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Jüdische Rundschau · 1935-10-10 · Heft 81-82 (10.10.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 81-82 (10.10.1935)
Date
1935-10-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 81 82 10 X 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Zehn Sätze der Unbelehrbaren Antizionistische Aeußerungen Das Judentum Deutschlands erlebt entscheidende Wochen und Monate. Entscheidend sowohl in dem Sinne, daß seine Lage im Staat, seine rechtliche Stellung und sein materielles Schicksal in den wesentlichsten Bezirken neu geordnet werden, entscheidend aber auch darin, daß es sich jetzt zeigen kann, wie es in seinen maßgebenden Kreisen und in seiner üesamthaltung auf die Ereignisse reagiert und seine Lebensenergien zu stärken und zu entfalten sucht. Man kann generell feststellen, daß die Haltung der wicli* tigsten Instanzen unseres jüdischen Bezirks in der großen Linie der Realität unseres Daseins entspricht, daß sie wiirdig das Judentum vertreten und sich bemühen, Wege zu \veisen, die besonders unserer jungen Generation einen Weg in die Zukunft bahnen. Die Repräsentanten der Juden in Deutschland haben — ungeachtet ihrer bisherigen innerjüdisehen Einstellung — erkannt, worin ihre Aufgabe heute liegt, und sie empfinden, daß sie nur noch insoweit ihre Gefolgschaft repräsentieren, als sie dem tiefgreifenden Wandel der Gesinnung in den breitesten jüdischen Schichten Rechnung tragen, der in dieser Zeit sich vollzogen hat. Gewiß ist der Wille zu einem lebendigen Judesein, zur physischen und geistigen Wiederangliederung an das jüdische Volkstum bei vielen Zehntausenden unter dem Eindruck äußerer Ereignisse gestärkt worden, und gewiß war die Stellung der Umwelt zu uns Juden für all diese eine eindringliche Lehre, die stärker war als die Worte derer, die im jüdischen Bezirk seihst seit Jahrzehnten von der Notwendigkeit der Umkehr sprachen, aber wer wollte leugnen, daß diese Hinwendung zum nationalen Judentum mehr ist als Opportunismus, daß bei vielen, sehr vielen der echte Wille zum Judentum darin zum Ausdruck kommt und die Bereitscliaft, einen opfcrvollen Weg zu gehen, um in der Welt als Jude bestehen zu können! Trotz diesen das Gesamtbild des jüdischen Lebens in Deutschland in unseren Tagen so viel positiver als früher und im tiefsten Sinne im Menschlichen, das für uns zugleich das Jüdische ist, verwurzelt erscheinen lassenden Eindrücken gibt es daneben Ueb er feste einer Vergangenheit, die wie Schattengespenster in unseren Reihen irren und den krampfhaften Versuch machen, geistige Positionen und politische Aspirationen aufrechtzuerhalten, die niemandem dienen können als denen persönlich, die sie vertreten, die jedoch geeignet sind, das Ansehen der Juden Deutschlands in der jüdischen Welt und in dem Bezirk um uns zu schädigen und in unseren eigenen Reihen Verwirrung zu stiften. Diese Zeit ist eine Epoche der Denkwürdigkeit, die In unsere Geschichte eingehen wird. Es sollen daher ein paar Sätze der Art, wie wir sie eben zu kennzeichnen suchten, fixiert und der Vergessenheit entrissen werden, damit nicht nur der Geschichtsschreiber unserer Epoche sie als einen Zug des heutigen jüdischen Lebens in Deutschland aufnehmen kann, sondern damit auch von allen Wohlmeinenden in unseren jüdischen Reihen, von allen, die den Aufbau einer neuen materiellen und geistigen Existenz erstreben, die nicht im luftleeren Raum schwebt, die Weltferne dieser Sätze und ihre Schädlichkeit für unsere jüdische Position erkannt wird. Wir beginnen mit den Beispielen: ,,Unsere jüdischen Menschen wollen in ihrer übergroßen Mehrzahl neuen, festen Boden, über keine neuen Ideen unter die Füße bekommen." (A. II. in der ״C. V.-Zeitung" vom 3. Oktober 1935.) Der erste Teil dieses Satzes ist ebenso richtig, wie der zweite Teil verfehlt ist. Die Mehrzahl der jüdischen Mensehen hat erkannt, daß der Boden unter ihren Füßen wankt, und zugleich die Ideen, die sich über ihm erhoben, sich als Illusionen erwiesen. Sie wissen, daß alle Lebensrealitäten in innigem Zusammenhänge mit den Ideen stellen, die das Leben umschließen. Und sie streben daher nach einem vollen, ganzen Leben, das ein Leben in der Wirklichkeit und zugleich in der Idee eines erneuerten Judentums ist. ״Ein Schicksal, wie es die Juden in Deutschland erleben, ist in Jahrhunderten einmalig. Es ist deshalb zwar grundsätzlich lehrreich für das jüdische Gesamt- Schicksal, aber es ist singulär." (Am gleichen Orte.) Dieser Satz erinnert lebhaft an die Ansicht der gleichen jüdischen Kreise in Deutschland in nicht allzu weit zurückliegender Zeit, als man die Lage des russischen Judentunis als ״singulär“ bczeichnctc und unerschütterlich glaubte, daß die Juden Deutschlands niemals in eine ähnliche Situation geraten könnten. Man glaubte, daß die Judenhaß« an den Landesgrenzen Halt mache — und versucht, diesen Irrglauben auch heute mit der gleichen gegen die tatsächlichen Verhältnisse verstoßenden Unkenntnis zu verbreiten! ״Mil jeder, also auch der national jüdischen Idee mag es ähnlich liegen, daß sie nämlich ihre Echtheit erst dann erweist, wenn sie an der Stelle des stärksten Widerslandes durchdringt und nicht des schwächste n," (Am gleichen Orte.) Sollte demgegenüber hier die Frage erlaubt sein, ob eine Idee sich nicht gerade dann und dort zu erweisen hat, wo es darum geht, eine neu geschaffene Situation zu meistern? Der Zionismus erscheint heute vielen Juden als der einzige Ausweg aus ihrer Situation, und wenn er auch nicht in der Lage ist, die Judennot in ihrem ganzen Umfange aus der Welt zu schaffen, so leuchtet er doch als Hoffnung der Gesamtheit des jüdischen Volkes voran, die auch denen einen Halt im Leben gibt, die das Galuth- Schicksal ain stärksten verspüren. ״Aber sie sollen dabei das jüdische Herz spüren, das vorsichtig mit ihnen neu ihr Wesen auf baut, und nicht eine zersetzende Schonungslosigkeit gegenüber allem, was ihnen lieb war." (Am gleichen Orte.) Damit ist gemeint, daß man denen den Weg zum Judesein erleichtern soll, die die Rückkehr suchen. Mit den Worten von der ״zersetzenden Schonungslosigkeit“ sollen dabei die getroffen werden, die die Haltlosigkeit der Ideologien des Verfassers dieses Satzes oftmals aufgedeckt haben. Wir Zionisten sind bereit, jeden wilikopimei! zu heißen, der den Weg zum Judesein ernsthaft geht, wir sind aber zugleich verpflichtet, Irrlehren zu demaskieren, die zu ihrem Teil dazu beigetragen haben, die Grundlagen des jüdischen Lebens in Deutschland aufzulösen. ״Sicherlich wäre ohne die Politisierung des Palästinaaufbaues noch mehr für das Land geschehen. Juden haben immer lieber für Juden als für jüdische Ideen ihre Taschen geöffnet." (Am gleichen Ork■.) Hier feiert die ״I d e e n f e i n d I i c 11 k e i t“ des Verfassers einen Triumpf. Er scheint nicht zu wissen, daß Anhänger seiner Gruppe cs waren, die durch ihre Mitarbeit am Keren Hajessod bewiesen, dal! sie für jüdische Ideen Verständnis besitzen. Vielleicht wäre es dem Verfasser lieber, wenn heute eine kleine Zahl von Chalukka - Juden den Jisehnw in Palästina ausmachte und so die Möglichkeit der Teilnahme am konstruktiven Aufbau des Landes den Juden Deutschlands verschlossen wäre. Etwas anderes kann man jedenfalls aus dem Satz geften die ,.Politisierung“ des Palästina-Aufbaus nicht herauslesen, da dieser Aufbau ein politisches Unternehmen mit wirtschaftlicher Praxis ist oder gar nichts! ״Vielleicht aber ist die Verzauberung, die Palästina schon durch seinen Gefühlsinhalt auf jeden Juden ausübt .... in den letzten drei Jahren zu stark gewesen und hat für andere Wanderungs- und Siedliingsmöglichheiten nicht genügend Aufmerksamkeit, Mittel und — aus Rücksicht auf die Palästina •Idee — jüdischen Mut übrig gelassen." (Am gleichen Orte.) Mit diesem - letzten — Zitat aus einem einzigen Aufsatz zeigt sich die ganze unter allerlei beschönigenden Formeln versteckte P a I ä s t i!1 a f c i 11 d s c 11 a f t des Verfassers. Nietnand ist gegen jüdische Kolonisation in irgendeinem Teil der Welt, und Zionisten sind an der Arbeit in dieser Riehtung nicht weniger beteiligt als alle anderen Gruppen des jüdischen Volkes. Daß die Bemühungen, neue I inmißrationsländer zu finden, bisher so außerordentlich geringen Erfolg gehabt haben, liegt nicht an Palästina und nicht an der Palästinaidee, sondern an den objektiven Wirtschaftliehen und politischen Verhältnissen, die das Emigratioiisprobicm nicht nur für uns Juden, aber für uns Juden erst recht zu einem kaum lösbaren machen. Diese Schwierigkeiten, die aus außerjüdischen Quellen hervorgehen, werden in Ausführungen dieser Art dazu benutzt, um eine versteckte antizionistischc Propaganda zu treiben, die mit Lobreden und schönen, zu nichts verpflichtenden Worten über Palästina zart umkleidet ist. Diese Probet! eines in seinem Stil zumindest eigenartigen Versuches autizionistischer Propaganda sollen noch durch einige etwas ״handfestere“ Zitate ergänzt werden, die wir dem ״S c h i 1 d“, dem Organ des Reichsbundes j ii d i ־ scher Frontsoldaten entnehmen. Der ungenannte Verfasser schreibt in einem Aufsatz: ״,Ideologie‘ oder Zusammenarbeit . . .?“ am 4. 10. 35 u. a. folgendes: ״Den Kameraden, die etwa meinen sollten, wir wären im Fronlhund unter anderem Befehl angetreten, als er aus dem Programm der Rvichsvertrelung spricht, sei versichert, daß der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und die Haltung seiner Führung s i c h i ni nt er selbst treu bl c i b e n tu i r d." Diese Erklärung sieht sehr danach ans, als oh sie auf einen etwas durchsichtigen Zweck ausgerichtet wäre. Die Reichs- Vertretung hatte bekanntlich alle jüdischen Instanzen tun die notwendigen organisatorischen und personellen Reformen ersucht, die zur Durchführung ihres Programms notwendig sind. Daraus war für jeden klar ersichtlich, daß die ausreichende Beteiligung des zionistisch en Teils des Judentums Deutschlands an der Führung der Geschäfte gemeint war, das bis heute in wichtigen Gremien nur unzureichend vertreten ist. Was tat jedoch der Frontbund? Er bezog diese Aufforderung — ausgerechnet auf sich, und hält sich besonders dafür berufen, dazu beizutragen, dal) ״ein ertragliebes Verhältnis zwischen dem deutschen und dem jndisehen Volke“ hergestellt wird! Der Frontbund glaubt auch, daß er ein eigenes jüdisches Schulwerk und einen eigenständigen Kulturaufbau mitschaffen könne, und ihm gibt «.las Aufbauwerk in Palästina Kraft in der Gegenwart und Hoffnung fiir die Zukunft, wie es im Programm der Reichs- Vertretung heißt! Wir glauben das gewiß, soweit es die große Mehrzahl der Mitglieder des Fronthundes angeht, die vom Wandel der Zeit nicht unberührt geblieben sind. Seine Leitung aber sie sagt es selbst! — ist sich und dem Befehl, nach dem sie angetreten ist, bis heute treu geblieben. Wie dieser Befehl in den Augen der Frontbtmdfülmmg heule aussieht, ergibt sielt aus einem weiteren Zitat: ״In die parteimäßig gebundene Denkweise der ״Jiidisehen Rundschau" geht es eben offenbar nicht ein, daß der RjF. die breite Plattform für die jüdischen Frontkämpf er aller religiösen Richtungen darstellt .... Vermöchte die ״Jüdische Rundschau" ans ihrem parlcipolitisch beengten zionistischen Blickfeld in einen weitcre.n jüdischen Horizont vorzudringen, so müßte sic die Beteiligung unserer Kameraden an dem religiösen Aufbau Palästinas durch die Agudas Jisroel als sachliehen Beitrag zum Aufbauwerke in Palästina verstehen and begrüßen.“ Soviel Worte, soviel Widersprüche! Der Frontbund, der alle religiösen Richtungen umfassen soll, verschreibt sich in der Palästinasache ausgerechnet der extrem-separatistisehen Orthodoxie, die alle ihr nicht angehörenden jüdischen Gruppen aufs heftigste bekämpft, d. 11. also auch die übergroße Mehrheit der Frontbundinitgüeder, die ihr in religiöser Beziehung fernstehen. Warum tut die Leitung des Bundes dies? Die Antwort liegt auf der 1land: Mail kann Palästina heute nicht mehr übersehen, möchte sich aber trotzdem vor einer realen Teilnahme am Werk des Aufbaus drücken und findet dafür den anscheinend bequemen, in Wirklichkeit aber beide Partner lächerlich machenden Ausweg, unter Negierung der Jewish Agency und der zionistischen Arbeit ein Bündnis mit der extremen Orthodoxie zu schließen. MANNA ״Ausziehn soll das Volk und lesen: die Tagesmenge an ihrem Tag" (2. B. M. 16,4): Wer den Tag erschaffen hat, der hat auch seine Nahrung erschaffen. Darum pflegte Rabbi Elasar aus Modiim zu sagen: Jeder, dem sein Essen tflr den heutigen Tag ausreidtt und der fragt: Was werde ich morgen essen? — dem fehlt es an Gottvertrauen, wie gesagt ist: ,Damit ich es prüfe, obs in meiner Weisung geht, ob nicht" (ebd). Mecbilta zu U>, 4 (Uebers. v. TV. A'. Glättet) Auf die geistige Verfassung dieser Kreise werfen schließlich zwei Sätze ein bezeichnendes Licht. Es heißt zunächst: 11״!> verbitten uns vielmehr die Gleichselzung eines nichtzionistischen, unpolitischen Judentums mit Assimilantentiim." Wer hat dies jemals getan? Ls ist uns jedenfalls nicht bekannt, daß von verantwortlicher zionFf i<ehcr Seite jemals behauptet worden ist, daß die Ges amt heit der niclitzioiiistischen Juden in Deutschland vor 103! eine bewußte I eridenz der Assimilation verfolgte. Im Gegenteil haben wir stets die jüdischen seelischen Kräfte auch bei denen anerkannt, die noch nicht zu uns gehörten, und der Sinn unserer zionistischen Propaganda- und rr/ichung-arbcit war, diese verschütteten Kräfte viraler lebendig 711 machen und dadurch eine Renaissance des Judentums im einzelnen Juden und in der jüdischen Gesamtheit herbn/itiuhren. trotzdem erkannten wir, daß der natürliche Vorgang ries Lebens in den vergangenen Generationen die Assimilation der Juden, die ■Auflösung ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Bindungen herbeiführte, so daß die Assimilation eine Tatsache war, an der nicht gedeutelt werden konnte. Ihr widersefzte sich einzig uml allein der zionistische Teil der Juden 11t Deutsehland und einige wenige Persönlichkeiten außerhalb ihrer Reihen, die noch zutiefst im Judentum wurzelten. Die großen jüdischen Organisationen dagegen haben nichts Ernsthaftes getan, tun das jüdische Bewußtsein ihrer Mitglieder zu stärken, ja sie waren Wegbereiter vier Assimilation, weil sie immer wieder noch bis kurz vor Beginn der natioitalcn Revolution in Deutschland vor der Welt und vor sich selbst behaupteten, daß das Kriterium des Judeseins im Konfessionellen liege, in einer Konfession, die bej der Sachgemäße und schleunige Durchführung Ihrer AUSWANDERUNG Spec. Palästina Amtsger.-Rat a. D. Dr. Aschner Oberreg.-Rat a. D. R. Kempner Berlin W 15, MeinekestraBe 9 / Tol«!on: ü 1 Bismarck 8886 neben dem Palästina-Amt Z 9'.", bis 13 Uhr und 16 1 . bi, 19 Uhr Eigene Vertretung in Palästina Mehrzahl ihrer Bekenner noch dazu abgeblaßt und nicht mehr lebensgestalfetul war. Erst unter den! Eiiulruck der Sinneswaiuiltmg, die in der Umwelt zu spüren war, be- (lucintcn sieh diese Organisationen dazu, auch das rassische Erbgut des Judentums a 11/uerkeune11, wobei sie au der Fat- Sache des jüdischen Volkstums aueh heute noch mit vorsichtigen Worten und krampfhaften Formulierungen vorbeigehen. Wie tief man 111 dieser vergangenen Gedankenwelt wurzelt, zeigt sehließlich das letzte Zitat aus dieser Frontbund-Aeiißerung, das wir hier anfiihreii wollen: ״Abschließend können 1 vir hiernach .... feststellen, daß die innere und äußere Lage unserer jik!ischvn Gemeinsehujl in Deutschland in keiner UVi.se eine R i c h t 11 n g s a n d e r 1t n g 11 e s R j /’, v c r 141 n g t." Nun gut, damit ist das Urteil g e s p r o c 11 e 11! Heute haben die großen nicht/ionisti-chen Organisationen der Juden in Deutschland die Chance, den Weg 711m jüdischen Leben, zu jüdischer Wiedergeburt zu linden. Wenn ihre Führung es nicht will, dann werden sie die Stunde der Lntscheidüng vielleicht versäumen. Wir g I a 11 b e 11 a he r, 11 a ß ihre M i t g i i e d e r ei 11 e 11 s o leiten W e g 1! ich! 11 i I 1 i g e 11 werden. Heute gilt es nicht, < >rg:iiiisationen um ihrer selbst oder um einer Tiadition willen zti erhalten, mag auch ihr Arbeitsgebiet nicht mehr bestehen, mag ihre geistige Grundlage aufgehoben sein, sondern es gilt zu einer echten Solidarität jüdischer Arbeit zu kommen. Wir Zionisten haben unsere Bereit schaf t dazu immer wieder erklärt, zuletzt nach der Mitteilung des Programms der Keiehsvcrtretung. Wir stehen auch heute zu diesen Erklärtmgen und glauben, daß die übergroße Mehrzahl der Juden in Deutschland mit uns einig geht. Wir w ii n ■ sehen keine i 1111 c r j ü d i s c h e Polemik uml haben sie nicht begonnen, aber es scheint, als ob andere jüdische Richtungen heute kein anderes Feld der Tätigkeit mehr vor sich sehen als imierjiidischeii Kampf. In Wahrheit stellt unser aller Schicksal unter den gleichen Gesetzen, für uns alle bestehen die gleichen A u f g a b e 11, für jeden besteht die Notwendigkeit, die Realität des Lebens als Jude zu durchdenken und seine Grundlagen zu er. kennen, die ebenso sehr von der Welt um uns bestimmt werden wie vom tiefsten Wesen unserer Art. Dieser Pro• zeß der neuen Stellungnahme zu uns und zum Lehen und die g e m einsame Aktion der S e I h s t 11 i I f e, di c vor uns steht, werden stärker sein als der Wille einer kleinen Gruppe, die im Kampf um ihre Geltung das Rad der Entwicklung anhalten möchte. Die nächste Zukunft wird zeigen, in weldient Tempo die Durchsetzung d e s 11 e ucn Geistes, der zugleich der Geist unermüdlicher Arbeit fiir das Judentum Deutschlands und für die jüdische Renaissance in der Welt ist, sich vollziehen wird. K. L. CEE M ACC AM 71 IfZ ■u• aut«n dtutschan MaBttoffen RM100—, 120. Dar rr,nA33,MilfcUV3 englischen Mafialaffen RM 130— EE l/l ElftllM/2 CE 2e״trum: Spittelmarkt 11, 12 U. 13 II *IvlaEI UUNV3-■ ■ Oldenburger Sir. 48, Ecke Turmstr.

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