Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 83 (15.10.1935)
- Date
- 1935-10-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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jüdische Rundschau Palästinensische Umschau NR. 83, 15. OKTOBER 1935 Der Zwischenfall in Hebron Stoff für antijüdische Agitation Die jüdischen Zeitungen Palästinas lenken die Aufmerk• samkeit der Oeffentlichkeit auf die um sich greifende arabische Agitation, die anscheinend den gegenwärtigen Moment aus weltpolitischen Gründen für besonders günstig hält. Die Araber treffen, so heißt es, jetzt schon Vorbereitungen zu Kundgebungen am 2. November, dem Jalirestag der Ballour-Deklaration, und sie wollen diesen verbinden mit demonstrativen Trauerfciem für die Opfer der Unruhen vom Oktober 1933. (Damals wurde bekanntlieh ein arabischer Aufruhr von der Regierung mit Waffengewalt niedergeworfen, wobei eine Anzahl arabischer Demonstranten getötet wurde.) Die Agitation hat sich nun eines Vorfalls bemächtigt, über den wir bereits kurz berichtet haben. Der Gerer Rehbc mit seinen Chassidim hat die Höhle Machpela in Hebron besucht und dort gegen die für den Besuch dieses Heiligtums bestehenden genauen Vorschriften verstoßen. Es kam dabei zu Zwischenfällen, die zur Folge hatten, daß mehrere Chassidim zu einer Geldstrafe verurteilt wurden. ״Haarez“ macht darauf aufmerksam, daß durch diese Sache wieder einmal ein gefahr lieh es Gebiet betreten wurde. Man könne, so schreibt das Blatt, psychologisch wohl die Erregung der Chassidim verstehen, die Zusehen mußten, wie ihr verehrter Rebbe verhindert wurde, einen jüdischen historischen Ort so zu besichtigen, wie er es wünschte. Aber zugleich muß man sich sagen, daß die Judenheit Palästinas heute ganz andere Sorgen hat, als die Frage der Höhlt Machpela aufzurollen, für die es eine feststehende Besuchsordnung gibt, die mm einmal von den Moslems eifersüchtig gewahrt wird. Schon, so heißt es, werden Telegramme durch das ganze Land geschickt, die die Moslems zur ״V e r t c i d i - gung ihrer Heiligen Stätte“ aufrufen, als ob in Wahrheit irgendein ernster Angriff auf diese Stätte erfolgt wäre. Diese Agitation, die an den religiöse» Fanatismus appelliert, dart nicht gering veranschlagt werden. Wir haben im Jahre 1929 anläßlich des Streites um die Klagemauer die Folgen solcher religiösen Erregungen gespürt. Der jetzige Moment mit der durch den abessinischen Krieg geschaffenen weltpolitischen Nervosität ist aber am wenigsten geeignet, solche Konflikte aufkommeu zu lassen. ״Haare/."“ warnt daher die jüdische Oeffentlichkeit zu beachten, was in ihrer nächsten Umgebung vorgelit und appelliert an die Regierung, die mit falschen Angaben operierende arabische Agitation nicht zuzulassen. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß in einem Augenblick solcher Hochspannung von jüdischer Seite alles unterlassen werden müßte, was geeignet ist, Ocl ins Feuer zu gießen lind einer falschen Agitation Stoff zu geben. Daher ist es auch außerordentlich bedauerlich, dal! einige unverantwortliche Jugendliche am Jom Kippur eine Demonstration an der K i a g e in a 11 e r veranstalteten. Religiöse Gebräuche sind nicht zum Zwecke von Demonstrationeu da. Wenn ein junger Revisionist, der erst vor einigen Wochen nach Palästina eingewandert ist, am Jom Kippur zur Klagemauer ging, um dort im Angesicht der Polizisten den Schofar zu blasen, so ist die*,Absicht, sich zum ״Märtyrer“ zu machen, nur allzu deutlich. Denn cs ist bekannt, daß diese Polizisten zu dem Zweck dastehen, um den ״Status ijtio“ zu wahren, das heißt: jede, auch die scheinbar geringfügigste Handlung zu verhindern, die nicht dem Status (!סע entspricht, z. B. das Schofarblasen. Wenn die Regierung die Pflicht hat, das Umsichgreifen einer religiös gefärbten Agitation zu verhindern, so muß andererseits auch von jüdischer Seite alles geschehen, um dieses Bestreben zu unterstützen. Keine Eisenbahn Haifa — Bagdad Anläßlich des Rückkaufs der irakischen Eisenbahn durch die Irak-Regierung wird in der Zeitschrift ״Great Britain ana the East“ darauf aufmerksam gemacht, daß diese Transaktion in keinem Zusammenhang mit dem Projekt einer Eisenbahn Haifa —Bagdad steht. Vielmehr sei dieses Projekt einer Bahn durch die Wüste trotz des Wunsclics des Irak nach baldiger Ausführung gegenwärtig in den Hintergrund gerückt. Mehr Aussichten auf Durchführung habe das Projekt einer Autostraße durch die Wüste von Haifa nach Bagdad. (Die irakischen Eisenbahnen, die von England in der Kriegszeit gebaut worden sind und nach einer Schätzung der ״Times“ nicht weniger als 12 Millionen Pfund gekostet haben, sind jetzt für 400 000 Pfund an Irak verkauft worden — ein großer diplomatischer Erfolg der Irak-Regierung. Die Palästina- Verwaltung hat im Jahre 1928 aus den Geldern der damals aufgenommenen Anleihe die palästinensischen Eisenbahnen, die während des Krieges gebaut worden waren, von England für •C 841.370 zurückgekauft. — A. d. R.) Um die Hedschas - Bahn ln Haifa wurde eine Konferenz der Hedschasbahn eröffnet, an der Vertreter von Palästina, Syrien und Hedschas unter dem Vorsitz von C. R. Wcbb, Direktor der palästinensischen Eisenbahnen, tcilnahmcn. Zur Beratung stellt die Frage der Wiederinbetriebnahme der seinerzeit zerstörten Teillinie der Bahn von der transjordanischen Grenze nach Medina. Dieses Teilstück war seinerzeit bei der» arabischen Aufstand unter Führung von Lawrence zerstört worden. Die Verwaltung der Hedschasbahn ist (neben dem Besitz des Hafens von Akaba) einer der Punkte, der zwischen England und Saudia strittig ist und über den Emir Saud, der Sohn des Sultans, kürzlich in London und Jerusalem verhandelt hat. |Dr. Jahob Bluwste1ri| Anfang Oktober starb in Tcl-Awiw im Alter von 55 Jahren Dr. Jakob Bl uw st ein. In Rußland geboren, halte er in Deutschland und Italien Philosophie studiert und veröffentlichte später mehrere Bücher in deutscher und italienischer Sprache. Er übersetzte Kants ״Kritik der reinen Vernunft“ ins Italic-!lischt und gab die Briefe Spinozas in deutscher Sprache heraus (eine hebräische Ausgabe hatte er vorbereitet). Dr. Bluwstein, der schon 1913 in Palästina gewesen und dann während einer Europareise vom Weltkrieg überrascht worden war, übersiedelte 1920 endgültig und wurde ein rastloser Kulturarbeiter im Lande. Unermüdlich hielt er Vorträge, besonders vor Arbeitern. Er war der Gründer des Bcth Am in Tel-Awiw, dessen Veranstaltungen er seine ganze Kraft widmete. Dapalästinensische Kulturleben hat durch sein Hinscheiden einen schweren Verlust erlitten. Kein Grund zur Besorgnis Eine Botschaft Wauchopes Jerusalem, 10. Oktober. (Palcor Tel.) Der stellvertrclende High Commissioner, Chefsekretär Hathorn Hall, versammelte am 10. d. Mts. eine Reihe von führenden Persönlichkeifen und Wirtschaftlern Palästinas, und zwar sowohl Juden als auch Araber und Engländer, um ihnen eine Botschaft des in London weilenden H i g h Commissioncrs mitzuteilen, die im Zusammenhang mit den letzten Wirtschaftsentwicklungen im Lande steht. Der Chefsekretär Palästinas teilte mit, daß er vom High Commissioner aus London beauftragt sei, diese Versammlung einzuberufen und ihr die folgendc Botschaft zu übermitteln: ״Meine wohlbcgriindete Meinung geht dahin, daß keine Ursache für Besorgn i s s e vorhanden ist. Ich nehme an, daß im Mittelmeer völlige Ruhe aufrechterhalten wird und daß der italienisch-äthiopische Konflikt 10k a 1 i s i e r t bleiben wird. Würde nur die leiseste Ursache zur Beunruhigung bestanden haben, dann wäre ich Mitte Oktober nach Palästina zurückgekehrt. Ich werde aber wahrscheinlich erst Mitte November zurückkehren,“ Chefsekretär Hall fügte hinzu, daß sic!! aus dieser Bot- Schaft die völlige Grundlosigkeit der in den letzten Wochen in Palästina verbreiteten Unruhe ergibt. Er ersuchte alle Anwesenden, auf Grund der eben mitgeteilteu Botschaft die öffentliche Meinung des Landes zu beruhigen. Unter den Anwesenden waren von jüdischer Seite: Schcrtok und Kaplan von der Jewish Agency, Ben Zwi für den Waad Leumi, Bürgermeister Di zeug off, Direktor H o o f i e n von der Anglo Palestinc Bank, Direktor Viteles von der Zentralbank für Kooperativen, Direktor Rabinonitseh von der Ashrai-Bank, ferner waren Repräsentanten von Barklays Bank und der Ottomanischcn Bank anwesend, von arabischer Seite u, a. der Mufti von Jerusalem, Bürgermeister Khaldi von Jerusalem, Raghcb Naschaschihi, sowie der Direktor der Arabischen Bank. Der gesamte Vollzugsrat der Regierung (bestehend aus den höheren Staatsbeamten), wohnte der Veranstaltung bei. * Weitere Normalisierung Wie unser palästinensischer Korrespondent meldet, beginnt sich das Geschäftslehen wieder 7.u erholen. Eine Normalisierung der Wirtschaftsablrufe scheint gesichert, wenn nicht neue Rückschläge kommen. Die beruhigenden Erklärungen der Handelskammern in Jaffa, Tel-Awiw und Jerusalem über die Wirtschaftslage des Landes sind durch eine ebenfalls optimistische der Haifaer Kammer ergänzt worden. Die Abhebung von Depositen von den Banken hat aufgehört, jedoch werden wenig neue Investitionen gemacht und es herrscht eine spürbare Zurücklialtimg bei neuen Bauteil und Unternehmungen. Dadurch hat sich der Wirtschaftsablauf sfark verlangsamt. Das Geschäft zu den großen Feiertagen scheint geringer als im Vorjahre. Die Barclays Bank hat einer Abordnung von Handwerkern und Landbesitzern, die früher ihre Kredite bei kleinen Banketi erhielten, versprochen, ihnen die nötigen Kredite zu gewähren, wenn sie entsprechende Unterlagen über den Stand ihres Betriebes vorweisen können. Die Banken in J erusalc m verzeichnen mit Befriedigung die Tatsache, daß die Bevölkerung Jerusalems in den Wochen der Panik völlige Ruhe bewahrt hat. Im Gegensatz zu Tel-Awiw und Haifa gingen d'csc Tage in Jerusalem' fast ohne jede Störung vorüber. Die Banken haben die ganze Zeit über ihre Tätigkeit ohne Unterbrechung fortgesetzt, uml nur einige Banken haben aus Vorsicht den Kredit für kleine Handwerker etwas eingeschränkt. Außer den bereits gemeldeten Kundgebungen der verschiedenen Handelskammern fand in Tel-Awiw eine weitere Kundgebung zur Beruhigung des Publikums statt. Die Veranstaltung ging von dem Komitee der Levante-Messe aus, die bekanntlich im Frühjahr 193(» stattfinden soll. Den Vorsitz führte Dizengoff. Unter den Rednern befanden sich Kaplan von der Jewish Agency, Hoofien, ein Direktor von Barclays Bank, sowie die Hand eis-Attaches des polnischen und tschechoslowakischen Konsulats. Alle Redner betonten, daß keine Befürchtung für eine Krise besteht. Legislative Council zurückgestellt? Die arabische Zeitung ״Feie st in“ behauptet, die Besprecluingeii über die Schaffung eines Legislative Council seien unterbrochen worden timt würden erst wieder atifgenominell werden, sobald die internationale Lage übersichtlicher geworden sei. * Mangel an Führung Die klare Aeußerting Wauchopes ist sehr zu begrüßen, wenn man auch sagen muß, daß sie wahrscheinlich manchen Schaden verhindert hätte, wenn sie f r 11 h e r erfolgt wäre. Die allgemeine Unsicherheit wurde zweifellos dadurch erhöht, daß weder die Regierung noch sonst eine offizielle Stelle früher eingriff. Gewi!! gab es dafür sachliche Schwierigkeiten, aber bei derartigen Ereignissen sind oft psychologische Momente ausschlaggebend. Im Anschluß an die Kundgebungen der Tcl-Awiwer und Jerusalemer Handelskammern (Hedem von lloofien und Shelley), über die wir schon auf Grund der telegraphischen Nachrichten berichtet haben, schreibt unser palä-tiiien.-iseher gl-Korrcsponde nt: ״Die Erklärungen in den beiden Sitzungen sind die ersten offizielle 11 A e u ß e r 11 n g e 11 zu der künstlichen Panik der palästinensischen Wirtschaft. Bisher hat keine einzige leitende Stelle zu der Situation Stellung genommen. Die Regierung hat die Lage untersucht, sich berichten bissen, ihre moralische Hilfe vertraulich zu ge sagt. Die Jewi-h Agency hat ihrerseits Erhebungen gemacht, mit eien verschiedenen Stellen, der Regierung und den Banken verhandelt. Die Banken wiederum taten, was sie für nötig hielten. Aber alle diese Stellen hatten eines gemeinsam: sie schwiegen. Es ist sehr fragfielt, ob dieses Schweigen in der palästinensischen Wirtschaft der letzten Wochen richtig war. Gerade wenn die Panik eine künstliche und die Palästinawirt-ehatt als solche gesund war, hätte eine autoritative Erklärung von seiten der Regierung oder der Agency ihren Einfluß nicht verfehlt. Eine Versicherung über weitere Ausgabe von Krediten allein hätte z. B. sehr beruhigend gewirkt. Die leitenden jüdischen Personen aber, die eine solche Er- Klärung hätten abgehen können, waren zu der kritischen Zeit noch im Ausland und sind erst jetzt von Kongreß- und anderen Europafahrten zimickgtiehrt. Wir haben schon in früheren Jahren erfahren, dal! der M a s s e 11 a 11 s z u g im Juli und August unter Umständen peinliche Folgen hat. Auch dieses Mal spürte man in den Tagen der wirtschaftlichen Un- Sicherheit einen absoluten M a 11 g e i a ח F 11 11 r 11 n g in den aktuellen Dingen. Bei der sehr komplizierten Arbeitsweise unserer Institutionen, die mit der einzigartigen Lage des jtidisehen Volkes zusammenhängt, muß man freilich zmg'ben, daß die K o n g r e ß reis e n gerade der führenden Persönlielikeitcn schwer zu vermeiden sind, aber es ist aiulcrerseitganz unmöglich, |;n11/c Institutionen auf Wochen uml Monate ihrer richtigen Leitung zu entblößen. Wir wollen hoffen, daß es sieh bei der Wirfsehaffspanik der letzten Wochen um einen reinen Schreckschuß gehandelt hat. Aber gerade bei derartigen Schrcckscliüs-en kann eine 1 eitimg, die zur Stelle ist, rasch handelt und das Publikum autoritativ 11׳ beruhigen versteht, viel Unheil verhindern.“ Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl■-Korrespondenten Das Pflücken der ersten Grapefruit ernte des Jahres hat im Jordantale begonnen. Auf dem inneren Markt kommt bereits die erste Frucht zum Verkauf und an einigen Stellen beginnt das Packen für die ersten Auslaiidsexportc. Die Grapefruiternte hat im Gegensatz zur Orangencrnte durch die Mai-Chamsine nicht gelitten. Man schätzt die Prodttktion der kommenden Saison auf 1(1 Millionen Kisten. Die Regierung ist dabei, die Lagerschuppen für Zitrusfrüchte an den wichtigsten Durchgangsstationen zu vergrößern und neue zu errichten. Die ersten Verschiffungen von Grape Fruifs dieser Saison wurden in der vergangenen Woche nach England vorgenommen. Die städtische Siedlungsahteilung der Arbeiterorganisation geht an den Bau der ersten 200 K 1 e i!111 ä 11 s c r im Sii - den von Tel-Awiw, wo ein großes Areal zur Erweiterung der Stadt angrenzend an Mikweh Israel erworben wurde. Es werden Häuser von zwei und drei Zimmern gehaut. Die Ballgesellschaft sorgt auch für Wege, Kindergarten, Schule usw. Die Abzahlungen für die Häuser sind auf 18 Jahre berechnet. In Oiwath-Hascliloschah (Kollektivwirtschaft bei Pctach-Tikwah) ist ein Aquädukt von 1200 m Länge gebaut worden, von dem Seitenkanäle zur Bewässerung einer Boderiflächc von 1000 Dunain ausgehen. Das Wasser wird dem vorbeifließenden Jarkon entnommen. Die Arbeit kostete 4000 Pfund, die der Wirtschaft unter günstigen Bedingungen vom Keren Hajcssod zur Verfügung gestellt wurden. Bei Kfar-Saba (Scharon) wurden 200 I>1111 am für A «isiedlung von Arbeitern erworben. Der Boden wird dem Keren Kajcmeth übergeben. 100 Familien, davon 100 Landarbeiter und 60 Handwerker, werden in Hilfswirtschäften angesetzt. Die Gesellschaft ״Haboker“, die es sich zur Aufgabe macht, die Arbeitersiedlungen mit Mil c 11 k ü 11 e!1 zu versorgen, hat Sachverständige ins Ausland geschickt, um Rassekühe anzukaufen. Es wurden Käufe in Holland und in der Schweiz getätigt. In diesem Winter sollen 1000 Stück Vieh importiert werden. Die R o h in a teil a I i c 11 fur die!י a p i e r i 11 d 11 s t r i e und für die G I asfabrikation sind von der Regierung vom Zoll befreit worden. Fine (ila-fabrik in der Haifa- Bay (Fenster- und Spiegelglas) soll in Kürze mit der Produktion beginnen. Bei Athlith wird eine kleine Papierfabrik errichtet. Im Aufträge der Jewish Agency wurden in Galizien dort lebende jüdische Landwirte zur Ansiedlung in Palästina organisiert. Die erste Gruppe ist jet/t in Chcderah eingetroffen, Nach dem Plan solle» die Siedler zwei Jahre als Tagelöhner in der Landwirtschaft arbeiten, ehe sie auf Boden des Keren Kajcmeth l.cjisrael an;gesetzt werden. Jeder Siedler hat eine bestimmte Summe Geldes vor seiner Uebcrsiedhing eingc/ahlt. Ein Unternehmen für R a d i o f a b r i k a t i ס n ist in Tel- Awiw unter der Firma ״Near East Radio Works“ gegründet worden. Es beabsichtigt, Radioapparate hcr/ustellen, die den klimatischen und lokalen Bedingungen Palästinas angepaßt und besonders für den Empfang entfernter Sender eingerichtet sind. Bisher wurden 200 Radioapparate im Monat eingeführt, davon 75״» aus Amerika. Das Unternehmen hofft auch auf Absatz in Aegypten, Syrien und irn Irak. 1111 Hinblick aut die kommende 7. i t r u s s a i s <1 n haben die palästinensischen Eisenbahnen eine Anzahl von Lokomotiven und Waggons in Betrieb genommen. Die nächste Levante- M e s s e in Tel-Awiw, die vom 30. April bis zum 30. Mai 19 3(1 sstatt findet, wird gegenüber den bisherigen Messen dadurch eine Bereicherung erfahren, daß zum ersten Male die Entwicklung und Leistung der palästinensischcn Landwirtschaft in einem besonderen Landw i r t s c h a f t s - P a v i I 1 o 11 zusaininengefalit dargestellt werden wird. In der ersten September-Hälfte wurden in Palästina 11 neue jüdische Kooperativgcnosseiiscliaftcn amtlich registriert.