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Jüdische Rundschau · 1935-09-20 · Heft 76 (20.9.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 76 (20.9.1935)
Date
1935-09-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JöDISCHE RUNDSCHAU NR. 76, 20. SEPTEMBER 1935 Literatur Blatt Palästina-Kalender 56% Palästina ist für die Juden in aller Welt •— und besonders für die Juden in Deutschland! heute aus einem von den Einen geliebten, von den Andern weit von sicli gewiesenen Traume eine lebendige Wirklichkeit geworden. Unsere Brüder sind es, die dort arbeiten und kämpfen; für uns alle kämpfen sie, daß das Land unserer Väter zum Land unserer Kinder werde. Darum war es ein glücklicher Gedanke, daß 1ms von der Titelseite des neuen Palästina-Kalenders, den die Zionistische Vereinigung für Deutschland soeben kurz vor Rosch Haschanah den Juden in Deutschland darbietet (Verlag ״Jüdische Rundschau“, Berlin W15, Meinekestr. 10), ein lachendes Kindergesicht grüßt, — gar nicht engelschön, aber so wirklichkeitskräftig und lebendig, daß jeder von uns fragt: wo habe ich das vergnügte Kerlchen schon gesehen?! — Und wie das erste Blatt,' so ist auch das letzte Blatt des Jahres einem Kinderbilde geweiht; diesmal heißt es ״Glückliche Judenkinder“ — und zeigt drei Kinder irgendwo im Freien, drüben in Erez Israel, die tun ein Lämmchen hocken und so hingegeben mit detn Tier spielen, als habe es niemals schweres Judenlos in der Welt gegeben. Das Alpha und Omega des schönen Bilderbuches für jeden Tag des Jahres, das die Z. V. f. D. uns schenkt — oder wie man im Stilc_ des Buches besser sagen muß: das Aleph und Taw — sind die Kind t r, die, wie ein jeder Palästinapilger weiß, vielleicht das Schönste in diesem schönen Lande simi. Aber sie bilden nicht den einzigen Inhalt des Buches. Joachim Prinz, dessen Name freilich nur aus den Vorankündigungen des Kalenders bekannt ist (im Kalend» r selbst spielt der Kalendermann wie billig nur die Rolle des guten Geistes hinter den Kulissen), stellte sich eine dreifache Aufgabe: die Schönheit des jüdischen Landes wollte er in diesen Bildern, die von Dr. G id a I - München und den Photographen Kluger und Sonnenfeld stammen, den hungrigen Augen zeigen; die Art und das Leben der Menschen, die dort arbeiten und Feste feiern; endlich wollte er aber auch von der Größe und Schwere der Aufgabe den Mitlebenden eine Ahnung geben. Diese dreifache Aufgabe hat er auf dreifache Weise zu lösen versucht. Bilder — Worte — Lieder des neuen Erez Israel bilden einen schönen und harmonischen Dreiklang. Mit dem ergreifenden Bilde eines alten, ganz in sich versunkenen Juden (Gidal) und den Streimei-Juden in der Altstadt von Jerusalem, an der alten Chttrwa-Synagogc, heginnt der Weg; erfreulich und vielleicht nicht ganz häufig linier den Schilderungen des Gegcmvartslebens in Palästina ist, daß der Herausgeber nachdrücklich auf das große Verdienst des ״alten Jisclmw“ hinweist, ohne den es heute wohl keine Besiedlung des Landes gäbe. Das schöne Wort Achad Haatns: ״Brüder, laßt uns hoffen, daß das Alter nicht die Jugend unseres Volkes beschäme!“, bildet den begleitenden Text zu diesen Bildern. Und sogleich zeigt sich dann die Verwirkliclumg dieser Hoffnung — in den Bildern vom neuen Arbcitsleben, das dem Boden des alten Landes entsproßte. Die neuen Häuser in Haifa, der ״Stadt der Zukunft“, wo der neue Hafen erbaut wurde; neue Straßen in Te!-Awiw, der ersten rein jiidisehen Stadt des Landes; die großen Unternehmungen wie das Ruthenbcrg-Werk, das große Jordan-Kraftwerk, das die Koloitien mit elektrischem Strom versorgt und ohne das die aufblühende Industrie nicht möglich wäre -- sie alle zeigen sich dein Blick in geschickt, zum 'Teil künstlerisch aufgenommenen Bildern. Dort aber wohnen, arbeiten und feiern die neuen M « 11 - sehen, die dies Land — nicht hervorbrachte, aber doch gänzlich umwandelte. Da sind die Arbeiter, wie sie friihniorgens zum Bau ziehen; die Landarbeiter lind Landarbeiterinnen, die früher vielleicht irn Büro oder auf den Bänken der Universifät saßen; endlich die Turner, wie sie die Makkabiah im Frühling dieses Jahres in Tel-Awivv vereinigte. Sie alle umfängt die herbe Schönheit dieses Landes, wo sich im Frühling Berg n!1d Tal und selbst die Wüste mit verschwenderisch ausgestreuten Blüten bedecken; die Blumenfclder von Giwath Brenner oder den gelb blühenden Mimosenwald im Etnek vergißt keiner, der sie einmal gesehen — hier vermißt man die Farben, die in der Klarheit der Luft von Erez Israel unendlich rein und zart sich ausprägen. Vielleicht, daß der einsame Baum, der dem schönen Rachel-Gedichte beigefügt ist, am ehesten einen Begriff von Palästina-Land- Schaft vermitteln kann. — Der Ski-Bericht vom Libanon sucht das neue Bereich der winterlichen Bergwelt mit ihren Schneeflächen der Palästina-Landschaft hinzu zu erobern. Wenn der Herausgeber im Vorwort neue Palästina-Kalender für neue Jahre verspricht, die immer mehr und immer Größeres von unserm Lande berichten können... so fühlt sich heute und hier jeder Leser zur Mitarbeit aufgerufen denn jeder weiß etwas Neues und, wie ihm vorkommt, mm Gesamtbild des Landes ganz Unentbehrliches, das er gern einem Kalender der Zukunft einverleibt sähe. Wer weiß, ob nicht dieser Kalender, der erste seiner Art, allmählich zu einem Band zwischen der Jugend des Gallith und der Palästina-Jugend werden könnte! — Denn es gibt sicher viele Werktags- und Feiert,׳igsberichfe der palästinensischen Jugend, die künftig zur Mitarbeit herangezogen werden sollte. — Dann wird dieser Kalender neben den Aufgaben, die er sich stellte und die er so schön erfüllte, noch eine vierte Aufgabe erfüllen: die Brücke zu schlagen vom Dort zum Hier — damit aus dem Hier endlich das Dort werde — mit aller Schwere, aber auch mit aller Schönheit der Erfüllung. -bs- Bücher für die Jugend Helden der Kwuzah. Ein jüdisches Jugendbuch von Salo Böhm, mit Bildern von Heinz Wallen berg. Verlag Kcdem, Berlin. Als wir im Jugendbuchalter waren, lasen wir Coopers Lederstrumpf-Geschichten, Karl May, Sealsfield; der Heiz dieser Art von Literatur, der einen nie wieder ganz losläßt, liegt im Abenteuerlichen und Exotischen. Der Leser selbst ist unversehens seiner Schulstubenenge und Hausaufgabenlast entrückt und in Lcderstrumpf, den einzig treuen Weißen, oder in Unkas, den letzten Mohikaner, oder in Chingachgook verzaubert, der seinem erschlagenen Volke und seinem dahinfegangenen, in die Jagdgründe der Väter heimgekehrten rben das rührend schlichte Totenlied nachsingt, während die Nacht verdämmert und das letzte Lagerfeuer erlischt.., Ja, das war einmal unsere Welt.‘ Die heutige, die sich wie wir und wie jede Jugend, lesend zu verwandeln, Exotik und Abenteuer mit feurigster Teilnahme wenigstens im Buche zu genießen und — vorauszuschmecken wünscht, braucht *ich nicht mit Indianerfedern zu schmücken, und alles andere als der Untergang eines edlen Volkes bildet den dunklen Hintergrund ihrer erregenden Abenteuer. Aufbau, Arbeit, Vertrauen, Mut und gegenseitige Hilfe sind nicht weniger abenteuerlich als Indianerkämpfe, Verrat und Schliche. Die Helden der Kwuzah nicht weniger kühn als Unkas, aber jünger! Und die Kwuzah selbst, das Araberdorf unweit davon, die Höhle mit den makkabäischen Funden, der Hund Wach und die Pferde, dies alles liegt nicht nur in den ״Gründen der Väter“ — wenn unsere Väter auch niemals jagten — sondern im Lande der Jugend, das heimisch für uns ist. Also, man lese die ״Helden der Kwuzah“, man, vor allem die jungen Leute von klein auf bis zu hundert/vanzig Jahren, wie wir zu wünschen pflegen; man wird auf seine Kosten kommen, es wird ein Vergnügen sein. Und mm ein• mal kritisch und pädagogisch gesprochen: so wahr Cooper ein besserer lind Karl May ein spannenderer Schriftsteller war als der bisher unbekannte Salo Böhm, so ist doch dies Jugendbuch mit besserem Gewissen zu empfehlen; es ist frisch und unbeschwert geschrieben; es zeigt Kinder, gutwillige, arbeitswillig«, aufbauwillige und verwahrloste, die Tausende jüdischer Kinder aus Deutschland soffen durch die Jugend«Aüjah nach Erez Israel kommen Sic alle brauchen Boden Es ist die ernsteste Aufgabe des deutschen Judentums, seiner Jugend die neue Basis ihres Lebens und ihrer Arbeit zu schaffen Boden für die erste Siedlung der Jugend*Alijah Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfonds e.V. Berlin W15, MeinekestraPc 10 Postscheckkonto: Berlin Nr. 25247 von vorn anfangen; es zeigt ernsthafte Probleme wie das Araberproblem in einer blitzhaft menschlichen, freundwilligen Episode; es enthält mehr als ein Dutzend verschiedenartiger Streiche und Abenteuer und fördert in jedem das Gemeinschaftsgefühl; und es sieht hübsch aus. L. H. Frieda Mehler: F e i e r t a gs - M ä rc h e n. Mit Zeichnungen von Dodo ßiirgner. Verlag Bcrthold Levy, Berlin. Dieses kleine Büchlein ist vor Beginn der hohen Feiertage zurecht gekommen, um die Welt der Feiertage den Jüngeren unter unseren Kindern nahezubringen. Die kleinen Märchen sind der konkreten Welt des Kindes angepaßt und suchen einen Zugang zu der Welt unseres geistigen Lebens, wobei vielleicht manches allzu sehr an der Oberfläche haften bleibt. Die Zeichnungen von Dodo Bürgner sind kindlich und ebenso anmutig wie plastisch. —n. Herder und Treitsdike Im Verlag Alfred K rö n e r, Leipzig, sind soeben zwei Bände in der Sammlung seiner Taschenausgaben erschienen, die für uns besonderes Interesse haben. Willi Koch hat in dieser Reihe einen Band Herder unter dem Titel ״Mensch und Geschichte“ herausgegeben, der nach dem Willen des Herausgebers Herders Werk im Grundriß darstellen soll, Es ist nützlich, daß dadurch einem weiteren Publikum wesentliche Teile der Herdersdien Gedankenwelt nahegebracht werden. Für uns, die wir Herders Bedeutung für die Entstehung des nationalen Gefühls der europäischen Völker einzuschützen wissen und die jüdische Nationalbewegung als in dieser europäischen Gedankenwelt mitfundiert empfinden, hat Herder auch heute vieles zu sagen. Das gilt sowohl von den geschichtsphilosophischen wie auch von den Sprachforschungen und seinen Untersuchungen über die Dichtkunst der Völker. Leider ist in seiner Auswahl manches nicht enthalten, w,1s wir gern sähen, so insbesondere nichts aus seinem ״Geist der eliniischen Poesie . Dagegen finden wir seine Arbeit über den Ursprung der Sprache, in der er sich auch über die hebräische Sprache geäußert hat. Ein anderer Band ist Treitschke gewidmet. Heinrich Heffter hat unter dem Titel ״Deutsche Kämpfe“ eine Reihe kleinerer Schriften Treitschkes zusammengefaßt, uäuilich die Arbeiten über das Ordensland Preußen, die Vereinigten Niederlande, über Luther, die Königin Luise, Kleist, Fichte und zum Gedächtnis des großen Krieges. In einer Zeit, in der Treitschke als Geschichtsschreiber der deutschen Nation in seiner Nach- Wirkung zu einer verstärkten Bedeutung gelangt, ist die Vertiefung in seine Gedanken von erhöhtem Interesse oe. Damaschkes letzte Veröffentiidiung Adolf Damaschke: Cola di Rienzo. Verlag Braus-Riggenbach, vorm. Henning Oppermann, Rasel. Nach dem Tode Adolf Damaschkes ist eine kleine Schrift des Vorkämpfers der Bodenreform erschiene«, die sich mit dem Schicksal dieses Volkstribunen aus der römischen Geschichte des 14. Jahrhunderts und den großen Bewegungen einer Zeitenwende auseinandersetzt. Die historische Abhand־ lung gibt eine Darstellung der ebenso anziehenden, wie in seiner Zeit um kämpften Persönlichkeit Rienzos und fügt einige Dokumente von ihm selbst bei. u. Berichtigung. In dem Aufsatz ״Abschied von Samson und Eleasar“ in Nr. 75 der ״J. R.“ muß es richtig heißen: Dem• nächst jährt sich zum 100. Male der Geburtstag von Camille Saint-Saens. Jugend in sieben Ländern Reinhold Schairer: Not, Kampf, Ziel der Jugend in sieben Ländern (Societäis-Vcrlag, Frankfurt a. M.). Mit der Lage der Jugend in sieben Ländern (Schweden, Norwegen, Dänemark, England, Italien, Frankreich und Schweiz) beschäftigt sich dieses Buch, eiessen einzelne Kapitel die Ergebnisse einer Studienreise darstellen, die der Verlasser von Ende 1033 bis Anfang 1935 für die ״Frankfurter Zeitung“ unternommen hat. Das Buch erweckt ungewöhnliches Interesse. Schairer, der als langjähriger Leiter des deutschen Studenten liilfswcrkcs die materiellen und geistigen Sorgen der jungen Generation aus eigenster Erfahrung kcnnengelernt hat, ist nicht als ein flüchtiger Reisender durch die Länder geeilt, sondern er hat die richtigen Fragen an die richtigen Menschen zu stellen gewußt und so gesellen, was an jugendlieber Not und Problematik, an jugendlichem (icsfaltimgswillen der Zukunft in diesen Ländern vorhanden ist. Durch alle Kapitei des ebenso lebendig wie eindringlich geschriebenen midies zieht sielt die Problematik des Ausgestoßenseins großer Teile der Jugend aus dem Arbeitsprozeß, ja des überhaupt nicht in den Arbeitsprozeß Hineingelangens derer, die Schule und Lchrstätte beendet haben. Was hieraus an menschlichem Leid und auch an Kraft zu seiner lieber- Windung jn den Herzen 11ml Köpfen der jungen Generation erwachsen ist, schildert Schairer, der die Brücken von Land zu Land und von Volk zu Volk an diesen Aufgaben der Jugend aufdeckt. Für uns ist dieses Ruch von besonderem Interesse, einma! deshalb, weil die Sorgen der Ing■ ml der europäischer! Völker zum großen Teil auch zugleich die der jungen jikiisehen Generation sind, und dann, weil die Jugend unseres Volkes in vielen Ländern vor einer doppelt starken Mauer steht, die ihr den Weg zur Arbeit verschließt. Was diese Sorge bei normal gegliederten Völkern bedeutet, wird aus Schairers Studien evident. Wie sehr auf der jungen Generation des jüdischen Volkes,!0ו־,1״ו>0־1י in dem 1 ändern des Ostens, diese Not laste!, kennen vir aus eigener Frfahrung, und wir wünschten, daß der wm!mdu-■ volle Bück eines geschulten Besuchers einmal diese Probleme aufjeeker! würde und zugleich auch zeigte, welche Energien in den Besten unseres jungen Geschlechtes erwacht sind. In den kollektiven Bemühungen, die in den verschiedensten I;ineiern in den Gruppen der Jugend vorhanden sind, um ihr eine neue Zukunft zu bauen, klingt so manches an. was auch in der nationalen Bewegung des jiidi.-chcn Volkes lebendig ist und hei dem Kampf 11m die 1 an wur/elung in produktiver Arbeit in Palästina konkrete Formen ange* nontmeit hat. Das Buch, in dem der Verfasser eine atisführliehe Behandlung der europäischen Jugendkrise aukirndigt, die ihm folgen soll, ist für jeden, der die Dinge und Ent- Wicklungen unserer Zeit sich bemüht zu deuten, von hohem Interesse. oe. Das Psalmenbudi Ein weiterer Band des Hand Huches der Er/iehungs- Wissenschaft (Verlag Kösel 0׳ Pustet in München) ist soeben erschienen: Linus Bo pp, Katechetik, Geist und Form des katholischen Religionsunterrichts (Band 1 des 4. Teils: Besondere ßiklungslehre). In dem Kapitel ״Die Arten der biblischen Lektionen und ihre tiiiferrichtliche Sonderform“ weist Prof. Bopp darauf hin, daß eine besonders sorgsame Behandlung die poetischen Stücke der Bibel verdienen, vor allein die Psalmen. Bopps Beurteilung der sogen. Fhu'hpsalmen weicht nicht ab von der herkömmlichen nichtjüdischer Psahncnetklärer, die schon oft richtig gestellt wurde. Bopp stellt hinsichtlich dieser Psalmen die Forderung auf, daß liier, vom Ursprungliehen Sinn, der sich auf der Linie altlestanientiicher Unvollkommcnlieit bewegt und darum mich die Gerechtigkeit Gottes überbetont und <jns Vergehung-recht (ins talionis) vertritt, die Verwendung durch die Kirche zu imlcrscbcidcn wäre (S. 252), In diesem Zusammenhänge schreibt aber Bopp noch die folgenden warmherzigen Wolle, die ein W esens- Verständnis des Psalnumbuches erkennen 1.00״ :11־Ls sollte idealenvei.se von den reiferen Sdrii'ern der Wert des Psalmen bsichcs auch als Iia1!»f! erlebt werden. Die Urkraft der Empfindung, die l '״gebrochen!!! it der I eiilcnschaften, die Echtheit des Ausdrucks, die t ireiinaikeir der Sprache sind to r male Werte,!nhaltlich behandelt dieses I iederblich die religiösen Witterungen der Seele, dis Kh 11 der Familie, die religiös geweihte Heimat, <!;e Wir ׳eniied des Sangers, das mit dein Glauben v e-entüch verbunden ist, das Weltreich Gottes, auch die Himmel rühmen Gottes ihre. Ja, alle Geschöpfe, vom Cherub und Seraph bis zum Vogel jungen und Menschenkind, .stimmen in Gottes i.obüed ein. Alles bewegt sich um den einen ruhenden Pol: Gott. Das Psalmenhuclt ist das einzige t! n s t e r b 1 i e h e Liederbuc 11. Prof. Hans Schmidt schildert in seinem neuen Psalm e 11 I! ri m 111 e 111 a r (Handbuch zum Alten Testament, Erste Reihe, Lieferung 2 und 3, Verlag Mohr in Tübingen, ICSI) — in seinen Erläuterungen zu Psalm 131 — die Volksv e r lut n d e n heit der jüdischen Frommen. Wlimidt bemerkt ztl diesem Gebet: ״Indem er es niedersclireibt, tritt vor seine Seele sein Volk. Und so fügt er einen Wunsch, einen Aufruf, eine Mahnung hinzu: Niemals möge solch ein (Haube, solch ein stilles und zuversichtliches Trauen in Israel erlöschen. Man möchte meinen, ,individueller‘, ausschließlicher auf das persönliche Eigencrleben gerichtet kann kein Stoßgebet sein als dieses. Fs ist der Adel der Frommen in Israel, daß sie sich doch immer eins setzen mit ihrem Volk. Nicht daß ich still werde und trauend und dadurch glückselig wie ein Kind im Mutterarm, ist das Wesentliche, sondern daß das alles zugleich meinem Volk zu eigen werde.“ (S. 233.) Prof. Schmidt schildert auch, wie dieses edle Zusatnmengehörigkeitsgefühl die bäuerliche Bevölkerung in Israel beseelt, ln seinen llrklärungen zu Psalm 12,3 führt er aus: ״Das schöne Geineingefühl, das das Eigenglück sogleich in den Rahmen des Glückes der Gesamtheit stellt und es ohne diesen Rahmen nicht zu sehen, ja nicht einmal zu wünschen vermag, auch das gehört zur 1 cbcnsaiisrhammg des israelitischen Bauern und ist der tiefste Adel seiner Gesinnung.“ (S. 229 f.) Rabb. Dr. Ernst S t ec k e I in a c 11 e r, l.udwigshafen a. Rh. ״Fünfzig Jahre Geschichte des jüdischen Lebens in Phil adeiphia“ heißt ein kürzlich erschienenes zweibändiges Werk von Moses Freimann; gleichzeitig wurde D. B. Tückcls Ge- *chichte der Philadelphiaer Jeschiwa veröffentlicht. ABTMU« *ABlSCH BBBCIN «4« DE CO'-0G״t*ADtSÄlx Das, 'H׳ASSfe*

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