Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 80 (4.10.1935)
- Date
- 1935-10-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80, 4. X. )935 Krisenzeichen eintreffcn, daß der dortige lokale Verwirrungs/ustand sich bereits zu glätten beginnt, tragen das ihrige zur Beschwiclitignng der Aufregungbei. Die kurzen Wochen der Restriktion und Unsicherheit haben jedoch mit blitzartiger Schnelligkeit ihre Zeichen in der Palästina-Wirtschaft hinterlassen. Sie äußern sich in der Hauptsache in drei Richtungen: man verhält sich abwartend bei neuen Investitioneu; im Bauwesen treten Verlangsamungen und hier und da auch Stockungen ein; in der itulustrie machen sielt gewisse Koinplika Jonen bemerkbar. Die vergrößerte Vorsicht der Investoren versteht sich von selbst. In einer Situation, in der man nicht Vorhersagen kann, was der nächste Tag bringet] wird, entschließt man sich nur in den seltensten l allen zu Käufen, neuen Beteiligungen, Grünilung von Unternehmungen. Und die Zurückhaitung wird auch mit dem Moment wieder schwinden, wo die Angst sich legt und wieder eine normalere Geisteshaltung «inset/t. Diese Erscheinung ist also am wenigsten geeignet, Nachwirkungen in der Wirtschaft zu hintcrlassen. Hier muß freilich eine Einschränkung gemacht werden, die mit der Besonderheit Palästinas als la mlwirtschaftliches und industrielles Kolonisationsland zusammenhängt: Neuinvestitionen gehören im Lande heute zum normalen Wirtschaftshild. Der gesamte Wirtschaftsablauf ist nicht auf Statik des Bestehenden, sondern auf die Dynamik des Werdenden eiligestellt. Eine langer andauernde Stoppung neuer luvestitionen kann ihre negativen Ausw irkungen nicht verfehlen. Aber es ist wie ge.-agt zu hoffen, daß es sich hier um eine rein temporäre Erscheinung handelt. Etwas bedenklicher sind die augenblicklichen Wirkungen der Panik auf Bauwesen und Industrie. Diese Zweige sind, wie überhaunt die jüdische Wirtschaft, in einem überwiegenden Maße auf Kredite, oft kurzfristiger Art, aufgebaut. Vom größten Unternehmer bis /um kleinsten .Wann arbeitet man mit Wechseln, von deren recht/eitiger Diskonticrung sowohl Mate!iaibeschaffiing wie Betriebskapital und Lohnzahlung abhängt. Als die ersten Restriktionen kamen, suspendierten sofort einige Unternehmer, vor allem im Bauwesen, die Zahlungen an die Arbeiter. Es wurden Bauten nnterbroelien, neue in ihrem Beginn aufgeschoben, Damit vergrößerte sich der Kreis der durch die Panik betroffenen und die sich ausbreitenden Wellen trugen wieder dazu bei, die Unruhe zu vergröfkrti. Wie immer in solchen I allen wurden die eigentlichen Scluvierigkeiten noch weit übertrieben, die wildesten Gerüchte ins Publikum gestreut, oh 111־ daß man imstande war, sie entsprechend zu kontrollieren. Es muß als ein Ruhmes- Watt der hebräischen Presse vermerkt werden, daß sie der Panik nicht nur nicht Vorschub leistete, sondern sich bemühte, soweit wie möglich, beruhigend zu wirken. Vielleicht hat sie sogar des Guten etwas zu viel getan, indem sic sich begnügte, immer von neuem darauf binzuweisen, daß die Panik keine in der Wirklichkeit beruhende Basis besäße, ohne näher auf die Lage einzugehen. Die leitenden Institutionen des Jischuw, insbesondere die Jewish Agency, haben vom ersten Moment an der Lag« ihre volle Aufmerksamkeit /!!gewandt. Obwohl nur ein kleiner Teil ihrer Mitglieder bereits im Lande ist, hat sic sof׳>rt genaue Erkundigungen über die Lage einge/ogeii, ihren Einfluß an den verschiedensten Stellen, insbesondere bei der Regierung, geltend gemacht. Auch di« Stadtverwaltung von Tel-Awiw steht der Lage wachsam gegenüber und mit der Agenev in dauerndem Kontakt. Die Regierung, die ebenfalls die Vorgänge genau verfolgt und sich über Details berichten lallt, hat bisher keinerlei direkte Aktionen unternommen, sondern nur ihre organisatorische und moralische Unterstützung zugesagt, ,Van darf jedoch annehinen, daß die Aktivität der Barcktys Bank in den kt/ten Tagen nicht nur mit der Zustimmung, sondern auch in l ebereinstimntuug■ mit dem Oberkonunissai'iat erfolgt. I )ie Jewish Agenev erhält in diesen Tagen weitere Verstärkung durch Mitglieder, die vom Ausland« körnmen. Kaplan, der für Wirtschaft und Liuun/cti eerantwörtlich ist, ist heute im Lande eingetroffen und wird sich sofort mit der Lage!)«׳fassen. Audi der Leiter der Anglo-IbilestiiH Tlompaiiv, I loofien, der bis jetzt in Europa war, ist für diese Tage angekündigt, so daß auch von der Seite der zentralen jüdischen Bank aus das Nötige geschehen kann. Um zusammen/ufasseil: die P a n i k der letzt c n zwei W o c 11 e n w a r in keiner 'X׳ eise in der palästinensischen Wirtschaft begründet, sondern hatte ihre Ursache in der Kriegsangst und einer übermäßigen Nervosität, die größer war als in europäischen L ä n - dern. Alan begännt im Lande jetzt einzusehen, daß dem so war, die leitenden Institutionen greifen zu den entsprechenden Maßnahmen und es ist zu hoffen, daß die Verwirrung sich in kürzester Zeit klären, die Wellen der Aufregung legen und das Wirts hat sieben wieder in normale Bahnen gelangen wird. Mau muß darauf dringen, daII die Regelung der Verhältnisse so rasch wie möglich vor sich geht. Denn wenn auch die objektiven Grundlagen für die Panik fehlten, so ist doch der Sc haden, der durch sie ange richtet wird, keineswegs fiktiv. Er ist sehr real, und je sclmeller man ihm steuert, desto geringer wird sein Einfluß sein. (Ueber eine Acußcrung des Bankdirektors Hoof len zu den von unserem Korrespondenten geschilderten Vorgängen berichten wir auf der ersten Seite. — Red.) Die französischen Juden und der Zionismus 11.*) K., Paris, im Oktober Wer das französische Judentum als außenstehender Beobaehter heute betrachtet, wer die Meinungsäußerungen seiner Vertreter hört, muß zu der Ansicht kattunen, die Masse der französischen Juden setze auch heute noch ihren assimilatorischen Weg fort. Nach wie vor bekundet der französische Durchschnitts-Jude die Ansicht, das Schicksal der Juden Deutschlands, des ■östlichen Judentums wäre ihm weltenfern, nach wie vor lehnt er in seiner Mehrzahl eine Beteiligung an den großen Hilfswerken des Judentums ab, sucht er seine Abgrenzung gegenüber den Einwanderern aus dem Osten, aus Deutschland zu unterstreichen. Aber die alten Formeln der französischen Assimilation beginnen heute schon hohl zu klingen und wer deutlicher liinsieht, kann erkennen, daß auch in Frankreich die Gegenbewegung gegen die Anglcicbung der Juden, die sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts vollzogen hat, eingesetzt hat. Viele Erscheinungen des französischen Gesellschaftslcbens, die man in letzter Zeit feststellen konnte, lassen auch einsichtige französische Juden — ihre Zahl ist leider noch zu gering — an ihrem Glauben an die endgültige Lösung der Judenfrage in Frankreich durch die Assimilation irre werden. Die G e g e!1 b e w e g u 11 g gegen die Assimilation macht sich vor allem von außen bemerkbar. Immer deutlicher wird eirt zälier Widerstand sichtbar, den di« französische Gesellschuft der Eingliederung der jüdischen Bourgeoisie entgegensetzt. Sicherlich hat die französische Großbourgeoisie ihren internationalen Charakter behalten, einem Rothschild werden sich alle Türen der französischen Salons öffnen, aber diese Großbourgeoisie stellt im Grunde nur eine kleine Oberschicht dar, deren Macht und Einfluß in der Krise nicht unbeträchtlich verringert worden ist. Die große Mittelk lasse, der die Masse der .,׳wohlgesinnten“ Leute angehört und die im Grunde die bestimmende Gruppe des fran/ösiselten Gesell-schaftslebens ist, beginnt mehr und mehr eine Ausglieücrung des jüdischen Elementes vorzunehmen. Diese Ausgliederung vollzieht sich in den verschiedensteii Formen. Sie geht von der höflichen Form, in der die Pariser Advokatur die Walil eines jüdischen Vorstandsmitglieds durch Versagung weniger Mehrheitsstinunen zu verhindern weiß, von der stillschweigenden Limitierung der jüdischen Dozenten an den Universitäten bis'«zu den brutalen Judenübeifällen durch die rechtsstehenden Jugendverbände. Die gesellschaftliche Abgrenzung des jüdischen Teiles in den sozialen Gruppen schreitet fort. Der Antisemitismus in Frankreich findet mehr und mehr seine literarische Form, findet eine Presse. Die »eit langen Jahren eingegan ״«ne Zeitschrift ״Libre Parole“ kann ihren ״gegen Juden und Freimaurer“ geriehtoten Kampf wieder aufnehmeu. Mar! findet heute in arigeseheuen Blättern Frankreichs Aeußertingcn, deren antisemitische Färbung vor wenigen Jahren noch unmöglich gewesen wäre. Die französischen Juden würden sich einer verhängnisvollen Kurzsichtigkeit hingeben, wenn sie — wie es oft geschieht — diese antisemitische Strömung als ausschließlich gegen die Einwanderer aus dem Osten oder aus Deutschland gerichtet arischen würden. Diese jüdischen Einwanderer leiden unter der A n t i f r e m d e n h 0 w e g u n g in Frankreich, deren Ursachen an dieser Stelle nicht analysiert werden könneu, die aber jedenfalls keinen spezifisch-antisemitischen Cliarakter trägt. Die antisemitische Bewegung in Frankreich riehfet sich aber gerade gegen die eingesessenen ״arrivierten“ Juden. Wenn man aber auf der einen Seite nicht das Wachsen der antisemitischen Strömungen in Frankreich verkennen darf, so muß inan andererseits ihre heutige Tragweite auch nicht überschätzen. Man darf vor allem nicht tibersehen, daß, wem! die Weltstadt Paris feinnervig auf alle Schwingungen der *) Siehe den ersten Aufsatz in Nr. 79. Budapester Brief Budapest, 1. Oktober Die Budapester Universität feierte Ende September unter Anteilnahme fast sämtlicher Hochschulen der Welt — die lichräisclie Universität in Jerusalem hafte schriftlich gratulieri — das Jubiläum ihres JOOjährigen Bestehens. Der erste Jude, der an dieser damals noch in Buda (Ofen) befindlichen Universität promovierte, war I"$2 der Altofcner Arzt f>r, Josef Man es O e s t c r r c i c 11 e!-, der sich um die Entdeckung der Ofener, sowie der Plattensee-! Ieik|LH־llcn große Verdienste erworben hatte und dem zuliebe auch der bis dahin nur für Katholiken geltende Prrunotionseid abgeändert wurde. 111 den letzten vier Jahrzehnten gab cs neben einer Anzahl von Privatlo/enten und außerordentlichen Professoren toi- ״ende iiilLcIie Ordinarien: Ignaz (ioljrihcr, 11er Acgyptolöge Eduard M a h 1 e r, der Professor der Philosophie B. Alexander, der Historiker 11. S\ a r e z a I i, der Mathematiker L. F e j e r, der Strafrechtler L, F a v e r und der Mediziner A. Häri. Unter denen, die jüdischer Herkunft waren, haben diesen Umstand stets mit Stolz betont der berühmte Orientreisende H. Vämberv und der MeLter der ungarischen Philologie, S. Siinonvi, In den Reihen der Studentenschaft gab es in der juristischen und medizinischen Fakultät zu Zeiten bis zur Hälfte jüdische Hörer, was bekanntlich «ach dem Kriege als Begründung des Gesetzartikcls über den Numerus clausus diente. Inzwischen scheint der Gedanke der ״beschränkten 7. a h 1“ auch auf anderen Gebieten Fortschritte zu machen. Das Jiisliziiiinisteriuni bereitet einen Gesetzentwurf vor, der die Anzahl der Rechtsanwälte und Anwalts kanilidaten gewissen Bedingungen unterwerfen soll, welche in erster Reihe die Juden treffen würden. Dagegen hat vor allem die Budapester Advokatenkammer protestiert. Die Rester israelitische Gemeinde Ist dieser Tage in den rechtlichen Besitz einer Erbschaft gelangt, die ihr vor mehreren Jahren zugefallen war. Der auch im Ausland durch seine Weltmeiming reagiert, die französische Provinz eine koiuer* vierende Gegenwirkung ausübt. Die Prinzipien von 1789, an denen Paris zweifelhaft geworden ist, behalten in einem großen Teil der französischen Provinz nach wie vor ihren riehtu 11 ggebenden Charakter. Wenn auf der einen Seite die wachsende antisemitische Bewegung die französischen Juden zwangsweise mehr und mehr auf sich selbst zurückführt, so ist auf der anderen Seite psychologisch und materiell die Judennot der letzten Jahre nicht ohne Einfluß auf die französische Judenheit geblieben. Willentlich oder unwillcntlich waren die führenden jüdischen Kreise in Frankreich gezwungen, sich mit dem großen sozialen Problem der Not der Einwanderer aus Deutschland zu beschäftigen. Mag auch diese Frage keineswegs zufriedenstellend gelöst worden sein, mag auch das französische Judentinn in seiner Masse seiner Hilfspflicht höchst ungenügend nachgekommen sein, die Tatsache, daß sich führende französische Juden ernsthaft mit sozialer jüdischer Arbeit befassen mußten und weiter befassen, bleibt in ihrer Bedeutung bestehen. Die Hilfsarbeit für die jüdischen Etnigrauten aus Deutschland hat der französischen Judenheit die Notwendigkeit einer jüdischen Hilfsarbeit über die Landesgrenzen hinaus vor Augen geführt, sie hat manchen französischen Juden an dem Glauben an dem bisherigen französischjüdischen Partikularismus wankend gemacht. Neben der bedcutsamen psychologischen Auflockerung der französischen Juden steht das Fortbestehen eines Teiles der organisatorischen Zusammenschlüsse, die zur Linderung der Etrrigranteil not geschaffen wurden und auch heute noch ihre Arbeit tortsetzen. So oft der Versuch gemacht wurde, das Hilfswerk zu liquidieren, ebenso oft hat sieh die Notwendigkeit, die Arbeit fort/uset/en, gezeigt. Es ist im Gegenteil diesen Organisationen teilweise gelungen, die Mitwirkung bisher abseits vom jüdischen Leben stellender Kreise im französischen Judentum zu gewinnen und sie zu jüdischem Verantworlungsbewußtseiu zu erziehen. Die Zukunft der jüdischen Renaissancebewegung in Frankreich kann aber vor allem mit dem geistigen Ums c 11 w u n g i n der französischjüdischen Jugend rechnen, die zu einein großen Teil nicht mehr den Bahnen der Väter folgen will. Es wäre sicherlich übertrieben, heute schon von einer bewußt-jüdisch eingestellten Jugendbewegung in Frankreich zu sprechen, aber in den Kreisen der Jugend werden die Fragen des Judeseins, der jüdischen Zukunft, des Palästina-Aufbaus heute mit einem ganz anderen Ernst besprechen als noch vor wenigen Jahren. Mag auch das Endrcsultat dieser Diskussionen oft negativ sein, so wird doch diese Aussprache ernsthaft und ohne die Gehässigkeit der älteren Generation geführt. Diese Jugend ist auch weit leinfiihliger für die antisemitischen Strömungen in Frankreich, da sie deren Wirkungen viel unmittelbarer zu fühlen bekommt als die ältere Generation, die sich schließlich in gesicherten ivittseliaftliclien. _und, ,,sozialen Positionen befindet. Für die Jugend dagegen verschließen sieh immer mehr die begehrenswertesteu Karrieren, vor allem die intellektuellen Betme, In flfnen 'sie mit dem Widerstand der nicht-jüdischen Majoritat zu rechnen haben, lk-reits heute führt das sich immer schärfer stellende Bernfsprobleni einen — allerdings bisher noch kleinen — Teil der indischen Jugend zur Um sc hielttung in Handberufe und damit zu einer positiven Stellungnnhme zum Palästina-Aulbaii und zur jüdischen Rcnaissanccbcwcguug. Der Zionismus findet also in Frankreich eine trotz scheinbarer äußerer Stabilität bereits aufgclockerte jüdische Gesellschaff vor, die gezwungen ist, sich mit dem jüdischen Probleiii auseinander/usetzen. Die Zeit arbeitet auch in Frankreich für die jüdische Nation« ibewegung, und die Grundlagen für eine fruchtbare Arbeit zeichnen sich von Tag zu Tag deutlicher ab. Die Frage ist nur, ob die zionistische Bewegung in der Form, in der sie heute in Frankreich repräsentiert ist, geeignet ist, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen, und ob es ihr mit ihren bisherigen Arbeitsmethoden gelingen kann, das französische Judentum zur Mitarbeit am Palästina-Aufbau und für den Zionismus zu gewinnen. Orient- und Palästinabildcr bekannte Maler Isak Perlmutter hinterließ seine zwei Palais mit künstlerischer Einrichfung der Gemeinde, die aus dem Erlös jüdische Künstler und Schriftsteller unterstützen soll, ein Viertel aber dem Jüdischen l aiidesmusetim zuführen muß. Nach längeren Gerieiitsv erhaiidiiuigen kam jetzt der Vergleich zustande, daß das Museum sofort Ui wertvolle Gemälde übernimmt, die es in einem eigenen ״Perlmutter-Saal“ ausstellt, die Liquidation des Vermögens erfolgt nach dem Ableben von Frau und Adoptivtochter des Künstlers; letztere ist eine türkische Prinzessin. Dr. A. F. Erzherzog Josef über den Aufbau Palästinas, ln der Festnumnrer des ״Mult es Jiivö“, Budapest, über die wir schon berichteten, finden wir nebst sonstigen interessanten Beiträgen und Begrüßungen seitens hervorragender jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten des In- und Auslandes ein Interview mit dem königl. Prinzen E r / 11 e r z o g J o s e f, der sich dem Berichterstatter gegenüber folgendermaßen äußerte: ״Ich habe unlängst den ersten P a 1 ä s t i 11 a f i I m gesehen. Kamstkrisch war er nicht hervorragend, denn man fühlte zuviel die propagandistische T enden/. Mir aber erschienen die großstädtischen Maßstäbe Tel-Awiws sowie das Tempo der modernen städtischen und landwirt.-diaftlicheii Entwicklung ganz unglaublich. Als ich vor dein Kriege im Heiligen Lande war, gab es noch keine Spur davon. Hingegen erweckte in mir unvergeßliche Impressionen die Gestalt des jemenitischen Juden, der an der Klagcmauer betet. Diese Szene hat mich und meine Frau tief gerührt: eine solche tiefe, reine Andacht findet man sonst selten.־‘ I [auptschriri Liter: Dr. Robert W 1■ I t s 1■ h, lit 11in - ('hm loltenbuig 8 (voran( »•an lieh für die Au (nähme von Bildern). Slcllvcrtrcler: Kurt I. m• w c n o t i n, Berlin \Y 1.5. Aren-Renk■ iw ״ml verantwort lieh für den Inhalt der Anzeigen: Hc-rmnnn F i n n, Bcrlin-Tcnqrclliof. Gültig: Anrcigen■ Pt cidisl c 3 vom 1. September 1935. Verlag und A«*eigen- Verwaltung: Jiidbche Rundschau, Berlin W 15, MeinekestraSe 10■ D.-A. Scpt. 39 137. — Druck: Siegfried Srhdein, Bei lin -Srhoirebcrg, .»Kaufhaus Im Hansavieriel seit SO Jahren Im Familienbesitz Max Giesen ■eke Oldenburger StraBe