Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-11-12 · Heft 91 (12.11.1935) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 91 (12.11.1935)
Date
1935-11-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653908--27679-2689128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr 91, 12 XI 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Auftakt zur Arbeit Jubüäumskundg'ebung: des Keren Hafessod Der Keren llajessod veranstaltete in Gemeinschaft mit den Mitgliedern des Administrative Committee und des Council der Jcwish Agency in Deutschland sowie der ZV 1D. am vergangenen Sonntagabend in den Sillen des Berliner Brüdervereinshauses eine Kundgebung, die der Feier des 15jährigen Bestehens des Keren llajessod galt. Schon viele Tage vorher waren die Karten zu dieser repräsentativen Veranstaltung vergriffen, so daß Hunderte von Menschen keinen Einlaß mehr finden konnten. Ueber 1200 Zuhörer füllten den großen Saal und die Nebenräume, und man bemerkte unter ihnen Vertreter aus allen Kreisen der Berliner Gemeinde. Am Tisch des Präsidiums hatten neben dem Vorsitzenden, dem Präsidenten der Reichsvertretung, Rabbiner Dr, Leo B a e c k, der Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Heinrich Stahl, Mai Warburg, Dr. Franz Meyer (ZVfD.), Dr. Michael Tr au ס (Keren llajessod), Margarete Moses (Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina), Dr. Friedrich Bradnitz (Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände), Ben Aharon (Ilechaluz), Dr. Alfred Klee und Jakob II e c k s c h e r (Hamburg) Platz genommen. Die vom Kulturbundorehestcr unter Leitung von General- Musikdirektor Joseph Rosenstock vorgetragene Hebriden- Ouvertüre gab der Versammlung den festlichen und feierliehen Auftakt. Der Vorsitzende, Rabb. Dr. Leo Baeck der von den Erschienenen mit einer Ovation begrüßt wurde, eröffnete hierauf die Veranstaltung und widmete einleitend Worte des Gedenkens Oskar Wassermann, der dem Keren llajessod und der Jewish Agency unter den Juden Deutschlands den Weg geebnet hat. Dr. Baeck betonte, daß Kll und Agency zusammengehören, weil beide davon ausgehen, daß jeder Jude berechtigt und verpflichtet ist, an dem Werk des Palästina-Aufbaus teilzunehmen. Der leitende Gedanke derer, die hierfür eingetreten sind, war, daß die Juden Deutschlands um der Geschichte willen hierbei nicht fehlen dürften. Sie durften sich nicht vom Opfer und auch nicht vom Beitrag ihrer Eigenart ausschließen. Gm ihrer Selbstachtung willen durften sie bei einem Werk nicht fehlen, das nicht schenken will, sondem geben, damit der Empfangende eine große Leistung vollbringe. Diese Gedankengänge bestimmten die Anhänger des Keren llajessod zum Einsatz für ihn auch gegen Widerstände und Mißverständnisse. Die Wandlung der Zeit hat es gefügt, daß wir heute bei diesem Werk auch an uns selber denk.cn dürfen, da es heule zu erheblichem Teile der Ansiedlung von Juden aus Deutschland dient. Dabei sollen wir jedoch nicht an den unmittelbaren Nutzen denken, sondern ebenso sehr an das Moralische, d. h. an die Forderung, auf der Höhe einer Situation zu stehen. Dieses Moralische ist der Umstand, daß wir durch Palästina in die Weltgeschichte hineingestellt w׳erden. Ercz Israel gibt uns die Kraft, auch heute nicht zu resignieren. Dr. Baeck schloß mit den Worten, daß es gelte, in Palästina ein Land zu gründen, einen Himmel zu pflanzen und zu Zion zu sprechen: Mein Volk bist du! Als zweiter Redner ergriff im Namen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Df. Frans Meyef das Wort. Er betonte, daß Palästina die Juden gelehrt hat, ihre DU atten nicht im luftleeren Raum zu führen, sondern daß es gelte, sich an der Realität des Landes zu bewähren. Wir lernten dort den Widerstand der Natur kennen und in Analogie dazu in der Keren-Ilajessod-Arbeit die Härte der Herzen. Hier wie dort mußten verborgene Quellen entdeckt werden. Dr. Meyer bekräftigte den entschlossenen Willen der ZVfD., den KI!-Gedanken im Zionismus gerade in einer Zeit, in der die Massen zu ihm strömen, zu neuem Leben zu erwecken. Nur durch eine Fundierung des Keren-Hajessod- Gedankens im Judentum Deutschlands könne das Schicksal unserer Brüder, die zur Ansiedlung drängen, günstig entschieden werden. Direktor Heinrich Stahl gab sodann namens der Berliner Jüdischen Gemeinde die Glückwünsche zum Jubiläum kund. Er wies auf den inneren Ausgleich hin, der gerade in diesen Tagen in der Gemeinde zur Ausschaltung der Parteistreitigkeiten erfolgt ist, und begrüßte es, daß er es erreicht habe, eine stärkere Beteiligung der Zionisten an der Gemeindcarbcit herbeizuführen. Auch der Keren llajessod wollte eine Brücke zwischen denen hersteilen, die seine Ziele noch nicht verstehen kennten, und denen, denen die Entwicklung hier recht gegeben hat. Gegensätze gehörten, wenn sie die Judenheit und Erez IsraeL betreffen, zum Antiauierten! Der Redner wünschte, daß es dem Keren Hajessoa gelingen möge, sein Werk der Kolonisation durchzuführen, und betonte die Bedeutung einer Stärkung des religiösen Elementes in Palästina. Seine Glückwünsche erhofften neue, große und gewaltige Taten in Palästina. In eindrucksvollen Worten nahm für den Ilechaluz Ben Aharon das Wort, indem er zunächst auf das in diesen Tagen stattfindende 25jährige Jubiläum der ersten Kwuzah Deganiah hinwies. Er besprach die enge Verbindung zwischen den Chaluzim und den Fonds und sagte, daß aus der Synthese zwischen dem Mut der Jugend und den Sparpfennigen des Volkes ein Werk geschaffen worden sei, das auch an den Leistungen anderer Völker gemessen groß ist. Trotzdem gelle es, jene zwei Drittel des Landes Palästina zu sehen, die von unserer Arbeit noch nicht berührt sind, weil das Volk in diesen 15 Jahren nicht das vollbracht hat, was es hätte vollbringen können. Das Volk hat unseren Ruf nicht gehört, und so konnte das Ausmaß unserer Arbeit nicht genügen. Auch für die Zukunft gelte der Satz, daß das Größte, was wir tun können, noch klein gegenüber den Aufgaben ist. die vor dem jüdischen Volke in Erez Israel stehen. Im Namen der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina sprach Frau Margarete Moses die darauf hinwies, daß die Frauenorganisation sich besonders der Aufgabe gewidmet habe, die seelische Bereitschaft für Palästina zu schaffen. Die jüdische Frau fühle sich für die Ehre des jüdischen Volkes verantwortlich, die durch den Keren llajessod gestärkt werde. Sie versicherte, daß die Frauen die Erkenntnis der Notwendigkeit erhöhter Anstrengungen für den Keren llajessod verbreiten werden, der durch seinen Maaßergedankendie dom Judentum Entfremdeten altem nationalen Kulturgut wieder zuführe. Schließlich überbrachle Dr. Friedrich Brodnitz im Namen des Reiclisaussehusses der jüdischen Jugendverbände die Grüße der jüdischen Jugend in Deutschland detn Keren llajessod, der dieser Jugend den Weg in eine neue Zukunft bereite, Trotz, der tiefen Verbundenheit der Jugendverbände mit dem Keren llajessod sei ihre Mitarbeit jedoch noch ungenügend, und es gelte ihr daher zuzurufen: Arbeitet mit. Die Jugend fordert, daß sie, die die Mühen des Aufbaus in Palästina auf sich nehmen wolle, nicht im Sticli elassen werde, und verlangt daher von allen Kreisen fühlarc Opfer. Es folgte als Ifauptreferat des Abends ein großangelegter Vortrag von Dr. Michael Traub über: 15״ Jahre Keren llajessod“. Der Referent erinnerte an die Zeit der Gründung des Kll im Jahre 1920, an die damalige jüdische Situation in der Welt und sehilderte mit eindringlichen Worten die besonderen Schwierigkeilen der KH-Aroeit und ihre Resultate. Er gab auf Grund eines zahlenmäßigen Ueberblicks über die Investitionen des Keren llajessod in Palästina einen Grundriß des nationalen Aufbauwerkes und schilderte zum Schluß die finanzielle Situation des Kll in den letzten Jahren. Mit einem Appell zur neuen Aktion, die der Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina dienen wird, schloß Dr. Traub seine ebenso gründlichen wie mitreißenden Ausführungen, über die wir noch berichten werden. Nach einer Teepause wurde ein längeres Schreiben des infolge wichtiger zionistischer Arbeiten in London am Erscheinen verhinderten Leiters der Zentralstelle für die An- Siedlung der Jeden aus Deutschland in Palästina, Dr. Martin Rosenbitith, verlesen. Dr. Rosenblüth schilderte darin u. a. die großen Leistungen des Keren llajessod in Palästina und nicht weniger bei der Entflammung der Herzen für den Palästinagedanken. Disziplin und Pflichterfüllung gegenüber dem Nationalheim in Palästina habe der Keren llajessod im Volke wach gerufen. Dr. Rosenblüth begrüßte es, daß die Arbeit des KH in Deutschland dazu dienen werde, der Ansiedlung von Juden aus diesem Lande in Palästina den Weg zu bahnen, und erörterte eine Reihe von Maßnahmen, die gerade auf diesem Gebiete cingeleitet worden sind. Nach einigen Dankesworten von Dr. Baeck spielte das Orchester die G - M o 11 - S y m 11 <ן o n i e von M ozart, die ein erhebender und würdiger Ausklang dieses Festabends war, der die vielen Hunderte bis weit nach Mitternacht zusammenhielt. Prof. David Baumgardt ist, wie uns aus Birmingham berichtet wird, zu einem Honorary Research Work (Forschungsauftrag) an der Philosophischen Fakultat״berufen worden. In dem offiziellen Schreiben des Senats an Prof. Baumgardt wird zum Ausdruck gebracht, daß die Universität ״mit aufrichtiger Genugtuung willkommen heiße, daß sie in der Lage sei, einen Mann, der auf seinem Gebiet eine solche Bedeutung erreicht hat, mit der Universität zu verbinden“. Prof. Baumgardt wird in Birmingham im Rahmen seines Werkes ״Kampf um den Lebenssinn unter den Vorläufern der modernen Ethik“ den Band über die englische Moralphilosophie schreiben. Baumgardt, unseren Lesern aus zahlreichen Beiträgen bekannt (wir verweisen auf seine Analyse des Tischgebetes in N’r. 81 der ״Jüdischen Rundschau“), wurde ab 1. November von der Berliner Universität beurlaubt. Im vergangenen Frühjahr hat er bekanntlich an der Festwoche anläßlich' des Maimonides-Jubiläums in Spanien teilgenommen und im Anschluß daran einen Vortrag an der Universität Madrid in französischer Sprache über das Thema ״Maimonidc, le rationaliste et le croyant“ gehalten. Der Vortrag wurde bei dem Publikum, das nur aus Akademikern bestand (Juden waren nicht anwesend), überaus anerkennend aufgenommen. Unter den Anwesenden waren damals außer dein bekannten spanischen Sozial- Philosophen Ottega y Gasset auch der frühere spanische Botschafter in Berlin, Amcrico Castro, und andere führende Persönlichkeiten des spanischen Geisteslebens. Wie ״Hias“ mitteilt, sind in den ersten neun Monaten des Jahres 1935 nach den Vereinigten Staaten 5983 Juden als Einwanderer gekommen. 1194 von ihnen waren Juden aus Deutschland, Am Präsidiumstisch von links nach rechts: Ben Aharon, ür.!,'ranz Meyer, Direktor Heinrich Stahl, Rabbiner Dr. Leo Baeck, Dr. Michael Traub, Dr. Alfred Klee, Jakob Heckscher (Hamburg), Max Warburg. Am Rednerpult: Margarete MoseS Foto: Herbert Sonucn^M /UsyestatUmq unseres?xiiästi^a -Teils Das immer wachsende Material der Palästina-Information hat uns veranlaßt, eine Ausgestaltung des PaUistina-Teils der ״Jüdischen Rundschau“ vorz.unehmen. Wir haben eine Anzahl von zuständiger! Mitarbeitern für die ständige Bearbeitung von Rubriken gewonnen, in denen von Zeit zu Zeit das Wissenswerte auf dem betreffenden Gebiete zusarrmengefaßt werden soll. Es handelt sich dabei weniger um aktuelle Vorkommnisse, die ja ohnedies im Rahmen unserer ständigen Berichterstattung gemeldet und besprochen werden, sondern um eine Aufzeigung der Entwicklungen, die unabhängig von einzelnen Erebrnissen ständig vor sich gehen. Es sollen dabei tatsächliche Entwicklungen ebenso gewürdigt werden wie geistige Vorgänge und das Werden und Wirken von Anschauungen. Von ständigen Rubriken sind zunächst in Aussicht genommen: Siedlungswesen, Arbeiterbewegung, Arabisches Leben, Aerztliche Umschau, Rcchtswesen, Geistige Bewegung, Palästinensische Literatur, Jugendbewegung und Erziehung!• wese n. Die großen Gebiete der Politik und Wirtschaft werden vorläufig in solchen Rubriken nicht behandelt werden, weil gerade dieser Stolf ja am meisten von allen aktuellen Tagesereignissen beherrscht und daher ständig in unseren Berichten besprochen wird. Ebenso werden wir auch über künstlerische und aridere Veranstaltungen laufend außerhalb der Rubriken berichten. Die einzelnen Rubriken werden in zwangloser Folge hintereinander erscheinen. Wir empfehlen unseren Lesern, diese Teile auszuschneiden und zu sammeln, da sie in ihrer Gesamtheit ein umfassendes Bild der äußeren und inneren Entwicklung Palästinas gehen werden. Wir glauben, mit dieser Einrichtung, die auch manche Anregung aus unserem Leserkreis verarbeitet, unseren palästinensischen Lesern einen wichtigen Behelf für das Verständnis der nicht jedem unmittelbar zugänglichen Gebiete im Lande zu bieten, zugleich aber auch den außerhalb Palästinas wohnenden Juden einen fundierten Ueberblick über die Entwicklungen in dem werdenden jüdischen Zentrum zu geben. Wir beginnen in der nächsten Nummer mit der Verwirklichung dieses Planes. Redaktion ״Jüdische Rundschau“ IN ALLER KURZE König Georg II. von Griechenland hat an den Ober• rabbiner Dr. Zwi Köret/ in Saloniki ein Telegramm gerichtet, in dem er der jüdischen Bevölkerung Griechenlands den Dank für ihre LoyalHälslamtlgebtingen ausspricht. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs hat beschlossen, in Palästina eine Siedlung zum Andenken, an die 12 000 im Weltkriege gefallen e n j ü d i s e 11 e n Soldaten des deutschen Heeres zu errichten. Der Bund wird sich an die jüdischen Kriegsteilndimcrverbäiide aller übrigen Länder mit der Aufforderung wenden, sich dieser Aktion anzuschließen. ln der Rheinlandballe zu Köln fand eine Masscnkundgebung^ statt, auf der der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, sprach. Nach einem Bericht des ״Westdeutschen Beobachters׳‘ äußerte er sich in seinen Ausführungen auch zur Judenfrage. Er sagte hierzu: ״Allein der Rassestandpunkt zwingt mich zu erklären, daß die Juden aus Europa verbannt werden müssen. Nicht etwa, weil sie Schandtaten begehen, sondern weil sie Juden sind. Ganz gleich, wie sie sieh b e!1 e 11 m e n, kann ich keine r a s s c f r e tu d e n E I e m c n t e i 11 m e i 11 e m Volke d!11 - den. Im Raum meines Volkes können mir die Gesetze meines Blutes Geltung haben.“ Das Manufaktur- und Modewarenhaus M. Klein in Düsseldorf, das seit vierzig Jahren bestellt, ist von der Josef Koch GmbH, in Düsseldorf erworben worden. Der Wert der Grundstücke wird mit 2 Millionen RM. und der des Warenlagers mit 85000t) RM. beziffert. Die bisherigen Inhaber sind restlos ausgezahlt worden. Einem Beschluß des Zentralrats der Agudas Jisroel entsprechend wurde die Leitung des westeuropäischen Büros dieser Organisation von Frankfurt a. AI. nach London verlegt. Der Präsident der Weltorganisation, Jacob Rosenheim, ist in London eingetrotfen, um die Leitung lies westeuropäischen Büros zu übernehmen. Die Pakistina/entrale i!1 Frankfurt a. M. bleibt für die Zwecke der agudistiseben Palästina-Arbeit in Deutschland bestehen. Seminarrabbiner Dr. Israel R a b i 11 hat mit Beginn des Wintersemesters seine Vortragstätigkeit am Breslauer J ü d i s c h - T h e o I o g i s c 11 e 11 8 e in i n;1 r eingestellt. Er hatte den Posten des Seminarrabbiners nach dem Fortgang von Prof. Michael Ciutt 111 an 11 erhalten. Voraussichtlich wird Dr. Rabin die Leitung einer Schule in Haifa übernehmen. Für die von ihm vertretenen Disziplinen wird zunächst kommissarisch Rabbiner Dr. Ochs (Glcivitz) herangezogen werden. Die litauische Regierung hat eine strenge Untersuchung der vor einiger Zeit in Tclschi verübten antisemitischen Ausschreitungen angeordiiet. Der Staatsanwalt ries Obersten Strafgcrichts hat sich nach Tclschi begeben, um persönlich die Vernehmung der Zeugen durchzuführen. Die litauische antisemitische Vereinigung von Handels- und Gewerbetreibenden ״Verslininki“, die für den!0. Nov. eine Tagung nach Kaunas einberufen hat, auf der Maßnahmen zur Bekämpfung des jüdischen Handels, darunter die Einführung der Zwangssonntagsruhe, Besprochen werden sollten, hat 33 Mitglieder wegen nichtarischcr Abs t a tn m 11 ri g ausgeschlossen. An die Ortsgruppen in der Provinz wurde ein Rundschreiben versandt, in dem der Ausschluß aller nichtarischen Mitglieder verlangt wird. Der Rat arn Obersten Gerichtshof der Niederlande im Haag, Dr. M. Polak, tritt infolge Erreichcns der Altersgrenze an! 1. Dezember in den Ruhestand. Dr. Polak hat eine hervorragende juristische Lauthahn hinter sieh. Er ist einer der besten Kenner des holländischen Handelsrechts. Er war auch Vorsitzender der Prüfungskommission für Notare. Auch im jüdisch-öffentlichen Lehen ist Dr. Polak eifrig tätig. Er ist Vorsitzender des jüdischen Altersheims im Haag und Kurator des asehkenasischen Rahbinerscminars in Amsterdam. — Der Bruder des Oherrichters, dev ehemalige Direktor- Stellvertreter für öffentliche Arbeiten in Holländisch-liidien, 1. Polak, ist vorige Woche im Alter von <j0 Jahren im Haag gestorben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.