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Jüdische Rundschau · 1935-09-06 · Heft 72 (6.9.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 72 (6.9.1935)
Date
1935-09-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 72 6 IX 1935 Sertfe 3 Weizmann schließt den Kongreß Dr. Chajim Weizmann (von lang anhaltendem Beifall begrüß!): Geehrter Kongreß! Wir kommen nun zum Schluß unserer langen Arbeiten. Urid bevor ich einige Schlußworte spreche, die mir heute Nacht noch Zufällen, möchte ich vor allen Dingen dem Schweizer Volk und den Eidgenössischen Behörden in Ihrem Namen und im Namen des Präsidiums und im Namen der neugewählten Exekutive herzlich danken (Beifall) für die Möglichkeit, die sie uns in ihrer Güte gegeben haben, hier in dieser schönen Stadt und iiri Rahmen einer herrlichen Natur unsere Sitzungen und unseren Kongreß abzuhalten. Ich danke auch herzlichst den Behörden der Stadt Luzern, die unseren Aufenthalt hier in ihrer Liebenswürdigkeit, außerordentlich angenehm gestalteten. Ich danke ferner der jüdisehen Gemeinde der Stadt Luzern, die uns in diesen Tagen zur Erleichterung unserer Arbeit verholten hat. Ich danke ferner Herrn Dr. Kahn und Herrn Dr. Ullmann (Beifall) und den anderen Beamten der Zionistischen Organisation, die in diesen Wochen eine schwere Last getragen haben, ich danke den Ordnern. Vielleicht habe ich sie manchmal etwas strikter gehandelt, wie es sein sollte — ich bitte um Entschuldigung, aber sie haben ihre Aufgabe ausgezeichnet erledigt, ich danke auch den Vertretern der Schweizerischen ״Sccuritas“, die die Kontrolle, manchmal schwer zu halten, über den Eingang und Ausgang der vielen Delegierten und vielen Gäste mit einer Liebenswürdigkeit und Pünktlichkeit erledigt haben, die wirklieh unsere Dankbarkeit verdient. Wir werden uns mit Freuden an die schönen Tage erinnern, die wir in dieser Stadt verbracht haben. Und ich hoffe besonders, daß unsere Landwirte noch Gelegenheit nehmen werden, die Organisationen, die mustergültigen Institutionen dieser Republik bcsonders auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Milchwirt- Schaft anzusclien. Wir haben manches zu lernen. Und nun, geehrter Kongreß, habe ich Ihnen persönlich zu danken für das Vertrauen, das Sic mir erwiesen haben, indem Sie mir das etwas schwierige Amt des Präsidenten der Zionistischen Organisation übertragen haben. Ich erinnere mich noch dar;)•׳, was dieses Amt bedeutet, und deswegen erlaubte ich mir zu sagen, daß es etwas schwierig ist. Aber, bevor icli weiter auf einige Bemerkungen eingche, möchte ich dem abgehenden Präsidenten, dem jetzigen E 11 r e 11- Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, der auch wichtige Funktionen für die Arbeit übernommen hat, Glück wünschen zu seiner neuen Arbeit. Mögen ihm noch viele Jahre fruchtbarer Arbeit gegönnt werden, und ich hoffe, daß er uns, der ncugcwüliltcn Exekutive und dem neugewähiten Präsidenten den Vorteil seiner Erfahrung nicht versagen wird. Meinem Freunde Locker, der diese Exekutive verläßt, wünsche ich Glück in seiner Arbeit, jetzt, wo er wieder in den Reihen steht. Ich hatte die Möglichkeit und die Gelegenheit, ihn an der Arbeit zu sehen, und ich kann nur sagen: Locker ist jung, er wird zu uns bald wiederkommen. (Lebhafter Beifall.) Ich danke den Majoritäts- und den Minoritäts- Parteien, die durch ihre mustergültige Haltung während des Kongresses (manchmal, wie ich gehört habe, zu mustergültig), cs dem Präsidenten erlaubt haben, den Kongreß mit einer verhältnismäßig kleineren Anspannung der Kräfte zu Ende zu führen. Für mich war die Haltung gerade der Oppositionsparteien ein Zeichen unserer politischen Reife und des bedeutenden Fortschritts. Ich wünsche der Opposi-tionspartei, daß sie einmal zur Regierungspartei wird; vielleicht wird sie dann sehen, dal! diese Unterschiede, welche nur daraus fließen, daß bei einem die Geduld länger dauert und beim anderen kürzer, nur Unterschiede in der Gedulds- Intensität, nicht im Wesen der Sache liegen. Und so hoffe ich, daß die Oppositionsparteien die Rolle freundlicher Kritiker der Arbeit spielen werden. Geehrter Kongreß! Es ist üblich, in dieser letzten Ausspräche das zu summieren, auch zu resümieren, was der Kongreß geleistet hat. Ich werde dieser Tradition nicht folgen, erstens weil schon einige Redner das zum Teil getan haben und zweitens, weil ich nicht wieder der Tradition folgen will, den Kongreß uni 2 oder 3 Uhr morgens zu beenden. Ich möchte ihn noch in einer halbwegs frühen Stunde zu Filde führen. Aber vielleicht eine Tatsache kann diesen Kongreß als einen bedeutenden bczeichnen, und das ist die Einigung, die Brücke, die zwischen zwei Welten auf diesen! Kongreß geschlagen wurde. Mit einer Toleranz und einem Entgegenkommen, für das beide Seiten zu beglückwünschen sind. Und icli hoffe, daß das seinen Stempel auf das Leben im Jischuw drücken wird. Es gibt im Judentum einen großen Teil, ich will ihn nicht messen, der so eingestellt ist, wie unsere Freunde im Misrachi. Sie haben ihren Beitrag zum Aufbau zu geben, und sie geben ihn und sie sollen ihn geben können in den Bedingungen, in denen sie das Beste leisten können. Und ich hoffe, daß diese Bedingungen heute für sie gegeben sind, nicht nur, wie Ussischkin gesagt hat, auf dem Papier, sondern im Leben sich verwirklichen werden. Und die Majoritätspariei der Arbciter, die, ich sage es offen, mir nahesteht und der ich nahestehe, hat es bewiesen, daß sie die konstruktiven Kräfte werten kann, die sich im Misrachi und im religiösen Judentum bergen. Es ist auch üblich, etwas über die politische Lage zu sagen. Was den Kongreß ausgezeichnet hat, ist eine Reihe von Resolutionen positiver Natur, die zur Grundlage der Politik, die wir zu leiten haben, werden wird. Auch eine schwerwiegende und weitgehende und von großer Tragweite charakterisierte Resolution der Gegnerschaft zum Legislative Council wurde hier gefaßt. Ich will hoffen, daß diese Gegnerschaft, in die wir gedrängt worden sind, sich nur auf dieses Gebiet beschränken wird. Daß in anderen Gebieten wir versuchen werden, wie wir cs bis jetzt getan haben, mit der Mandatarmaclit zu kooperieren, soweit es mit Unseren zionistischen Prinzipien zu vereinbaren ist. Ich glaube, Wir dürfen sagen, daß infolge der Arbeit und der Lcistimgen im Lande ein tieferes und ein besseres, wenn auch nicht noch vollständiges Verständnis für unsere Ziele in den Kreisen der englischen und palästinensischen Regierung vorhanden ist. Und ich will nochmals Sie erinnern, und es ist meine Pflicht, das zu tun, daß trotz der zeitweiligen Schwierigkeiten, die Wir mit der Mandatarniacht haben, wir es nicht vergessen sollen, daß die Britische Regierung und das Britische Volk uns möglich gemacht haben, mit der Arbeit in Erez Israel in ihrer modernen Form wcitcrzukominen. Es wird immer eine Unzulänglichkeit bestehen zwischen dem Notwendigen und dem Möglichen. Für diese Unzulänglichkeit ist keine Exekutive verantwortlich, das liegt in der Natur der Zeiten, das ist nicht nur bei unserem Volk, das ist auch bei anderen Völkern, auch wenn es uns viel schmerzlicher und viel tiefer trifft. Wir sind, glaube ich, jetzt in den allergrößten Schwierigkeiten, die einem begegnen, wenn man aus der Periode der Organisicrang und der theoretischen Begründung seiner Ansichten zur Periode der Verwirklichung schreitet. Eine Verwirk- Heilung ist langsam, ist miihsam, ist schmerzlich, ist schwierig. Und diese Schmerzen macht jetzt das neue Palästina, das in 4er neuen Form kaum 15, 16 Jahre alt ist, das inter einem ungeheuren Druck von Sorgen und Leiden zu arbeiten hat, diese Schwierigkeiten macht jetzt das Land durch und wir rnit ihm. Wir können aber manches uns erleichtern, und ich glaube, der Schritt der Einigung, der jetzt gemacht worden ist, ist eine Erleichterung und ward eine immer größere Erleichterung werden. Manches hängt ab von Faktoren, über die wir keine Kontrolle haben. Wir treten langsam aus dem Stadium der Amateure, die wir vor einigen Jahren noch waren, in das Stadium der geprüften, erfahrenen Baumeister. Wir haben einen unserer Besten, trotz, seiner 23 Jahre Arbeit, noch immer vorgespannt, er möge weiter bauen, und R 11 p p i 11 wünschen wir Glück in dieser neuen Arbeit (Beifall). Arbeit von Planen und wirtschaftlichem Forschen der Grundlagen des Aufbaus, denn man kann nur heutzutage wcitcrknininen, wenn man mit allen Mitteln der Wissenschaft den Aufbau weiter fördert. Und in dieser Beziehung möchte ich einen Wunsch aiissprechen, und vielleicht eine der edelsten Aufgaben der Leitung wird es sein, alle die wissenschaftlichen Kräfte, die heute in Fülle iin Lande sind, und noch dem Lande Zuströmen, zu organisieren und zu benutzen für den Aufbau des Landes. Die Kräfte, die Institutionen, die manchmal noch in embryonalem Zustande vorhanden sind, die aber noch zu mächtigen Instrumenten, viel mächtigeren als manche zerstörende Instrumente es sind, gemacht werden können im Dienste des Aufbaus. Der politische Führer ist nichts anderes als ein Feger, ein Straßenfeger. Er kann nur Steine, die Hindernisse verursachen, vom Wege wegfegen. Die anderen werden diesen Weg beschreiten. Unser Weg ist noch immer ein schmaler, aber er wird durch unsere Arbeit immer breiter und breiter. Wir beginnen unsere Arbeit im Zeichen schwerer Sorgen. Schwere Sorgen für das Bestellen großer jüdischer Gemeinden, schwere Sorgen internationaler Natur. Unsere Arbeit hängt vom Frieden in der Welt ab. Und ich glaube, daß es keinen in diesem Saale gibt, der nicht innerlich sehnsüchtig den Frieden erwünscht. Das Mittelmcer fängt an, politische Wellen zu schlagen. Und ich glaube, daß unsere Arbeit zur Stabilisierung und zur Verwurzelung des Friedens gerade in diesem Teil der Welt beitragen wird, Und in dieser Beziehung glaube ich, daß unsere Interessen sich mit den Interessen der Mandatarmaclit decken. Und darum glaube ich an das Verständnis für unsere Arbeit in den Kreisen der aufgeklärten öffentlichen Meinung. Aus der Haftarah für Schabbat, 7. September 1935 Fürdite dich nimmer, denn du wirst nicht zusdianden, schßme dich nimmer, denn du brauchst nicht zu erröten! denn die Schande deiner Ledigkeit darist du vergessen, denn der Schmach deiner Witwenschatt sollst du nicht mehr gedenken! denn der dich ehemeistert, der dich machfc isfs, ER der Umscharte sein Name! der didi ausiöst, der Heilige Jissraels ists, Gott alles Erdreichs wird er gerufen. Jcsrhajahu, Kap, 34, Vers 4—3 Verdeutsch( von Martin Bubet Fs gibt in der (icschichfe Ebbe, es gibt in der Geschichte Hut. Wenn wir unser Schifflein leiten, muß mail es so leiten, daß es in der Ebb(' ankert und in der I Int versucht, weiter* zukommen, in der Richtung, die uns zum Ziele fuhrt. Niemaiul von uns kann die Zukunft Voraussagen, aber jeder von uns kann die Z.ukimlt vor 11 e r c i I. c 11. so vorbereiten, daß wir unser t׳n Kindern und denjenigen, die nach tlns kommen werden, etwas iiberreiehen, daß ihr L e b e 11 reicher und s c 11 ö 11 e r 11 11 d leichter ist a i •י das 11 11 s e 1' e i s f u ti ei w a r. Der XIX. Zinnistenkongreß ist geschlossen. (Großer Beifall und I latikwa-t icsaug.) Die Council-Tagung Luzern, 4. Sept. In der Eröffnungssitzung des Com!• cils der Jewish Agency, die am 4. 9., vorm. 10.30 Uhr, begann, wurde ein Präsidium gewählt, dem der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas, Morris Rothenberg, der Präsident des Board of Deputies of British Jcws, Neville L. a s k i, der Präsident des KKL und Vorsitzende des Zionistisehen Aktions-Comites, M. M. Ussischkin, und Prof. Herbert Speyer, Brüssel, angehören. Morris Rothenberg eiöffnete die Tagung und übergab sodann dem Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, die Leitung. Weizmann erklärte in seiner Ansprache, die Jewish Agency beabsichtige, die Kooperation mit Großbritannien als der Mandatarmaclit für Palästina trotz oppositioneller Stellung gegenüber dem Plan der Einsetzung eines Legislative Council in Palästina fortzusetzen. Die beste Antwort gegenüber allen Schwierigkeiten, die der Errichtung■ des Jüdischen Nafionalheims im Wege stehen, sei, die Erschließung des Landes im schnellen Tempo fortzusetzen. Nur dank jüdischer Tatkraft habe Palästina seine jetzige hohe Aufnahmefähigkeit erreicht. Der englische Gesandte ln Bern, Sir George Warner• überbrachte der Tagung die Grüße der englischen Regierung. Fr betonte in seiner Ansprache, daß Palästina bestimmt sei, bei der Erschließung des Mittleren Osten eine bedeutende Rolle zu spielen. Palästina, fuhr der Gesandte fort, sei eines der friedlichsten!.ander am Ufer des Mittelmeeres. Fr gab der Hoffnung Ausdruck, daß die heute noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten in bezug auf paliistinensische Angelegenheiten in friedlicher Weise zur aligemeinen Zufriedenheit beigelegt werden würden, — Ferner begrüßte als Vertreter der Schweizer Behörden und des Kan* * tons Luzern Stadtpräsident Dr. Zimmerli die Tagung. Hierauf hielt Dr. Arthur kupp in, der bisherige Leiter des Kolonisations-Departements der jewish Agency, ein Referat über die P r o b i e m e und Aussichten der P a - lästinaarbeit. Wir werden über dieses Referat in unserer nächsten Ausgabe berichten. Fs folgten Referate von Miß Szold über die J u g en d - A I i j a h aus Deutschland, von Mosche S c he r t o k über die politische Situation, die Zusammenarbeit mit den Arabern mul das Verhältnis zur englischen Regierung, von Dr. Werner Senator über Imm i g r a t i 0 11 s pro b I c 111 e unter besonderer Beümung der Ansiedlung von Juden aus Deutschland und von l)r. Morris E. Hext er über Koloiikationsfragen. Im Namen des Legitim;!(ionsaiisschusses gab der ettropäische Direktor des American Joint Distribution Committee, Bernhard Kahn, bekannt, dalS dem Council der Jewish Agency zur Zeit 224 Mitglieder, und zwar 112 von dar. Zionistcnkongrel! gewählte Mitglieder und 112 von den nichtzionistischen Gremien entsandte Delegierte, angehören. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die nicht der Zionistiselten Organisation angeschlossenen Palästina-Freunde ihr tätiges Interesse an den Arbeiten des Paläsfina-Aufbaus diesesmal durch eine so starke Beteiligung a!1 der Council-Tagung Ausdruck gegeben haben. Die stärkste Delegation bei der diesjährigen Council-Tagung haben die Amerikaner entsandt. Die Delegation zählt 4 1 Mitglieder. Luzern, 5. September. Der zweite Tag der Tagung des Councils war geschlossenen Beratungen der verschiedenen Kommissionen gewidmet. Ls wurde eine Reihe aktueller Probleme politischer und iimerorganisaioi ischer Natur behandelt. U. a. wurde die Frage einer evtl. Aemlcrting der bisherigen Bezeichnung ״Non-Zionist" für diejenigen Mitgüeder der Jewish Agencv erörtert, die nicht als Vertreter der Zionistischen ()rganisation in den ein/clnen Gremien tätig sind. Es crselieint aber zweifelhaft, ob es noch im Verlaufe dieser Tagung /u der angeregten Nanien-amiernng kommen wird. Definitive Vorschläge betreffend die Zuwahl von;Mitgliedern der!1 icliDioiiistischcn Council-Hälfte für die fixe* kutive der jewish Agency wurden noch nicht gemacht. * Bereits am 3. September haben eine Reihe von Vor* t a g 1111 g e 11 statfgefumlen. So traten am Vormittag die ת i c h t z. i oni s t i sc 11 e n I) e I e g irrten des <iouncils m einer Vorbesprechung zusammen, am Nachmittag tagte das A d 111 i 11 i s t r a t i v e C o m mit! e e der am Abend wurde im Kongreßhalle für F m pf an g vom Se|1\veizeri-.chef1 Israelit veranstaltet. ewish 11 Agency und e 1 )!׳legierten ein lien (iemciiidchund Die Ausstellung der nationalen Fonds Kongresse stellen hohe Anforderungen all die autative Aufnahmefähigkeit der Teilnehmer: Zahlen und Fakten prassein auf sie nieder, viele Zahlen und statistische Fakten, die sich mitunter decken, manchmal aber einander widersprechen. Der Hörer muß einen besonderen Sinn für Zahlen haben, um das alles in sich aufzunchmcn, ohne durch die Fülle verwirrt zu werden. Es ist gut, daß Keren Kajessod und Keren Kajemeth in einer Ausstellung, die einen Uebcrblick über ihr Werk gibt, Zahlen und statistische Angaben auch dem Auge darbieten. Sie tun es noch dazu in einer ebenso geschntaekvolleii wie einprägsamen Form. Dr. Ernst Mechner und O, Wallisch sind die Schöpfer dieser hübschen Aus- Stellung. Tafeln, auf denen Bild und künstlerische Schrift sich zu einer Einheit verbinden, erläutern mit großer Eindringlichkeit die verschiedenen Arbeifszweige der beiden Fonds. Die Gebiete: Aufbau, landwirtschaftliche Siedlung, Organisation der zionistischen Propaganda, hebräisches Schulwerk, welche der Keren Hajcssod behandelt, werden durch schöne, von den bekannten palästinensischen Photographen S c h w e i g und Kluger aufgenommene Bilder mit begleitendem Text erläutert. Diese Bilder sind nach dem Prinzip der Wirkung durch den Kontrast zusammcngestcllt: So ist der Wegebau veranschaulicht durch das Bild einer Arbeitergruppe beim Bau einer Straße und ein zweites Bild, auf dem der Verkehr über die bereits fertige Straße flutet. Die elektrische Kraft ist illustriert durch das Ruthenbergsehe Kraftwerk, eine Fabrik, die von dein ins Land hinausgesandten Kraftstrom in Gang gesetzt wird und die Gestalt eines muskulösen Arbeiters, der eine elektrische Pumpe bedient. Auch Häuserbau, Gesundheitswesen, die landwirtschaftliehe Versuchsstation sind durch sehr schöne Bildtafeln mit packenden Photographien dargestellt Die verschiedenen Wirtschafts- und (iemeinschaffslvjicn: gemischte WiitM'hatt, kleine. Kvu/ah, große K\\ uz ah, Kwuzah der Gesetzcstreucii (hier blickt einen <ia> ebarakteristisehe Gesicht des Jablonec Rebhe an) werden dem Beschatter durch einige ihrer charaktcri.diseli-ten I isclieiiuingen erläutert. Die eindringliche Tozeretz I laare/-T.1fel zeigt, wieviel bereits in unseren Wirtschaften erreicht ist und dem, der sie richtig zu deuten versteht, zeigt sie auch, wieviel noch erreicht werden muß. Unter den Bildtafeln, welche die neue Alijah und die neue Kolonisation veranschaulichen, sind besonders die Aufnahmen von Einwanderern im Hafen sowie diejenigen der Dschungellandschaft in Mulch von starker Wir* kung. Der dom KKL gewidmete Teil der Ausstellung voran* schaulicht mehr die propagandistische und erzieherische Tä״ tigkeit unsere!• Fonds; in sehr geschmackvollen Darstelkingen, deren Stil der Rckiamckunst entstammt, werden die versrbie* denen Sammelmittel des Jüdischen Nationalfonds gezeigt. Die fünf Hauptaufgaben des KKL: Erwerbung von Iä11<i״ lichem Boden, Erwerbung von städtischem Boden, Wasserbeschaff!!!!״, Aufforstung, Austrocknung von Sümpfen sind durch lebendige Aufnahmen dargestellt. Ebenso eindringlich und ebenfalls wirksam durch den Kontrast sind die Aufnahmen der verschiedenen Siedlungsgebiete: Galiläa, Jordantal, I mek Sebufon, Emek Jesreel, Emek Ghefcr, Judäa und (las Gebirge um Jerusalem. Mit ganz besonderem Talent sind auch hier wieder die statistischen Tafeln gemacht. Endlich gibt cs noch einige gute Bild- 11ml Schrifttafeln, die das Wirken der von beiden Fonds gestützten Hehräischcn Universität zeigen, originelle statistische Tafeln über die Wirksamkeit der eng mit dem KKI. verbundenen VersicherungsgcselLschafi ״Phönix“ und interessante Bilder aus den wichtigsten Arbeitsgebieten der Wizo: Mädchen- und Frauenausbiidimg für Land- und Hauswirtschaft, Sorge für Mutter und Kind, Organisierung der zionistischen Frauen. Ein umfassender Stoff ist auf dieser Ausstellung behandelt. Sic lehrt, daß man ohne großen Aufwand starke Wirkungen erzielen kann. H. H. Tito* ä

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