Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 77 (24.9.1935)
- Date
- 1935-09-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 77 24 »X 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Die Weltkonferenz der polnischen Juden Von unserem Berichterstatter London, im September*) Die Zusammenfassung der polnischen Juden außerhalb Polens zu einer gemeinsamen Rettungsaktion ist weitaus ernster zu nehmen, als das bisher in manchen jüdischen Kreisen der Fall war. Es ist durchaus nicht so wichtig, welche Beschlüsse man hier gefaßt hat, oh man ein Sofort- Programm für die Millionen Juden Polens aufgestellt hat, sondern die Tatsache allein, daß polnische Juden aus allen Weltteilen zusammengekommen sind, sich gegenseitig kennengelernt und miteinander Pläne beraten haben, mit dem Ziele, einen Ausweg aus der jüdischen Not zu suchen, ist von weitgehender Bedeutung und als solche wert, begrüßt zu werden. Eine der brennendsten Fragen, die auf der Tagesordnung der Konferenz standen, war die der Auswanderung. Die verzweifelte Lage der polnischen Judenheit verlangt eine großzügige und vvohlorganisierte Massenemigration, für die neben Palästina einige wenige Ucbersee-Ländcr zum Teil in Frage kommen. Daher erregte ein Ansicdlungsprojekt in Equador großes Aufsehen, das der Konferenz von d. Hurwicz (Amsterdam) vorgetragen wurde. Leider hat es Hurwicz unterlassen, auf dieses Projekt näher einzugehen und hat sich nur mit ein paar allgemeinen Angaben begnügt. Es scheint, daß das Ansiedlungsprojekt viel zu wenig vorbereitet der Oeffentlichkcit bekanntgegeben worden ist. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß hier ein Plan bearbeitet wird ohne genaue Nachprüfung d-es Sachverhaltes, der Aufnahmebedingungen, der Lebensmöglichk eiten usw. Die Frage der jüdischen Auswanderung ist viel zu ernst, viel zu real und brennend, als daß man sich erlauben sollte, daraus eine private Beschäftigung für einzelne Menschen zu machen. Nach hier eingeholten Erkundigungen sind die klimatischen Verhältnisse Equadors für eine Massenein- Wanderung mit Urbarmachung des Bodens und Ansiedlung auf dem Lande nicht geeignet. Die unmenschliche Hitze, die schwere, harte Arbeit, die von jedem einzelnen Siedler gefordert wird, sind schwierige Voraussetzungen für das Oelingen einer solchen Massi-n-Immigration. Die vor kurzem entstandene jüdische Freilandbewegung scheint auch die Unmöglichkeit der Durchführung dieser Kolonisationspläne in einem großen Malistab eingesehen zu haben und in ihren Reihen tauchen allerlei Wanderungsprojekte nach Uganda, Madagaskar usw. auf, Projekte, die, wenn sie heute auftauchen, morgen schon wieder verworfen werden. Will man nur eine im gemäßigten Rahmen gehaltene Aus- Wanderung durchführen, so kommen eventuell auch andere Utbcrseeländer dafür in Frage. Wie rmtgeteilt worden ist, sollen gewisse, allerdings beschränkte Auswanderung«- möglichkeiten noch in Kanada und Mexiko vorhanden sein, wobei immer wieder betont werden muß, daß kein städtisches, sondern nur ein ausgesprochenes Lande! e m c n t in Frage kommen kann. Der Delegierte Mexikos bei der Weltkonferenz, der Redakteur des dort erscheinenden Blattes ״Der Weg‘־, M. Rosenberg, hat mehrfach betont, daß in Mexiko Aussichten für Landansiedhing vorhanden sind. Menschen also, meinte Rosenberg, die zu einer harten und schweren Arbeit entschlossen sind, können in Mexiko in einem gewissen Rahmen Unterkunft finden. Wie weit aber all diese Pläne von jeder großzügigen Realisierung entfernt sind, beweist die Tatsache, daß der Völkerbundskommissar James MacDonald bis heute auch den kleinsten Anhaltspunkt für eine einigermaßen geordnete Auswanderung nicht finden konnte und in Palästina das einzige Land mit größeren Aufnahmemöglichkeiten auch für die weitere Zukunft erblickt. Dr. M. Bericht der Mandatskommission angenommen Genf, 22. September. (JTA.) Die Völkerbundsversamm-!ung hat den im Auftrag der sechsten (politischen) Konimission des Völkerbundes’von den norwegischen Delegierten Lange erstatteten Bericht über Mandatsangelegenheiten ohne Debatte angenommen. ln dem das Palästina-Mandat betreffenden Abschnitt seines Berichtes wies Lange darauf hin, daß mehrere Redner mit Genugtuung die von der Jewish Agency erzielten Ergebnisse hervorgehoben hätten. Die Agency habe durch ihre höchst sorgfältigsten Vorbereitungen für die Aufnahme einer wachsenden Zahl hochstehender Einwanderer, die durch Kapital und Arbeit zur Erschließung des Landes beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas gefördert. Es herrsche allgemein die Ansicht, daß die Aufnahmefähigk e i t des Landes noch weit davon e n t f e rnt i s t, erschöpft zu sein. Man habe die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß die liberale Politik der Mandatarniacht in dieser Richtung fortgeführt werden solle, wobei stets vorausgesetzt wird, daß die Interessen der nichtjüdischen Bevölkerung nicht geschädigt werden. Infolge der Neuwahl dreier nichtständiger Mitglieder des Vülkerbundsrates wird für die nächsten drei Jahre R u m ä n i e n statt der Tschechoslowakei Mitglied des Rates sein. Der Vertreter Rumäniens im Völkerbundsrat wird damit auch die Funktionen des Berichterstatters für Mandatstragen übernehmen. Prof. Charles Lyon-Cacn gestorben Paris, 19. September. (JTA.) Im Alter von 92 Jahren verstarb in Paris der berühmte Rcchtsgckhrte Charles Lyon- Caen. Er war ständiger Sekretär der Akademie der moralisehen und politischen Wissenschaften und der älteste Professor an der Pariser Sorbonne. Seit 1893 war er Mitglied der Französischen Akademie. Er repräsentierte Frankreich bei fast allen internationalen Kongressen. Seit 1910 war er Präsident Jes Instituts für internationales Recht, Nach dem Kriege wurde er in die Kommission gewählt, die die Möglichkeiten der Gründung des Völkerbundes studiert('; die völkerrechtlichen Grundlagen, auf denen der Völkerbund beruht, sind von ihm festgelegt worden. Prof. Charles Lyon-Cacn war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften Frankreichs und des Auslands, so insbesondere Präsident des Kuratoriums der Akademie für internationales Recht im Haag (Carnegie- Stiftung für den Weltfrieden). Professor Charles Lyon-Cacn betätigte sich auch intensiv aut den Gebieten des jüdischen sozialen Schutzes. Er war Präsident des Hilfswerks für die jüdischen Waisen des Weltkrieges und Präsident des Komitees zum Schutze jüdischer Auswanderer. Anläßlich der Rückkehr Dr. Chaim f cizmanns nach London veranstalten die Londoner Zionisten am 23. September in der Shorcditch Town Hall eine Volkskundgebung, bei der Weizmann als ncugewähltcr Präsident der Zionistischen Organisation und der jewish Agency gefeiert werden soll. Als Redner sind u. a. Prof. S. Brodetsky, Rcv. M. L. Perlzweig, Dr. M. D. Eder, Abg. Barriett Jauner, Paul Goodman Und Morris Myer angekündigt. •) Siehe den ersten Bericht in Nr, 76. Zur jüdischen Situation Kundgebung der BZV mit Dr. Joachim Prinz Im bis zum letzten Platz ausverkauften Bach-Saal veranstaltete die BZV. am letzten Sonnabend abend eine Kundgebung, die der Darstellung der jüdischen Situation und ihrer Beurteilung vom Standpunkt des Zionismus aus diente. Diesem Abend kam eine besondere Bedeutung deshalb zu, weil er die erste öffentliche Stellungnahme von zionistischer Seite zu der durch die Nürnberger Gesetze neu gestalteten Lage der Juden in Deutschland war. Die Spannung des Publil <ums war daher besonders groß, und die Versammlung nahm einen besonders würdigen Verlauf. Im Namen des Hauptvorstandes der BZV. eröffnete Rechtsanwalt Benno Cohn die Kundgebung, indem er auf die Bedeutung des Ltizerncr Kongresses und die gesetzliche Neugestaltung der Lage der Juden in Deutschland als zwei wichtigen Marksteinen in unserer Geschichte hinwies. Er betonte, daß die zuständigen jüdischen Gremien über die innerjüdischen Konsequenzen diese Ereignisse verhandeln und daß der Zionismus entschlossen sei, seinen Anspruch auf sachliche Führung der Juden Deutschlamis durchzusetzen. In diesem Zusammenhänge wies er auch daraut hin, daß der Zionismus dafür kämpfen werde, daß der Redner dieses Abends, Dr. Joachim Prinz, wieder seinen Platz auf der Kanzel finde, von der aus er zu den Berliner Juden sprechen müsse. Hierauf ergriff, vom Publikum stürmisch begrüßt, Dr. Joachim Prinz das Wort; er schickte seinen Ausführungen die Mitteilung voran, daß er nicht eine persönliche Meinung, sondern die Ansicht der zionistischen Bern׳■ ung zum Ausdruck bringen wolle. Der Zionismus der re\i empfinde sich als verantwortlich für das gesamte Judentum. Er sei der Träger des Willens des jüdischen Volkes. Der Zionismus habe die Theorie und Praxis der Judenfrage erkannt, und die Zionistische Organisation» die sich mit dem jüdischen Volk identifiziert, führe dieses Volk, das auf der Suche nach Land ist und sich in seine alte Heimat repatriieren will, I)r. Prinz, wies sodann auf die Ergebnisse des Luzerner Kongresses hin, der an die Stelle leerer Deklarationen die staatsmännische Haltung in allen die Juden betreffenden Fragen gesetzt habe. Wir müssen immer bedenken, daß die Judenfrage in dem bewegten Zeitgeschehen unserer Tage nur einen geringen Raum im Bewußtsein der Völker einnimmt, und daß daher die alte zionistische Erkenntnis auch heute ihren Sinn behält: Die Judenfrage ist nur durch die eigene Kraft des jüdischen Volkes lösbar! Von diesem Gesichtspunkte aus wandte sich der Redner nunmehr der Bedeutung der Nürnberger Gesetze fiir die Lage der Juden in Deutschland zu, die die gesetzmäßige Festlegung einer faktischen Situation gebracht haben. Wir müssen diese Gesetze als vollzogen und das jüdische Volk, ■das in Deutschland lebt, als ein Faktum annehmen. Die Wirklichkeit dieses jüdischen Volkstcilcs in Deutschland bietet jedoch noch nicht das Bild einer geschlossenen nationalen Minderheit, weil ein nicht geringer Teil der Juden dem jüdischcn Willen noch sehr fern steht. Fs ist die Aufgabe unserer nationalen Erziehung, diesen Willen zu schaffen und aus einer heterogenen Gruppe von Juden ein einheitliches Gebilde zu machen. Erst wenn dies gelingt, ist die Voraus- Setzung für die Durchführung eines konstruktiven Planes der Selbsthilfe gegeben. Anschließend stellte I>r. Prinz die Frage, wie beschaffen diejenigen sein müssen, die die Durchführung eines solchen Planes auf sich nehmen können. Er bezeichnet als Voraussetzung, daß das Judentum Deutschlands nicht demoralisiert sein dürfe und in seiner wirtschaftlichen Existenz gesichert bleiben müsse. Ein konstruktiver Plan, der keine bloße Notstandsaktion sei, könne aber ohne die nationale Konzeption des Zionismus nicht durchgefiihrt werden, D e r Aufruf zum Zionismus, der in dieser Stunde von uns aus ergeht, ist daher ein Aufruf zur Errettung der Juden. Hierauf entwickelte Dr. Prinz die einzelnen Teile eines Planes für die Gestaltung des jüdischen Lebens in Deutschland und behandelte in seinem ersten Teil diejenigen Aufgaben, die sich ans dem Lehen der Juden in Deutschland seihst ergehen. Fr wies darauf hin, daß der Zionismus seit Jahrzehnten eine systematische jüdische Sozialpolitik gefordert hat, die im jetzigen Augenblick nach unseren eigenen Kräften ausgebaut und systematisiert werden müsse. Der Zusammenbruch von Teilen der jüdischen Wirtschaft, der schon seit zehn Jahren akut geworden sei, führe zur Forderung des Aufhaus und der Verstärkung von Kredit- Institutionen für den Mittelstand. Nicht weniger bedcutsam sei der Ausbau der jüdischen Arbeit« nachweise und überhaupt die Verstärkung der Beziehungen zwischen jüdischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In diesem Zusammenhang wies er auf die Ausbildung und Aufnähme jüdischer H a 11 s g e 11 i 1 f e n in der jetzigen Situation hin. — Sodann wandte er sich den kulturellen Fragen des Planes zu, bei denen es im Gegensatz zur Wirtsehaft, wo eine Autarkie des jüdischen Bezirkes unmöglich sei, eine eigene Sphäre gehe. Allerdings fehlen uns im Gegensatz zu anderen Teilen des jüdischen Volkes die inneren Bindungen an die jüdische Kultur, so daß hierbei erhebliche Schwierigkeiten entstehen. Dr. Prinz behandelte die Durchführung der kulturellen Aufgaben auf den wichtigsten Arbeitsgebieten: des Kulturbundes, der Schule, der lugend- und Sportbewegung und der Erwachsenenbildung. Er entwickelte ein eingehendes Programm für jedes einzelnc Arbeitsgebiet. Dem Kulturbund gegenüner hätten die Zionisten bisher eine abwartende Haltung eingenommen, da rnan die Konzeption eines jüdischen Menschen in ihm vermißte, der sich auch als Künstler und Schaffender als Glied des Volkes fühle. Jetzt sei die Zeit gekommen, daß die zionistische Bewegung sich in seinen maßgebenden Gremien der Zahl und den Personen nach ausreichend beteilige 11 na ihr Ideal jüdischen kulturellen Schaffens vertrete. Die jüdische Schule sei im Gegensatz zu den offiziellen Instanzen der Juden in Deutschland von uns stets verlangt worden. Sie darf keine Surrogatschule sein, sondern muß der jüdischen Jugend als nationale Schule zur Seite stehen. Die jüdische Schule, so rief Dr. Prinz aus, wird eine jüdisch -nationale Schule sein oder gar nicht. Sie muß das Kind bereit zu einem Leben als Jude machen und den Gesichtspunkt der Auswanderung, insbesondere nach Palästina, in den Mittelpunkt ihrer Erzichung stellen. Die Abwendung vom bloß Denkensdien hin zu den realen Dingen des Lebens muß ihr pädagogisches Prinzip sein, das auf Arbeitsunterricht, Handwerk und Zweisprachigkeit (deutsch und hebräisch) basieren muß. Ergänzt werden die Schulen durch die Arbeit der Jugend- und Sportbewegung, die in das Leben unserer jungen Generation echte Jugendlichkeit bringt, wie vvir es stets gefordert haben, die wir dagegen kämpften, wenn unsere Jugend in allgemeinen Sportverbändeii mitarbeitete. Schließlieh muß auch eine systematische Erwachsenenbildüng durchgefiihrt werden, um die allem Jüdischen entfremdeten Massen diesem wieder zuzuführen. Politisch und kulturell sei diese Bildung zu unterbauen, denn nur so könne ein jüdisches Leben in Ehre und Würde geführt werden, das nicht in sinnlose Formulierungen entflieht, sondern als nationalcs Leben empfunden wird. Nunmehr ging Dr. Prinz zur Entwicklung des zweiten Teiles dieses großen zionistischen Arbeitsprogrammes für die nächste Zukunft über, das sich mit dm Fragen der Auswanderung von Juden aus Deutschland beschäftigt. Er wandte sich gegen die Aufstellung irrealer Ziele und nichtssagender Proklamationen wie die von der völligen Auflösung der (iahithjudenlieit und betonte, daß wir eine ruhige, allmähliche Emigration brauchen. Ein Fünfjahresplan könne hierfür aufgestellt werden, der den allmählichen Abbau des Judentums in Deutschland anstrebe. Die Auswanderung• kann nicht als ein Transportunternehmen betrachtet werden. Man kann gewiß das persönliche Schicksal Einzelner durch eine zerstreute Emigration lindern, aber nicht die Volkwerdung unserer Gemeinschaft fördern. Wir hoffen, pro Jahr 15 000 Juden aus Deutschland nach Palästina zu bringen Die Altersgliederung, die heute schon sehr ungünstig sei; werde dann noch mehr nach der Vergreisung hin gehen, weil naturgemäß als Auswanderer in erster Linie die Jugendlichen in Frage kommen. I)r. Prinz, entwickelte an I land der Altersgüederung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland einen Plan, der den Abbau der einzelnen Altersgrade durch Aus- Wanderung nach Palästina umfaßt. Lin solches Programm werde realisierbar sein und werde keim־ Emigration darstellen, sondern eine echte A 1 i j a h, ein Weg zu neuen Formen und Inhalten des Lebens. Dieses Programm allerdings, so betonte der Redner, wird nur von d c n c n durchgeführt werden können, die mit ihm aus ihrer Erkenntnis der Judenfrage heraus zutiefst verhüllden sind. Darum proklamiere der Zionismus in dieser Stunde seine Forderung auf e!11 s c h c id e n d c n E i ת f 1 u ß in allen Gremien d e s J u d e 11 tu m s i n Deutschland und verlangt die Beendigung eines nicht mehr tragbaren Zustandes, daß diese Gremien zwar unser Programm akzeptieren, zionistischen Menschen aber keinen genügenden Einfluß gewähren. Wir sind gewillt, die Gemeinsamkeit der Arbeit anzuerkennen und verlangen daher die Beteiligung der zionistischen Bewegung an den führenden Instanzen zu gleichen Teilen mit den anderen Richtungen. Wir fordern, daß das in der Jewish Agency bewährte Prinzip des fifty-fifty für die Leitung der Reichsvertretung, des Preußischen Landesverbandes und der Gemeinden, insbesondere aber der Berliner Gemeinde angenommen wird. Wir erwarten von der Einsicht in unsere Kraft und von der Selbsteinschätzung der Kräfte der anderen, daß die Umbildung der Instanzen nach diesem Prinzip zu einer Selbstverständlichkeit wird. An die Stelle unfruchtbarer Formulierungen muß ein konkretes Programm auf allen Gebieten des jüdischen Lebens treten; nur dann brauchen vvir nicht zu verzweifeln, wenn die Zukunft unseres Volkes wieder sichtbar wird. Wir brauchen starke jüdische Hände, die diese Zukunft bewahren und heraufführen. Dr. Prinz schloß seine von immer wiederhohem Beifall unterbrochenen Ausführungen mit Wünschen für das neue Jahr an seine Zuhörer und mit Grüßen an unsere Brüder, die auf dem Boden Palästinas durch die Kraft ihrer Arbeit eine neue Zukunft auch für uns heraufführen. Mit dem Gesang der Hatikwah, die von der Versammlung stellend angestimmt wurde, schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Nur durch Abonnement können Sie in Zukunft unsere Zeitung in Deutschland beziehen, weil uns der öffentliche Verkauf durch den Präsidenten der Reichspressekommer ab 1. Oktober 1935 verboten wurde. 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