Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 79 (1.10.1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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JO DI SCH E RUNDSCHAU Nr. 79, 1. X. 1935 Seite 2 mögen, nur man selbst der geignete Wege weiser ist! Auch die Art und Weise, wie manche Gruppen jetzt, einem Konjunkturbedürfnis folgend, ihr Palästina-!nter• esse dokumentieren, ist wirklich nicht erhebend. Wir haben seit vierzig Jahren dafür gesorgt, daß die deutsehen Juden etwas für Palästina tun, wir haben jeden freudig begrüßt, der Verständnis bekundete und sich in die Reihen der Freunde des Palästina-Aufbaus stellte. Niemand wird also vermuten, daß wir ein Palästina- Interesse zurückweisen. Aber der Palästina-Aufbau, dessen fünfzigjährige, mit Blut und Tränen, mit Entbehrungen und Heroismus erfüllte Geschichte heute zur Gemeinbildung jedes Juden gehören sollte, ist eine zu ernste Sache, als daß man so damit umspringen dürfte, wie manche jüdischen Kreise in Deutschland es tun, Dazu gehört /. B. die groteske Verbindung des in seiner großen Mehrheit aus areligiösen oder liberalen Mitgliedern bestehenden Frontbundes mit der orthodoxen Agudas JisrocI, die bekanntlich eine so minutiöse Beachtung des Religionsgesetzes verschreibt, daß die lnstitutionen der Gemeinde-Orthodoxie in Palästina ihr nicht genügen. In dieses Milieu sich die Frotitbiindler versetzt zu denken, ist eine Vorstellung, die beweist, daß hier nur ein Weg gesucht wird, um der unangenehmen Notwendigkeit zu entgelten, die Bedeutung des zionistischen Palästina-Aufbaus der der einzige existierende ist — anzuerkennen. Wir hätten gemeint, daß sogar extreme Gegner von gestern die innere Größe aufbringen könnten, in einer Stunde, die nun einmal das Einbekenntnis historischer lrrtümer erfordert, dies mit Würde und klarer Erkenntnis der Tatsachen zu tun. Die große Mehrheit der Zionisten hätte gewiß vor so einem Verhalten Respekt gehabt und die Gegner von gestern ohne jede Ironie mit Freude begrüßt, wenn sie ehrliche Mitarbeiter am Palästina-Werk werden wollen. * Die l ’cberg,1ngs/eit, die zwischen der Verkündung der N!"1 mberger J u d e n g e s e t z e und der Bekanntmaebung der A u s f ü 11 r u n g s b e s t i in m u n g e n liegt, ist noch nicht vorüber. Wie wir feststellen konnten, besteht in weiten jüdischen Kreisen eine große Unsicherheit über die Tragweite dieser Gesetze, wobei insbesondere die Frage erörtert wird, wie sich die Verhältnisse auf dem Gebiete der Wirtschaft, das ja in den Nürnberger Gesetzen nicht ausdrücklich behandelt wird, aus- ־wirken wird. Es gibt bisher nur einzelne Anhaltspunkte, die hierfür Schlüsse zulassen. Insbesondere ist die wiederholt von Ministern abgegebene Erklärung, daß nach den Nürnberger Gesetzen alle Einzelaktionen und Exzesse verboten sind, wohl auch so zu verstehen, daß gewisse mit den Boykott-Tendenzen gegen die Juden verbundene Vorgänge unterbleiben sollen. Die Judenfrage ist dadurch, daß sic Gegenstand der Gesetzgebung wurde, dem Bereich von Einzelanordnungen lokaler Stellen entzogen worden. Im übrigen ist es müßig, vorzeitig Vermutungen über den Inhalt und Umfang der Ausführungsbcstimmnngen anzustellen. Nach deren Bekanntgabc wird die Möglichkeit bestehen, sich vom jüdisehen Standpunkt über die Situation klar zu werden. ♦ stach in Palästina kennzeichnet das Neujahrsfest den Beginn einer neuen Arbeitsepoche. Traditionsgemäß ziehen sich im zionistischen Leben die äußeren, man könnte sagen geographischen Nachwirkungen der Kongresse bis zu den Feiertagen hin. Dann kommen alle nach Hause, und die Arbeit beginnt. Die neue Koalitions- Exekutive hat ihr Amt in Jerusalem noch nicht angetreten. Die Beschlüsse des Kongresses, die für die wirkliehe Arbeit ja nur ein Rahmen sein können, haben sich noch nicht atisgcwirkt. In den nächsten Wochen dürfte auch der tligh Conirnissioner General Wauchope nach Jerusalem zuriiekkebren, und dann wird es sich zeigen, ob er den Gesetzentwurf fiir die Errichtung des l egislative Council in seiner Mappe mitbringt — ein Gegenstand, der ,geeignet ist, Palästina in unabsehbare innere Wirrnisse zu stürzen. In London hat der High Conirnissioner gewiß nicht nur über diese Frage vorhandelt. Sein Regierungsgcbiet, der räumlich so schmal« und geistig so wichtige Streifen an der Küste des östliehen Mittelmeers, ist gerade in dieser Zeit für das englische Weltreich einer der entscheidenden Stützpunkte. Es ist eine politisch sehr bewegte Zeit für London, und Wauchopcs Unterhaltungen werden weniger speziell innerpalästinensFchcn Fragen gegolten haben als den allgemeinen vcrkehrspoliti.schcn und militärpolitischen Gesichtspimkten. Wie der schwebende abessinische Konflikt ausgehen wird, ist gegenwärtig Gegenstand des Rätselratens für die ganze Welt. Die nächsten Wochen werden die Entscheidung bringen. Viel hängt für die ganze Welt davon ab. Auch in Palästina ist man sich der Tragweite der Dinge bewußt. Man hat dort wegen der geographischen Nähe, wie auch unser palästinensischer Korrespondent berichtet hat, seit Wochen das Gefühl, in diese Sache irgendwie verwoben zu sein. Und dies gilt wahrscheinlich auch für den Fall, daß die abessinische Frage sich friedlich oder relativ friedlich lösen läßt. Geistige Rückwirkungen wird die Erschütterung der letzten drei Monate, die den Raum des Roten Meeres und darüber hinaus der kolonialen Welt überhaupt erfaßt hat, wohl jedenfalls haben; vielleicht auf die aktuellste Frage, nämlich den Legislative Council. Es fragt sielt nur, in welcher Richtung die Sache sich auswirkt, und das ist für die Juden Palästinas eine sehr wichtige Frage. Die neue Exekutive steht jedenfalls vor so delikaten staatsmännischen Aufgaben wie keine vor ihr seit 13 Jahren. Sie geht jetzt an die’Arbeit, möge sie ein gutes Jahr vor sich haben. Zionistische Lebenshaltung in unserer Zeit Von Rabbiner Dr. Max Nuflbaum, Berlin In allen früheren Jahrhunderten jüdischer Diaspora gab es eine genau zu definierende jüdische Lebenshait u n g. Die Geschlossenheit der Judensiedlungen barg in sieh aitc.11 die Geschlossenheit eines jüdischen Weltbildes. Dieses Weltbild umgab das Leben des Juden und bestimmte seine Haltung. Da die Religion die ausschließliche Beherrscherin des jüdischen Lebens war, normierte sie sein Leben vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Der Jude brauchte dieser Norm nur ganz zu obliegen, und er hatte seine vorgeschriebene, unverrückbare Lebenshaltung, bedingt und gefordert vom Gesetzeskodex des ״Sdiulchan-Aruch“. Die Emanzipation des westeuropäischen Judentums lockerte diese in sich selbst gefügte und normierte Lebens* Haltung des orthodoxen Juden. Indem man im ״Schulchan- Aruch“ all das negierte, was unzeitgemäß war, und man dem Judentum eine Definition gab, die sich völlig — aber auch lediglich — mit den europäischen Begriffen von Moral und Ethik deckte, indem man also durch die Konfcssionalisierung des Judentums in ihm mir noch ein System ethischer Forderungen und nicht mehr ein System von Normen sah, die das!.eben bis in die Details hinein regelten, — nahm man den Juden auch dieses sichere Rückgrat. Es gab seit dieser Zeit keine jüdische Lebenshaltung mehr. Das geschlosserte Weltbild verschwand, und was übrigblieb, waren blasse Konturen, die jeder nach eigenem Belieben so oder so zurechtbog. Der ״Scliulchan-Aruch“ hatte seine Gültigkeit verloren, und die jüdische Lebenshaltung verschwand. In diese Zeit fallen die ersten Anfänge des Zionisin us. Und es war nur allzu selbstverständlich, daß diese Bewegung mit der Zeit einen eigenen Lebensstil herausarbeiten mußte. Da sich der Zionismus an alle Juden wandte, d. h. also sowohl an orthodoxe als auch an liberale wie religiös-uninteressierte, also eine Brücke schlagen mußte über alle jüdischen Gegensätze hinweg, so war es selbstverständlich, daß er all diesen Menschen auch einen neuen Stil und eine neue Norm hat anbieten müssen. Sollte der Zionismus nicht nur ein politisches Bekenntnis, sondern eine jüdische Weltanschauung werden, so mußte er dem ganzen Volke wieder eine neue, eigene jüdische Lebenshaltung geben. Und nicht zufällig haben Zionisten, insbesondere Bialik, so etwas wie einen ״zionistischen Schulchan-Aruch“ verlangt. Diskutiert man in diesen Tagen mit Niclrtzionisteii über die Problematik der jüdischen Fragen, dann bekommt man oft folgendes zu hören: Die Entwicklung der letzten Jahre hat der Ideologie des Zionismus recht gegeben. Es ist eigentlieh nur das geschehen, was der Zionismus seit 30 Jahren vorausgesehen hat. Deshalb ist die Situation für Zionisten um vieles leichter. ...Bei dieser Argumentation muß man sich fragen: Ist es wahr, daß unsere Situation um vieles tragbarer erscheint? Fallt es uns wirklich leichter, und haben es die ״Anderen“ wirklich schwerer? Die Umwelt macht doch keinen Unterschied zwischen innerjüdischen Richtungen, worin mag es nur liegen, daß wir die, Situation auch menschlich besser beherrschen? So beherrschen, daß wir die Kraft verspüren, über ihr zu stehen? Es gibt viele Antworten auf diese Frage. Eine von ihnen ist richtig. Sie lautet: Zionistische Lebenshaitun g.“ 11. Um es vorwegzunehmen: Sie resultiert aus einer bestimmten, urjü di sehen Eigenart, Geschichte zu sehen und G cschichte zu d c u t e n. Wenn es zwischen der jüdischen und der nichtjüdischen Welt unleugbare Unterschiede im Denken gibt, so besteht ein fundamentaler Unterschied zweifellos im geschichtlichen Denken und besonders bei der Stellung zur ״Schuldfrage‘‘ in der Geschichte. Das Denken der nichtjüdischen Welt verläuft zumeist in folgenden Bahnen:-Ein Volk gerät in eine unglückliche Situation. Später kommt der Historiker des betreffeuden Volkes und konstruiert die letzte Geschichtsepoche so, daß die Schuld für dieses Unglück nicht iin Schoß des eigenen Volkes zu suchen sei. Das haben im Laufe der Menschheitsgeschichte alle Volker gemacht, und die, die leben wollen, werden es immer tun. Man vergleiche dagegen das typisch-jüdische Denken über geschichtliche Vorgänge und greife aus der jüdischen Geschichte irgendein Beispiel heraus. Es mündet letzten Endes in der Erkenntnis: D i e Schuld liegt bei uns. Man nehme unsere alte Literatur und lese die Gründe über die Zerstörung des ersten Tempels nach. Es gibt da eine Frage, die in späteren Zeiten immer wiederkelirt und die lautet: Alma cliarwah haare/, (weswegen ging das Land unter?). Was erwarte» wir — moderne Europäer — für eine Antwort auf diese Frage? Zumindest eine Antwort, die etwa mit der Ueberlegenheit des Feindes zu tun hat. Aber unsere antike Literatur kennt eine ganz andere Antwort: Der Tempel ist zerstört worden wegen der Sünde des ״Götzendienstes“, wegen der des ״Blutvergießens“, endlieh wegen des ״nicht reinen sittlichen Lebens“. — Man ist verwundert und (ragt sich: Hat das babylonisch« Heer keine Ueberlegenheit über die Juden gehabt? War N’cbukadnezar ein schlechter Feldherr? Und ist es nicht die weitaus überlegene Macht des Feindes, die die Niederlage brachte? Dies alles mag geschichtlich stimmen, aber in der Boden für die erste Siedlung der Jugend-Alijah Vorträge im Rahmen der Tischri-Kampagne 1. Okt, In Bielefeld Dr, Hans Capoll 3. B Dortmund . . 3. * ״ Stuttgart Dr, Joachim Prinz 8. י Hannover Helene Hanna Thon 9. m Bremen ■ 9. m Kassel Dr. Joachim Prinz 10. ■ Nürnberg n 10. ■ ■ Hamburg Helene Hanna Thon 14. * Breslau Hlndenburg ■ 9 0 n 17. Beuthen Glelwltz * * ״ ■ ■ Keren Kajemeth Lejlsrael (Jöd. National(. E.V.) Berlin W 15, Melnekestr. 10 / Postscheckk.Berlin 28247 Agadah, wo das Volk ganz seiner Phantasie lebt, gibt es diesen Grund nicht. Das jüdische Volksempfinden sagt: Die Schuld liegt bei uns. Diese Frage kehrt bei der Zerstörung des zweiten Tempels wieder, und die Antwort ist eine ähnliche: Der zweite Tempel ist zerstört worden wegen der Sünde des ״unbegründeten Hasses“ unter den Juden. Kein Wort von den kühnen Feldzügen römischer Kaiser, kein Wort über die unverglcichlichc Stärke des römischen Heeres, kein Wort über die wahren Ursachen dieser Niederlage. Die Schuld liegt — in jedem Falle — bei 11ns. Dieser Dialog, den das jüdische Volk in der Antik« nach jeder Katastrophe mit sich selbst führte, wiederholt sich im Mittelalter. 1102 werden die Juden aus Spanien vertrieheil. Blättert man die Literatur späterer Jahre durch, die diese Katastrophe behandelt, so wird man vergeblich nach einem ״j’accusc“ suche«. Auf die stereotype Frage ״alma charwa haarez“, warum also das ganze jüdisch-spanische Zentrum zugrunde ging, findet man die bekannte stereotype Antwort: Der Lebensstil der Juden war zu sehr dein "der Spanier angeglichen... Auch hielten sie keine Distanz... Sie vergaßen die Grenzen und richteten ihr Leben nicht nach den Forderungen jüdischer Tradition ein... Kurz und gut: Die Schuld liegt — auch in diesem FalJ — nicht an der Uin* weit, sondern bei uns. m. Verfolgt man die jüdische Geschichte bis auf die סחו• dernc Zeit, so wird man diesen ewigen jüdischen ücschichtsdialog auch aus den letzten Epochen heraushören. Als im Westen Europas der moderne Antisemitismus aufkam, da war es charakteristisch zu beobachten, wie die jüdischen Richtungen darauf reagieren. Die ji'1dische Assimilation sagte: Wir sind emanzipiert und tun dazu, was wir können, nur die anderen sind noch nicht so weit. Sie werden nachkommen ... Es ist lediglich eine Frage gradueller Entwicklung. Wir tragen jedenfalls keine Schuld. Sie liegt beim anderen. Liegt nun aber die Schuld ausschließlieh beim anderen, so Rann man folgerichtig nur auf eine Art reagieren: Man muß die anderen aufklären. Eine andere Richtung im Judentum reagierte auf dieses Geschehen ebenfalls. Nur anders. Nämlich jüdisch. Pinsker erlebte die Damaskus-Affäre, die russische Judengesetzgebung und die Pogrome und Herzl die Dreyfus- Affäre. Beide reagierten darauf. Da ihr Denken von dem der Assimilation entfernt war, schrieben sie die Schuld am modernen Antisemitismus nicht der Umwelt, sondern uns zu. Pinskcr und Herzl erkannten, daß der Antisemitismus eine Folge unserer anormalen Lage in der Weit sei. Liegt aber die Ursache bei uns, so gibt es nur eine Möglichkeit, darauf zu antworten: Seinen eigenen Zustand ändern. Deshalb schrieb Pinsker die ״Autoemanzipation“ und Herzl seinen ״Judenstaat“. Und wenn man die Geschehnisse der letzten Jahre in Deutschland überdenkt, so darf man diesen Gedankengang nicht außer acht lassen: Es ist ein IJ.״•:lieU, ob jeinand die Problematik unserer Tage so auffaßt, daß er sagt, von uns aus war alles in Ordnung, aber die Umwelt nahm uns dies und jenes, oder ob man sagt, jüdisehe Geschichte und jüdisches Schicksal b edeuten immer, Schuld auf sich nehmen. Wenn wir über die Situation unserer Tage nachdenken, so gibt es dabei vielleicht ein stärkendes Gefühl: Bei allen Aus- Wirkungen, die das tägliche Leben der Juden in Deutschland jetzt mit sich bringt, können wir die Frage stellen: Was sagen diese Geschehnisse uns? Es wechselt in der Reaktion der Umwelt der Ort, die Zeit, die Zahl, aber letzten Endes ist alles doch das Resultat einer einzigen Tatsache: Der Anomalie unseres Lebens in der G1111111. IV. Blickt man so in die jüdische Geschichte, faßt inan sie als eine Einheit und deutet man auch die letzten Vorgänge so, wie unser Volk immer Geschichte deutete, dann resultiert aus dieser Erkenntnis die zionistische Lebenshaltung, von der wir eingangs sprachen. Wird die Situation dadurch leichter? Man kann die Frage mit ja beantworten. Die Situation wird leichter, weil man durch die Haltung verantwortlicher wird. Leichter — weil hineingcstellt In einen dreitausendjährigen Prozeß jüdischen Werdens; umsponnen von jüdischem Geschichtsdenken; leichter, weil die ungeheuren Aufgaben des Aufbauwerkes vor uns stehen; weil diese Gegenwartsaufgaben die Seele eines Juden init _ Inhalt füllen und wegen des großen Glücks, das man dabei empfindet, Jude sein zu können mit dieser Haltung und in dieser Zeit der Aufgaben für unser Volk. Auswanderer schütz durch den Völkerhund Gent, 26. September. (JTA.) Die Budget koinmission der Völkerbundsversammlung hat ihre Zustimmung dazu erteilt, daß der von der politischen Kommission verlangte Kredit von 5300 Schweizer Franken für die Schaffung einer Expertenkommission für Aus- Wandererschutz aus dem außerordentlichen Fonds des Volkerbundsrates vorgeschossen werde. Da auf diese Weise der Betrag sogleich zur Verfügung gestellt werden kann, wird die Einsetzung der Expertenkommission noch während der jetzigen Tagung des Völkerbundsrates möglich gemacht- Es ist daher wahrscheinlich, daß die Expertenkommission, die die Entschließung der Versammlung in der Frage der Koordinierung der Aus vvandererschutzein richtungeil prüfen soll, schon in den nächsten Wochen ernannt werden und Ende Oktober oder Anfang November ihre Arbeiten beginnen wird. Der Völkerbundsrat wird dann anläßlich seiner nächsten ordentlichen Tagung im Januar 1936 auf Grund des Berichtes und der Empfehlungen der Expertenkommission endgültige Beschlüsse betreffend den Auswandererschutz fassen können. Hauptschriftleiter: Dr. Robert Weltteil, Ikr.iu - LhailolKnburg 9 (verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: k'111 1. o c * c 11 s I e i n, Berlin W 15. Anzeigcnlcifcr und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Kinn, Berlin-Tempdh«(. Gültig: Atizeigen-Preisliste 3 vom 1. September 1935. Verlag und Anzeigen• Verwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestmlie 1°■ D.-A, Sept, 39 137.— Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Scfaöneberg•