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Jüdische Rundschau · 1935-11-08 · Heft 90 (8.11.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 90 (8.11.1935)
Date
1935-11-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JiDlSCHE RUNDSCHAU Nr. 90, 8. XL 1935 Aerzte der Kupat-Cholim Von der Woche Aus Stadt und Land lieber 2000 Gäste aus dem;ranzen Lande nahmen an der Feier des 25jährigen Orüiidungsjubiläums von D eg aniah teil. Fis wurden Glückwünsche im Namen des Jiscnuw, der Histadruth, der Kibbuzim, der benachbarten Kolonien und des Rabbinats von Tiberias überleben. Kinderchöre, Gesänge sowie Musik und Vorträge der Schauspielerin Rowina umrahmten die F eier. Die Stadtverwaltung von T c 1 - A w i w benannte einen der wichtigsten Kreuzungspuukte der Stadt ״Platz des 2. No■ vcinber“. Bei einem der Früliregcn erlebte Tiberias eine leichte U eberse 11 w e m m!111 g, bei der Teile der Stadt unter Wasser gesetzt wurden. Der angericlitete Schaden ist nicht erheblich. Es wird darauf hingewiesen, daß die Regierung die Drainage der Stadt, die nach der letzten schweren Flut begonnen wurde, nicht vollendet hat, und daß dadurch die Gefahr weiterer Üeberfiuturigen besteht. Die Regierung hat in Jcru sal ein einen Komplex für den Bau eines G e r i c 111 s g e b ä ud e s erworben. Der Platz grenzt an ein Areal, das für andere Verwaltungsgebäude der Regierung bestimmt ist. Dreißig Arbeiter des Sanitätsdepartements der Stadt Jerusalem, die mit der Verbrennung der Abfälle beschäftigt sind, haben zur Hebung ihrer Arbeitsbedingungen den Streik erklärt. Wirtschaft Die Handelskammern Jaffa-Tel-Awiw und Jerusalem haben der Direktion der Industrieausstellung in Damaskus mitgeteilt, daß sic beschlossen haben, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Die Ausstellung, die im Frühjahr 1036 stattfindet, ist nur für die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas bestimmt (Türkei, Palästina, Transjordanien, Irak, I kdsehas, Iran. Aegypten, Afghanistan, Britisch-lndien. Tunis, Algerien und Marokko). Die Pale stiiie Electric Corporation, die die Versorgung Palästinas und Transjordanic-ns (abgcu'hen von Jerusalem) mit elektrischer Kraft und Lieht durchführt, berichtet über Pl.׳im■ zur Ausbreitung ihres Stromnetzes, da sie mit den bestellenden Stationen nicht imstande ist, den steigenden ielcktri/.it.it'Verbrauch zu docken. Bei Peinvh Tikwah wurden die ersten vierzig Häuser eines neuen hi-11er unbenamiten S i e <11 u n g s p 11 n k t e s vollendet. Der Ort wird 71 Familien umfassen, davon 4t Familien mit je zehn Dun,a in als Inndwirtseh,'Etlicher Betrieb, der Rest je einem 1 Hmarn als kleine Hilfswirtschaft bei Außenarbeit. F)ie Anleihen für die Siedlung lieferte die Palestine Ecouonüc Corporation. I )ie Regierung liefert FF i e n e!1 / ü c h t e r n zollfreien Zucker zur Erleichterung des Betriebes nach der ungenügenden Honigemte des letzten Jahres. Zur rönlcrurig des Getreidebaus in Palästina werden von der Leitung der Siedlung (ijwat 11 ,ו s 1111 ׳ o c 11 a Versuchstelder für den Anbau hochgezüchteter Getreidesorten angelegt. Die Regierung steuert Saatgut und Kunstdünger für diese Versuche bei. Verschiedenes Die Konferenz der Hedscliashahn in Haifa beschloß, 730 km der Strecke von der Transjordaniscben Grenze nach Medina vvicderlierzustellen. Die Kosten dieser Arbeit dürften 30 000 Phi 11 d betragen und werden zwischen Palästina, Syrien, Transjordanien und Medschas aufgeteilt. Eine Abordnung von illegal in Palästina lebenden Juden besuchte die Exekutive der levis 11 Agency zwecks Vcrhandhing über die Frage ihrer Legalisierung. Die Agency teilte der Presse mit, daß ihre Bemühungen bei der Pcuierung fortschrciten mit dem Ziel, den Status derjenigen Juden zu regulieren, die bereits seit Jahren in Palästina leben. Papst Pius XI. bat den vatikanischen Legat für Aegypten, Transjordanicii und Palästina, Erzbischof Mg. Testa, in längerer Audienz empfangen. 1 )er Legat erstattete dem Papst einen nusfiihrlieheii Bericht über die aktuelle politische Lage in Palästina, die Entwicklung der jüdisch-arabisehen Beziel111n:;en und die wachsende Bedeutung des Jischmv. Mg. Te-1a tiitt in den nächsten Tagen die Ruckreise nach Palästina an. 56 Abess v nier verließen Jerusalem und begaben sich nach Addis Abeba. An der Eisenbahnstation wurden ihnen Ovationen von ihren zuruckbleibeiidtii Landsleuten dargebracht. In Palästina wird in Kürze ein Institut errichtet werden, das die Erfor-a Inmg der k I i!11 a 1 i s c ii e 1׳ V or g ä 11 g e im Lande in sich vereinigen und sich mit aller Art von Tempcratt1rmes«u:1geii in Jerusalem, an der Küste des Mittelländisehen Meeres und am Toten .Meere befassen wird. Die Errielitiiig: die• es Inslilii'es wurde■ durch die finanzielle Hilfe des piikistuwiwisein׳» Küniatologcn M. WilbusehcvviU erinög- Udlt. (Palcor.) Bei den Ausgrabungen der hebräischen Universität im Kidrontab׳ bei (crn-alem wurde ein jüdischer Friedhof aus der Zeit des zweite» T 0 in p e 1 s aufgeweckt. Die neue illustrierte hebräische Zeitschrift ״HechajFm Halali!‘■ fand beim Publikum in Palästina eine gute Aufnähme, so daß dir׳ erste Nummer am ersten Tage verkauft war. Die Zeitschrift, 16 Seiten Hark, macht es sich zur Aufgäbe, nicht nur der Unterhaltung zu dienen, sondern durch das Mittel des Bildes über Palästina und über aktuelle Vorgänge in der Welt zu orientieren. KALENDARIUM 1935-45. Woche 5696 — 7. Woche Freitag 8. November 12. Marcheschwan Samstag 9■ לך־לך ״ •13 Sonntag 10 14 Montag 11. ״ תענית מגי ״ .15 Dienstag 12. 16. Mittwoch 13. .. 17. Donnerstag 14. ״ 18■ Schabbat-Ausgang Berlin 4* Breslau 4», Frankfurt a. M, 5«. MOndten S* 9. 11. 1918t Elnrug dar englischen Truppen in Jerusalem. Nähere Informationen für Interessenten Von Dr. J. Majcr, Chefarzt der Arbeiterkrankenkasse Im Anschluß an den Artikel unseres palästinensischen Korrespondenten in Nr. 79 sind verschiedene Anfragen brzäglieh der Möglichkeiten für Aerzte in Palästina an uns und andere Stellen gelangt. Eine Zuschrift der palästinensischen Aerzte-Organisaiion, die vor allzu optimistischen Anschau• an gen warnt, haben wir in Nr. 88 unier ,,Briefe an die Re• daktion" ahgedrucht. Eine ähnliche Warnung vor Oplimismus ist uns nunmehr auch von der ״Uitachduth Oie Ger• inan Ui" zugegangen. Unser gl.-Korrespondent weist darauf hin, daß er* in seinem Artikel nicht seine persönliche Ansicht mitgeteilt hat, sondern daß er die Beurteilung der Eage seitens der Leitung der Kupath Cholim darstellte. Du diese Frage für viele Interessenten wichtig ist, ersuchte unser Korrespondent den Chefarzt der Kupath Cholim nochmals um eine nähere Information. Wir gehen dessen Ausführungen nachstehend wieder. (Red.) Aus verschiedenen Briefen ersehen wir, daß die Aerzte nicht genügend iiher die Verhältnisse in der Kupat-Cholim informiert sind. Dieser Artikel soll dazu dienen, alle grnndlegenden Fehler von vornherein zu beseitigen. 1. Die Bitte von Aerzten des Auslandes, ihnen ein Zerti• fikat zu besorgen, ist nutzlos, da für gewöhnlich keine Zertifikate an medizinische Institute im Land gegeben werden. 2. Die Bitte von Aerzten des Auslandes, einen Vertrag zu schließen oder eine mehr oder weniger bindende Zusage zu gehen, ist unmöglich und unzulässig. tede freiwerdende Stelle wird durch öffentlichen Konkurs ausgeschrieben. Aerzte, die nicht im Lande weilen, werden nicht zum Konkurs zugelassen. Aerzte mit der Absicht, nach Palästina zu kommen, müssen sich auf irgendeine Art und Weise selbst ein Zertifikat beschaffen, liier mit Geduld und Ausdauer warten, bis sie sich privat oder in einem Institut durchgesetzt haben. Nun zu der Frage: Gibt cs in Palästina einen Bedarf an Aerzten bzw. bei der Kupat-Cholim? Die Frage läßt sich nicht mit ja oder nein abtun. Es hängt von den Qualitäten des Arztes ab, von seiner Ausbildung, seiner Anpassungsfäliigkeit, von seinen Forderungen, von der Kenntnis der hebräischen Sprache, von seinem Spezialfach und seinem Geschlecht ab. Ich möchte vier Kategorien unterscheiden: 1. Junge Aerzte, einige Jahre nach der Approbation. 2. Aerzte im Alter von 45—50 Jahren und Fachärzte im Alter von 50—55 Jahren. 3. Gut ausgebiidete Allgcmeinärztc mul Internisten im Alter von 30—35 Jahren bis 2u 45—50 Jahren. 4. Gut ausgebildete Spezialärzte. Gruppe 1: Junge, anpassungsfähige Aerzte haben eine schöne Zukunft im Land. Sic bedürfen einer gründlichen Ausbildung in einein der hiesigen Spitäler. Diese Möglichkeiten sind allerdings nur in geringem Maße vorhanden. Die Kupat-Cholim ist mit dieser Kategorie für über zwei Die Zukunft der Kibbuz - Bewegung Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Kwuza De» an iah richtet der Chefredakteur des ,,Dawar“, Berl Katznelson, einen offenen Brief an die Mitglieder von Deganiah, der ״Mutter der Kwuzoth“, in welchem er zusammen mit Glückwünschen und persönlichen Erinnerungen an die ersten Anfänge von Deganiah, an denen er selbst beteiligt war, Gedanken über die Zukunft der Bewegung ausspricht, welche sehr ernste Besorgnisse nicht verhehlen. Katznelson sieht einen Krebsschaden der Bewegung, welche die Kwuzoth und die Kibbuzim umfaßt, in deren Spaltung in mehrere Lager. (Mit dem Namen Kibbuz bezeichnet man einen Verband von Kwuzoth, und es gibt in Palästina neben einzelstehenden Kwuzoth mehrere solcher Verbände, die durch gewisse Unterschiede voneinander getrennt sind. Die Redl) Es sei ein Widerspruch darin gelegen, daß eine Bewegung, welche glaubt, die Kraft der gesellschaftlichen Produktivität hänge von einem Maximum von wirtschaftlicher, ökonomischer Und kolonisatorischer G emcinsamkeit ab, keine Fähigkeit zu großen Zusammenschlüssen habe, ja selbst kein Verständnis dafür, daß sich die Kwuzoth untereinander sämtlich zusamrncnschließen müssen, wenn sie ein Optimum an schöpferischer Möglichkeit verwirklichen wollen. Die bestehende Spaltung bringt schwere erzieherische und menschliche Detckte hervor, verdirbt die Chaiuz-Erziehung und schwächt den Einfluß der ganzen Bewegung; dies um so mehr als zwischen den Kwuzoth und der Bewegung der Moschawe Owdim (bäuerliche Einzelsiedlungen) ebenfalls keine _ Ztisanimenarbeit besiehe. In früheren lall reu war der chaluzische Impuls das entscheidende Moment in der Gestaltung des Landes. Es war eine Reihe von hervorragenden Menschen da, welche von einem Drang zur Verwirklichung ihrer Ideen im Leben beseelt und entschlossen waren, neue Wege des menschlichen Zusammenlebens zu betreten. Sie drückten der ganzen Bewegung den Stempel auf, unter ihrem Einfluß wurden Unterschiede der Weltanschauung, welche die Ein- Wanderer aus Europa mitgebracht hatten, abgeschliffen, und es wurde (1920) die einheitliche Histadruth geschaffen, in welcher die chaluzischen Elemente führend waren. Heute ist ihnen diese Führung abhanden gekommen. Die Folge sei, daß der städtische Arbeiter nicht mehr unter dem Antriebe des Pioniergeistes stehe, daß er der Psychologie der Prosperity ausgeliefert sei und genau so wie der städtische Bürger dem Philistertum anneimfalle, das infolge seiner Sehnsucht nach Stabilisierung der Verhältnisse in seinem Wesen antizionistisch sei, auch wenn cs sich patriotisch gebärde. Mehr als in früheren Jahren verlange heute die Masseneinwanderung nach Palästina den Antrieb, der von der chaluzischen Forderung ausgeht, Die Oeneral Commerclal Banking Corporation Ltd., Jerusalem und Tel-Awiw, hat von der palä* stinensisclicn Regierung die Berechtigung erhalten, Zertifikate über die Hinterlegung von £P 1000 für die Erteilung von Kapitalistenvisen auszustellen. Jahre versorgt. Ein junger Arzt, der ins Land kommen will, muß sich also darauf vorbereiten, zwei Jahre zu warten oder inzwischen einen anderen Beruf ergreifen, bis an ihn die Reihe kommt. Wir haben schon so manchen Arzt vom Bau geholt, der sich dann sehr gut bewährte. Manche junge Aerzte finden bei uns Unterkommen in untergeordneten medizinischen Berufen oder in Kibbuzim, bis ihnen die Mögliclikeiten zu weiterer Ausbildung gegeben werden. Gruppe 2: Aelteren Aerzten über 45—50 Jahre ist die schlechteste Prognose zu stellen. Diese Gruppe von Aerzten bildet die ernstesten Fälle. Man stelle sich einen Arzt vor, der eine gutgehende Praxis hatte. Seine Bedürtnisse sind groß, sein Lebensstandard hoch, die Anassungsfähigkeit gering und die Erlernung der hebräischen prache stößt auf große Hindernisse. Es handelt sich oft um alte Zionisten, die dann enttäuscht und verbittert der Bewegimg gegenüberstellen. Gruppe 3: Kandidaten dieser Gruppe haben noch gute Aussichten unter den unten aufgezählten Voraussetzungen. Gruppe 4: Kandidaten dieser Gruppe haben die besten Aussichten. Das Fach ändert sich allerdings oft. Die Ausbildung des betreffenden Arztes ist das maßgebendste. Welches sind nun die erwähnten Voraussetzungen? 1. Geschlecht. Infolge der schweren Arbeitsbedingungen und Unsicherheit auf den Wegen können wir kaum Aerztinnen in verantwortliche Stellen aut den! Lande einsetzen. Außerdem mangelt es an Zutrauen von seiten des Publikums. Es zeigt sich, daß bei uns die Schwierigkeiten für Aerztinnen noch größer sind als in allen anderen Ländern. Bei uns werden Aerztinnen hauptsächlich im Kinderfach und in det Gynäkologie, junge Aerztinnen als Hausärzte und in den Kibbuzim in untergeordneten Stellen untergebracht. 2. Anpassungsfähigkeit. Wer Talent zum Sich- Ein fühlen hat, wird es in allen Lebenslagen gut haben. Leut«, denen dieses Talent fehlt, mehren das Heer deT Arbeitslosen und Unzufriedenen, trotz der allgemeinen Zufriedenheit. 3. Qualitäten und gute Ausbildung. Bis auf Gruppe 1 (junge Aerzte), die sich im Land ausbilden, wird heute sehr gute Ausbildung gefordert, insbesondere bei Gruppe 4 (Spezialärzte). 4. Kenntnis der hebräischen Sprache. Die Kenntnis der hebräischen Sprache ist einer der Hauptfaktoren und darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. Das gleiche gilt für Krankenschwestern. 5. Genügsamkeit. Jeder Arzt in Palästina arbeitet schwer, besonders der Kassenarzt. Auf dem Lande finden wir off nur primitive Wohnungsverhältnisse und man ist auf einfache Lebensweise angewiesen. Der Verdienst des praktischen Arztes ist nicht noch. In der Kupat-Cholim hat der Arz.t ein bescheidenes Einkommen und nach einem Jahr Probezeit lebenslängliche Anstellung. Das Gehalt beläuft sich aut 17—30 Pfund monatlich, je nach Familienstand, Alter usw., im Durchschnitt 24—26 Pfund, eine Summe, mit der man auskommen kann. Begünstigungen wie Jahres- Urlaub, Krankenurlaub, Lebensversicherung usw. machen ungefähr 20 ״> des Gehaltes aus. Wir bevorzugen ganzbesoldete Aerzte ohne Privatpraxis. Möge sich jeder Arzt vor seiner Einwanderung prüfen. Erst dann soll er das Risiko auf sich nehmen. Der schwedische Kronprinz an den Keren Hajessod Aus Stockholm wird der Leitung des Keren Hajessod in Jerusalem berichtet: Der Oberrabbincr Schwedens Dr. Ehrenpreis wurde vom schwedischen Kronprinzen Gustav Adolf in Audienz, empfangen und überreichte ihm ein Album mit Bil* dem aller der Orte Palästinas, die der Kronprinz bei seinem Aufenthalt in Palästina im vorigen Jahre besucht hat. Rabbiner Dr. Ehrenpreis sprach dem Kronprinzen namens des Keren Hajessod und der jüdischen Bevölkerung Palästinas den Dank für die Freundschaft aus, die er dem jüdischen AuD bauwerk bei seinem Besuch in Palästina bekundet hat. Bei dieser Gelegenheit berichtete Dr. Ehrenpreis dem Krön- Prinzen, daß der Keren Hajessod dieses Jahr auf 15 Jahre seiner Tätigkeit zuriickblicken kann. Der Kronprinz erklärte daraufhin Herrn Dr. Ehrenpeis: ״Ich bitte Sie, dem Keren Hajessod und der ganzen jüdischen Bevölkerung Palästinas in meinem Namen den herzlichsten Dank für dieses wertvolle Geschenk zu übermitteln. Ich schätze die jüdische Aufbauarbeit in Palästina und die Tätigkeit des Keren Hajessod im Laufe seines 15jährigen Be- Stehens sehr hoch. Ich hatte Gelegenheit, die Erfolge dieser Tätigkeit in Palästina zu sehen. Ich wünsche dem Keren Hajessod und der jüdischen Bevölkerung Palästinas Erfolge bei ihrer Aufbauarbeit zum Wolde des jüdischen Volkes und der gesamten Bewohner des Landes. Ich bringe dem jiidisehen Aufbauwerke lebhafte Sympathie entgegen und werde mich freuen, auch in Zukunft über seine Entwicklung zu hören. Ich bitte Sie, allen meinen Bekannten im Lande und der ganzen jüdischen Bevölkerung meine Grüße Und Wünsche zu übermitteln.“ Entdeckungen eines deutschen Gelehrten Jerusalem. (Palcor.) Der deutsche Professor A11 hat jüngst in der Gegend von A k a b a (dem südlichsten Punkt Palästinas, Hafenstadt am Roten Meer) Forschungen vorgenommen und berichtete darüber im Deutschen Institut für Palästina-Forschung in Jerusalem. Er erklärte, es sei ihm gelungen, eine Reihe von Festungen zu entdecken, die durch die Römer längs des Weges von Akaba nach Petra in südnördlicher Richtung gebaut worden sind. Die Festungen wurden errichtet, um die römische Herrschuft in Palästina gegen Ueberfälle der Wüstenstämme zu sichern. Der Gelehrte hat in den letzten Monaten die Triimtner von 4 Festungen in diesem Gebiete, das ca. 120 kin umfaßt, untersucht. Sie sind ca. 35 km voneinander entfernt, d. h. ca. einen Reisetag, um es den Reisenden zu ermögliehen, nicht .bei Nacht fahren zu müssen. Nach der Meinung Prof. Alts sind die Festungen im 2. Jahrhundert nach der Unterjochung des arabischen Stammes, der damals Transjordatiien bewohnte, errichtet worden. Kreditverein für Hendel und Gewerbe e.G.m.b.H. Dia Bank dag jüdischen Mittelstandes / Ausführung •amtlicher bankmäßigen Geschäfte / Berlin N 24, Oranienburger Straße 3

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