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Jüdische Rundschau · 1935-09-27 · Heft 78 (27.9.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 78 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 78. 27. IX. 1935 Abschied und Wiedersehen Ein Wort an den Str&Benkäufer der ״J« R.“ Mit der heirtig-en Nummer verabschieden wir uns von (einem Leserkreis, der in den letzten Jahren einen großen Umfang angenommen hatte, nämlich von all denen, die die ״Jüdische Kundscha u“ bisher im Einzelhandel gekauft haben. Wir glauben jedoch nicht, daß cs sich hierbei um einen wirklichen Abschied handelt. Ein sehr großer Teil dieser Leser ist bereits in den letzten Wochen unserer Aufforderung nachgekornmen, sich die Lektüre der ״Jüdischen Rundschau“ und die Quelle der Information, die sie bietet, durch die Aufgabe eines Abonnements zu sichern. Wir meinen, daß auch der Rest, der dies bisher noch nicht getan hat, in den nach« toi Tagen in unsern Abonnentenkreis eintreten wird, damit bei ihnen in dem Bezüge unseres Blattes keine Unterbrechung eintrijt. Die Juden in Deutschland, deren Leben heute in den wesentlichsten Bezirken durchaus unter jüdischen (iesiehtspuiikten stellt, können die Lektüre unseres Blattes nicht mehr entbehren. Ah einzige zweimal vvöchentlieh erscheinende jüdische Zeitung in Deutschland informiert sie über alle Fragen des jüdischen Lebens hier und in den Landern der Welt aufs beste, gibt über die bloße Vermittlung von Nachrichten hinaus stets eine Analyse der Situation und ist so ein Führer durch das Cieschehen unserer Zeit, das für den Juden täglich neue Entscheidungen mit sich bringt. Dazu kommt, daß die ״Jüdische Rundschau“ über Palä* stina und das Aufbauwerk, das dort durchgeführt wird, aufs eingehendste informiert und die Frage der Einordnung von Juden aus Deutschland in den Neuaufbau des Landes studiert. Zu diesen beiden Hauptgebieten, die den Inhalt unseres Blattes ausmachen, gesellen sich Beiträge aus allen anderen Bezirken des jüdischen Lebens, besonders auch aus den Gebieten des kulturellen und literarischen Schaffens, die in einem umfassenden Unterhaltungsteil dem Leser nahe gebracht werden. Wir hoffen daher, daß diejenigen unter unsern Freunden, die die ״Jüdische Rundschau“ bisher von Nummer zu Nummer einzeln erworben haben, noch am heutigen Tage ihr Abonncment aufgeben werden und sich zu diesem Zwecke des in der heutigen Nummer eingedruckten Bestellscheines bedienen. Sie erhalten sich damit das vornehmste Mittel, um in den Rhythmus des jüdischen Lebens einbezogen zu bleiben, an ihm Anteil zu nehmen und ihren eigenen Weg in dieser Zeit zu finden. Eine Liquidationsbank für jüdische Geschäfte? Der ״Wirtsduftspolitische Dienst“, Sonderdienst der ״Nationalsozialistischen Partei korrespondenz“, bringt unter der Ucberschrift: ״Wenn Juden auswandern wollen... Die L i quid a t ion s ban k zur Erleichterung der Ucbernahtne jüdischer Geschäfte“ einen Aufsatzj in dem erklärt wird, 1933 seien zahlreiche nichtarische industrielle und geschäftliche Betriebe zum Verkauf angeboten worden. 'Infolge Kapitalmangels habe aber keine entsprechende Nachfrage geherrscht. Nach einem Hinweis aut die Rückkehr eines Teiles der Amewanderten und auf die neuen Maßnahmen in der udentrage heißt es u. a. weiter: ״Das mag der Grund dafür sein, daß jefit. wieder ein *«- nehmender Wunsch nach Auswandc rs n g im Judentum fesUustellen ist, der sich in einem stärkeren Liquidationsdrang der nichtarischen Unternehmungen äußert. Die Ursache ist neben dem Wunsche nach Auswanderung wohl auch in der ׳dauernden Abnahme des Kundenkreises zu suchen, die auf die Da^er das Unternehmen unrentabel machen muß. Wir haben Einerlei Veranlassung, uns dieser Entwicklung in den Weg za stellen, iioch wird man Sorge tragen müssen, daß;die Mängel der ersten Liqaidations-Periorie nicht wieder auftreten.j Wenn der Jude den Wunsch hat, Deutschland tu verlassen, so müssen wir Ihm die Durchführung dieser Absicht erleichtern, d. h. wir müssen Ihm die Liquidation seines geschäftlichen Unternehmens möglich machen, und *war In einer lür beide Teile befriedigenden Weite. Grundsatz dabei muß sein, daß es sich um wirkliche Verkäufe handelt, nicht um Scheinverkäufe, die nur der Tarnung des Judentums Vorschub leisteten. Dazu gehört Kapital. Die Beschaffung dieses Kapitals ist also die Kernfrage. Ein Weg wäre der, daß man eine ״Auflang-Gesellschalt“ ins Leben ruft, sei es, daß sie von Grollbanken gegründet wird oder sei es, daß die Bank der Deutschen Arbeit selbst die Gründung in die Hand nimmt, was organisch zu ihr ausgezeichnet passen würde. Die Aufgabe der ״Auffang - Gesellschaft“ wäre nun eine zweifache, einmal tüchtigen arischen Kaufleuten das Geld vorzuschießen, das sie zum Kaui eines jüdischen Unternehmens benötigen, zum zweiten sollen sich jüdische Unternehmen, die verkaufen wollen, an sie wenden können, daß sie ihnen Käufer nennt, die sic selbst für geeignet hält. In beiden Fällen kommt es natürlieh darauf an, daß der neue Erwerber tüchtig und zuverlässig ist und daß das zu kaufende Geschäft gesund ist. Wenn man noch weiter gehen will, dann könnte die ״Auffang - Gesellschaft“ auch auf eigene Rechnung liquidationsweise Jüdische Unternehmen kauien, wobei der Umstand, daß der zum Verkauf bereite Nichfarier eine solvente Bank oder Gesellschaft vor sich hat, von der er rasch sein Geld bekommt, sich in einer noch weitergehenden Ermäßigung des Kaufpreises auswirken müßte, schon auch deshalb, weil der Verkäufer sich keine Sorge zu machen braucht, um einen Käufer zu finden. Dies tut Ja in diesem Falle die Gesellschaft. Das so erworbene Unternehmen bleibt bis zur Erlegung des Kaufpreises einschließlich einer angemessenen, aber so knapp als möglich gehaltenen Verzinsung Eigentum der Gesellschaft. Das Unternehmen erhält das Recht, für sich eine bestimmte jährliehe Entnahme zu machen, während der gesamte Reingewinn an die Gesellschaft fließt als Tilgung der vorgelegten Kaufsumme. Da diese, wenn man bisher bekanntgewordene Verkäufe zur Grundläge einer Berechnung macht, sich durchschnittlich zwischen 20 000 bis 40 000 RM bewegt (für 40 000 RM sind schon größere Unternehmen m haben), kann das Unternehmen bei guter Betriebsfühmng und nicht zu hoch gespannten Privatbedürfnissen in wenigen Jahren Eigentum des neuen Erwerbers sein.“ Die ״Deutsche Al lg. Zeitung“ vom 24. September bemerkt hierzu folgendes: ״Dieser Vorschlag ist ein bemerkenswerter und ernsthafter Beitrag zur Lösung des Problems der Juden im deutschen Wirtschaftsleben. Es wäre darüber hinaus noch zu untersuchen, inwieweit es den Juden, die ihr Geschäft in Deutschland verkauft haben, gestattet sein soll, einen Teil des Erlöses ins Ausland zu bringen, um sich dort eine neue Existenz zu gründen.“ Der Oesterreichisehe Skiverband hat, wie das ״Salzburger Volksblatt“ mitteilt, in einer Vertreterversammlang in Salzburg einstimmig beschlossen, den Arierpara* g r a p 11 e n einzuführen. Jüdischer Leica-Spezialist entwickelt, kopiert, vergrößert und sendet bienen 24 Stunden firanko Nachnahme wieder zu: Walter Staadeckar» KSln« ScMafcterpl. 10 Die Ausführungsbestimmungen der Reichsbürgergesetze Die ,.Nation;)’ ,ozialistische Parteikorrespondenz“ teilt arn 24. September mit: ״Heute fand in München wieder eine Führertagung der Partei statt. Sie wurde einberufen, um die Amtsleiter der Bewegung in Kenntnis zu set/cn von den Ausführungsbestirnmungen der neuen Reichsbürger gesetze. Nach einem Vortrag Dr. Wagners, der die erbbioloßisehen Grundlagen der neuen Verordnungen beleuchtete, sprach der Führer selbst über die grundsätzlichen Seiten des in Frage stehenden Problems. Rudolf Heß beendete die Zusammenkunft mit einem ,Sieg Heil‘ auf den Führer und mit einem Dank für die in den neuen Verordnungen geleistete Arbeit.“ jgj5׳ Juden in der Fllmwirtschaft Aut dem Lehrgang der Fachschule für Filmtheaterbesitzer sprach, wie wir bereits berichteten, Oberregiertingsrat R a e t h e r. Früher seien, so sagte er nach einem Berieht iin ״Angriff״, SO bis 90 «,0 Juden i!n Filmverleih und der Filmproduktion gewesen, unter den Filmtheaterbesitzern aber die wenigsten Juden des ganzen Filmwesens. Heute sei die Sache so, daß der Verleih und die Produktion schon fast ganz jtulcnfrei seien, während unter den Theatcrbcsitz ern «och 143 Juden seien. Aber bis zum 3. Dezember werde auch hierin Wandel geschaffen werden. ln der Filnikörpcrschaft seien heute keine Juden mehr. Wenn Sie auch trotz Aufhören des Einzelverkoufs unsere Zeitung an jedem Dienstag und Freitag nach dem 1. Oktober 1935 regelmäßig lesen wollen, müssen Sie bei der Vertriebsabteilung oder bei Ihrem Postamt bzw. bei Ihrem Briefträger ein festes Abonnement bestellen. Wir hoffen und erwarten von unseren ständigen Lesern, daß sie uns helfen und ihre Freunde und •Bekannten hierzu veranlassen. Nur durch Abonnement Aus der evangelischen Kirche Bei der ersten Reichskirchentagung für Niederdeutschland, die in Bremen abgehalten wird, sprach, wie die ״Bremer Nachrichten“ melden, u. a. Vizepräsident Hahn (Hannover) über die Lutherschrift ״Von den Juden und ihre Lüge n“, die in fast allen Gesamtausgaben der Luthersehen Werke fehlen. Er betonte, daß er nicht als Theologe und Wissenschaftler spreche, sondern als Nationalsozialist and luthe- HAN DS CHU H AL ED E R *r, aSlW. Sini*״?׳*!! •' •Bacharacf!;׳ Berlin m' rischer Christ. Beides sei unzertrennlich miteinander verbunden. Von der Beantwortung der Judenfrage hänge die Zukunft der deutschen Nation ab. Der Redner stellte anschließend die Frage, ob die Kirche eine Volkskirche sein solle. Für die Volkskirche sei Voraussetzung, daß die deutsche Reichskirche alle evangelischen Christen arischer A b s t a mmung umfasse und eiaß die evangelisch getauften Juden in juden-christlichen Gemeinden zusammengefaßt würden. Landesbischof Lic. Dr. Weidemann gab bekannt, auf Veranlassung des Reg. Bürgermeisters Heider werde die Schrift ״Von den lüden und ihren Lügen“ im Herbst von der Historischen Gesellschaft Bremen im vollen Wortlaut herausgegeben werden. __ Keine nichtarischen Reichsbahnbeamtexi mehr ״Der Stürmer“ Nr. 39 meldet: ״Wir erfahren soeben, daß die Reichsbahnhauptverwaltung vom 18. September 1935 ab sämtliche nichtarische Beamte außer Dienst gesetzt hat. Der Stürmer nimmt diese Verfügung mit großer Befriedigung zur Kenntnis. Wir hoffen, daß die vielen Klagen über jüdische Beamte in der Reichsbahn damit hinfällig geworden sind.“ Der Völkerbundsrat erledigte am Montag nachmittag in öffentlicher Sitzung die auf der Tagesordnung stehenden Danziger Verfassungsbeschwerden gemäß den Vorschlägen des englischen Berichterstatters. Der Rat nahm besonders von dem Gutachten des Juristenausschusses über das Ermächtigungsgesetz, die Betätigung der verschiedenen Verbände, das Presseregime und die Stellung der J u ־ den Kenntnis. können Sie inZukunft unsere Zeitung in Deutschland beziehen, weil uns der öffentliche Verkauf durch den Präsidenten der Reichspressekammer ab!.Oktober 1935 verboten wurde. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU!st das einzige jüdische Blatt in Deutschland, das zweimal in der Woche, und zwar an jedem Dienstag und Freitag, zur Ausgabe gelangt. Portofrei 1». ohne weitere Zustellkosten für nur ' RM 2,- monatl. r״“^ Neu hinzetretende Bezieher erhalten kostenlos auf Wunsch die bisher erschienenen Teile des Romans: Ewer Hadani, Das Werk im Oedland. Bitte ausfüllen und ausschn*׳den, dann in einem Umichiag schicken mmm an dto JÜDISCHE RUNDSCHAU, BERLIN W 15, Meinekestr. 10 —יי■ Senden Sie mir von sofort an laufend die JÜDISCHE RUNDSCHAU für 2 Reichsmark monatlich frei ins Haus, Die Bezugsgebühren für Oktober - RM 2 - überweise ich Ihnen noch heute. Postscheckkonto für Berlin! Berlin 71573; fürs Reich: Berlin 17392 NAME GENAUE ADRESSE DATUM! Süte flau spuckt: Nicht überraschend und doch erschütternd trifft uns das Gesetz betreffs der Hausangestellten. Von mancher lieben, treuen Hausgenossin, die uns oft in langen Jahren des Zusammenlebens •wie ein Familienmilgiied nahegostanden ist, die Freud und Leid mit uns teilte, wie wir mit ihr es geteilt haben, werden wir uns trennen müssen. Wir haben weit bittere Trennungen von uns nah- und naehststehender! Mensehen mit Zurückhaltung ertragen müssen. Wir haßen gelernt, vergangene harmonische Stunden mit unseren Mitmenschen, sowie andere verlorene Freuden in einer starken Erinnerung als Positivum durch unser Leben zu tragen und die Leiden’ der Gegenwart mit Selbstüberwindung zu erdulden. Unser Judenscliicksal in ׳Deutschland bedeutet denen von uns, die ihr inneres und äußeres Auge in eine gewisse Weite zu richten vermögen, die Erfüllung jenes Naturgesetzes, das alles Hochhinausrtrcbende in seine naturgegebenen Bahnen zurückdrängt. Ruft uns nicht schon unsere Ahnin Channa, die Mutter des Propheten Samuel aus Jahrtausenden zu: ״Saget nicht immer: hoch hinaus, hoch hinaus! Ein wissender Gott ist ER, ein Gott, der Taten erwägt.“ Noch unsere Großmütter und Urgroßmütter haben zum größten Teil unter schweren Bedingungen ein mühsames, sorgenvolles Leben geführt. Der wirtschaftliche Aufstieg, den durch Fleiß und Ausdauer eine, im Höchstfälle zwei Generationen erreichten, war — im Großen gesehen — auf einer Höhe angelangt, aus der er, weil die Natur weder Stillstand nocii Ueberhöhung duldet, zum Abstieg führen mußte. Das Streben vieler nach irdischen Gütern und imaginären Werten hat sich, wie immer, als unzulänglich erwiesen. Wir können mit stolzem Bewußtsein sagen, daß der größte Teil der Judenheit die Rückentwicklung der bürgerliehen Existenz mit Einsicht hingenommen hat und daß — man sieht es vor allein in Palästina — der zivilisatorische Rückschritt zur kulturellen Regeneration führen kann. In Anbetracht des inneren Wandels, der sich in der in Deutschland lebender! Judenheit vollzogen hat lind im Hinblick auf die mannigfaltigen Opfer, die um dieses Wandels willen in den letzten zwei Jahren gebracht wurden, erscheint es vielleicht schlecht am Platze, des Di enst bot engesetzes an dieser Stelle Erwähnung zu tun. Ein großer Teil jüdischer Frauen hat schon lange zu einer einfachen, arbeitsamen Lebensweise zurückgefunden, und der Verzicht auf eine Haushalthilfe ist in unserem wirtschaftlichen, wie zivilisatorisdien Riickcutwicklungsprozcß das geringste Leid von all den Leiden, die uns in den letzten Jahren widerfahren sind. Aber nicht aus Resignation, nicht deshalb, weil es uns in Anbetracht unserer weit größeren Sorgen nicht mehr viel anfechten kam, ob wir mit oder ohne Haushalthilfe wirtschaften müssen, wollen wir unser Tagewerk beginnen. Freiwillig wollen wir die erschwerten Lebensbedingungen auf uns nehmen. Wir wollen die wenigen uns verbleibenden Haushaltgehilfinnen — die älteren arischen, wie die durch den Auswanderungsdrang der jüdischen Jugend gewiß sehr rar werdenden jüdischen Mädchen — denjenigen Hausfrauen überlassen, die durch Alter, Krankheit oder Berufstätigkeit unbedingt auf Haushalthilfe angewiesen sind. Aber wer mir irgend, und sei es unter Opfern, auf diese Hilfe verzichten kann, sollte es als Ehrensaclie betrachten, seine Arbeit selbst zu verrichten. Unsere in Palästina lebenden Schwestern müssen bei weniger günstigen klimatischen Verhältnissen zum Teil noch schwerer arbeiten als wir. Wir wollen nicht hinter ihnen zurikkstehen. Diejenigen von uns, die nicht nach Palästina auswandem können, sollen beweisen dürfen, daß cs nicht der Hang an Bequemlieh־ keit ist, der sie zurückhält. Und für diejenigen, die früher oder später doch noch auswandern werden, kann die Um- Stellung zu einfacheren Lebensbedingungen und die allmähliche Gewöhnung an größere körperliche Leistung nur von praktischen! Nutzen sein. Auch die Heranziehung der Kinder zur Mithilfe an der Hausarbeit und ihre Gewöhnung an eine einfachere Lebensweise ist vom pädagogischen Standpunkt nur zu begrüßen. Wenn wir vom Hang am Kleinlichen lassen und unseren Sinn auf das Ganze und Große zu richten vermögen, dann werden wir mit innerer Besclnvingtheit an die erschwerte Allfagsarbeit lierangehen. Wir werden unsere Befriedigung darin finden, daß wir und unsere Kinder uns in allen Lagen und alle Schwierigkeiten des Lebens zu schicken wissen. Wir werden zu der Lebenseinstcllung unserer Großmütter und Urgroßmütter zurückkehren. Vieles von dem, was uns unsere Mütter in einer Zeit des wirtschaftlichen Wohlstandes lehrten, werden wir ablegen müssen. Wir müssen verstehen, uns von dem Ballast der imaginären materiellen Werte einer vergangenen Epoche frei zumachen zugunsten der positiven ideellen Werte, die auch das schwerste Schicksal erträglich machen, und die wir —_ ergehe es uns wie es wolle — überall zu jeder Zeit und in [edet Lebenslage in uns tragen dürfen. M arcelle Blank I

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