Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 90 (8.11.1935)
- Date
- 1935-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 90, 8 XI. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Kultur und Das Ringen uni theoretische Einsichten, um Klärung unseres geschichtlichen Ortes und Weges mag heute manchen als weltfremd und anachronistisch erscheinen. Unsere Schicksalslage, so meinen viele, legt uns ganz andere Verpflichtungen auf, teilt uns ganz andere Aufgaben zu: Rettung gefährdeter Existenzen, Wegbahnung für Wanderer und Flüchtlinge — ungemein praktische, nahe Ziele rufen uns auf. Keiner wird das leugnen. Aber so wenig wir vor dem Beginn der Katastrophe vertrauensselig in den Tag gelebt und unsere Lage für befriedigend gehalten haben, so wenig kann heute die Panik vieler Menschen für uns den einzigen Impuls zum Handeln bedeuten. Damals schätzte uns nicht stille Zufriedenheit, heute wird uns Verzweiflung nicht retten. Erhabenere Beweggründe müssen unser Tun lenken. Wollten wir das Schicksal unseres jüdischen Volkes graphisch darstellei«, so könnte das am besten in einem dreidimensionalen System geschehen. Drei Koordinaten bestimmen unseren Platz; zwei davon gehören uns und unserem Willen an, eine ist jenseits dieser Sphäre. Jene beiden werden durch zwei jüdische Tendenzen gebildet: der Rettu 11 gs Wille jiidischer Individuen ist die eine, der Erneuerungswille einer Gruppe (der Zionisten) die andere Linie. Die dritte Koordinate repräsentiert die Mächte der Umwelt, all das, was unserer Macht entzogen ist, schließt auch ein möglicherweise vorhandenes Gesetz der Geschichte ein, das mehr bedeutet als die Summe der historischen Ereignisse, das vielmehr eine Ganzheit meint mit Sinngehalt und Ziel. Wir wissen als Empiriker nicht, ob es so etwas gibt, und aus dieser Ungewißheit und Unwissenheit fließt unsere eigentümliche Rolle. Wir objektivjeren uns gleichsam gegenüber dem Strom des Geschehens, seiner Gesetzmäßigkeit, als ob wir von ihr nicht umschlossen wären. Vielleicht ist ja auch unsere Haltung, unser Ringen und unser Deutungsversuch nichts weiter als ein Symptom des Prozesses. Wer aber wird den tiefsten Grund dieses Werdens zu deuten wagen, wer wird behaupten können, daß alles, was uns als unsere Stellungnahme und seelische Reaktion sich darstellt, lediglich Epiphänomenon ist in all seiner Vieldeutigkeit und Vielgestaltigkeit? Es bleibt uns doch nichts anderes übrig, als unsere individuellen und kollektiven Kräfte zu einem Faktor werden zu lassen — vielleicht ist auch das der Wille der Geschichte? — und ihn mit den anderen Kräften ringen zu lassen um unsere Zukunft und ihre Gestaltung. Wenden wir uns den beiden anderen Komponenten zu, die an unserem Los beteiligt sind und unserem Willen entspringen. Wenn wir zu dem heutigen Geschehen nur unter der Parole: ״Rettung“ Stellung nehmen, so fehlt ihr jegliche zeugende Kraft. Hier wirkt Assimilation fort und sucht nur andere Wege. Die individualistische Gesinnung, die kaum weiterdenkt als an der, Familienkreis, tut sich hier kund. Ein innerlich gesundes Volk müßte es ablehnen, Tendenzen dieser Art zu!billigen, auch wenn die Wanderung nicht in das Heimatland der Nation, sondern in eine neue Diaspora strebt. Wir Juden aber befinden uns in der ungewöhnlichen Lage, daß selbst ein nicht geringer Teil der nach Erez Israel gehenden Wanderung nicht aufgeschlossen für die nationale Aufgäbe den Weg antritt. Es gibt eine Immigration, die der Absicht nach und tatsächlich sich dem nationalen Aufbau fernhält (es gibt erfreuliche Fälle überraschender Wandlung und freudiger Bejahung der Erneuerung; aber deshalb muß doch auch die gegensinnige Tendenz festgestellt werden). Ich will hier nicht an Beispielen erörtern, zu welchen Verfälschungen wir gelangen und gelangen können, wenn wir weiter zugeben, daß die Parole ״Rettung“ als eine ganz individtia- ,listische, rücksichtslose, legitim wird und die entscheidende Parole ״Erlösung“ verdrängt. Es geht in diesem Ringen der beiden Tendenzen sowohl tim soziale als auch um kulturelle Dinge. Das soziale Problem Rumänischer Innenminister gegen Rassen- und Religionshaß Bukarest, 3. November. (JTA.) Innenminister John Inculcti hat eine Verordnung an die Polizeipräfekten erlassen, in der im Hinblick auf Ausschreitungen antisemitisch er Demonstranten in letzter Zeit verlangt wird, daß alle Maßnahmen getroffen werden, um die Aufrechterhaitung der öffentlichen Ordnung und gesetzmäßige Zustände zu sichern. Die Polizeibehörden werden ermächtigt, die schärfsten Mittel gegen Personen anzuweridcn, die Ruhe und Ordnung stören. Die Verordnung verbietet das öffentliche Tragen von Uniformen privater militärischer Organisationen und ihre Abzeichen. Insbesondere werden die Behörden aufgetordert, schärfstes Augenmerk denjenigen Elementen zuzuwenden, die zum Haß gegen andere Teile der Bevölkerung aus Gründen der Rasse oder Religion aufreizen. Anfechtung einer Mischehe Eine grundsätzliche Entscheidung über die Auf echt• barkeit von Mischehen, die in wesentlichen Punkten in Gegensatz zur Auffassung des Reichsgerichts steht, hat das Kammergericht in einem Elieschcidungsprozeß gefällt, den ein Arier gegen seine nichtarische Ehefrau angestrengt hat. Das Urteil gipfelt in der Feststellung, ein Irrtum über die Rassezugebörigkeit des Ehepartners liege nicht nur dann vor, wenn der eine Ehegatte nicht gewußt habe, daß der andere Jude ist, sondern auch dann, wenn er bei Eing e h 1111 g der Ehe das Wesen und die Bedeutung des Rassen ntcrschieds nicht gekannt hat. Der damals 21 Jahre alte Kläger hatte vor der nationalsozialistischen Revolution eine Frau geheiratet, von der er wußte, daß sic zuvor aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgetreten war. Dieses Wissen vermittelte ihm aber nach den Feststellungen des Gerichts damals noch keine klare Vorstellung über die Bedeutung des Rasseuntcrschiedcs. Das Reichsgericht hat in seiner Rechtsprechung eine solche Unkenntnis nicht für wahrscheinlich erklärt, weil das nationalsozialistische Programm vom 24. Februar 1920 bereits die Verschiedenheit der deutschen und der jüdischen Rasse mit allem Nachdruck betont und die nationalsozialistische Bewegung den Rassenbegriff und die Vorstellung von einem Gegensatz der Rassen von Anfang an ins Volk getragen habe. Das Kaimncrgcricht dagegen stellt sich in seinem in der ״Jurist. Wochenschrift“ mitgeleilten Urteil auf den Standpunkt, dem Volk in seiner Masse sei damals das Rassen- Problem unbekannt gewesen. Erst seit der Revolution, so Originalität will ich heute beiseite lassen. Statt dessen soll uns das kult u r e 11 e beschäftigen. Die Assimilation auf der Wanderung ist in ihren Leistungen von geringerer Bedeutung als einst, da sie in den Heimatländern der Diaspora ihren Beitrag zum geistigen Schaffen lieferte. Aus dem Wohlstand und Reichtum heraus floß eine Produktion des Luxus, und da es ein relativ neutrales Gebiet gab, das keine nationale Festlegung bedeutete, sondern eine Ebene war, die der allgemeinen Arbeitsweise entsprach, die Wissenschaft des Judentums, so wählte man Vorzugsweise dieses. Es kam hinzu, daß hier mehr oder weniger ein kulturelles Neuland vorlag und so sich die eigene Leistung mit einem Neubruch verband. Das schmeichele de:11 Selbstgeftihl ebenso, wie die Wissenschaft des Judentums in den Dienst der Begründung der Emanzipationsansprüche trat. Eine geistige Tat, Jüdischem zugewandt, von ähnlicher Dignität ist denen, welche auch heute und überall Assimilanten bleiben wollen, kaum Vorbehalten. So bedeutet alles, was heute von diesem Kreise aus geschaffen wird und noch zu erwarten ist, keine Bereicherung der nationalen Kultur, mag es auch ״allgemein-menschlich“ gesehen u. U. von hohem Range sein. Nun stellt aber der Aufbau unseres Nationalheims, als Ort und Gemeinschaft, und die Wandlung, die durch die Revolution der Geschichte erfolgt ist, als dynamischer Bezirk, das Problem der Nationalkultur vor uns. Ihr Kriterium ist die Originalität. Es versteht sich, daß rein willensmäßig die Assimilation die Grundlage unseres geistigen Seins nicht fördern kann. Denn Originalität ist nicht lediglich Eigenart, Spczifizität; der Begriff erschöpft sicli nicht in Besonderheit, deren Herkunft unbestimmt ist, die sich von der Gegenwart aus erhebt und nach der Zukunft hin ausrichtet. Der Sinn der Originalität ist Ursprünglichkeit und schon rein philosophisch auf den Ursprung (Origo) orientiert. Freilich gentigt uns nicht diese sprachliche Ableitung; sie könnte gleichgrillig sein, wenn der Definition nicht etwas innerlich Notwendiges, Zwingendes entspräche. Hier ist der Ansatzpunkt unserer großen Renaissancebewegung, hier die besondere Funktion des Jischuw — oder sollte sie doch wenigstens sein. Vielleicht ist unser Sieg in der jüdischen Welt tun dessentwiilen so unvollständig, weil nicht einmal das Problem, geschweige denn der Weg seiner Bewältigung, uns genügend erschüttert. Es läßt sich nicht leugnen, daß es ziemlich weite Kreise gibt, deren Aktivität ganz anderen Gebieten, darunter gewiß wichtigen, gewidmet ist. Es will uns scheinen, daß die Züchtung politischer und parlamentarischer Routine bei uns schon zu weit gediehen ist. Das stört und hemmt die geistige Erneuerung, die zu Beginn einen lebhaften Impuls von der politischen Idee des Zionistntis empfangen hat, Aber auch die großartigen konstruktiven, schöpferischen Leistungen iin Jischuw und der Bewegung, voran die landwirtschaftliche Kolonisation des arbeitenden Elements und die chaluz.ische Gesinnung und Tat, haben nicht den Beitrag zum kulturellen Neubau geliefert, zu dem sie befähigt gewesen wären. Und so ist ein neues tragisches Moment in unser Schicksalsdrama ein gefügt: zu der Feind- Seligkeit unserer Umwelt, zum Widerstand der der Assimilation noch nicht entwachsenen Juden gegen unsere Rückkehr gesellt sich das Schwanken vieler Nationaljuden, die ein Kraftmoment ausschalte», weil es in ihren Augen nur ein Träglieitsmoment ist: die Uebcrlieferung. Und so ist die Originalität gefährdet, jener Charakterzug, dessen Substrat der Stoff der Tradition ist. Und der Stoff ist für den Begriff unentb ehrlich; denn was kann Tradition als Begriff wiegen, wenn er kein Gewicht durch Kultur m ate r i a 1 erhält? Die Worte werden von vielen verwendet, nicht selten leichtfertig. Was aber können sie uns geben, wenn sie hohl und bar allen Stoffs sind? Dr. Oskar W'olfsberg, Jerusalem heißt es in dem Urteil, konnte eine großzügige Aufklänmgsarbeit einsetzen und dem politisch und wissenschaftlich ungeschulten Volksgenossen die Bedeutung der Rassengcgen* Sätze nahegebracht werden. Das Kammergericht ist daher der Ansicht, daß eine richtige Erkenntnis des Rassenbegriffs im Regelfall erst nach dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung anzunehmen sei, sofern nicht ein Volksgenosse In etwa 14 Tagen erscheint LAND DER JUGEND Das Buch der Kindtr.Ru n,d schau Eine Sammlung der schönsten Erzählungen, Aben« teuer, Erlebnisse, Lieder, Legenden, Gedichte,Spiele und Bilder ans den drei Jahrgängen der Kinder- Rundschau, der von der jüdischen Jugend stets mit Spannung erwarteten Beilage der ״Jüdischen Rundschau", vermehrt durch neue Erzählungen und Bilder. Ein Buch, an dem die Jugend selbst mitgearbeitet fiat, und das ihren Geist atmet. Das schönste Cfianukkah ־־ Geschenk 112 Seiten, 155 X 205 mm, reich illustriert, Hafbleinenband mit mehrfarbigem Titelbild Preis nur RM 2,85 Bestellen Sie bitte bei Ihrem Buchhändler oder direkt bei dem VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU G. m. %. H, Berlin W 15 Meinekestr. 10 Postsdiedckonto der Verlagsabteilung: Berlin 71576 infolge besonderer politischer oder wissenschaftlicher Schuhing schon vorher eine bessere Kenntnis gewonnen haben sollte. Im vorliegenden Falle habe der Kläger diese Kenntnis offenbar nicht gehabt, was sich schon daraus ergebe, daß er das Judentum als Religionsgemeinschaft und nicht als Rasse wertet«. Er befand sich mithin bei der Heirat im Irrtum über die Bedeutung der Rasseeigenschaft der beklagten Ehefrau. Das Kammergericht hat daher die Eheanfechtung für begründet erklärt. Aus der Haftarah für Sdiabbat, den 9. November 1935 Fürchte dich nimmer, du Jaakobwttrmlein, Ihr Jisraelsleutchen, Ich selber helfe dir. Ist SEIN Erlaufen, dein Auslöser, der Heilige Jisraels Isis Wohlan. ich mache didi zu einem Schlitten, einem scharfen, neuen, vielsAneid! gen, dresAen sollst du Berge, durAmalmen, Hügel wie Spreu maAen, du worfelst, Windbraus trägt sie fort, der Sturm versprengt sie, du selber aber, )ubeln wirst du um IHN, dlA um den Heiligen Jisraels preisen. Jesdmjahu 41, 14 — IS Eme Kündigungswiderrufsklage In der Frankfurter Filiale eines großen Unternehmens, das in ganz Deutschland Zweiggeschäfte un (erhält, war drei jüngeren Verkäufern gekündigt worden, weil sie Juden waren oder einen j ii d i s c 11 e n E 11 e r!11 e i I hatten. Alle drei halten, It, ״Frankf. Zig.“ vom 0. November, gegen die Kündigung Widerrufsklage angestrengt, weil sie darin eine unbillige Härte erblickten. Die beklagte Firma gab zu, daß gegen die Klager dienstlich nichts vorliege, erklärte aber, die Kündigung sei nötig־ gewesen, weil das Unternehmen zur Anpreisung seiner Erzeugnisse in dein Zeitungen gezwimgeit sei und jetzt in dieser Beziehung auf Schwierigkeiten stoße. Die Zurückweisung der Inserate sei damit begründet worden, daß noch immer verhältnismäßig viele nichtarisclic Angestellte beschäftigt wurden. Im Interesse der ganzer! Gefolgschaft mußten daher die nkhtarisehen Augestellten entlassen werden, damit den anderen die Arbcitsplätzc erhalten blieben. Als der Richter die Kläger darauf aufmerksam machte, daß der Prozeß unter solchen Umständen für sie nicht günstig stelle, entgegneten diese, sie seien mit ihrem Ausscheiden einverstanden, wenn ihnen eine Abfindung zugestamlen wurde. Das Unternehmen habe aber eilte solche Zahlung verweigert, obwohl zwei jüdischen Direktoren bei ihrem Ausscheiden noch für ein halbes Jahr das Gehalt bezahlt worden sei und obgleich das Unternehmen im letzten Jahre gut verdient bähe. Nach diesen Ausfiilmmgen, die von der beklagten Seite nicht bestritten warden, empfahl der Richter, den Klägern aus Killigkeitsgrüiulcn eine Abfindung von etwa drei Monatsgehältern zu zahlen. Der Prozeß wurde hierauf vertagt. Vor der neuen Verbandlung wurden die Klagen zurückgenommen, weil die Kläger inzwischen Abfindungsbeträge von 1000, 500 und 350 Mark erhalten hatten. SylvainLevi. Ueber den verstorbenen Sylvain Levi schreibt der Pariser Korrespondent der Londoner ״Times“: Der Verstorbene war wahrscheinlich die größte Autorität Frankreichs auf dern Gebiet der orientalischen Wissenschaft. Sein Ansehen in wissenschaftlichen Kreisen ist unbestritten, während der Wert und die Bedeutung seineT Dienste für die Sache der Juden heit erst von der Geschichte wird richtig beurteilt werden können. Die Zeitung bringt eine ausführliche Biographie des Verstorbenen, erwähnt seine großen Werke über Sanskrit-Literatur und stellt fest, daß Levi auch in engster Verbindung mit den britischen Orientalisten stand und sowohl der Royal Asiat ic Society als auch der ludia Society angehörte. Als er vor einigen Jahren einen überaus interessanten Vortrag in London über die Kunst von Nepal hielt, führte der gegenwärtige (erst kürzlich ernanule) Staatssekretär für Indien, Lord Zetland, den Vorsitz und hob damals die ungewöhnliche Kompetenz Levis und seine gründliche Kenntnis der östlichen Ikonographie, Epigraphik und Handschriften hervor, die er durch persönliche Forschungsarbeit in vielen asiatischen Ländern gewonnen hat. Levi hat auch kurz vor dem Kriege aktiv hei der Begründung der Hochschule fiir orientalische Forschung in London gearbeitet. Die ״Times“ erwähnt ferner einen Vortrag, den Levi im Jahre 1G21 an der Universität Dacca gehalten hat, die damals unter der Leitung seines Freundes Sir Philip Hartog (des gegenwärtigen Vorsitzenden des Londoner Komitees für die 1 lebräische Universität Jerusalem — A. d. R.) stand, worin Levi darauf binwies, daß Indien in Philosophie und Religion der Außenwelt so viel geschenkt hat, insbesondere den Ihiddhismus, während es sehr wenig von außen ,innahm, und dieser Mangel an Wcchselwirkung bilde eine Schwäche der indischen Gedankenwelt. — Die Beisetzung Sylvain Levis hat am 1. November auf dem Friedhof Montparnasse in aller Stille stattgefunden. Auf ausdrücklichen Wunsch des Verblichenen waren bei dem Begräbnis nur die nächsten Angehörigen anwesend. Die Vorgänge im Islam. In der Londoner ״Ncar and Middle East Association“ befaßte sich Captain Tracey Philipps in einem Vortrag über da! Islam und den italicnisch-abcssi nischcn Konflikt mit den in den einzelnen arabischen Ländern durch die Ereignisse in Abessinien hervorgerufenen Stimmungen. Bezüglich Palästinas erklärte er, daß der Mufti von Jerusalem entschieden italienfreundliche Ansichten geäußert hätte. Auch die Drusen seien in ihren Blättern vielfach für Italien eingetreten. In Zentralarabien werde von König Ihn Saud ein Kongreß für Novembei einberufen. Als offizieller Zweck des Kongresses wird «ine Anssprache über das islamische Bewußtsein in den arabisch sprechenden Ländern angegeben. Der Vortragende ist jedoch der Ansicht, daß die wahren Ziele des Kongresses panarabischpolitisch er Nalur seien und daß es unzutreffend wäre, in dein Kongreß ein Mittel zur Förderung religiös-islamischen Geistes zu sehen. Jüdische Studierende in Wien. Nach dein letzten Heft der offiziellen Wiener ״Statistischen Nachrichten“ (27. 10.) waren in Wien im Wintersemester 1033/34 unter 22 446 Studierenden 2873 Juden (12,S “'<>), im Sommersemcster 1034 unter 10 560 Studierenden 2508 Juden (12,8 0 p), iin Wintersemester 1034/35 unter 20 608 Studierenden 2514 Juden (12,2 0/0) und im Sommersemester 1035 unter 18 176 Studierenden 2149 Juden (11,8 ״/״). ־.,FF-MASS-ANZUG aus gutendautschsn Maßatoffan RM 100.-,120.- aus •ngllachen Mafiatoff«n RM 130«- FF-KLEI DUNG-FF Zentrum: Spittelmarkt 11,12 u. 13 Oldenburger Str. 48, EckeTurmstr.