Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 85 (22.10.1935)
- Date
- 1935-10-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 jüdische ründschaü * Nr. 85, 22. X. 1935 Das Neueste in Kürze Medizinische Fachliteratur in Palästina Politik Vertreter sämtlicher arabisch« Parteien haben dne Kon• ferenz zwecks Einleitung einer gemeinsamen politisehen Aktion utul der eventuellen Ausrufung eines arabischeu Generalstreiks am kommenden Dienstag abgchalten. Es kam keine einheitliche Stellungnahme zustande. Die An- (länger der Mufti-Partei verlieben den Beratungssaal. Aus Aegypten wird gemeldet, daß das Beruhi• g u n g s t e l e g r a in m des 11 i g 11 Commissioners an die Palästina-Regierung von eien Zeitungendort in Extraaus gaben verbreitet wurde. I>cr Fimm/minister der Hedschas-Regierung (Saudia), Scheich Alxlullah Sulcinian, hat sich kurze Zeit in Palästina atifgelnlten. Der stellvertretende High Commiss inner John Hathorn Hall veranstaltete ihm zu Ehren einen Empfang, Als (iast der Palästina-Regierung weilte der Außenminister des Hedschas, Fuad Bev al Hamza, in Haifa und nahm an der Beratung über Angelegenheiten der Hedschashahn teil. Drei führende Mitglieder der Gruppe B der All gemeinen Zionisten, Bogratschow. Mossjnsohn und Berlin, beriefen in Tcl-Awiw eine Ver-.Tnmlung ein, in der sie über schwere .Meinimg-difleien/en /wachen ihncii und den iibrigen Führern der Gruppe (insbesondere Supralski) au» dem Kongreß berichteten und erklärten, daß sie die auf dem Kongrell eirigcsehlacene I01יitik tler (iruppe, die vielfach durch persönliche Motive lieMitnmt war, nicht mitinachea können. Dherridder B ulil!%־ hat zwei Mitglieder der Allgemeinen Arbo11■ m״r;>;;1:1 i-a'׳־ >•! I י. יו ׳ Da-. (! ii-t.1 druth I laowdim) zu je zwei Monaten und eil! weiteres .Mitglied zu einem Monat (1 e i a n g hin u l c 11 P o s t e 11 s t e h e 11 s vor Betrieben, in denen :!rabi-ehe Ailieiier be-chaftigt werden, verurteilt. Vier weitere Angeklagte wurden freigesprochcn. Wirtschaft Pie A!1 g I o - P a 1 e s t i 1!׳ - fl .! 11 k hat für J e r u s a I c m cmc!1 Wettbewerb für den Ban eines neuen Gebäudes ausgeschrieben, das i:n Znitrmn der Stadt neben dem neuen Pcsigcb mdc errichtet werden soll. Die Kosten des Baus werden aut über 2u 11.K) Pfund geschätzt. Pie Pal.1-;in 1-K’c ־׳ierung hat der Sta<lt Tel-Awiw 700 ()!!11:1:11 l׳0,׳ie!1 am rechten Pi'er <!es Jarkrm in Pacht gegeben. Aul die-en! (״euet sollen Vnlkswohnungen für die jüdische Bevolkeruna errichtet werden. Die Baupläne sind soeben vom Tel-Awiwer Stadtnt genehmigt worden. Die \V :1 s s e r I e 11 n!1 g für J e r 11 s a I e 111 ist bisher noch nicht fertig gcwoiden und in der Stadt wird der Wassermangei Iieftit’er spürbar. Cs wird anscheinend nötig sein, die Watocrausgahen einmal in sechs Tagen (statt wie bisher alle fiinl Tage) fest/uset/en. Die Stadtverwaltung be.-chloß, bei der Regierung vorstellig zu werden, um eine Beschleunigung der Arbeiten beim Wasserwerke durch/usetzen. r.inige Kilometer von Jerusalem entfernt werden von arabi- Schot Unternehmern eine große Eisfabrik und Mehl- .multle erbaut, die mit elektrischer Kraft betrieben werden sollen. Die Leitung der Kupat Cholim (Arbeiter-Krankenkasse der Histadruth) hat die Gründung einer Pflegerinnenschule im Anschluß an das neue Krankenhaus in Petach Tikwa beschlossen. Die Schule wird am 1. Dezember 1935 eröffnet. Für den ersten Kursus werden 21 Schülerinnen aufgenommen. ln Jerusalem und Tcl-Awiw werden demnächst neue Telephonzentralen eingerichtet. Man erwartet, daß dadurch die Nachfrage nach neuen Anschlüssen noch vor der Automatisierung des Telephonbetriebes befriedigt werden wird. I!1 den nächsten Wochen wird eine Telephon Verbindung zwischen Bagdad und London über Jerusalem eröffnet. Soeben wurde die Fabrik für phnrmazeulisclie Artikel ״Teva“, die erste ihrer Art in Palästina, eröffnet. Die ״P a 1 ä s t i n a w o c h e n s c h a u“ der Karmel Filmgesellschaft, die im letzten Jahr allwöchentlich in palästinensischen Lichtspielhäusern gezeigt wurde, soll nunmehr auch für die Vorführung im Ausland bearbeitet werden. Gesellschaft und Kultur Dr. Fischei Rottenstreich, der auf dem letzten Zionistenkongreß in die neue Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency gewählt wurde, ist in Jerusalem cingeiroffen, um das Handels- und Industrie- Departement der Palästina-Exekutive zu übernehmen. Im Monat September 1935 wurden in Tel-Awiw271 ׳ Geburten und 65 Todesfälle verzeichnet, ln Jaffa standen 202 Geburten 131 Todesfällen, im Landkreis uni Tel-Awiw 223 Geburten 81 Todesfällen gegenüber. Die Keren K a j e m e 111 - F 1 a g g e für S c h u 1 k i n - (I e r, die alljährlich der Schule übergeben wird, die am meisten für den Keren Kajcmeth geleistet hat, wurde am 15. d. Mts. in feierlicher Weise von Ussisehkin der Kolonie-Schule von Chederah überreicht. Hunderte jüdischer Schulkinder ans dreißig Schulen nahmen an der Zeremonie auf dein Hof des Agency- Gebäudes teil. Die Vorbereitungen für die palästinensische Rundfunk- Station, die Ende Dezember eröffnet werden soll, sind im vollen Gange. Der frühere Direktor des Rundfunks in Kenya, H. M. Kenworthy, ist jetzt in Jerusalem ein getroffen, wo bereits schon ein Funktionär der British Broadcasting Corporation tätig ist. fn Jerusalem fand eine Beratung des Komitees für die Organisierung der zweiten Landeskonferenz für den Kampf gegen den Besuch von Missionsschulen durch jüdische Kinder statt. Die Konferenz soll zu Chanukkah zusammentreten. Das Komitee für die Errichtung eines eigenen Gebäudes des Hebräischen Theaters Habima hat den Beginn des Ne 11 ha us für Ende Oktober festgesetzt. Die Baukosten sind mit 20 000 Pfund veranschlagt. Ein antiker Tempel wurde bei Dir Diwan, in der Nahe von Ramallah, entdeckt. Die Ausgrabungen werden im Auftrage des Baron Rothschild im Zusammenhang mit dem französischen Nationalmuseum von Judith Krause durchgeführt. Auch die ärztliche Welt in Palästina will und darf mH eigenen wissenschaftlichen Zeitschriften in den Wettbewerb der Völker cintreten, und so war cs eine sehr hoch zu bewertende Kulturtat, als im Jahre 1932 Aryeh Feigenbäum zusammen mit Julius Kleeberg und Karl Bernf e I d, alle in Jerusalem, die ״Folia Medica Orientalin״ ins Leben gerufen haben. Außerordentliche Opfer wurden gebracht, utn die Herausgabe der Zeitschriften zu ermögliehen. 111 drei Abteilungen erscheint die ״Foiia Medica Oricntalia“, und zwar eine Sektion für innere Medizin (Redaktion Kleeberg), eine ophtlralmologische Sektion (Redaktion Feigenbaum) und eine oto-laryngologische Sektion (Redaktion Bcrnfeld). Nach kurzer Unterbrechung hat nun der Verlag ״Omainitli“ in Tel-Awiw die weitere Durchführung der Herausgäbe übernommen. Es liegt von jeder Sektion Band I ln Oestalt von 4 Heften vor. Naturgemäß wird der Inhalt der Hefte nur für den Facharzt von Interesse sein; ein besonders sorgfältig ausgewählter Mitarbeiterstab aus allen Ländern bietet die Gewähr für ein außerordentlich hohes Wissenschaftlieh es Niveau. Für die östlichen und südlichen Mittelmecrländcr, in denen gerade die Ophthalmologie eine besonders große Rolle spielt, war eine solche Zeitschrift seit langem eine Not- Wendigkeit, und sowohl für den wissenschaftlichen Austausch wie auch für die Fortbildung der in allen Ländern freie Praxis ausübenden Acrztc kann die Wichtigkeit dieser Zeitschritt nicht hoch genug veranschlagt werden, w׳obci nicht besonders erwähnt zu werden braucht, wie groß der kulturelle und insbesondere der politische Wert durch Zusammenarbeit der orientalischen Völker bewertet werden muß, die durch die Zeitschriften angestrebt werden soll. In gleicher Weise werden auch die Blätter für die Oto-Laryngologie sowie für die innere Medizin ihre politische und kulturelle Aufgabe erfüllen. Dr. Schalom Hildesheimer Brief aus Afuleh Der neue größte Brunnen wird in nächster Zeit eröffnet wurden, so ־daß Afuich endlich genug Wasser haben wird. Man sieht es den Oärten nicht an, daß Wassermangel herrscht. Die Bäume stehen in schönster Pracht, denn die Erde des Emck ist von ungeheurer Fruchtbarkeit. Es hat sich hier ein Rechtsanwalt niedergelassen, dann ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt. In allernächster Zeit wird sich ein Zahnarzt ansässig machen. 106 Jahre alt ist die Mutter von L. geworden. Jeden Schabbat ist sie allein in Schul gegangen, völlig rüstig, mit einem kleinen Stock als einzige Stütze. Unwillkürlich drängt sich die Frage bei ihrem Erscheinen auf: An was ist sie eigentlich gestorben? Der Vater von A. ist vor wenigen Tagen im Alter von 116 Jahren gestorben. Vor drei Jahren trug er noch zent-!!erschwere Säcke. Seine Tochter, jetzt 83 alt, schalt er eine ״zerbrochene Person1‘, da sie solche Säcke jetzt schon nicht wehr tragen kann. Die Tochter versieht ganz allein eine Wirtschaft von drei Kühen, hundert Hühnern und etlichen Tauben und hat einige Dunatn Mais gepflanzt. Toni Stern Mane Katz in Palästina Obgleich die Au.-atc! jung? möglich keilen hier noch sehr gering sind und c; in Tei-Awiw, so lange das Museum noch im Bau Dt, keine gecigneteii Ans-.telinugsraume gibt, bemuht n:;m .-ich tPP, pi umiiicnte (jäste so würdig wie möglich zu ein pt.!11 gen. Man i-,t dankbar dafür, wenn Künstler hierher ku :11 in eil und neue Aunepmgvn mitbringvn. I in!)cgei.-ieiter Knas:n׳u1.1ml hat die Ru! mc eines chemaligen RvM.u1r.1ut!> im Mittelpunkt der Stadt für Aussteli un;;-/u ecke zur Vertilgung gotdlt, und hier konnte mm Manu Kat / seine a 11.- Paris mitgebrachten Werke zeigen. Die 11;■ gi:׳e Au.-südlun . die einen Strom von Besuchern an lockte, endete mit ruici:! Bankett;111 I Intel Palatin, bei de n־> ve1׳• cl'ieiien IG!!nur — 11. a. Bürgermeister Dizen- ״oft, der I )iditer I f 111 ה e i r i und der Se I»! 1 (!.stell er Pichin a n n i::i.t!'׳;:׳״ i-tertmg Uber 11 ie Arbeiten Mane Kat/.' be rdt eil Au.-dr!:ru g.,bu!1 und Herr Slotich, der Vorsitzende der )!״,iiicoggu j -che•! (lesullschaft, dem Museum ein Werk d:., Künstlers ab. (iahe der Gesellschaft überreichte. Augenblicklich findet die Ausstellung, die durch eine Reihe neuer, w ihieml ׳des hie-igui Au:enthalteentstandener Werke be :.sichert i-t,;1! der Galerie Steimat/ki in Jerusalem großes In ,ere-se. I ).di gerade die Werke Mane Kat/’ so großes Aufsehen, erregen und dar Künstler so begeisterte Aufnahme findet, hat sYnuuotu;!• gehe |h deiitung. .\i״u erinnert sich, daß er vor sieben!-!!!re11 ״- ein Wein-iider und I ernemler Palästina besuchte. Jetzt i-t er ab gereifter Mann gekommen, der durch die (,׳niiiigiu; Krait seiner Kunst eine geradezu fasziilicrende Virkugg :nis/ulb-en versteht. Und wenn wir uns fragen, worin erum tbrh dic-fs Außerordentliche liegt, so וזו iisscit wir sagen, daß wir nur selten das Elementare der Farbe so .sehr empbnden wie hei ihm. Denn Mane Kat/ ist durchaus F a r b e n k ü n s 11 e r. Jede Erscheinung, sei es eine Landschaft oder eine Gestalt, fallt er als f irbige Vi-ion, schalt sie sozusagen aus der Gebundenheit de- Kontur- und läßt sie ganz als Farbenliiinomen er-dudraui. Diese Malereien sind nicht aus langen ׳'i’Berleguilgcn und vielen Vorstudien entstanden — das Studium liegt vor ihnen sondern sie sine! tiefstes Erleben. Mane Kat/ ist ein Ekstatiker, dessen Schaffen an keine form und keine Regel gebunden ist. Er malt aus einem eruo:i\ c!1 Eiiipfinden heraus, aus der Not, das sagen zu miis-eu, •us er fühlt, da es ihn sonst erdrückt. Wenn Mane Kat/ eine Sehneeiandscbaft malt, so fühlt man die alles durchdringende Kalte: malt er den Sturm auf dem Meere, so hört man ihn heulen. Seine Menschendarstcllungen sind keine Porträts und keine Modcllfiguren, keine Typen im Sinne einer Oeneraii.-icrung, sondern einmalige Erscheinungen von last übernjtürliciier Starke des Ausdruckes. Und cE1 er in ihnen dieses Urgesvaltige des Menschentums sicht, so iiba.-tPgert er die Form oft so sehr, daß sie den Rahmen des Bildes zu sprengen droht. Mane Katz malt einen jüdischen Lastträger. Aus dem müde;! Gesicht schauen ein paar Augen, di« so unendlich tief nach innen schauen, daß sie das ganze jüdische Galuth- Schicksal, seine Tragik und seine Geistigkeit, widerspiegeln. Oese Augen wird mau nicht mehr las, das Gesicht vergißt man nicht midir. Mane Katz hat das Elend des Galuthjudentums von frühester Jugend an erlebt. Er hat gefroren, gedarbt und gelitten, hat vom vierten Jahre an im Glieder gehockt und weder Freude noch Spiel kennengelernt. Das Schicksal hatte ihn zum Künstler bestimmt und er ist dieser Bestimmung durch alle Not gefolgt. Der Weg war unendlich schwer und entsagungsvoll, aber er ist ihn gegangen, mit dem Glauben an eine bessere Zukunft und dem Nieverjjessen einer seit Jahrtausenden auferlegten Vergangenheit. So hat er auch seine Bestimmung als jüdischer Künstler und sein Judentum vor allem in seinen künstlerischen Visionen erkannt. Auch Palästina ist ihm zur künstlerischen Vision geworden, ln wenigen Wochen hat er hier eine große Reihe von Gouacheblättern geschaffen, hat das Landschaftliche in seinem eigenartigen Leuchten, das Traumhafte und heute noch biblisch Symbolhafte des Heiligen f andes erschaut und das Phantastische der buntgewandigen Männer und Frauen, die wie zeitlose Wesen erscheinen, zu erhaschen versucht. Dr. K <־ r 1 Schwarz . I Tausende Jüill sclter Kinder aus nentNehland «ollen durch die Jugend AHfali nach Ern I8rne| kein ine 11 Sie alle brauchen Iloden Ks t«t die ernsteste Aufgabe de« dcatMchcn Judentum«, «einer Jugend die nein• ■la«l« Ihre«!,.eben« und Ihrer Arbeit ■u «ebaffen Boden für die erste Sledluii g der •I ngend-Allj ah קרן קימת לישואג! Keren Kajcmeth IjcJIsrael (Jfidisrher Xji tlimulfnnds «*. V.) ltcrlin W 15 leinekeotr. 10 / Postieheekk. Bttrlln 285147 Seminar der WIZO Um einen Kreis von Frauen heranzubilden, die sachkuntiige Organisationsarbeit leisten können, organisiert die Palästina-Fcdcration der Wizo, die Histadruth Naschim Zionksth (HNZ), ein P a I ä st i n a - S e m i n a r unter besonderer Berücksich(igung von Tel-Awiw und Umgebung. Am 4. November beginnend, soll es in 12 Doppelstunden an Montag- und Mittwoch-Nachmittagen, von 4.30 0.30 Uhr, einen Ueberblick über die einschlägigen Fragen vermitteln. Nach Ablauf des Seminars werden F ü h r u ח g e n zur Veranschaulichung des Gehörten veranstaltet werden. Für die Darstellung folgender Tltemen haben erste Fachkräfte Referate zugesagt: Das Stadtbikl von Tel-Awiw (!11kl. Wohnungsfragen und Erklärung der Straßennamen). - Die Iriali und ihre Arbeit. - Siedlungsgeographie der Umgebung von Tel-Awiw. — Die Wirtschaftsläge. — Die Lage auf dem Arbeitsmarkt. — Kindergärten und Volksschulwesen. Mittelschulen und Fachschulen. Jugendbiinde und Jugend-Alijah. — Sanitätsv esen. -- Soziale Fürsorge. Organisationen. — Kulturarbeit, — Praktische Winke an Touristen und an die neueingewandertc Hausfrau. — Die Zusaniinenktinf!e finden im Lokal der Kidmah. Jarkon- Straße 88, statt. Einmaliger Unkostenbeitrag 100 Millim. Teilnelimcrzahl begrenzt auf 30 Personen. Das Seminar wird in derjenigen Sprache abgelialten werden, die der Mehrzahl der Teilnehmerinnen geläufig ist. Anmeldungen: Wizo-Klub, Allenbystr. 93, Tel. 1112, bis 1. November, Montag und Mittwoch, von 3 -5 Uhr. Nachum Lewin: ״Hebräische Grammatik für Anfänger“ (Omanuth-Verlag, Tel-Awiw) ist entstanden aus einer reichen Erfahrung in der Unterweisung deutsdis׳!r,1cl1iger Schüler. Es pst deshalb bewußt aut den deutschen Denk- und Sprachgesetzen aufgebaut, um von ihnen aus systematisch in die Formen und Gesetze der hebräischen Sprache überzuleiten. Ein zweites Merkmal dieses wertvollen Werkchens ist die planmäßige Vereinfachung des Stoffes. In knappen und einprägsamen Regeln, an deren Entstehung aus der Praxis des lebendigen Unterrichts sieh noch mancher Schüler d« Verfassers erinnern wird, werden manche Schwierigkeiten der hebräischen Sprache in geradezu verblüffender Weise gelösi. Das Ziel ist, den Schüler zunächst einmal auf der ״Haupt- Straße“ das Gefühl tler Sicherheit gewinnen zu lassen; der Lehrer weiß, daß sich der Schüler danach um so leichter auf den verschlungenen Seitenpfaden der Grammatik, auf die ihn die praktische Anwendung der Sprache einmal führen wird, zureclitfinden kann. Bei aller Vereinfachung aber ist dem Streben nach systematischer Erfassung der Grammatik, das gerade den aus deutschsprachigen Ländern kommenden Juden auszeichnet, Rechnung getragen. Deshalb ist das Buch auch eine wertvolle Ergänzung für die vielen, die sich zwar schon eine gewisse Uelning iin Sprechen und Verstehen angeeignet haben, denen aber •die grammatische Grundlage noch fehlt. Denn es ist kein Lehrbuch im eigentliehen Sinne, sondern ein Leitfaden der Grammatik, den der Lernende zur Ergänzung, Festigung und Vertiefung des Oelernten sowie zur Klärung der in der Praxis auftauchenden Zweifelsfragen heranziehen soll. Diesem Zwecke dienen namentlich die ausgezeichneten Tabellen, in denen die Gesetze der Wortbildung — z. B. Ableitung der Substantive vom Verb — dargestellt werden, und vor allem die große Beilage, die in übersichtlicher Gestalt eine schnelle und zuverlässige Orientierung über alle Formen aller Bin i an im in den wichtigsten Gruppen ermöglicht. W. D (Schluß des Palästina-Teils)