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Jüdische Rundschau · 1935-11-01 · Heft 88 (1.11.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 88 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88, 1. XI. 1935 Verborgene Schätze in der Berliner Staatsbibliothek Meyerbeers Nachlaß zunehmendem Maße wendet die jüdische Welt selbst in den• jenigen Kreisen, die zionistischen Oedankengängen fernstehen, ihre Aufmerksamkeit sowohl den positiven, wie den negstiven Erscheinungen palästinensischen Lebens zu. Die Land• flucht und der Urbanisierungsprozeß der palästinensischen Judenheit, der prozentuelle Rückgang des landwirtschaftlichen Sektors und die Spekulationssucht einer wenig kontrollierten jüdischen Einwandcrermasse werden auch außerhalb Palästinas mit Besorgnis und Unruhe verfolgt. Sie geben uns die Mögliehkeit, den Gedanken des Keren Hajessod als des zentralen Fonds, von dessen Budget die Bekämpfung dieser Erscheinungen und die Gesundung unseres palästinensischen Lebens abhängt, zu popularisieren und zu verwirklichen. Wir kön• ת en uns den Luxus hundertprozentiger Wahrheit erlauben, können die Folgen der Unzulänglichkeit unseres nationalen Kapitals für den Ausbau unserer Heimstatte in aller Offenheit schildern und — angesichts der Oefahrenmomente, die die gegenwärtige Entwicklung Palästinas in sich birgt —, eine Vervielfachung der Mittel des Keren Hajessod als dringendstes Gebot palästinensischer Gegenwart verlangen. Die Verwirklichung dieser Forderung wird durch die immer stärker werdende Verbundenheit des Jischuw mit der außerpalästinensischcn Judenheit w esentlich begünstigt. Ueber 50 000 Juden verlassen jährlich ihre früheren Heimatländer und wandern nach Palästina aus. Sie hinterlassen in diesen Ländem zahlreiche Verwandte, die die Entwicklung Palästinas mit zunehmendem Interesse verfolgen und vielfach selber bereit sind, nach Palästina auszuwandern, ln systematischer Werbearbeit müssen diese organisch mit Palästina verbundenen Juden durch den KH. erfaßt und in den Dienst des Aufhaus gestellt werden. In viel stärkerem Maße, als es bisher der Fall war, wird daher der KH. in der koniinenden Arbeitsperiode Palästina- Einwanderern und Palä stina-intercssenten gegenüber seine Rechte geltend machen müssen, Palästina öffnet seine Tore Zionisten wie Nichtzionisten, dem Judentum Entfremdete und selbst ehemalige Gegner wandern nach Palästina ein, sie und ihre Kinder werden Nutznießer unseres Aufbauwerkes. Fragen wir auch niemanden nach seinem Glaubensbekenntnis, so verlangen wir aber, daß Juden, denen Palästina während dieser Jahre Ausweg und Rettungsanker geworden ist, ihre Pflicht dem Lande gegenüber erfüllen. Dieser Pflicht an Palästina interessierter Juden, sich am KH. zu beteiligen, wird in Zukunft in vielen Phallen eine entsprechende «bligator i s c!1 e Form gegeben werden müssen. — Bereits jetzt hängt es teilweise von uns ab, nach mancher Richtung hin *Wandel zu schaffen. Unsere Palii-.tina-Acmtcr und unsere Bcratungsstellcn, tm*ere amtlichen hmtan/en und unsere Wirt- Schaftsinstitute stehen jedermann zur Verfügung. Im Interesse unseres Aufbauwerkes sind sie aber berechtigt und verpflichtet, darauf zu achten, oh und in welchem Maße die Palästina-Wanderer, die sie betreuen, ihre Pflicht Ercz Israel gegenüber erfüllt haben. Denjenigen, die an unserer Arbeit teilnchmen, werden sie unter allen Umständen den Vorrang vor denen cinräumen müssen, die ihre aktive Teilnahme am Aufbauwerke verweigern. Im gleichen Zusammenhang wird der stärkeren organisatorischen Verbindung der Jewish Agency mit dem KH. speziell« Aufmerksamkeit zugewendet werden müssen. Der nichtzionistischen Fifty sind bei der Gründung der Jewish Agency Rechte in Erwartung ihrer finanziellen Lei• stungen gewährt worden. Die Ausübung dieser Rechte soll nunmehr von der Erfüllung der entsprechenden Pflichten dem Finanzinstrument der Jewish Agency, dem KH. gegenüber abhängig gemacht werden. Gleichzeitig soll aber auch all denen, die dieser Pflicht genügen, aktives und passives Wahlrecht für die entsprechenden Gr«■ mien der Jewish Agency eingeräumt werden. Dieser vom Kongreß neuerdings anerkannte Grundsatz wird in Zukunft in der Weise verwirklicht werden müssen, daß die Wahlen in den Council der jewish Agency von Körperschäften vorgenommen werden, die direkt oder indirekt von Zeichnern des KH. gebildet werden. Neben «der Notwendigkeit, den KH.-Zeichnern das Hecht zu gewähren, sich an der Willertsgestnltung der Jewish Agency zu beteiligen, wird für die Durchführung dieses Grundsatzes die Erkenntnis maßgebend sein, daß die organische Verbindung des KH.- Zeichners mit der Jewish Aecncv auch eine stärkere Beteiligung am KH. zur Folge haben wird. Im Zeichen des 15jährigen Kcren-Hajessod-JuhilHums werden alle diese Aufgaben und die hiermit zusamm entlang enden Probleme der kommenden Arbeitsperiode des KH. ihr Gepräge geben. Die Beseitigung der Schäden, die der Rückgang der Eingänge des KH. während langer Jahre verursacht hat, die Normalisierung unserer sozialen Struktur und die Wiederh«•Stellung: eines prozentuell gesunden Verhältnisses zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung werden die vornehmsten Aufgaben der KH.-Arbeit wahrend der kommenden Jahre sein. Stil und Charakter der KH.-Arbeit werden aber auch weiterhin durch die Erkenntnis bedingt sein, daß die Judenheit der Welt in zunehmendem Maße Interesse an der Ent- Wicklung Palästinas nimmt, daß der Aufbau Palästinas nur durch die aktive Mitarbeit der Juden aller Länder möglich ist, daß die Teilnahme an diesem Aufbau die Erfüllung einer SteuerpfUcht de* einzelnen Juden Erez Israel gegenüber bedeutet. Fremd rassige Wissenschaftler. Die in Nr. 84 vom 18. 10. ■unter dieser Üeberschrift erschienene Notiz, die sich mit einer Glosse aus der ״Deutschen Juristen-Zeitung“ vom 15. Oktober beschäftigte, hat in ihrem ersten Teil zu Miß- Verständnissen Anlaß gegeben. Es heißt dort u. a.: ״Kant und Spinoza werden als Beispiel dafür angeführt, wie sich Werke, die unverkennbar deutschen (feist atmen, von den Arbeiten fremdrassiger Philosophen abheben.“ Dieser Satz sollte selbstverständlich sinngemäß bedeuten, daß Kant und Spinoza in dem Artikel der ״Deutschen Juristen-Zeitung“ als Ge- ^:ensätze hingestellt wurden. Der z.ugründe liegende Satz autet im Originaltext: ״Umgekehrt kann das abstrakt philo- *ophische Werk unverkennbar deutschen Geist ahnen und sich deutlich von den Arbeiten frerndrassiger Philosophen abheben; man denke z. B. an Kant und Spinoza.“ Eine Anregung für den Kulturbund Von Oskar Baum Ueberwimdenc Epochen mit Ihrem Glanz und ihren Fehlem können für die Entwicklung eines Volkes nur dann dauernd von fruchtbarem Einfluß sein, wenn treue Erinnerung sie in ihrer lebensvollen Wahrheit festhält. Die letzten 150 Jahre, die eine so einschneidende Bedeutung für das Schicksal der Juden hatten, sind vor allem in den Kunstwerken und im Lebensbild der Künstler klar gespiegelt, die stärker als Persönlichkeiten auf sonst einem Gebiet laaenschaftliehen Meinungsstreit für und gegen das Judentum entfachten. Als Richard Wagner die französische Oroße Oper aus ihrer führenden Stellung in der Weltmusik verdrängen mußte, um für sein Musikdrama den ihm gebührenden Raum zu schaffen, schrieb er nicht eine rein musikalische Auseinander- Setzung, sondern die Kampfschrift ״Das Judentum in der Musik“, die bekanntlich in einem Angriff auf M eyerbcer gipfelte. Vorher, als der große Giaeomo, der Beherrscher der europäischen Weltbühne, von Begeisterung umschwärmt, mit Ehren überhäuft, als der Meister des Jahrhunderts gefeiert wurde, dachte niemand daran, seine zündenden Melodien, seinen unfehlbaren Theaterblick, seine unerreichte Technik auf die besondere Veranlagung ״jüdischer״ Eigenart zurückzu führen. Sobald sich aber die Epoche zum Untergang neigte, deren Vollender er war, seine Mängel und Schwächen hervortraten, die vielfach die Mängel und Schwächen seiner Zeit Waren, wurden diese einzig aus seiner jüdischen Abkunft hergdeitet. Bestenfalls suchte man seine Schattenseiten mit dem Anschein der Objektivität aus dem geschichtlich gewordenen Judcnschicksal zu ״erklären“ und damit jüdischen Kunstlern für alle Zukunft die Möglichkeit einer von diesen Mangeln und Schwächen freien schöpf erisdien Tat von vornherein abzusprechen. Wir wählen als Beispiel eine durchaus wohlmeinende Meyerheer-Biographie des Musikgelehrten Julius Kapp aus dem Jahre 1920, die ehrlich darum ringt, zumindest dem Mensch«! Meyerbeer, seinem vornehmen Charakter, der überlegenen Objektivität und künstlerischen Gewissenhaftigkeit gegenüber seinen Feinden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sein Kunstschaffen aber schildert der Biograph, vollkommen überzeugt, daß er sich von jedem Vorurteil freihalte, als ״das Ringen des jüdischen Genies mit der inneren Zerbrochenheit seines Volkes, das in verschwindenden Minderheiten unter die Völker Europas zerstreut, immer gezwungen war, sich zu . verstellen, sein eigenes Innere zu verheimlichen. Ihr Edelstes, Erhabenes mußten sie mißtrauisch vor jedem profanen Ohr verbergen“. Darum bleibe es nun den Juden verwehrt, ״nicht etwa wegen Minderwertigkeit ihrer Rasse sondern als notwendige Folge historischen Weltgeschehens“ eine echte Oenletat zu vollbringen, d. 11. Tiefstes aus ihrer Seele hinauszwschleudern, eigenes Erlebnis in neue, allgemein gültige Form zu gießen. So muß ״über die Dürftigkeit des Inhalts die virtuose Form, die Steigerung der äußeren Mittel, die sensaiionelle Note hinwegtäuschen“. Der jüdische Künstler versage, nicht weil er zu viel, zu Hohes anstrebe, sondern, ״weil er aus einem Quell schöpfen will, der versiegt ist, sich etwas abringen will, was er gar nicht mehr hat“. Als Beispiel dieses vergeblichen ״krampfhaft aufgepeitschten Schaffensdran!js“ bezeichnet Kapp in der Oper Meyerbeer, fn der Symphome Gustav Mahler. Auf diese Behauptungen folgt dann allerdings etwas Ueberraschendes: Nachdem •der Autor beide Extreme, die Meyerbeersehe H ochsten tfaltimg׳ der großen Oper wie das Wagnersche Musikdrama als Sackgassen bezeichnet hat, begrüßt er als ״neuen Messias der dramatischen Musik“, der ״die Brücke wieder rückwärts schlägt nach dem fruchttragenden Mutterschoß der Oper“ — Franz Schreker. Gewiß soll nicht bestritten werden, daß, wie alle Meister, auch die jüdischen Blutes ihre Mängel und Schwächen haben. Wer von uns wüßte nicht, welche Gefahren utnsern schöpferischen Begabungen in der Gallith durch die Assimilation8- Verlockung wie durch die Wurzelschwäche drohe? Wer fühlte nicht schmerzlich die Male unseres Zwitterdaseins in den Offenbarungen unserer schöpferischen Geister? Aber eben darum erkennen wir auch das Heroentum derer, die trotz diesen Gefahren und Hemmungen oder durch deren Ueber- Windung doppelt stark geworden, mit eruptiver Gewalt das Geheimste ihrer Seele aus sich hcrausschleudern, zu den Urquellen hinabdringen und oft ohne es selbst 7,u wissen — das Wesen ihrer Eigenart und damit das Ticfst-Menschfiche in ergreifendster Wahrheit zum Tönen bringen. Je echter und eigener sie sind, desto fremder erscheinen sie freilich denen, die sie falsch einreihen, desto leichter werden sie mißverstanden. In der Bemühung, diesem Mißverständnis vorzubeugen, in der unbewußten Angst, nur ja richtig verstanden zu werden, werden sie nur zu leicht überlaut und übertrieben. Und in dem zmn Himmel fahrenden Feuertemperament des Juden sprengen sie den üblichen Rahmen der Form, was als kraß, sensationslüstern, als äußerliche Uebcrsteigerung der Mittel empfunden wird, da es nicht schlechtweg als um schöpferisch bezeichnet werden kann. Aus der gleichen Ursache stammt das gegenteilige Extrem, das zerflicliend-milde, übertricben-weiche, das man Sentimentalität nennt. Daß aber die ״genialen Inspirationsblitze“, die selbst von den Verächtern inmitten des ״nur-virtuosen“ jüdischen Schaffens nicht geleugnet werden, die Schwächen überstrahlen, beweist nidrt nur die naive Gefolgschaft der Massen ihrer Zeit, sondern auch die Bewunderung der feinsten bodenständigen führenden Geister. Wir wollen nur Schumanns Verehrung für Mendelssohn erwähnen, Berlioz’, Rossinis, Liszts begeisterte Worte über Meyerbeers Schaffen, Goethes Ausspruch: Meyerbeer sei unter den lebenden Komponisten der einzige, den er für befähigt und berechtigt halte, zu seinem Faust die Musik zu schreiben. * Diesen Ausführungen liegt ein aktueller Anlaß zugrunde. Meyerbeers Nachlaß, der in der Berliner Staatsbibliothek ruht, durfte, nach den seinerzeitigen Vereinbarungen bei der Schenkung, erst 1934 der Oeffcntlichkeit zugänglich gemacht werden. Er enthält nicht nur ausführliche Tagebücher, die für Musikhistoriker von größtem Interesse sind, sondern auch /.ahlreiche unveröffentlichte Kornositionen, unter denen es vielleicht manche Kostbarkeit gibt. 1an weiß z. B. von einem Opernfragment ״Judith“. Da im Deutschen Reich die Pflege des jüdischen Kunstschaffens dem jüdischen Kulturbund überlassen bleibt, wäre zu wünschen, daß der Nachlaß diesem zur Verwertung überlassen werde. Es ist nicht nur eine Ehrenpflicht für uns, sondem auch eine dankbare musikwissenschaftliche Aufgabe, dom Werk des großen Künstlers und vornehmen Menschen bis in seine geringsten Äußerungen mit Liebe und Sorgfalt nachzugehen. Ein gründliches biographisches Werk von imbestechlieber Objektivität und eine vom modernen Gesichtspunkt aus 1 durch gearbeitete Gesamtausgabe seiner Werke sollte von einem i Mäzen einem der vielen brotlos gewordenen jüdischen Mimikgelehrten in Auftrag gegeben werden. Juden und Landarbeit Eine AeaBerang Sir Arthur Wauchopes Ueber Juden als Landarbeiter in Palästina äußert sich High Oominissioner Sir Arthur Wauchope in einem Vorwort, das er zu einem soeben im Verlag von Methuen and Company unter dem Titel ״Palestine Caravan“ erschienenen Band von Palästinaskizzen des Versitzenden des Verbandes der jüdischen Landwirte Palästinas! Mosche S m i 1 a n s k y, geschrieben hat. In dem Vorwort zu dieser englischen Ausgabe heißt es: ״Dieses Buch wird dazu beitragen, die falsche Vor- Steilung zu beseitigen, daß Juden nicht geeignet seien, den Boden zu bearbeiten und Oedland in reiche Farmen zu verwandeln, und den Beweis dafür zu erbringen, wie sehr ihre Liebe zu dem historischen Land von heroischer Anstrengung erfüllt ist; es zeigt auch, daß der Araber von lebhaftem Geist ist, bereit zu lernen und beseelt von einem tiefen Gefühl fiir Menschlichkeit. Ich kann bezeugen, daß Araber wie Juden das alte schottische Sprichwort ,Wo kein Strauch, da keine Frucht‘ als wahr erkannt haben.“ Demnächst erscheint LAND DER JUGEND Das Buch der Klnder-Rundschau Eine Sammlung der schönsten Erzählungen, Äßen* teuer, Erlebnisse, Lieder, Legenden, Gedichte, Spiele und Bilder aus den drei Jahrgängen der Kinder- Rundschau, der von der jüdischen Jugend stets mit Spannung erwarteten Beilage der ״Jüdischen Rund» schau", vermehrt durch neue Erzählungen und Bilder. Ein Budi, an dem die Jugend selbst mitgearbeitet hat, und das ihren Geist atmet. Das schönste Chanufckah ״ Geschenk Reich illustriert, in mehrfarbigem Halbleinenband. VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU G. m. fe. H. Berlin W15 Meinekettr. 10 Ministerpräsident Göring: zur Judenfrage Bei der FühreTtagung «der NSDAP, ■des Gaues Schlesien in Breslau sprach Ministerpräsident General O bring. Er führte nach dem Bericht des ״Volk .Beobachters“ u. a. aus, daß mit den Nürnberger Gesetzen ein wichtiger Punkt des Parteiprogramms durchgcsetzt worden sei. Die neben dem Flaggengesctz erlassenen Gesetze seien notwendig gewesen, ״um auch jenen unerhört wichtigen Punkt durchzuführen: Die Reinhaltung unserer Rasse und damit die Wiedergeburt des deutschen Volkes zu sichern, darüber hinaus auch dafür zu sorgen, daß nicht jeder, der zufällig in Deutschland oder in Deutschland anwesend ist, die gleich«! Rechte haben soll, wie der, der verantwortungsbewußt sein Deutschtum zu vertreten gewillt ist. Das sind Selbstverständlichkeiteii, die nur einem libcralistisch-marxistischen System nicht eigen waren. Selbstverständlich, wenn ich alles in der Gleichmacherei gleich anerkenne, dann ist die logische Folgerung, daß ich schließlich auch jeden Juden zum Reichsbürger zu stempeln habe. Wenn aber ein Reich und ein Volk rassebewußt in der Erkenntnis der Zusammengehörigkeit seines Blutes ist, damit aber auch die Kraftströme dieser Rasse und dieses Blutes freilegt, dann muß dieses Volk «s selbstverständlich als richtig empfinden, die Leitung seiner Geschicke nur rasseeigenen Menschen anzuvertrauen״ An einer anderen Stelle der Rede sagt Ministerpräsident Göring It. ״Frankf. Zeitung“ vom 29. Oktober: ״Wenn ich immer wieder sehe, wie man unser Rassen- Programm ausspielt, um dabei ein besseres Geschäft zu machen, dann möchte ich sagen: ״Du gehörst in die Wirtschaftspartei! Zieh das Braunhemd aus, du hast dich geirrt!“ Wenn in einer Straße Berlins sechs jüdisehe Kleider); eschäfte sind und nur ein deutsches, und wenn acht Tage später, nachdem nicht mehr beim Jucten eingekauft wird, die Anzüge und Kleider bei dem Deutschen um das Doppelte steigen, dann gehört er mit zu den sechs Juden. Das ist fürwahr das lJ11 nationalSoziaIistischste, was es gibt, unsere geheiligten Grundsätze auszuspielen zu gemeinem Profit. Wir werden in Zukunft hierauf das schärfste Augenmerk richten, und ich werde rücksichtslos solche Geschäfte ausmerzen, die derartige Dinge betreiben.“ llauptschsiftleiter: Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin VV 15• Anzeigenleiter u. verantwortlich fiir den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin - Tempclhof. Gütig: Anzcigen-Preidiste 4 vom 15. Oktober 1935. Verlag und Anzeigenverwalturig: Jüdische Rundschau, Berlin W15. Meinefcestr. 10. D.-A. Sept. 39 137. — Prack: Siegfried Scholem, Berlin-Schönoberg. Sachgemäße u, schleunige Durchführung Ihrer AUSWANDERUNG nach Generalrepräsentanz in HAIFA Amtager.-Rat e.D. Df^Aaah—T Dinl -Kaufmann Dr• Faul StlHMifMUlMr Oberreg.-Rat a. D. R• KMMfMMT HOUSE JEWISH CH AMBER OK COMMERCE •MlaWtS, IMa«k«rtn•• « / Telephon: J1 Binaercl 2856 Haifa, P. o. B.266 * Telefon 197 a*bea tieai P. I * tl Am t / 9K tri» ö Vhr und 16■4 hi. 19 Uhr V1rnSg«B11lqul4atioa1a / Traailtrpr «(•kt# Palästina und anderen Ländern Eigenes Büro in TEL-AVIV Dr. iur. W. Marx« T«l>Aviv 18 Schaiom Al*tch#n» Str.* Ecke Beo Jehud* Road / Aal1|tt11r1t«a|

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