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Jüdische Rundschau · 1935-11-05 · Heft 89 (5.11.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 89 (5.11.1935)
Date
1935-11-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89, 5. XI. 1935 schwarze Nadelwald schwarz kontrastiert. Man denkt an die Tage von einst: Der Ausflug am freien Tag, die Wanderung, die Fahrt der Jugend — ach, wie kümmerlich ist das alles( für uns geworden! Auf den Weinbergen stehen fröhliche Menschen. Sie singen. Durch die Straßen der Stadt fahren die Karren mit den großen Holzbottichen, die dei) Most aufiieliinen sollen, ln den Wirtshäusern mit den wundervollen, alten Wirtsschildern, jenen großartig-zierlichen Ornamenten der Fachwerkhäuser und der geraden Straßenzeilen, wird eifrig gesäubert und die großen, alten bemalten Fässer bereitgestellt. Unsere Menschen hatten einmal an alledem einen inneren Anteil. Am Lied und am Wein. ״Schon hebt sich auch das Herbsten an“, haben wir einmal gesungen. Das ist zu Ende. Und selbst in der Großstadt flammen die Lichter, tönen die Stimmen nicht mehr für uns! Daß uns das alles sehr wehtut — warum soll man das verschweigen? Und daß es neben der ״Statistik“ und neben der ״Politik“ zur wichtigen Analyse gehört, scheint mir deutlich zu sein. Denn es geht um unsere Menschen, und es ist wichtig zu wissen und ehrlich zu sehen, wie es i 11 ihrem Innern aussieht. Das Unglück des Reehthafaens Wir stehen sehr erschüttert im Angesicht dieses Zusammcnbruchs. Es ist der Zusammenbruch eines Judentums, das gewiß nicht schlechter war als die Judentümer der Welt. Es trug in sich viele Keime des Abfalls, des Niedergangs und der Entjudung. Aber es trug auch große und schöne Dinge in sjch, und der Untergang der deutschen Juden ist eine Tragödie für die gesamte Judeiiheit, eine große, jammervolle Tragödie, welche nur noch mit der der spanischen Juden des 15. Jahrhunderts verglichen werden kann. Angesichts dieses weit über das bloß Historische hinausragenden Ereignisses des Untergangs und der Zerstörung verstummt auch alles pecht haben und Rccht-gehabt-haben. Es ist in solchem Lall kein Glück, recht gehabt zu haben, sondern ein großes Unglück. Ls wäre für uns, für uns alle besser, wir hatten nicht recht gehabt. Prophezeiungeii, welche sich erfüllen, sind für echte Propheten immer ein eigenes Unglück gewesen, und sie haben es auch so empfunden. Wir Zionisten haben die Entwicklung gesehen und gezeigt, über sie seit Jahren geredet und geschrieben. Solange unsere Prophezeiung nicht in dem Grade erfüllt war, den diese Tage erreicht haben, solange haben wir nicht aufgehört zu mahnen und zu rufen. Jetzt, da sie sich in einem Ausmaße, das uns schauern läßt, erfüllt hat, gibt es eine neue, nicht nur politisch, sondern auch moralisch fundierte zionistische Haltung. Wenn erst das vorausgesehene, befürchtete Ereignis eingetreten ist, gibt es nichts mehr zu warnen, sondern nur noch aufzumuntern und zu trösten. Denn auch die Juden in Deutsch- Land, gleichviel was sie denken und worin sie irrten, sind unser Volk, das Judenvolk', das wir lieben, an das wir glauben, das wir als unsere Aufgabe betrachten. Wir wollen helfen, die Menschen stark zu machen, ihnen Glauben zu geben, sie die Zusammenhänge zu lehren. Lehren, lehren, lehren! Erziehen, erziehen, erziehen! Aber das alles nicht mehr, •weil gelernt lind erzogen ״sein muß“, sondern weil es den Sinn hat, die Menschen stark und glücklicher zu machen. Wir glauben, daß sich hier ein neuer Sinn unserer Geschichte auftut und ein neues ״s’eluit awot“, ein neues Verdienst unserer Väter: ihr Schicksal mit unserem zu vergleichen, utid dazu zu begreifen: wie gut wir es haben! Nur wer die Dinge der Gegenwart im Zusammenhang sieht, kann helfen, und nur wer in der Frage der Juden Deutschlands keinen ,.Sonderfali“, sondern ein in die Gesamtheit der Judenfragc, von ihr und ihren Gesetzen abztileiteiuks Geschehen sieht, nur der kann etwas tun. Das liegt im Sinne dieses Helfens, bei welchem es 11 i c 111 m e 11 r u m (da r i t a s, sondern um einen konstruktiven Plan geht. Erhöhte Verantwortung Der Zionismus hat die moralische Verpflichtung ■zu helfen, denn er allein eicht die Ereignisse nicht isoliert, sondern eingebettet in ein System, Seine ״Prophezeiuiig־‘ war ja nicht divinaforisch und irrational, sondern sie kam ans der Echtheit seiner Theorie. Denn auf dem Gebiete der politischen Voraussicht, sowohl in der Theorie der Judenfrnge, des Antisemitismus, der jüdischen Sozialpolitik hat er recht behalten. Die andern konnten es nicht, denn sie bestritten oder verkannten die Voraussetzungen, deren Konklusion die heutige Lage ist. Dies aber legt den Zionisten eine erhöhte Vcrantwortung auf. Der Zionismus befindet sich in einer ernsten inneren Lage. In einer Zeit, da die Herzische Formulicrung Wirklichkeit wurde: ״Können wir noch bleiben — und wie lange? Oder müssen wir schon raus — und wohin?“, in einer Zeit also, da die sehr komplexe Judenfrage auf die sehr simple und doch eben allzu magere Formel gebracht wird: Wie lange und wohin?, gibt es große innerzionistische Gefahren. Penn Raum (״wohin?“) und Zeit (״wie lange?“) •— das ist noch lange nicht Judenfrage und gewiß nicht Zionismus. Wir müssen es unsere Menschen selber lehren, und ihnen sagen, daß ihnen ״Hachscliarah“ und ,,Alijah״ sehr häufig so schnelle und geläufige Vokabeln geworden sind, daß wir fürchten, die Vokabel könne den Sinn verdrängen. Der Zionismus ist kein Wörterbuch, in welchem alles drin steht. Wenn in uns selber nichts steht, werden wir die Worte schwer alphabetisch ordnen können. Wir sehen das alles, und sähen wir es nicht, es wäre mit uns zu Ende. Mehr als je ragt unsere Aufgabe über das ״Wohin“ und ״Wie lange“ hinaus, und die Umgestaltung und die Umwertung unserer Menschen, ihre Erziehung zu Juden ist das Zentrale. Der Aufruf zum Zionismus, das heißt zu der inneren Revolution des jüdischen Menschen, und damit, dadurch, erst , dadurch und erst danach zur Umgestaltung seines Lebens, wird wieder nötig. Alijah ist nicht Emi« gration, und Hachscharah ist nicht nur Umschichtung. Was tan? In dieser Lage brauchen wir am allerwenigsten innerjüdische Polemik, von der die jüdische Masse nichts versteht und — mit Recht — nichts verstehen will. Die objektiven Verhältnisse sind klar. Unsere Politik muß sich nach dem Rahmen richten, den das Gesetz uns gibt. Wir haben heute eine jüdische Volksgemeinde, freilich nicht aus eigener Kraft der Juden geschaffen. Aber unsere Politik kann demgemäß nur eine Volkspolitik sein. Das gilt für alle Gebiete: für Kultur, Schule, Kunst, Wanderung, Ausbildung usw. Wer diese Politik machen kann, ist ebenso klar. Es können nur Menschen tun, die nach dem jüdischen Volksgedanken orientiert sind. Ist das ein Sieg der naticnaljüdisehen Idee oder ein Sieg des Zionismus? Gewiß nicht! Ich habe von Siegen eine andere Vorstellung! Unser Sieg kann immer nur innere Umwandlung, wirkliche Zionisierung sein. Es ist also kein ״Sieg“, sondern der Zwang der Tat- Sachen! Aber die praktische Arbeit muß bestimmt sein durch diese Tatsachen. Die Rcichsvertretung hat ein Programm veröffentlicht, das in seinen wesentlichen Zügen von uns bejaht werden kann, weil die wichtigsten Punkte dem Gallith- Programm der Zionistischen Vereinigung für Deutschland entsprechen. Dieses Programm der Reichsvertretung wird mit allen Kräften zu verwirklichen sein, und soweit die vorhandenen Kräfte nicht willens sind, dieses Programm zu verwirklichen, soweit sie auch nicht geeignet scheinen, das zu tun, werden sie durch andere, neue und bessere Kräfte zu ersetzen sein. Es gibt eine Planung der jüdischen Zukunft. Es ist aber nötig, daß diese Planung nicht durch übertriebene Nervosität gestört wird, daß die Juden ihre Widerstandskraft behalten, daß sie nicht kopflos werden und nicht aus Panik handeln. Es ist Was wird aus den jüdischen Geschäften? (Fortsetzung von Seite 1) scharfen Trennungsstrich zu ziehen, erkürt, zum Teil aber .auch aus der von Miiii-'i r p r i e k in Saarbrücken gemachten Ankfindigtirg, daß die zu erwartenden Ausfiihrungstastiminungen Be-' schrahkimiU’ii der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit .für die Juden enthalten werden.“ ׳ ' Ueher die wirtschaftlichen Folgen dieser Vorgänge wird anschließend gesagt, daß ein gewisses Ansteigen jüdischer Zahlungseinstellungen zu konstatieren sei und daß durch die Gcscliäftsverkiiufe ein Druck auf den Grundstücks- und Effektenmarkt ausgeübt werde. Die Gescliäftsverkäufe erfolgten meist zu niedrigen Preisen, und dieser Preisdruck könne nicht ohne psychologische Rückwirkungen auf die gesamte Wirtschaftslage bleiben. Der Aufsatz wendet sich sodann den Verkäufen von Produktionsanlagen zu, bei denen in erster Linie Großunternehmen als Käufer int Frage kommen. Da aber auf diesem Gebiete Nichtarier nicht besonders zahlreich tätig waren, trete die Bedeutung des Problems hinter den Fragen zurück, die sich im Groß- und Ei i n z e 1 h a n d e 1 ergehen. Zu den dort durch die jüdischen Geschäfts verkaufe auftretenden Fragen bemerkt der Artikel folgendes: ״Fs Ist vorgeschritten worden, eine Auffanggesell- Schaft zu criichlcn, die jüdische Geschäfte entweder selbst kaufen oder ai Lehen Gcsdiüfu!cuten Geld zur Uebernahme vorstrecken miilitc Dadurch himmle!) zweifellos manche Reibuttgs- Schwierigkeiten beseitigt und!)esscre Verkaufspreise erzielt werden, woran auch dir Volk-wittsebaft interessiert ist. Derartige Maßnahmen miißic!) jedoch bald in Angriff genommen werden; denn die alhii.iiiiii in• Liquidation von Gcsrli'iftrn und die Unsicherheit ihrer Inhalier über die weitere Kntwic'klung hat bereits au Auftragsausfällen gefüllt!, die sich in einzelnen Zweigen der Fertigindustrie fühlbar gemai 11t haben. Man lauf) sieh aber bewußt, sein, daß auch dieser Vor;cl.Ia״ mir bei den mit leUtändi-rhen EinzelbandeUgescliäfteil größeren F.rloig verspricht. Für die Großbetriebe des Einzelhandels weiden die Kapi*nli׳׳n schwer atilztibringen sein. Gerade die Werbekraft di' ׳•c Unternehmungen ist aber für den Absatz vieler Produkte besonder.-, wichtig. Fine vorübergehende Umerbrcehung mancher Absatzkaniile scheint hier kaum vermeidbar. .Noch mehr gilt dies für die meisten Großhand c 1 s g e s c h ä f t e, bei denen die Beziehungen des Inhabers häufig den eigen!liehen Kern des ganzen Unternehmens bilden. Solche Geschälte sind daher oft ohne langsame Einarbeitung des Gesehäflsnachfolgers überhaupt, nicht übertragbar. Soweit es sich dabei um Export- und Importgeschäfte handelt, körtnen möglicherweise deutsche Aul,k11!׳)an<i״K!>!oi1 Innigen auf die Dauer vcrlorcngchen. alrer auch im Binnenhandel kann die entstehende I.iicke sieh durch eine Geseh.i ilsausdelniung anderer Betriebe nur allmählich wieder schließen. Welche Rolle der Groß- Handel für viele Zweige der rcrarl reit enden Indtislrie spielt, bcsonders für solche, die zu klein sind, um Werbung und Absatz selbst in die 11and zu nehmen, ist bekannt. Aber auch große Produktio!!.zweige können geschädigt werden, wenn die Rolle des Judentums im Handel der Branche eine besonders ausgeprägte war. Aul die Beiörehtungen, die besonders die Textilindustrie ange-iehts des starken Anteils der Juden am Textilhandel und an der Konfektion hegt, hat vor kurzem der ,Konfektionär‘ sehr eindringlich hingewiesen.“ Sodann werden die Auswirkungen der Verkäufe auf die deutsche Zahlungsbilanz erörtert. Hierzu heißt es u. a.: ,,Eine unmittelbare Belastung des Devisenmarktes ergibt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen allerdings nicht, da eine Transferierung von Vcrmßgensteilcn durch Hergabe von Devisen zum amtlichen Kurs nicht in Frage kommt. Sieht man von dem verhältnismäßig kleinen Transfer über palästinensischen Warenbezug, der als Zusatzexport: betrachtet werden kann, ab, so entsteht aus dem Verkauf jüdischer Geschäfte und der Auswanderung ihrer Inhaber S p c r r m a r k, die von den Besitzern im Auslände nur mit sehr starkem Disagio verkauft werden kann. In ' diesem Falle könnte indirekt eine Wiedererhöhung der Auslandsverschulnö%, unsere klugen und erfolgreichen Kaufleute und Wirtschaftler zusammenzubringen und jedem jüdischen Kaufmann der Provin* die Möglichkeit zu geben, sich mit diesem FachkoIIcghun zu unterhalten. Denn die Fälle liegen immer wieder individuell, und es wäre verantwortungslos, wilde Parolen allgemeiner Art auszugeben. Es ist auch verantwortungslos, wenn Juden in diesem Prozeß eine andere als eine klug beratende und die Möglichkeit der Existenzerhaltung bedenkende Haltung einnehmen. Hier liegen auch die Probleme des Transfers, deren Erörterung von allen Seiten her neu in die Wege geleitet und Tag und Nacht überdacht werden muß. Alle Pläne aber können scheitern an der Nervosität der Menschen. Wir wünschten, daß die Juden bald erfahren möchten, welches ihr Schicksal sein wird. Denn die Ungewißheit erstickt ihren Lebenswillen. Innerhalb der zu treffenden Entscheidungen wird Palästina und der Zionismus nicht — wie man immer sagt — eine entscheidende Rolle spielen, weil es ״die meisten Menschen aufnimmt“, sondern weil sich das alles auf einer anderen Ebene abspielt. Der Zionismus fordert nicht nur die Rettung der Existenzen, sondern die Neuwerdung des Juden und des Judentums. Palästina ist deshalb kein ״Auswanderungsland“, keine ״neue Heimat“, sondern die Wiedergewinnung der alten Heimat. Nicht immer wird das klar gesagt und verstanden. Nach Palästina kann man nicht emigrieren, sondern man nennt diesen Weg die ״Alijah“, den Aufstieg. Darin liegt ein fundamentaler Unterschied. Dieser Unterschied heißt: Zionis aus. Der Aufruf für Palästina heißt deshalb: Zionismus. Man muß das den Juden sagen, welche hingehen, und man muß die Menschen um des Landes und des Volkes willen auswählen. Kein Zionist wird der Meinung sein, daß alle Juden aus Deutschland nach Palästina gehen sollen. Aber nicht der Gesichtspunkt der Quantität entscheidet da, wie wir oft hören, sondern der der jüdischen Qualität. Das Prinzip des Zionismus wird immer heißen: Auswahl der jüdisch Besten. Auf diese Erziehung werden wir nie verzichten. Vor uns liegt die Arbeit. Sie ist groß genug, um den Juden wieder Mut zu geben. Denn überall, wo eine Aufgabe vor uns liegt, muß der M u t und die Kraft wachsen, ihrer Herr zu werden. dring pintreten, soweit nicht die Sjierrmark durch Rückkäufe der Reichsbank, Reiseverkehr und Xusatzexport in einer für die deutsche Volkswirtschaft verhältnismäßig schmerzlosen Weise alsbald wieder aufgelöst wird. Die Geschäftsliquidation im Wege des Lagerexportes ergäbe dagegen, soweit sie verkommt, zweifellos eine akute Belastung. Soweit es zu einer dauernden Abwanderung geschältlichcr Erfahrungen und Beziehungen, zur Ausfuhr von Urbcberrcchfen und dergleichen kommt, ist der Sehnde״ ein dauernder. Wenn man diese verschiedenen wirtschaftlichen Folgen im Rahmen ‘, .4{!jr,. Gesampyijtsdiaft ,.auph . nicht, ,überschätzen darf, so ist 'doch ׳Jedenfalls sicher, daß alles geschehen sollte, um die Geschäfts-׳ Übertragung, soweit -sic unvermeidlich ist, von Staats wegen zu unterstützen und zu erleichtern und dadurcli reibungsloser zu gestallen. Das würde auch im Interesse der Verkäufer liegen, die gegenwärtig manchmal damit rechnen müssen, ihre Restkaufgelder zu verlieren.“ Der Aufsatz schließt mit dem Hinweis darauf, daß die Wirtschaft am stärksten durch Unsicherhei t gelähmt wird, so daß die ״Unklarheit, die jetzt hei den nichtarischen Geschäftsinhabern über ihre Zukunft besteht, die Unsicherheit, in der die gesamte Wirtschaft sich bezüglich des Ausmaßes und der Folgen einer eventuellen Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben befindet, einen Herd der Beunruhiguttg bildet, der beseitigt sein wird, sobald die künftige Stellung des Judentums durch den Abschluß der Gesetzgebung vollständig geklärt ist. Die Ausschaltung oder Zurückdrängung des jüdischen Einflusses in der Wirtschaft selbst würde dagegen in jedem Falle ein langdauernder Vorgang sein“. Die Volksabstimmung־ in Griechenland und die Juden Saloniki, 3. November. (JTA.) An der am 3. November durchgeführten Volksabstimmung über die Regierungsform in Griechenland hat auch die jüdische Bevölkerung Griechenlands mit stärkstem Interesse teilgenommen. In der einzigen noch. bestehenden jüdischen Zeitung ״Action-Prensa“ wurde an die jüdische Wählerschaft die Parole ״Für den König“ unter. Hinweis auf die wohlwollende Behandlung ausgegeben, die die Juden Griechenlands zur Zeit der Monarchie erfahren haben. In einem Leitartikel wurde die Lage der jüdischen Bevölkerung unter der Herrschaft der Könige Georg 1., Konstantin Und Georg If. eingehend geschildert. Die Stimmung zugunsten der Monarchie in den Kreisen dm־ jüdischen Bevölkerung wurde noch dadurch verstärkt, daß die neue Regierung des Regenten General Kondvlis durch einen gesetzgeberischen Akt der antisemitischen Propaganda entgegengetreten ist, die insbesondere von gewissen Gruppen des vcnizclistisch-republikanischen Lagers getragen wird. Das soeben erlassene Gesetz über den Schutz der öffentlichen Ordnung und des Regimes verbietet strengstens jede ״direkte oder indirekte Aufreizung der Bürger zu gegenseitiger Veradttung und Haß, zu Uneinigkeit und zur Entfaclmng der religiösen und politischen Leidenschaften in jeglicher Hinsicht“. Dr- Weizmann in Genf Genf, 1. November. (JTA.) Der Vorsitzende der Zionistischcn Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chaitn Weizmann, hat am 31. Oktober in Begleitung des Vertreters der Jewish Agency beim Völkerbund den Generalsekretar des Völkerbundes, J. Avenol, und den Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Butler besucht. Dr. Weizmann hatte außerdem Gelegenheit, anläßlich eines Privatenipfanges mit den meisten Mitgliedern der jetzt in Genf tagenden Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes zusammenzutreffen. Hauptschriftleiterl Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin-Charlottenburg 9 (nuch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzcigenleiter 11. verantwortlich für den Inhalt: der Anzeigen: Hermann F i nri, Berlin-Tein pelhof. Gültig: Anreigen-Preisliste 4 vom 15. Oktober 1935. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.-A. Oktober 37 237. — Druck: Siegfried Scholen», Bln.-Schöneberg.

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