Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 88 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seit• 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88 1. XI. 1935 Die jüdischen Geschäftsverkäuie Für Beseitigung der Juden aus der Rechtspflege Aas einer Rede von Reichsminister Dr. Frank Bei einer K11 nJyebunj; des NS-Jtirbtenbtmdes im Frankfurtcr Hippodrom führte Reichsininister Dr, Frank nach dem Bericht der ״Frankfurter Zeitung“ vom 23. Oktober u. a. ans: ״L s ist auf die Dauer unerträglich, daß J u - den im deutschen Rechts leben eine irgendw 1 e geartete Rolle spielen, Wir wollen damit Schluß machen, daß die Richtstntten des deutschen Gewissens von den Repräsentanten eines fremden Volkes zu Börsen des Rechtshänders herabgewürdigt werden. Wir werden daher nicht müde werden in unserer Forderung der völligen Beseitigung des Juden aus der deutschen Rechtspflege. Wir wollen keinen Kampf mit den Juden im Sinne einer Auseinandersetzung, sondern wir wollen nur unserem deutschen Volk den Weg zur Freiheit bahnen, und dazu gehört, daß man uns auf deutschem Boden befreit von Dingen, aut denen das deutsche Volk nur von deutschen Volksangehörigeii _ vertreten werden kann. Und das gilt vor allem auf dem Gebiete des Rechts.“ Kündigungsschutx Eine jüdische Firma war, wie die ״Frankf. Zig.“ vom 31. Oktober berichtet, in den ersten Tagen des Oktobers durch Kauf in den Besitz eines Ariers ühergegangen und sollte als rein arisches Unternehmen weitergeführt werden. Sämtliche vorhandenen (neun) Angestellten wurden von dem neuen Besitzer auch übernommen mit Ausnahme des ein* zigen Juden, dem ein Monatsgehalt ausgezahlt wurde mit dem Bedeuten, daß er sofort nusscheklen müsse. Der Angestellte, der schon länger als fünf Jahre beim Rechts- Vorgänger als Verkäufer und Lagerist tätig war, nahm diese einmonatige Kündigung nicht an und verlangte auf Orttttd des Kiiiuiigimgsscliiitzes für altere Angestellte die Einhaltung HAN D S C H LI H ־ L ß D E R 114 alle» Sparic»' ßachar<fcJv BerIin: 5'״tmÄl״״. der Kündigungsfrist von drei Monaten, die nur zu Quartils- Schluß zulässig sei und daher in diesem Fall erst Ende März 103(! wirk«,1 וr1 werde. Ais der entlassene jüdische Angestellte Klage beim Arbeitsgericht erhob und die Verurteilung des beklagten Firmeninhabers zur Zahlung des (iehalts bis Ende März beantragte, verlangte der Beklagte die Abweisung der Klage. Er erklärte, dali inan in den heutigen Zeiten einem neuen arischen Firmeninliaher nicht zunruten könne, einen von dem trüberen Inhaber beschäftigten jüdischen Angestellten noch mehrere Monate lang zu beschäftigen, wenn die Firma als rein arisches Unternehmen weitvrgeführt werden solle; außerdem liege ein Eirund zur fristlosen Ent• 1 a s s u n g des Klägers in seiner Person vor, eben weil er Jude sei. Die Käufer, mit denen der neue Inhaber rectmen müsse, würden sicher wegblciben, wenn sie dort einen Juden als Verkäufer erblickten. Das Arbeitsgericht brachte aber zum Ausdruck, daß der Beklagte beim Erwerb der Firma dein Vorbesit/er hätte erklären können, daß er den jüdischen Angestellten nicht mitübernehme. Da er das nicht getan habe, müsse er die Konsequenzen tragen. Das Gericht empfahl einen Vcrgleich, nach welchem der Angestellte das ihm /»stehende Gehalt bis Mitte Februar erhalten, auf die weiteren Gehaltsansprüche verzichten und dafür sofort aus seinem Dienstverhäitnis ausscheidcn solle. Auf diesen Vergleichsvorschlag einigten sich die Parteien. Bestrafter Raubüberfall Schwere Strafen verhängte H. ״Frankfurter Zeitung“ vom 25. Oktober das Düsseldorf er Sondergericht gegen vier jugendliche Räuber, die am Abend des 9. Senteinbor in Wuppertal-Barmen einen t 'oberfall auf ein j ü d 1 - SC h es Schn!1 g e s c 11 ä f t verübt haben. Drei der An* geklagten, die vvi(lLTrccbtlic!1 das ״rode Pa rt ei a b z e i c h en angelegt halten, erklärten dabei dein Geschäftsinhaber, es handele *ich um eine Haussuchung nach kommunistischen Hef/scbrituni. Bei der 1 )nrcnsuclumg der Biirorüume öffnete dyr Geschäftsinhaber auf Verlangen der Angeklagten den üekischnuik. Des vorhandene (ickl rund ISO() Mark — mußte er auf den Tisch legen. Einer der Angeklagten drehte cin^ I iaiidtnch zu ein0:11 Strick und schlang es ihm um den Hak• wuhrind ihn ein anderer mit einem Messer bedrohte. Inzwischen rafften die k’.nibcr das auf dem Tisch Hegende Geld zusammen und entkamen. Das Sondergericht verurteilte die beiden 1 Eniptiktcr zu je fünf Jahren Zuchthaus und füllt Jahren Ehrverlust, einen dritten Angeklagten zu 2\'i Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust und den letzten Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. ״Ein Sommertrachtstraum“. Die ״Tagespost“ in Freiburg 1. Br. veröffcnt!iclit_c׳ii1e ausführliche fjesprechung der neuen Aufführung des ,.Sommeriiaditstraunis" im dortigen Stadttheater, wobei mitgetcilt wird, daß eine neue Musik von Julius Weis nt a ri n aut Grund eines von der NS-Kulturgemeinde erteiltem Auftrages geschrieben wurde, die bei dieser Gelegenheit zur Erstaufführung gelangte. IJcber die Komposition wird einleitend gesagt: ״Mit dem Feineinpfiuden des echten Künstlers spürte er selbst dort die Gegebenheiten zur musikalischen Einkleidung heraus, wo sie das Stück nicht eigens vor/eichnet. Diesem Antrieb folgte er unbekümmert darum, ob hier und da etwa die Bühnenpraxis einer Verwendung cntgegciistehen möchte. Vereinzelt mag die Bereicherung durch musikalische Einlagen das Dkhterwort oder die handlungsmäßigen Zusammenhänge helasten; andererseits aber wurde dadurch, wie es der starke Erfolg der Uraufführung bewies, die Wirkung mancher Szeneu entschieden gehoben ...“ im Anschluß daran werden die einzelnen Nummern der Musik, die Reigentänze, Hochzeit*marsch und Ouvertüre besprochen und zürn Schluß bcrichtet, daß der Komponist unzählige Hervorrufe entgegennehmen konnte vind die Gewißheit habe, ״daß er etwas wahrhaft Bedeutendes und Bleibendes für die deutsche Kunst geschaffen hat.“ ~ Dies ist der dritte in letzter Zeit bekanntgewordene Fall einer neuen Musik zum ״Sommernachtsträum“ an Stelle der von Felix Mcndclssohn-Bart h o 1 d y stammenden. Wir berichteten früher, daß kürzlich in Coburg eine Aufführung des ״Sommernachtstraums“ mit der Musik von Werner Crcutznurg und in Weimar mit der Musik Von Alfred Irmier stattfand. Methoden und wirtschaftliche Bedeutung: ln Nr. 44 der Zeitschrift ״D eutsche Zukunft“ befiandelt Egon Baudinann die im Anschluß an jüdische Geschäftsvcrkäufe und Aktientransaktiotien aufgetauchten Wirt• schaftsfragen. Nicht nur im Bereich« der industriellen Groß- Wirtschaft lassen sich derartige Operationen vorstellcn, schreibt er. Der Anzeigenteil von Tageszeitungen, die vorwiegend in Finanzkreisen gelesen werden, zeige ein außerordentliches Anschwellen der Rubrik Geschäftsverkäufe. Neben mittleren Industriebetrieben ständen insbesondere in kleineren und mittleren Städten größere Einzel handels betriebe zum Verkauf. Die politische und menschliche Seite des Vorgangs könne nicht zur Debatte stehen, führt Dr. Band• manu aus, aber das Interesse der deutschen Volkswirtschaft erheische, daß die Arbeitsplätze in den veräußerten Unternehmungeii erhalten bleiben und daß der Geschäftsiibergang möglichst ohne Erschütterung der eilige• fahren en und bestehenden I. ieferbeziehuncen vor sich geht, Eine geordnete Abwicklung dieser Umschichtung brauche den Gesamtumsatz der betroffenen Branchen kaum zu berühren, aber cs wäre, was als drittes Problem zu erwägen sei, von keinem Standpunkt aus erwünscht, wenn die Welle der Creschäftsverkäufe zu einer Welle von Preis• Unterbietungen werden sollte, deren Last dann das ortsansässige mittlere Gewerbe zu tragen hätte. Es sei schwierig, für diese Fragen eine adäquate und gerechte Lösung zu finden. Es sei also erklärlich, wenn die Vorarbeiten der Reichsregierung an den von Minister Dr. Frjck angekümligten gesetzlichen Maßregeln zur Beschränkung der wirtschaftlichen Betätigung von Nichtariem mit aller nur erdenklichen Sorgfalt vorgenommen werden. Solange diese Vorarbeiten noch nicht als beendet angesehen werden können, lasse sich auch nur außerordentlich schwer übersehen, unter welchen endgültigen Bedingungen eigentlich die geplanten Geschäftsvcrkäufc und Geschäftstausche vor sich gehen können. Dr. Bandrnann verweist sodann auf den Artikel im Wirtschaftsteil des ״Völkischen Beobachter“ über die jüdischen Geschäftsvcrkänfc, der eine Reihe von Vorbedingungen für den Erwerb nichtarischer Unternehmungen als für eine gesetzliche Regelung wünschenswert bezeichnet hatte. Von anderer Seite sei die Gründung einer Auffanggesellschaft vorgeschlagen worden, die auf dem Kreditierungswege geeignete, aber unbemittelte Bewerber in den Stand setzen sollte, nichtarisclie Unternehmungen zu erwerben. Dr. Band• mann fährt dann fort: ,,Für eint sachliche Beurteilung dieses Problems wird einmal die Bcanlwortuiij; (1er Frage von Wicht ijjkeit sein, in welcher Form die K a u f g e 1 d e r reinvestiert werden. Für Auswanderung*- lustige ergelren sich, im Rahmen des geltenden Devisenrechtes, sehr komplizierte Probleme; würde das Geld in deutschen Rentervrerten IN ALLER KURZE Der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf hat mit sofortiger Wirkung verfügt, daß in den städtischen Schwimm- und Badeanstalten folgendes zum Aushang gebracht wird: ״Juden sind in den städtischen Schwimm- und Badeanstalten unerwünscht. Für Juden besteht Gelegenheit zum Schwimmen una Baden im Stadtbad MiinstcrstraSc Dienstags.“ Im Stadttheater Münster fand, wie die ״Westfälische Landeszeitung“ meldet, die Erstaufführung eines rasstpo• 11 tisch cn und erbbiologischen Dramas ״Schwiegersöhne“ von Alexander Paul statt. Das Stück behandelte an einem praktischen Beispiel die Notwendigkeit der nationalsozialistisehen Gesetzgebung, z. B. der Judengesetze und des Sterilisationsgesetzes. Die ״Flaiiiiiieiudchen“, Leonberg-Stuttgart, berichten: ״In Brandenburg ließ ein Pfarrer am Altarkreuz von den Buchstaben INRI die beiden letzten entfernen. Der Mann fühlte ganz richtig, daß ein König der Juden wohl nicht gut der Heiland der Welt sein kann.“ Der ,,Volk. Beobachter“, Berlin, vom 31. Oktober bchandelt in seiner Beilage ״Berliner Beobachter“ das Thema ״Der Jude im Kürschner!! 1 ndwerk“, durch den /um Kauf bei ,!rischen Meistern aufgefordert wird. Die Uebersecdampfcr der Hamburg - Amerika - Linie (Hapag) ״Albert Ball in“ ist in ״Hansa“ umgetauft worden. Albert Baltin, nach dem der Dampfer früher benannt war, war über 30 Jahre Generaldirektor der Hamburg- Amerika-Linie und hat sich um di« Organisierung und den Ausbau der Uebersee-Schiffahrt große Verdienste erworben. Ballin, ein großer Patriot, der bekanntlich auch mit Kaiser Wilhelm!1, befreundet war, vermochte den unglücklichen Ausgang des Weltkrieges nicht zu überleben und beging am 9. November 1918 Selbstmord, Der ״Völkische Beobachter“ berichtet in seiner Miinebener Ausgabe aus Bayreuth: ״Die Handwerkskammer der OherpfaU gab, in ihrer letzten Sitzung bekannt, daß ah 1.1. 1936 Lehrverträge grundsätzlich nur dann genehmigt werden, wenn der Lehrling oder das Lehrmädchen der Hitler-Jugend bzw. dem Bund Deutscher Mädel angehören. Seit längerer Zeit schon lehnt es dieselbe Handwerkskammer ab, Lehrvertrage mit Nichtariern zu genehmigen.“ Nach einer Milteilung der ״Mitteldeutschen Nationafzeitung“ hat sich das Klinglerquartett aufgelöst, nachdem im Zuge der innerhalb der Rricbskulturkammer durchgeführten Maßnahmen der Cellist Silberstein ausscheidcn mußte. Alexander Kipnis, der soeben von einer Südamerika׳• Tournee zurück gekehrt ist, scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Verband der Berliner Staatsoper aus. Alexander Kipnis wird in Zukunft nebst seinen Konzerten und Gastspielen im Ausland nur einige Konzerte im Rahmen des Reichsverbandcs der Jüdischen Kulturbünde gehen. Ein Leser übersendet uns eine Ansichtskarte (hergestellt von Photo Harder, Eisenach), worauf eine Wurfbudc bei einem Kinderfest in Eisenach im September 1935 abgebildet ist; als Objekte des Wurfes stehen karikierte Gestalten da, die offenbar Juden darstellen sollen, und dahinter große Aufschriften, wie etwa folgende: ״Trefft den Juden in die Fresse, daß er seine Gaunereien vergesse“. Wir glauben, daß auch viele Nichtjuden dieses neue Kinderspiel nicht billigen dürften. Die Inhaber der Wemhandekfirjita S. Hey manu Söhne in Mainz, die drei Brüder I leymann, wurden nach einer Mittel־ lung des ״Nassauer VolksWattes“ von der Kriminalpolizei kl angelegt, 50 wäre mit einem bemerkenswerten Zuwachs an Klein- und Mittelrenlncrn zu rechnen. Eine andere Krage, die bis rar Bekanntgabe der einschlägigen Bestimmungen (die tum Teil In Falt des neuen Keichsbürgerrechtes!-ein können) einfach nicht zu Ixant- Worten ist, ist die Frage, welche A'crliähmsse hei solchen Kapitalgescllschaftcn entstehen, bei denen beispielsweise eine qualifizierte Minderheit in nicht arischem Besitze ist. Wenn nämlich die liebermasse von kleineren und mittleren Einaclhandclsftrmcn im wesaitliehen, sowohl was die Schonung der regulären Preis- und Absatz- Bedingungen, wie was die Auswahl und Finanzierung der Neuerwerbet betrifft, in das Ressort ״Mittelstandspolitik“ schlagt, werden bei Kapitalgesellschaften Probleme aufgeworfen, die mit der Pflege des Kapitalmarktes tu engstem Zusammenhang stehen.“ Dr, Bandmann wirft sodann die Frage auf, welchen Um fang die gesamten Transaktionen haben. In Börsenkreisen nenne man Ziffern, die bei dem geschulten Sozialstalisüker helles Entsetzen hervorrufen müssen. ״Die amtlich zuständigen Stellen (die Fachbcarbcitungm im Reichsmnmmmistcrium und im Rass-npolitEchen Amt der NSDAP.) rechnen mit etwa 450 000 Volljuden jüdischen Glaubens, etwa 300 000 Volljuden der Rasse nach, die nicht zur jüdischen Religion»- gemein schaft gehören, und etwa 750 000 Abkömmlingen aus Misch- Verbindungen. Wir dürfen nun, nach Analogie der Haushaltung»- Statistik, annehmen, daß je 3>/% Personen eine Familie bilden (wir haben bei 65 Millionen Einwohnern rund 18 Millionen Familienhaushaltungen in Deutschland). Ls Et also mit etwa je 225 000 Haushaltungen auf volljüdischer und auf ,.gemischter“ Seit« zu rechnen, In der Grup|>e ״Handel und Verkehr“ der Rr•!׳ b tertlf- Statistik, die vermutlich für die berufliche Gliederung des jüdischen und nichtarisrhen Bevölkerungsteiles am typischsten ist, finden, wir, daß etwa 25 Prozent der Heiuf*zugehörigen selltständig sind, 75 Pro• zent nehmen eine abhängige Stelle ein. Unter Berücksichtigung der früheren starken Durchsetzung Iler nichtarischen Bevölkerung mit Angehörigen freier Berufe darf Inan vielleicht mit 33 Prozent Stlbständigen rechnen. Das besagt, daß sowohl auf volljüdischer wie auf sonstiger nichtarisrher Seite je 75 000 bis 80 000 Betriebt im Maxinialfall zur Veräußerung stellen werden. Die neueste Statistik des statistischen Rcii hsamtes iitrer Vermögen und Kapital kleinerer Gewerbebetriebe läßt den Schluß zu, daß der bilanzmäßige Eigen׳ kapitalwert sich in der Regel zwischen 30 000 bis 40 000 KM, belaufen wird. Aus diesen Angaben läßt sich ein oberflächlicher Ueberschlag über die theoretischen HöciuUummcn, die zur Debatte stehen, gewinnen. Eine Schätzung des Anteils von nichtarischem Besitz an Kapitalgesell schalten ist nicht möglich. Bei den erwähnten mittleren Gewerbebetrieben dürfen nun zwei wichtige Faktoren nicht außer acht gelassen werden; es bestehen einmal keine Unterlagen dafür, ein wie große! Teil dieser Firmen ülzerwiegend nichtarische Kundschaft hat, also gewisser maßen der Eigenversorgung der nichtarischen Bevölkerung dienen. Weiter läßt sich bei einer solchen Kohrcchnung nicht überschon, inwieweit der mit dere Betrieb*- wert durch Schulden usw. vorbelastet ist. Wir mochten daher davor warnen, einfach Globalsummen anszurcehnen, ehe man die neue Regelung, die bevorsteht, kennt. Hier kam es nur darauf an, einmal die Grenzwerte, zwischen denen das Problem sich bewegt, zu erörtern.“ Haft genommen. Die Büros wurden versiegelt. Es wird den Verhafteten vorgeworfen, zwecks Fortsetzung ihres Geschäfts eine arisch getarnte Weinhandlung errichtet und billige Weine zu Wucherpreiscn sowie Weine mit falschen Etikettierungen verkauft zu haben. Der Hochheimer Markt, der dieses Jahr in der Zeit vorn 3. bis 5. November abgehalten wird, wird erst* mais j ud en frei d u r c h g ef ü h r t. Der Papst hat den jüdischen Musik forsch er Prof. Fercfinando Li u zzi in Audienz empfangen und von ihm ein Evernplar seines Werkes über den ״Ursprung der italienischen ,Melodie und religiösen Musik“ antgegengenommen. Heinrich Heine. ״Das Schwarze Korps“ fceanstandet in einem Aufsatz, daß die Deutsche Akademie in München innerhalb einer Sammlung ״Deutsche Gedichte“, die die schönsten Dichtungen eines deutschen Dichters in je einem Heft zusammenfaßt, als Heft Nr. 24 auch Dichtungen von Heinrich Heine herausgibt, ln diesem Zusammenhänge schreibt das Blatt: ״Wenn wir Heinrich Heine ablchnen, dann geschieht das nicht, weil vir jede Zeile, die er schrieb, für schlecht halten. Nein, gewiß nicht! Heine hat Verse geschrieben, die echt und tiefempfunden wirken; er hat Kritiken geschrieben, deren Stil man bezaubern(! finden kann. Es kommt hier auf die Einzelheiten des Streites über den Wert der Heineschen Werke gar nicht an. Entscheidend ist ausschließlich, daß dieser Mann Jude war und daher nicht in den Raum unserer deutschen Literatur gehört. Ein in Deutschland lebender Jude hat einmal eine Geschieht* der in deutscher Sprache geschriebenen jüdischen Dichtung geschrieben: in sie gehört auch Heine. Er benutzte die deutsche Sprache, aber alles, was er schrieb, ist letztlich erfüllt von jüdischem Geist, vom besonderen Stilgesetz der jüdischen Seele. Das alles bedeutet in diesem Zusammenhang vielleicht nicht einmal ein Werturteil, aber es zeigt auf alle Fälle eine abgrundtiefe Artverschiedenheit an. Heine gehört nicht in den Rahmen unserer Dichtkunst. In einer Sammlung ,Deutsche Gedichte‘ ist kein Raum für ihn . . .“ Hebräischer Fernunterricht Die ״Jüdische Rundschau“ hat im vergangenen Jahre zwei Kurse Hebräischen Fernunterrichts veröffentlicht, dl* ln unserem Leserkreis sehr freudig begrüßt worden sind. Im Anschluß an Lehrgang I und Lehrgang II haben wir dann mit der ständigen Publikation einer hebräischen Lese* beitage ״M u s 8 a f I w r i“ begonnen, um den Lesern, die die beiden Kurse durchgemacht haben, auch weiterhin Stoff, Anregung und Lernhilfe zu bieten. Für neu hlnzuge• kommen« Leser, die den Anschluß an den ״Mussal Iwr!“ finden wollen, besteht die Möglichkeit, die beiden Fernkurse, die inzwischen In Buchausgabe erschienen sind, nachzuholen. Es hat sich aber gezeigt, daß ein Teil der Leser, die noch nicht genügend fortgeschritten sind, dem ״Mussaf Iwri“ In seiner heutigen Form nicht folgen kann Wir lassen daher von heute ab im ״Mussaf Iwri“ eine Spalt* mit leichtem Lesestoff, größerer Schrift, voll punktiert und mit mehreren Erläuterungen versehen, erscheinen, damit auch die Kreise unserer Leser, die noch nicht ausreichend« hebräische Kenntnisse besitzen, sich des ״Mussaf Iwrit*‘ be• dienen können. l&l Kaufhaus Im Hansavlertel י״י Fam1n«nt»e*tt* Hax Clesen srssii*^ I Ql i