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Jüdische Rundschau · 1935-11-01 · Heft 88 (1.11.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 88 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 88, 1. XI. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Abschied von Jahre sind vergangen, seitdem ich zuletzt den großen Berliner Friedhof in Weißenscc besucht habe. Seitdem sind der Gräberstraßen so viele geworden, daß ich die einst wohlbekannten Wege kaum wiederfinde, und während damals der Flieder und der Rotdorn über den Gräbern blühte, zaust jetzt der Sturm des grauen Herbsttages die schütter gewordenen Baumkronen und trägt mit sich das Seufzen, das er dem Munde der Lebenden im Lande entriß, ln Frieden ruhen die Schläfer unter ihren Decken von Heimaterde und hären das Seufzen nicht. Drei Gräber suche ich — drei Generationen, dcacn Berlin die Heimat war. Mit den Erinnerungen meiner Kindheit eng verknüpft ist das Bild der alten Frau, die unter dein ersten Grabstein liegt. Eine würdige und stattliche Greisin, die voller Stolz auf die Schar ihrer Enkel und Urenkel blickte. Wie liebte ich es, zuzuhören, wenn sie aus ihrem Leben erzählte, das sich mir erst später zum Gesamtbild formte: ln der Provinz, in einem behäbigen, kinderreichen Bürgerhause mit frommer jüdischer Tradition geboren, hatte sie frühzeitig nach Berlin geheiratet. Ihr Gatte hatte wenig Freude an seinem Kaufmannsberuf, desto mehr Interesse aber für Kunst und Wissenschalt des Landes. Diesen glaubte er Eingang auch in sein religiöses Erleben geben zu können, indem er sich der Bcrliner Rcformgcmeinde anschloß, der er als wahrhaft religiös empfindender Jude treu blieb. Deutlich sah ich als Kind das alte Geschäftshaus über der Spree vor mir, in dem das Paar lebte, gemeinsam das Geschäft führte, Kinder zeugte, Kinder begrub und neue Kinder aufzog. Mit diesen Kindern, die einer früheren Generalion angehörten, fröstelte ich, wenn ich erzählen hörte, wie sie von ihren Schlafzimmerfenstern aus in Winternächten das Mondlicht auf den Spreewellen glitzern sahen und erschauerte mit ihnen vor den Ratten, die ihnen über den Weg liefen, wenn sie zum Bierzapfen in den Keller geschickt vvurden. Aufmerksam sah ich der alten Frau zu, wenn sie im hebräisch-deutschen Gebetbuch las. Aufmerksam hörte ich auf die Schilderungen von Festen der Berliner Gesellschaft, von Sonntagsbesuchen bei Kranzier, von Ausflügen vor das Potsdamer Tor oder zum Charlottenburger Schloß, vom Einzug der siegreichen Truppen aus dem Siebziger Krieg durch das Brandenburger Tor und von der Trauer um Freunde und Verwandte der Familie, die nicht mehr zuriiekkehrten. Ich war stolz, wenn ich von der alten Frau einen Brief von der Somnierreise erhielt, lebendig geschrieben, in einem reinen Deutsch, aus dem sich einige traditionelle hebräische Scgenssprüclie und jüdische Redensarten bewußt heraushoben. Von dem Grabe der in hohem Alter Gestorbenen wende feit mich dem Grabe einer Frau der nächsten Generation zu. Wie ich den unmodernen Vornamen — dem Kinde zu Ehren der Landesherrscherin gegeben — lese, ersteht die ganze Persönlichkeit und ihre ganze Zeit vor mir: sie war schön, diese Frau, und in Versen, welche die Kinder unter ihren nachgelassenen Papieren fanden, rühmten Männer ihre Anmut, ihren Stolz und ihre Reinheit. Auch sie selbst schrieb anmutige Verse: an den Frühling, an den von den Berlinern sehr verehrten alten Kaiser, später an ihre über alles geliebten Kinder. Ich sehe sie vor mir, wenn sie in der Residenzstadt, in der sie später mit dem Gatten lebte, zu Festen ging und Gesellschaften gab, bei denen sich Uniformen* und führende Leute der Stadt zu ihrer Schönheit, Bildung und ihrem Berliner Mutterwitz hinge/ogen fühlten. Auch die eigenen Kinder bewunderten sie, und ich entsinne mich, wie eines Abends, als sie im Ballkieide an die Betten der Kinder trat, ihr kleiner Sohn inbrünstig die Lippen auf ihre entblößte Schulter preßte. Pariser Brief (Von unserem Berichterstatter) K. Paris, Ende Oktober (Im die Einigung im französischen Zionismus Frankreich gewinnt für die zionistische Bewegung immer mehr Interesse. Man gibt sich allmählich auch in den leitenden Kreisen der Bewegung darüber Rechenschaft, daß in dem von der Wirtschaftskrise nur wenig erschütterten französischen Judentum große zionistische Möglichkeiten vorhanden sind, die es auszunutzen gilt. Voraussetzung dieser Werbearbeit ist aber, daß die zionistische Bewegung in Frankreich eine organisatorische Form findet, die sic in die Lage versetzt, dem nichtzionistischen, ja oft anti/ionistisdien französischen Judentum geschlossen gegenüberzutreten. Die Einsicht in diese Notwendigkeit hat jetzt den Plan der Gründung einer ״Federation Sioniste de France•', die alle zionistischen Gruppen umfaßt, in ein akutes Stadium treten lassen. In diesen Tagen werden zwei Mitglieder der zionistisehen Exekutive nach Paris kommen, um dort die bereits vor einiger Zeit begonnenen Einigungsverhandlungen zwischen den zionistischen Gruppen zum Abschluß zu bringen. Es ist daher zu erwarten, daß die Gründung der ״Federation Sioniste“ itt wenigen Tagen vollzogen sein wird und daß sic alle zionistischen Parteien in Frankreich umfassen wird. An die Spitze der neuen Federation wird wahrscheinlich eine der führenden Persönlichkeiten ■des französischen Zionismus treten, einer jener wenigen französischen Juden, die den intellektuellen Mut und die Kraft zur Ueberwindung der politischen Tradition des französischen Judentums gehabt haben. Ihm zur Seit« wird ein Landesrat stehen, der die Vertreter aller wuchtigen Gruppen des französischen Zionismus zur fruchtbaren Arbeit vereinigen soll. Gleichzeitig mit der organisatorischen Einigung im französischen Zionismus ist auch eine räumliche Vereinigung der Sekretariate usw. der zionistischen Institutionen und Gruppen geplant. Auch Frank- Teich soll seine ״Meinekestraße“ bekommen und die innere Einigung des französischen Zionismus soll ihren äußeren Ausdruck in einem ״zionistischen Hause“ finden. Ob diese Pliine ihre Verwirklichung finden werden, hängt in erster Linie von den finanziellen Möglichkeiten ab. Gleichzeitig mit der Gründung der ״Federation Sioniste de France“ ist auch eine Neubelebung des französischen Pro-Palästina- Komitees geplant, das — eine Gründung des zu früh verdrei Gräbern Aber dem Judentum war sie entfremdet. Langsam verschwanden aus dem Hause fast alle jüdischen Riten, an denen ihr Gatte hing, und schließlich wurden die Kinder nur noch durch das T’fillinlegcn des Vaters und durch die Synagogen• besuche an den hohen Feiertagen an ihr Judentum erinnert. Nach des Vaters Tode hörte auch das auf; die Witwe kehrte heim in das inzwischen gewaltig gewachsene Berlin, an dessen Leben ihre Verwandten als Kauflcutc, Bankiers, Anwälte, Baumeister teilnahmen, und hier lebte die Familie nur noch in der Kultur ihrer nichtjüdischen Umwelt. Auch diese Frau ruht nun und weiß nicht, wieviel sic ihren Kindern gab, als sie sie zum Verständnis der Kunst und Literatur ihres Geburtslandes erzog, und wieviel sie ihnen nahm, als sie die Kette der jüdischen Tradition zerbrach. Ich wende mich einem dritten (trabe zu, auf dem eine abgebrochene Säule das früh vollendete Lehen eines jungen Mannes bezeichnet. Sein Aeußeres kcnnzcichnetc ihn als das, was er war: der ein wenig hochmütige Träger überverfeinerter Kultur. Während um ihn der Berliner Westen in einem phantastischen Tempo wuchs und Verwandte und Freunde des Hauses mitten in diesem Schaffenstaumel stauden, träumte er von dem stillen Lande vor den Toren der Stadt, dem er frühzeitig Lieder von eigenem Klang weihte. Seine Sehnsucht ging dahin, in einer kleinen Landstadt Recht zu sprechen und daneben ifi einem Hause mit grolicin Garten zu dichten. Davon träumte er noch als er - immer lernend und dichtend — dahinsiechtc und als er — den vollerblühten nordischen Frühling vor dem Fenster mit den Aug.cn trinkend — erlosch. Das Judentum erschien ihm, der ganz in diesem Berliner Boden wurzelte und die geistige Luft dieses Landes atmete, nur noch wie ein Gespenst aus vergangener Zeit, und in manchen Stunden erwog er, die alte, ihn bedrückende Erb- Schaft von sich zu werfen. Nun ruht auch er schon lange Zeit, hat nichts vom Getöse des Weltkrieges gehört, der seine Vettern und Freunde rief, hört nichts vom Seufzen der Lebenden, das der Herbstwind über die Gräber trägt. Er und die beiden Frauen der vorangegangenen Generationen wissen nichts davon, daß die IJrenkcl zum Wanderstab gegriffen haben dem uralten jüdischen Wanderstab, der wohl 'vom Baum der Versuchung im Paradiese geschnitten ward, als Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden. Die Schläfer wissen nichts davon, daß die Urenkel ihre Fiilic von dem Boden gelöst haben, in dem Generationen ihrer Vorfahren ruhen und weit über den Meeren nach einer Stätte suchen, an der sie bleiben können - fern von der Stadt Berlin, mit der ihr Leben verknüpft war, fern von diesem Frühling und diesem Herbst, der in ihren Eltern und Großeltern Lieder erweckte. Nicht wußten und wissen die Schläfer vom Fluch der Uiistetlieit, der auf die Enkel gefallen ist. Aber sie wissen auch nicht, daß in manchen der Enkel schon vor Jahren eine Hoffnung aufgebrochen ist nach dem uralten Lande des jüdischen Volkes, von dem sie selbst, die Schlummernden, sich ganz gelöst glaubten, daß die Kinder in jähem Impuls aiisgc/ogen sind in das ferne jüdische Land und die nach unbekannten Gesetzen neuwerdende Welt jüdischen Geistes. Könnten sie sehen und hören sic würden staunend vor dem Wunder stehen: dem Wunder des uralten jüdischen Wanderstabes, der im Lande der von den Eltern vergessenen Väter in der Hand der Kinder Wurzel gcschlagen hat und zu blühen beginnt. Ich nehme ein gelbes Blatt auf, das der Herbstwind auf die abgebrochene Säule geweht hat, um es den Urenkeln in Erez Israel mitzubringen. Helene Hanna Thon storbenen Victor Jacobson -- unter dem Vorsitz des früheren Ministers, Senator Justin Godart, steht. Die Krise des Flüchtlingswerkes Schon mehrmals war an dieser Stelle auf die Schwierigkeifen des Hilfswerkes für die deutschen Flüchtlinge in Frankreich hingewiesen worden (״Jüd. Rundschau“ vom 21. 5. 1935). Leider muß man feststellen, daß dieser Warnungsrut ohne Echo geblichen ist und daß sieh die l.age der Hilfsinst itirt ionen .seitdem noch verschlechtert hat. lös gibi heute in Frankreich eine große Anzahl von Fluchtfingen, die die bitterste Not leiden und die von keiner Seite mehr unterstützt werden. Wohl ist von französischer Seite mit Unterstützung der großen ausländischen Fonds der Versuch unternommen worden, die I lilfsarheit von der Wohltätigkeit zur produktiven Unterstützung ü her z u I eiten. Es ist eine Da rlelmskasse gegründet worden, an <le!en Spitze ein jüngeres Mitglied des Hauses Rothschild steht. Aber nicht mir sind ehe Mittel der Kasse unzureichend, es werden von der Leitung <ler Kasse so peinliche Sicherheifs- und Bürgsehaftsbcdingungeii gestellt, <hß bisher nach unseren Informationen . nicht mehr als etwa 50 0110 Fies. an Krediten gewährt werden konnten. Für die Mehrzahl der notleidenden Flüchtlinge käme aber die Darlelmskasse auch bei liberaleren Kreditbedingungen nicht in Betracht, da sie keinerlei Sicherheiten zu bieten haben. Besonders hedanerlich ist aber, daß die Krise des Hilfswerkes jetzt allmählich auch den positiven Teil der Flikhtlingsarbeit, das Haehscharahwer k, erfaßt. Fine Anzahl von Ausbikhmgsstatten hat ans finanziellen Gründen bereits geschlossen werden müssen. Wird es gelingen, die anderen zu erhalten, wenn nicht endlich eine ausreichende finanzielle Basis gefunden wird? Die Gründe der Krise des Fl ichtlingswerkes sind einmal in der ungenügenden Beteiligung der französischen Juden .דור der Finanzierung des Hilfswerkes zu suchen. Es gibt leider sogar beamtete Vertreter des französischen Judentums, die mit diesen Mitteln eine Abwanderung der noch in Frankreich befindlichen Flüchtlinge und eine Sperrung der künftigen Einwanderung erreichen wollen, da sie von dem Zustrom deutscher Juden eine Uebcrtragung des Antisemitismus nach Frankreich befürchten. Aut der anderen Seite sind die grollen ausländischen Fonds, die bisher das Hilfswerk und vor allem die Hachscharafiarbeit in Frankreich finanziert haben, a.11scheinend entschlossen, diese Last nicht mehr ohne Mithilfe der französischen Juden auf sich zu nehmen. Aber gerade Aus der Haftarah für Schabhat, den 2. November 1935 Gebeugte, Versttlrmte, nie Getröstete 1 wohlan, Ich lege deine Steine in Spte&glanz ein, ich gründe dich in Saphire, aus Rubin mache ich deine Zinnen, deine Tore von Karfunkelsieinen. all deine Umfassung von Edelgestein, All deine Söhne sind Lehrlinge IHM. grolk ist deiner Söhne Friede, durch Bewährung wirst du auigerichfei. Wisse dich fern dem Drude, denn du hast ihn nicht zu fflrdiien, und dem Sturz, denn er darf dir nicht nahn. Jesaja 34, 11—14 diejenigen jüdischen Kreise in Frankreich, auf die nian einwirken will und deren Haltung inan in Amerika und fingland verurteilt, wünschen nichts mehr als eine Einstellung der Hilfsarbeit und werden sich hüten, den Organisationen die Weiterführung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Leider muß man bei dieser Gelegenheit feststellen, daß auch ein Teil der wohlhabenden deutsch-jüdischen Emigranten wenig Solidarität mit den notleidenden und bedrängten Stammesbrüdern zeigen und sich au dem Hilfswerk ungenügend oder gar nicht beteiligen. Der moralische Schaden, der der indischen (icsamtheit auf diese Weise zugefügt wird, ist unübersehbar. Die Waffen-Affäre Erklärung des Chef Sekretärs Hall Jerusalem, 28. Oktober. (JTA.) Der Stellvertreter des High Cotnmissioner, Chefsekretär Hall, hat einer Abordnung mitßeteilt, die augenblicklichen Sicherheit s verh ä 11 n i s s e in Palästina seien durchaus zufriedenstellend. Was den Jaffaer Waffenschmuggel betreffe, so habe die Regierung leinen Grund zu einem Verdacht gegen die Juden in diesem Zusammenhang. An die arabische Presse ist eine Warnung vor Fortsetzung ihrer aufreizenden Schreibweise ergangen. Gleichzeitig wurde die Einfuhr gewisser arabischer Zeitungen aus dem Ausland verboten. Lieber die Unterredung des stellvertretenden High Commissioner mit den arabischen Führern wird bekannt, daß der Chefsekretär darauf hingewiesen habe, daß Waffen, die sich etwa in jüdischem Besitz befinden, ausschließlich für den Selbstschutz der Juden bestimmt seien. Er erinnertc in diesem Zusammenhang an die gegen die Juden gerichteten blutigen Ausschreitungen des Jahres 1929. Eine Erörterung des Einwanderungsproblems lehnte der Chefsekretär mit dem Bemerken ab, daß dieses mit dem Wallen- Schmuggel in keinen Zusammenhang gebracht werden könne. * lieber die Art der Entdeckung der Waffen berichtet unser Tel-Awiwer gl-Korrcspondent: Ein Transport von Zement war angekommen, der nach Tcl-Awiw bestimmt w ar, im Hafen entsprechend ausgelöst und von Lastautoniobilen auf einen Platz am Außenrand von Tel- Awiw transportiert wurde. Ein Zementfaß fiel unterwegs vom Auto, zerbrach und blieb liegen. Ein vorübergehender Araber sah zufällig hin, entdeckte im Zement eine Kiste, alarmierte die Polizei und schließlich, die Haferibehörden. ln der Kiste im Zement befanden sieh Pistolen und Munition. Die Polizei beschlagnahmte sofort sowohl die noch im Hafen lagernden Fässer als auch die bereits in Tcl-Awiw־ abgelieferte Ware und leitete eine Untersuchung ein. Die Chauffeure wurden, vernommen, auch zeitweise festgehalten, erklärten aber, sie wären mit (dein Transport von Zement beauftragt worden und hätten sonst keine Ahnung von •der Sache. Der Adressat des Transportes, I. Kaltau, war nicht atif/ufinden. Ls steht bis heute nur fest, daß es sich um die Sendung einer belgischen Firma handelt, alles weitere ist i m I) u 11 k e 1 11. Weitere Waffenfunde Jcr 11 salem, '30. Oktober. (JTA.) Wie die palästincnsisch'c Presse mitteilt, ist im 1 aufe der Untersuchung über eien \\ affenschmuggel feslgestellt worden, daß schon am e. April eine Ladung von 2<K) Fässern Zement, in denen Waffen versteckt waren, und am 11. Juli eine /weite I adung von 2W) Fässern eingeschmuggelt wurden. Im /usaminenluing damit wurde eine zweite Tatsache aufgedeckt, die möglicherweise für das gesamte Ergebnis der lhitersuchung von Bedeutung sein wird. Ls wurde nämlich festgestellt, daß die Hafenbehörden von Antwerpen seinerzeit ׳die belgischen Schiffskapitäne davon in Kenntnis gesetzt haben,, daß laut einer Mitteilung der französischen Gesandtschaft in Brüssel an die belgische Regierung Nachforschungen auf die Spur eines organisierten Waffenschniuggels in das französische Mandatsgebiet Syrien geführt!iahen. Diese für Serien bestimmten Waffen waren in Zeitieniiässcr verpackt. Wie offiziell mitgeteilt wird, beteiligen sielt tiie bei• gischen Behörden aktiv an den von England äugestellten Untersuchungen bezüglich der Waffensendung, die bekanntlich von Antwerpen expediert wurde. Ungarische Zionisten-Tagung Von unserem Berichterstatter Budapest, 28. Oktober Der ungarische Zionistenverband hielt am 27. Oktober unter großer Beteiligung seine 0. Landeskonferenz ab. Vorsitzender Dr. Julius Miklus cröffnetc die Versammhing mit der Mitteilung, daß die Zionisten im ganzen Lande an die Eroberung der Oemcindestuben hcrangehen und besonders bei den bevorstehenden Wahlen der Fester Isr. Kultusgemeinde mit einem festiimrissenen Programm auf den Plan treten werden. Dr. Fritz Uli mann, General- Sekretär des tschechoslowakischen Eandesverbandes, sprach hierauf über die Weltlage des Zionismus. Nach der mit lebhaftem Beifall aufgeiionuneuen Rede referierte Dr. Ludwig Foder über das Gcmeindcprogramni der Zionisten. Im Verlauf der Kemmissionssit/ungcn wurde eine Entschließung angenommen, die die Koalitionsexekutive begrüßt, besonders deren Präsidenten, Chaim Weizmann. A. F. ■>״ FF-MASS-ANZUG au• guten deutschen Maßatoffan RM100.-,120.- aus anglischan Mafiatoffan RM 130.— FF-KLEIDUNG-FF Zentrum: Spittelmarkt 11,12 u. 13 Oldenburger Str. 48, EckeTurmslr.

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