Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 88 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Sport - Rnndscliau Nt 88, 1. NOVEMBER 1935 Hallensportfest der Rekorde Rekordteilnehmerzahl —Neuer Makkabirekord im Hochsprung Engel (Hagibor, Prag) siegt im Sprinter-Dreikampf (Von unserem Berichterstatter) p!. Frankfurt, den 27. 10, 1935 Die Hallensportfeste des Bar Kochba Frankfurt gehören nun schon zur Tradition des Makkabi in Deutschland. Aber dieses Hallcnsportfest, das wir am Sonntag in Frankfurt a. M. erlebt haben, war eine einzigartige Leistung des Veranstalters. Nicht weniger als _ 33b auswärtige Teilnehmer hatten gemeldet lind mußten in Quartieren untergebracht werden. Wieder rollte sich das vertraute Bild ab: Eintreffen der Makkabisportler aus allen Teilen des Reiches, diesesmal sogar auch aus Prag, herzliche Begrüßung, Wiedersehensfreude — für viele das erstemal nach der 2. Makkabiah. Haliensportfeste haben ihre eigene Atmosphäre. Und vvälirend manche Darbietungen in der Halle von besonderem Reiz sind und fast; noch eindrucksvoller als aut dem Sportplatz wirken — wie wir dies z, B. bei den Handballspielen wieder feststellen konnten —, muß auf der anderen Seite auf manches verzichtet werden, was in der Halle wirkungslos •ist. Die Frankfurter Veranstalter haben es verstanden, ein Programm durchzuführen, das diesen Fehlerquellen geschickt ausgewichen ist, und die straffe Abwicklung trug dazu bei, das fast 4000köpfige Publikum bis 1/210 Uhr abends in Spannung zu halten.,. Barrenturnen. Die Kunstturnricge München und Westdeutschland Blanck, und unter donnerndem Applaus der Zuschauer übersprang er 1,85 m und stellte damit einen neuen Makkabl-Rekord im Hochsprung auf, der bis dahin von Feydcn {Makkabi USA.) mit 1,83 m gehalten wurde. Den 800-m-Lauf gewann erwartungsgemäß vom Start an führend Orgler (Hakoah Wuppertal) in der für die 840 m lange Bahn ansprechenden Zeit von 2:18,3 Min. Der vorjährige Sieger Werthcn (BK. Berlin) konnte Orgler nie gefährlich werden, während der vielversprechende Cohn (BK. Berlin), der erst in diesem Jahr 18 Jahre alt wurde, ihm stets auf den Fersen blieb; dem scharfen Finish von Werthcn war er allerdings nicht mehr gewachsen, und mußte sich knapp von Werthen geschlagen mit dem 3. Platz begniigen. Auch im 1500-m- Mannschaftslauf lief Werthcn ein airsgezeichnetes Rennen; er wurde vor Rosengarten (BK. Kassel) und Loschinsky (BK. Berlin) unangefochten Sieger. Die 50 m f ii r Frauen hatten ein überraschend knappes Ergebnis. Die hoffnnngsvollc Berliner Bar Kochbarieri!1 Hilde Meyer endete mit Lore Meyer .1 kf.) gleichauf; das Zielgericht sah Lore Meyer als Siegerin, Dritte war S p i w a k, Berlin. Die Zeiten der Siegerinnen von 6,7 bzw. 6,8 Sek. sind als gut zu bezeichnen. In der 4x1-Rundenstaftel für Damen setzte sich aber Berlins besserer Durchschnitt durch. Nach dein famosen Start von Mika Schmidt gaben die Berlinerinnen die Führung nicht mehr ah. Die P e n d e 1 s t a f f e 1 für Frauen wurde vom Jtus München gewonnen. /•,'/Igel (Hagibor Prag) geivunn au!,er dem Sprinter-Dreikampf auch den Lauf über drei Runden Im ausveTkauften Hippodrom, das mit den blau-vcißen Fahnen und dem Makkabiwappen geschmückt war, begann am Nach mittag, nachdem am Vormittag die Ausscheidungen in der Leichtathletik und die Jugendkonkurrenzen stattgefunden hatten, die Vorrunde des Handballturniers. Man sah zwei flotte Spiele: Itus München — BK. Mannheim (4:3) und BK. Frankfurt — Hakoah Wuppertal (4 : 1), während das Spiel BK. Berlin gegen Makkabi Düsseldorf (3:1) nicht recht zu gefallen wußte. In der Frankfurter Mannschaft ragte besonders der Handballfachwart des Deutschen Makkabi-Kreises, Flörsheim, hervor, der Hansdampf in allen Gassen war und ein Handballstratege von Bedeutung ist. Auch der Kampf BK, Leipzig — Itus Nürnberg (3:0) war ansprechend. Ein besonderes Ereignis wurde der Hochsprung für Männer. Nachdem außer Blanck (Hannover) nur noch üriinebäum (Frankfurt) 1,75 m übersprungen hatte, herrschte großer Jubel, als Blanck auch 1,80 111 noch glatt schaffte. Atemlose Spannung lag über dem ganzen Hause, als die Latte auf 1,85 in gelegt wurde. Gleich der erste Versuch gelang Internationale Klasse war Engel (Haglbor-Prag) Er gewann alle drei Läufe des Sprinter-Dreikampfes in sicherer Manier, obgleich dies sein erster Start in der Halle war. Er scheint nach seiner Verletzung auf der Makkabinli seine alte Form wiedergefunden zu haben. Audi sonst lnt das Sportfest ihm gut gefallen, und er gab der Hoffmuig Ausdruck, bald wieder auf einem Makkahi-Sportfest in Deutschland zu starten. Vom Startpech verfolgt war Kurt 1. e w i n, der sieh außerdem noch eine I landverlet/ung zugezogeti hatte; er wurde nur Dritter hinter Schalt m a 11 n (BK. Berlin) vor dem Vierten, Dr. Drcycr (Hakoah Köln). Sein überlegenes Können bewies Engel aber in» Drei-k11ndcn-Ei!1ladu11gnla11f, den er ganz ungefährdet in bestechendem Stil vor Falkenberg (Berlin) und Blum (Frankfurt) gewann. Den offcneu 50 - in - L a u f für Herren gewann 1־ a 1 k c 11 b e r g (BK. Berlin), da Blum (BK. Frankfurt) wegen zweimaligen Fehl- Starts heraiisgestellt werden mußte. Handballsleger wurde B. K.-H. Berlin Nachdem in der Zwischenrunde BK. Frankfurt Jtus München 4:1 und BK,-11. Berlin BK. Lcip- Der Aufmarsch der Teilnehmer im überfüllten Hippodrom *»toi; u. soamuiew 41 V. . ' ־ ‘ ־ * * *r #f/ ׳:4 1111118 Jiu - Jiistt. Die ehemaligen deutschen Meister: Sehwarzschild, München (oben), gegen 1Villenhvrg, Berlin zig 3:0 ausgeschaltct hatten, traten sich in der Endrunde Berlin und Frankfurt gegenüber. Nach einer kurzen Ehrung für Kurt Marx, der sein letztes Spiel vor seiner Alijah nach Erez Israel für BK. Berlin absolvierte, begann ein scharfes interessantes Spiel, das besonders bewies, wie sehr das Handbalispiel als Hallensport geeignet ist. Von anfeiierndcn Zurufen der heimischen Zuschauer begleitet, konnte Frankfurt das erste Tor ein werfen; bald aber zog Berlin gleich. In der zweiten Halbzeit konnten die ermüdeten Frankfurter dem Tempo der Berliner nicht mehr folgen, und noch zweimal konnten die Berliner erfolgreich cinscnden. Groß war die Ueberraschung in der Schwedenstaffel in der die 2, Mannschaft des BK.-H. Berlin an erster Stelle vor BK. Frankfurt und der 1. Mannschaft des BK.-Fl. Berlin endete. Orgler, der für den verletzten Blum als Ersatz für BK. Frankfurt zugelassen war, fühlte über die 400-m-Strecke vor Falkenberg (BK.-H. Berlin I) und Sorkin (BK.-H. Berlin II). Aufrichtig, der für BK.-H. I die 300 m lief, konatft an llindernislanfen der Kleinsten litiii;ftl|g§ Rudawer (Frankfurt) nicht vorbeikonunen, als plötzlich aus einem unübersichtlichen Wechsel Lesser, der 200-in-Mann von BK.-H. 11, nach vorne kam, und sich •den einmal gewönneneu Vorsprung nicht wieder nehmen ließ. An zweiter Stelle folgte Frankfurt vor BK.-H. Berlin I, eine Reihenfolge, die selbst Sehatlinanii und Kurt Lew in bis zum Ziel nicht mehr ändern konnten. Die 10 ■ 50 - in ־ P e n d c 1 s t a f fei wurde durch tlas geistesgegenwärtige Finspringen von Falkenberg (BK. Berlin) beim Siahfalleulassen eines Läufers noch von der 1. .Mannschaft des BK.-H. Berlin gewonnen; Zweiter war BK. Frankfurt, Dritter BK.-H. Berlin II. Beachtlich die Zeit des Siegers: 58,5 Sek. Zu ausführlich waren die Darbietungen im Turnen, im Jiu-Jitsu und des Makkabi-I i a/air, von denen sich der Fla/air-SprccIichor völlig ungeeignet für die Halle erwies. Man sollte sich damit begnügen, auch mit kleinerem Programm in Erscheinung zu treten. Auch für eine Jiu-Jitsu-Lchrstuude ist ein Hallcnsportfest nicht, der geeignete Platz. Im Turnen wurde die Länge der Vorführung angenehm unterbrochen durch die Spitzenleistungen des Turnmeisters Bass vom Jtus München, der früher Mitglied der Deutschland- Riege war; auch die westdeutschen Turner zeigten beachtliebes Können. Für den Temiis-Schaiikampf zwischen Frau F r i e d 1 e b e 11 und Frau 11 e m p - W e v e r m a 11!1 (beide Frankfurt) erwies sich die Halle als ungeeignet. Die Horra und das Makkabilied des in Form eines Magen David aufgcstellten Makkabi-Hazair-Ciiors waren eindrucksvoll. Die von Lotte Katz geleiteten gymnastischen Vorführungen der Mädchen gefielen sehr. Beifallsstürme erregte wie stets das H i n d er ח i s 1 a 11 f e n der Knaben. Erst nach dem Startschuß durften sich die Teilnehmer aus/iehen; dann ging es unter einer Zeltbahn hindurch, über ein Pferd, durch eine Hundehütte, unter einem Barren in die letzte Runde auf Rollern. So mancher Teilnehmer blieb auf der ■Strecke, und völlig abgekämpft torkelten die kleinen Sieger durchs Ziel. Die Ansprache von Dr. Joachim Prinz beim Aufmarsch der 700 Makkabim die mit ihren Fahnen von zwei Seiten in das Hippodrom einmarschierten und bald den ganzen Innenraum füllten, war der Höhepunkt der Veranstaltung. Dr. Prinz, erinnerte an die letzten großen Makkabi-Vcranstaltungcn, denen er beigewohnt hatte — die Verabschiedung der Makkabiah-Teilnchmcr und die Makkabi - Meisterschaften 1935 —, die bewiesen