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Jüdische Rundschau · 1935-10-10 · Heft 81-82 (10.10.1935) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 81-82 (10.10.1935)
Date
1935-10-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 81/82, 10. X. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 11 Zionistische Fragen Anlauf zur Organisationsreform Von F. Bernstein, Rotterdam 1. Der eben beendete Kongreß ist als ״Versöhnungskongreß“ bezeichnet worden. In der Tat empfanden immer breitere Kreise unserer Beweg״״״■ die Notwendigkeit, die Parteigegensätze im Zionismus wenigstens aut ein erträgliches Maß herabzumindern. Diesem Zweck dienten die mit Erfolg gekrönten Bestrebungen zur Bildung der sogenannten großen Koalition. Es hat jedoch schon häufig solche Koalitionsexekutiven gegeben, ohne daß dies dem Parteikampf irgendwie abträglich gewesen wäre. Unter Koalitionsexekufivei! haben sich die Parteigegeiisälze ru der Schärfe entwickelt, die schließlich allgemein als unerträglich empfunden wurde. Mit Recht ging daher die Exekutive davor! aus, daß etwas viel Eingreif ende res geschehen müsse, um die Einheit in der Bewegung zu stärken und jene wirkliche Zusammenfassung aller Kräfte herbei/uführen, die uns so sehr nottut. Sie legte also dem Kongreß verhältnismäßig weitgehende Vorschlage einer Organisationsrcforni vor. Lange hat mail in unseren führenden Kreisen Organisation als eine formalistische Acußerlichkeit betrachtet, die das Leben der Bewegung zwar irgendwie umrahmen, aber nicht beeinflussen kann. Und es ist bestimmt richtig, daß sich auch eine erhebliche Aenderung im üeistc der Bewegung vollziehen muß, wenn die Koalition nicht eine leere politische Kombination bleiben soll. Viel tiefer muß es der Bewegung zum Bewußtsein kommen, daß eine interterritoriale, auf Freiwilligkeit und Begeisterung für ein großes Ziel beruhende Organisation in allem Wesentlichen gerade kein ״Staat“ ist und nicht ungestraft mit einem solchen verwechselt werden kann; man wird einschcn müssen, daß einander bekämpfende Parteien, die im Staat jedenfalls von einem festen Rahmen zusammengehalten werden, eine Organisation sprengen müssen; man muß auch begreifen, daß eine gigantische, in der Oeschiclite ohne Beispiel dastehende Aufgabe wie die zionistische vielerlei Enthaltsamkeit auf vielerlei Gebieten unvermeidlich macht una daß man dem über alles wichtigen Ziel mancherlei an sich berechtigte Bestrebungen mindestens unterordnen muß. Man kann jedoch die erfolgreiche innerliche Um- Stellung nicht einleiten, ohne dafür die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen zu haben. Darum war es richtig, daß sich die Exekutive entschlossen hatte, dem Kongreß einen Reorganisationsentwurt vor/ulegen, nach welchem das Prinzip der territorialen Gliederung in der Zionistischen Organisation konsequent durchgefiihrt werden sollte. 2. Momcntan sind es nämlich nur ganz wenige Länder, deren Zionisten in einer einzigen Lalldesorganisation vereinigt sind. 111 den meisten Ländern, und gerade in denen der jüdischen Massensiedlung, existieren unabhängig nebeneinander die Landesgruppeii der Parteien, deren jede einer eigenen Parteizeutrale untersteht, die alle Landesgruppen leitet. Was man jetzt Landesverband nennt, ist mir die Landesgruppe der Allgemeinen Zionisten, die unter dem Zwang der immer mehr vorherrschenden vertikalen Gliederung nach Parteien im Begriffe stehen, sich ebenfalls in eine, bezicljungsweise in zwei Parteien umzuwandcln. Die Folgen dieser vertikalen Gliederung sind klar. Eine nach außen gerichtete Propaganda, die für den zionistischen Gedanken wirbt, existiert so gut wie nicht. Was nun Propaganda nennt, ist eine Werbung für die Partei, wobei natürlich dargetan werden muß, warum man sich der einen zionistischen Partei anschließcn soll, und einer anderen nicht. Das heißt: inan muß die anderen bekämpfen. Die Zuspitzung der Gegensätze, die noch dazu überwiegend aal nicht-zionistischem Gebiet liegen, wird so eine fatale Notwendigkeit. Die Zionistische Organisation wird die Arena eines politischen Kampfes, •den man im nichtjüdischen Milieu nicht führen will oder kann. Fine weitere Fo'ge dieser Verhältnisse ist die, daß die Parteien vor allem für ihre eigene Existenz, für ihre eigene Macht und für ihre eigene Zukunft sorgen. Das heißt: Die Partei muß sich ihre eigene Partei jugend schaffen, muß dieser Jugend die Emigration nach Palästina ermöglichen, muß dort für sie sorgen und muß sie dort zu kolonisieren versuchen. Eine weitere Entwicklung in dieser Richtung, die sich schon angebahnt hat, muß m. E. in verhältnismäßig kurzer Zeit zu gesonderten Arbeiterorganisationen iri Palästina, zur Schaffung gesonderter Kolomsationsfoiuls, auch der Allgemeinen Zionisten, zu gesonderter Partei 1Kolonisation und zum Zerfall der Zionistischen Organisation führen. Alle Ermahnungen zur Einigkeit und zum Zusammen- Schluß müssen erfolglos bleiben, wenn inan unter organisatorisehen Verhältnissen lebt, die imvermeidlicherweise zum Gegenfeil führen 111 iissen. Darum war es die höchste Zeit, daß die Exekutive versucht hat, die Basis der Zionistischen Organisation um zugestalten. 3. Wenn man nämlich die obligatorische Landesorganisafion einfiihrt, welche alle Zionisten eines Landes umfassen muß und außerhalb derer man nicht zionistisch organisiert sein kann, dann zwingt man die Zioni 'en zunächst, davon abzusehen, ihre Meinungsverschiedenheiten zum zentralen Inhalt ihres Zionismus zu machen. Vielmehr werden sie von selbst dazu kommen, sich gemeinsamen zionistischen Aufgaben zuzuwenden; sie werden weniger einander als Parteilcute und mehr der Außenwelt als Zionisten gegenübersteheil. Die Bedeutung der Parteien wird zuriiektreten und das soll sie auch. Es werden nicht mehr die Parieize!1trale!1 sein, die die zionistische Arbeit ihrer Anhänger leiten, sondern der Landesvorstamf wird die verantwortliche Instanz für alle ־zionistische Arbeit in einem Lande sein. Das ist sehr nötig, denn nur dann kann wieder jeder Zionist jede zionistische Arbeit außerhalb Palästinas und vor allem in Palästina als seine persönliche Angelegenheit bctrachten, während er jetzt geneigt ist, alles, was eine andere Partei verrichtet, als eine Waffe zu betrachten, mit der man seine Partei aus dem Mitbestimmiiiigsrccht im Zionismus verdrängen will. Freilich kann die Absicht, die dem Vorschlag der Exekutive zugrunde liegt, nur dann verwirklicht werden, wenn die Landesorganisation ein lebens - und arbeitsfähi• ges Gebilde wird, und dazu müssen eine Reihe or• ganisatorischcr Voraussetzungen erfüllt sein. Es ist sicherlich nötig, daß auch innerhalb der Landcsorganisation den ideologischen Differenzierungen, die sich nun einmal im Zionismus entwickelt haben, hinreichend Rechnung getragen wird, aber wenn ihr die nötige Geschlossenheit fehlt, wird sie mehr Unheil anrichten als Nutzen bringen. In erster Linie muß die Laudesorganisation auf fester Mitgliedschaft beruhen. Sie kann sich nicht auf den Scliekelzahler stützen, der irgendwie einmal in zwei Jahren einen Schekel für einen unbedeutenden Betrag erwirbt oder es auch ein anderesmal nicht tut, wenn ihm zufällig kein Scliekclverkäufer über den Weg läuft und der sich jedenfalls im übrigen nicht uin den Zionismus kümmert. Die Landes- Organisation muß sich auf bewußte Zionisten stützen, die in ein festes Verhältnis zur Organisation treten. Dies jedoch kann sich nicht nur in einer schriftlichen Anmeldung dokumentieren, sondern muß sich auch in einer Leistung äußern, ״ainlicli dem Mitgliedsbeitrag. Staffelung der Beiträge soll auch dem wirtschaftlich Schwachen die Mitgliedschaft ermöglichen; aber irgendeine Leistung muß vorhanden sein. Was nichts kostet, ist nichts wert, vor allem nicht für den Bc׳ :iligten. Ferner muß die Landesorganisation ihre Zusammenfassung wenn nicht in gemeinschaftlichen Ortsgrupoen (die ebenfalls erwünscht sind), so doch mindestens in einer gcmcinschaftliehen Landeskonferenz, finden, welche die höchste gesetzgebende Instanz der Landesorganisation ist und den Landes- Vorstand wählt. Ls scheint überflüssig, zu sagen, daß die Landeskonferenz von den Mitgliedern gewählt werden muß, aber es ist leider nicht überflüssig; ein erheblicher Teil des Kongresses wollte die Landeskonferenz von den Schekel- Zahlern wählen lassen. Damit kommen wir zu den konkreten Ergebnissen des XIX. Kongresses auf dem Gebiete der Organisationsrcforni. 4. Ohne Zweifel haßen die Vorschläge der Exekutive den Kongreß überrascht; er war großenteils innerlich nicht daraut vorbereitet. Daher mußte die Exekutive in den Frak■ lionei^ erst aut dem Kongreß für ihre Gedanken werben und der Kongreß ist dazu gewiß die schlechteste Gelegenheit. Line Parleisache war es nicht; in allen Parteien gab es Anhänger und Gegner der Reform. Aber im Fraktionsrahmen, in welchem die Sacht entschieden wurde, machten sieh natiirlieh die Parteiinleressen allzustark gellend. So ist schließlich ein VermiUlungsvorschlag zum Kongreßbe.scliluß erhoben worden, der äußerlich nicht gar so schlecht aussieht, aber innerlich sehr schwach, wenn nicht gefährlich ist. Man hat nämlich nur das allgemeine Prinzip festgelegt, (laß die Zionistische Organisation auf einheitlichen Landes- Organisationen beruhen soll, die alle mehr als 18 Jahre alten Schekelzahler eines Landes umfassen .soll. Ob sich diese auch als Mitglieder annidden müssen; oh diejenigen, die sich nicht anmelden, außerhalb der Landes- Organisation!)leiben; ob ein Mitgliedsbeitrag bezahlt werden muß oder nicht; ob eine Landeskonferenz gewählt werden muß oder nicht und, wenn ja, wer sie wählt, die Mitglieder oder die Scliekelzahler: dies alles bleibt dem Beschluß des Aktions-Comites Vorbehalten.. Man hat diesen Antrag mit der Begründung empfohlen, daß der Kongreß nur das allgemeine Prinzip beschließen sollte, während alle Einzelheiten dem Beschluß des Aktioiis- Coniitc's überlassen werden sollten, und welcher ermüdete Kongreß nimmt nicht gern einen scheinbar so vernünftigen Vorschlag an. Leider ist das Bild eines Rahmens, der später ausgefüllt wird, in diesem Fall sehr unzutreffend. Vielmehr hatte man die Aufgabe, eine ,Maschine zu konstruieren; man fabrizierte etwas, das äußerlich der verlangten Maschine täuschend ähnlich sah, in welcher aber innen die wichtigsten Teile fehlten. Probiert man die Sache, so wie sie jetzt ist, in Gang zu bringen, dann wird die Maschine im günstigsten Fall nicht gehen; im ungünstigeren Fall, der leider nicht unwahrscheinlich ist, wird sie explodieren. Natürlich kann das Aktions-Comite die lebenswichtigen Ergänzungen besclilielkn. Dann ist die Sache in Ordnung. In diesem Fall wäre ein verheißungsvoller Anlauf vorhanden. Im Aktions-Comite sind aber auch alle Strömungen vorbanden, die auf dem Kongreß verhindert haben, daß etwas Lebensialiigcs zustande kam. Das Aktions-Comite braucht zum Beispiel nur die Laudesorganisation dem •Scliekelzahler aus/uliefeni und wir werden es erleben, daß die gute Absicht in ihr Gegenteil umgekehrt wird. Die Wahl des I andesvorstamles oder der Landeskonferenz wird daun eine getreue Kopie der Koiigreßwahlen, wobei die zionistisch II i c 111 verantwortliche Straße in einem Kampf politischer Leidenschaften, die sich nicht an zionistischen Notwendigkeilen orientieren, über die Geschicke der Zionistischen Organisation entscheidet und vermutlich zerstört, was etwa in Polen und in Amerika all arbeitsfähigen organisatorischen Keinen vorhanden ist. 5. Es ist zu befürchten, daß einem Teil der Delegierten der Vorschlag in seiner angenommenen Form um dieser Aussicht willen annehmbar erschien. Man hat die geordtiefen EamJcsorgatiisalionen, wie ehe Zionistische Vereinigung für Deutschland, schützen wollen, indem man den Kongreß beschließen lassen wollte, sic in ihrer jetzigen Form zu belassen; es wurde jedoch mit großem Nachdruck verlangt lind durchgeset/.t, daß das Mdions-Comite das Recht habe, anders nt beschließen, damit man auch diese Organisationen dem Schekelzahler ausliefern könne. Grund zur Beunruhiguug ist also vorhanden. Es ist ebenfalls bedenklich, daß die Exekutive ihren eigenen Vorschlag, das Kongreßwahlrccht auf den jedes lafir gezahlten Schekel zu basieren, unter dem Druck der widerstände von Misraehi lind links hat fallen lassen. Denn damit ist eines der wichtigsten Mittel preisgegeben, die Zionistische Organisation aut einen festen Bestand von überzeugten und leistinigswiMigcii Zionisten zu basieren. Es ist also kein Grund vorhanden, die Kougrcßhcschliisse bezüglich der Organisationsreform als einen unbedingten Fortschritt zu betrachten; es kann aus ihnen etwas Nützlieh cs gemacht werden, aber sie können auch sehr Verderbliehe Folgen haben. Darum ist es •jetzt die Aufgabe der Zionisten, welche die Notwendigkeit einer wirklichen Orgauisatknisreform einschcn, all ihren Einfluß in der Bewegung an/uwenden, um das Aktions-Comite zu den ergänzenden Beschlüssen zu veranlassen, ohne die das beschlossene Prinzip eine leere Formel bleibt oder sogar unabsehbares Unheil anrichtet. Der revisionistische 9, Aufbaufonds11 Von unserem i i. L.-Mitarbeiter. Anläßlich der Wiener Revisionistenkonferenz hat der revisionistische Aufbaufonds, der ״Keren Tel C h a j“, über dessen Gebarung die zionistische ()Öffentlichkeit bisher keine Aufschlüsse besaß, einen Bericht veröffentlicht. Wir haben ihn genau durchgeseheit und sind zu Schlüssen gekommen, die in Anbetracht der bombastischen revisionistisehen Propaganda, die diesen Fonds an Leistungsfähigkeit weit über die zionistischen Fonds erhob, viele Zionisten interessieren dürften. Der Bericht umfaßt die Zeit vom 1. Januar 1934 bis zum 30. April 1935, also 16 Monate. Die revisionistische Bewegung hat in dieser Zeit bereits eine ansehnliche Stärke erreicht. Zum XVIII. Z.ionistenkongreß hatte sie 95 279 Stirnmen aut sich vereinigt und behauptete ständig, daß ihre Anhängerschar nach dem Kongreß noch im Zunelimen begriffen war. (In Wien wartete inan bereits mit über 700 000 ״Wählern" auf.) In diese Epoche fällt auch der Boykott der zionistischen Fonds, der die Kräfte aller Revisionisten hundertprozentig fiir ihre c.icenrii Fonds freigelegt hatte, desgleichen der mit viel Elan proklamierte Aushau des Keren Tel Chaj und eine Reihe von Sammelaktionen für ihn. Mari war also mit Recht auf das Ergebnis all dieser Tätigkeil neugierig, aus dem ja gewisse Schlüsse auf die tatsächliche Stärke der revisionistischen Bewegung gezogen werden konnten. Es ist -. uni es gleich vonveg/unehmen — jämmerlich klein ausgefallen.!11-gesamt wurden in diesen 16 Monaten in der ganzen Weit 57(1000 französische Francs aufgebracht, d. s. ca. 71180 Pfund. Zum Vergleich seien die Ein nahmen der /ionistiseh.cii Fonds heraiige/ogen: Der Keren Ifaiessod bat in der Zeit vom 1. April 1933 bis 1. April 1935 507 333 Pfund eingenommen. Bei einem Monatsdurcbscluiitt von 21 15') Pfund würde das fiir 16 Monate 338 40t) Pfund ergehen. Der KKL hat vom E ()ktoher 1933 bis zum I. April 1955, aiso in 18 Monaten, 400 3S0 Pfund eingenommen. Der Keren lei 131:11, der mit den 1״reinlichen Mitteln und Resultaten-‘ der Fonds gründlich niifraumen wollte, hat summa summarum 7680 Plumi aufgebracht. 68% Verwaltungsspesen Fiir 7(>80 Pfund konnte man .selbstredend keine er- .schlitternden Leistungen erzielen. Aber man war jedenfalls gespannt, in welcher Art dieser Betrags verwendet wurde. Der Blick wendet sich zunächst dem Ausgabenposten ״Verwaltungsspesen“ zu. liier durfte man mit Recht erwarten, etwas von den Revisionisten lernen zu können. Hatten sie nicht ewig die zionistischen Fonds um dieses Postens willen leidenschaftlich bekämpft und verunglimpft? Und wenn auch in der revisionistischen Propaganda dabei meist mit falschen Zahlen und verzerrten Statistiken operiert wurde, so konnte man imnierhin annehmeit, dal) sic im eigenen Hause, im eigenen Fonds, hier einmal gründlich Remcdur schaffen würden. Und siehe da: An Regieausgaben verzeichnet der üehariingsausweis — alle hier angeführten Zahlen entnehmen wir der Nr. 2—1 der Zeitschrift ״Gedanke und Tat, Zentralblatt des Keren Tel Chaj-Fonds“ - 392 345 Francs. Das sind 68 0־•׳ der Gesamteinnahmen. In Polen betrug die Regie 58,5״;», Ostgali/ien 67 ״■>, Tschechoslowakei 63 Einen Rekord erreichte Palästina. Hier betrugen die Einnahmen 1573 Francs, als Ausgaben werden angeführt: Propaganda 501, Verwaltung 77(1, Inventar 295 Francs, ergibt als Summte ebenfalls 1573 Francs, also eine Regie von vollen 100 ",0. Wieviel Geld kommt nach Palästina? Nach diesen Ziffern gv 11:11( wohl nicht mehr viel Pli,intasie dazu, um sich vor/ustcllvn, daß narb Abzug der Verwallungjko.Mei! nicht viel mehr fiir i’alwtina ubrigbleibt, für das doch eigentlich im wesentlichen da» Gehl gesainmelt wird; zumindest wird 111 den jüdischen Massen un-d bei den Spendern dieser lindnick bewußt hervorgeruien. Aber a,ich hier zeig! sielt, daß man d! 11 Keren fei Gltaj bedeutend u b e,r s c h a t /. t bat. Die Pala.»:i11a-A11sgaber1 /inden wir in dem Kapitel ״Kuloni-ation und soziale l.inrich- Hingen", wofür!8 38 5 Francs fta. M5 PfmuU ausgegeben wurden. Da uns aber die cigcntkchc Auibaiiiatiukeif, also Kolonisation, interessiert, nnm-cn wir auch hier in die Details cingehen. jene Summe gliedert sich 111 drei .Ausgaben: nationale Arbeilergcwerkschait 2 5 123 Francs (ca. 308 Plumi), Krankenk'isse׳ der nationalen (1eu erkschaft IS 087 Francs (ca. 25(1 Pfund) und Pionierabteilungen 05/0 Francs (ca. 87 Pf 11 ml). Dieersten beiden Kapitel gehören zweifelsohne unter .,Soziale Einrichtungen“, so daß also t ii r ״K »In n i s a t i o n" voll e 37 P I!1 n tl ii b 1־ i g 1) 1 e i b e n oder 1,13 "7 der (j e s :1 m t c i n n a 11!11 e n! Di schweigt wohl jeder Kommen ar und man erinnert sicli nur, daß der Keren ilaje-sod in der letzten Arheitsepoehe, <i i. in der Zeit /wischen den beiden letzten Kongressen, allein für landwirtschaftliche Koloiu-ation 200 911 Pfund ausgegeben hat. So sehen also die Krfo'ge aus, die sieh hinter einer übersclnvcnglichen und irrealen Propaganda verbergen. So würde wahrscheinlich alles im /bnisti eben Aufgabenkreise ״anders und besser gemacht werden“. Jenseits de■- Phrasensclnvalls und Wort- und Zahlenratoehes zeigt sich das wahre Gest c h t des R e v i s i 0 111 s m u s in den nüchternen, aber reclit aufschlußreichen Zahlen des obigen Rechenscluftsberichtes. Vorsicht mit internationalen Antwortscheinen! Bei der Verwendung von internationalen Antwortscheiiieii zwecks Vergut 1111g des Portos für das Antwort-cb׳ eiben durch den Im Ausland befindlichen Partner empfiehlt sich seit jüngster Zeit große Vorsicht. Während solche Scheine in Palästina anstandslos am Schalter gegen Freimarken umgetauscht werden, ist bei vielen Ländern des Nahen Ostens die Umtauschfrage nicht ganz geklärt; man kann infolgedessen bei Brieten an in solchen Ländern lebende Empfänger nur versucIism 1‘ise derartige Schciiu■ senden und jeweils. um Inforntalion fiir zukünftige Fülle bitten. — Jetzt wird z. B. auch aus Brasilien mit geteilt, dal) die dortige Post- Verwaltung internationale Antwortscheine nicht entgegennimmt mul in Form von Freimarken vergütet. Da diese Tatsache wahrscheinlich vielen dortigen Briefschreibern nicht bekannt ist, so empfiehlt es sich, in dorthin gerichteten Briefen auf diesen Umstand hinzuweisen. ▼CDDirUE 1 Crr ivni■ HAARGARN ea. 200X300 29. VELOUR ea 200X300 38.׳ W0LLPERSER m.Fr, c«. 200x320 49.- im Kaufhaus TOURNAY ״>.Fr.,ca.200x320 79.- am Savlgnypl. GROLMANSTR. 27

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