Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 70 (30.8.1935)
- Date
- 1935-08-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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San« 4 JÜDISCHE *UNDSCHAÖ Nr. 70. 30. VIII. 1935 Aus den Antworten der Exekutive und der Erwachsenen und Halberwachsenen aus Deutschland in Palästina, wird etwas gebaut und etwas geschaffen, das diese Sehmern■!!, die wir alle tragen, einmal in der Zukunft iin Munde von Enkeln und Urenkeln in Lieder und Sagen verwandeln wird. Wenn in dieser späten Stunde noch ein Wort des Trostes esagt werden muß, so ist es, daß wir bei allen Schwierigeiten, bei allen Schwachen unserer Arbeit in Palästina, bei aller scharfen Kritik, die unsere Freunde und Feinde an dieser Arbeitj'iben, ein Stück weiter gegangen sind, ein großes Stuck. Und wenn wir unser Werk messen tmd es mit dem MalSstab der Kolonisation großer Völk e r vergleichen, die ausgerüstet sind mit allen Machtmitteln der Finanzen, Armeen und Flotten — glaube ich, ganz objektiv gesprochen, sogar an diesem Mafistab gemessen, daß unsere Kolonisation und unsere Leistungen nicht kleiner sind als die großer Volker. Noch etwas und damit komme ich zum Schluß: Unsere Kolonisation ist gemacht worden, ohne einen Schuß a b z. u f e u e r n, ohne auf dem Rücken anderer unser Heim gebaut zu haben. Wir haben Sümpfe und Sand und Malariagegenden neu belebt und neu bearbeitet. Und es ist nicht wahr, daß wir Araber entwurzelt haben. Wir haben sie nicht entwurzelt, wir haben ihnen den Weg gezeigt zu einem besseren Leben und wir werden es in der Zukunft tun, bis sie versieben werden, daß unsere Interessen zur Belebung des Mittleren Orients sich decken und gemeinsam sind und durchgeführt werden auf Grund eines starken jüdischen Palästina, Wie schwer, wie gefährlich, steinig der Weg sein mag, wir werden ihn gehen. Die Mandatarmacht kann cs uns leichter machen und kann es uns schwerer machen, die inneren Zwistigkeiten können unseren Kongreß auf zwei Tage verlängern oder um einen Tag verkürzen. Aber die Arbeit gehl weiler. Und sogar neue Wiener Kongresse werden die Arbeit nicht stören. Das sind Episoden, die sich am Felsen der Ewigkeit zerschlagen weiden. Demi alles, was mit dem Aufbau zu tun hat . und das ist der hohe Reiz in unserer Ai heit trotz der Schwierigkeiten — ist eine Frage der Ewigkeit, das ist (lliajej Olatn, alles andere (diajej Schaah! (Der Kongreß!)ereilet Präsident Weizmann eine stürmische, langamiauenuU• Ovation.) Präs. Weizmann: Geehrter Kongreß, bevor wir uns heute trennen, habe ieli eine Ankündigung zu machen. Das Prästdünn hat beschlossen, zum Zeichen der Trauer über die Ereignisse 111 Deutschland den Kongreit morgen lur einen halben lag zu schließen. Das Haus wird geschlossen, und Ich bitte Sie, diesen Beschluß schweigend anzunehmen. Schluß der Sitzung 1-1 Uhr nachts. Aus der Generaldebatte hi der 11 e 11 e r a Ul e b a 1 t e des Kongresses, die am Montagabend wieder aufgeuommen wurde, sprach zunächst der׳ südafrikanische Delegierte Abrahams (W'eltvercinigung). Weitere Redner waren: Meir Jarhluiit (Arbeiterfraktion), Bernstein-Holland (Wcltverbami), l)r. Schmorak (Weltverband), Morris Rothenberg (Amerika), Louis l.ipsky (Amerika), De.!,inner (Weltvereinigtuig), llemlin (.Arbeiterfraktion). In der Sitzung am Dienstagvormittag sprachen: Badichi (Arbeiterfraktion), Sisling (Arbeiterfraktion), der bucharische Delegierte Lmanuel, Kolodni (Weltvereinigung), Baraz (Arbeiterfraktion), Kleinbaum (Weitvereinigung) und Rabbi Samuel Wohl (Amerika). Am Dienstagabend sprachen: Regalski (Arbeiterfrakiiort) und Ada Fischmann für die Wizo. Bemerkenswert waren insbesondere die Ausführungen von Morris Rothenberg, der dem Kongreß folgende fünf Forderungen vorlegte: 1. Strenge Unparteilichkeit bei der Verteilung von Ein- Wanderungszertifikaten. 2. Reform der geltenden Wahlbe- Stimmungen zum Zionistenkongreß. 3. Durchführung der Arbeit in Palästina in einer über Partei- und Klasseninter• essen stehenden Weise. 4. Einsetzung einer Wirtschaftskommisslon zur Koordinierung der privaten und nationalen Wirt- Schaftsunternehmungen in Palästina. 5. Anerkennung der Histadruth als Einheitsverband der palästinensischen Arbeiterschalt, wobei alle Gruppen der Arbeiter Erez Israels ohne Rücksicht auf ihre politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Ansichten ihm als gleichberechtigte Mitglieder angeniirert sollen. Bei vier Begründung dieser Forderungen betonte Rothenher״, <laß die Arbeit in Frez Israel in fortschrittlichem (leiste uml .-ס geführt u erden m11---e, daß jedem Teil des jüdischen Volkes du■ Möglichkeit zur Einordnung in ein normales Leben unter Hintansetzung von Partei- und Klasseninleressen geboten wird. Damit u urde im eigentlichen und vollen Sinne dem Wortes ein jüdisches Nationallieini in Fre/ Israel verwirkliebt Wertteil. Die ungeschlagene Wirtsi liaftskonimissioii werde für Wirtschaftsplanung und Anspornung gesunder Wirtscbaftstatigkeit in Palästina zu sorgen haben. Die gegenwärtige Kotigrellw alilonlmmg führe <la/11, daß ein f aיdies Bild von der Krähet ert< ilmig im Zionismus entsteht. Mit voller l 'eber/eugong, erklärte Rothenberg zum '■TltlulS,!r1-te die amerikaniseltc Delegation dafür ein, daß die H i s I a d r 11 t h als e i :1 / 1 g e A r beit e r o r g a 11 1 -־ a t i 0 11 in P a I ä s t i!1 a bestehe. 1 tu aige Miß'i.mde und l '!!Vollkommenheiten mußten beseitigt, die Rohe der I listatlrtitli als große Gewerk- Schaft dürfe jedoch nicht gefährdet v.enien. Den Amerikanern sei die >0E,iclI!11 .׳ kcit des N'rbeneinamlerln'stelu'n.s rivalisierender «iewerksebaiteii zu gut helsannt, als daß sie nicht erkennen wurden, daß die Schaffung mehrerer unabhängiger Gewerkschaften nur zur Ausbeutung jüdischer Arbeit und zur Schwächung aller judi-chen Positionen führen muß. Auch der Ehrenpräsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Louis Lipsky, setzte sieh für Planwirtschaft in Palästina insbesondere im Hinblick auf eine Normalisierung der Beziehungen /«Lehen Arbeit mul Kapital ein. Fr legte dem Kongreß den im Januar vor der Washingtoner Konfern!/ der amerikanischen Zionisten und Palastinafreimde aufgcstelltei! P I a n für eine Rationa'i-icrung und systematische Planung der wirtschaftlichen Ta igkeit in Frez Israel vor. Der Aufschwung der Institutionen der Arbeiterschaft sei nicht der Arbeiterpartei allein, sondern der freudigen Zusammenarbeit aller nationalen Elemente zu verdanken. Diese Zusammenarheit kam in der Verwendung tia.ionaler Mittel zum Ausdruck, an der die Arbeiterg'ruppcn nicht als LmpfTiger, sondern als Partner an einem notwendigen nationalen Werk beteiligt seien. Das in den letzten Jahren ohne nationale Fcitnng uml Aufsicht in Palästina sielt betätigende Kapital habe vielfach Formen des Wettbewerbs geschaffen, die den nationalen Interessen abträglich sind. Darum müsse ein Wirtschaftsrat geschaffen werden, in dein das nationale öffentliehe und Industriekapital vertreten seit! mul der einen Wirtschaftsplan ausarbeiten soll, mit dessen Hilfe ein aut dem jüdischen Ideal sozialer (lercehligkeit aufgebautes Gemeinwesen entstehen könne. Der Arheiterdelegicrte Josef Baratz (Daganiah) hielt eine Abrechnung mit den Gegnern der palästinensischen Arbeiterschaft. Nicht die arbeiterfeindlichen Gruppen als solche seien zu fürchten, wohl aber ihr Einfluß, durch den das jüdische Leben vergiftet werde. Diese Gruppen seien stets bemüht, die negativen Seiten des palästinensischen Lebens hervorzukehren, ihr Verhalten sei antizionistisch. Jahrelang habe man *us dem Duell der Begeisterung über das Pioniertun! get: unken und den Chaluz, seine Arbeiten und Leistungen in den Himmel Jizchak Grünbaum Prinzipien der Alijah-Politik Der Leiter der Immigrationsabteilimg der Jewish Agency, J. Grünbaum, stellte fest, daß die Verteilung der Zertifikate wie seit jeher Finderweise vorgenoinmen wird. 48 Lander werden mit Zertifikaten bedacht. Während aber früher manche Länder keine Zertifikate in Anspruch nahmen, koinme dies heute nicht mehr vor. Maßgebend für die Höhe der zugeteilten Quote waren: 1. Die Lage der Juden in dem betreffenden Land; 2. Stärke der zionistischen Bewegung und des Pioniergeistes in dein Lande; 3. Zahl der in dem betreffenden Lande vorhandenen Einzelpersonen und Gruppen, die für den Aufbau Erez Israels notwendig sind. Unbegründet, fuhr der Redner fort, seien die Vorwürfe des Vorsitzenden des österreicliischett Landeskoniitees. Man vergesse aber die viel schwerere Lage der orientalischen Juden. Mindestens zehn Prozent der Zertifikate werde man ihnen zuteilen müssen. Bezüglich der Hachse harah würden zweifellos die nötigen Verbesserungen vorgenommen werden. Erhebliche Beträge seien für diesen Zweck bereitgestellt worden. Die Chaluzim müßten auch einsehen, daß sie nicht alle Zertifikate bekommen können und daß es der natürliche Gang der Geschichte ist, daß nach den Pionieren das Volk kommt. Jetzt sei das ganze Volk in Bewegung geraten und strebe nach Erez Israel. Daher sind 50 "0 der Zertifikate für Chaluzim, die übrigen für andere Eiiiwaitderergruppen bestimmt. Grünbäum wies in diesem Zusammenhang insbesondere auf die V e r w andten •Ein Wanderung hin. Berl Zocker Organisatorische Fragen Mit den in der Generaldebattc gegen das Organisationsdepa rtni ent der Exekutive erhobenen Vorwürfen bescliäftigte sich der Leiter dieses Departments, Berl Locker. Er polemisierte gegen Schwarzbart, der tlic Million Schekelzahlcr ein Kosmetikuni zur Verdeckung der zionistischen Krise genannt hatte, und wies den Vorschlag Rothenbergs, einen Parteischckel einzuführen, zurück. ■ Der Schekel als symbolische und faktische Steuer sei in dieser Form von Herzl geschaffen worden und sei stets als Einnahmequelle aufgefaßt worden. Die Zahl der Schekalim habe sich ungeachtet der Warnungen vor der Diszip’inklausel erhöht. Der Austritt der Revisionisten habe eine den Erwartungen entgegengesetzte Wirkung gehabt. Zwar sei dieser Austritt das Zeichen einer anormalen Situation, Ein Memorandum an den Kongreß Luzern, 27. August. Die politische Kommission beim Alerkas der Hitacnduth Olej Germania hat den Delegierten des Zionistenkongresses ein Memorandum Ubergeben, in dem _ auf die Notwendigkeit!tingewiesen wird, innerhalb der zionistischen Emigration*־ und Kolonisationsarbeiten die Angelegenheiten der Aus wänderung von Juden aus Deutschland gesondert zu behandeln. Das Memorandum stellt sich die Aufgabe, den Irrtum einer Auffassung darzulcgen, wonach der Auswänderungsprozeß aus Deutschland in der bishe Igen Form weiter annalten werde, ohne daß es ״einer besonderen politischen und wirtschaftlichen Aktivität der Zioni tischen Organlsation ln dieser Richtung“ bedürfe. Die deutrehe Judenfrage könne nicht gleichgesetzt werden mit der unzweifelhaft auch außerordentlich schweren Lage der Juden in einer Reihe anderer Länder. Das Memorandum macht auf die in letzter Zeit eingetretene aut devisenpolitische Gründe zurückzuführende Ersch w c r 11!1 g der Auswanderung aufmerksam, legt den Anteil der Aiijalt aus Deutschland an der Entwicklung der Palästinawirtschaft in den letzten zwei Jahren dar und begründet angesichts der immer größer werdenden wirtschaftiichcn Schwierigkeiten die Notwendigkeit, durch Zuteilung einer möglichst großen Anzahl von Zertifikaten auch den unbemittelten, aber für Palästina geeigneten Juden aus 1 )eutscliiaml die Auswanderung zu erleichtern. Dk wichtige und umfangreiche Tätigkeit der besonderen Abteilung für die Ansiedlung der Juden aus Deutschland in Palästina könne keineswegs als beendet angesehen werden, da das Auswanderungsproblent der in Deutschland lebenden Juden nach wie vor bestehe. Es wird daher als absolut erforderlich bezeichnet, daß auch in Zukunft im Rahmen der Londoner und Jerusalemer Exekutive verantwörtliche Menschen mit dieser Sonderatifgabe betraut werden. Die Aufgabe bestehe darin, einen großzügigen und systematisehen Irnmigrationsplan vorz.ubereiten und seine notwendigen politischen und wirtscliaftspolitischen Voraussetzungen zu schaffen. gehoben, und jetzt verunreinige man den Quell, aus dem man trank. Es sei unrichtig, daß irgend jemandem das Recht auf Arbeit genommen wird. 111 den Kwuzoth und den Kolonien des Emek könne man sich da Von überzeugen, daß viele Gruppen des Noar Haklal Zioni dort tätig sind. Auch in wirtschaftlicher Beziehung lalle ein V ergleich zwischen den Arbeitersiedlungen im Emek und den Pflanzlingsbetrieben der Privatwirtschaft im Scharon durchaus zugunsten der erst er cn aus, die auf fester Grundlage stehen, die von den ab«־ «in Teil der revisionistischen Wähler habe auch diesmal an der Wahl teilgenommen. Völlig haltlos seien die Vorwürfe Schwarzbarts und Bernsteins, daß das Organisitionsdepartment die Revisionisten hinausgedrängt habe. Schon 1030 lind 1932 seien von den Allgemeinen Zionisten eben jene Maßnahmen verlangt worden, um derentwillen man die Exekutive jetit kritisiert. Die Exekutive habe die Re. visionisten nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, es stehe auch heute jedem, der in die Organisation zurückkehren will, die Tür offen. Aber alle Zionisten müssen sich einem Mindestmaß von Disziplin unterwerfen, und keine Gruppe darf Privilegien für sich beanspruchen. Ebenso sei es unmöglich, gleichzeitig in dieser Organisation zu stehen und nach der Organisation derjenigen zu schielen, die desertiert sind. Die Krise in der Bewegung sei nicht zu leugnen, fuhr Locker fort, sie sei aber nicht durch den Austritt der Revisionisten, sondern dadurch bedingt, daß der heutigen Opposition jeder Sinn für ihre wahren Aufgaben fehle. Man sage Dinge, von denen man annimmt, daß sie der Exekutive unangenehm seien, und vergißt, daß sie einem selbst einmal unangenehm werden können. Die Spaltung der Allgemeinen Zionisten sei durch das Fehlen einer starken zentripetalen Kraft im Zionismus bedingt und dies sei eines der größten Probleme d-es Augenblicks. Zum Schluß besprach Locker die Reform vorschläge der Exekutive in der Frage der Landesorganisationen. Diese müßten der Zusammensetzung des Kongrosses entsprechen. Wer gegen diese Maßnahme sei, scheue sich entweder vor jeder organisatorischen Aenderung oder stelle parteipolitische Interessen voran. Wenn aber diese Reform durchgcführt wird, so sei bis zum nächsten Kongreß ein Wachstum der Organisation, eine Vermehrung der Mitarbeiter im Verhältnis zur Wählerzahl, eine Stärkung des gesamten Zionismus zu erwarten. Mosche Schertok Antwort an die Kritikei Der Leiter der politischen Abteilung der Palüstina-Exekutive. Mosche Schertok, stellte in seiner Antwort an die Redner in der Generaldebatte fest, daß die in der Debatte zum Ausdruck gebrachte Kritik sehr wertvoll und nützlich gewesen sei. Die Verstärkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina müsse als eine der bedeutendsten Errungenschäften der letzten zwei Jahre angesehen werden. Der Redner skizzierte nochmals kurz die augenblickliche politische Lage und betonte, daß im Hinblick aut sie die Schaffung einer Einheitsfront in Erez Israel eine Notwendigkeit ersten Ranges darstelle. Zur Behandlung der Sicher h eit s frage übergebend, gab Schertok bekannt, daß die Exekutive Maßnahmen zur Vermehrung der jüdischen Mitglieder des Polizeikorps ge־: troffen habe. Eine ganze Anzahl von Juden werde zur •Zeit für den Polizeidienst ausgebildet. Schertok befaßte sich sodann mit dem Transferabkommen. Im Hinblick auf die Dringlichkeit der Lage sei es gerechtfertigt gewesen, das Abkommen zu treffen. Zum Schluß erklärte Schertok, er wolle denjenigen, die einen Judenstaat in Palästina verlangen, mit der Feststellung antworten, daß cs noch ein zweites Volk in Palästina gibt. Der Merkas der H.O. G., so heißt es in dem Memorandum weiter, hat der Palästina-Exekutive und der Exekutive in London Ausführungen darüber vorgelegt, wie sie sich die Durchführung dieser Vorschläge denkt. Es wird Sache des Kongresses, insbesondere der politischen Kom• mission sein, die grundsätzliche Richtung der Arbeit zu bestätigen, deren Durchführung dann Sache der netten Exe• kutive sein wird. Selbstverständlich muß auch dafür Sorge getragen werden, daß die mit der Durchführung der Aufgabe betraute Stelle über ein Budget verfügt, das ihr ein produktives Weiterarbeiten ermöglicht. Zum Schluß wird betont, daß diese Vorschläge nicht auf die Weltanschauung einer bestimmten zionistischen Partei zurückgehen, sondern die übereinstimmende Mein u n g der aus Deutschland stammenden Z i o - nisten in Palästina darstellen, die von ihrer Not- Wendigkeit im Interesse des Judentums Deutschlands und im Interesse des Palästina-Aufbaus überzeugt seien. * Die Darlegungen dieses Memorandums verdienen die stärkste Beachtung des Kongresses und aller maßgebenden zionistischen Faktoren. In der Tat werden sich auch in den kommenden Jahren für die IJeberführung einer großen Zahl von Juden aus Deutschland nach Palästina und ihre produktive Eingliederung in das Leben des Landes eine Reihe spe- /feiler Probleme ergeben, die ohne die Mithilfe einer Stelle nicht lösbar sind, die sich speziell mit der Behandlung dieses Fragengebietes beschäftigt. Die Forderung des Memorandums der Hitachduth Olej Germania auf Fortführung der Arbeiten der Abteilung für die Ansied־ lung deutscher Juden bei der Exekutive der Jewish Agency hat daher nicht nur für die Juden Deutschlands besonderes Interesse, sondern ist auch unter dem Gesichtspunkt Palästinas von großer Wichtigkeit. Wir hoffen, daß der Kongreß die Bedeutung dieser Forderung anerkennen wird, so daß die neue Exekutive die entsprechenden Auweisungen und auch finanzielle Möglichkeiten zugebilligt erhält, um diese bedeutsame Arbeit fortzufüliren. Pionieren ohne Geld, ohne Erfahrung, nur mit dem blinden Glauben an ihr« Sache geschaffen wurden. Wir haben, sagte der Redner, eine nationale Wirtschaft errichten wollen, und damit will man die Welt schrecken. Zum Schluß erklärte Baratz mit Bezug auf die Angriffe der Revisionisten gegen die Arbeiterschaft, seine Kameraden hätten nicht über Transjordanien gesprochen; aber sie seien vor sechs- oder siebenundzwanzig Jahren hinübergegangen und hätten Daganiah aufgebaut. t oto; Arcbi l'vtu; A1 uit* ־VH. *«tf» Die Alijah aus Deutschland Foto; Archiv