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Jüdische Rundschau · 1935-09-17 · Heft 75 (17.9.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 75 (17.9.1935)
Date
1935-09-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Softe 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 75, 17. IX. 1935 Die Tagung: des Universitäts-Kuratoriums worden, indem eine Unterscheidung zwischen Staats* angehörigen und Reichsbürgern vorgeno inmen wird und die Qualität des Reichsbürgers, die nicht durch Geburt erworben, sondern verliehen wird, dem Mensehen deutschen Blutes Vorbehalten bleibt. Ein Jude kan n also die neu geschaffene Würde eines R e i c 11 s b ü r ״ e r s nicht erlangen. Kein Deutscher, der selbst Staatsbürgerrecht und Staatsbürgerpilicht hoch hält, wird es den Juden verdenken, daß diese Neuordnung sie auf das schmerzlichste betrifft. Wir haben diesen Gefühlen schon bei Erlassung des Wehrgesetzes und des Arbeitsdienst-Gesetzes, die die Juden von entscheidenden Gebieten der Staatsbürgerliehen Betätigung aussclilossen, Ausdruck gegeben. Die Neuordnung kommt freilich nicht unerwartet, Haben doch maßgebende Persönlichkeiten des Staates und der Pariei schon vor Monaten diese Gesetzgebung als bevorstehend angeki'mdigt. Es handelt sich um eine Konsequenz. des Prinzipes des Rassenstaates, das auch schon früher in Gesetzen zum Ausdruck kam. Dieses Verfassungsprinzip ist ein Novum in der Ver* fassungsgeschichte und hat daher auch Auswirkungen, die nicht in das System althergebrachter Begriffe gebracht werden können. Zugleich mit dem Gesetz über die Staatsangchörigkeit ist auch eine andere Maßnahme erfolgt, die eine Erscheinung des liberalen Zeitalters jäh abschließt: M i s cli e heu zwischen Juden und Deutschen w erden in Zukunft verboten sein, auch der außerehelich e Y e 1 k e 11 r ist unter Strafe gestellt. Iin liberalen Zeitalter, das im Zeichen des Individualismus stand, war mail geneigt, dem einzelnen Meiiscben volle Freiheit seines persönlichen Auslebens za/iigv'teilen. Es galt als ein Dogma, daß sich subtile seelische Vorgänge der Erotik nicht in Regeln fassen lassen. Hier sollte nur das Persönliche entscheiden. Dime Freiheit des 1 iebeslcbcns hat, wie auch in früheren Zeitaltern, viele Menschen aus der jüdischen Gemein Schaft hcrrmsgefnhii. In den letzten Jahrzehnten war sogar die Idole davon, daß in einigen Ländern das Judentum durch M'behehen seiner Auflösung entgegengeht. Die jüdisch bewußten Kreise haben daher seit vielen Jahren ,gelten eins Umsichgreifen der Mischehe Stellung genommen. Wir verkennen freilich nicht, daß die jetzt erfolgte ge-mt/lichc Regelung in vielen Einzel* fallen für die Beteiligten ernste seelische Konflikte schafft. Eine Sonderbetrachtung verdient die Bestimmung über Hausangestellte. Dem Gesetz, liegt offenbar die Anschauung zugrunde, daß deutsche Hausangestellte in jüdischen 1 lausbalten in sittlicher Beziehung gefährdet sind. Wir glauben, daß dies hei der überwältigenden Mehrheit der Fahle nicht zutrifft. Die Bestimmung wird viele beteiligte Menschen schwer treffen, besonders dort, wo ־— wie in unzähligen Fallen —'ein echtes Treue- Verhältnis besteht. Was die Konsequenzen der neuen Gesetzgebung im einzelnen betrifft, so werden wohl die Ausführungsbesti m ni u n g e n noch manches ergänzen. In den Ausführungen des Reichskanzlers wurde betont, es sei der Zweck dieser Gesetze, ein erträgliches Verhältnis zwischen Deutschen und den in Deut-clilaud lebenden Juden zu schaffen. Er hat darauf liiiigevviesen, daß Einzelaktionen verpönt sind. In keinem 1 rinde, so sarge er, sei den Juden eine solche Möglichkeit Yolkimlwn Ei;enlcbens gegeben worden. Dieser Gedanke wird noch durch einen Kommentar unterstridum, der in einem Artikel des DNB gegeben wird, in dein für das Eigenleben der jüdischen Minderheit der staatliche Schutz angekimdigt ist׳. Dieser Gesichtsptinkt kommt auch bei der Regelung der Frage des Zemanm der Reich— und Nationalflagge uryl der Reichsfärben durch Juden zum Attmlrtirk. Dem Verbot des Zeige ns der!־'lagge mul Farben durch Juden entspricht die Hcfiicgii׳■.. die den Juden erteilt wird, die jiidisch e 11 F a r b c n zu / ';!. Wir Juden in I)eumeh'and haben unter schwierigen Verhall ne-m! versucht, unser!eben mit dem neuen Rahinen in Finkluig zu bringen, der uns gesetzt wurde. Wir wünschen aufrichtig ein erträgliches Verhältnis zu unserer Umwelt. Wir wim-cluai dies um unserer selbst willen, aber auch weil wir nicht wollen, daß die Judenfrage zum Konfliktstoff zwischen Deutschland und der Außenweit wird. Die ״jüdische Rundschau“ hat schon vor vielen Monaten dargelegt, daß auch im Rahmen der bestellenden Anschauungen, deren Durchsetzung in Deutschland gegebene Tatsache ist, ein Modus vivendi für die Juden geschaffen werden könnte, ohne die Prinzipien des neuen Staats zu verletzen. Wir haben dieses Programm einmal in vier Punkten zu formulieren versucht, die etwa folgendes enthielten: Erstens: Eine Diffamierung der Juden soll unterbleiben, entsprechend der von maßgebender Seite a lügestellten These, daß Rassentrennung nicht Minderbewertung fremder Rassen bedeutet. Wer sich in die l.age eines aufrechten und gesund empfindenden Menschen versetzt, der in Publika* tionen sein Volk als ״Mördervolk“ bezeichnet findet, wird diese Forderung wohl verstehen können. Zweitens: Den in Deutschland lebenden Juden, die vom politischen und kulturellen Einfluß vollständig ausgeschaltet sind, soll entsprechend den Ausfüh* ningcn des Reichsinnenministers vorn 1. Januar PJ34 die Betätigung smöglichkeit in der freien Wirtschaft verbleiben, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Drittens: Die Juden sollen ihre eigene Kultur- Sphäre haben, insbesondere auf dem Gebiet des Luzern,!2. September. (JTA.) Dr. J. L. Magnes erstattete auf der Tagung des Kuratoriums der 1 lenräischen Universität Jerusalem einen Bericht, in dem er 11. a. darauf hinwics, daß das Kuratorium das Abkommen mit der atnerikanisch-zionistischcn Frauenorganisation Hadassa betreffend die Schaffung eines medizinischen Zentrums gemeinsam durch die Universität und die Hadassa genehmigt hat. Ferner kündigte Dr. Magnes die Gründung einer höheren Schule unter der gemeinsamen Aufsicht des Erziehungsdepartements der Universität und desjenigen der Jerusalemer Jüdischen Gemeinde an. Diese Schule soll eine Ausbildungsstätte für künftige Lehrer und ein pädagogisches Forschungsinstitut sein. Der Redner brachte sein Bedauern darüber zürn Ausdruck, daß die Carnegie Corporation nicht in der Lage ist, Palästina in ihr Tätigkeitsbereich einzuschließen. In bezug auf die Frage der Zuteilung von Einwanderungszertifikateil an Studenten wies Dr. Magnes darauf hin, daß der hohe Prozentsatz von Studenten im vergangenen Jahr zu einer Verschärfung der Bedingungen für die Zulassung ausländischer Studenten geführt habe. Insbesondere wird der Nachweis entsprechender Kenntnisse in der hebräischen Sprache gefordert. Weiter erwähnte Dr. Magnes den Platzmangel in den bisher fertiggesteüten Universitätsebäuden und erklärte, daß ein Plan für die Errichtung eines tudentenheims ausgearbeitet worden sei. Aus dem Jahresbericht Bei der Aufzählung der im vergangenen Jahr erfolgten Professorenernennungen wird in dem Bericht von dem Kuratorium darauf hingewiesen, daß die Gründung eines Lehrstuhls für arabische und türkische Philologie im Rahmen des orientalischen Institutes geplant ist. Ueber die Gründung eines landwirtschaftlichen Instituts wurde ein besonderer Berieht vorgelegt. Für die Schaffung der Universitätskliniken, die der künftigen medizinischen Fakultät angegliedert werden sollen, wurde eine siebengliedrige Verständigungskommission eingesetzt, der je 3 Vertreter der Hadassah und der Univer* sität, sowie ein Vertreter des Waad Leumi a!1 gehören. Der Bericht erwähnt ferner, daß Schritte zur Gründling einer chemisch-physikalischen Abteilung unternommen wurden. In der geisteswissenschaftlichen Fakultät wurden Geschichte und klassische Sprachen zu Hauptfächern ausgcstaltct. Als weitere Hauptfächer werden binnen kurzem hebräische Sprache, jüdische Philosophie und Kabbala hinzukommen. Als neue Gegenstände sollen eingefülirt werden: ägyptische Sprache und Archäologie von Erez Israel. lin Bericht wird erwähnt, daß die Universität sich an dem ״Muss ad Bialik“ (Bialik-Institut) nicht beteiligt und Maßnahmen treffen werde, uni das Andenken des großen Dichters auf andere Weise zu ehren. Der Senat hat eine Reihe von Plänen betreffend die Ausdehnung der Universitätstätigkeit geprüft und sich auch mit den Fragen beschäftigt, die mit der Entstehung einer Hochschule für Wirtschafts- und Rechtswissenschaft in Tel- Awiw im Zusammenhang stehen. Schließlich wird erwähnt, daß in Jerusalem ein eigenes Propagandabüro für die Universität zur Popularisierung des Universitntsgedankens in europäischefi!.ändern gegründet würde. An der Spitze der Propaganda-Aktion in den deutschsprachigen Ländern steht Dr. Joachim Prinz. Ueber die Universitätsbibliothek sind in dem Bericht folgende Ziffern enthalten: Die Zahl der katalogisierten Werke betrug am 1. Januar 1935 212470, die Zahl der Bände 287 012. Die Werke aus dem Gebiet der judaistischen Wissenschaften umfaßten 9!)8(10 Bände, ln letzter Zeit wurde auch die Handschriftensammlung bedeutend vergrößert, ln Tel-Awiw und Haifa wurden Filialstellen der Universitätsbibliothek mit vorwiegend medizinischer Literatur eingerichtet. Die Zahl der Leser betrug im Berichtsjahr 11 355, die Zahl der verliehene» Bände 37 000. Die Räume der Biblio thek sind sehr beschränkt, denn sie wurden nur für 270 000 Bände statt wie ursprünglich geplant für 500000 Bände berechnet. Schon jetzt aber si׳'i in ihnen einschließlich der noch nicht katalogisierten Werke über 320 00(1 Bände unlcrgebracht. Die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter hat sich im vergangenen Jahr sehr vergrößert und beträgt Schulwesens, und sollen die Möglichkeit besitzen, die kulturellen und ethischen Werte des Judentums zu pflegen und die neue Generation für ihr künftiges Leben auszubilden, insbesondere durch eine planmäßige Beriifsumschichtiing und Vorbereitung zur Auswanderung. Viertens: Eine geordnete Auswanderung der Juden, besonders der jüdischen Jugend, soll der Förderung aller maßgebenden Stellen teilhaftig werden. Dies sind einige Gedanken zu der Frage, wie sich die Sonderstellung der Juden in Deutschland nach der positiven Seite entwickeln könnte. Diese Entwicklung steht erst am Anfang. Die Durchführung ist in den wichtigsten Punkten Aufgabe der Juden selbst, für die wir freilich das Verständnis der nichtjüdischen Welt benötigen und zu finden hoffen. Aus der Acußeruug des Reichskanzlers scheint uns hervorzugehen, daß auch die Reichsregierung nicht eine rein negative Sonder- Stellung der Juden ins Auge faßt, sondern eine Ergänzung nach der positiven Seite des jüdischen Eigenlebens voraussetzt. Damit wäre eine Basis für eine Einordnung der jüdischen Minderheit gegeben. Unsere Aufgabe ist im besonderen, darauf hinzuarbeiten, daß diese Ein- Ordnung 1m Einklang mit den Gesetzen des Staates, aber auch nach den Erfordernissen der jüdischen Würde und Ehre erfolgt. In dieser Hinsicht hegt ein großes Feld konstruktiver Arbeit und Selbsterziehung vor uns. Wenn wir heute vor der Tatsache dieser Gesetze stehen, 80 möchten wir um unserer eigenen Zukunft willen uns nicht Empfindungen hingeben, die die Ereignisse in jedem deutschen Juden auslösen müssen, sondern daran denken, daß es jetzt nicht rückwärts zu schauen gilt, sondern vorwärts, und daß die unerläßliche Neugestaltung des jüdischen Lebens unsere ganze Tatkra't beansprucht. zur Zeit über hundert: unter ihnen befinden sich mehr als zwanzig 81» Deutschland Ausgewanderte Wissenschaftler. Die Zahl der Studenten betrug 450 gegen 309 im Jahre 5694. Fast 80 0/0 von ihnen sind Absolventen außerpalästinensischer Schulen, ein Drittel sind Studentinnen. Siebzehn Studenten erhielten den Titel Magister artium. Insgesamt beendeten Wsher 58 Studenten ihr Studium an der Hebräischen Universität (an der geisteswissenschaftlichen Fakultät). Fünfundzwanzig von ihnen sind als Lehrer im Lande tätig, elf sind Beamte oder Journalisten, vier Lehrer im Auslande, und zwar in Griechenland, Litauen, in der Tschechoslowakei und im Irak. In der biologischen Sektion stehen die ersten Studenten' vor der Abschlußprüfung. Di« Beschlüsse Ueber die Beschlüsse wurde ein CotnmuniquS ausgegeben, dem wir in Ergänzung unserer in der letzten Ausgabe gebrachten Mitteilungen, folgendes entnehmen: Akademische Würdenträger sollen nach den Beschlüssen des Kuratoriums sein: ein Rektor, der vom Senat gewählt wird und das akademische Oberhaupt der Universität ist, sowie die von den einzelnen Fakultäten zu wählenden Dekane. Dr. W ei z mann übernahm das Amt eines Vorsitzenden der naturwissenschaftlichen Fakultät für die nächsten zwei Jahre, um diese Fakultät auszubauen. Der bisherige Universitätssekretär S. Ginzberg wurde zum Verwalter mit Sitz in der Exekutive ernannt. Das Kuratorium hat ferner beschlossen, Dr. Weizmann in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der naturvmsenschaftliehen Fakultät gemeinsam mit dem Exekutivrat in Jerusalem die Behandlung einer Reihe wichtiger Fragen in bezug auf diese Fakultät zu überlassen, darunter die der Schaffung neuer Hauptfächer für Lehr- und Oraduimmgszwecke in Physik und Chemie, sowie die Durchführung gewisser Berufungen und Beförderungen. Das Kuratorium bekräftigte seinen Beschluß, eine landwirtschaftliche Studienabteilung durch Zusammenarbc-it zwischen Universität und landwirtschaftlicher Ver- Suchsstation cinzurichten. In den vom Kuratorium eingeholten Sachverständigen-Gutachten werden die Kosten nir die Schaffung und den Betrieb dieser Studienabteilung höher geschätzt, als ursprünglich angenommen wurde. Im Hinblick auf die Ergebnisse dieser Expertise hat das Kuratorium Dr. Weizmann und den Direktor der staatlichen Landwirtschaftlieben Versuchsstation in New Jersey, Professor Li pp man, ersucht, eine gründliche Untersuchung der Mittel und Wege für die Durchführung des vorgescnlagenen Planes vorz.11nehmen. Inzwischen sollen die Vorbereitungen für die Lehrtätigkeit in dm Fächern des geplanten College an der Jerusalern er Universität fortgesetzt werden; im Etat wurde für diesen Zweck Vorsorge getroffen. Die Gegenstände ״H cbriiische Sprache“ und ., J ü - dische Philosophie und Mystik“ wurden als Hauptlchr- und Gradulcrungsföcher anerkannt. Die Universitfit wurde ermächtigt, die Ausbildung von Studenten mit dem Ziel der Erlangung eines Lehrerdiploms anzukündigen. Es wurde beschlossen, sofort Professuren für Bibel und Hagu,da zu schaffen; Verhandlungen über die Berufung der ausgewählten Kandidaten sind Im Gange. Ferner wird die Ernennung eines Dozenten für neuzeitliche jüdische Geschichte erwogen. Professor Dr. Gofthold \V e i 1, ehemals Professor an der Universität Frankfurt a. Main und Direktor der Orientalischen Abteilung der Staatsbibliothek in Berlin, wurde zum Professor für orabische und türkische Philosophie ernannt. Prof. Weil wird gleichzeitig das Amt des Direktors der National- und Universitätsbibliothek verwalten. Es wurde beschlossen, Prof. Martin B u b e r, der früher an der Universität Frankfurt a. M. tätig war, eine Lehrkanzel an der Jerusalemer Universität zu verleihen. Der für das Jahr 1035/36 angenommene Etat betragt 77 600 Pfund. Es werden aktive Maßnahmen geplant, um den Juden ln allen Ländern die dringende Notwendigkeit zum Bewußtsein zu bringen, daß der Universität Mittel zu ihrem Ausbau entsprechend den angenommenen Plänen zur Verfügung gestellt werden müssen. D er Makkabi - Weltkon greß Brünn, 12, September. (JTA.) Unter außerordentlich Starker Beteiligung wurde in Brünn am 12. September der Makkabi-Weltkongreß eröffnet. Der Präsident des Makkabi- Wcltverbandcs, Dr. Hermann L e 1 e w e r, hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er den Aufschwung und die Leistungen der Makkabibewcgung schilderte. Ab künftige Aufgabe entwickelte der Redner einen Zwei-Jahres-Plan bis zum nächsten Makkabi-Weltkongreß. Zunächst müsse im komtuenden Winter die Wintermakkabiade stattfinden, d. h. Kampfspiele in allen Wintersportarten, und zwar an einem Orte in der Tschechoslowakei. Zur Zeit der Levante-Messe im nächsten Friilijahr soll in dem Makkabiastadion in Tel-Awiw ein großes Turn- und Sportfest veranstaltet werden. Die ersten Makkabi-Welt-Turnmelsterschaften sollen im Sommer 1936 in Wien veranstaltet werden. Es wurde weiter berichtet, daß in der letzten Zeit in Chile, Peru, Kuba, Indien, Australien und Tripolis Makkabi-Verbände entstanden sind. Die Hochschule für Leibesübungen, die in Erez Israel gegründet wird, soll nach dem Präsidenten des Makkabi-Weltverb,indes, ״Lelewer-College“ genannt werden. In Erez Israel wird demnächst die erste Makkabi-Kolonie ״Kfar Haniakkabi“ gegründet, der weitere Makkabi-Sdedlungen fol• gen sollen. Mohammedaner - Kongreß in Genf In Genf ist der erste Kongreß der Mohammedaner Euro pas unter dem Vorsitz des Emirs Chekib Arslan eröffnet worden. Die 60 Kongreßteilnehmer sind teils Staatsangehörige europäischer Länder, teils in Europa ansässige Orientalen. Der Vorsitzende gab eine Darstellung der allgemeinen Lage des Islam vor und nach dtr Abschaffung des Kalifats. Der Kongreß erörterte sodann in verschiedenen Vorträgen die Lage der Mohammedaner in Bosnien, die Beziehungen des Islam zu der europäischen Kultur und den Plan, eine Moschee in Warschau zu bauen. Ifauptichnftleiten Dr. Robert Weltteil, Berlin - Chailottenburg 9 (verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewetutein, Berlin W 16. Ameigenleiter und verantwortlich für den Inhalt der Araeigen: Hermann F i n n, Berlin-Tempelhof. Gültig: Anreigen-Prci-Iiste 9 vom 1. September 1935. Verlag und Anreigen- Verwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestraße 10• D.-A. August 36 350. — Druck: Siegfried Schalem, Berlin-Schöne':erg.

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