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Jüdische Rundschau · 1935-10-15 · Heft 83 (15.10.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 83 (15.10.1935)
Date
1935-10-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODIS-CHe ROKDSCHAB Nr. 83, 15. X. 1935 Die Wandlung Palästinas Palästina-Sonderbeilage von ״Great Britain and the East" Pie Zeitschrift .,Great Britain and the East“ (früher *The N'enr East and Imlia“) enthalt in ihrer Ausgabe vom 10. Oktober eine P a 1 a s t i!1 a - S o n d c r b e i 1 a g c, deren Inhalt in vielen Hinsichten interessant ist. In der Sonderausgabe wird ein Ucberbück über die gegenwärtige Wirtschaftslage Palästinas und die Aussichten seiner weiteren Entwicklung gegeben. In dem einleitenden redaktionellen Aufsatz, wird zunächst der grundsätzliche Standpunkt der Zeitschrift (und wohl der maßgebenden englischen Kreise) betont. Es ist ebensowenig möglich, heißt es darin, zu behaupten, daß die im Heiligen Land zur Zeit offensichtlich herrsehende Prosperität Gegenstand restloser Genugtuung bei allen interessierten Faktoren ist, als zu behaupten, daß die deutliche Hinwendung zu städtischen Berufen bei den Ein- Wanderern der jüngsten Zeit restlose Genugtuung bei der großen Masse der Zionisten auslöst. Das fundamentale Problem, wie die beiden Teile des Mandates, der die Araber bzw. der die Juden betreffende, miteinander in Einklang gebracht werden sollen, bleibt weiter bestehen; weder lieberschüsse noch Defizite, weder erhöhte noch verringerte Ein- Wanderung können an dieser Tatsache etwas ändern. I He vorliegende Sonderbeilage beabsichtige aber nicht, dar/uhieten, sondern sachliche luforr Rv/epte für eine Lösung des Pa- ■girm. Fast jeder unmittelbare Beobach- ג Allheilmittel. Während aber diese inert werden, ändert sich das Antlitz; nmimerliroeheii. Zumindest einigen A n s c 11 a 11 1t n g mation. Die Za lästiiiaproblenis; fer hat ein e 1 .()Still!1 ren des I ledigen dieser Yermni gierung •Selbst, kann es mir sie stellen, e! breite Masse daß Verholer der Verkehr.-!: lisw. einen Vorteil b auch unguti.-tig atifg jemandem in IßiLi-ti! ist es doch dem u PalasfiiiaverwalUitig 1 der ihr von led!crer geübte t’ebenvaelning tahrt der ihr anrertr schritt dieser oder je Landes wird oft — Körperschaft zugc-elir sache, daß es die \ und besondere Form nie außer acht I..'111(1 .,ruageu gegenüber, mögen sie von der Revon Arabern!Hier von Juden bewirkt sein, eine ciit/ige vernünftige Einsteilung geben: fcktiv oder potentiell, eine Wohltat für die der Bei öikerung dar. Es steht außer Frage, .11!gen aut dem Gebiet der Wasserversorgung, Iiesundheitswesens, der Erziehung :en; und wenn es möglicherweise iiin-n werden sollte, daß irgend n e r k e 11 n u 11 gr gezollt wird, so :eiisdieii Beobachter schwer, der סס I ob für die von ihr, innerhalb tßerer Macht gezogenen Grenzen, r materiellen und kulturellen Wohl- II Völker zu versagen. Der Fort• Seite der Wirtschaft des Heiligen mit Recht — dieser oder jener ausseh lag gehende Tatist, die jed» einzelne Fortschritts ermöglicht, sollte 1 s seit werde 11. aller die a 11 u 11 gr Finanzprobleme Aut diese redaktionelle Einleitung folgen dann die Artikel ,mit Einzeldarstellungen. Per erste Artikel ist den Finanz- Problemen gewidmet. Pie Finanzlage Palästinas wird als beneidenswert bezeichnet, gleichzeitig aber daraut hingewiesen, daß der Stand der öffentlichen Leistungen und der Entwicklungsarbeiten den auf finanziellem Gebiet erzielten Ergebnissen nicht entspricht. Das Steuer wese 11 erfordere sorgfältiges Studium und entsprechende Reform. Pas Bedürfnis der einheimischen Bevölkerung nach wichtigen Einrichtung(.׳!! sei in der Vergangenheit aus Mangel an Mitteln vielfach nicht befriedigt worden; jetzt müsse diesen Bedürfnissen auch mit Rücksicht auf die an solche Einrichtungen gewöhnten neuen Einwanderer Rechnung getragen werden; doch müßten laufende Ausgaben in den Grenzen der ״normnlei!“ Einkünfte bleiben, um einschneieiende Kürzungen im Falle geringeren Kapital/uflusses bei killender Möglichkeit rentabler Anlagen zu vermeiden. 111 einem Lande wie Pala.-tina — heißt es in dem Auf- Satz —, d,1c -ich mit solcher Schnelligkeit entwickelt, ist natürlirhcnvci-e das Verlangen, dal! .Ausgaben für Ente zn :riiitii ht werden, er 11 sie nicht tu ••.־kt wurden, die hanntentstunden sind, der P11 a I e n 11׳ ntifgenom e I inan/pol! i und \׳> ird für die Durchführung ertragabwerfender Entwicklungsarbeiten und für die Vergrößerung der Reserve, entsprechend der Vergrößerung der normalen“ Jahreseinkünfte. Eine solche Politik ist offensichtlich zufriedenstellend und flößt privaten Investitoren Vertrauen ein. Abschließend wird zu der Finanzlage Palästinas ausgeführt: Die Zukunft Palästinas ist weitgeliend abhängig a) von der Einwanderung und b) von der Kapitalz 1111111 r. Die Einwanderung hängt von der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes ab• und die Einfuhr von Kapital ist abhängig von Anlagemöglichkeiten, deren Ergiebigkeit zur Deckung der Lebenskosten aus dem Kapitalsertrag ausreiclit, wenn auch selbstverständlich in Palästina Jahreserträge nicht eine unbedingte Notwendigkeit sind, vor- Boden für die erste Siedlung der Jugend ־Alijah Vorträge im Rahmen der Tischri-Kampagne Dr. Joachim Prinz Dr. Hans Pomeranz Dr. David Schloßberg Dr, Joachim Prinz Dr. Alfred Rabau Helene Hanna Thon Keren Kajemetlt Lejisrael (Jüd. Nationalt. E.V.) Berlin W15, Melnekestr. 10 / Postscheckk, Berlin 282 47 15. Okt. in Kaiserslautern 16. ■ a Dortmund 16. a Nauheim 16. Stralsund 17. ■ Rostock 17. a M/Gladbach 17. ts Frankfurt a. 0, fHindenburg 17. m Beuthen (Gleiwitz daß um das Kapital des seine Erhaltung neuen Einwanderers groß in der Zwischenzeit zu dark; diese Auss angesammelten kiilich durch ahigkeit des Steuereu den Scluildeudienst für die neuen Anleihen zu leisten, tik der Palastina-Rcgierung :r1:״!M 1111•,! wird von der londoner City durchwie diedeutlich;ui- ■clern Erfolg der vor c 1׳ e!1 privaten Anleihen hervorgeht. Der Voriir Au-uabeii im YerwaRutigsjuhr 1935 '36 ist ::!;.:keil auf:!cbaiit, laufende Ausgaben 1111« die \ miüilftigeit Programms für außerordentliche I ei-tuiigei! einmaliger Art im Rahmen einer h:o-1.i:1ks:11ff zu halten; diese wird für 103530־ am die erhöhte Bevolkerimgs/ahl auf 3750 00ü /!; er rühmet ferner mit der Verwendung über diesen Betrag hiiuusgehender Einkünfte Ulf* viiivimvii) v•‘••' s- ‘ ' d i e Z a 11 1 der m ö g I i c h e n i muß, und daß es andererseits eine ״ .. . über den hinaus ein Land Neueinwandcrcr nicht ״״״.- bringend aufiiehmeti kann. Möglicherweise aber wird das i n w an derer geben 1 Sättigungspunkt gibt, nutz- Problem gelöst werden, solange die Kapitalzufuhr noch anhält. Es ist eine ermutigende Tatsache, daß der Export einheimischer Erzeugnisse mehrere Jahre hindurch einen stetigen, wenn auch nicht überraschend großen Fortschritt gemacht hat, und die schnelle Vergrößerung der Wirtschaftliehen Basis des Landes durch Schaffung neuer Industrien bildet die Grundlage für die Entwicklung eines weit großeren Exporthandels in der Zukunft. Die bedeutende Zunahme des Palästina-Exports von 1 572061 Pfund im Jahre 1931 auf 3 217 562 Pfund im Jahre 1934 wird als äußerst ermutigend bezeichnet. Unter Beriicksichtigung der noch zu erschließenden Hilfsquellen Palästinas sei die Ansicht gerechtfertigt, daß in nicht ferner Zeit der Export des Landes im Vergleich mit dem Import ein sehr beachtliches Bild bieten werde. Das Hauptproblem sei jetzt das der Märkte: es möge betont sein, daß die industriellen Aussichten in Palästina auf Schönwettcr weisen; werden die Aussichten auf internationalem Gebiet ebenso wolkenlos sein, dann ist der Weg zu wirtschaftlichem Fortsoliritt frei. Nunmehr folgen instruktive Beiträge bekannter jüdischer Wirtschaftler Palästinas, so ein Aufsatz über die ko •opera• tive Bewegung von Harry Viteles, ein Artikel über den ״Industriellen Fortschritt“ von A. Goldwater, eine Darstellung■ der Schwierigkeiten der Orangenindustrie von J. Rokach, eine Schilderung des medizinischen Werkes der Hadassah, schließlich ein Aufsatz, über Palästina als Erholungsstätte für das ganze Jahr •und ein spezieller Beitrag über den ״Bade-Ort“ Nathania. ausgesetzt, genug ist, sichern. Die passive Handelsbilanz Eine besondere Untersuchung ist dem Handel und insbesondere der Frage der stark passiven Handelsbilanz Palästinas gewidmet. Hier/u wird ausgeführt: Das Hauptproblem, mit dem sich Palästina in den nachsteil Jahren wird befassen müssen, ist zweifellos das der Entwicklung eines entsprechenden Exporthandels. Gegenwärtig nimmt sowohl Import als Export zu, aber das Tempo der Zunahme ist beim Import größer und die umgünstige Handelsbilanz erweitert sich schnell, man kann fast sagen, verhängnisvoll. Vorläufig allerdings ist die Lage nicht so sehr ungünstig, denn das rasche Anwachsen des Imports ist hauptsächlich aut den dauernden Zustrom von Einwanderern zurückzuführen. Jeder Schub von Einwanderern bringt eine Menge neuer Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen, insbesondere auf dem Gebiet von Häuserbau und Einrichtung und es ist unvermeidlich, daß eine Zeit verstreichen muß, bevor diejenigen irgendeine Erzeugung aufgenommen haben, durch ihren Beitrag zum Export Palästinas eine Kompensation schaffen. Sehr viele der Neuankömmlinge sina bedeutende Kapitalisten und bringen beträchtliche Summen in das Land; dieser ״unsichtbare “Export ist gegenw,artig der Hauptfaktor bei der Erhaltung des Gleichgcwichts. Wollten wir annchmen, daß die Einwanderung aufhört und infolgedessen ein Sinken der Nachfrage nach Einrichtung (im umfassenden Sinne des Wortes) seitens der neu in das Tand Gekommenen cintritt, so gäbe es, wie die Dinge jetzt liegen, einen weifen Abstand zwischen Import und Export, der durch andere Formen des ״unsichfbaren“ Exports, wie den Fremdenverkehr, bei weitem nicht überbriiekt werden könnte. Aber es besteht für eine solche Annahme keinerlei Grund; denn der Strom der Einwanderurig hält an, und es gibt kein Anzeichen einer Abnahme der Zahl der Juden, die sich in dem Lande dauernd niederlassen wollen. Darum dürfte das Haiidelsproblem, so heißt es weiter, n o c 11 einige Jahre lang nicht akut werden; aber daß es im Augenblick keine lebenswichtige Frage darstellt, ist kein (irtirid, seiner Erörterung aus dem Wege zu gehen. Es braucht keiner besonderen Vorstellungskraft, um zu erkennen, daß es einerseits eine Grenze für Presseschau Um den Legislative Council Der Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem und frühere Geueralslaatsanwalt von Palästina, Norman Bentwich, antwortet in der ״T i m e s“ auf die Entwände, die gegen seinen Vorschlag, den Legislative Council in Pa- Iästina aut der Basis der Parität zwischen Juden und Arabern aufzubauen, erhoben worden sind. Er wendet sich insbesondere gegen die Behauptung, dal! er die Bestimmung des Mandats, daß nichts getan werden solle, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nk'htjüdisdien Gemeinschallen Palästinas beeinträchtigen könnte, übersehen habe. Diese Bestimmung, schreibt Bcntwich, ist in dem Artikel des Mandats in den von mir zitierten Worten niedcrgelegt: ״Unter Sicherung der bürgerlichen und religiösen Rechte aller Einwohner Palästinas.“ Dies berührt aber nicht unmittelbar die Frage des Legislative Council. Das Mandat enthält in präziserer und erweiterter Form die Grundsätze des Völkerbundpaktes über die Mandate und der Balfour-Deklaration; die Artikel des Mandates, nicht aber der Pakt oder die Deklaration sind bestimmend für die Grundlage der Verfassung. Hinge die Frage von der Balfour-Dcklaration ab, so bestände keine Verpflichtung, eine auf Volksvcrtretung beruhende Regierung einzuführen, und es wäre eine Entstellung des wahren Sinnes der Deklaration, wollte man die Bestimmung so darstellen, als ob sie sie eine primäre Pflicht auf erlegte, die Forderung der Araber nach sofortiger Selbstverwaltung und einem Majoritätsregime zu erfüllen. Ich beabsichtige nicht, erklärt Bcntwich weiter, mich ln eine Diskussion über die Ziele des Mandates einzulassen; ich möchte nur aiiführc.11, was Lord Cedi of Chclwood, einer der Schöpfer des Mandatssystems, im Jahre 1930 über den wesentlichen Charakter des Palästinamandats schrieb, nämlich: ״Mail kann es ohne unangebrachte Metapher als Treuhänderschaft für die Errichtung des Jüdischen National 11 ei ms bezeichnen. Die Rechte der Araber werden wirksam durch einen Absatz geschützt, der betont, daß sie der allmählichen Erfüllung ■des Hauptzwecks des Mandates untergeordnet, aber in keiner Weise entgegengesetzt sind.“ Eine Besiechungsaffaire Jerusalem. (Palcor.) Anfang September wurde der Beamte des Einwanderungsdepartenients der Palästina-Regierung in Jerusalem, Georg Massarssa, durch den High Comtnissioner von Palästina seines Amtes enthoben, da ihm vorgeworfen wird, da ß er gefälschte Einreise-Zertifikate erteilte und Bestechung angenommen habe. Als Folge der noch im Gange befindlichen Untersuchung sind in der letzfen Zeit viele Einwanderer, deren Zertifikate die Unterschrift des genannten Beamten trugen, angehalten worden. Einem Teil dieser Einwanderer wurde gegen Kaution das Verlassen des Schiffes gestattet, es gab jedoch auch Fälle von Rücktransport. ________ Verurteilt wegen Schofarblasen Der Revisionist C h e i k i n, der am Jom Kippur an der Klagemauer Schofar!;elriascn hatte, wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. (Schluß des Palästina-Teils) neruenzrzi in luzern nimmt einen Ponsionhi Offerten imler C 86 •ndie Anzcigen-Abt , Berlin W 15, Mcinekcstr. 10. Ständiges inserieren schafft Erfolge STAATS-LOTTERIE spielen Sie von Jetzt Ab bä! GLASER M.d.j.G. RaUbor (Oberschlesien) Neue Straße 14 * Poiiaehcck-Konto: Rreilau 12 888 Ziehung 1 I. Kl*■•• Ul. — 19. 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