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Jüdische Rundschau · 1935-09-10 · Heft 73 (10.9.1935) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 73 (10.9.1935)
Date
1935-09-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 73. 10. IX.935 ו JÖDISCHE RUNDSCHAU Seite 11 Wie gestalte ich den Schabbat? Für Schabbat, 14. September Wochenabschnitt ״Kl Tawo“ (V. B. M. 26, 1—29, 8.) I. Dieser Oneg Schabbat gibt uns Gelegenheit zu einer Würdigung des verstorbenen Oberrabbiners Abraham ji/chak Kuk. ln der jüdischen Presse dieser Tage ist Material enthalten, das sich verwerten läßt. Eine systematische Dar- Stellung seines Schaffens und seiner Ideen findet sich in der vom Misrachi herausgegehenen Zeitschrift ״Zion“, Jahr- KVI, Nr. 2—5, von Dr. S. Schlesinger. Eine besondere spielt in diesem System die jüdische Seele, die nach Kuks Auffassung auch der Unfromme in sich bewahrt hat. ״Wenn der Funken, der in ihr noch glimmt, gepflegt wird, kann er erweckt werden zur heiligen Flamme.“ Diesen Standpunkt begründet er halachisch und er fließt nicht etwa aus einer besonderen Liebe zum jüdischen Menschen, einer ״Aliawat Jisrael“. Im Gegensatz zu vielen Thoragelchrten stand Raw Kuk der Hebräischen Universität Jerusalem wohlwollend gegenüber. Er hielt auch die Weiherede bei ihrer Eröffnung. II. Unsere Sidra erzählt von dem Darbringen der Bikkurim zur Zeit des Tempels und von dem Bekenntnis, das jeder, der die Erstlinge brachte, abztilegen hatte. Es kommt dort die historische Verbundenheit jedes einzelnen mit den Uranfängen seines Volkes klar zum Ausdruck. Dieses Fest kann Im neuen Erez Israel seine Auferstehung feiern. Nach Haifa kommen die Vertreter aller Siedlungen mit ihren Früchten und dem Erstertrag ihrer Ernte, deren Erlös dem KKL zufließt. Hl. Die ״Tochacha“, die Strafandrohung aus dem II!. B. M., ist in unserem Wochenabschnitt wiederholt. Gegen Ende der Thora wird also noch einmal klargemacht, daß Segen und Finch abhängig sind vom jüdischen Volk seihst, das es in der Hand hat durch Erfüllung seiner ihm gestellten Aufgäbe, sein Werk zu segnen. Als Ha/tarah wird Jesaja, Kap. 60, 1—22 gelesen. I. E. Perei als Erzähler Wir wollen einmal einen Blick in die jiddische Literatur und auf ihre Träger werfen und versuchen, den Weg, den einer ihrer originellsten Köpfe gegangen ist, zu verfolgen. Dabei wollen wir aber nicht in den Irrtum verfallen, langatmige literargeschichtlichc Gespräche zu füllren, sondern an Hand einer Geschichte, die wir uns auswählen und dann lesen wollen, die Welt des Dichters und seiner Helden, die an Eigenleben und Eigenständigkeit reiche Welt des Ostjudentunis kennen lernen, Perez war einer derjenigen, der diese Welt uns wieder zurückgegebeu hat. Er hat sie für uns wieder entdeckt und uns ihre Größe und Schönheit schauen lassen, ln seinen chassidischen und volkstümlichen Geschichten hat er sich uns als der wahre Meister gezeigt. Er hat eine alte Welt zu neuem!..eben erweckt, sie vertieft und abgeklärt. Diese Welt ist die des Chassidismus. Wir tun gut, in diesem Zusammenhang uns über das Wesen dieser eigenartigen Bewegung zu unterhalten. Wir wissen, daß zu einer späteren Zeit diese Erneuerungsbewegting an Rein 11 eit und Tiefe verloren hat und um die Mitte des 10. Jahrhunderts bereits im Niedergang begriffen war. Sic artete bald in tiefsten Aberglauben aus. Perez sah hinter dieser dicken Schale eines fanatischen Aberglaubens tiefe Ursprünglichkeit und unendliches Licht. Von da schlägt ihm, dem ewig Suchenden und Ruhelosen, ein Quell der Begeisterung und der inneren Wärme entgegen. In der rnvstisehen Verklärung sieht er die wahren Kräfte des Volkes, in der reinen, unbeirrten Gläubigkeit sieht er seine Größe und Tiefe. Und so geht er auch an seine Geschichten heran. Nehmen wir z. B. die wundersame Erzählung ״Die Kabhalisten“ und lauschen auf den besonderen Ton, der uns von d.1 herüberklingt. Was für eine eigentümliche Welt offenbart sich uns da, weiche unheimlichen Kräfte wirken dort und erhalten all die Innigkeit und Schönheit jüdischen Lebens! Es ist das vertraute, weltverlassene ostjüdische Städtchen, mit seinem Bet- und Lehrhaus, mit seiner unsagbaren Armut Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Elbing. In der Synagoge fand im Rahmen des <!nttesdienslcs eine Herd-Feier .statt. Die (irdeiikrede hielt Rabbiner Dr. Ncufohl. Die Zioni «tische Ort-,<0<ן<ןחי1י• veraimtaltete ein׳' Herz!־Miaiik-I׳Yicr. in deren Mit teljumkf eine (iedenkredc dos Ortsgruppenleiiers, Allred Salwitz, stand. Gleiwi'tz, Der Ktat der Gemeinde u'urde mit knapp 1X1 000 RM. in Finiiahmcn und Angaben verabschiedet. Kino Krhühunß der Steuer•• zu sch hi ge steht nicht in Ansicht. \Yid(־r>prm־hdos wurden (/um ersten Male) Au'.fraheposten für den Palästinaaulbau (200 RM.), für den Bar Koehba (150 RM.)., für den llenhaluz (120 RM.) und für die Hebräische Gnive(sitat (50 RM.) eingesetzt. Hagen. In einer ׳״uhireirh bemühten Urts^rup|K1־i־Veranstaltm1g sprach Theo BeiR (Dortmund) über die ״Gesvltiehie des Konpreü-Zituiisdnus*4. Zar Intensivierung der Arbeit sehuf man einen Arbeitskreis. Hindert bürg. Vor einiger Zeit fanden dk־ Neuwahlen m den OemciiKlekot pcrsuhalu•!! statt. Rcpiaseiif amen wurden: Viktor Kl ins (zion.), R.-A. Dr. Fholwr ( zion,). Mnx GrisHimann (Hon.), Dr. med. Weinstein (zion.), Dr. med. Werner (/um.), Oskar Weißln-m1 ׳ (/km.), R.-A. Berger (Üb.). R.-A. Du Rohm (Üb.), Khrmann (üb.), Kurt Grünberger (üb.), Kuyen llerzka (lih.). Richard Kaimr-ZaDtr/e (üb.), Nathan Srhirukauei M ikult-rlüitz (üb,), j leimarm Tichauer (Üb.), Josef Zimmcrtnann (hb.j, Der Vorstami setzt sich wie folg! zicamme-n: R.-A. Schindler Dem.), R.-A. Dr. Scharfer (parteilfo). Zahnarzt Dr. Adler (parh׳i!<K), R.-A. Kent M-hiiU (Üb.), ],einer Michaeli« (Üb.); St eil ver 11 et er: Amt •;gm ich! - rat l>m־ gm nnn (zion.), .Arthur Knoche (lib.p Latiphcim.! nie!־ der Führung thm, I.-rael. Vorsteher.tmteי wurde am 26. Augua der Kulturbund baiipheini gegründet und IFmpdehror Salli Silbe!manu zum Vor-itzenden ernannt. - Die Deut-chludi-chc luoeiHlgetnein-ciiaü Latiphcim hat ihren Titel in .,Iü<üsHk׳1־ fügend- {)und‘־ umgewandeü. Dur Vormund bestellt aus: Rudel! Bergmann und Ibn-t Lovi. - Der Kulturbund hat einen zweiten Neuii/luaisehen Spiarbkurs einge! iebu•!, der starken Bezieh aulwcist. Marienwerder. Bei einer ncr/.l-Fcioi spiaehen Herr Gedrer, Frau Krombach und Herr Schehelowit?. Rabbiner Dr. Nemeld veranst alt etc liier mul in der Nachbar״erneindc Stukur Ram!>amte!ern. Mönchen. I)!e Zioni-tische Ort ־gruppe veranstaltete am 22. August (,inen gut bo-aichtcn Ortsgr11pi)ena!.Hkn<.l. der als gelungener Auftakt der 11 erb-tarbeit zu betrachten ist. Von verschiedenen Referenten wurde Bericht über den XIX. Kongreß erstattet. Die aulmeik-anie Wdoügung des Gebotenen iiel.» deutlich das große lnteres-e an den hreigsib-en in l.uzern nkeimcn. - - Fincn Inlmmal 1 >nsubend über (len XIX. Kongieß veransraitete <lie Zionisti-rbe ( )rl>gnjj))K• am 26. August. Die Btait ־htcrstal Hing h.uien Dr. Fli.sabeth Kohn und Dr. M a\ I’erele - übumommen. Rejjensburg. Am 22. Juli wuidu rin Palästina-Film gezeigt: bier7.11 hielt Ibduriib k'reuilenbergcr ein Referat. Am 4. Juli erloigte die Xetigründung der Zioni•-! isebeii ( )!ז >gni;«pe, die bis beute 43 Mi(־ glieder zählt. Der Au-r hul.'« -et/t -.ich /:11-annnen am den Herren: Walter Kroner, Hrn-4 Iäiieield, 1 ier ni i :1r<! RaHUilnTg, laidwig Heller und Heinrich Kahn. Suhl. Am 19. August, hielt Dr. Altert hum, Leipzig, in Gemcin.-t haft mit Siegfried Rittberg, Ohrdruf, eine gut beMirhic HerzblUaük-Felor in der Synagoge ab. Dr, Aheftlium ver-tund es au •gezeichnet, das Verbindende und \'e1-cbit:denarligs.‘ der b ideu Gc-talteu hcratiszuarbeiten. Seine Ati-fühningen wunlen umrahm! von Re/ilaü'tien aus Bialiks Werken durch Siegfiietl Rittbc-rg. Ankündigungen Frankfurt am Main: Am 15. Septmi!!,•!־ wird (iemeinderabliiner I>r. Ihüiinann im Rahmen deum 6.15 Ihr heg1!1t1e:.d׳-n Abcudgot ms* dieiotes in der Svnagoge am B; >ן׳;וח ihn /. ena־n llr-ped für Raw׳ A. J, Kuk hallen. — Rabbini'Hie ladiran ■aaÜ Jdiiwa“. Das Wintersemester beginnt am 28. Okmhcr. Ai m!u'! hu .;vn wanden entgegciigenonmieu bi- 10. Oktoln'r au Hm Km.יtu!;um ׳!er U.tbbmi-eben behninuah ,,Jcsdäwa‘\!־'r.inkturt;tm Main, d Iu m»aldu r. 6. — Hamburg: Kundgebungen <!ellcchalu/. am 11. September m Her JiidLrhen Schule, Altona, Pa!ma!lh\ 8.30 I In׳: ,.Da1 Berechtigung des Zionismus‘‘. Releivm: l.e״ <ni1 זL״ y»; am 12. S<ptember im Gonveut garten. Fiiblent w־iuU\ 8.30 \‘U1\ Koten!8: Rn! Abaron. Merka•. I leebaluz. - Leipzig: /0;ייוי h<• \ riemig'ing. M ii;״biedervc! '.uniii liihg am 10.!8.3 .ן■״!״t) 1 'hr. Turnhalle der Hofieren Israelitischen Schule. Ge״ m\ - Ad׳ •ü su. 7. 1׳ ן< '- ׳rcrbni <i!e K.uiyreljdelegierten Dr. Ibitz I.״׳-ben-t ־in und I >1 . Ludwig Lohmnmd über die KongreljergH-m -• and di׳ /d-.n!c i;:, A! I יו •י - München: Zion. < bt -gnipju. Am 12. Npc!!1יי'.׳2: ,:״ l hr, >:!/! m .׳ ■ ■ na! der <!e• mntide: Kong! c i'ä a 1 j, h! vm Do R: i:.ud Fi•׳!:. Familien-Nachrichten Herr 1 );miel B a r um!!•Iah M ■1: i.! Id. Khia l־ali׳!.Hu im i. Brn, heed 1 ci 1 am 2!s. St ן )׳muh. r Hm Hm m II־, he! um r < 'Haitu Sriiülih 1 '־! , ,i u m v 1! :1 :! 1 1־ 1e e! :;,h. I '.iile. I><k1־f am, Kh> sin 1!״. 6, i 11 ׳ e elKe,:1!,..|| ■״/:ll. Herr \VaÖt׳r M c v e r ׳; ״:! Ia.1'1 (' h. ״;; ü. II׳, ,:! .|| ,״./:-־.ladt, Bede bpr-tr. 1, , üryiii; afll ,U M 22. \m.׳ ׳.-:׳׳ .1!:.- e/i e ״.! Itc.l 1 a i ״ ׳1 n (׳ h V k nm '::׳:t!ö.ee M K.I H״ü; : 4.!)׳•y׳HH־n am 8, Srp! ruihcr .1: r kl > ,e ״1 1 r.,!, I -ein t 1 ׳ D.tG «t S r h 1u , r! n , 1!!!.. ( < י 4 Ke ö. i. Ha., k-iiMl v am 1. ־,! י' Srj;! 1! O i 1985 -< .1 a ■!. 6 ׳ diHi .!!im, Inan 1 i I! i 1 , i W a! 1 a «־ h.;׳, s! ״׳.■: H ־ '׳ - uh: .Sep ־12 hl ee,;:..״1 . turnhui tb'11 7t), GH ui! 1 ז ,! Bar Mizwah-Termine Am 14. Sr|.1rmi׳״r 111. lätil: 1 i!!1/ Iv .1 i .■ v r. S.׳lm vim Josef Kai-n, l״'r.0]S1.׳n1 H.0L,’ (lol׳׳n. Am 14. Sepu-mluT 10. K!u!: Hrlni'il K .1 r 1 e ]. XUm v״n Al'.ied Kaiii•!, Mai itanma.U'r, iuii',1 •1. 3. Am 14. September 1b Kaleel R o ■ e n7 \v c-: p. Sehn 1U'S ver-torbetten Kran/. R׳oetes\e!p, l'iaibe'u.1! Oben). I'.\ ״ -eie rk ״ t r. IG. und Hoffnungslosigkeit. In einem Winkel dieses halbverlallenett, verfinsterten ßeth-ha-Midrasch glimmt eine Flamme: die /.we! Kabbalisten, Meister und Jünger, die für das äußere Auge kaum sichtbar sind, dennoch ist dir Leben voll Herrlichkeit und Kraft, in der Gestalt dieser Helden tritt uns jene unsagbare und unaussprechliche um Gott und mit der Welt ringende Sehnsucht nach Erhöhung und Erleuchtung, Kasteiungeit, tägliches Fasten, Entsagen der Welt und ihrer Genüsse gegenüber mit dem einen Wunsche: die höchste Geistigkeit ni erlangen. Schwer ist dieser Weg, aber die Männer scheuen ihn nicht, sie wissen, daß ihrer dann die Erlösung, das Einswerden mit Gott harrt. Ihre Sehnsucht ist der Schönheit 7uge\\ endet, einer Schönheit, die man nicht mit dem Auge sehen kann; allein man kann sich 11 ach ihr sehnen, man kann sie erfühlen, erhören, aber ni.ht erlernen. Und der Meister kimde! seinem lauschenden Jünger: ״Es gibt Melodien, die des Wortes bedürfen, das sind die niedrigsten . . . Es gibt Melodien höherer Artung. Lieder ohne Worte voll Adel und innerer Weihe . , . Aber die echte .Melodie braucht der Stimme nicht. Sie klingt tief in unserem ller/eii, in unserem tiefsten Innern..." Die Größe des Menschen bestellt in seiner tiefempfundenen Inbrunst, in ■dem Unaussprechlichen, in dem stillen, tonlosen Gesang, in der Melodie des Herzens, in dem .stummen Zwiegespräch zwischen Mensch und Gott. Als in der Nacht der Schüler voll Innerlichkeit und tiefen Erschauerns aus seinem Schlafe erwacht, da weiß er zu berichten: . ich fühlte, daß alle meine Sinne sich schlossen. ... Aber innen, innen sang es ... ganz ohne Worte ... so ... ja ... so..." Die Ekstase steigert sich immer mehr, das Erlebnis wird stärker, ausdrucksvoller, lebendiger: schon kann es erfaßt und ausgesprochen werden, aber da ereilt ihn sein Ende. Das wild pochende und erschöpfte maischliehe Herz ist zu schwach, fallt nicht mein׳ die Fülle, die Kraft des Offenbarten. Er stirbt. Hat er jetzt die höchste Stute der reinen, körperlosen Melodie erreicht? Perez gibt uns darauf keine Antwort. Aher wir wissen, daß für Perez die Weit der reinen Melodie die luiehsfe Stufe darstellt, in der sieh der Mensch Gott miherb An Literatur bedienen wir 1ms des Bandes ״Ostjüdische Erzähler" von Alexander E! i :1 s h e r g, sowie Theo* dor Zlocisti: ״Aus einer stillen Welt", Berlin 1010, wobei besonders die Einleitung lesenswert ist, 1 )as ״Jüdische Lexikon“ gibt unter Perez noch einige Literaturnachweise, J. M. .411,1 dem Hebräischen von Dr. Max Mayer, Jerusalem 5. ForUetr.ang Nachdruck verboten 4. KAPITEL ״Station M ü d c“ Von verschiedenen Seiten aus drang das Werk ins Ocdland vor. Striiuelier und 1 h'idegrströpp waren so sehr ineinander \erflocl1len, daß man sie zuerst ausroden mtilJle, um für die großen Maschinen einen Weg zu ebnen. Im Oedland waren Sümpfe und Seen, die inan nicht, durehdriogeri konnte, ohne zuvor ihr Wasser in Kanülen zum Flusse abznleilen. Das Wasser des Flusses, das im Sonirner langsam über Felsen daliinf'ließl, tritt m!'( Anbruch des Winters über seine Ufer und droht alles, was sicli seinem Lauf enlgegcnslellt, zu überschwemmen und mitzureißen. Das Lager des Werkes war in Abteilungen gegliedert, deren jede seine Arlx-it tat. Die Abteilungen entfernten sieh immer mehr voneinander. Während das kiesgopolslerto Uhnussceband sieli tiefer ins Oedland rollte, die lleidefelder immer breiter ausgebrannt wurden, und das Netz der Bewässcrinigskaniile den großen, binsenbewaclisetieu Sümpfen näher kam, konzentrierte sieli das Ilaupllagcr auf einer kleinen Anhöhe. lieber der Anhöhe stand eine Staubwolke, und dumpfer Metall- und Eisenlärm dröhnte von ihr. Lange Baugerippe stiegen im Kreise ülrer der Höhe an und wurden mit Blech und schwarzem Asbest überzogen. Nacheinander wurden die Gebäude für Werkstätten und Maschinen und die lauggezogenen Magazine, Speise- und Schlafzimmer fettig. Zusaiiunen mit dem Bail der Münde wurde aueii die Betonarbei! in Angriff genommen, bei der schwere, graue Kolosse gegossen wurden. Hier wurde die erste Station des Werkes errichtet, und von hier soll künftig kompi imieiie Luft. Triebkrall. Lieht und Masse!• naeli den Orlen geleitet werden, wo sie heim forl-rhreiteiulen Findlingen der Arbeilsabteihmgen ins Herz des Oedlands gebraucht werden. Die!,eilte trieften bei der Arbeit mit den schweren Eisenteilen, die in ihren gleißenden 1 ,ackidiei zögen 11ml ihrer glatten Melallmasse von der Sonne gesengt wurden, von Schweiß. Die Auf- und Abladek raiic waren noch nicht in Ordnun״ gebracht, und die Montier!mg der schweren Teile geschall mit der Hand, und wenn die Männer des Lagers sieli zur Mahlzeit zusammendninglen, sali es aus wie ein Haufen schwarzer, rußiger, sehweißgehmleler Muskeln. Ingenieur Agar ging während des ganzen Tages hin und her, ließ einen ermunternden Bück filier die Arbcilcndrn schweifen, und wenn eine Arbeilergruppe sieli im Takt an einer der Maschinen ahmülilc, blieb er sieben, und wenn sie einen Augenblick eiiibiellen, sagte er: ״Das ist die ersle Station, Leute, Sie ist schwerer als alle anderen.“ Freilich, die erste Station, zwinkerten die Leute hinter seinem Bucken. Station des Schweißes“, ging ein verhaltener Witz durch die Reihen. Als Agar sieh entfern( halte, erreichte Um eine Stimme, die vom einen Ende der Gruppen Lis zum anderen erscholl: ״S t a I i o 11 M ü d c!“ Agar lächelte hei diesem aufrichtigen Wort, das sieh dem Herzen der Arbeitenden entrang: ״Station Müde“. Die Arbeitsleistung von heute gesellte sieli der Arbeitsleist 1111 g von gestern. Das asphaltierte Chausscehand drang zwisehen die Höben ein, über die liefen Täler wurden Betonbrücken gespannt, und auf (len Fisensi'hienen liefen sand-, stein- und zcmeiitbeladeiie Maggons hin und her. Von der ״Station .Müde“ zogen nacheinander die großen ,.Maulwürfe“, Kies- und Betonniascliincn aus und tasteten auf der Chaussee langsam ihren Weg ins Innere des Oedlands. Die ״Stiilion Müde“ wurde immer ruhiger, und das iinaufliörlielie Geräusch der Dieselmoloivii war hörbar, die die Werkstätten in Betrieb setzten 1111:1 Ströme von komprimierter Luit, von Lieht, Molorkraft und Wasser den Abteilungen naelmnudten, die mit ihren Ma-elunen ins Herz dm ()!■dl,uiils dran een. .11׳ tiefer sie mit der Ghau--er!nuabkamen, öe-to dniekender wurde die liit/e de- /n 1-elien Benzen eu!Lfevridomenrn Oet! 1;mde•.. de-io oder wurde <e!n Süddiek. ״Das i-t die Holle. Ge-elbi'lia f'1!“ murmelt:• |ss;1r von sei- 11er l.okoutotive herab, deren!',neu mi rduhend heiß war, daß man es nii'lil mehr an/111.1"- * ■ 11 ver.. Aael!e 1 nainier ver-rhw anden die \ntednuaen au! beiden Seilen der Chaussee. |־׳dr zur \ 111*111־ an dem dir aneew ieseneu Platze, und auf dem parallel mi! der Chans-re lauieiiden Seliieiiennet?(• wurden!leihen vm stein-, kim- und sandbeim lenen lauen am״e-־elml!et. Sleinhniehe wurden eröffnet, die ,,Maulwürfe“ wurden mit ihren ״r! >!':en liebeln gegen die Berghohen gewandt, und unter üaueli und Aeebzen, unter Keltenknirselieii und AmpuI len 1 h r k111״ plauderten Luit w urden lausende Kubikmeter Fni'i־Indien und sei!« arz.fr Basalt voll der Stelle gerissen. Als Jizchnk mil den Sleinli.'iiieru an die M and des Steinbrot-hs neben dem Flußufer kam, war es eine schwarze Steininaner, mit grauen Flecken liier mul dort, und mit. Strauchwurzeln, die sieh zwischen den Steinrilzen veid'lochten hallen. Aller als die Lufthämmer die Bohre!• ins Herz der Steine getrieben hatten und die Gänge mit Dvnaniit geladen worden waren, da zersprang die Steinmauer, in eine Staubwolke gehüllt, linier Donner und Sleinregen. Und als ,lizeliak mit seinon Sieinhauergenosseii sieh <1.1 rar! niaelile, den Sleinkolofi mit Hämmern zu zerschlagen, da stand ihnen gegenüber ein© zerklüftete, zerrüttete Fclsmauer in abwechselnd braunschwarz,-grauer Farbe. ״Sehl, wir haben die Mauer ״ oil'iiel, Gesellschaft ■—" überblickte .lizeliak mit geübtem \ das Steinbereieli. ״.letzt kommt die Reihe an 1F - Ihimmei“ erwidern die Steinliaiier lustlos: denn soLiim die Hand noch nicht, den Hammer gefaßt hat, ist sie sei 1 in pp. aber sobald der erst« und zweite Schlag getan ist. voll/miit -ich dm \ erliindung zwischen Hammer und ll.ind. zwi-riien St1 :״ u 1d \11ge des Steinhauers. Der Hammer fällt lmn׳its .,eig 0 •1 \dern des Steines, Jizeliak schlägt und der Stein -pa M :ich in seine Schichten, l״s|, sieli ab und fallt nieder. I,'״- Kurpei richtet sieli auf, beugt sieli nieder: zwischen den Mud,ein und dem Stein ist ein seltsamer Itliv tlimus ('i slauih'ii: Schlag — Atem schöpfen! Atem schöpfen — Schlag! 1,1111 so fort.

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