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Jüdische Rundschau · 1935-10-01 · Heft 79 (1.10.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 79 (1.10.1935)
Date
1935-10-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÖDISCHE RUNDSCHAU Berliner lt 111141 s<*11;111 NR. 79, 1. OKTOBER 1935 Idee und Gestalt der Jerusalemer Universität Max Raymer Ein Interessanter Atellerbesuch ln der Chanukkah-Ausstellung des Kulturbundes fielen seine Miniatur bi Id er auf. Landschaften mit glasklaren Farben, sehr sauber, sehr exakt und jedes mit Tiefe. Vor kurzem erhielt ich von ihm die Einladung, die Ergebnisse seiner Reise in die Dolomiten anzusehen. Max Raymer ist zugleich Maler und Sänger und beides von Grund auf und in roßer Vielseitigkeit. Auch im größeren Format haben seine and schaffen die Tugenden der Miniaturen: klare, reine Farben, den Glanz und die Tiefe, das Leuchten und das Naturerlebnis. ln den Landschaften aus dem Allgäu mit den zarten Farben, die weicher sind als die stärkeren Töne der Landschaftsbilder aus den Dolomiten und in den Wiesenbildern bis zur Landschaftsidvllc des Hirten mit dem Hirtenkarren und der großen Schafherde eines arideren Bildes zeigt es sich. Raymer benutzt meist Tempera oder Aquarell, auch Pastell und Rötel. 111 Rötel mit Graphitstift sind viele seiner Porträts, aber auch Dokumente gut gesehener Landschaftsgeographie. Er hat das Innere einer Aimhütte im Rötel und Graphit und Kreide festgehalten, und er hat jüdische Erinnerungen in alten fränkischen Städten gezeichnet. Es sind die Hoizsynagogen seiner fränkischen Heimat. In schönen Blättern, die z. T. reproduziert sind, hat er die Synagoge in Eschhofen nachträglich aquarelliert und die Holzsynagoge aus Kirchhedm, die jetzt im Museum in Würzburg erhalten wird, hat Raymer in schönen Zeichnungen mit seinem Stift festgehalten. Auch das schöne Schnitzwerk im Detail. Viel gezeichnet hat er die Orchestermusiker des Kulturbundes und verschiedene Dirigenten. Seine Nabucco - Darstellungen hätten verdient, daß sic gelegentlich gezeigt werden. Urias als Nabucco ist besonders in der wahiisinnsszene und als machtvolle Gestalt so dargesteilt, daß wir sofort fühlen: das ist Babylons Größe. Raymer hat die Schöpfung des Schau- Spielers nachschaffend in künstlerischer Einmaligkeit festgehalten. Auch seine Mutter hat er oft gezeichnet. Dann Donauwörtli und Augsburg. All diese Städtewinkel, die malerische Ecke mit dem Fugger-Denkma! oder eine Judengasse auf dem Judenberg in einer alten Stadt sind mit dem Auge des Liebhabers gesehen, exakt, aber mit dem Auge des u m - herschweifenden Landschafts dichter s, auch die Stadt ist Landschaft. Und von den Landschaften ist in der Tat noch viel mehr zu sagen: Abgesehen von den phantastischen Bergformen der Dolomiten und dem Glanz der Gletscher ist es die Schönheit der Land- Schaft, die fiaymer malt. Er verstellt es, die rosigen Spitzen der Gletscher und der Berggipfel ohne die gefährliche Klippe zu malen, die solche Darstellungen manclitnal besitzen. Der Himmel hat Atlasfarben, zart im Uebergang, die Bergketten tiefblauen Glanz, Gipfel in ihrer Kristallform sind gar nicht stilisiert und Bergketten und Wiesen sind in ihren Farbenübergärigen wie in den schönen Bildern vom Freibergsee bei Obersdorf eine Freude für das Auge. Besonders schön der Bergsee mit den grünen Schatten auf dein Wasser, die Felsen violett, der Wald dunkelsmaragd und die drei Allgäuketten von hellgrün, wie Glas, bis tief dunkelblau. Ein anderes Bild mit hellgrünen zarten Tannenspitzen über Felsen ist ebenfalls sehr schön. In starken Farben, mit viel rot und gelb in den Zeltdächern, hat er ein Kurfürstendamm-Lokal gemalt, beim Oktoberfest mit Lampions unter diesem Zeltdach. Es ist nichts falscher als die große Festlegung auf eine Spezialität, wie es hier bei Raymer die zarten hellen Miniaturen fast geworden wären. Raymer steht fest im Erleben der Gegenwart. Ein Gotteshaus in Süddeutschland ist festgehalten bei Gelegenheit eines Palästina-Vortrages von Ernst S i pi o 11. Und man sieht die ernsten sorgenvollen Gesichter seiner Zuhörer, Juden von heute mitten in der Zeit Ruth Moroid Alle Ihre Bücher | OII (Vr H Buchhandlung am Zoo I Fritz Ring ■ Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 43-44 H Mitglied der jüdischen Gemeinde H Telefon Bismarck 6506 Zusendung nach allen Stadtteilen H Vortrag von Joachim Prinz Aut Einladung der Aerztegesellschaft für Paiästina spracii am 26. September Dr. Joachim Prinz vor einem überaus interessierten Kreise über die Bedeutung der Hebräischen Universität in Jerusalem für das jüdisclie Volk. In lebendiger Rede schilderte er die Motive, die zur Gründung der Universität führten. Im Beginn stand der Numerus clausus für Juden im zaristischen Rußlaiui. Ais damals Tausenden von jungen jüdischen Menschen die akademische Ausbildung versperrt war, ergab sicli die brennende Frage: Was wird aus unseren Akademikern? Wichtiger aber noch war ein arideres ideologisches Argument: daß der Aufbau Palästinas nicht an den geistigen Kräften des Judentums vorübergehen dürfe. Die Gefahr einer Levantisicrung der Kultur lag und liegt leider sehr nahe. Gegen sie muß die Universität das feste Bollwerk bilden. Sie ist zunächst im Stadium ihres Aufbaus so etwas wie ein ״Laboratorium der Kultur“, aus dem einmal eine jüdische Kultur hervorgehen und aus dem insbesondere auch das neue Hebräisch seine Form empfangen soll. Das Kulturprobiein wird für uns Juden immer brennender in einer Zeit, in der der Ausschluß der Juden aus den geistigen Bezirken sich überall vollzieht oder zu vollziehen beginnt. Echtes Kulturleben kann nur in restloser Anteilnahme an ihm bestehen; zur Kultur gehört ״Gegenwärtigkeit“. Für uns aber treffen diese Voraussetzungen nicht mehr zu. Insbesondere unsere jungen Menschen werden die ganze Schärfe des Problems verspüren, da sie nicht wie die älteren noch von Erinnerungen zehren können. Innerhalb dieses Problems erhält Palästina eine metapolitisclie Bedeutung. Aus solchen Zusammenhängen heraus ist die Funktion der Universität zu verstellen. Die Schaffung eines Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Trauerfeier für Rabbi Kuk. Auf Anregung der Berliner Zionistischen Vereinigung und der Berliner Misrachi-Gruppe veranstaltet der Vorstand der Jüdischen Gemeinde iu Berlin am 2. Oktober, 20.3(1 Uhr, in der Alien Synagoge, Heidercutergasse, eine Trauerfeier für Oberrabbiner Abraham Jizchak Kuk. Die Gedenkrede hält Rabbiner Dr. Hoi'mann, Frankfurt am Main. Frauen-Arbellsgemcinschaft für Palästina. Gruppe Tcmpeltiof: Am 1. Oktober, 8.30 Uhr, bei Frau Freudenheim, Mohenzollernkorso 8: Dr. Eva Lübeck: Jüdische• Frauenarbeit in Palästina und in der Galuth. — Sprechstunden des Büros: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr. Die Sprechstunde am Donnerstag wird diesmal Frau Helene Hanna Thon *wischen 11 und 1 Uhr abhalten. Hebräische Anlängerkurse für Frauen. Um allen Wizo-Mitgliedem Gelegenheit zum I lehräischlernen zu gehen, werden gemeinsam mit der BZV. in den Vormittags- oder frühen Nachmittagsstunden hebräisd..• Anfängerkurse eingerichtet. Anmeldungen erbeten an die Kulturabteilung der BZV., Mcinckcstr. 10. Neue hebräische Kurse der BZV. Am 1. Oktober, 20.30 Uhr, Mcinekestraiie 10, lieginnt ein Anfängerkursus Unter Leitung von Herrn Rosenthal. --- Am 2. Oktober, 20.30 L'hr, beginnt im BZV. - Heim, RosenthaleT Straße 44, ein Anfängerkursus unter Leitung von Fräulein Baumwoll. Der Dienstags in! Jüdischen Club, Joachimsthaler Str. 13, stattfindende Anfiingcikurs unter Leitung von Herrn Frankel wird ab 1. Oktober in zwei Kurse, von 18.30 bis 20.30 Uhr und von 20.30 bis 22.30 Uhr, geteilt. Teilnehmer können noch, aufgenommen werden. Weitere Anfängerktirse werden in der Landsberger Str. 87 unter Leitung von Herrn Schächter und im Westen eingerichtet. Auskunft und Anmeldung in der Kuilurabtcilung der BZV., Meinekcstr. 10, Tel. Bismarck 7145. eigenen jüdischen Kulturlebens ist ihre Aufgabe und ihre Sendung. Juden haben auf allen Gebieten der Wissenschaft in allen Ländern der Welt Hervorragendes und zum Teil nicht mehr Weg/udtnke11׳des geleistet, und wir haben allen Grund dazu, darauf stolz zu sein. Aber diese Leistungen sind immer anonym geblieben, insofern als sie nie als iüdischc gewertet wurden. Die Verankerung einer Arbeit und einer Leistung innerhalb eines nationalen Rahmens ist aber notwendig. So international auch die Wissenschaft ist — es lassen sich dennoch die einzelnen nationalen Färbungen unterscheiden. So müsse auch eine jüdische Wissen- Schaft entstehen. Auf allen Gebieten haben die Juden der Weit Großes zu sagen, und die Universität muß diese Begabungen, die in der Ooiah zugrunde zu gelten drohen, retten und nach Palästina verpflanzen, von wo aus ihre Forschungen als jüdische Leistungen in die Welt hinausgehen sollen. Eindringlich trat Dr. Prinz dafür ein, daß die Universität wertvoll sein müßte, und daß sie lieber klein solle als nur ein großes Sammelbecken mittelmäßiger Kräfte. Unter der neuen Führung von I >r. W e i z nt a n 11 sei zu erwarten, daß dieser Leistuugsgrundsatz noch mehr als bisher zur Richtschnur des Handelns gemacht wird. Zahlreiche Institute sind auf dem Skopus gegründet worden oder sollen noch geschaffen werden; sie aile sollen dazu beitragen, daß die Universität zu dem jüdischen Geisteszentrum im Vorderen Orient wird, von dem aus unser jüdisches Lehen seine Bestimmung erhalt. Aufgabe und Verantwortung der (iolah aber ist es, daß die Universitat diese üriiße erreicht, indem sie mit ihren besten geistigen und dem vollen Einsatz ihrer materiellen Kräfte an diesem Werke teilnimmt. Stürmischer Beifall dankte dem Redner für seine Darlegungen. N. Hebräischer Vortrag der BZV'. Am 5. Oktober, 20.30 Ihr, vor- .־lnsl.iitot die BZV. einen i!ehr ח iselien V״r:r,1>;: im Hiim, K.intsir. 54, Dr. l'h. B.ir.elianski epricht über ״Die zehn fiuliupc in der jüdischen Literatur“. Zionistische Fotogruppe T'munah. Nächster I;nippenabend am 8. Oktober, 20.30 l hr, BZV .-Heim, Kamstr. 54, l)r. Wischniak: Fortsetzung der I.icfnl'iMcr - Venrag-ieihe: ״Asiati-che Kunst als Lrhrinehtenii der künstk-rio'hen Kotogralie". Die Lehrstitte Ch. N. Bialik der BZV. beginnt ihr neues Semester in der zweiten Hälfte des Oktober. Der Lehrplan wird demnächst verBifentllcht. Voranzeigen Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde Unterricht in der neuen Antangcrkiassc in der (3roßen Hamburger Str. 27: Montags und Mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr. Beginn am 30. September. — Unterricht in der Anlängerklasse Klupstockstr, 58: Dienstags und Donnerstags von 18.45 hi« 20.15 Uhr. Beginn: 1. Oktober. — Neuaufnahmen in allen Klassen. Kleine Nachrichten Gute Ten5rc und Bässe für den Winawerschen Mannerchor (Tournee) ßf.'tuciit. Meldungen: Mittwoch und I);>11ner.st,1ß, zwischen 11 und 1 Uhr, bei Winawer, Halensee, JoUann-Georg.Str. 9, I r., Tel.: J 7, Hochmeister 5754. — Gefunden! lk*i dem Vortrag Dr. Prinz irrt Bach-Saal am 21. September wurde eine Brille mit schwarzem Rand gefunden. Sie ist nbznhoU-n Meinokestr. 10, im I.aden. Bar Mizwah-Termine Am 5. Oktober — 8. Ti^chri: Robur’ Kahn, Sohn von Edgar Kahn, Charlottenburg 5. Dernhurgstr. 2, Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. Sonnabend, den 5. Okt, 20.30 Uhr BZV-Heim KanUtraUa 54 Dr. Borodianakl: Die zehn Bußtage in der jüdischen Literatur (Hebräisch) Kulturabteiiung Sonnabend, den 5. Okt, 20.30 Uhr Konditorei Hansa Flensburger Str. 19 Dr. Falkenstein; Ach ad Haam Chug iwri Hanse Sonnabend, den 5. Okt 20.30 Uhr BZV-Heim Koienthaler Str. 44 Stiehah klalith Chug iwri Zentrum Besuchen Sie die Trauerfeier fOr Rabbi Kuk, den verstorbenen Oberrabbiner von Palflstina, am Mittwoch, 2. Oktober, 20.30 Uhr In der ״Alten Synagoge“ meffl-Fan und weinnandinni) Brand früher in Melhagona-Fabrlk. Unt. Aufs, de» Kasehr.-Kom. כשר der jüdischen Gemeinde 18 D0PP61-M8!h und sämtliche Sorten Qll3ltt8tSVU8(n6 Wiederverkfiufer besonders hoben Rabatt auch sehr billige Preise fOr Private Berlin 115a. Grenadierstr.20. t«.: di xonnn 7152 KINO-SPIELPLAN VbM DIENSTAG BIS PONNCBSTA# u tm m rn ■ MS AR « Dl© Heldin von Heute i• ■5 5• ■ W mm IW wm mit Wallace Berry 5, 7 u. 9י& Cb*rl-. Ksntsir. 130 b. Kult.-F. u Wochcnsch. Jgdfr. Vegetar. Mittagstisch und LehrkBche PfaUburger Str.59 a. Hohcnrollerndamm H 6 3392 1 Varlangen 51• den Besuch unseres Anielgen-Vertreters SChlflter->Thtattr thimig, Holzschuh, Lingen, Schliltcratr. 17, nahe Kantstr. Ä Rühmann m 5, 7, 9. 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