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Jüdische Rundschau · 1935-09-13 · Heft 74 (13.9.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 74 (13.9.1935)
Date
1935-09-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 JöDISCHF ׳MINDSTHAU Nr. 74, 13. IX. 1935 Auswanderung^ -Konjunktur Zur Lösung der Judenfrage Eine Rede von Gauleiter Streicher Auf einem Kameradschaftsabeiid der auslandsdeutschen Nationalsozialisten in ^rlangen sprach Gauleiter S t r e i - eher, t.r führte in seiner Rede nach dem Bericht der ״Frankfurter Zeitung־*' vom 11. 9. 11. a. aus: ..l-tidcr!;rin' es amb heute alte Parteigenossen, die glaubten, die judt. n)1age sei bereits gelb>t. Dies halte vor kurzem ein stellvettri'U-iulo (».•uleiter im \\ 1 •.ten des Reit he* gesagt. Dm-en Reuten, die die!'11h11׳l!111]0 im״״׳ not h nicht ganz begritieii halten, mü'M•!nun zuru'rn, dab der jude -ehre t lo|fn»mg noch nu'ht autgegehen Da-, WT.r 11 um ׳ii t-e Wahr heit* .'!1 £U verbu-itcn, halx* sieh der ז S,. u r m c r“ > mm /.! eit ׳ ge-etzf. Met: :m m,-| der ,,Stürmer“ d ie meini i iU-tC Va׳\\ ung i >m ü י־! liiantK. W enn v ■י I-eu'e ״elx‘, d! enen das Tun 1 T 'i| I, '־it* IH! ־‘י I Hr ht ״Halle, da nn 1111 s*».*►e man ihnen sa gen. dnü in <1 uw*m HUn kein >, Hz -.!('he, der uDh■* lachl geM־h1kdK־n sei, und Hielt' H, \\,e. jrti Linden 1. lindern k*5 ■nne . d.m EDu mit in die Familie und /H -n'nt'iä Kindt״ m zu rn liim .11׳ I n Parteifaj׳t־szci! un<.»rn habe er 1 Th WgiT'ulnüfru Ühei 1 Ü;■׳ \ 1 ׳>hu• von R il'stll'( -lüiudun^en •11. deren Sauf 1T |n d!cM.־r <־! ',iiimdm w.» uu« ׳h Flauen an wen־ nd seien. iiii'h׳ ' <hj - ׳!י ןיt׳i 1!׳ ni km;!!1 Da, k* '•mm 1׳’ im Stürmer“ ru<i u vor. IT .sei der Jude, tier * Ec Parole aulf der .,Stürmer“ sei ein p</MU>grapl11״.l1c - Ela;!. IVr ,,Siü 1 IDH . ** m'1 mit Ab.-di'hi m! gehalten. daß h׳ihn ,1!!t M-dvr Vt rHeheu k oiim z. IT komme nieht d; traut nn, da B ein paar lau*־• ix i Akademik er < ׳ID J׳ idenfr.tgf' kennen. sondern die Milli, nm, , um (K ns Vwikr. Ii! H dann werde da-, driito ׳be \0!k •'<i,il ’ AiHjGTr m de! < 'fNrthL.'h't ־ er ftÜlen könnt•:), wenn e -י biin dir Ift/lrn Tn -11־; V' n dt r Will H irtk .*■it <k r Kn-un^ der J! idenlrage durebdrunj;!!! י m." Gefährliche Utopien ln den letzten Wochen hat in verschiedenen jüdischen Gemeinden Deutschlands eine Aktion eingesetzt, die geeignet ist, Illusionen zu erwecken und jüdische Kreise, die sich mit Aus Wanderungsgedanken tragen, zu verwirren. So liegt uns der Aufruf einer ״Geschäftsstelle zur Förderung jüdischer Ucberseesietilung“ in Berlin vor, der der Gründung eines Kolonisation svereins dienen soll mit der Absicht, ein ״Hochland in Ucbersce“, welches noch nnerschlossen ist, für Kolonisation zu gewinnen. Auch Kreise, die an der Auswanderung nach Cypern interessiert sind, haben neuerdings versucht, sich an größere Personengruppen zu wenden, und erregen Hoffnungen, die bei den tatsächlichen Möglichkeiten in Cypern nicht beredttigt sind. Besonders aktiv ist jedoch auf diesem Gebiet eine ״Rcchtsvcreinigung niciitarischer Interessenten für die Südamerilca-Auswanderung“, deren Sitz in Beruhen (O.-S.) ist. Diese Vereinigung hat in der letzten Zeit mehrere Versammlungen veranstaltet, in denen von den Rednern über die Aussichten jüdischer Kolonisation in Südamerika gesprochen wurde. Die Vereinigung setzt ihre Hoffnungen auf Ecuador. Ihr Führer ist ein Herr Hanns Horst Arie aus Beuthen, der in der in Bielsko (Polen) erscheinenden ״Jüdischen Wochenpost“, einer assimilatorisch gerichteten deutschsprachigen Zeitung, für das Projekt und seine Vereinigung eifrig wirbt. Die Vereinigung hat auch bereits eine Broschüre herausgegeben, in der Herr Aris die ״Aussichten in Südamerika'‘ schildert. Noch interessanter ist allerdings eine andere Broschüre des gleichen Verfassers: ״Palästina objektiv“ (Verlag Gottfried Grünfeld, Darmstadt), die einen ideologisch wie wirtschaftlich ebenso unfundierten Angriff gegen den Zionismus und den Palästina-Auf bau darstellt. Es widerstrebt uns, die Absurditäten dieser Broschüre durch Zitate zu belegen. Wir würden auf diese Angelegenheit vielleicht nicht ein• gehen, wenn wir nicht befürchten müßten, daß in der gegenwärtigen Zeit, in der das Auswanderungsbedürfnis unter den Juden Deutschlands außerordentliche Formen angenommen hat, jeder Gehör findet, seien seine Vorschläge aucfi noch sc widersinnig. Es ist zu befürchten, daß Personen, die eine solche Konjunktur ausnutzen, eine gewisse Einflußsphäre erlangen und die beteiligten Kreise schwer geschädigt werden. Gerade auf einem Gebiet wie dem der jüdischen Emigration gilt es, mit äußerster Vorsicht zu verfahren und die tatsächlich vorhandenen beschränkten Möglichkeiten auszunutzpn. Das kann jedoch nur mit Hilfe der Stellen geschellen, die hierfür qualifiziert sind und unter rein sachliehen Gesichtspunkten auf diesem Gebiete arbeiten. Die Zahl der nichtarischen Studenten Die Wirkungen der Bestimmungen über das Studium der inländischen N'ichtarier an den deutschen Hochschulen geht, It. ״t rankt. Ztg " vom 10. 9״ aus folgendem hervor: Von den ‘)1 ■ISO inländischen Studierenden, die nach der letzten Hochseliulstatistik im Sommcrseinester 1934 festgestellt wurden, waren mir 650 A n g e h ö r i g e der jüdischen Glaub c n s g e ni c i 11 s c h a f t; dazu kommen noch Nichtarier, die nicht aus der Religionsangahe erkennbar wurden, sondern aus der Tatsache, daß sie nicht zur Deutschen Studentenschaft zugelassen worden sind, im ganzen gehörten n1t> Studenten nicht zur Deutschen Studentenschaft. Diese sind als Nichtarier im Sinne der deutschen Gesetzgebung aufzufassen. Es sind also etwa doppelt soviel Studierende der Rasse nach jüdisch wiedein Bekenntnis nach. Im ersten Hoch sch ulsemester standen von den Juden im Sommer 1934־ nur 21 (Ger 0,1 v. H. der <1180 inländischen Studenten im ersten Semester, Vergehen gegen eine arische Hausangestellte Vor der Großen Strafkammer in Frankfurt hatte sich der 47iährigc Edmund W. wegen versuchter Notzucht und fortgesetzter wörtlicher und tätlicher Beleidigung, begangen ari seiner neunzehnjährigen Hausangestellten, zu verantworten. Der Angeklagte, der Jude ist, wurde nach dem Bericht der ״Frank!. Ztg.“ vom 6, September von der als Zeugin erschienenen arischen Angestellten belastet. Sie befand sich bei dem verheirateten Beschuldigten mehrere Monate in Stellung und hatte nachher Schwierigkeiten, ihre Invalidenkarte zu erhalten. Darauf wandte sich das Mädchen an die Arbeitsfront und hier kam das Verhalten des Angeklagten zur Sprache, der Anfang Juli in Untersuchungshaft genomnien wurde. Der Fall wurde damals auch von der Presse behandelt. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr, wenn das Gericht versuchte Notzucht annähme. Sollte das Gericht zu der Annahme gelangen daß nur tätliche Bdckligung vorliege, so halte er eine Strafe von einem Jahr Gefängnis für angebracht. Das < iriicht vmirtcilte den Angeklagten wegen fortgeset/ter teils wörtlicher, teils tätlicher Beleidigung (S? 1S5 StGB.) zu neun Monaten Gefängnis. Die Untersurhuiigdt aft wurde nicht angerechuet. Die Aussage der I laUsangcMelltcii sei in der Hauptsache glaubw ürdhg äugesehen worden. Der Angeklagte habe in seinem jüdischen Haushalt dein löj,ihrigen Mädchen naebgest! Ilt und es wiederholt durch Worte beleidigt und unsittlich angefaßt. Fs habe sich .!her nicht zur Genüge feststellen lassen, daß sieh der Angeklagte der versuchten Notzucht oder Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewalt .schuldig gemacht hafte. Die Zeugin habe gesagt, wenn sie sich gewehrt habe, dann habe er cs gelassen. Das Vorgehen des Angc.-clurtdigteil bilde einen Angriff auf die Ehre e i 11 c .s d e 111 s c 11 e :1 M :1 d c I! c 11 s, der von ihr nicht gewollt gewesen sei. Bedenklich erscheine, daß die Zeugin nicht zu der Zeit, als sie sich bei dem Angeklagten :11 Stellung befand, auch noch nicht nach Verlassen der Stelle, sondern erst sechs Wochen später Anzeige erstattet habe, und daß ihre Aussage am /w eiten Vtrhamlltingstag nicht in allen Einzelheiten AMATEUR-FOTOS *ntAv ick dt. kopiert, vergrößert und «endet hinnen 24 Stunden frank n Naehn. wieder zu Walter Staadecker, Kein, Schlageterplatz יo mit ihren am ersten Tag gemachten Angaben übereinstimme. Das Gericht gehe aber nicht so weit zu sagen, daß der Zeugin überhaupt nicht zu glauben sei. Wie schwer das Vergehen des Angeklagten gewesen sei, sei ihr erst in der Partcistelle gesagt worden. Der Angeklagte habe verabscheutingswürdig gehandelt, weil er eine Rassenschändung vornehmen wollte. Er habe sich besonders nach dem Umschwung sagen müssen, daß er als Jude einem arischen Mädchen nicht m nahe treten dürfe. Bei der Strafzumessung komme In Betracht, dal! <1 er Angeklagte sich vor Jahren in häßlicher Form seines Vorgehens gegenüber arischen Madeben rühmte, Wie das ״Frankfurter V o I k 8 b I a 11“ zu dem Prozeß mitteilt, werde die Staatsanwaltschaft weitere Be- Ziehungen des Angeklagten zu früheren Hausangestellten nunmehr zum Gegenstand neuer Untersuchungen machen. Diese Dinge seien deshalb noch nicht aufgeklärt worden, weil die Mädchen aus Scham noch keine Anzeige erstattet h ritten. Ausschlüsse und Verbote Der Vorsitzende des Kreisausschusses in Rotenburg (Hessen-Nassau) gibt bekannt, daß öffentliche Aufträge für Arbeiten, Lieferungen und Fulirleistungen nur noch an arische Unternehmer vergeben werden, die u. a. folgende Bedingungen erfüllen müßten: Sie müßten mit ihrer Gefolgscliaft Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sein, müßten seihst der NSV. als Mitglieder angchörcn und ihre Lehrlinge verpflichten, der Hitlerjugend (dein BtlM.) beizutreten. Grundsätzlich ausgeschlossen von der Vergebung seien Unternehmer, die selbst oder deren Angehörige bei Juden kauften, mit Juden handelten oder mit ihnen verkehrten. Der Vorsitzende des Krcisausscliasscs empfiehlt den Bürgermeistern dringend, diese Ri.jitlhiin auch bei der Vergebung von Gemeiiuiearbciten anzuwenden. Der Vorsitzende des Kreisausschusses Rotenburg hat ferner b״sti1umt, dal! Unterstüt Zungsempfänger, die selbst oder deren Angehörige bei Juden kauften, mit Juden handelten oder mit ihnen verkehrten, in Zukunft anstatt der Barunterstüt/ung nur noch Gutscheine aut bestimmte arische Geschäfte erhielten. Wie die ״Main-Frankische Zeitung“ in Würzhurg mitteilt, hat der Stadtrat von Haflfurt den Beschluß gefallt, daß in Zukunft alle Geschäftsleute, die noch mit Juden in geschäftlieber Verbindung stehen, von jeder städtischen Lieferung ausgeschlossen werden. Volksgenossen, die nicht Geschäftsh a nman uh ־ leder - .י Yr .1!’, ii 4''j>3rt.-׳. * Rachatadv, Berlin.a.!HTvTd.Hf־tdtni’1 ׳ feilte sind — so heißt es weiter — und mit Juden verkehren oder beim Juden kaufen, können künftig auf die Unter- Stützung durch die NSV nicht mehr rechnen und werden vom Winterhilfswerk ausgeschlossen. Verboten ist den Juden das Baden an allen öffentlichen Badeplätzen. Den Judenkindern ist der Besuch der Kinderbewahranstalt versagt. Das Zusammenstehen der Juden auf den Schweineinärkten wird strengstens verboten. In dem Bericht über ■die Sitzung heißt es weiter, daß der Antrag gestellt werden soll, Juden sollen hei den Uebungcn der Pflichtfeuerwehr gesondert antreten, da man z. B. keinem SA-Mann zumuten könne, mit e nein Juden in Reih und Glied zu stehen. Angeregt wurde ferner, an den Bänken in der Promenade Plakate an/uschlageti mit der Aufschrift ״Juden ist das Benützen der Bank verboten“. Der ״! andesnressedienst des Deutschen Nachrichtenbtiros״ meldet: ״Nach einer .Mitteilung in der Lokalpresse hat der Gemeinderat der Stadt Schotten folgenden Be- Schluß gefaßt: 1. jeder Zuzug von Juden ist für die Folge gesperrt. 2. Jeder Verkauf von Grund und Boden, sowie Häusern an Juden ist verboten. 5׳. Alle öffentlichen städtischen Hinrichtungen! Krankenhaus, Vjelnvaage usw, sind für Juden gesperrt. 4. Von allen städtischen Versteigerungen ־— Gras, Holz, Obst usw. . sind Juden auszuschließen. 5. Alle Volksgenossen, die mit Juden in Geschäftsverkehr stehen oder freundschaftliches Verhältnis unterhalten, sind von städtischen Lieferungen, Unterstützungen cinschl. Fuhren auszuicftlkßen.“ in dein Orte Rommers 11 ei m in Rheinhessen wurde nach Anhören der Gemeinderätc von der Bürgermeisterei bcstimmt, daß das Hinstellen von Autos durch Juden auf Gemeindestraßen und Gemeindepliit/cn verbotet! ist. Der Oemeinderat in Meßkirch hat einem Entschluß des Bürgermeisters /!!gestimmt, daß Juden in Meßkirch niemals Zuzugserlaubnis erhalten sollen. Die ״Rheinische Landeszeitung — Volksparoie“ berichtet, daß der jüdische Viehhandel in der Eifel noch bis in die letzten Wochen in Blüte gestanden habe. Nunmehr haben die Kreisleitungen der Partei und der Bauernschaft die notwendigen Schritte zur Ausschaltung des jüdischen Viehhandeis unternommen. Die Viehmärkte werden neu ausgebaut. Juden ist .da» Betreten der Marktplätze an den Markt■■ tagen unterlagt. Wie das städtische Presseamt Magdeburg mitteilt, ist den Juden, um die deutschen Volksgenossen vor dem Zusammentreffen mit ihnen in der Stadtbibliothek, den städtiselten Volksbüchereien und dem Stadtarchiv zu schützen, der Zutritt zu diesen Einrichtungen verboten worden. Die Schulabteilung der Reichsvertretung sowie die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung (gemeinsam mit dem Preußischen Landesverband indischer Gemeinden, dem Sächsisehen Israelitischen Gemeindeverband und der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig) veranstalten vom 14. bis 17. Okt. in Leipzig eine Arbeitstagung für die jüdischen Lehrer Sachsens sowie der östlichen Provinzen Preußens. Vertretung von Nichtariern gegenüber Versicherungsträgern in einer im ״Reichsanzeiger“ veröffentlichten Verordnung wird bestimmt, daß zur Vertretung gegenüber Ver- Sicherungsträgern und Versiehe rungsbehörden in der Reichsversicherung u. a. nur Rechtsanwälte, die bei einem deutschen Gericht /!!gelassen sind, und geschäft*- fähige nahe Angehörige berechtigt sind. Kann sich eine Partei nicht durch einen dieser und der weiter aufgeführten zur Vertretung berechtigten Personen vertreten lassen, so können auf Antrag im Einzelfall andere Personen als Vertreter zugelassen werden, wenn ein dringendes Bedürfnis besteht; insbesondere können in diesem Falle Nichtarier als Verfreier von Nichtariern zugelassen werden. Der Reichsarbeitsminister kann bindende Richtlinien für die Vertretungsberechtigung erlassen. ״Jüdische Jugend im jüdischen Land“ Wie im Vorjahr bringt die ״Jüdische Rundschau“ auch diesmal als Neujahrsgeschenk des KKL an die Leser eine umfangreiche Palästina-Bildbeilage heraus. Während die letzte Bildbeilage dem Thema ״Haifa“ gewidmet war, ist diesmal als Grundmotiv ״Jüdische Jugend im jüdischen Land“ gewählt worden, im Zusammenhang mit der Arbeit zur Schaffung einer neuen Jugendsiedlung, an die die Freunde des KKL und der Jugend-Alijah jetzt gehen. Gegen 60 besonders schöne Photos führen aus dem geschichtlichen Palästina durch die neuen Städte hinaus auts Land, zu den Hauptorten der Jugendalijah, die bei Arbeit, Rast und Festen ncobachtet wird, und schließlich in die vorderste Linie der Kolonisation, nach Huieh, über die eine Erstveröffentlichung von Photos berichtet. Die Nummer Ist von Dr. E. Mechner in Tcl-Awiw zusammengcstellt, Bild- und Satzinontage stammen von Ottc Walisch, die Bilder in der Hauptsache von Z. Kluger. Die Umstellung der Juden auf den Handei. Als Lieferung 4 des Handbuches zum Alten Testament, 1. Reihe (Verlag J. C. B. Mohr in Tübingen) ist Bogen 6—10 des Biblisehen Reallexikons von Prof. Kurt Galling erschirneu. In dem Artikel ״Handel und Verkehr“ macht Galling auf ursächliche Zusammenhänge aufmerksam, die zwischen der Umstellung der Juden auf den Handel und ganz hestiin inten geschichtlichen Voraussetzungen in der Diaspora bestehen. Galling licht hervor, daß die Juden noch in der persisch-griechischen Zeit den Kaufmann als ״Kanaanäer“ bczeichneten, daß aber diese Tatsache nicht ausschließt, daß sich um 000 —600 v. d. gew. Zeitrechnung und weiterhin mit einem bodenständigen israelitischen Handwerk auch ein eigener Handel entwickelte. Doch spielt weder der Binnenhandel n-och der Fernhandel, auch nicht in der nachevilischen Zeit (vgl. Neh. 10, 32, 13, 16 ff.), in Palästina bei den Israeliten und Judäern eine bevorzugte Rolle. Die Um- Stellung der Juden auf den Handel erfolgt unter ganz bestimmten geschichtlichen Voraussetzungen in der Diaspora, wie das durch die Eiephantinc-Papyri des 5. Jahr- Hunderts und die Berichte über Alexandria (H. J. Bell, Juden und Griechen im römischen Alexandreia, 1926) für Aegypten und durch die Kontrakte der Firma Muraschu und Söhne (E. Fbeling, Aus dem Leben der jüdischen Exulanten in Babylonien, Programm des Humboldt-Gymnasiums zu Berlin, 1914) für Babylonien bezeugt ist. (Sp. 263.) Rabbiner Dr. Ernst Steck eimach er Die Entwicklung Palästinas. In einer Zuschrift an die ״Times“ vom 10. September nimmt Robert Waley Cohen zu der Frage der Weiterentwicklung Palästinas Stellung. Palästina sei sehr aufnahmefähig und könne viel produziereu, wenn jeder Jude, der dort Arbeit finden kann, auch ins Land dürfte. Mit der Entwicklung der Verkehrsmittel würde sich Palästina vor allem eine besondere Stellung Im Wirtschaftsleben des Vorderen Orients erwerben. Eine schwer arbeitende und unternehmende Bevölkerung sei eine Quelle nicht von Armut, sondern von Wohlstand für d*s Land, du diese Menschen anziehe. Nächste Abfahrten nach Palästina: Dampfer Auaonia 14. 9. ab Triest, Dampfer Gerusalentme 18. 9. ab Triest, Dampfer Polonia 18. 9. ab Konstanza, Dampfer Palästina 20. 9. ab Triest, Dampfer Esperia 21. 9■ ab Genua, Dampfer Champollion 23. 9. ab Marseille, Dampfer Galilea 25. 9. so Triest, Dampfer Pilsna 26. 9. ab Triest, Dampfer Tel-Aviv 27. 9. ab Triest, Dampfer Carnaro 27. 9. ab Trieit, Dampfer Mar. Facha 27. 9. ab Marseille, Dampfer Auaonia 28. 9. ab Triest. Margraf & Co., Juwelen ־ Gold - Silber 0. M. ■. H. RUF! •AMMILNUMMER AS FLORA •Ml Die schönsten Geschenkartikel in reichster Auswahl / Auch Ankauf UNTER DEN LINDEN 8 l*»rn im hotrl Bristol / TAUENTZIENSTR. 18a kki nOrhrrrmr •tr. / KANONIERSTR. 9 ENGROSABTEILUNG ו

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