Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 78 (27.9.1935)
- Date
- 1935-09-27
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 78, 27. IX. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 19 Feiertage in Jerusalem Die Tage der Vorbereitung zu den Hohen Feiertagen fallen hl Erez Israel in die heißeste Zeit des Jahres. Der Boden ist ausgedörrt von der langen Hitze, keine Gräser, nur Dornen und Disteln sind weit und breit zu sehen. Besonders der Weg Jerusalem—Hebron gleicht einem Weg in die Wüste; man fahrt durch öde Feisenlandschaft; fast völlig ohne menschliehe Ansicdlungen. Nur ganz selten sieht man arabische Dörfer und versteckte, verheißungsvolle Anfänge jüdischer Kolonisation in den südlichen Bergen Judäas. Und auf dieser Straße ziehen nun Jetten Tag im Monat EUul Scharen, Greise aus dem ״Alten Jischuw“, Schulklassen; die Orientalen kommen mit ihren Familien. Sie alle wollen im Ellul zu den קבר אברח gehen, die Gräber der Väter und Mütter besuchen. V.-er Wochen vor Roscli Haschanah beginnen die Tage, die dem jüdischen Menschen seit jeher zur inneren Einkehr, zur Vorbereitung für die heiligen Tage gegeben sind. An ihnen erneut sich nach der Tradition in jedem Jahre das Geschick des Menschen, das dieser jedoch entscheidend durch seine Vorbereitung, durch Umkehr und Neugestaltung seines Lebens mitbeeinflussen kann. Der Besuch an den Gräbern der Stammväter ist nicht als eine Wallfahrt zu Heiligen gedacht, auch soll man nicht zu ihnen beten, als Fürsprecher nur werden sie angerufen. Ihr Verdienst soll, falls die Kraft der Umkehr bei dem Einzelnen nicht stark genug ist, den Kindern an dem für sie entscheidenden Tag beistehen. Jeder aus dem alten Jischuw Jerusalems besucht Hebron im Monat Ellul, aber auch viele aus dem ganzen Land und viele Fremden. Manche der Frommen benutzen für die Fahrt nach Hebron nur die billigeren arabischen Autos, weil sie die jüdischen Autobusse, die angeblich auch heute die Schabbatruhe nicht immer richtig beachten, boykottieren. Leider werden hier wieder wirtschaftliche und religiöse Motive, oft — aber nicht immer — ohne Absicht, verbunden, wobei das religiöse Moment dabei nur zu leicht diskreditiert wird. Wir halten zunächst bei dem schlichten Gebäude, das der Mutter Rachel auf dem Wege vor Betlehem gewidmet ist. Es ist nicht sicher, ob dieser Ort den historischen Platz des Grabes darstellt. Die völlige Einfachheit und Schmucklosigkdt des Grabes und des Gedenksteines, an den Juden iahrhunderte hindurch, in jeder nationalen und persönlichen lot, ihre Lippen in inbrünstigem Gebet gedrückt haben, wirkt besonders stark. Es ist der einzige heilige Platz im Lande, der den Juden gehört. Lichter brennen dort, Gebete werden fesagt auf den Namen von Juden aus allen Ländern, weil auch eute noch allen Rachel die Mutter des Volkes bedeutet, wie früher, als nach der Aggadah die Kinder Israel nach Babylonien in die Verbannung zogen und die Mutter Rachel auf dem Wege ihrer harrte. Die hierauf bezogenen Verse Herein. 31, 9) bilden den Mittelpunkt der Haftarah des zweiten Rosch Haschanahtages. ln Hebron, wo heute nur ganz wenige Juden wohnen, sind es zwei Orte, zu denen die Juden pilgern, die Höhle Machpelah und קבר אחים die auf einem Berge befindliche Gräberreihe der 58 bei den Unruhen vor sechs Jahren Erschlagenen. Frauen aus dem alten Jischuw, die genau so wie die Männer die Gräber besuchen, erzählen uns noch heute erregt die Einzelheiten des Gemetzels, bei dem ein Teil der Angehörigen der berühmten nach Hebron übersiedelten Slobod- Köer Jeschiwa getötet wurde. Es sind einfache, nüchterne Steinplatten aut dem Hügel, die die Gräber der Rabbonim, Bacliurim und Frauen bezeichnen. Ein kleiner, zwölfjähriger innge, Sohn des Scliamasch, einer der wenigen Uebriggcblieenen der Hebroncr Gemeinde, die als Wächter der Gräber geblieben sind, führt uns. Er — wie viele andere aus dem alten Jischuw — ist schon seit drei Jahren in Tel-Awiw in der Lehre und muß dort Geld verdienen. Seit Jahrhunderten ist den Juden der Eintritt in die Höhle Machpelah verwehrt. Sie dürfen nur bis zur siebenten Stufe hinaufgehen, und wehe der jüdischen Frau, die nichtsahnend höher klettert, um — wie viele es tun — ihre Bitten auf Papieren in die Ritzen der Mauer hineinzustecken. Der arabische Polizist vertreibt sie sofort. Auf den unteren Stufen sammeln sich die vielen jüdischen Besucher, die während dieses Monats in ununterbrochenem Strome die Gräber der Väter besuchen. Es sind Juden aus allen Ländern, die sich hier treffen. Besonders die Sfardim bringen ihre Familien, oft auch die Säuglinge, mit. In die Ritzen werden oft Geldmünzen und andere, wertvolle Gegenstände gesteckt, gewiß eine Verzerrung der eigentlichen Bedeutung des Gräberbesuches. Am Rosch Haschanah und Ercw-Jom-Kippur besuchen alle luden den ״K o t e i 111 a a r a w i“. Am Wochentag und Schabbat, noch mehr natürlich an den erwähnten Tagen, bilden sich fast ununterbrochen Minjanim, eins neben dem andern, vor den hohen Steinen, ohne daß sie sich gegenseitig stören. Während in dem einen Mussaf gebetet wird, mag ein anderes Minjan bereits mit Mincha beginnen. — Sfardim mit Aschkenasim, Chassidim, Uuchanm, Temattim in demselben Minjan; doch bilden sie auch oft besondere Minjanim. Alle in ihren eigentümlichen Trachten, auch die Frauen, so daß besonders am Rosch Haschanah der überfüllte Platz vor dem Kofel ein ungeheuer farbenreiches Bild bietet. Ueberhaupt ist es für das jüdische Leben Jerusalems charakteristisch, daß es zwar eine Unzahl von Bäte hamidrasch, Lernhäusern, die auch zum Beten dienen, gibt, auch viele Betstuben, aber eigentlich keine größere Synagoge, vielleicht abgesehen von der ״Churwa“, der alten Synagoge in der ludenstraße der Altstadt, die den Namen des R. Jehuda hachassid trägt. Aber diese Synagoge, die als die Haupt- Synagoge der aschkenasischen Juden gilt, ist mehr ein Ziel für Touristen, sie ist als Bethaus recht wenig besucht, mit Ausnahme der wenigen Tage, da Raw Kuk dort zu predigen pflegte. Es kommt oft vor, daß eine ganze Reihe Synagogen in einer kleinen Gasse und sogar mehrere in einem Hause sind. In Mea Schcarini gibt es sogar eine Gasse, die aus lauter Synagogen besteht, und vor denen allabendlich immerzu nach einem ״Zehnten“ (zum Minjan) gerufen wird, um Beter anzulocken, obwohl oft erst zwei oder drei Beter versammelt sind. Wenn man an den Hohen Feiertagen durch die Straßen der jüdischen Viertel Jerusalems geht, so kann inan von allen Seiten laute Stimmen im Gebete hören, aus fast jedem Hause die Töne des Schofars vernehmen. Am Vorabend des Rosch Haschanah und des Jom-Kippur bieten die Straßen Jerusalems ein besonders feierliches Bild. Auf den Straßen strömen von allen Seiten in verschiedene Trachten gekleidete Männer, Frauen und Kinder in die Bethäuser. Besonders fallen einem die weißen Gewänder und Kniehosen mit den aus Rußland mitgebrachten Straimlechs (weite Pelzmützen) der Chassidim und die bunten Seidengewänder der bucharischen Männer und Frauen auf. Auch in den Synagogen ist das Bild ein recht abwechsclndes. Bei den sefardischen Gemeinden, auch bei den Bueharen, herrscht eine recht würdevolle Atmosphäre. Die Synagogen sind meist, besonders bei den Bueharen, reich ausgestattet. Mehrere breite Arone Hakodesch, oft prächtig geschmückte Sifre Thora, die anders als bei uns in einen hölzernen Kasten gelegt sind, aus dein dann gelesen wird. Die Bänke befinden sich an den Wänden, so daß die Gesichter zueinander gekehrt sind. Die Mitte des Raumes bleibt frei, nur die Rima, der Ahneinor, wo aus der Thora vorgelcsen wird, stellt dort. Es ist die alte jüdische Synagoge, deren Architektur bereits zum Ausdruck bringt, daß der Schwerpunkt innerhalb des Kahall liegt, in deren Mitte die Thora gelesen wird. Der Kahal wird erhoben durch die gemeinsame Ausrichtung nach dem anderen Mittelpunkt, außerhalb und über der Gemeinde, dem Aron. Auf Grund dieses gemeinsamen Ziels entsteht das Miteinander der Gemeinschaft. Auf den Bänken sind weiche Polster oder Decken, auf denen man nach orientalischer Art sitzt oder liegt. Oft findet man farbenprächtige Parochet vor den Thoraschränken und wertvolle Teppiche auf dem Fußboden der Synagoge. Die Bueharen tragen kostbare, seidene Gewänder unter ihrem Talifli und bunte Käppchen. Es ist streng verpönt in allen sefardischen Gemeinden, während des Gebetes zu sprechen, der Chor — meist ein Kinderchor — wirkt ausgezeichnet, und auch sonst herrscht eine vortreffliche Ordnung. Aelinlich sieht es bei den Jemeniten aus, nur nicht so reich, auch die Betstuben sind viel kleiner, die Schuhe werden draußen gelassen, und barfuß oder in Strümpfen sitzen sie mit ihren Füßen auf den gepolsterten Bänken. Fast alles wird in ihren eigentümlich-näselnden Niggunitri gesungen, die wie arabische Gesänge anmuten. Auch ihre hebräische Aussprache ist anders als die der anderen Sfardim. (Das Kamaz ist bei ihnen wie bei uns o, das Ssegol ziemlich a, das ajin sprechen sie hörbar, das tavv mehr als ein englisches tli usw.) Fast alles wird bei ihnen gesungen, besonders — wie in den anderen Gemeinden — von den Kindern. Abends nach dem Kol-nidre-Gebet singen sie im Wechselgang die ganze Mischna ioma (der Traktat, der den Opferdienst im Tempel am Jomjppur beschreibt), mittags nach Mussaf den wunderschönen ״Keter nialchut“ des Sal. ibn Gabirol (in unseren Machsorim nach Kol nidre zu finden). Auch das ״אל מלך יושב -Gebet singen sie sehr schön. Ihre Synagogen duften am Jom-Kippur, da sie immer wieder wohlriechende grüne Blätter gebrauchen. Steifer wirkt es in den eigentlich sfardi sehen Synagogen unter anderem in den sechs unterirdischen Synagogen, die alle ineinander führen und den Namen des R. Jachanan b. Sakkai tragen. Völlig anders geht es in den vielen aschkenasisehen, ungarischen oder polnischen, chassidischen Minjanim zu. Die Synagogen sind viel schmuckloser, die Bänke wie bei uns parallel zueinander auf den Aron hakodesch zu gerichtet. Es ist viel ungeordneter bei ihnen. Ein lautes Schreien, und nur selten, oft nie, ein wirklich geordneter Gesang. Die Kinder dürfen während des Gebetes im Betraum spielen, zwischen den Reihen, oft auch auf dem Platz vor dem Aron hakodesch. In einer der repräsentativsten aschkcnasischen Synagogen entspann sich vor dem Aron hakodesch während der Mussafgebcte ein Kampf unter den Kindern um die פתיחה (Oeffnung des Aron), ohne daß die Aelteren einschritten. Würdig geht es in einem aschkenasischen Bethause zu, das zugleich stärkste verinnerlichte religiöse Atmosphäre atmete, cs ist das große Minjam der seit den Unruhen in Jerusalem befindliehen Hebroncr Jcschiwa, in dem aber viele andere, besonders auch viele jüngere Juden aus Deutschland, beten. Ohne ausgeprägte Formen, ohne Chor entsteht eine selbstverständliche, innere Ordnung, ein gemeinsames Beten und Singen. Die Lehre des ״Mussar“, jener litauischen Strömung, die neben eiern verstandesmäßig betonten Lernen die Konzentration des Einzelnen vor allem auf die fortwährende Kontrolle und Gestaltung der eigenen Gefühle und Handlungen lenkte, prägt sich in den ernsten, außerordentlich geistig geformten Gesichtern der Lehrer und Bacliurim aus. Die dem Rosch Haschanah und Jom-Kippur eigentümliche Verbindung von Ernst und Freude in der Zuversicht auf Erltörung und auf die Kraft der eigenen Umkehr und des Neubeginncns kommt hier am stärksten zum Ausdruck. Einer der Lehrer unterbricht das Gebet mit einer von allem Pathos freien Besinnung über den Gehalt des Tages, die zugleich unaufdringlich in stärkster Weise an den Einzelnen appelliert. Eine gewisse Zeit hindurch dient darauf zur inneren Sammlung — immer mit Nigguiiim. Es wird vieles nicht gesagt, aber das kürzere gemeinsame Gebet erhält hier stärkste Wucht. Außerdem haben die Juden aus Deutschland einige besondere Minjanim gebildet, die die .Gebetsweise aus Deutschland unverändert hier übernommen haben, Wie an jedem Schabbat und an den Feiertagen, findet auch vor dem Kotei maarawi am Jom-Kippur ein Gottesdienst statt. Wie erinnerlich, war der Gottesdienst an den Hohen Feiertagen an diesem Platze seit einer Reihe von Jahren Aulaß zu Streitigkeiten mit den Arabern. Der Aron hakodesch darf jetzt nur an diesem einen Tage cor dem Kotei angebracht werden, aber keinerlei andere Geräte oder Stühle dürfen benutzt werden. Seit einigen Jahren wird nun von revisionistischcr Jugend — leider fallen auch manche Religiöse darauf hinein — der Versuch gemacht, unter religiösem Deckmantel eine ״nationale“ Demonstration aufzuziehen und trotz des Verbotes nach Ausgang des Neilagebctcs den Schofar zu blasen. Es ist Sitte, daß sehr viele Juden, die in anderen Synaagogen beten, zur Neila zum Kotei gehen. Leider hat mm infolge dieser Demonstrationen der Platz in der weihevollen Ncilasfunde ein merkwürdiges Aussehen. Der Platz ist überfüllt, man sicht Juden aus allen Ländern, alle Typen und Trachten, auch viele nicht Ocsetzestrcue, besonders Chainzim. Daneben aber •erscheinen viele englische Polizisten in Uniform, noch mehr ohne Uniform als Kriminalpolizisten über den ganzen Platz verteilt. Auch eine Reihe vornehmer Araber finden sich ein; außerdem viele Neugierige. Es herrscht eine Gewitterschwüle über dem Platz. Man fühlt: diese Stunde, die wie keine andere im Jahre voll stärkster innerer Geladenheit ist in dem leidenschaftlichen Versuche, durch die Kraft der inneren Umkehr das Schicksal imratgesfalten, wird hier von verschiedenen Seiten zu einer sinnlosen Machtprobe mißbraucht. Man wartet auf diesen einen Augenblick, da mit dein Ende der Neila traditionsgemäß der שופר herausgezogen wird und der lange letzte Hall ertönt. Man wartet, daß von irgendeiner Seite trotz des Verbotes die theatralische Demonstration unternommen wird. Und wirklich: kaum ist es so weit, so versucht ein Betarist, diese ״Heldenrolle“ zu spielen. In demselben Augenblick stürzen sich von allen Seiten die englischen Geheimpolizisten aut ihn, und er wird ahgefiihrt. Ein wilder Knäuel entsteht; erregte Diskussionen, ln der Ecke wird unentwegt Maariw gebetet. Die Morgenzeitungen dürfen von einer neuen Szene an der Klagemauer melden, Trotz der vielen, vielen Minjanim Jerusalems muß man die traurige Feststellung machen, daß mit wenigen, erwähnten Ausnahmen eine wirklich religiöse, jüdische Atmosphäre, eine innere religiöse Glut kaum irgendwo anzutreffen ist. Man darf wohl ohne Uebcrtreilnmg sagen, daß die großen Syn• agogen im Osten, aber auch in Deutschland an den Hohen Feiertagen einen wesentlich geschlosseneren und Wirkung» volleren Eindruck boten als es hier der Fall ist. Es gilt für den Alten wie besonders für den Neuen Jischuw und die chaluz.ische Einwanderung fast ohne Ausnahme: daß die Tage, die wie keine anderen im Jahre charakteristisch für das Judentum sind, iebensmäßig keine Resonanz finden. Man ist viel zu sehr entweder vom Leben abgesehniiteii oder mit den Sorgen und Problemen der Wirtschaft beschäftigt, viel zu sehr im Rausche des Aufbaus, in der Stadt und auf dem Lande, als daß die Energien frei sein würde« für innere Rechenschaft, für ein tiefes inneres Erleben, wie cs in der üola —- allerdings in schärfstem Widerspruch zum Alltag — selbst der dem Judentum Entfremdete hie und da haben konnte. Man spürt manchmal, daß doch irgendwie auch diese Tage gestaltet werden müssen, aber im Grunde weiß man doch mit ihnen nichts anzufangen. Hier liegt eine der tiefsten Fragen des jüdischen Aufbaus beschlossen. Erich Rosenblütb Die Erschließung der Haifa ־ Bay Jerusalem, 23. September.! I FA.) Das Hauptbüro des jüdischen Nationalfonds weist in einem Bericht auf die erheblichen Fortschritte der Erschließung des E tn e k Scb U Ion (Haifa-Bay) auf Grund des von dem Sachvcrstiiiidigen für Städtebau, Prof. Abeicroinbic, entworfenen Pianes hin. Es wurden Vertrage betreffend die Errichtung von 53 Fabriken abgeschlossen; von diesen sind 27 bereits fertiggestellt oder im Bau. Noch bemerkenswerter sind die Fortschritte in der Wohnzone. In der nach 1 )r. Chaim Ariosoroff benannten Arbeitersiedlung Kirjath Chaim wurden 800 Wohnungen für Arbeiter ge.-chaffeii. In K i r j a 111 Motzkin wurden die ersten mindert 11 aus er fertiggestellt und mehrere hundert weitere Heimstätten werden im Laufe des Jahres geschaffen werden. 150 Ilatiser wurden in Kirjatb Bialik gebaut; für die Erweiterung dieser Siedlung wurde neuer Boden hercitgestellt. Fenier wurde Boden zugeteilt für die Schaffung einer v-nrstädtischen Siedlung für Misrachi-Arbeitcr und für eine Siedlung für Einwanderer aus Saloniki. Die Pläne für die Jerusalemer Universitätsklinik Jerusalem, 23. September. (JTA.) Die Plane für die Rothschiki-Hadassah-f iniversilätsklinik auf dem Skopusbcrg sind ferliggestellt. Der Entwurf des Aichitckten Erich Mende Iso 11 11 wurde den Baukomitecs in Jerusalem und Amerika zur Bestätigung vorgelegt. Im Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nach den vorliegenden Plänen soll in einem der drei vorgesehenen Pavillons eine gynäkologische Klinik untergebradit werden, das Hauptgebäude soll die Abteilungen für innere Medi/in, KinderkranKheitcn, Dermatologie, Neurologie und Chirurgie, sowie eine Lungenheiistättc aufuehmen. Der dritte Pavillon schließlich ist für das ärztliche Fortbildungsinstitut aut den Namen von Dr. Ratnoff bestimmt. An der Deckung der Bau kosten beteiligen sich die Hadassah, das Komitee der jüdischen Aer/te Amerikas und ein Spezialkomitee für die Universitätsklinik. Außerdem wird der aus dem Verkauf des Gebäudes, in dem das Rothschild- Krankenhaus bisher untergebradit war, zu erwartende Erlös dem Baufonds zugeführt werden. Auch die Palästina-Regierung hat versprochen, sich mit einen! gewissen Betrag an den Baukosten zu beteiligen. Kurze Nachrichten Bürgermeister Meir I) i /. engo f f ist am 22. Septemher nach einem mehrmonatigen Kur- und Erlioiungsaufenthalt in der Schweiz wieder in Tel-Awiw eingetroffen. In Tel-Awiw fand eine Besprechung palästinensischer Bankiers, Industrieller und Virtorhaft-huhrer statt, in der planvolle gemeinsame Maßnahmen zum Schutz der palästi• nensisclien Wirtschaft gegen vom i f a I i e 11 i s e h - a b es si• ni sch cn Konflikt ausgehende Storungen erwogen wtirden. Die Konferenz war von dein Vi/ebürgcnneister von Tel-Awiw, Israel R o k e a c 11, eini 10mfen worden. Allgemein wurde die Ueber/eugung zum Ati.-druck gebracht, daß Palästina von den zu erwartenden Eiifwicklmigen nicht 15 e troff e 11 werden würde. In der Repräsentanz der Jerusalemer judi-chcn (icmeunle hat eine Beratung statfgefumlen, ,110 der Frage der Fitisei/nitg eines a u t o r i t n t i v e 11 j u <1 i s c 11 e!1 r e 11 g i ü s e 11 R ,11 s f ii r Erez Israel gewidmet war. Die Beratungen über diesen Gegenstand werden fortgesetzt. Fs wird mitgeteilt, daß die Palästina-Regierung demnächst ein Gesetz über die Kompetenzen der religiösen Rate \ eröffentlicheii wird. Wie das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds mitteilt, ist das Mitglied 11er Exekutive der Jewi.sh Agency, David Ben (1 u r i o 11, an Stelle des zurücktretenden Direktorium-Mitglieds Entanuel Nctimanrt /um Mitglied des I)irektoriums des Keren K'ajeineth gewählt worden. Todesfall. In Tel-Awiw starb nach kurzer schwerer Kranklieit der bekannte Augenarzt und frühere Professor der Augenheilkunde au der Berliner Universität Dr. Georg Levinsohti, der durch eine ungewöhnlich große Zahl seiner wissenschaftlichen Arbeiten bekannt geworden ist. Lcviusohn war einer der rührigsten wisscnsdiaitlichen Arbeiter in der Berliner Augeiiärzteschaft und auch in der ,,Deutschen Ophthalmologischcn Gesellschaft“. Von seinen zahlreich«! wissenschaftlichen Forschungen sind eine ganze Reihe Allgcmeingut der Wissenschaft geworden, so sind erst in der letzten Zeit wieder seine Untersuchungen über die Ursachen des sogenannten Grünen Stars (Glattcoin) von vielen Seiien bestätigt worden. Seit vielen Jahren schon beschäftigte ihn das Problem der Kurzsichtigkeit, worüber er eine eigene Theorie aufgestellt hat. Er verteidigte diese Theorie, die anfangs von manchen Seiten stark angegriffen wurde, inif dein ihm eigenen Temperament, wie er stets im wissenschaftlicSien Leber! seine Anschauungen zäh und energisch zu vertreten gewußt hat; noch kurz vor seinem plötzlichen Hittsdieklen hatte er die Befriedigung, daß seine Forschimgen von hervorragender japanischer Seile bestätigt worden sind. Seit Oktober 1933 wohnte und praktizierte er in Tel• Awiw, wo seine temperamentvolle Persönlichkeit bald einen großen Kreis von Freunden und Kollegen um sich scharte. Dr. Shalotn H i 1 d es 11 eimej (Schluß des Palästina-Teils) lOI ■tKaufhaus Im Hansaviertel 11 seit 80 Jahren hn Familienbesitz Max Giesen YarmstraBe 42 Eck• Oltfanbargar Strafte