Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 86 (25.10.1935)
- Date
- 1935-10-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 jüdische Rundschau Nr. 86, 25. X. 1935 Das Boden-Problem Zu den Kongreß - Beschlüssen über Bodenspekulation Von Dr. Albert B a e r, Haifa Die Beschlüsse des Kongresses über die Bodenfrage (vgl. ״J. R.‘• Nr. 72 Seite 6) — wie auch die vorangehenden Be- Schlüsse der Konferenz des KKL in Luzern — bringen in Form und Inhalt nichts Neues. Soweit in der Bodenfrage überhaupt eine neue Konzeption vorhanden ist, nämlich •die Tendenz der Exekutive, an die Regierung mit Vorschlägen heranzutreten, die dem Muster der Hufe-Konzession entsprechen, wurde diese jedenfalls nicht zum Gegenstand einer Resolution gemacht, so daß nicht mit Deutlichkeit zu ersehen ist, ob der Kongreß diese Tendenz für richtig hält oder nicht. Bevor auf die gefaßten Beschlüsse im einzelnen eingegangen wird, muH noch darauf hingewiesen werden, daß Formuliertingen wie ״Kampf mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ (Beschluß 12b) schon dann Mißtrauen gegen die Bedeutung des Beschlusses erwecken, wenn solche ״zur Verfügung stehenden Mittel“ nicht im einzelnen angegeben sind, sondern nur ein Beispiel angeführt ist. Nicht minder bedenklich ist der Beschluß, ״energische Mittel“ anzuwenden, wenn die Aufzähluaig dieser energischen Mittel nichts weiter bringt als längst bekannte Dinge (Beschluß I2a). In den jetzigen Be- Schlüssen zu 12 wird also •gegen die Bodenspekulation protestiert, ohne daß dieser höchst unklare Begriff irgendwie definiert w orden wäre, was allerdings auch außerordentlich schwierig ist und im allgemeinen und mit Bezug auf die pala-dinenei .dien Verhältnisse eine besondere Abi!» ullung erfortlern würde■. Offenbar glaubten aber die Verfasser der Resolution, daß jetkr weiß, was damit gemeint ist, obwohl doch im Lande bekannt ist, daß man sich, abgesehen von zwei Fallen, über den Begriff keine klare Vorstellung macht und eigentlich jeder, der mit Boden zu tun hat, immer nur den anderen für einen ,,Spekulanten“ hält. Die beiden Falle aber, über die eine allgemeine Hebereinstimmung besteht, sind ein Vergehen nationaler und ein Vergehen persönlicher Art. Das nationale ist die sog. ״Haßagath hagewttl“, die P r e i s ü b e ז b i e t u n g beim Erwerb von Böden ans nichtjüdischer Hand, und das Verdrängen schon vorhandener Käufer, besonders wenn nationale Instituüonen als solche auftreten. Das persönliche Vergehen ist die Vorspi e g e 1 u n g falscher Tatsache n, Verkaut nicht go-irherter Böden, falsche Angaben über Ligenschäften 11. a. Gegen dieses letzte Vergehen richtet sieh der Beschluß 12a 2, der eine Kontrollkommission verlangt, die in der La׳״c 1-t, autorisierte Informationen über Boden verkaufe zu gehen, um das Publikum vor Schallen durch ״unsolide Tätigkeit“ zu bewahren. Leber Haßagath hagewu! ist merkwürdigerweise kein Beschluß gefaßt. Fs war hierzu wiederholt in der Presse ein Ehrengericht vorgeschlagcn worden, uni solche durchaus nicht vereinzelten Fälle zu untersuchen und die nationalen Sünder öffentlicli zu diffamieren. Es ist bei der Betrachtung des Gesamtkomplexes häufig übersehen worden, daß die vor dein Kongreß unternommene Zeitungskainpagne des ״Dawar“ und ״Haarcz“ sich im wesentliehen gegen diese beiden Sünden richtete, während der ״anständige Uodenhändler“ offenbar als legitimer Beruf an erkannt wurde (vgl. z. B. ״Dawar•‘ vom 11. 2. 35). Der Be- Schluß 12 a 1 befaßt sich mit der Errichtung des zentralen Bodenkaufsinstituts. Mit Recht erwähnt der Beschluß, daß schon der XV!II. Kongreß diese Gründung verlangt hat, die Autoren hätten sogar bis auf die Londoner Konferenz des Jahres 102!» zurückgdien können. Auch in der ״J. R.“ ist darüber häufig geschrieben worden, zu'ctzt noch im Januar 1033. Leider hat in der Debatte, die der Verfasser dieses Artikels damals mit Adolf B•'ihm führtder Verfasser recht behalten: dieses Institut ist bisher nicht geschaffen worden. Man muß auch nach der Erfahrung von 15 Jahren weiter skeptisch!)!eiben, m-IIM hei allem Zutrauen, das man zu der Aktivität der Exekutive haben kann. Es durfte einleuchten, daß die Bodetisnektilaüon durch ein solches Institut wohl eingeschränkt, aber nicht ausgeschlossen werden kann, Nämlich «•inr»1״wh1änkt mir soweit und solange, als dieses Instiiul über genügende Böden zu Preisen verfügt, die unter den Taecsprcisen liegen, und auch nur dann, wenn es über so gewaltige Mittel verfügt, daß es zum Beispiel ein Vn r k a 11 f •- r ec 1! t vereinbaren,;11-0 den Weiterverkauf ihres Ankäufers tmd weitere Verkäufe von 1 fand zu Hand vorhin- (lern kann. Ls ist ja bekennst, daß z. B. PU Kl, unser nationales Bodenkanfcinsfitut, dieses Vorkaufsrecht vielfach in seine Verträge mitgenommen, aber nicht durchgcsetzt hat, nämlich aus Mangel an Mitteln und weil die Neuerwerbungeu aus iiiditiiidischcni Besitz auch bei jetzt vorhamlcnen größeren Mitteln i nitrier im Vordergründe des Interesses stehen. Fs ist weiter bekannt, daß in Tel-Aviw, obwohl dort nach einer auch in der ״J. R.“;!!)gedrückten Dar-telliing •des ״Dawar“ noch Ikxlcn in iiidischcm Besitz ist, der für eine Million Menschen in städtischer Siedl ungsweise aiisivicht, die Bodenspekulation nichtsdestoweniger im Schwünge ist, tmd daß in Haifa in der Haifa-Rav trotz der Riemen des KKL 1>:i\ate Böden lebhaft naclurcfragt sind und von Hand zu Hand gehen. Ein Allheilmittel ist also das zentrale Rodenkaufsinstitut keineswegs. Der schon zu 12b erwähnte Beschluß wendet sich in seinem praktischen Teil an die Bank- und Kreditinstitute des Landes, mit der Aufforderung, jede Geldunterstützung dort zu versagen, wo Bodenspekulation kreditiert werden soll. Wenn überhaupt, dürften nur die nationalen Banken geeignet sein» der Aufforderung des Kongresses Folge zu leisten, wenn sie nicht gerade den Begriff ״Bodenspekulation“ anders verstehen als die Verfasser der Resolution. Die zahlreichen privaten Banken dürften sich in dieser wie in allen anderen Sachen lediglich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten richten» ganz abgesehen davon, daß in vielen Fällen der Kreditanträge gar nicht ersichtlich sein wird, welcher Zweck mit dem kreditierten Golde verbunden sein soll. Damit sind die Beschlüsse zur Frage der Bodenspekulation erschöpft. Der ersten Feststellung, daß sie nichts Neues bringen, kann nur die ebensowenig tröstliche Behauptung hinzugefügt werden, daß sie gar nichts Neues bringen kennten. Wir müssen uns darüber klar werden, daß in der gegenwärtigen wirtschaft'ichen und politischen Situation die Boden- Spekulation wohl hier und da eingeschränkt, aber niemals aus geschaltet werden kann. Das wird solange dauern, bis diese wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse sich ändern, gegen die alle Proteste und ״energischen Kampfrufe“ vielfach wohl moralisch gerechtfertigt, aber letzten Endes wirkungslos sein werden. Jedes Lehrbuch der National- Ökonomie belehrt uns darüber, daß in jeder Gesellschaft, die nicht vollkommen staatlich gebunden oder geplant ist, Spekulation mit allen freien Objekten der Wirtschaft getrieben wird, mit beweglichen und unbeweglichen Gütern und mit denen am meisten, die am wenigsten vorhanden und am begehrtesten sind. Deutsche Einwanderer z. B., die in der Aufführung ״Prosperity“ des Kabaretts ״Matatc“ über die drei Bodenhändler erstaunen, von denen der eine von einem Boden gehört, der andere ihn gesehen und der dritte sogar darüber mit einem Effendi gesprochen hat, haben vergessen, daß z. B. im Deutsch- Iand der Nachkriegszeit auch Auslandsware verkauft wurde, von der einer nur gehört, der zweite sie gesehen und der dritte sogar mit einem angeblichen Fabrikant aus Amsterdam gesprochen hat, d, h. solange begehrte Gegenstände übernaupt noch da sind und dem freien Handel unterliegen — und der Handel ist in der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung Palästinas frei — wird damit spekuliert. Daß überhaupt die Bodenspekulation in Palästina nichts Neues ist, wie manche Uninformierte annehmen, ergibt sich aus den verschiedenen Büchern von Granowsky über die Bodenfrage in Palästina mit aller Deutlichkeit, wobei insbesondere auf das Jahr 1925 mit seinen im Eingang dieses Artikels dargestellten menscliliehen und nationalen Versündigungen hingeiviesen ist. (AchadHaam schrieb darüber schon 1890! — A.d.Red.) Damals wie heute hat es übrigens auch Leute gegeben, die erklärt haben, daß die Gefahren der Bodenspekulation übertrieben werden, so z. B. in letzter Zeit S. Schocken, vgl. ״J. R.“ vom 1. 2. 35. Hieraus ergibt sich gegenteilig, daß die Bodenspekulation insoweit eingeschränkt oder ausgeschlossen wird, als di« Wirt- Schaft nicht frei ist, d. h. staatliche Eingriffe erfolgen, sei es in der milden Form aller mögliclicn Besteuerungen oder in der scharfen Form einer staatlichen Genehmigung jeder Transaktion oder indem man gewisse Tatbestände gesetzlich für verboten oder strafbar erklärt, wie z. B. den aus der Nachkriegszeit bekannten ״Kettenhandel“. Diese Mittel, die theoretisch geeignet sind, die Bodenspekulation zu bekämpfen, sind aber für die gegenwärtige jüdische Situation in Palästina mit aller Entschiedenheit abzulehnen, vgl. auch den Beschluß Ha, der der Exekutive aufträgt, gerade umgekehrt die Beseitigung aller rechtlichen Schwierigkeiten beim Bodenerwerb zu verlangen. Es ist auf dem Kongreß von Ussischkin mit Nachdruck darauf hingewiesen worden, daß, während in den letzten Jahren der Jischuw um 50>1•׳ gewachsen ist, der jüdischc Bodenbesitz nur um 6'L> gesteigert werden konnte. Von 1920 bis 1031 sind 1 600 00(1 Dunarn in jüdischen Besitz, iibergegangen, wovon der KKL 315 000 Dunarn erworben hat, der Rest ist also durch ganz oder teilweise private Tätigkeit und jedenfalls itn wesentlichen zu privaten Zwecken gekauft worden. Für die Zukunft: Jedes Programm planmäßiger Verteilung der neu einwandernden Bevölkerung sieht vor, daß 20 ״ö der Einwanderung, ca. 1000 Familien im Jahr, auf dem Lande angesiedelt werden. Wie groß oder klein man auch die Fläche ansetzen mag, die zur Durchführung solches Mindest- Programms erforderlich ist, immer wird es sich um jährlich neu zu erwerbende Bodenflächen handeln. Der KKL wird leider auch bei noch größerer Steigerung seiner Einnahmen nicht in der Lage sein, den erforderlichen Boden her ei (zustellen, zur Zeit hat er jedenfalls keine Reserve, wie Ussischkin in seiner Kongreßrede dargcsteilt hat. Ucbrigens gibt jede offizielle Meinungsäußerung des KKL seihst davon aus, daß Geulath Haare/ auch durch privaten Bodenerwerb vor sich gehen muß, vgl. 1. B. Seite 14 der Broschüre des KKL ״Der Erlöser des Bodens“ und zahlreiche Stellen in den angcführtet! Büchern von Granowsky. Bei jedem solchen Erwerb aber, sowohl dem des KKL wie dem von privater Seite, wäre jede beschränkende Regicriingstnaßnalime, von denen es heute schon mehr als genug gibt, für uns von Uebel und hinderlich. Ebenso würden bei der gegenwärtigen Situation Steuern, wie Wertzuwachssteuer oder Steuern aut unbebautem Bodenbesitz oder Grunderwerbssteuern — und welche anderen Maßnahmen immer jetzt vorgeschlagen werden —, so gerecht sie an sich und in einer anderen politischen und wirtschaftlichen Konstellation sein mögen, eine Regierung bereichern, die ohnedies holte Uebcrschiisse hat, oder einer Gemeinschalt zugute kommen, die keineswegs gewillt sein muß, diese Steuern zum Nutzen derjenigen, die sie aufgebracht haben, zu verwenden. Somit befinden wir uns in einer Situation, in der wir privaten Bodenerwerb aus nicht jüdisch er Hand nicht mir dulden, sondern sogar fördern, und wir müssen damit auch die in der Wirtschaft mit dem privaten Bodenervverb verbundenen Kon- Sequenzen mit in Kauf nehmen. Ist schon beim nationalen Erwerb (z. B. •durch die PLDC) die Spekulation nicht ausgeschlossen, um wieviel weniger beim Erwerb durch Private (vgl. z. B. die Debatte über Hule, Beschluß 11c): wer hätte gewagt, gegen den Erwerb von Linie selbst dann zu stimmen, wenn von vornherein fcstgestamlen hätte, daß der KKL. sich nicht beteiligen würde (vgl. auch UssLchkins Rede auf dem Kongreß: ״,Dadurch, daß der KKL solche Preise zahlen muß, tragen wir in der einen oder anderen Form zur Bodenspekulation bei“). So ist die gegenwärtige Situation. Für heute gibt es als wesent'irhes Mittel zur Bekämpfung und Ein;chräiikniig vier Spekulation mir den Erwerb von Boden zu Gemeineigentum durch den KKL, wenn die Weitergabe durch diesen durch geeignete Verträge die Spekulation ausschließt. Es ist zweckmäßiger für eien KKL, diesen Gedanken in den Vordergrund zu stellen und dadurch zu praktischer Arbeit anzuspornen, als durch Proteste und Kekbiirdionen, die zu nichts verpflichten können, das Gewissen einzuschläferii. Ein Jugend ־Kalender Unter dem Titel ״Moladeti“ (Mein Vaterland) ist ein von A. S. Ben-Jischai redigierter ״Kalender für Jugend und Volk‘• (Hauptbüro des Keren Kajeineth, Verlag Rubin Mass) erschienen in Form eines Taschenbuches, das sicherlieh den Schülern der palästinensischen Schulen und sonstigen Jugendlichen, aber auch anderen viel Freude machen wird. Das Buch enthält ein Kalendarium mit sehr instruktiven Notizen und Besprechung der wichtigsten Ereignisse jedes Monats im Zusammenhangmit Palästina, eine Fülle von Merksprüclien zu den Wochenabschnitten, zahlreiche einführende Artikel, die die verschiedensten Seiten des jiidisehen Lebens, sowie Paiästinakunde behandeln, eine Geschichtstabeile der gesamten jüdischen Geschichte, statistische Angaben über die heutige Verbreitung des jüdischen Volkes, eine Anzahl von allgemeinen Aufsätzen über Weitgeographie u. ä., ausführliche Angaben über Pfadfindertum in Palästina und anderwärts, eine Reihe von praktischen Anweisungen für Pfadfinder und schließlich Gedichte und Lieder. Selbst verständlich fehlt auch nicht die Gelegenheit für Notizen und Anmerkungen aller Art, 90 daß das Büchlein wirklich alle Anforderungen erfüllt, die an ein jüdisches Jugend-Handbuch gestellt werden können. Von der Woche Es wird berichtet, daß im Finanzdepartment der Palästina- Regierung zur Zeit der Plan einer 500 000 Pfund-Anleihe für die Stadt Jerusalem bearbeitet wird. Die Angelegenheit wird im Verlauf der Etatsberatungen des Jerusalemer Stadtrats behandelt werden. Die Verhandlungen über den Abschluß eines Handelsabkoinmens zwischen Palästina und Aegypten sind ziemlich weit gediehen. Voraussichtlich werden im November ägyptische Vertreter in Palästina Eintreffen, um die endgültige Textierung■ des Abkommens zu vereinbaren. Die arabische Tageszeitung ״Felestin“ gibt der Meinung Ausdruck, daß es im Fall weiterer internationaler Verwicklungen zur Einsetzung eines M i I i t ä r - R e g i m < s in Palästina kommen werde. In den ersten vier Monaten 1935 wurden für 458518 Pfund Maschinen nach Palästina ei 11 geführt gegenüber 292 267 Pfund in dem entsprechenden Zeitraum des letzten Jahres. Am stärksten ist die Einfuhr landwirtschaftlicher Maschinen und von Maschinen für die Elektrizitätsmdustric gestiegen, ferner Druckereimaschinen, Pumpen und Säemaschinell. Bei Petach Tikwah wird eine neue landwirtschaftliche Siedlung geschaffen, die 74 Familien umfassen soll. Die Palcstinc Economic Corporation, New York, und der Keren Kajcmeth sind an der Schaffung der Siedlung beteiligt. 40 Häuser wurden am 20. d. M. cingewcilit. ״Haarez“ meldet, daß Dr. Weizmann am 6. November zu mehrmonatigem Aufenthalt in Palästina eintreffen wird. in letzter Zeit hat in Palästina eine Reihe von Beratungen alter Vorkämpfer der zionistischen Bewegung stattgefunden. Es wurde ein Komitee gewählt, das die Aufgäbe hat, die ״Veteranen‘' des Zionismus zu organisieren und ihre Forderungen zu vertreten. Auch der ״Brit harischonim“ hat sich hinter die Aktion gestellt. Zu Ehren des amerikanisch-jüdischen Puhlinsten Ab. Goldberg fand in Tel-Awiw ein von der Vereinigung der hebräischen Schriftsteller veranstalteter Empfang statt, bei dem Saul Tsclieruicliowski und lakob Fichniann Ansprachen hielten. In seiner Antwort entwickelte Goldberg den Plan der Herausgabe von Werken der modernen hebräischen Literatur in englischer Uebersetzung für amerikanisch-jüdische Leser. Die hebräische Presse feiert in großen Gedenkartikeln den 25jährigen Jahrestag der Gründung von Dagania Alepli, der ersten Kwuzah, die im Jahre 1910 geschaffen worden ist. Die Kwuzah hat aus diesem Anlaß ein Manifest erlassen. Seminar der H. O. G. Am Sonntag, dem 3. November, eröffnet das Hebräische Seminar der Hitachduth Oiej Germania Tcl-Awiw sein Winter- Semester, die zweite Arbeitsepoche seit seiner Gründung. Die Arbeit soll — wie schon in dem hebräischen Namen des Instituts (״Seminar lehischtalmutli bajediioth liarnn weliaarez“) zum Ausdruck kommt, der Vervollkommnung in den Kenntnissen von L a n d u n 11 V o I k gewidmet sein. Wiederum aber soll ein wesentlicher Teil der Seminararbeit darin bestehen, daß die Teilnehmer daran gewöhnt werden, sich mit jiidisehen Dingen in hebräischer Sprache zu beschäftigen. Die Unterrichtssprache ist ausschließlich Hebräisch, aber es wird auch auf das Fassungsvermögen der neueren Einwanderer durch einfache Sprache sowie Gelegenheit zu ungenierter Fragestellung Rücksicht genommen. Die Erfahrungen des vergangenen Semesters haben der Seminar',eitung, an deren Spitze wieder Jakob Sandbank steht, gezeigt, daß der von ihr eingeschlagene Weg grundsätzlich geeignet war, viele Mensehen dem Ziele näher zu führen. Sie hat auch aus den Ertahrungen gelernt. Den Teilnehmern wird mehr als bisher Gelegenheit geboten werden, durch Aussprache und Uebernähme von Referaten, durch gemeinsame Lektüre und gemeinsame Besichtigungen oder Ausflüge aktiv mitzuarbeiten. Der Lehrplan ist wesentlich erweitert und vertieft worden, insbesondere nach der soziologisch-politisch-wirtschaftliclien sowie nach der künstlerischen Seite hin. Es werden 15 Kurse, jeder Kurs eine Stunde allwöchentlich, abgehalten. Durch diese Erweiterung sollen auch die bisher noch nicht erfaßten Schichten für die Mitarbeit gewonnen werden. Neben den allgemeinen tJcberblicken über die großen Hauptebiete unseres nationalen und sozialen Lebens sollen auch urse geboten werden, die tiefer in ein enger umgrenztes Spezialgebiet eindringen. Nicht nur in Tel-Awitv, sondern auch in Jerusalem und Pctach Tikwah sind jetzt aus dem Kreise der Hitachduth Olej Germania hebräische Seminare gegründet worden, die in den nächsten Wochen ihre Arbeit aufnehmen werden. Nachdem der Tel-.Avviwer Versuch des letzten Sommers die Vorbedingungen geklärt hat, verspricht, unbeschadet der sonstigen Kulturarbeit, gerade diese intensive Alethode der Hebraisierurig und Judaisicrting besondere Erfolge. W. Düsterwald Das Programm 1. Gruppe: Das Land 1. Ethnographie und Geographie Palästinas (Braslawski). 2. Geschichte der englischen Kolonialpolitik im Vorderen Orient (Gerda Luft). 3. Industrialisierung und nationale Wirtschaftspolitik (D. Horovitz). 1. Wirtschaftsfragen des Vorderen Orients (Dr. A. Bonne). 5. Sozialpolitik (Dr. Fritz Noack). 0. Palästinas Bodenschätze (Dr. Rosenfeld). 7. Die Araber in Palästina (Assaf). 2. Gruppe: Das Volk 1. Neuere Geschichte des jüdischen Volkes (J. Sandbank). 2. Die neue hebräische Literatur (Dr. Percikowitz). 3. Teuach (Hen). 4. Agadah (Dr. Landau). 5. Der hebräische Stil (Nachutn Lewin). 6. Jüdische Musik (Alice Jakob-Loewensohn). 7. Jüdische Kunst in Erez Israel (Narleiß). 8. Geschichte des Zionismus und seiner Strömungen (Kiinow). Einschreibungen jeden Vormittag, von 10.30 bis 12.30 Uhr, im Büro der HOG., Lilienblum-Str. 26, wo ausführliche Auskünfte erteilt werden, ab 3. November jeweils eine Stunde vor Beginn der Kurse im Seminar (Schluß des Palästina-Teils) Cciu de Co€oyne Obxrfliun, Die Duftkomposition eines Filmerlebnisses Bezaubernd wie das Antlitz einer schönen Frau