Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 85 (22.10.1935)
- Date
- 1935-10-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 85, 22 OKTOBER 1935 Schulsteuer in Jerusalem? Von unserem palästinensischen Korrespondenten Lärm um den Waffenfund gl. Tel-Awiw, Anfang Oktober 1935 In der Stadtverwaltung von Jerusalem, svo seit einiger Zeit wieder Juden und Araber gemeinsam beraten und arbeiten, fand vor kurzem eine Diskussion über eine aktuelle Frage statt, die eine prinzipielle Bedeutung hat und ein helles Licht auf die Mentalität wirft, in der wichtige Probleme der Landesentwicklung von den verschiedcnen Gruppen im Lande betrachtet werden. In der Munizipalität wurde der Antrag eingcbracht, eine Schul- Steuer einzuführen. Nach einer Diskussion, die an Klarheit der vorgebrachten iVjeüuingen nichts zu wünschen übrig ließ, wurde der Antrag mit Stimmenmehrheit ahgclehnt. Gegen ihn stimmten moslemische und christliche Araber zusammen mit dem Vertreter der Agudatli Jisrael, also der rechtsstehenden orthodoxen Elemente der Hauptstadt. Für ihn die übrigen jüdischen Stadträte. Jerusalem bildet bekanntlich ein überaus buntes Völkergemisch, dessen wichtigste Elemente, Juden der verschiedenen Richtungen, arabische Moslems und Christen, in der Stadt- Verwaltung vertreten sind. In dieser Stadt, in der man die verschiedensten Sitten und Jahrhunderte nebeneinander finden kann, sind neben lebendigen religiösen Interessen heute die nationalen Leidenschaften regsam. Beide Tendenzen, die religiösert wie auch die nationalen, kamen in den Begründungen der Abstimmung klar zum Ausdruck. Die Moslems erklärten, sie seien zwar durchaus für eine Erweiterung des Schuhverks, jedoch nur unter der Bedingung, dal! die Stadt die Leitung der Schulen erhielte. Wenn jedoch die Resultate der neuen Besteuerung unter die einzelnen Gemeinden für die von ihnen erhaltenen Institute verteilt werden, müssen sie gegen die Steuer stimmen. Das heißt, mit anderen Worten, wir sind an den Schulen für M 0 s 1 e 111 s interessiert, die heute von der Regierung erhalten werden und wollen uns nicht für eine allgemeine Steuer einset/.en, die auch anderen, Niclitmoslems, zugute kommt. Die t:1 östlichen Araber wiederum stimmten gegen die Steuer, da die Christen in verschiedene Gemeinden mit besonderen Anschauungen geteilt sind, nur wenig die Regicrungsscliulen besuchen (sie gebrauchen in erster Linie die Institute der Missionen) und die christlichen Eltern ihre Kinder nicht in städtische Schulen schicken würden. Die Vertreter der Agudatli Jisrael wiederum erklärten, sie seien gegen die Steuer, denn die Stadt würde nur die Anstalten subventionieren, die in einer der drei offiziellen Sprachen, englisch, hebräisch mul arabisch, geführt werden. Ihre Scliulen aber basierten auf dem jiddischen, sie würden also von der Steuer nicht profitieren und müßten sie daher bekämpfen. Diese Dreierkoalition brachte also den Antrag zu Fall. Das geschah zu einem Zeitpunkte, wo verschiedene Untersuchungen in der Hauptstadt über eine erschreckend große Zahl von Kindern berichteten, die ganz ohne Unterricht bleibcn> in zartestem Alter Gelegenheitsarbeiten verrichten und das Reservoir für die steigende Gemeinde jugendlicher Verbrcchcr bilden, mit denen sich die Gerichte Woche für Woche zu beschäftigen haben. Die Bekämpfung des immer noch starken Analphabetentums in Palästina ist eine der wichtigsten zivilisatorischen Aufgaben der Regierung und der lokalen Sclbstvcrwaltnngskörper. Die Regierung hat erst kürzlich, uni sich ge״c11 den Vorwurf zu verteidigen, sie tue zu wenig für das ' Schulwesen im Lande, eine Frklärung veröffentlicht, daß heute über 35 01)0 Kinder in den Regierttngssclnilen lernen, während es im Jahre 1920 nur über 10 000 waren. Mau wird anerkennen müssen, daß die englische Administration in der Tat manches auf dem Gebiet des Erzichungswesens getan hat, wenn man auch bezweifeln darf, ob — besonders bei den großen Einkünften der letzten Jahre nicht viel mehr hätte getan werden können. Es fehlte freilich eine eindrucksvolle Kampagne der Bevölkerung um eine Ausbreitung des Schulnetze s, die der Regierung beweisen knun, daß hier eine dringende Notwendigkeit vorliegt. Bringt die wasserdichte Abgrenzung der nationalen und religiösen üruppeil im Lande auch auf vielen anderen Gebieten viel Schaden, so wirkt sie auf dem Gebiete des Erzieh ungs- Wesens geradezu vernichtend, lös ist bisher immer so gewesen, daß jede Gruppe für ihre Sonderintcressen gekämpft hat (z. B. die Juden für höhere Subventionen für das hebräische Sclmhverk), daß alter ein allgemeines Losungswort wie zum Beispiel ,,Schulung für jedes palästinensische Kind ohne Ansehen der Rasse und des Glaubens“ bisher nicht verfochten wurde. 111 dem Antrag, in Jerusalem eine Schulsteuer ein/uführen, lag so etwas wie der Beginn einer allgemeinen Schulpolitik. Hier hätte man Mittel in die Ham! bekommen, um neue Schulen zu bauen, und zwar gerade für die Kinder der Armen, die heute ohne Erziehung aufwachsen und verwahrlosen. Hier war eine Chance gegeben, mit gemeinsamen Kräften die .Mittel auf/ubringen, die daun den ein• zcincn Gemeinden nach ihren Bedürfnissen /.(!gewiesen werden können. Die Stadträte hatten jedoch nicht die Kinder vor Augen, die ein minimales Wissen lind soziale lieberwaclumg verlangen, sondern die engen Interessen der Einzelgemeinden. Der Moslem fürchtet zu wenig, der Christ und der ,Vertreter der Agmlath Jisrael gar nichts zu bekommen. Und wenn man selbst nichts davon hat, dann lieber gar keine Steuer, verwahrloste Kinder und die Verachtung der Regienmg, die jetzt mit Recht sagen kamt: Ihr verlangt von uns neue Schulen, aber ihr selbst seid nicht bereit, etwas dafür zu tun, aus lauter Angst, daß der andere ein paar Piaster mehr bekommen konnte. Der Beschluß der Munizipalität Jerusalem zeigt einen traurigen Mangel an Bürgersinn. Er zeigt das Durcheinander der mannigfachen religiösen und nationalen luteresse«, die erst lerne« müssen, nicht nur für den eigenen kleinen Bezirk, sondern für das gemeinsame Ganze zu sorgen. Wie vom U n t c r r i c h t s d e p a r t e in c 11 i der Regierung mitgeteilt wird, hat sich die Zahl der Schüler in den (arabischen) Regierungssduilen Palästinas seit 1919 mehr als verdreifacht. Während im Schuljahr 1919 23 10 622 Kinder diese Schulen besuchten, zählte man im Juli 1935 bereits 38 859 Be- Sucher der Rcgicruiigsschulen. Gegenüber dem Schuljahr 1933/34 war eine Zunahme von 5001) Kindern zu verzeichnen. Der von uns in der letzten Nummer bereits gemeldete Waffenfund im Hafen von Jaffa, wo beim Zerbrechen eines Zementfasses Munition entdeckt wurde, gibt Stoff zu einer starken Agitation, obwohl die Untersuchung noch nicht abgeschlossen wurde. Bisher wurden bei der Ocffnung von über 500 Zcinentfässern etwa 1000 Patronen, in Zinnschachteln verpackt, gefunden. Der Adressat der Sendung konnte noch nicht festgestellt werden. Sein Name lautet Katan, so daß nicht sicher ist, ob es sieh um einen Juden oder einen Araber handelt. Da jedoch die Sendung an einen Lagerplatz nach Tel-Awiw adressiert war, hat die arabische Presse sofort die Behauptung auf gestellt, cs handle sich um einen jüdischen Adressaten. Die arabische Zeitung ״Felestin“ erklärt, daß schon fünfmal in dieser Weise Waffen geschmuggelt worden seien und nur diesmal durch einen Zutall die Sendung entdeckt werden konnte. Das Pressebüro der Regiemng soll, wie verlautet, die arabischen Zeitungen atifgefordert haben, mit ihren Veröffentlichungen z u r ii c k 7. u h a 1 - t c n, da nach Abschluß der Untersuchung ein Communique veröffentlicht werden wird. Die arabischen Zeitungen aber benutzen den Anlaß zu einer sehr heftigen a n t i j ü d i s c h c n Propaganda. Die hebräische Presse protestiert in nachelrikklichster Form dagegen, daß die Behörden diese arabische Pressehetze zulassen und machen auf die möglichen Komsequenzen aufmerksam. Es sei zu vermuten, daß es sich um eine Der drohende Lehrerstreik Der angedrohte Lehrerstreik, dessen Durchführung von den Lehrern verschoben worden ist, sollte unmittelbar nach den Feiertagen durchgeführt werden, falls die materiellen Forderungen der Lehrer nicht bewilligt werden. Der Waad Leumi hat die Vorschläge des Vermittlungs-Komitees angenommen, die einen Teil der Forderungen der Lehrer nach einer höheren Gehaltsskala billigen, einen anderen Teil alter zurückweisen. Eine endgültige Antwort der Lehrer war bis zum Wochenende nicht e folgt, so daß d!s Möglichkeit eines Lehrerstreiks besteht. In diesem Falle würden 33Ö0Ö Schüler an den jüdischen Volks- und höheren Schulen von dem Streik betroffen sein. (Ob der Streik tatsächlich aus gebrochen ist, ist bei Schluß des Blattes noch nicht bekannt. — Red.) Wiederaufleben der Bautätigkeit Jerusalem, IS. Oktober. (JTA.) Die durch die internationalen Ereignisse bedingte Stockung i 111 Baugewerbe beginnt bereits nachzulassen. Man erwartet die Wiederaufnahme der vollen Bautätigkeit und eine Verstärkung der öffentlichen Arbeiten nach Klärung der internationalen läge. In der letzten Sitzung des Arbeiterrats von Haifa wurde mitgeteilt, daß gegenwärtig JüOOO jüdische Arbeiter in Haifa beschäftigt und 500 arbeitslos sind. Bei diesen handelt cs sieb hauptsächlich um Bauarbeiter. Im Hinblick auf den noch immer vorhandenen Wohnuiigsmatigel ist diese Arbeitslosigkeit als vorübergehend anzuschen. Vorläufig sollen die freigewordenen Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten in Hadar Hakarmel, auf dem Karmel und im Haifa-Bay•( Tebiet beschäftigt werden. In den letzten Wochen sind 150 Arbeiter aus anderen Lamlesteilcn nach Haifa zugewandert und haben sämtlich Arbeit gefunden. _ Fünfzehn Jahre Keren Hajessod Anläßlich des 15jährigen Bestehens des Pa- 1 ii s t i n a - A u f b a u - F o nds Kcr e n H a j e s s o d fand im Amtsgebäude der Jewish Agency in Jerusalem eine Feier statt, an der sich die Vertreter einer Reihe großer jüdischer Institutionen beteiligten. Die Bedeutung des Keren Hajessod und seine Leistungen für den Palästina-Aufbau wurden in Anspradien des Direktors des Keren Hajessod, Leib Jaffe, des Schatzmeisters der Jewish Agencv, Dieser Kaplan, und des Vorsitzenden des Wand I.cumi, Ji/cliak Ben Zwi, gewürdigt, hn Rahmen 11er Feier wurden an den Fonds anläßlich seines 15jährigen Jubiläums von Präsident Roosevelt, Lloyd George, Edouard Herriut, Lord Robert Cecil und anderen jüdischen und niciitjiidischen Persönlichkeiten gerichtete Glückwimscbsclireihen verlesen. (Die ״Jtiei. Rundschau“ wird noch Gelegenheit halten, sich mit dem 15jährigen Bestehen des Keren Hajessod gesondert 7 11 befassen. - A. d. R.) Eine neue Siedlung Man schreibt uns: Die Gesellschaft ״Kidmath Kinncrcth“ Ltd. erhielt die ״Kuschaiie“ (Grundbuchcintragung) für 12 500 IHinam, die von ihr am östlichen Ufer des Kinereth-Sces erworben wurden. Die Gesellschaft wurde ini August 19 H mit LP 60 000 registriertem Kapital, von denen CP 25 000 einge/ahlt sind, gegründet. Die Bndenflüche verteilt sich auf 5300 Dtuiam in der* Ebene und 7200 Dunam Berg- und Hügel-!and. In der Ebene sollen Wirtschaften von je 10 Dunam eingerichtet werden, die an Siedler und sonstige Käufer verkauft werden sollen. 70•'״ sind für Gemüsebau und ,30«״ für Viehfutteranbau bestimmt. Die Siedlung wird auf intensivem Gemikebati, Geflügelzucht, Fier- und Milchwirtschaft beruhen. Außer den!0 Dunani erhält jeder Siedler einen Dunam für Haus, Garten und Hühnerstall. Alle Wirtschaften werden an die Siedler in fertig ausgestattetem Zustande kurz vor der Ernte gegeben. Der Preis einer Wirtschaft liegt ־/wischen CP 575 und CP 1250. Der genaue Preis hängt davon ah, ob sic der Siedler mit einem fertigen Haus kauft, von der Größe des Ha׳! :es usvv. Die Bewässerung wird vom Kinereth-Scc durch Pumpanlagen erfolgen. Die Gesellschaft wird keine Bodcnnar/e'icii, sondern ausschließlich voll ausgestattete Wirtschäften verkaufen. (Nähere Auskunft erteilt die Berliner Vertretung: Iwria- Bank c. G. m. h. H״ Berlin C 25, Dircksettstr. 26/27, Tel.: Kupfergraben E 2, 2035.) Eine Gruppe von arbeitenden Jugendlichen aus dem Em e k Jesreel im Alter von 17 bis 26 Jahren, zusammen mit Nachwuchs der Siedlung Nahalal, beginnt mit der Errichtitr ־ einer Arbeitersiedlung in der Mähe von Nahalal. Wegen eines angeblichen Verstoßes des Hasehomer Hazair-Kibhuz in Glieder.־» gegen die J o in K ip>p u r - R u I! e hat die jewish Agency eine Untersuchung eingelcitet. Waffenschiebung nach Osfafrika auf dem Umweg über Palästina handle. Inzwischen haben die arabischen Parteien und auch die arabische Jugendföderation Proklamationen veröffentlicht und für das Wochenende Protcstversammlungcn eiuhcrufeii. Der Jerusalemer Mufti hat ein Manifest an die ganze arabische Welt versandt, das in Damaskus, Beiruth, Kairo verbreitet worden ist; der Islam wird dort zur Verteidigung gegen die Juden aufgerufen. Ein Gerücht besagt, daß die Araher einen Generalstreik in mehreren Städten vorbereitcn. Die Polizei hat in einem arabischen Dorf bei Ttilkcrem 15 Gewehre beschlagnahmt. Die Regierung warnt Vom 20. Oktober wird hierzu noch gemeldet: Die Regierung hat ein ComimmitjUe veröffentlicht, in dem die Angelegenheit kurz dargestellt und niitgeteilt wird, daß vier Personen, deren Namen nicht genannt werden, unter dem Verdacht der Mitschuld an dein Schmuggel verhaftet worden sind. Der stellvertretende High Gonintissioner, Chefsekretär John Math r, r 11 Hall, hat den Grolhmdti Hadsch Emin el Husscini und den arabischen Führer 1 )Schema! Husscini empfangen und ihnen die Notwendigkeit auseinander* gesetzt, die leidenschaftliche Agitation der letzten Tage einzustellen. Politische Lage und Einwanderungsquote Jerusalem, 18. Oktober. (JTA.) Die Jewish Agency hat diesmal der Palästina-Regierung keine Vorschläge in bezug auf die Arbeitereinwanderungsschedule für das Halbjahr Oktober 1935 bis März 1936 unterbreitet. Sie hat vielmehr um die vorschußweise Zuteilung von Zertifikaten auf Rechnung der nächsten Quote ersucht. Die Zuteiiung dieser Zertifikate soll erfolgen, sobald die internationale politische Situation sich geklärt haben wird. Es verlautet, daß die Regierung einen vorläufigen Vorschuß in Höhe mehrerer tausend Zertifikate bewilligt habe. Um das Religionsgesetz ״Haaret/.“ erörtert die Frage der Beobachtung des Religionsgesetzes i!t1 den jüdischen Siedlungen. Der Gegensatz der Anschauungen, der auf dem letzten Kongreß zu einer so schwiergien Situation geführt hat, betrifft in erster Linie die öffentliche und mutwillige E 111 w e i 11 u n g des Schabbat und der Feste. Seihst der Misrachi, meint der Verfasser, würde nicht protestieren, wenn es sich nur uni Uehertrctungen bandeln würde, die wirklich unvermeidbar sind, wenn man überhaupt eine jüdische Wirtschaft auf bauen will. Die Orthodoxen dulden es stillschweigend, daß im Ficktri/itatswerk Ruthenberg auch am Schabbat jüdische Arbeiter Dienst machen, deren Aufgabe darin bestellt, die Maschinen zu beaufsichtigen und nur im Falle einer Störung einzugreifen. Ebenso wiirde man es halten, wenn die Wirtschaften sieh am Schabbat aut das Melken der Kühe beschranken würden. Wohlverstanden, der Misrachi wird diese Dinge nie gutheißen, er wiirde aber bereit sein, sie stillschweigend zu dulden. Was er aber nicht dulden kann. Kt eine grundsät/.- liehe Einstellung, welche' da-, wirtschaftliche Lehen und sei es auch mir für eine llehergaiigszeit auf 7 Arbeifstage in der Woche fundieren will. Dies aber wolle ein Teil der Arbeiterschaft, ln den Beratungen der Arbeiter-Fraktion in Luzern hatte der Vertreter des 1״ la-choiner Ha/air“ verlangt, daß den Siedlungen, die noch nicht fundiert sind, das Recht gelassen werde, am Schahhat zu pflügen und zu ernte*]!. Wenn, so wurde argumentiert, die-i-ii neuen Siedhingen nicht die Möglichkeit gegeben werde, nachdem sie 6 Tage Außenarhcit geleistet haben, am Sdiabbat in der eigenen Wirtschaft zu arbeiten, so werde es den Wirto .:aften ui!möglich gemacht, sich zu fundieren. Ihne solche l'nr.telliing zeige die Kluft ei e r A n s c h a 11 11 11 g e n. l'ssischkln habe in der Sitzung des Aktions•( onuu * in Jenoalem [ungeteilt, daß eine Verpflichtung für die Sicdlunicn des Keren Kajeineth, sielt am Schaltbat jeder Arbeit zu enthalten, zwar in ledern einzelnen Fall unterschrieben wurde, daß sie aber häufig nicht eingchalten werde. Der Verfasser illustriert die Kluft der Anschauungen noch durch einen anderen Full. 1111 ״Dawar“ beklagte sich kürzlich ein Mitarbeiter!!her die Unvercinharkeit des Retigionsgesct/es mit der wahren Schabbatfremde. Fr wohne im Außenbezirke von Tel-Awiw und wolle er am Schabbat ans Meer kommen, so könne er das nur, wenn er lange Wege in glühender Hitze zu i'uli zurücklege und außerdem streckenweise arabische* Wagen benutze. Beides beeinträchtige seine Schabhatfreude. Bei einer solchen Vor- Stellung von einer Schahbatfeier, die sich so stark von dein traditionellen Bilde des Schabbat unterscheidet, gebe es natürlieh keine Brücke zwischen den en:/egengeset/ten Anschatumgen. Der Verfasser erinnert an die Polemik, welche Achad fl aa in vor 31 Jahren gegen S. Reinaeh führte, als dieser beantragte, den Schahhat und die Speise gesetzt* aufzuheben. ■Achad lia.'im, der in seinem Privatleben das Religioiisgesetz nicht in allen Einzelheiten beobachtete, verlangte in seinem Artikel ״Ein neuer Erlöser“, daß die Heiligkeit des Sdiabbat auch von denen verteidigt werde, welche mclit gerade orthodoxe Lebeiisgnmdsätze haben. Klavierschülcr ohne Klaviere. Fine der {größten Schwierigk eiten im palästinensischen Klavierunterricht ist, daß viele Klavierschüler keine Klaviere, also hei sich im Hause keine Möglichkeit zürn Heben besitzen. Soweit es geht, stellen die Mnsiklchrcr ihre eigenen Klaviere zur Verfügung. Da aber die Klaviere der Lehrer immer überbesetzt sin,1, läßt sich das mir bis zu einem gewissen Grade ermöglichen. Da es erfahrenermaßen aber viele Klaviere in Privatbesitz gibt, die kaum ausgenutzt werden und deren Besitzer viele Stunden des Tages nicht zuhause sind, bitten wir hcrzüchst, «ns solche Klaviere für c r w a c 11 s e n e* Schüler, für deren Zuverlässigkeit wir uns verbürgen, stundenweise zum lieben zur Verfügung zu stellen. 111 Frage kommt zunächst Jerusalem, dann alter auch Tel-Awiw und Rechowoth. Meldungen au: Alice Jacob-Loewcnson, Studio für Klavier 11 rut Komposition, Haus Rotberg, Meouoth Owdim B, Re* chawja B.