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Jüdische Rundschau · 1935-10-18 · Heft 84 (18.10.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 84 (18.10.1935)
Date
1935-10-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nf. 84, 18. X. 1935 jüdischen <i!;1ube11.s ohne Unterschied der religiösen und poHtiechen Richtung /u sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und geselischaftliehen (iieidistelluiu׳ sowie in der unbeirrbaren Pflege deutscher Gesinnung /u bestärken.“ Dali dieser Tetukru-Paragraph nicht mehr bestehen bleiben kann, bedarf keiner weiteren Darlegung. Obwohl wir an diesem Paragraphen immer viel auszusetzen hatten, liegt es uns fern, i!1 diesem Moment des tragischen Abschlusses eines Kapitels in einer Wunde zu bohren, die praktisch die Wunde aller Juden in Deutschlatid ist. Zweckverein oder Gesinnungrverein? Lieber den Temlcn/paragraphen haben sich in der Vergangenheit innere Kämpfe im C.-Y. entwickelt, die auf die Formel gebracht wurden, ob der C.-V. ein ״Z \v c e k v e r e i 11“ oder ein ,,Q e s i 11 11 11 n g sverei 11“ sein solle. Die Oberhand erlangte die letztere Anschaumig, und die ״C.-V.-üesiniiung“ wurde dann noch mehrfach interpretiert. Infolgedessen konnte der C.-V. den ersten Teil seines Programms, ״deutsche Staatsbiirger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religjiöscn und politischen Richtung /u sammeln“, nicht i’iidiahen. Fr hat schon 10]'j und dann neuerlich 1021 Resolutionen angcnomincn, die den Zionisten die Mitglied*( h.ifi 1! •ו Central.Verein unmöglich machten. An dieser LiiMi lluug gegeimber dem Zionismus und den Zio!1i‘-U1׳) hat der CieiitralA’erein auch weiter festgehalteil, obwohl bedeutende 1’ci'MÖnlichkeiteii des deutschen Judentums, die dc!!1 C.-V. angehörteii, sich dem Palii s ן in a-(ml;1 n!; r 11 aneclb״sse11 und in der form des Keren 11,1kיי־• ui und guter der Jewish Agency in eine eiiee K<׳ope1ati1 m mit den Zionisten traten. Das auf die :n1u/i<1m>uCcl:e Re-olutiou von IM2I folgende Jahrzehnt war im Cent tu l-Vcreitt erfüllt von inneren Kämpfen 11111 die!,;dastinaddem Der Central-Verebt hat jedoch in seinen 1!auptvei '-,niiiniiinei 11 immer wieder die anti/io- 11 istiet 111* Kv-ohstimi von PCI bestätigt, so 7״ B. im Jahre 1026 und l!)2S. (ibvvnhl damals ein g!׳oder Teil seiner eigenen I iilirer, u erm mich in einer vorsichtigen Weise, sich gegen dir״w (mich den Anschauungen des verstorlnaum Fugen •dmlm nicht cnfgarechende) Haltung ausgesprochen hat snui eine Freiheit der Betätigung in bezug auf Palästina für die Mitglieder des Ccntral-Vereins foirlmle. In der i l.mptvei>a111;!1lung von 1028 hat z. B. die Jugeiidkont'ereiiz des C.-V. sich sogar für positive Förderung der I'al istina-Arbeit ausgesprochen. Trotzdem wurde noch damals im Jahre 1028 mit 07 gegen 62 Stirnmc!1 die sogenannie Resolution Mecklenburg angenom- Ttcit, die sich scharf gegen den Gedanken des jüdischen Volkstums wandte. Die Zahl der antizionistischen und antipaliistinensischcii Aeuheniugcii aus C.-V.-Kreisen, die die Zionisten verletze! muhten, ist Region. In der Hauptversammlung von 1020 hat ein prominenter Ccntral-Vereins-Führer erklärt, der C.-V, müsse sich von der Palästina-Sache ztiriiekli,alten, weil diese ohnedies zusammenbrechen werde, und es sei ganz falsch, sich durch die (damals finanziell geiälmlete) I age der Siedlungen zur Hilfeleistung beciii!!1!s>e11 zu lassen. 1:111 anderer C.-V.- Führer, Rabbiner Di: Jacob, I)ortnuind, erklärte schon 1021 (und später ähnlich): ״Im gi■ .1־T;,,1:׳ ViKwnlilK'k (׳r-clioiiit mir jede dentsolle Mark f.ir Cm Amicm der j!HlU111-1’Mgli>el1en Kolonie in A'ii’ii als u:!e!:,!iihte K.ipii.iiihi■-!11 uml Verschiebung ins Aü.'l.ind." Dic'C I )i-ki eiiitii'i'iing vor der nielitjüdisclien Oeffent-' lichkeit s ,!!ןe w ׳ T.l dazu dienen, eine Pression auf die innenmiw, hon < im: tu r aiK/uübcn. Im Jahre 1027 entsandte der Ccm ni-Venin ceimm Svndikns I)r. Alfred Wiener nach Pa! i-hun, und dieser veröffentlichte dann eine Br!■sehtirc ״Kfiusclw Reise durch Palästina“, in der er das ICC ■׳sin!\\vrk zu h;1 gatmlli<ieren versuchte; er erklärte, da d:s Pal.Ctinawi rk nur natknaljüdisch sein könne, sei rin!■ Betclli Ming v •11 C.-V.-I .eitlen daran uiiim 1g׳li1 h. Im;nun aber hin/iigeftigt werden, daß tingeachtet dieser Haltung der C.-V,-Mehrheit eine Anzahl von C.-\',-M1tellc(lern und -I (ihrem unbeirrt in der Keren- Hajessi■d-Arbeit für Palästina mitarbcitetc. All dies wird hier angeführt, um zu erklären, warum der Ccntral-Yervin nur einen Teil der deutschen Juden umfaßte und warum die Zionisten an seiner Arbeit keineu Anteil nehmm konnten. Die Zionisten, die in staatsbürgerlicher Beziehung gewiß nicht minder zuverlässig waren als alle .ituleren Juden, mußten sich scharf dagegen wehren, daß sie, weil sie die wahre Judenfrage klarer durchschauten und rechtzeitig einer Lösung vorzuarbeiten strebten, in der Oeffentlichkeit diskreditiert wurden. Die ,,deutsche Gesinnung“ im damals geltenden staatsbürgerlichen Sinne war eine Selbstverständlichkeit, das Deutschtum im völkischen Sinne hingegen konnten Juden nicht für sich in Anspruch nehmen- Die Zionisten gingen dabei von einer Auffassung aus, die allen europäischen Miuderheitsverltälfnissen zugrunde liegt: daß eine [remdstämiiiige ,Minderheit sieh zu ihrem Volkstum bekennen und dessen Güter pflegen kann, ohne darum auclt nur im geringsten ihre staatsbürgerliche Gebundenheit oder die Pflichten der Loyalität zu vernachlässigen. Inzwischen haben wohl auch sehr viele C.-V.-Leute den Boden der obenerwähnten Resolution verlassen. Auf weitere Fin/.elhc■ iten der innerjüdischen Kämpfe von dainals wollen wir hier nicht entgehen. Zur Klärung der heutigen Situation des Ccntral-Vereins kann aber die Erinnerung daran in einem Moment der Neu-Ordnung nicht vollständig unterdrückt werden. Veränderte Zeiten Die Verhältnisse haben stich geändert, viele der alten Kontroversen sind gegenstandslos geworden, Zum ersten Male in der Geschichte sind wir in der Situation, daß ein Staatsvolk — durch Verankerung des Rasseprinzips in den Staatsgumdgesetzen — den Juden verwehrt, sich zu ihm zu bekennen. Die Frage, auf die der Streit zwischen C.-V. und Zionisten in bezug auf die nichtjüdische Umwelt sich vielfach bezog, nämlieh ob die Juden ״Staatsbürger“ seien oder auch ״Volksgenossen“, ist faktisch entschieden in einem Moment, wo sie gesetzmäßig beides nicht mehr sein können. Und was Palästina betrifft, so wird heute wohl auch in solchen C.-V.-Kreiscn, die früher dem palästina-feindlichen Flügel angehörten, die Erkenntnis sich durchgesetzt haben, daß das Palästinawerk die wichtigste und jeden Juden angehende gesamtjüdische Aufgabe ist. Formell ist diese Tatsache in der Erklärung der Reichsvertrctung vom 24. September zum Ausdruck gekommen, die auch der Central-Verein unterschrieben hat. Die Konzeption eines ״Gesinnungsvereins“ ist heute sinnlos, wenn man nicht um jeden Preis neue gesinnungsmäßige Grenzmauern schaffen will. Manche Anzeichen der letzten Zeit schienen darauf hinzudeuten, daß der C.-V. auch heute antizionistische Propaganda als eine seiner Aufgaben betrachtet. Er wird sich nun entscheiden müssen, ob er diesen Kurs weiter verfolgen will. Der Central-Verein hat in den letzten zwei Jahren versucht, sich ein anderes praktisches Tätigkeitsfeld zu schaffen und seinen großen Beamten- und Vereins-Apparat in den Dienst der Wirtschaftsberatung und Rechtsberatung zu stellen. Dies sind an sich unpolitische Gebiete, die aber nach Lage der Dinge nicht mehr einer privaten Vereinstätigkeit überlassen bleiben können, sondem durch die Reichsvertrctung und den Zeittralausschuß für Hilfe und Aufbau für die gesamte Judenheit in Deutschland kontrolliert werden. Es kommt also für den Central-Verein außer der Namensänderung und außer der Statuten-Aendennig noch die Frage in Betracht, in welcher Form er sich der jetzigen jüdischen Organisations-Hierarchie in Deutschland eingliedern will oder kann. Das sind Fragen, die freilich nicht er allein entscheiden kann. Die Zionisten Deutschlands haben mit dem Personenkreis des C.-V. in der Reichsvertretung und im Zentralausschuß zusammeiigearbeitet, und wir glauben, daß diese Kooperation auch von C.-V.-Seite als fruchtbar anerkannt wird. Repräsentanten der jüngeren Generation des C.-V., vor allem der verstorbene Ludwig Tictz, erstrebten zweifellos eine Annäherung des C.-V, an zionistische Anschauungen und Ziele. Wir verkennen nicht, daß Menschen psychologisch durch die Herkunft aus einer bestimmten Organisation stark gebunden sind. Aber in einem Augenblick, wie es der gegenwärtige ist, wo die Lebensfragen der Juden Deutschlands mit aller Schürfe gestellt sind, können organisatorische Residuen Dr. Frxcks Rede in Saarbrücken Wir berichteten in der vorigen Nummer über die Bemerkungen, die Reichsinnenminister Dr. Frick in seiner Rede in Saarbrücken zum Thema der Nürnberger Gesetze gemacht hat, gemäß der Wiedergabe in den Berliner Zeitungen. Diese Rede hat in jüdischen Kreisen vor allem darum Aufmerksamkeit gefunden, weil darin eine Ein- Schränkung der W i r 1 s c 11 a f t s b e t ä t i g 11 n g der Juden angekündigt wird. Die ״Saarbrücker Zeitung“ vom 13. Oktober bringt einen ausführlichen Bericht über die Rede Dr. Fricks. In diesem Bericht wird der Teil, der sieh mit der Judenfrage beschäftigt, wie folgt wiedergegeben: ,,Spallpilze müssen aus dem deutschen Volkskdrprr au-ijeschipden werden. Hier mutt ich einer l'Yage gedenken, die seit vielen Jahrzelmirn große l'nruhcn im <lr׳ne'h,'ü Volk hei voigeru'Vn hat: das ist *he Juden fr age. Ks sind jetzt rund 150 Jahre 11er, daß uitdlgc der tr.1nz1')ai,1 hen Revolution die Juden mit St.1.1׳'j1!1gel1'i1!g־׳u deticsrhen Blutes auf eine Linie in s K wurden. Die Juden haben sicf 1 in Den: schland immer als Fremdkörper erwiesen. Wer diese Ktkeuauiis früher noch nicht hatte, dem wurde sie durch die Kn'.wicklutij in der Nachkriegszeit klar. Ks ist unertbiglieh für ein Volk, wie *las deutsche, *laß Fremd rassige sich auch noch die Staat slcitung an gemaßt haben, wie das m der Sy-teruz* it leider in mir zu hohem M.die der Fall war. Das hat uns an *len Rand des Abgrundes geführt. Aber gerade das hat vielen Millionen Deutschen erst die Augen gvihftiet und damit, der libcrali-aisehen Auffassung, die für die Judcncinaiizipatioii eingetriten ist, den Todesstoß versetzt. Auf dem I’arteitag in Nürnberg wurde das neue Rcichsbürgctge-elz geschäften. Damit wurde ein Schritt von geradezu säkularer Bedeutung vollzogen. Nun ist ein für allemal der Jude aus dem politischen Leben Deutschlands ausgenierst. Ki.11 weiteres wichtiges (levtt. das aut dem Parteitag angenommen wurde, ist das Gesetz zum Schul* des deutschen Mutes und der deiits*. hen Khie. Ks wendet sich gegen dirunselige Ra-ssenvcrinansc Innig. Dieser ist jetzt in Deuurhlsmd ein Riegel vorg(*v.:lmi*on. Die Aiusiiilitimgdie.yiiiinmtigeii zu dem Rei< h-bürgortmd Bltjtgusct* werden demnächst ergeben. Denn wird auch die Frage geregelt, wie man es mit den Mischlingen *u halten hat. Auch diese Gesetze dienen der deutschen Volksgemeinschaft. Ks ist nicht so, daß wir Nationalsozialisten die Juden mit Gewalt lusrotten wollen. Wir wollen lediglich eine reinliche Scheidung. Wir sagen, Deutschland den Deutschen, aber nicht den Juden! Damit ist der Anfang eines erträglichen Friedens gemacht. Die Ju-lcnfragc wird nicht gelüst durch eingeworfene Fenster-clioibe״ oder sonstige Gewilttätigkeiten und ich möchte alle Volksgenossen, besonders die Parteigenossen, warnen, auf diesem Wege Judenpoütik auf eigene Frust »1 betreilren. Der Staat hat absolut die Führung in die Hand gwaommenJ"T'-« werden auch Geietie ergehen müsse« (irrer die nicht ausschlaggebend sein. Ein neuer Anfang muß gemacht werden. Für die außerhalb des Central-Vereins stehende jüdisehe Welt wird von den Beschlüssen, die der C.-V. am 21. dieses Monats treffen wird, viel abhängen. Daß der Verein sich nicht als ״Central-Verein der Juden in Deutschland“, wie in der Tagesordnung vorgesehen und wie er kürzlich schon provisorisch genannt wurde, bezeichnen kann, liegt auf der Hand; denn da ihm große Teile der Juden nicht angehören, ist er kein Central-Verein ״der“ Juden in Deutschland, sondern nur eine Vereinigung v o n Juden, im besten Falle ein ״Central-Verein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten“ (dieser Name war früher einmal an einem anderen Ort für einen derartigen Verein gebräuchlich.) Wichtiger noch ist es, ob bei dieser Gelegenheit wirklich eine klare Neuordnung der innerjüdischen Verhältnisse in Deutschland in Erscheinung tritt. Nach dem Gesetz der Trägheit behält ein solcher Verein, auch wenn sein Name, sein Programm und seine Tendenz weggefallen sind» dennoch einen Bestand von Mitgliedern und einen bürokratischen Apparat; neues Leben kann aber dieser Maschinerie nur eingehaucht werden, wenn Menschen den Mut und die Entschlossenheit haben, unter eine historische Entwicklung einen Schlußstrich zu ziehen und sich für eine neue Aufgäbe umzustellen. Ja-Sagen zum Judentum Die Menschen im C.-V. haben sich gewandelt. Viele, die sich nicht von ihrer geistigen Herkunft trennen können und die neuen Aspekte der Judenfrage nicht sehen, mögen in ihrer Ablehnung moderner jüdischer Zielsetzungen verharren; aber viele haben jetzt erst, unter äußerem Anstoß, die Judenfrage kennen und verstehen gelernt, sie haben sich dem jüdischen Volkstum auch innerlich zugewandt, viele wollen selbst in Palästina mitarbeiten oder ihren Kindern dieses volljüdische Leben eröffnen. Diese Menschen, die ja s a g e n z u in J u d e n t u ni und die schon vor zwei Jahren diese unsere Parole des Ja-Sage ns zum Judentum freudig angenommen und in sieh verankert haben, i h 11 c n soll der Weg zum Zionismus offen stehen. Es ist eine Anomalie, daß der C.-V. seine antizionistisclicn Resolutionen bis jetzt aufrcchterliielt. Es würde eine wesentlichc Entspannung und Normalisierung des jüdisehen Lebens in Deutschland bedeuten, wenn der C.-V. durch Beseitigung dieser Beschlüsse denjenigen seiner Mitglieder, die es wollen und die sich dazu durchgerungen haben, den Weg zur Mitarbeit in der Zionistisehen Organisation freigibt. Für die praktischen Aufgaben, die der C.-V. nach dem 21. dieses Monats noch haben wird, können seine Mitglieder gewiß ungeachtet dieser auf einer anderen Ebene liegenden Differenzierung Zusammenarbeiten. Wir wollen uns enthalten, jetzt noch andere Möglichkeiten zu erörtern, die sich in in 11erjüdischer Hinsicht aus einer geänderten Haltung des neuen ״C.-V.“ (oder wie er dann heißen mag) ergeben könnten. Dazu wird Gelegenheit sein, bis die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung vorliegen. Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigung der Juden, damit auch hier jeder Grund fiir Einzelaktionen durch Boykottmaßnahmen, Auis-tcÜcn von I’.m.cri vor jüdi-tlicn Geschäften, Ankleben von Zietcln an jüdi-chm Schaufenstern weglullt!“ Die Lage der Juden Griechenlands Saloniki, 14. Oktober. (JTA.) Durch die politisch: Umwälzung in Griechenland, die zur Wiederaufrichtung der Monarchie geführt hat, ist die staatsbürgerliche mul rechtliche SteUung der Juden in keiner Weise beeinträchtigt worden. Ihre grundsätzliche und tatsächliche Oleichberech■ tigung, die in der letzten Zeit vor allem von Gruppen bekämpft wurde, die dem unter vcnizelistischer Führung stehenden republikanischen Block ,ingeschlossen waren, bleibt ebenso gewahrt wie unter der Herrschaft des zurückgetretenen Kabinetts T.saldaris. Fine Reibe von Mitgliedem der neuen Regierung, in erster Reihe der jetzige Minislerpriisidcnt und provisorische Träger der königlichen Gewalt, General Kondylis, haben ihrer freundlichen Ein- Stellung gegenüber der jüdischen Bevölkerung Griechenlands eindeutig Ausdruck gegeben. Bemerkenswert ist, daß der Führer der griechischen Faschisten, General Merk Uris, der Griechenland auf dem Fascliistenk-ougreO in Montreux vertrat und sich dort energisch gegen judenfeindliche Tenden/en wandte, Unterstaatssekretär im MinisterratsPräsidium geworden kt. _ Palästina und die Sanktionen Jerusalem, 16. Oktober. (JTA.) An den vom Völkerbum! gegen Italien beschlossenen Sanktionen wird sich auch Palästina beteiligen. Die Palästina-Regierung erwartet noch genaue Instruktionen aus London über Art und Umfang dieser Sanktionen. Der palästinensische Import aus Italien machte im Jaltre 1034 4SI 250 Pfund aus, der Wert der A!gfuhr nach Italien betrug 16 700 Pfund. Mail erwartet, dal) die italienische Palästina-Schiffahrt infolge der Teilnahme des Mandatsgebiets an den Sanktionen schwer betroffen sein wird. Im Jahre 1014 haben 365 italienische Schiffe in den Häfen Palästinas Anker geworfen. Ilauptsehrifrteiter: Dr. Robert W e 1 t. s c h, Berlin - Charlottcnburg 9 fauch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loovcnsteiri, Berlin W 15. Anzvigcnlciter u, vcramwortli! n für den Inhal: der Anzeigen: Hermann Pinn, Berlin - Tempclhot. Gültig: Anzeigen-l’feblisU; 4 vom 15. Oktober 1935. Verlag und Anzeigenvrrwaltuiio: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Memckfstr. 10. D.-A. Sept. 3!) 137. ~ Druck: Siegirieel Srholcm, Herlin-Sehöneberg. CC AM 71113 aus gutsn deutschst! MaBstoffsn RM100.-,120.- EE 1/1 C | fM |Ml* EE lenirum: SpItteliwarM 11,1* u. 13 Dar II"'I lnJ«JaMl141Uy aus englischen Maßstoffan RM 130— I 1־ IvL Iw I UU PI VJ " I I Oldenburger Str. 48, icke Turmttr.

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