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Jüdische Rundschau · 1935-10-22 · Heft 85 (22.10.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 85 (22.10.1935)
Date
1935-10-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 85, 22. X. 1935 Jüdisch! rundscha« Seite 7 Wie gestalte ich den ichabbal? Für Schabbat, 86, Oktober Wochenabschnitt ״Bereachlt“ (I. B. M. 1, 1—6, 8). Diese Sidra bietet eine Fülle von Stoff für die Behandlung aut dem Oneg Schabbat. Wir möchten empfehlen, dall zumindest in den größeren Oemcinden für die Beschaffung des Buches ״Genesis׳* von B. |acob (Scliocken-Verlag) Sorge getragen wird. Mit diesem Buch hat man eine unerschöpfliche Quelle zum Verständnis des 1. Buches. Innige Abhandlungen sind in der Zeitschrift ״Der Morgen‘* 1 ,!!)gedruckt gewesen. I. Besonders empfehlen möchten wir hier eine Misclmah, die die Frage stellt, warum denn mir ein Mensch geschaffen wurde, und auf diese Frage drei sehr schön« Antworten z.u fehen weiß. Es ist die 5. Mischnah des 4. Abschnitts im raktat Sanhedrin. II. Raschi und der Ramban behandeln beide das Problem, warum die Schöpfungsgeschichte in das Pentateuch aufgenon men wurde, das Tür sie doch in erster Linie Gesetz.• buch und nicht ein Buch mit kosmologisdien und historischen Abhandlungen ist. Wir empfehlen, diese beiden Erklärer gemeinsam zu behandeln, wobei man sehr viel Anregungen erhalten wird. Vor lauter Erklärungen vergesse man jedoch den Text selbst nicht. Die Geschichten von Adam und Eva, der Vertreibung aus dem Paradies, von Kain und Abel wirken durch sich selbst stark genug. Man lese sie vor, wenn sie im Urtext nicht verstanden werden, in der U«bersetz.ung von Buber-Rosenz.we:g. Als Hattarah wird Jesaja 42, 5—43, 10 gelesen. Der Zusarnmenhang mit unserem Wochenabschnift ist durch den ersten Satz der Hattarah gegeben. J. E. Die Paradiesesgeschichte I. B. M. 2, 8-3, 24 Wir lesen diese reizende und anheimelnde Geschichte vom Urbcginn und Werden der Menschheit und versuchen, in einem Gespräch uns über die Motive der Erzählung klarzuwerden■ Vor allem fragen wir: Was will 1ms diese Gesc rieht־.׳ sein, was will sic erzählen und was ist ihre Tendenz? Wie sicht sie den geschichtlichen Beginn, den Urzustand der Menschheit? Welche Kalle wird der Erkenntnis zugedacht und welche Folgen hat sie für die weitere Entwicklung der Menschen? Was war der Paradiesgedanke überhaupt in den Augen der antiken Welt? Welche Stellung nimmt der Paradiesgedanke in der Eschatologie, in der Konzeption ״von den koniinenden Tagen“ ein? — Wir wissen, daß jedes Volk, und so auch der antike Jude, sich über Werden und Schicksal der Menschheit, über das schönere Einst und das trostlose Jetzt Gedanken gemacht hat. Der Mensch fand eine harte Wirklichkeit, bitterste Not lind Leiden vor und fragte sich: War das immer so? Gab es nicht einmal eine Zeit, wo die Menschen glücklicher gelebt haben? Ja, antwortet die Erzählung, in seinem Urzustand war der Mensch reiner und glücklicher, er lebte ja in Gottes Nähe, in Gottes Garten und wußte von keinem Leid und von keinen Nöten, er war sorglos und unbekümmert, urwüchsig und kintlesfroli. — Aber in seinem Ueberimit und Unzufriedenheit will er Gott gleich werden und da trifft ihn der Zorn Gottes. Mit der erlangten Erkenntnis, meint die Erzählung, beginnen des Menschen Unrast und Unstetigkeit, die Not und die Lelicnsmühsale. Der Traum des Paradieses is־t ausgetriiumt, die harte Wirklichkeit beginnt. Der Mensch ist aus dem Paradies vertrieben! Der Mann muß den harten Acker i in Schweiße seines Antlitzes bearbeiten und unter Mühsal sich von ihm nähren. Die Frau gebärt in Nöten und Wehen, und nach orientalischer Vorstellung ist der Mann ihr Herr — das ist nun die harte, allerhärteste Wirklichkeit des Lebens, die den Menschen mit tiefer Trauer lind Schmerz erlüllt und deren Ursache die hebräische Antike in dem erschütternden Fluch Gottes sah. Allein der Mensch hat nie aufge hört, den Traum eines zukünftigen großen, vollkommenen Glückes und eines Friedens zu träumen. Man sehnte sich nach dem Glücke der Urzeit zurück, nach der Rückkehr in (las einstige Paradies. Dieser Vorstelhmgswclt begegnen wir ebenso beim Judentum Die Beschlüsse des Hechaluz Die Moeza des Hechaluz ist nach einer eingehenden Ausspräche am 17. d. Mts abends geschlossen worden. Die angenommenen Resolutionen über Organisationstragen setzen das Alter für die Aufnahme in den Hechaluz auf 17 bis 30 Jahre fest. Jeder Chawer muß eine mindestens dreimonatige Probezeit in einem Snif durchmachen. Vorbedingung für die Aufnahme ist der Wille, ein Leben der Eigenarbeit in Erez Israel zu führen und sich in hebräische Arheitslailtur cmzuordnen. Jeder Chawer ist verpflichtet, der Histadrut Kaklalit in Erez. Israel beiz.utrctcn, den Schekel zu kaufen und sich an allen Aktionen des KKL zu lief eiligen. Jeder Chawer muß der ZVfl). angeboren und kann seine sportliche Ausbildung nur iin Makkabi durchführen. Die Moeza erhält in der heutigen Situation und bei den Mitteln, die gegenwärtig der Hachscharah zur Verfügung stehen, eine Hachscharshreit von zwei Jahren für gegeben. Sie fordert von den jüdischen Instanzen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Umfang der Hachscharah zu vergrößern, was mir dann möglich ist, wenn entweder durch Verbilligung der kibbuz.isclien Hachscharah oder durch Erweiterung der Mittel, die dem Machsch:!rah-Wcrk zur Verfügung stehen, eine dementsprechend längere Hachscharahzeit gewährleistet wird. Es sollen alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Hachscharah'־■teilen" zu sichern. Die Moeza betont, daß die Fortsetzung der Hachscharaü bis zur A'ijali erfolgen muß. Die Mittleren-Hachscharah wird als bestehende Einrichtung bestätigt. Der Hechaluz soll sieh bemühen, auch für die Schulentlassenen des kommenden Frühjahrs Aufnahmemöglichkeiten in landwirtschaftlicher und handwerklicher Kollektivansbildung zu schaffen. Entscheidend für die Zuteilung des Zertifikats soll die kulturelle, menschliche und arbeitsmäßige Reife des Chawers sein, ein Arbeiterlebcn in Palästina zu führen. Hierfür ist die größtmöglichste Garantie durch eine kibhuzische Machschar ah gegeben und daher für alle Chawerim anzustreben. Voraussetzung für die Alsjah ist unter den heutigen Umständen bei landwirtschaftlicher Ausbildung mindestc ns 11; Jahre und bei h a n d w e r k I i c h e r A 11 s b i I - düng mindestens 2 Jahre Hachscharah. Ihr Absch'iiß bedingt noch nicht die Ali jah. Obwohl sich sehr viele Chawerim in persönlichen Schwierigkeiten befinden, darf dies trotzdem bei der Bestätigung nicht ausschlaggebend sein. Zur Kulturarbeit wird verlangt, daß allen in die Bewcgiing eintretenden Chawerim die Möglichkeit gegeben werde, eine Erziehungsarbeit durchzumachen, die sie in vollem Maße■ in jüdische Kulturwerte, zionistische und palästinensische Problematik eindringen läßt. Es ist dabei eine Selbstverstandlichkeit, daß bei der Behandlung der zionistischen und paliistinonsischen Gegenwartsprobleme allen Richtungen und Strömungen Rechnung getragen wird, um eine klare und verantwortliche Meimtngsbiloting zu erzielen. Die Kulturarbeit muß von dem Bewußtsein getragen sein, daß ein Eindringen in jüdische Kultur nur möglich ist, wenn sie auch auf den K u I- 111 rwer t en d er jüdischen Geschichte und Vergangen heit aufgebaut ist. Es soll dabei klar zum Ausdruck Gebracht werden, daß die Situation unserer Jugend in dieser eit es in allererster Linie verlangt, daß die wissensmäßige Erfassung des Stoffes der Meinungsbildung vorausgeht, um die Gefahr einer oberflächlichen Betrachtungsweise zu vermeiden. Als Arbeitsformen hat die Moeza beschlossen: Snifarbeit von Gruppen, die mindestens 25 Chawerim umfassen, Schaffung von Intensivgruppen, Organisierung neu hinzukommender Chawerim in besonderen Gruppen; Arbeitsgebiete sind Palästina-Kunde, jüdische und zionistische Geschichte, sowie Gegenwartskunde; die Kulturarbeit in der Hachscharah soll die in der Snif zeit geschaffenen Grundlagen w-itcr atisbauen; die fortschreitende Mebraisierung wird als Grundforderung aufgestellt; die Organisierung der liebröFehen Lehrer und die Schaffung einer Kerntruppe soll versuchen, eine hebräische Atmosphäre in den Snif hineiuzutrageu. Es sollen Bibtiotheken in allen Snifiin und Machscharali-Punkteri geschaffen werden. Der Verlag des I lechaluz soll weiter ausgebaut werden. Begrüßungsadressen 1. ״Die Moeza des Hechaluz, Deutscher Landesverband, begrüßt die Zionistische Vereinigung für Deutschland, in dieser Zeit, in der der Zionismus in Deutschland vor gigan* tischen Aufgaben stellt, versichert der Hechaluz seine Bereitschaft und seinen Willen, dem Judentum in Deutschland, und besonders der jüdischen Jugend, den Weg der schöpferischen und geistigen Einordnung in Frez Israel zu weisen und sie für ihre schweren und vielfältigen Aufgaben im Lande zu erziehen. Der Hechaluz gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Gedanke des Zionismus und der Clhaluz.iiit das gesamte Judentum in I Icutsch'and ergreifen muß mul hofft, daß die Arbeit an dieser erzieherischen Aufgabe wie bisher im Geiste guter Zusammenarbeit zwischen Zioui ti sch er Vereinigung und Hechalu.: geschehen wird.“ 2. ״Die Moeza des Hechaluz in Deutschland begrüßt die Reichs Vertretung der Juden in I k1־ttsch!a״d mul sichert ihre volle Mitarbeit bei der Verwirklichung des von der Reichs- Vertretung beschlossenen neuen Programms z.u. In einem Augenblick erhöhter Jtiilennot ist die Moiva des Hechaluz zusammengetreten, um über die aktuellen Fragen der Arbeit zu beraten. Immer neue Scharen von .Menschen werden in den nächsten Monaten zu uns stoßen und die praktischen Aufgaben der Arbeit werden sich dementsprechend atißerordentlieh erweitern. Aus diesem Grunde fordert die Moeza von der Reichsvcrtretimg die F o r t f ü h r u 11 g der praktischen Arbeiten, vor allem der Hachscharah und Er/icl1t1״gs.1־rbeit, vollste Unterstützung und Bereitstellung neuer Mittel für die Schaffung einer a u s g e d c 11 n t e 11 II a <־ h s c!1 a r a h in Deutschland, in den nächsten Monaten wird erneut die Not- Wendigkeit entstehen, das L r z i e h 11 11 g s w e r k der jüdiseilen Jugend ans/tihaiien. Die von der Regierung beschlossene Schaffung eigener jüdischer Schulen verpflichtet die Reichs- Vertretung bei der heutigen läge der Juden in Deutschland, den Schulen eine Er/iehtmgsform und einen Erziehungsinlialt zu geben, der die jüdische Jugend in besonderem Malle mit den Gedanken des Palästina-Werks und der Rcnaissancebcwegung des jüdischen Volkes verbindet. Hebräische Sprache und jüdische Kultunverte müssen für dieses Scltulwcrk Grundlagen sein und damit der in ihr lieranwachsenilen Jugend wiederum eine Selbstverständlichkeit werden. Die Moeza versichert die Reichsvertrelung ihrer vollsten Unterstützung bei all ihren Versuchen, ein konstruktives Hilfswerk für die Ausbildung und Erziehung der jüdischen Jugend in Deutschland aufzubauen und sichert in weitestem Maße den Einsatz aller organisatorischeii und erzieherischen Kräfte für diese Arbeit zu. In diesem Sinne stellt sich die Moeza des Hechaluz. hinter die von der ZVfl). geforderte organisatorische Aenderung der allgemeinen jüdischen Körperschaften.“ älteren wie neueren Datums wie bei fast allen Völkern des orientalischen wie abendländischen Kulturkreiscs. Im Kampf um die Erlösung der Welt, um den einstigen Erretter wissen auch die Propheten von einem Paradies der Urzeit 7.1! erzählen, dein ein Paradies der End zeit entspricht. — Wüste und harter Acker mußten notwendigerweise das Idealbild eines herrlichen, reich bewässerten Gartens, in dem Bäume und Friichte ohne Mühe und Arbeit, ohne Wassernot wachsen und gedeihen, erschaffen. Dieser Garten voll Köstlichkeit und Wonne war Ursitz der Menschheit, als Gott in ihrer Nähe war, und wird es einst am Ende der Tage für die aus ihrem Leid und den Qualen erlöste und befreite Menschheit wieder werden. Der Urzustand der Menschheit wird noch in der später«n Literatur durch die Fülle des Urlichtes und der offenbarten Herrlichkeit Gottes gekennzeichnet. Eine Midrasch- Stelle (so 7. B. Jalkut Schimoni, Bereschit I), weiß aus- Zusagen: Kraft des Lichtes, das Gott, gebenedeiet sei Er, am ersten Tage der Schöpfung schuf, konnte der Mensch von einem Ende der Welt bis an das andere schauen. Als Gott die Frevler der kommenden Geschlechter und ihre bösen Taten sah, erhob er sich und verbarg das Licht. Und es bleibt für die Gerechten am Ende der Tage aufgehoben..., J. M. Moeza des Makkabi Hazair. Am 17. und 1?. Oktober trat im Anschluß an die Tagung des Hechaluz die Moeza des J i't d i s ■c 11 tu Pfadfinder b 11 11 cl c s M a k k a b i Haz a i r zusammen, um die Wintcrarbeit des Bundes /u besprechen. Ls wurde eine Reihe von Resolutionen gefaßt. 4us dem Hebräischen von Dr, Max Mayer, Jerusalem MÜH IS Jtartflßtcttngt Nachdruck verboten Wie zu sich selbst sprechend, fuhr Jceliicl zur Ucberraschung der Anwesenden fort: ״Wir haben ein junges Mädchen bei uns, die mich gelehrt hat, das zu sagen, was wir Leute vom ,llügtd der Bulle' denheu. Ihr sagtet, daß ihr Männer der Praxis seid, die ihre Unterirclirnungcn mit Ueherleguug und Vertraue» errichten. Denn dies Vertrauen zöge. d«1 Strom des Goldes nach sich. Wenn das nicht eine Illusion wäre, so hätte ich meine Hand dazu gegehen. Aber überleg! es eu׳׳h doch recht: eure nraklische Idee ist, ganz und gar nicht praktisch, denn das Werk des Kapitals, das ihr zu errichten gedenkt, hat kein Fundament; die Märkte, von denen ihr spracht, werden sich gegen 011 <11 erheben, das Kapital wird auiliörm hierher zu strömen, und eure großen Investitionen werden nutzlos vorlan sein. Was werdet ihr dann tun? Mir tut nicht etwa das Kapital leid, das zugrunde gelten wild, leid ist es mir nur um den jüdischen Menschen, der dann »inen Mund öffnen und die Erde des Oerihiiitls verwünschen wird. Dann werden dein Geschäftshaus, Nasson, und deine Industric-Unternehimmgm, Raschan, und eure großen Bauten, meine Herren, mit ihren Mnschinencinriclitungcn bewegunpslos dastehen. Der Sturm des Oedlands wird schaurig über die Krümmer fegen, und die Fledermaus in den Ruinen hausen. Dann werden euch plötzlich die Augen aufgehen, und ihr 'verriet sehen, daß Oerie ringsum ist. Ihr werdet dom Lande de» Rücken kehren, und die Oednis wird Oednis bleiben. Nicht so ich, der barfüßig ins Oedland gezogen ist, dtsr es liebt, weil «s Oedland ist, ich, der verrückte Jectiiol, der mit entblößter Brust und barhäuptig dem sengenden Ostwind und dem wütenden Winlersturm entgegenziehk Ich und die Leute vom ,Iliigel der Itnlin‘ wollen werter «'ine Erde kneten, seine Oliven saugen und die Milch seines Kleinvieh» schlürfen. Vielleiclit wird unsere Mühe, die Mühe emsiger Hände, vom Hirnrnel gesegnet, und dann wellen wir uns auch ein Steinhaus hauen, das ewigen Besinnt! haben wird. Monn dieses Steinhaus nicht in unseren Tagen gebaut weiden wird, so werden es, die nach uns kommen, bauen, denn die Leute vorn ,Iliigel der Ruhe‘ errichten, indem sie Herden weiden, pflügen und säen, ein mächtiges Werk ries Geistes, das bis in alle Ewigkeit auf dem Roden des Oedlanris Bestand halten wird"- Mit breiten Schritten, wie jemand, der auf den Schollen gepflügten Bodens einlierschreilet, ging Jecliicl über die auf den Fußboden gebreiteten Teppiche, und erhobenen Hauptes verließ er die Versammlung. Obwohl der Sturm draußen z.ugenommen hatte, märhtige ilrgenmassen niedersansten und in Strömen von den Bergen herabflossen, ging Jechiel unbeirrt vor sich hin. An der Ausgangshir hielt ihn Lisa an. Sie war hinter ihm hergelaufen und hatte ihn bei der Hand gefaßt: ,Jechiel, wohin wollen Sie gehen? Draußen ist Hegen und Sluini... Blcilxvn Sie doch liier, bis der Sturm sieb gelegt 11:1t!“ Jechiel blickte das erregte Mädchen an. Er legte seine Hand auf ihr Haupt und sagte: ״Wo die Werke der Schöpfung sich in Herrlichkeit vollziehen, dort sind auch die Taten der Ewigkeit zu Hanse, die sich jeder! Tag, vom Wellcnheginn bis zum A\ elteilende wiedcrlmlen. Heil dem Manne, dessen Seele wie die Wurzel des Baumes vom Regen getränkt, und wie seine Aoste vom Winde durchschiittclt wird. Wie das Tier des Feldes zitiert er vor Kälte und, gleich ihm. wftrmt er «‘ine Haut, trägt er sein Sehnen dem künftigen Frühling entgegen. Verzweiflung nackt ihn nicht, Furcht macht ihn nicht' mutlos, denn er glaubt an das sich ewig erneuernde Leben.“ Jechiel stieg die Trepp« hinab und machte sich, auf den Weg. Er entfernte sich immer mehr, Lisa war an der Haustür stehengebliebon und hatte den Wind nicht bemerkt, der ihr kalte Flocken in» Gesicht schlug. Plötzlich erwachte in ihr, beim Anblick des alten Mannes, der aufrecht im Regen einhcrsclirilt, ein Gefühl, das sie zuvor nicht gekannt halte. Sie stürzte hinaus und lief dem Alten nscli. Als sie ihn einholte, sagte sie, als ob sie ein teures Geheünnis preisgäbe: ,,Grüßen Sic die Leute, die mit Iluicu auf dem ,Iliigel der Ruhe’ Wuhnen,“ Als sie?Ich wieder dem Hause um andle, war Jechiel bereits auf dem liege und trug j״ seine״! Herzen die feste!Jchcrzeiiciifi”, daß es Dine!, ״iß(, die zu jedes Menschen Herz Zugang finrien. Auch LKa, die mit riurelmüßleu Schuhen und triefendem Kleide nach Hause kam. fiihlle zum ersten Male in ihrem Leben die Freude, die das Herz eines Menschen durchzieht, der der Stimme seiner Seele gefolgt ist und eine Tat nach ihrem Befehl vollbracht hat. 13. KAPITEL I) i e 11 o c h f 1!11 ic AVint erstürme breiteten eint» schwere Wolkendecke über den Himmel des üedlamJs, Alle Anhöhen und Berge trugen AA'n<sers!r״mc ins Flußlai des Oedlands. Die Zelte waren fest geschlossen, und der Rauch •stieg vom Innern des Zdlbeliangs in die. Höhe. Leber tleiu Areal des AVcrkcs lagerte Stille. Schwere AV01ken luden ihre Last darauf ah, zogen fori, und neue AVolken kamen an ihre Stelle. Alle Risst! der trockenen Erde hallen sieh mit Wasser gefüllt, und der schmutzige Strom des OedlandHusscs stieg immer höher zwischen den R.1<alltnnuern an. Unter einem Felsvorsprung neben tlein Fluß saß Raschid AVarhe. Er saß in einen Mantel eingehüllt, so daß dos Auge des A'ortiherpehenden zwischen dem Basalt und seinen! Mantel nicht unterscheiden konnte. Der starke Regen halle der Bewegung auf dem Werkarcal Einhalt gelxtten. Er hatte die Maschinen abgewaschen, die wie leblose Skelett!» daslandcn. Der AVasscrstrom hatte die Dämme und Schutthaufen fcstgedrückt, und dir grauen Uetonkulosse und Holzverschalungen, die ringsum dastamh'ii, saubergewaschen. Die Reihen der Loren halten sich mit AA'asser gefüllt und der Strang der Kleinspurgleise leuchtete von der ״Station Müil•■*‘ bis zum AA'erkarcal. Der Verkehr stand still. Das Oedland ist in seine Vorzeit zurückgesunkeu.... Der Fleck im Auge, Raschids ist noch bläulicher gewor* den. Er dreht die Zigarette in seiner lland und laßt ltauch- Wölkchen aufsteigen. Er kauert sich unter den Felsvorsprung und wird mit ihm eins.

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