt werden müssen. 2. Die bankxnäBigan Aufgaben Die Hauptarbeit der Haavara ist die Transferarbeit, die sie als Treuhänderin der Auswanderer für alle gemeinsam ausübt. Da aus den bekannten Gründen nur ein Waren• transfer aus Deutschland möglich ist, so ist es Aufgabe der Haavara, die ihr anvertrauten Markguthaben der Aus• Wanderer an palästinensische Importeur« deutscher Waren zu verkaufen und die hierfür vereinnahmten Beträge der palästinensischen Kunden an die Auswanderer nach der Reihenfolge der seinerzeit vorgenommenen Markeinzahlungen auszuschütten. Um keinen Mißbrauch in der Verwendung der Markbeträge aufkommen zu lassen, vollzieht sich dieser Vorgang im Regelfälle derart, daß die Haavara für Rechnung des Importeurs die Fakturen aus ihrem Reichsmarkkontc selbst bezahlt und damit die Innchaltung der ihr erteilten Transfergenehmigungen sicherstellt. Die besondere Abteilung der Haavara, welche sich dieser ihrer Haupttätigkeit widmet, ist die ,,Zentralstelle zur Förderung des Trans• fers“, die in vielen einzelnen Verhandlungen mit Bestellern bzw. Bestellinteresscnten für deutsche Waren den notwendigen Preisausgleich für den beabsichtigten Ankaut verschieden hoch feststellt. Im Interesse der Schaffung und Aufrechterhaltung vertrauensvoller Beziehungen zwischen d er Har a־n und den palästinensischen Importeuren geht hierbei die Zentralstelle in individueller Behandlung jedes einzelnen Falles derart vor, daß sie den Preisausglcich für die Anpassung der angebotenen deutschen Lieferpreise an den Konkurrenzpreis der gleichartig ausländischen Waren durch Gewährung einer entsprechenden ״Bonifikation“ herstellt. Selbstverständlich wird hierbei für größere für den Transfer besonders interessante Bestellungen, welche häufig eine Voreindeckung des Importeurs auf längere Zeit erfordern, eine entsprechende Zusatzbonifikation als Mengenrabatt und Ausgleich für erhöhte Lagerspesen usw. gewährt. Ferner mußte sich die Haavara für bestimmte ueschäfte den palästinensischen Kreditusancen anpassen und die Hereinnahme von guten Wechseln nicht grundsätzlich ablehnen. Sie beanspruchte aber mit Rücksicht auf ihre Treuhand- Tätigkeit dann eine Einlösungsgarantie für diese Wechsel von einer namhaften palästinensischen Bank. Sowohl in dieser Hinsicht, als auch bei allen anderen zahlreichen Berühruugspunkten mit den Banken, kann sich die Haavara auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Banlciristituten des Landes und Deutschlands stützen. Ein seibstverstündliches Prinzip der Haavara ist, daß sie als Treuhandgesellschaft ihre Aufgabe darin sieht, mit allen Importeuren und Verbrauchern des Landes in besten Beziehungen zu stehen und sich deshalb davon fern hält, selbst als Konkurrent mit eigenen kaufmännischen Operationen aufzulreten. Diese Tätigkeit der Haavara wird durch eine entsprechende Arbeit der Paltreu wirksam ergänzt. Diese führt in Deutschland die erforderlichen Verhandlungen mit allen in Betracht kommenden Regierungsstellen, Banken und Exporteuren. 3. Die wirtschaftspolitischen Aufgaben Die Haavara kann sich nicht darauf beschränken, lediglieh die ihr von anderer Seite zugebrachten Importgeschäfte mit deutschen Waren zu erfassen, sondern sie muß, um ihren Aufgaben gerecht werden zu können, auch aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen. Hierzu gehört die Aulfindüng neuer Transfermöghchkciten unter der Voraussetzung, daß die betreffenden Geschäfte ausschließlich über die Haavara zugunsten der Auslösung jüdischen Vermögens von Palästina-Auswandercrn geleitet werden. Eine weitere Aufgabe der Haavara ist cs, in verständnisvollem Zusammenarbeiten mit der Vereinigung palästinensischer Industrieller dafür Sorge zu tragen, daß durch die Einfuhrtätigkeif der Haavara keine Schädigung der in der Entwicklung befindlichen Industrie Palästinas herbeigefiihrt wird, wobei naturgemäß die Einfuhr im Einvernehmen mit den beteiligten Industriellen insoweit auch aus Deutschland durchgeführt wird, als sie wogen nicht ausreichender Produktion aus dein Auslände überhaupt erfolgt. Dies gilt 2. B. für Zement und eine Reihe anderer Waren. Besondere Erwähnung verdient, daß sich die Haavara durch das von ihr entwickelte System der Transfer-Sonderangebote und der Transfer-Finanzierung in die Siedlungs- und Industrialisierengs - Bewegung erfolgreich einschalten konnte und hiermit für den Transferimport gleichzeitig zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten eröffnet«. Diese Betätigung der Haavara, die besonders für in Gründung befindliche Unternehmungen dort eingreifen kann, wo der leider noch nicht entwickelte palästinensische Kapitalmarkt versagt, ist für den Aufbau der jüdischen Wirtschaft In Palästina von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung und bildet als wirtschaftspolitische Maßnahme erstmals einen Ansatz zu einer privaten planmäßigen Förderung industrieller oder Undwirtschaftlicher Projekte. Es wird anzustreben sein, daß sich aus diesen Finanzierungsmaßnahmen der Haavara, denen die Sonderkonio-Einzahler bisher stets mit vollem Verständnis und voller Bereitwilligkeit gefolgt sind, in Zukunft in Form von Lombard- Instituten, Investment-Gesellschaften usw. die ersten Entwichlungsstufen zu einem palästinensischen Kapitalmarkt und zu entsprechenden Institutionen abloiten lassen. Sowohl in diesem Zusammenhang, als auch wegen der sonst unmögliehen Transferierung wesentlicher Teile der dauernd anwachsenden Transfer-Guthaben, werden diese Finanzierungsmaßnahmen lind die Transfer-Sonderangebote in Zukunft noch rößere Bedeutung gewinnen und Beachtung verdienen. Auch ei Durchführung dieser Aufgaben wirkt die Paltreu entsprechend mit. 4. Die verschiedenen Nebeneufgaben Zu den Sonderaufgaben der Haavara, die sich mit der Zeit entwickelt haben, und die alle in einer bestimmten Be- Au* dem Hebräischen von Dr. Max Mayer, Jerusalem Zroer^xc Kl, Fort««Utag Naehdpoek *•rbotaa ״Und die Lehmhütte soll zerfallen, und alles, was wir liier aufgebaut, haben, e.ingerissen werden?“ — Gefühle des Schmerzes und der Liebe zum Hügel, an dessen Einsamkeit aie sich so gewöhnt hatten, würgten in ihrer Kehle. Da antwortete Sara: ״Nachher werden wir zurückkehren und alles von neuern aufbauen. Wenn wir am Leben bleiben, wird auch dieser Ort zum Leben zurückkehren.“ In Jechiels Augen blitzten Feuerfunken, und er murmelte unverständliche Worte. Als der Morgenstern aufgegangen war, eine Kuh blökte und ein Hahn rief, als die Glöckchen am Hals des Viehs zu klingeln begannen — stand Jechiel, von plötzlichem Frohmut ergriffen, auf, uni ein inneres Licht strahlte über sein Gesicht: ״Wer das Oedland liebt, hat niemals Furcht vor ihm, Selbst der Räuber des Oedlands wird zum Bruder und Freund, Am Herzen, das der Liebe voll ist, wird jedes Schwert zer• schellen, jeder Strauch des Feldes wird Schutz gewähren gegen den Pfeil aus dem Hinterhalt. Ich gehe, um den Leuten aes Oedlands und den Leuten des Betons zu sagen, daß es leine Fehde zwischen ihnen geben kann, denn wir alle sind des Oedlands Söhne.“ — Jechiel rafft« die Säume seines Mantels zusammen, nahm seinen Stab und wandte sich zum Gehen. ״Wohin willst du gehen?“ hielten ihn die Leute zurück, ״Ich gehe, das Ende vorn Mythos des Schwerts im Oedland zu sehen“ — sagte Jechiel, und je weiter er sprach, desto lauter wurde seine Stimme. Seine Augen blitzten wie die eines Wahnsinnigen, und als er sich zum Gehen wandte, stand auch Uri von seinem Platz auf und stellte sich neben ihn. — — ״Der Mythos des Oedlands zerschmettert heute am Beton, und ein großes Sehnen schwebt über seinen Trümmern einem rjeuen, schöneren Mythos entgegen. Der neue Mythos ist nicht der des Schwertes und der des Betons. Ich gehe, denn in meiner Brust leben Keime des neuen Mythos, und ich streue sie in jeden Winkel des Oedlands. Die Söhne des Oedhnds und die Leute des Betons werden gemeinsam das Wunder sehen.“ Jechiel und Uri wandten sich zum Gehen. Sara holt« sie ein: ״Wartet, wartet, auch ich gehe mit euch!“ Aber Jechiel blieb stehen und sagte: ״Sara, du mußt mit den Leuten nach Teura gehen. Du trägst in deinem Ildrzen das Andenken des ,Hügels der Ruhe‘ und wenn die Stille der Arbeit wieder ins Oedland zieht, nimm Leute mit dir und errichte wieder diesen Hügel. Denn was ich nicht aufbauen konnte, du wirst es können, und wenn ich mich dieser Erde in Liebe angenommen habe, so wirst du ihren Ertrag zu ernten wissen. Du geh dann zu Nasson und sag ihm all dies, und er wird dir das Geld Obergeben, das ich ihm anvertraut habe. Ich weiß noch nicht, wohin ich gehe, aber von jedem fernen Winkel, zu dem ich komme, werde ich euch, Kameraden vom ,Hügel der Ruhe‘, meinen Gruß senden.“ Während die Leute das Vieh in der Richtung auf Teura langsam vor sich her trieben, stiegen Jechiel und IJri vom Hügel ins Oedland. Jechiel ging voran und sang mit tiefer Stimme ins Herz des Oedlands hinein. Ein klares Echo antwortete ihm aus den Bergen. Je weiter sic gingen und je weiter sich die Ocdnis vor ihnen auftat, desto stärker wurde seine Stimme und ausholender seine Schritte. Er ließ den langsam schreitenden Uri weit hinter sirh. Die Hitze des Tages hatte sirh auf das Oed land herabgesenkt und Dünste über die giftigen Sümpfe irr! Süden gebreitet. Als sie einen Hiigel hinanstiegen, sahen sie einen großen schloßarligen Bau vor sich, dessen Dach noch nicht gedeckt und dessen Fenster noch nicht eingesetzt waren. Das war das neue Haus N.üfs. Als Naif seinerzeit von Nasson fortgegangen und auf »ein Gut zurückgekehrt war, brannte in ihm Zornesglut. Er hatte Ziehung zu der Auswanderung aus Deutschland nach Palästina stehen, gehören u. a.: a) Der Transfer von Beiträgen und Spenden von nationalen Fonds, als Rückgrat der Unter- Stützung der Einwanderung unbemittelter Juden aus Deutschland. b) Der Transfer von Rcichsmarkzahlungen für Schulgelder und ähnliche Zwecke für jüdische Kinder noch in Deutschland verbliebener Eltern auf palästinensischen Schulen. c) Der Transfer von Pensionen, Unterstützungen und Unterhaltszuschüssen, die an hierauf angewiesene Einwanderer von deutschen Stellen oder Personen gezahlt werden sollen (eine Tätigkeit, der gerade gegenwärtig eine erhöhte Bedeutung zukommen kann). d) Der Transfer von Reichsmarkeinzahlungen von T ouristen nach Palästina zum Erwerb von Hotelgutscheinen, der für diejenigen jüdischen Reisenden aus Deutschland durchgeführt wird, weiche einen kurzen Aufenthalt als Touristen In Palästina als Vorbereitung der bevorstehenden Auswanderung nach Palästina notwendig haben. Dieser Aufgab« kommt in Zukunft ebenfalls erhöht« Bedeutung zu, da gerade wegen der Schwierigkeit, größere Vermögensbeträge zu transferieren, alles getan werden muß, um einer Felilleitung dieser geringen Vermögenssummen der Ein- Wanderer hinsichtlich der Wohnsitz- oder Berufscrgrei.fung vorzubeugen. Angesichts der ausschlaggebenden Rolle, welche erfahrungsgemäß in dieser Hinsicht der Ehefrau zufällt, wird der gemeinsamen Reise von Ehepaaren mit erhöhtem Hotelgutscheinbetrag keine Schwierigkeit in den Weg gelegt. Selbstverständlich kann die Haavara für diese Scnderaufgaben nur begrenzte Mittel innerhalb eines im voraus mit den zuständigen Stellen abgesprochenen Programms zur Verfügung stellen, um ihre Hauptaufgabe, den Kapitaltransfer der Auswanderer, nicht zu gefährden. Mit diesen vorstehend geschilderten Betätigungsgebieten hat die Arbeit der Haavara aas Ausmaß eines der bedeutendsten Treuhand- und Wirtschaftsunternehmen Palästinas erreicht, das für die Aufreehterhaltung und Förderung der palästinensischen Wirtschaftskonjuuktur von wesentlicher Bedeutung ist. Diese Rolle der Haavara wird gerade ln der jetzigen Zeit besonders sichtbar, wenn die Befürchtung besteht, daß politische Ereignisse die Einwanderung aus anderen Ländern der Welt beeindrucken und damit zu einer Gefährdung der jetzigen Koniimkturerscheinungcn führen können. Da das Ausmaß der Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Palästina wesentlich abhängt von der Aufreehterhaltung oder Förderung der Kapitaltransfer-Tätigkeit der Haavara, so kann sich gerade in derartigen Zeiten eine uneingeschränkte oder etwa noch vermehrte Einwanderung aus Deutschland als ein dauernder und wirkungsvoller Faktor für eine Abwehr schädlicher Einflüsse auf die Wirtschaft des Landes auswirken. II. Das Verhältnis der Haavara su ihren ״Kunden“ Bei der Schilderung dieser Tätigkeit der Haavara muß die Gelegenheit benutzt werden, um einen Rückblick auf die Resonanz der Haavara bei ihren Transferenten, ״ihren Kunden“, zu werfen. Mangelnde Kenntnis der notwendigen Schwierigkeiten einer solchen Transferarbeit und mangelndes Verständnis für das mögliche Ausmaß der Erfolge hat dazu geführt, daß die Transfer-Organisationen viele Klagen ihrer Transferenten entgegennehmen mußten, die im Regelfälle in folgenden Einwänden bestanden: a) Die Transferzeit dauert 2u lange und die Haavara hält ihre Versprechungen nicht hinsichtlich des Auszahlungs- Zeitpunkts. b) Die Abzüge, welche der Auswanderer bei der Auszahlung erfährt, sind ungerechtfertigt hoch. c) Der Versuch der Auswanderer, im Wege der Mitnähme oder späteren Bestellung von Waren seinen Transfer selbst zu besorgen, wird verhindert. Diese Klagen beruhen großenteils auf Unkenntnis oder mißverständlicher Auffassung des Transfer-Systems. Zu der Frage der Transfer zeit ist zunächst zu bemerken, daß die Beamten der Transfer-Organisationen aus begreiflichen Gründen von den Transferenten immer wieder zu Auskünften gedrängt werden, innerhalb welcher Zeit die Auszahlung des die Zeltliewohner seines Gutsbezirks zu sich berufen, und sie erkannten in ilim sofort den starken Blick and die gewalttätige Hand seines toten Vaters. Naif war von Tatendurst besessen und schwelgte im Bewußtsein des Sieges, den er über die kluge Vorsicht Nassons davonzulragen hoffte. Jedesmal, wenn er an Nasson dachte, richtete er sich den langen Reihen der Männer gegenüber, die auf ihren Schultern für den Bau Steine heransehlepplen, mit doppelter Hartherzigkeit auf. Naif halte sich ein neues Automobil gekauft und war mit ihm tagsüber auf dem Gebiet seines Erbbesitzes., das von der Arbeit widerhallte, umhereefaliren. Als der Bau seiner Vollendung enlgegenging, fühlte er Siegestrunkenheit. Das Haus sollte von der Ilöhe herab seinen ganzen Gutsbesitz, ja das ganze Oedland beherrschen, in dein es kein Gesetz außer dem ererbten Recht Naifs zur Herrschaft gab. Eine hohe, massive Mauer sollte den Hof umzäunen, durch die kein fremdes Auge von außen dringen kann, und Eisenstäbe sollten die Fcnsler vergittern. Von dem Platze aus, auf dem Naif, im Schallen eines Steines sitzend, die Arbeiten am Hause überwachte, bemerkte er die beiden Männer, die auf dem Woge herabkamen, und wie aus Neugierde hielt er sie beim Vorübergehen an: ,AVer seid ihr. Barhäuptige?“ — fragte er und ließ einen spöllischen Blick über ihre zerschlissenen Mäntel und ihr wildwachsendes Haar gleiten. ״Des Weges Ziehende“ — antwortete Jechiel. ״Und was habt ihr vor?“ — fragte sie Naif wieder. ״Nichts haben wir vor“ — antwortete Jechiel und sah ihm gerade ins Auge. Da erkannte ihn Naif. Zuerst schreckte er beim Anblick des zerrissenen Mantels und des wildwachsenden Haares des Alten, der von ihm den Hügel am Sec gekauft hatte, zurück, aber sogleich erschien ein listiges und überlegenes Lächeln auf seinen Lippen: ״Seid ihr nicht von dem Hügel am See?“ ״Ja, von diesem Hügel sind wir.“ ״Wenn der Hügel euch ausgespien hat, was sucht ihr dann noch auf diesen Wegen, ihr Barhäuptigen?“ — fragte Naif mit offener Feindschaft. ״Mutter Oedland“ — antwortete Jechiel und richtete sich hoch auf.

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