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Jüdische Rundschau · 1935-11-08 · Heft 90 (8.11.1935) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 90 (8.11.1935)
Date
1935-11-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 90, 8 NOVEMBER 1935 Palästinensische Umschau Der arabische Streik Der mit Brief post eingetroffenen Schilderung unseres palästinensischen gl.-Korrespondenten über den arabischen Proteststreik vorn 26. Oktober entnehmen wir (nachdem wir bereits in der Nr. vorn 29. Oktober darüber berichtet haben), noch nachstehende Einzelheiten: Nicht berührt von der Streikwelle wurde die Mehrzahl der arabischen Dörfer, wo die Fellachen wie an gewöhnlichen Tagen ihrer Arbeit nachgingen. In dem arabischeu Teil von Ness-Zionah wurden zwar die Läden geschlossen, aber in P e t a c h - T i k w a h und anderen jiidischen Pflanzungskolonien, die in größerer Zahl Araber beschäftigen, kamen die arabischen Tagelöhner zu den dringenden Arbeiten wie üblich. In den Städten aber nahm die Streikbewegung einen großen Umfang an. An der Spitze marschierte Jaffa, das in der Propaganda der letzten Wochen eine führende Rolle gespielt hatte. Alle Läden waren geschlossen, auch die Cafes hatten gesperrt, während sie sonst an Streiktagen gedrängt voll sind, weil hier die Nachrichten zusammenströmen und Führer wie Geführte bei Kaffee und Nargilch die Ereignisse lebhaft besprechen. Bei den Arbeiten der Munizipalität war der Streik nicht fühlbar, im Hafen jedoch ,wurde ein Teilstrcik durchgeführt, was dein Aufruf der arabischen Führung zu einem ״Streik zu Wasser und zu Lande“ entsprach. Besonders aktiv war in der Propaganda für die Durchführung des Streiks die Jugend, die von Laden zu Laden ging, um auf die Schließung der Geschäfte zu achten. Sie trug auch den Streik in die Schulen der Mission und der Regierung, wo nur ein Teil der Schüler zum Unterricht erschien. Ein Teil der jüdischen Einwohner von Jaffa war am Freitag, dem Vorabend des Streiks, von Angst gepackt worden und hatte seine Wohnungen verlassen, um mit Kind und Kegel nach Tel-Awiw überzusicdeln. Da es sich um arme Leute, insbesondere Mitglieder der orientalischen Gemeinden handelte, war es ihnen nicht möglich, sich eine Unterkunft zu suchen und so lagerten sie in einer der großen Hauptstraßen der Stadt, dem Rothschild-Boulevard, bis sic am Sonnabendabend den Sturm vorüber wähnten und nach Hause zurückfuhren. Es kam jedoch während des ganzen Tages kaum zu Zwischenfällen. An der Grenze von Tel-Awiw und Jaffa hafte sich am Sonnabendmorgen eine Gruppe von Tel- Awiwer Neugierigen eingefunden, mit denen eine Gruppe Jugendlicher aus Jaffa Streit zu beginnen suchte, während sie zugleich durchfahrende Autos aufzuhalten begann. Arabische Notablen, die von der Regierung benachrichtigt wurden, kamen hin und erreichten durch Reden, daß die Masse sich zerstreute. Aus Sicherheitsgründen schloß dann die Polizei die Straße zwischen Tel-Awiw und Jaffa durch eine Postenkette ab, stoppte den Verkehr zwischen den beiden Nachbarstiidten und verhinderte damit weitere Reibungen. Sonst waren nur unwichtige Zwischenfälle zu verzeichnen und der Tag verlief in Jaffa ebenso ruhig wie an den anderen Orten. Einen weiteren vollen Erfolg lieferte der Streik in Nablus und Tul-Kerem, zwei weiteren Zentren der arabischen nationalen Propaganda. In beiden Orten war alles geschlossen, ein Teil der Schüler streikte, den Aufrufen der Streikkomitees wurde durchgehend Folge geleistet. Aehnlich lag die Situation in den kleineren Städten des Landes. In Haifa brachte cs die Aktion dagegen nur zu einem — wenn auch immer noch beachtlichen — Teilerfolg. Hier arbeitete ein Teil der arabischen Arbeiter bei den Bauten. Und auch im Hafen streikte nur ein Teil der beim Abladen beschäftigten Arbeiter. Dagegen waren so gut wie alle Läden geschlossen und auch die arabischen Autobus- und Taxi- Chauffeure streikten. Außer einigen geringfügigen Zusammen- Stößen wurde auch in Haifa die Ruhe gewahrt. In Jerusalem hatte die arabische Führung schwerere Arbeit. Liier gelang es nicht, alle Läden zum Schließen zu bewegen, obwohl sich im Laufe des Vormittags die Arbeit der herumziehenden, zum Streik auffordernden Gruppen verstärkte. Bei den Regierungsarbeiten war der Streik nicht zu spüren und der Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten durch Fellaeliinnen, die ihr Gemüse und ihre Eier wie üblich in die Stadt brachten, nahm den normalen Verlauf. Immerhin war trotz mancher Unvollkommenheiten auch in der Hauptstadt der Streik deutlich zu spüren. Die Polizei war an allen Orten im Bereitschaftsdienst. An vielen Stellen sah man berittene Polizisten paarweise die Straßen patrouillieren. Diese recht sichtbar gehaltene Mobilisierung der Polizei hat dazu beigetragen, Schlägereien und schwerere Konflikte im Laufe des Tages, der naturgemäß Stunden gespannter Erregung brachte, zu vermeiden. Aber auch ohne diese zwar gutgemeinte, aber deutliche Drohung war diesmal wenig Neigung zu Gewalttaten sichtbar. Die Juden hielten sich sehr zurück, mieden in den meisten Fällen überhaupt die arabischen Viertel; die arabische Führung wiederum bemühte sich, den Streik durchgehend zu gestalten, zugleich aber Zwischenfälle zu vermeiden. Die Sanktionen gegen Italien Jerusalem, 4. November. (JTA.) High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat am 4. November die Sanktionen der Palästina-Regierung gegen Italien bekanntgegeben. Sie bestehen ans drei Hauptpunkten: 1. Ein Verbot der Ein- oder Ausfuhr von Kriegsmaterial rückwirkend vom 25. Oktober angefangen; 2. Verbot der Gewährung von Krediten an Italien; 3. Verbot der Einfuhr italienischer Waren. Wie der Leiter des Politischen Departments der Jewish Agency, Prof. Selig Brodetsky, mitteilt, wird durch die Sanktionen Palästinas gegen Italien die Beförderung von Palästina-Einwanderern auf italienischen Schiffen in keiner Weise berührt. Der Transitverkehr auf italienischen Schiffen, somit die Beförderung von Personen und Gepäck aus anderen Ländern als Italien, ist auch nach dem Inkrafttreten der Sanktionen zulässig. ,Palästinas Außenhandel in graphischer Darstellung, 1923 bis 1934״. Erschienen im Selbstverlag des Verfassers S. Z u c leer tn an n. Die Schrift veranschaulicht in großen Zügen die Ent- Wicklung des palästinensischen Außenhandels. Die steigende Bedeutung des Wirtschaftsgebietes Palästina für den Weltmarkt, die stark passive Handelsbilanz, die günstige Zahlungsbilanz als Folge der dauernden Zufuhr wirtschaftlicher Substanz, haben in der letzten Zeit das Interesse an diesem Gegenstand in weite Kreise getragen. Die Schrift enthält neben den allgemeinen Ex- und Importziffern eine vergleichende Darstellung der Konkurrenz Deutschlands und Großbritanniens bei der Einfuhr von Fertigwaren nach Palästina, und eine Uebersicht über die Personen-Einwanderung. Wasser im Galil Eine ״Kornkammer1‘ Erez Israels vor neuer Blüte Drängen hin beauftragte die Pica die ״I'alcstinc Geophysical Society“, das ganze Tal von Jawnecl und Beth Gau systematisch zu untersuchen. Von C. Z. Kloetzel, Jerusalem Das Gallil, in alten Zeiten eine der ״Kornkammern“ Erez Israels, ist ein Schmerzenskind der modernen jüdischen Kolonisation. Sein Boden gehört auch heute noch zum besten, den es im Lande gibt —- trotzdem ist er zur Unfruchtbarkeit verdämmt. Denn es fehlt an jenem belebenden Element, ohne das auch der Boden des Paradieses keine Frucht tragen könnte: es fehlt am Wasser. Und obwohl der jüdische Kolonisationswillc sich mit besonderer Leidenschaft und Zähigkeit dieser historischen Landschaft angenommen hat, konnte er bis heute das Schicksal nicht ändern, das den Fluch der Wasserlosigkeit für alle Zeiten über das Gallil verhängt zu haben schien. Der ״Wasser- Prophet“ Nun kommt die erfreuliche Kunde, daß ein ״Prophet“ auferstanden ist in Israel, der dem Gallil — oder doch weiten Teilen desselben — die Möglichkeit reicher Wasserfunde und damit eine neue Blüte voraussagt. Dieser Prophet ist ein Wissenschaftler und seine Voraussagen fußen auf einigen unabänderliehen Naturgesetzen, einer ingeniös erdachten Apparatur und reicher Erfahrung auf einem an sich noch recht jungen, aber ebenso erfolgreichen Gebiet angewandter Wissen- Schaft. Dr. Walther Stern und die von ihm geleitete ״Palestine Geop’hysical Society“ sind den an der Wasserfrage Palästinas interessierten Kreisen längst nicht mehr unbekannt. Als ehemaliger Leiter der geophysik dischen Abteilung des Geologischen Instituts der Universität Köln brachte Dr. Stern bei seiner Uebersiedlung nach Erez Israel reiche Erfahrung auf diesem Gebiet mit. Es kann hier auf die Technik des geophysikalischen Meß- Verfahrens, das die Grundlage der Steirischen Wasser-Voraussage bildet, nicht näher eingegangen werden. Es sei nur darauf hingewiesen, daß es in der mathematischen Auswertung des Widerstands besteht, den die verschiedenen!’ schichten dem eindringenden elektrischen Strom in der Tiefe bieten. Da Wasser ein besonders guter Stromleiter ist, so macht sich eine feuchte Erdschicht durch ihren geringeren Widerstand sehr deutlich bemerkbar, und die Zuverlässigkeit der Registrierapparatur ermöglicht es, mit Hilfe mathematischer Auswertungsformein die Tiefenlage und die Mächtigkeit der wasserführenden Schichten mit großer Genauigkeit zu bestimmen. Die Aufsehen erregenden Erfolge der geophysikalischen Meßmethode vor allem in Deutschland, aber auch in Rußland, Italien, Schweden und Amerika sind bekannt. Indessen sind wir in der glücklichen Lage, Erez. Israel selbst bereits als Beispiel heranziehen zu können, das in der Anwendung der Geophysik für die Wasser forschung sogar an erster Steile steht, im Bericht der Zionistischen Exekutive an den XIX. Kongreß ist eine Zusammenstellung veröffentlicht worden, wonach durch Anwendung geophysikalischer Meßmethoden der Prozentsatz der erfolgreichen Bohrungen (die insbesondere im Eniek stattfanden), von 32 auf 77 ”0 stieg, während die erschlossene Wassermenge sich versiebenfachte. Der Brunnen von Jawneel Der Prophet, der so gute Kunde für das Gallil verkündet, hat seine Zuverlässigkeit in Weissagungen also schon einigermaßen erwiesen. Das Verdienst, den ersten Anstoß zu einer neuen Epoche dieser alten jüdischen Landschaft gegeben zu haben, gebührt indessen nicht ihm, sondern einem Kolonisationsbeamten. In der Pica-Kolonie Jawneel sitzen etwa 400 Menschen auf einem Riesenarca! von 24 500 Duiiam — halb so groß wie das ganze Emek Chefer! — und litten bisher die größte Not. Der Chefingenieur der Pica, R o s e n f e 1 d, entschloß sich schließlich dazu, einen Brunnen zu bohren. Die palästinensischen Geologen rieten ab, — nach ihrer Erkenntnismöglichkeit mit vollem Recht. Ein amerikanischer Sach verständiger warnte telegraphisch. Aber Herr Rosenfeld bohrte mit dem Mute der Verzweiflung — und fand Wasser in Hülle und Fülle! Ein Schweizer Experte, der zufällig in der Nähe war, sah sich die Sache an und meinte, Rosenfeld müsse mit hellseherischen Kräften begabt sein: hätte er auch nur fünf Meter daneben gebohrt, hätte er keinen Tropfen Wasser gefördert. Ingenieure sind nun in der Regel Rationalisten, und so glaubte Rosenfeld nicht recht an seine hellseherischen Fähigkeifen. Vielmehr sagte er sich, daß wahrscheinlich keineswegs nur in dem einen Punkte Wasser zu erbohren sei, sondern in einem größeren Gebiet, dessen Grenzen festzustellen von der größten Wichtigkeit für seine Kolonien sein müsse. Auf sein בנדר! c*uut .־< «st 1. Jawneel. 2. Belh-Gan. 3. Sarona (Galil). 4. Schara. 5. Kfar Tabor. 6. Kaduri-Schule. 7. Sedjcra. 8■ Chiltin. 9. Mizpa. 10. Tiberias. 11. Porifah. 12. Kwuzah Kinerelh. 13. Dagania. 1. Jüdischer Bodenbesitz. — 2. Geophysikalisch untersuchte Fläche mit positivem Untersuchungscrgehnis. — 3■ Fläche, für die auf Grund der geophysikalischen Untersuchung das Vorhandensein einer zusammenhängenden wasserführenden Schicht als sicher angenommen werden kann. Eingebung und Methode Von jenem denkwürdigen Brunnen in Jawneel aus wurden nun an fünfundzwanzig Stellen geophysikalische Messungen vorgenommen. Außer der Pica hatte auch die Gesellschaft ״Porijah“ fiir ihre angrenzenden Böden einen Vermessungsauftrag erteiit, und so konnte jenes verhältnismäßig große, zusammenhängende Gebiet systematisch erforscht werden, das aut unserer Kartenskizze schwarz eingezeichnet ist. Das Ergebnis war außerordentlich befriedigend. Es ergab für das erforschte Gebiet das Vorhandensein einer zusammenhängenden, vv a s s e r f ü h r e n den Schicht, ausderauch der Brunnen von Jawneel gespeist wird. Eine Probebohrung, die in Porijah niedergebracht wurde, bestätigte bereits diese Voraussage. Das dort durch die geophysikalische Messung in 110 m ״prophezeite“ Wasser stellte sich in einer Tiefe von — 111 m prompt ein. Indessen darf nicht vergessen werden, daß die Erschließung und rentable Ausnutzung der zweifelsfrei festgestellten Wasserschicht im einzelnen Fall von Faktoren abhängt, die in günstigen Fällen durch den Geologen im voraus beurteilt werden können, meistens aber erst im Laufe der Bohrung selbst erkannt werden. So kann es sein, daß über der wasscrführenden Schicht eine solche aus besonders hartem Gestein liegt, die mit gewöhnlichen Bohrmitteln nicht zu bewältigen ist und dadurch die Arbeit sehr verteuert. Oder es kann vorkommen, daß gerade an der Bohrstelle ein unporöses Lin״ sprengscl in der wasserführenden Schicht liegt, so daß in das Bohrloch gar kein oder nicht genügend Wasser einrieselt. Endlich kann im Bergland die nötige tiefe der Bohrung durch erhöhte Kosten ungünstig auf ihre Rentabilität einwirken. All das besagt aber nur, daß an einzelnen Stellen Fehlbohrungen im technischen oder wirtschaftlichen Sinne vorkommen können. Aber nichts spricht dafür, daß in dem erforschten Gebiet solche Fälle in der Mehrzahl oder auch nur in besonderer Häufigkeit auftreten werden. Vielmehr darf man bei aller Scheu, übertriebene Hoffnungen zu wecken, der Zuversicht Ausdruck gehen, daß sich das ״Wunder von Jawneel“ an recht vielen Punkten wiederholen wird. Ja, man hat auch außerhalb des geschlossenen Blockes Jawneel—Beth Gau—Porijah eine Reihe von Messungen vorgenommen, die mindestens die Vermutung zulassen, daß die wasserführende Schicht sich weit über das mit voller Zuverlässigkeit erforschte Gebiet ausdeimt. Solche Messungen haben in Sedschera, S c h a r r a, Kfar Tabor und I<far Chittin stattgefunden und nicht nur zu dem gleichen tlieoreti sehen, sondern in Sedschera bereits auch zu dein genau vorausgesagten praktischen Ergebnis geführt. In■׳ dessen sind diese Messungen zu peripher und nicht zahlreich genug, um allein weitgehende Schlüsse zu rechtfertigen. Die fehlenden Messungen konnten aber vorläufig — mangels Auftragserteilung — nicht vorgenommen werden. Neue Perspektiven Was die Erschließung auch nur eines Teiles von Unter- Galiläa — geschweige denn des gesamten Gallils — für intensive Siedlung bedeuten würde, zeigt eine Zusammenstellung der wichtigsten Kolonien des von Dr. Stern erforschten Gebi etcs: Jawneel 24 500 Dunani, Beth Gan 7 500 ״ Po ijah 3 500 ״ Klar Chittin 4 000 ״ Sarona (Gallil) 3 500 ״ Mizpah 2 500 Klar Tabor 16000 ,, Scdsciicra 12 000 etwa 400 Einwohner h HO — wcgenWassermangel unbewohnt — wegen Wassermangel verlasse# *— wegen Wassermangel ▼erlassen 70 Einwohner 350 160 73 5l)ö Dunam 1120 Einwohuer Auf jeden Einwohner dieses Gebietes — einschließlich der Kinder — kommen also je (>0 Dunam besten, heute noch ntibewässerten Badens! Wenn man weiß, daß für das Eine! Chefer, mit rund 30 000 Dunam bewässerten Bodens, ein# endgültige Besiedlung mit 15 000 Menschen berechnet worden ist, so kann man sielt vorstellen, welche Menschenmengen das Gallil autzunehmen vermöchte, wenn die Perspektiven, die die Forschungen Dr, Sterns für ein verhältnismäßig kleines Areal eröffnen konnten, darüber hinaus Gültigkeit haben seilten- Geophysik In welchem Maße sich solche Hoffnungen auch verwirkliehen werden: die überragende Bedeutung der geophysikalischen Forschungsmethode für das Wasserproblem Erez Israels steht außer allem Zweifel. Es lieg! auf der Hand, daß ihre Anwendung tun so ergiebiger in ihren wissenschaftlichen Resultaten und um so wirtschaftlicher in ihrer Auswertung sein wird, je systematischer sie erfolgt. Die Wasserfrage ist eine Lebensfrage der jüdischen Ko- Ionisation! Die Geophysik hat sich als das hervorragendste Mittel zu ihrer Lösung erwiesen. Es ist insbesondere die Aufgabe unserer nationalem Bodeninstitutionen, ihr mit allen Mitteln den Weg zu ebnen. Es wird seit längerer Zeit die Gründung einer ״W asser» forschungs-Gesellschaft“ für Erez Israel geplant, die keine wichtigere Aufgabe haben könnte, als eine systematische geophysikalische Landes auf nahm« des gesamten jüdischen Bodenbesitzes durchzuführen. (Daß die Wasserfrage überaus wichtig ist, wurde in den letzten Jahren wiederholt betont. Besonders wichtig wird die Wasserfrage bei der Erschließung des Südens des Landes. Bekanntlich hat Dr. R u p p i n beim Ltizerner Kongreß von der Gründung einer Wasser-Gesellschaft im Zusammenhang mit der Ansicdlung von Juden aus Deutschland Mitteilung gemacht. — A. d. Red.) In Tel-Awiw wurde ein semitisches Institut unter der Leitung des (auch in Berliner Hcbraistcn-Krcisen bekannten) Dr. Jochanan Kapliwatzky gegründet. Es wird Arabisch, Aramäisch, Syrisch, Aethiopisch, Babylonisch' und Hebräisch gelehrt. Besonderesinteresse finden natürlich die Kurse für Arabisch, die in verschiedenen Abteilungen abgehalten werden, darunter auch ein Kurs für Hebräisch-Lc-hrer, Unter den Lehrern befindet sich auch ein Araber, der Scheich Ruschdi Algiussi aus Jaffa. Ferner werden eine Reihe von Gelehrten Vorlesungen halten, darunter David Yellin, Prof. Torczyner, Prof. Pick, Mcjuchas, Jesaja Press, Michael Assat u. a.

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